Was liest du gerade? – Raus aus dem Dorf, rein in die Stadt
#062

Raus aus dem Dorf, rein in die Stadt

Was liest du gerade? / 07. Februar 2026 / 8 Medien

Iris Radisch, Adam Soboczynski

Die Folge kreist um die Sehnsucht nach dem anderen Milieu: Ausgehend vom Zitat des Monats, in dem eine Mutter trotz gehobener Ambitionen sich ausgerechnet im Proletariat pudelwohl fühlt, entspinnt sich ein Gespräch über Aufstiegsträume und Gemütlichkeit. Während das Streben nach oben als Geschäftsgrundlage unserer Wirtschaftsform beschrieben wird, entdecken die beiden eine Gegenbewegung — die Sehnsucht nach dem Echten, Unkünstlichen, nach der vollgestellten Küche der Oma, in der es einfach warm und kuschelig war.

„Natürlich möchte man nicht absteigen, aber ein ganz kleines bisschen von dem Echten, wo man doch selbst so verkünstelt ist — das ist so die Idee dahinter.“
🗣 Adam Soboczynski

Erwähnte Medien (8)

Mein gelber Pullover

Mein gelber Pullover

Ursula März

Ein Roman über eine Frau, die sich in einem fremden Milieu wohler fühlt als in ihrer eigenen Herkunftswelt. Mit intelligenter Sensibilität und distanziertem Witz erzählt dieser neue Roman von Identität, Zugehörigkeit und dem Unbehagen im Vertrauten.

🗣 Adam Soboczynski zitiert daraus bei ⏱ 00:04:32 „Das Buch hat geschrieben... Stammt von Ursula März. Mein gelber Pullover, heißt es, ist gerade jetzt erschienen, ganz frisch. Ursula März hat schon einmal einen Roman geschrieben, Tante Martel.“

Das Zitat des Monats stammt aus diesem Buch. Adam Soboczynski und Iris Radisch besprechen den neuen Roman von Ursula März, der von einer Frau handelt, die sich in einem fremden Milieu wohler fühlt als in ihrem eigenen. Beide loben die intelligente Sensibilität und den distanzierten Witz der Autorin.

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Tante Martel

Tante Martel

Ursula März · 2019

Tante Martl ist scheinbar unscheinbar, in Wahrheit aber ganz besonders. Der Leser spürt es gleich an der Art, wie sie ihre Telefonanrufe eröffnet: mit einem Stöhnen, dem ein unerwarteter Satz folgt. Geboren als dritte Tochter eines Vaters, der nur Söhne wollte, ist Martl die ungeliebte Jüngste, die keinen Mann findet, dafür aber einen Beruf als Volksschullehrerin. Nie verlässt sie die westpfälzische Kleinstadt, in der sie geboren wurde, ja nicht einmal ihr Elternhaus.

🗣 Adam Soboczynski zitiert daraus bei ⏱ 00:05:20 „Ursula März hat schon einmal einen Roman geschrieben, Tante Martel. Ihr Buch Tante Martel war ein großer Erfolg und ich glaube Mein gelber Pullover wird es auch, weil sie eine ganz starke Darstellungskraft hat.“

Adam Soboczynski erwähnt den früheren Roman von Ursula März als Referenz, um ihre schriftstellerische Qualität zu belegen. Er beschreibt Tante Martel als großen Erfolg und ordnet beide Bücher als biografisch angelehnte Psychogramme ein.

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Der lebende Beweis

Der lebende Beweis

Lola Randl

Der lebende Beweis ist der neue Roman von Lola Randl, der das Scheitern eines utopischen Landprojekts in der Uckermark erzählt. Das autobiografisch geprägte Werk besticht durch seine Offenheit und schonungslose Darstellung menschlicher Hoffnungen und ihrer Grenzen. Kritiker heben die hervorragende Schreibweise hervor und empfehlen das Buch als ein grandioses Porträt gescheiterter Ideale.

🗣 Adam Soboczynski zitiert daraus bei ⏱ 00:07:04 „Das Buch hat geschrieben Lola Randl und trägt den Titel Der lebende Beweis, heißt das Buch von Lola Randl. Es handelt von Lola Randl selbst vielleicht, es ist ja auch eine Autorin, die bisher immer stark autobiografisch gearbeitet hat.“

Erste ausführliche Buchbesprechung der Folge. Adam Soboczynski stellt den neuen Roman von Lola Randl vor, der vom Scheitern eines utopischen Landprojekts in der Uckermark erzählt. Iris Radisch lobt die Offenheit und Schonungslosigkeit des Buches. Beide empfehlen es als grandios geschrieben.

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Das Ende vom Lied

Das Ende vom Lied

Michael Wildenhain

Fremde Welt Westberlin – und die Sehnsucht nach der Liebe und dem Leben »Ich glaube, es wird hohe Zeit, dass wir Michael Wildenhain als Chronisten dieser Stadt so nennen, wie wir E.L. Doctorow oder DonDelillo als Chronisten von New York nennen. Das ist für mich wirklich eine literarische Offenbarung.« Denis Scheck Mit 13 Jahren ist der Junge in diesem Alter: Das Leben hängt schief in den Angeln, der Alltag gerät zum Schwelbrand, die erste Liebe überwältigt ihn und lässt die Tage beben.

