Was liest du gerade? – Wenn Taylor Swift Habermas liest
#065

Wenn Taylor Swift Habermas liest

Was liest du gerade? / 21. März 2026 / 16 Medien

Maja Beckers, Alexander Cammann

Kurz vor der Leipziger Buchmesse stellen Maja Beckers und Alexander Cammann zwei Sachbücher vor: Stephanie Birds Taylor's Version, in dem die Harvard-Literaturwissenschaftlerin Taylor Swifts Lyrics und Fankultur seziert, sowie Peter Sloterdijks Der Fürst und seine Erben, der Machiavellis Klassiker von 1515 auf unsere desaströse Gegenwart projiziert. Zwischendurch schwärmen beide von der Energie der Messehallen und dem Leipziger Lesefest.

„Man denkt ja immer, manchmal ist es so ein Nirwana, wo man nicht genau weiß, wer liest das alles und wer interessiert sich dafür. Und dann ist es doch ganz schön zu sehen, wie viele Leute dann irgendwie kommen.“
🗣 Alexander Cammann

Erwähnte Medien (16)

Taylor's Version

Taylor's Version

Stephanie Bird · 2026

Taylor Swift steht unangefochten an der Weltspitze der Popmusik. An ihr kommt niemand vorbei. In diesem Buch eröffnet Stephanie Burt - Anglistik-Professorin und bekennender Swiftie - einen völlig neuen Blick auf Taylors Lyrics und Leben. Von ihren Anfängen im Country bis zur epochalen Eras Tour, von den MTV Video Music Awards 2009 bis zu Travis Kelce: Die Autorin beleuchtet dieses einzigartige Künstlerinnenleben durch die Brille der Anglistin und zeigt, wie vielschichtig und anspielungsreich Tay...

🗣 Maja Beckers empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:02:09 „Unser Zitat des Monats kommt diesmal von Stephanie Bird aus ihrem Buch Taylor's Version. Stephanie Bird ist Literaturwissenschaftlerin in Harvard, wo sie ein Seminar gegeben hat zu den Lyrics von Taylor Swift und ihrer Fankultur und was sie für die Popmusik bedeutet. Und das Ganze hat sie jetzt in einem Buch zusammengefasst, das sehr unterhaltsam ist.“

Das Buch ist das Zitat des Monats der Sendung. Stephanie Bird, Literaturwissenschaftlerin in Harvard, hat ein Seminar über Taylor Swifts Lyrics und Fankultur in ein Buch überführt. Die Runde diskutiert ausführlich Birds These, dass Swifts Musik vor allem vom Arbeiten und Streben handelt, nicht nur von Liebe, und dass ihre besonders konkreten, detaillierten Songtexte – entgegen gängiger Songwriter-Ratschläge – gerade durch ihre Spezifik breite Identifikation ermöglichen.

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Der Score. Wie wir aufhören, das Spiel der anderen zu spielen

Der Score. Wie wir aufhören, das Spiel der anderen zu spielen

Siti Nguyen · 2026

Klickzahlen, Fitnesstracker, Bestsellerlisten, Politikerrankings: Unsere Gesellschaft ist besessen von Scores. Überall bestimmen Punktesysteme, was und wer als wertvoll gilt. Doch wann kippen Orientierungshilfen in Instrumente der Beherrschung? Der Philosoph C. Thi Nguyen deckt auf, wie Scores zu einem der prägendsten Werkzeuge unserer Zeit geworden sind – und warum wir dringend ihre Wirkungsweise verstehen müssen.

🗣 Alexander Cammann empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:04:07 „Siti Nguyen heißt er und das Buch heißt Der Score. Wie wir aufhören, das Spiel der anderen zu spielen. Und es geht um Scores, um Zahlen in allen möglichen, von Schriftzählern bis Bestsellerlisten und allen möglichen Anreizen hinein.“

Iris Radisch stellt ein Sachbuch eines 'Spielphilosophen' vor, das die Gamification des Alltags untersucht: Punkte, Sternchen, Bewertungen und Likes überall. Nguyen analysiert die spielerischen Mechanismen, die uns davon abhalten, unser eigenes Leben zu leben, und bietet Ideen, wie man sich davon befreien kann.

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Miss Americana

Miss Americana

Lana Wilson · 2020

Diese eingehende Dokumentation gewährt Einblicke in Taylor Swifts Leben als Songschreiberin, Künstlerin und Frau, die das meiste aus ihrer Stimme herauszuholen weiß.

