Corona
22 Medien · 4 Episoden
Medien (22)
Artikel der New York Times (Fledermaus-Entfernung von Wuhan)
Horseshoe-Fledermäuse (Rhinolophus affinis), die das dem SARS-CoV-2 nächstverwandte Virus RaTG13 tragen, leben in Höhlen der Provinz Yunnan – rund 1.500 km (ca. 1.000 Meilen) von Wuhan entfernt. Dieser geografische Abstand ist ein zentrales Argument in der Debatte über den Ursprung des Coronavirus: Wenn das Reservoir-Tier so weit entfernt lebt, ist eine natürliche Übertragung auf einen Zwischenwirt und dann auf den Menschen in Wuhan erklärungsbedürftig. Der Artikel beleuchtet beide Hypothesen – Zoonose und Laborunfall – und wertet den räumlichen Abstand als Indiz, das die einfache Spillover-These schwächt.
Aufmacher in der FAS zur foucaultschen Überwachungskritik
Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, der analysiert, wie das linksliberale Milieu seine kritische Haltung gegenüber staatlichen Überwachungsmaßnahmen während der Corona-Pandemie aufgegeben hat. Der Text behandelt das Paradoxon, dass Kreise, die sich traditionell auf Michel Foucaults Kritik an Kontrollmechanismen berufen, die pandemiebedingten Überwachungsinstrumente plötzlich befürworteten. Ein Aufmacher, der die ideologischen Bruchlinien in dieser Phase beleuchtet.
BND-Investigativrecherche zur Lab-Leak-These
Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll in der Geheimoperation „Projekt Saaremaa" Indizien gesammelt haben, die einen Laborursprung von SARS-CoV-2 mit 80 bis 95 Prozent Wahrscheinlichkeit bestätigen. Die Erkenntnisse wurden auf Anweisung von Kanzlerin Angela Merkel und ihrem Nachfolger Olaf Scholz unter Verschluss gehalten, um bei einem möglichen Irrtum eine politische Blamage zu vermeiden. Erst die Ankündigung von Zeit und Süddeutscher Zeitung, ihre Recherche zu veröffentlichen, führte dazu, dass das Kanzleramt Ende März zusagte, Bundestag und Weltgesundheitsorganisation „möglichst bald" über die Ergebnisse zu informieren.
Die Jugend von heute
Jens Balzer
Jens Balzers Artikel in der Zeit Online untersucht die Generationenkonflikte, die durch Corona neu entfacht wurden. Im Fokus steht der Topos der feiernden Jugend, der für steigende Infektionszahlen verantwortlich gemacht wird – eine vereinfachte Erzählung, die gesellschaftliche Spannungen zwischen den Generationen verschärft.
Disco und Diskurs
Podcast der Grünen-Politikerinnen Ricarda Lang und Jamila Schäfer, der während der Corona-Pandemie gestartet wurde. Verbindet Musik und politische Diskurse. Das Format ist inzwischen eingestellt.
Fernsehansprache der Bundeskanzlerin zur Corona-Krise
Angela Merkel · 2021
Was also ist mein Land? Ein Land, in dem alle miteinander immer neu lernen. Ein Land, in dem gerade auch die Erfahrung von Umbrüchen in familiären Biografien, in dem die Anstrengung, aber auch das Glück, das es bedeuten kann, neu anfangen zu müssen oder zu dürfen, als eine Erfahrung anerkannt wird, die uns gemeinsam Zuversicht und Stärke gibt.
Gegenartikel von vier Ethikratsmitgliedern zur Impfpflicht
Der Artikel behandelt einen internen Konflikt des Deutschen Ethikrats zur Corona-Impfpflicht. Vier Mitglieder veröffentlichten in der FAZ einen Gegenartikel, um ihre abweichende Position zur offiziellen Stellungnahme des Rats darzulegen. Diese öffentliche Meinungsverschiedenheit war ein schwieriger Moment für das Gremium, demonstrierte aber auch dessen Unabhängigkeit und Pluralität.
