Episoden
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Die Opferung des Isaak
Sabine Rückert & Johanna Haberer
In dieser Folge geht es um die Geburt Isaaks und den sich zuspitzenden Konflikt zwischen Sara und Hagar — ein Machtkampf zweier Frauen auf Leben und Tod. Die Schwestern staunen über die theologische Pointe der späten Mutterschaft: Erst wo alles Menschenmögliche erschöpft ist, beginnt Gottes Schöpfungswerk. Nebenbei wird Ephraim Kishon bemüht, um die Absurdität biblischer Wunder mit jüdischem Humor zu spiegeln.
Eine Stadt sucht einen Mörder
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Der Fall des kleinen Mitya, der im Februar 2007 in Leipzig aus einer Ferienkita verschwand, versetzte eine ganze Stadt in Aufruhr — und erinnert an Fritz Langs Filmklassiker *M – Eine Stadt sucht einen Mörder*. Die Episode taucht ein in die Geschichte eines Verbrechens an einem Kind aus einer achtköpfigen Familie, das damals ganz Deutschland aufwühlte.
Sodom und Gomorra
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Episode widmet sich der berühmten Geschichte von Sodom und Gomorra und beginnt mit einer überraschenden Erklärung: Die Erzählung ist vermutlich eine Ätiologie, also der Versuch, die lebensfeindliche Landschaft rund um das Tote Meer durch ein göttliches Strafgericht zu deuten — ähnlich wie die Loreley-Sage Schiffsunglücke am Rhein erklärt. Besonders reizvoll ist das Detail, dass von den drei Männern, die Abraham besuchen, nur noch zwei in Sodom ankommen, und dass Gott sich offenbar persönlich und zu Fuß ein Bild von den Zuständen machen muss, statt aus der Stratosphäre hinabzuschauen.
Luisa Neubauer, redet noch jemand über das Klima
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Luisa Neubauer spricht mitten im ersten Corona-Lockdown darüber, ob in der Pandemie überhaupt noch jemand über das Klima redet. Sie erzählt von ihrer Konfrontation mit Siemens-Chef Joe Kaeser, von Massenprotesten, die plötzlich nicht mehr möglich sind, und von den Ambiguitäten, die Aktivistinnen aushalten müssen — zwischendurch wehrt sie sich gegen den Verdacht, ein Streberleben zu führen.
Heiko Maas, wie regiert es sich in Zeiten von Corona
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Heiko Maas schaltet sich aus dem ehemaligen Büro von Erich Honecker im Auswärtigen Amt zu — gerade aus einer dreistündigen Videokonferenz mit 28 Außenministern kommend. Er erzählt von seinem Alltag als Krisenmanager während Corona, den Rückholaktionen für gestrandete Deutsche und dem G7-Streit, bei dem die USA den Begriff „China-Virus
Wie ein Kunstfälscher die ganze Welt zum Narren hielt
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Ein Gespräch mit dem ZEIT-Feuilletonisten Tobias Timm über den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi, der nicht einfach berühmte Gemälde kopierte, sondern im Stil von Künstlern wie André Derain oder Otto Dix völlig neue Werke schuf — Bilder, die diese Maler hätten malen können, es aber nie taten. Während Beltracchi selbst seine Fälschungen fast als kreative Ergänzung fremder Lebenswerke verkauft, sieht der Kunstbetrieb darin eine Verwässerung und Beschädigung ganzer Œuvres.
Wie finden wir Trost
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Statt Sodom und Gomorra gibt es an Ostern ein Thema, das kaum noch jemand im Mund führt: Trost. Johanna Haberer legt das Wort etymologisch frei — es kommt von Treue, Vertrag, Verbundenheit — und damit wird klar, dass Trost kein Weichspüler ist, sondern etwas, das Menschen aneinander bindet. Der Podcast flankiert einen großen Auferstehungsartikel der beiden in der Zeit und grenzt sich scharf ab von apokalyptischen Corona-Deutungen als göttliche Strafe.
Der Missionar
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Aufgezeichnet in einem fast leeren Konferenzraum während der Corona-Pandemie statt vor 1500 Zuschauern in Köln, dreht sich diese Osterfolge um einen zutiefst gläubigen Menschen. Reporterin Amrei Coen, die zuvor den Fall des Familienauslöschers recherchiert hatte, stellt den neuen Fall vor — passend zur kirchlichen Atmosphäre des verlassenen Saals.
Warum brauchen Menschen jetzt Musik, Igor Levit
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Pianist Igor Levit spricht in der ersten Corona-Fernaufnahme des Podcasts über sein Leben im Lockdown — zwischen allabendlichen Hauskonzert-Streams, neu entdeckter Kochleidenschaft mit Verbrennungen an der Herdplatte und der Weigerung, diesen Zustand als Normalität zu akzeptieren. Dabei zeigt sich schnell, warum Levit weit mehr ist als ein Klassik-Star: Seine Haltung zu politischem Engagement, Eminem als Beethoven-Inspiration und künstlerischer Überparteilichkeit macht das Gespräch von der ersten Minute an unberechenbar.
Der Krieg der Frauen
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Im dritten Teil der Abraham-Saga geht es um das schlimmste Schicksal, das Frauen im alten Nahen Osten treffen konnte: Unfruchtbarkeit. Kinder — vor allem Söhne — waren die einzige Altersversorgung, Töchter verschwanden mit ihrer Mitgift ins Haus des Mannes. Was wie ein fernes Kulturphänomen klingt, ist laut Johanna Haberer in Syrien und Libanon bis heute nicht ganz vergangen.