Episoden

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Die sogenannte Gegenwart

Urlaub in den Neunzigern

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Mitten im Schock über den Kriegsausbruch in der Ukraine ringen die Hosts mit der Frage, ob sie einfach weitermachen können wie geplant — und entscheiden sich bewusst für ihr Thema: die 90er Jahre, die überraschend viel mit der aktuellen Seelenlage zu tun haben. Vorher gibt es noch einen Gegenwartscheck über ein Mikro-Phänomen unserer Zeit: den Satz «Moment, ich mache kurz die Kopfhörer rein», der jedes Telefonat um 30 verlorene Sekunden verlängert.

Lanz & Precht

Ausgabe Siebenundzwanzig

Markus Lanz & Richard David Precht

Wenige Tage nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine sprechen die beiden über ihre Angst vor einer schleichenden Eskalation — von Waffenlieferungen über Cyberangriffe bis hin zu einer direkten Konfrontation zwischen dem Westen und Russland. Richard David Precht warnt vor Shifting Baselines, jenen tausend kleinen Schritten, in denen sich Unvorstellbares normalisiert, während Markus Lanz Parallelen zu Christopher Clarks *Die Schlafwandler* zieht: Auch 1914 glaubte niemand, dass ein Mord in Sarajevo einen Weltkrieg auslösen könnte.

Unter Pfarrerstöchtern

David und Jonathan – eine Männerliebe

Sabine Rückert & Johanna Haberer

In dieser Folge der David-Saul-Staffel steht die intensive Zwiesprache zwischen David und seinem Busenfreund Jonathan im Mittelpunkt — fast wie eine Theaterszene. David, auf der Flucht vor dem rasenden Saul, schmiedet mit Jonathan einen Plan: Beim königlichen Neumond-Dinner soll Jonathans Reaktion auf Davids Abwesenheit verraten, ob Saul wirklich Mord im Sinn hat. Dabei wird der rätselhafte Bund zwischen den beiden Männern verhandelt — ein Freundschaftspakt, in dem Jonathan auf die Königswürde verzichtet und David im Gegenzug Jonathans Nachkommen verschonen soll.

Lanz & Precht

Ausgabe Sechsundzwanzig

Markus Lanz & Richard David Precht

Aufgenommen am Mittag des russischen Einmarsches in die Ukraine am 24. Februar 2022, ringt diese Folge mit dem Schock über die Explosionen in Kiew seit den frühen Morgenstunden. Statt des geplanten Themas dreht sich alles um das Scheitern der Idee Wandel durch Handel — und die schmerzhafte Erkenntnis, dass Deutschland noch nach der Krim-Annexion 2014 die Verträge für Nord Stream 2 unterzeichnete.

ZEIT Bühne

Dass das Virus in 10 Jahren weg ist, ist eine optimistische Annahme

Roman Pletter & Gäste

Im Gespräch mit Karl Lauterbach zeichnen Roman Pletter und Tina Hildebrandt das Porträt eines Ministers, der sich treu geblieben ist — im Guten wie im Problematischen. Hildebrandt erinnert sich an einen Besuch in Lauterbachs Wahlkreis Köln-Mülheim, wo er mit Polizeibeamten Nahkampftraining absolvierte und sich mit schief sitzender Brille in den Schwitzkasten nehmen ließ. Als Minister liest er nachts Studien, haut gelegentlich Sätze raus, deren Tragweite ihm erst im Nachhinein bewusst wird — und muss noch lernen, dass seine Worte jetzt eine ganz andere Wirkung haben.

ZEIT Verbrechen

Ein ganzer Wald verschwindet

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Zu Gast ist Thomas Melzer, Direktor des Amtsgerichts Bernau, der als Richter regelmäßig mit kuriosen und ernsten Fällen rund um Natur und Eigentum konfrontiert wird. Die Episode widmet sich einem Fall, in dem ein ganzer Wald verschwindet — ein Verbrechen, das auf den ersten Blick unvorstellbar klingt.

Die sogenannte Gegenwart

Trauma ist für alle da

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Der Begriff "Trauma" hat in den letzten Jahren eine inflationäre Verwendung erfahren — vom klinischen Fachbegriff zur beliebten Selbstbeschreibung. Die Folge fragt, ob es mittlerweile so etwas wie "Traumapornografie" gibt, also eine Lust an der fiktionalen Aufbereitung von Leid, und warum der Begriff so stark ausfranst, dass schon das Anmeckern von Kindern als traumatisierend gelten kann.

Lanz & Precht

Ausgabe Fuenfundzwanzig

Markus Lanz & Richard David Precht

Zwischen Corona und Ukraine-Krise ist ein Vorgang fast untergegangen: die Wahl des Bundespräsidenten. Anlass für eine grundsätzliche Debatte darüber, wie demokratisch dieses Ritual wirklich ist, wenn vorher alles ausgekungelt wird und die Bundesversammlung nur noch abnickt. Richard David Precht erinnert sich an seine Wut über die Nominierung Christian Wulffs durch Angela Merkel und plädiert dafür, das Amt an Persönlichkeiten aus der Zivilgesellschaft zu vergeben statt an amtsmüde Ministerpräsidenten.

Unter Pfarrerstöchtern

Alle sind verrückt nach David – nur einer nicht

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Nach dem Sieg über Goliath fasst David am Hofe Sauls Fuß — nicht nur als Musiker, sondern als erfolgreicher Soldat. Im Zentrum steht die intensive Freundschaft zwischen David und Sauls Sohn Jonathan, der ihm Mantel, Rüstung und Schwert übergibt und damit symbolisch auf seinen eigenen Thronanspruch verzichtet.

Lanz & Precht

Ausgabe Vierundzwanzig

Markus Lanz & Richard David Precht

Von Dynamo Kiew über Oleg Blochin bis zu Steven Pinkers These in *Gewalt* — die Episode schlägt den Bogen von Fußballnostalgie der 1970er zur Frage, warum sich die Welt trotz statistisch sinkender Gewalt so unsicher anfühlt. Richard David Precht erinnert sich, wie er als Zehnjähriger Dynamo Kiew die Daumen drückte, weil seine Eltern alles hassten, wofür die Bayern standen — und erklärt, warum Gewalt heute zwar geächtet, aber keineswegs verschwunden ist.