🗣 Iris Radisch zitiert daraus bei ⏱ 00:26:01 „Das stelle ich vor. Das ist ein Buch von dem Autor Michael Wildenheim und das heißt Das Ende vom Lied.“

Zweite ausführliche Buchbesprechung der Folge. Iris Radisch stellt den Roman vor, der im alten West-Berlin der frühen 70er-Jahre spielt und die raue Jungswelt im Schöneberger Kiez beschreibt – geprägt von Straßenkämpfen, Bandenhierarchien und dem politischen Brodeln der Nachkriegszeit bis hin zur RAF-Generation.

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Russisch Brot

Russisch Brot

Michael Wildenhain · 2016

Ein fremder Mann hat Mutter geküßt - diese Szene hat sich dem sechsjährigen Berliner Jungen tief eingebrannt. Sein Mißtrauen ist geweckt: Das Kinderfoto der Mutter zusammen mit einem unbekannten Gleichaltrigen beschäftigt ihn sehr. Und Jahre später, als die Mauer schon steht, ein erneutes Treffen mit jenem Günter, der wie ein Abgesandter aus der Vergangenheit erscheint.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:27:07 „Also gibt es schon andere Bücher von ihm. Er schreibt ja wirklich schon seit fast über 30 Jahren und auch immer mal wieder. »Russisch Brot« war, glaube ich, auch so ein West-Berlin-Roman, auch aus den frühen 70er-Jahren, wie dieses hier auch.“

Iris Radisch erwähnt einen früheren Roman von Michael Wildenhain als Vergleich, um seine thematische Kontinuität zu verdeutlichen: Auch Russisch Brot war ein West-Berlin-Roman aus derselben Epoche.

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Die Sagen des klassischen Altertums

Die Sagen des klassischen Altertums

Gustav Schwab

Die schönsten Sagen des klassischen Altertums, vom deutschen Schriftsteller Gustav Schwab.Die schönsten Sagen des klassischen Altertums sind eine Sammlung überlieferter Mythen aus dem Griechenland der Antike, die der deutsche Schriftsteller Gustav Schwab in den Jahren 1838 bis 1840 herausgab.Gustav Schwabs Sammlung gliedert sich in drei Bände, die Sie aufgeteilt in 2 Taschenbüchern erhalten.Dieses Taschenbuch umfaßt den zweiten Teil.Zweiter BandErstes bis fünftes Buch: Die Sagen TrojasDritter Ba...

🗣 Adam Soboczynski erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:36:16 „Und es ist ja auch so, dass Prometheus auch eine Rolle spielt in diesem Buch. Es werden ja Sagen des Altertums auch hin und wieder erzählt. Man erzählt die sich, offenbar, weil es ein bisschen bildungsbürgerliches Gut gibt in dieser Familie.“

Im Gespräch über Wildenhains Roman erwähnt Soboczynski, dass die Figuren sich gegenseitig antike Sagen erzählen, darunter die Prometheus-Geschichte. Die Formulierung ‚Sagen des Altertums' verweist vermutlich auf Gustav Schwabs Klassiker, der als bildungsbürgerliches Standardwerk in vielen deutschen Familien vorhanden war.

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Tagebücher

Tagebücher

Thomas Mann · 1977

Persönliche Aufzeichnungen des Nobelpreisträgers Thomas Mann aus seinem Schweizer Exil – ein literarisches Dokument, das Einblicke in sein Leben, seine Gedanken und Begegnungen mit Zeitgenossen bietet. Die Tagebücher verbinden intime Reflexionen mit historischem Zeugnis einer prägende Epoche der Literaturgeschichte.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:39:35 „Das hängt damit zusammen, dass sie immer wieder aufgekommen ist in Thomas Manns Tagebüchern. Anne-Marie Schwarzenbach hat Thomas Mann immer wieder besucht im Schweizer Exil und die haben sich getroffen und ich dachte mir, was ist das für eine Person.“

Adam Soboczynski erklärt, wie er auf Annemarie Schwarzenbach aufmerksam wurde: durch wiederholte Erwähnungen in Thomas Manns publizierten Tagebüchern. Die Tagebücher dienen hier als Brücke zum Klassiker des Monats und zeigen, dass Schwarzenbach im engsten Umfeld der Familie Mann verkehrte.

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Orientreisen

Orientreisen

Annemarie Schwarzenbach · 2010

Sammlung von Reisereportagen aus dem Nahen Osten – Iran, Afghanistan, Istanbul, Bagdad. Schwarzenbachs elegante, sprachlich kraftvolle Texte bieten zeitgeschichtliche Einblicke und beeindrucken durch ihren fast popliterarischen Stil. Ein Klassiker der Reiseliteratur mit feinem Gespür für fremde Kulturen.

🗣 Adam Soboczynski empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:41:34 „Es gibt einen kleinen, sehr schönen Band, wollte ich sagen, aus dem kleinen Verlag Ebersbach und Simon. Das heißt Orientreisen ist auch aus ein paar Jahren erschienen, Reportagen darüber aus der Fremde. Und die habe ich wahnsinnig gebannt gelesen.“

Dies ist der ‚Klassiker des Monats'. Der Band versammelt Schwarzenbachs Reisereportagen aus dem Nahen Osten – Iran, Afghanistan, Istanbul, Bagdad. Adam Soboczynski lobt die sprachliche Kraft und die zeitgeschichtlichen Einblicke; Iris Radisch stimmt zu, kritisiert aber eine gewisse Orient-Exotisierung in den kürzeren Zeitungsstücken, erkennt jedoch Schwarzenbachs eleganten, fast popliterarischen Stil an.

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