🗣 Maja Beckers referenziert bei ⏱ 00:07:20 „Es gab so eine Szene, es gab mal so einen Dokumentarfilm über sie, wo sie einen Anruf bekommt, dass sie es irgendwo nominiert, ich weiß nicht, ein Grammy oder sowas und sie erfährt, dass sie ihn nicht bekommen wird.“

Im Gespräch über Taylor Swifts Arbeitsethos und Ehrgeiz wird ein Dokumentarfilm über sie erwähnt, in dem eine Szene vorkommt, wo Swift auf eine verpasste Nominierung mit dem Vorsatz reagiert, ein besseres Album zu machen. Der Filmtitel wird nicht explizit genannt, es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die Netflix-Dokumentation 'Miss Americana' (2020).

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Der Fürst und seine Erben. Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute

Der Fürst und seine Erben. Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute

Peter Sloterdijk · 2026

Alexander habe Achill nachgeahmt und Caesar den Alexander – doch wen haben sich die starken Männer der Gegenwart zum Vorbild genommen? Caligula, Napoleon III., Mao? »Be careful what you wish for«, so ein englisches Sprichwort: Vielleicht hätten die Heutigen vorsichtiger sein sollen, als sie sich in den postpolitischen Jahren Staats- und Regierungschefs mit mehr Charisma wünschten. »I am the chosen one«, wusste Donald Trump 2019 über sich zu berichten.

🗣 Alexander Cammann empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:15:31 „Geschrieben hat es Peter Sloterdijk, der Philosoph, Jahr 1947. Und der Buchtitel ist »Der Fürst und seine Erben«. Über große Männer im Zeitalter der gewöhnlichen Leute, erschienen im Surkamp Verlag. Das ist keins der großen Sloterdijk Bücher, der ja viele, auch sehr umfangreiche geschrieben hat.“

Eines der Hauptbücher der Episode. Sloterdijk greift Machiavellis Klassiker auf und fragt, wie sich der gegenwärtige Autoritarismus – Trump, Orbán, Putin – mit einem viel weiter zurückreichenden Blick auf Macht und Vertikalität erklären lässt. Die Runde streitet darüber, ob Sloterdijks assoziative Methode bereichernd oder kulturpessimistisch-zynisch ist, besonders an einer Stelle über Taylor Swift als Symbol einer abgedrifteten Jugend.

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Zeilen und Tage

Zeilen und Tage

Peter Sloterdijk · 2018

Nach längerer (Bedenk-)Zeit hat sich Peter Sloterdijk dem Unabwendbaren gebeugt. Wer Zeilen und Tage, das von Kritik wie Lesern zum Hype gemachte Vorgänger-Buch, veröffentlicht, kann sich Forderungen nach einer Fortsetzung ebenso wenig entziehen wie den Lockungen der buchlangen Transformation, Privates als Öffentliches auszuweisen und umgekehrt.

🗣 Alexander Cammann erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:16:12 „Und er ist auch interessanterweise ein Tagebuchschreiber, notorisch, Zeilen und Tage heißen die bislang veröffentlichten, glaube drei Bände sind es.“

Im Kontext der Vorstellung von Sloterdijks neuem Buch erwähnt Cammann beiläufig dessen mehrbändige Tagebücher als Beleg für Sloterdijks enormen literarischen Output und seine Vorliebe für kürzere, essayistische Formen.

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Philosophisch-Politische Profile

Philosophisch-Politische Profile

Jürgen Habermas · 1971

Sammelband mit Essays und Porträts, in denen sich Habermas mit zeitgenössischen Denkern auseinandersetzt: konstruktiv mit Adorno, Bloch, Wittgenstein und Marcuse, kritisch gegen rechtskonservative Positionen wie Heidegger und Gehlen. Das Buch zeigt den Philosophen in überraschend verständlicher und persönlicher Schreibweise.

🗣 Alexander Cammann empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:17:33 „Das findet man in einem tollen Band, Philosophisch-Politische Profile, die hat der, habe ich auch hier so ein schönes, schönen Band 1971. Bibliothek Suhrkamp Band 71 und da hat er einfach mal gesammelt so seine Auseinandersetzung mit anderen zeitgenössischen Philosophen, unter anderem eben bestimmten jüdischen Emigranten, ganz wunderbare Texte.“

Alexander Cammann stellt den Sammelband als idealen Einstieg in Habermas' Denken vor. Das Buch versammelt Porträts und Auseinandersetzungen mit Philosophen wie Adorno, Ernst Bloch, Wittgenstein und Marcuse, aber auch scharfe Verrisse gegen rechtskonservative Denker wie Heidegger und Arnold Gehlen. Cammann betont, dass Habermas hier überraschend gut verständlich und persönlich schreibt — ganz anders als in seinen schwer zugänglichen Hauptwerken.