Helmholtz-Studie zur Corona-Übertragung bei Kindern
Helmholtz-Gemeinschaft
Die Helmholtz-Studie zeigt, dass auch Grundschulkinder das Coronavirus übertragen können, obwohl sie selbst keine Symptome aufweisen. Diese Erkenntnisse werden als wissenschaftliche Grundlage für die Maskenpflicht an Schulen herangezogen, um den Präsenzunterricht trotz Pandemie zu ermöglichen.
Heute-Journal-Interview mit Michael Meyer-Hermann
Michael Meyer-Hermann ist ein Immunologe und Virologe, der 1967 in Schleswig-Holstein geboren wurde und seit 2010 die Abteilung System-Immunologie am Helmholtz-Zentrum in Braunschweig leitet. Der Artikel stellt zehn Fakten über ihn vor, darunter sein Studium der Physik, Mathematik und Philosophie in Frankfurt und Paris sowie seine frühere Forschungstätigkeit an der TU Dresden in den 1990er Jahren. Meyer-Hermann wurde 2020 als Experte in Beratungen zur Corona-Lage bei Bundeskanzlerin Angela Merkel bekannt.
Ist Alexander Kekulé ein Hochstapler?
Der Artikel beleuchtet die kontroverse Rolle von Professor Alexander Kekulé. Während er in der Öffentlichkeit als renommierter Corona-Experte bekannt ist, kritisieren Kollegen und seine Universität sein tatsächliches Forschungsengagement und sein Verhalten in wissenschaftlichen Diskursen. Der Spiegel stellt die Frage, ob Kekulé ein legitimer Erklärer oder eher ein Polarisierer ohne substanzielle wissenschaftliche Tätigkeit ist.
Montagsspaziergänge-Reportage im Spiegel
Frauke Huhnfeld
Die Reportage von Frauke Hohenfeld beschreibt die Corona-Montagsspaziergänge in Sachsen aus verschiedenen Perspektiven. Sie zeigt die Zerreißproben zwischen den Teilnehmern und den Behörden, exemplarisch anhand eines Hoteliers und eines Polizisten. Der Artikel dokumentiert, wie sich gesellschaftliche Spannungen in dieser Bewegung manifestieren und belegt die These einer Radikalisierung aus der Mitte der Gesellschaft.
New York Times Artikel über freundlicheres Twitter in der Krise
Ein längerer Beitrag der New York Times befasst sich mit der Frage, ob soziale Medien wie Twitter während der Corona-Krise eine positivere und freundlichere Atmosphäre entwickelt haben. Der Artikel diskutiert, inwiefern die Krise das Verhalten und die Interaktionen auf diesen Plattformen verändert hat und ob Menschen in Zeiten von Unsicherheit zu mehr Empathie und Unterstützung neigen.
RKI-Protokolle
Interne Sitzungsprotokolle des Robert Koch-Instituts aus der Corona-Pandemie, die später veröffentlicht wurden. Sie dokumentieren die Entscheidungsprozesse bei epidemiologischen Bewertungen und zeigen die Schnittstellen zwischen wissenschaftlicher Beratung und Politikgestaltung während der Pandemiebekämpfung.
Spiegel-Interview mit Christian Drosten
Talkshows, Podcasts, Interviews: Der Rat von Christian Drosten war zur Coronapandemie ständig gefragt. Noch mal würde er aber nicht so in der Öffentlichkeit stehen wollen, sagt er nun: »Es ist einfach eine zu große Belastung.«
Stellungnahme der Leopoldina zur Coronavirus-Pandemie (Dritte Ad-hoc-Stellungnahme)
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina zu COVID-19-Pandemiemaßnahmen mit Fokus auf Öffnungsszenarien. Die Empfehlung vom April 2020, Kindertagesstätten bei der Lockerung von Maßnahmen zunächst auszusparen, löste breite wissenschaftliche und politische Debatte über Priorisierung von Kinderbetreuung in Pandemiepolitik aus.
Stellungnahmen des Expertenrates NRW
Stellungnahmen eines breiten Expertenrates zur Corona-Bekämpfung in NRW (2020). Der Rat aus Virologen, Psychologen und Fachleuten benannte bereits damals zentrale Probleme, die später öffentlich diskutiert wurden.