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Der Fürst (Il Principe)

Der Fürst (Il Principe)

Niccolò Machiavelli · 2017

Die vorliegende Ausgabe wurde in Sprache und Schreibweise modernisiert, mit Vorwort und Fu�noten versehen, sowie bebildert. Niccol� Machiavelli schrieb "Der F�rst" (Il Principe) um 1513. Die erste Ver�ffentlichung fand 1532 statt. Machiavelli schrieb dieses Buch, um die Gunst der Medici, die damaligen Regenten Florenz, zu erhalten, in dessen Kerker er eingesperrt war.

🗣 Alexander Cammann referenziert bei ⏱ 00:19:33 „Und jetzt kommt hier jemand und geht einfach viel weiter zurück. Also er erklärt das mit einer grundsätzlichen Frage, wie Macht in der Geschichte von Anfang bis heute organisiert ist. Und er sagt, es ist halt immer vertikal organisiert. Und deswegen glaube ich, das ist das Reizvolle. Und er macht eben keine strenge politische Theorie raus.“

Machiavellis Renaissance-Klassiker von 1515 dient als Ausgangspunkt für Sloterdijks neues Buch. Cammann erklärt, dass Sloterdijk über den üblichen Vergleich mit den 1920er/30er Jahren hinausgeht und stattdessen mit Machiavelli fragt, wie Macht und Staatlichkeit grundsätzlich vertikal organisiert sind – und warum autoritäre Figuren deshalb immer wiederkehren.

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Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte

Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte

Karl Marx · 2019

Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte, auch bekannt als Der achtzehnte Brumaire des Louis Napoleon, ist eine erstmals im Mai 1852 veröffentlichte Schrift von Karl Marx (1818–1883). Marx analysiert dort den Verlauf des Staatsstreichs vom 2. Dezember, den Louis Napoleon (1808–1873) in Frankreich durchführte.

🗣 Alexander Cammann referenziert bei ⏱ 00:29:25 „Und greift da eben nicht zu den Klassikern des Faschismus oder Autoritarismus zurück, also Hitler oder Führerstaat und so weiter, sondern landet lustigerweise so wie Marx. Über den hat sich Marx auch schon Gedanken gemacht bei Napoleon III. in Frankreich Mitte des 19. Jahrhunderts, der eben vom gewählten Präsidenten 1849 hin sich dann ein paar Jahre später zum Kaiser ernennt.“

Cammann beschreibt, wie der Autor des besprochenen Buches über Macht (Lothar Dijk) für seine Trump-Analyse nicht auf die üblichen Faschismus-Vergleiche zurückgreift, sondern auf Marx' Analyse von Napoleon III. – dessen operettenhaften Staatsstreich Marx als Farce beschrieb. Diese unerwartete historische Parallele findet Cammann besonders anregend.

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Games: Agency as Art

Games: Agency as Art

C. Thi Nguyen · 2020

Games are a unique art form. Games work in the medium of agency. Game designers tell us who to be and what to care about during the game. Game designers sculpt alternate agencies, and game players submerge themselves in those alternate agencies. Thus, the fact that we play games demonstrates the fluidity of our own agency. We can throw ourselves, for a little while, into a different and temporary motivations. This volume presents a new theory of games which insists on their unique value. C.

🗣 Maja Beckers referenziert bei ⏱ 00:35:30 „Hat sich dann gesagt, so als letzten Move, bevor er vielleicht aussteigt aus der Philosophie, widmet er sich mal seiner Leidenschaft den Spielen und hat ein Buch geschrieben, Games Agency as Art. Das war vor ein paar Jahren. 2021 hat er damit Preise gewonnen und wurde dann einfach ein viel gelesener Autor auch in den New York Times.“

Nguyens früheres Buch wird als Vorgänger von 'Der Score' vorgestellt. Es begründete seinen Ruf als Spielphilosoph und brachte ihm Preise ein. Die Thesen dieses Buches über Spiele als Kunstform hat er dann in 'Der Score' auf das gesamte Alltagsleben ausgeweitet.

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Strukturwandel der Öffentlichkeit

Strukturwandel der Öffentlichkeit

Jürgen Habermas · 1965

**The Structural Transformation of the Public Sphere: An Inquiry into a Category of Bourgeois Society* (German: *Strukturwandel der Öffentlichkeit. Untersuchungen zu einer Kategorie der bürgerlichen Gesellschaft*) is a 1962 book by the philosopher Jürgen Habermas. It was translated into English in 1989 by Thomas Burger and Frederick Lawrence.

🗣 Alexander Cammann referenziert bei ⏱ 00:48:56 „Also da eben wären mit seiner stabilen Struktur, Wandel der Öffentlichkeit aus den 60er Jahren, da ist er da. Quasi so ein richtiger Stichwortgeber gewesen. Das ist sowieso so ein interessanter Punkt bei Habermas, die Titel. Also Strukturwandel der Öffentlichkeit ist ein Claim geworden, wo die Leute betreffen, wie sich Sachen verändern.“

Im Klassiker-Segment der Folge wird anlässlich des Todes von Jürgen Habermas sein Werk gewürdigt. Cammann hebt hervor, dass allein der Titel 'Strukturwandel der Öffentlichkeit' zu einem geflügelten Wort wurde, das bis heute verwendet wird, wenn es um Veränderungen der öffentlichen Sphäre geht.

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Theorie des kommunikativen Handelns

Theorie des kommunikativen Handelns

Jürgen Habermas · 1995

Die Theorie des kommunikativen Handelns ist auf Bedürfnisse der Gesellschaftstheorie zugeschnitten. Zunächst leistet sie einen Beitrag zur Bedeutungstheorie. Wir verstehen einen Sprechakt, wenn wir wissen, was ihn akzeptabel macht. Ferner stellt sich die Theorie des kommunikativen Handelns die Aufgabe, die in die kommunikative Alltagspraxis eingelassene Vernunft aufzusuchen und aus der Geltungsbasis der Rede einen unverkürzten Begriff der Vernunft zu rekonstruieren.

🗣 Maja Beckers referenziert bei ⏱ 00:49:08 „Oder dann der andere Klassiker, die anderen Sachen sind zum Beispiel die Theorie des kommunikativen Handelns Anfang der 80er, in dem er tatsächlich eine Kommunikationstheorie entwickelt für Gesellschaften, also wie Argumente im Idealfall wirken und ausgetauscht werden.“

Cammann ordnet das Werk als eines der großen Hauptwerke von Habermas ein, in dem dieser seine Vorstellung vom herrschaftsfreien Diskurs und dem 'zwanglosen Zwang des besseren Arguments' entwickelt hat – Formeln, die Iris Radisch als 'Claims' bezeichnet, die in die Alltagssprache eingegangen sind.

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Auch eine Geschichte der Philosophie

Auch eine Geschichte der Philosophie

Jürgen Habermas · 2019

"Das neue Buch von Jürgen Habermas ist auch eine Geschichte der Philosophie. Es gibt im Stil einer Genealogie darüber Auskunft, wie die heute dominanten Gestalten des westlichen nachmetaphysischen Denkens entstanden sind. Als Leitfaden dient ihm der Diskurs über Glauben und Wissen, der aus zwei starken achsenzeitlichen Traditionen im römischen Kaiserreich hervorgegangen ist.

🗣 Maja Beckers referenziert bei ⏱ 00:49:41 „Eine Geschichte der Philosophie, in der er im hohen Alter, eigentlich noch mal auf fast 1800 Seiten, zwei Bände, so einen ganzen Durchgang durch das philosophische Erbe der Menschheit gemacht hat.“

Cammann beschreibt Habermas' monumentales Spätwerk als ein 'Wahnsinnsprojekt', an dem er jahrzehntelang gearbeitet hat. Das zweibändige Werk ist ein umfassender Durchgang durch die gesamte Philosophiegeschichte und zeigt Habermas' ungebrochene intellektuelle Energie bis ins hohe Alter.

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Faktizität und Geltung

Faktizität und Geltung

Jürgen Habermas · 1998

Auch in den etablierten Demokratien sind die bestehenden Institutionen der Freiheit nicht mehr unangefochten, obgleich die Bevölkerungen hier eher auf mehr, denn auf weniger Demokratie zu drängen scheinen. Ich vermute allerdings, daß die Beunruhigung noch einen tieferliegenden Grund hat - die Ahnung nämlich, daß im Zeichen einer vollständig säkularisierten Politik der Rechtsstaat ohne radikale Demokratie nicht zu haben und nicht zu erhalten ist.