Studien zur Corona-Berichterstattung und Migrationskrise
Kommunikationswissenschaftliche Untersuchungen zur deutschen Medienberichterstattung über Corona und die Migrationskrise. Die Studien untersuchen systematisch, wie und wo Medien in ihrer Berichterstattung zu diesen Themen Lücken aufweisen – ihre wissenschaftlichen Befunde erhalten aber kaum öffentliche Aufmerksamkeit.
Text über kognitive Ressourcen in der Corona-Debatte
Nina Pauer
Der Artikel behandelt die Rolle von Informationszugang in der Corona-Debatte und diskutiert, wie Impfskeptiker während der Pandemie nicht ausreichend Zugang zu Argumenten und kognitiven Werkzeugen hatten, um ihre Position nachvollziehbar zu vertreten. Nina Pauer untersucht, wie die begrenzte Verfügbarkeit von differenzierten Informationen in Suchmaschinen und öffentlichen Diskursen zu einer einseitigen Debatte führte.
Titelgeschichte zum Lab-Leak / 'Das bestgehütete Geheimnis Berlins'
Die ZEIT berichtet über ein Dossier des Bundesnachrichtendienstes (BND), das einen hohen Wahrscheinlichkeitsgrad für einen Labor-Ursprung von COVID-19 nahelegt. Das Kanzleramt hielt diesen Verdacht über Jahre hinweg unter Verschluss. Der Artikel enthüllt damit eines der bestgehüteten Geheimnisse Berlins.
Viele enttäuschte Hoffnungen
Unternehmen und Selbstständige in Deutschland werden seit Wochen aufgefordert, ihre Corona-Hilfen nachzuweisen oder diese zurückzustattern – ausgerechnet während der umsatzstarken Vorweihnachtszeit, wenn sie durch steigende Infektionszahlen erneut mit Ausfällen kämpfen. Die Politik hatte die Hilfsmaßnahmen schnell, unbürokratisch und großzügig gestaltet, um den wirtschaftlichen Schaden zu minimieren. Nun treffen die Rückforderungen viele Betriebe hart und stellen sie in einer ohnehin angespannten Situation vor erhebliche finanzielle Belastungen. Der Artikel von Christiane Kaiser-Neubauer beleuchtet das Spannungsverhältnis zwischen der damaligen Hilfsbereitschaft und den heutigen Abrechnungsforderungen für den Mittelstand.
Vordrängela Merkel
Stefan Kuzmany
Diese satirische Glosse von Stefan Kusmani behandelt das Dilemma von Kanzlerin Merkel während der Corona-Impfkampagne. Unabhängig von ihrer Entscheidung beim Impfen steht die Bild-Zeitung mit einer vernichtenden Schlagzeile bereit. Der Artikel zeichnet humorvoll nach, wie Merkel in einer unmöglichen Situation steckt, in der jede Handlung kritisiert wird — ähnlich wie die Israeliten, die Moses in der Wüste ständig murren.
Wissenschaftsjournalistische Artikel von Kai Kupferschmidt
Kai Kupferschmidt
Kai Kupferschmidt, 39 Jahre alter Molekularbiologe und Wissenschaftsjournalist, wurde vom Medium-Magazin als einer der drei besten Wissenschaftsjournalisten des Jahres ausgezeichnet. Während der Corona-Pandemie machte sich der studierten Molekularbiologe durch schnelle Recherchen und internationale Kontakte zu Forschern einen Namen – etwa bei der Omikron-Variante, wo er durch intensive Befragungen von bis zu 15 Experten rasch zum „bestinformiertesten Menschen der Welt" über die neue Variante wurde. Seine Kernstärke liegt darin, ehrlich zu kommunizieren, was Wissenschaftler noch nicht wissen, statt vorschnell Antworten zu liefern. Zusammen mit Kolleginnen betreibt er den Podcast „Pandemia", der historische Seuchen mit der aktuellen Pandemie verbindet. Kupferschmidts zentrale These: Die Gefährlichkeit eines Virus hängt nicht allein vom Erreger ab, sondern vom Zusammenspiel zwischen Gesellschaft und Krankheitserreger – die Pandemie endet erst, wenn ein großer Teil der Bevölkerung Immunschutz hat.