🗣 Maja Beckers referenziert bei ⏱ 00:50:01 „Das sind die großen Werke und sicherlich noch andere Faktizität und Geltungen seiner Entwicklung einer eigenen Rechtstheorie auch noch in den 80ern.“

Cammann erwähnt das Werk als weiteres Hauptwerk von Habermas, in dem dieser eine eigenständige Rechtstheorie entwickelt hat. Es wird im Kontext der Aufzählung seiner wichtigsten philosophischen Beiträge genannt.

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Die neue Unübersichtlichkeit

Die neue Unübersichtlichkeit

Jürgen Habermas · 1985

In den zeitdiagnostischen Beiträgen und Interviews dieses Sammelbandes, dessen Titel rasch zu einem geflügelten Wort avancierte, nimmt Jürgen Habermas Stellung zu aktuellen Fragen, angefangen mit dem Vordringen des Neokonservatismus im geistigen und politischen Leben der USA und der Bundesrepublik, über die Krise des Wohlfahrtsstaates und der Erschöpfung utopischer Energien bis hin zum gegenwärtigen intellektuellen Klima in der Bundesrepublik.Der Band, der kurz nach seinem Erscheinen mit dem Ges...

🗣 Maja Beckers empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:50:36 „Also bei mir war, glaube ich, ganz früh so ein Buch von ihm, das hieß Die neue Unübersichtlichkeit und 85 erschienen eigentlich.“

Radisch nennt das Buch als ihr persönliches Habermas-Schlüsselwerk. Beckers und Radisch diskutieren dann ausführlich die darin enthaltene Diagnose, dass in den 80er Jahren die 'utopischen Energien' aufgebraucht wurden und die Welt zu komplex geworden sei für große Visionen – eine These, die sie als heute aktueller denn je bewerten.

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Das postmoderne Wissen

Das postmoderne Wissen

Jean-François Lyotard · 2009

Philosophisches Werk über die Postmodernität und das Ende großer metanarrativer Deutungssysteme. Die zentrale These besagt, dass die Auflösung universaler Wahrheitsansprüche und großer historischer Erzählungen eine Befreiung darstellt – im Gegensatz zur Krisenwahrnehmung bei Habermas.

🗣 Alexander Cammann referenziert bei ⏱ 00:52:36 „Also es erschien auch von Jean-Francois Lyotard, Das postmoderne Wissen mit seiner These, das Ende der großen Erzählungen, die ja so ein bisschen ähnlich ist.“

Beckers stellt Lyotards berühmte These vom 'Ende der großen Erzählungen' als Kontrastfolie zu Habermas auf. Während Lyotard das Ende der großen Erzählungen feierte und als Befreiung empfand, habe Habermas darin ein Krisenphänomen gesehen und versucht, Vernunft und zivilgesellschaftlichen Diskurs zu bewahren – ohne reaktionär zu werden.

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Die nachholende Revolution

Die nachholende Revolution

Jürgen Habermas · 1990

Der Haupttitel deutet an, worum es Jürgen Habermas in diesem Buch vor allem geht: um die Frage, wie denn auf die Revolution in der damaligen DDR zu reagieren sei. Es versteht sieh von seihst, daß er der Euphorie von 1989/90, wonach sich die Bundesrepublik historisch als die »beste aller Welten« erwiesen habe, kritisch gegenübersteht.

🗣 Alexander Cammann referenziert bei ⏱ 01:02:48 „Die nachholende Revolution hieß das, denn plötzlich brach in diese, auch wieder was anderes, postnationale Konstellation, die er sich so dachte, er war ja der große Verabschiedeter der Nation und des Nationalstaats. Und jedenfalls dann kamen halt wir Ossis, sage ich jetzt mal, und haben dieses schöne Projekt ihm so ein bisschen quergeschossen durch die Revolution 89.“

Alexander Cammann nennt diesen Text als Beispiel dafür, wo Habermas auch daneben lag. In seiner Schrift über die Wende 1989/90 habe Habermas die friedliche Revolution der Ostdeutschen herablassend als bloßes ‚Nachholen' des westlichen Entwicklungsstands eingeordnet. Cammann kritisiert das persönlich als jemand aus dem Osten und sieht darin Habermas' übervorsichtige Haltung gegenüber allem Nationalen im Schatten von 1945.

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