Warum brauchen Menschen jetzt Musik, Igor Levit
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Pianist Igor Levit spricht in der ersten Corona-Fernaufnahme des Podcasts über sein Leben im Lockdown — zwischen allabendlichen Hauskonzert-Streams, neu entdeckter Kochleidenschaft mit Verbrennungen an der Herdplatte und der Weigerung, diesen Zustand als Normalität zu akzeptieren. Dabei zeigt sich schnell, warum Levit weit mehr ist als ein Klassik-Star: Seine Haltung zu politischem Engagement, Eminem als Beethoven-Inspiration und künstlerischer Überparteilichkeit macht das Gespräch von der ersten Minute an unberechenbar.
„Ich bin jetzt an dem Punkt, wo ich sage, es ist jetzt eben mein Leben, aber ich hoffe, das ist nicht auf ewig mein Leben.“
Erwähnte Medien (56)
Eminem-Songs (nicht näher spezifiziert)
Eminem
Pianist Igor Levit vergleicht in diesem Beitrag Hip-Hop mit klassischer Musik und erklärt, wie bestimmte Eminem-Songs ihm tiefere Einsichten in sein Beethoven-Spiel gegeben haben als Beethoven selbst. Der Text zeigt, dass künstlerische Inspiration über Genregrenzen hinweg wirkt und wie unterschiedliche Musikstile sich gegenseitig bereichern können. Levit nutzt diesen unkonventionellen Vergleich, um zu demonstrieren, dass großartige Künstler ihre Werke in den Dienst einer größeren Vision stellen und sich selbst hinter dem Werk zurücknehmen.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 00:00:29 „Wir haben bestimmte Eminem-Songs mehr über mein Beethoven-Spiel verraten als Beethoven. Die größten Künstler sind diejenigen, die hinter das Werk zurücktreten.“
Igor Levit zieht im Intro-Zusammenschnitt einen überraschenden Vergleich zwischen Hip-Hop und Klassik: Bestimmte Eminem-Songs hätten ihm mehr über sein eigenes Beethoven-Spiel offenbart als Beethoven selbst. Er nutzt das als Beispiel dafür, dass Inspiration genreübergreifend funktioniert.
Klaviersonate Nr. 21 C-Dur op. 53 (Waldstein-Sonate)
Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven (~ 17. Dezember 1770 in Bonn; † 26. März 1827 in Wien) war ein deutscher Komponist der Wiener Klassik. Er gilt als der Komponist, der die Musik dieser Stilepoche zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet hat. Bonn (1770-1792) Ludwig van Beethovens väterliche Vorfahren stammten aus Mecheln im flämischen Brabant. Mit seinem Großvater (1712 - 1773), der ebenfalls Ludwig hieß, ging erstmals ein Musiker aus der Familie hervor.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 00:13:19 „Ich habe das Handy dahingestellt und beim ersten Stream, ich glaube, es war die Waldstein-Sonate, 25 Minuten innerlich gebetet, dass Twitter nicht abbricht.“
Igor Levit erzählt, wie er am 12. März 2020 spontan sein erstes Twitter-Hauskonzert gestreamt hat. Die Waldstein-Sonate war das Stück, mit dem alles begann – aufgenommen mit einem wackligen Stativ und einem iPhone, ohne zu wissen, ob Twitter den Stream überhaupt durchhalten würde.
Waldstein-Sonate
Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven war einer der ersten Komponisten, der seine Werke mit Opuszahlen versehen hat.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 00:13:28 „ich glaube, es war die Waldstein-Sonate, 25 Minuten innerlich gebetet, dass Twitter nicht abbricht“
Igor Levit erzählt, dass er beim ersten Twitter-Hauskonzert die Waldstein-Sonate gespielt hat
Gladiole (Gemälde)
Hannes Malte Mahler
Das Gemälde einer Gladiole von dem 2016 verstorbenen Künstler Hannes Malte Mahler hängt über Igor Levits Flügel und ist bei seinen Hauskonzert-Streams immer sichtbar. Das Werk wird zum stillen Denkmal des besten Freundes Levits, das Tausende Zuschauer regelmäßig sehen, ohne die persönliche Geschichte dahinter zu kennen. Ein bewegendes Zeugnis einer tiefen künstlerischen Freundschaft und Trauer um einen früh verstorbenen Künstler.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 00:30:18 „Das Bild, was ihr seht, immer wenn ich die Hauskonzerte gebe, da ist ja über dem Flügel so ein Bild mit einer Gladiole. Das ist von ihm.“
Igor Levit erzählt vom Tod seines besten Freundes Hannes Malte Mahler, der 2016 bei einem Unfall ums Leben kam. Das Gladiolen-Bild über seinem Flügel, das bei jedem Hauskonzert-Stream zu sehen ist, stammt von Mahler – ein stilles Gedenken, das Tausende Zuschauer jeden Abend sehen, ohne die Geschichte dahinter zu kennen.
Fantasie in C-Dur op. 17
Robert Schumann
Die Fantasie C-Dur op. 17 ist eine 1839 veröffentlichte Klavierkomposition von Robert Schumann, die zu seinen bedeutendsten Werken für das Instrument gehört. 1836 begonnen und 1838 abgeschlossen, zählt sie neben den Kreisleriana und Kinderszenen zu den bekanntesten Stücken des Komponisten und gehört zum Grundbestand romantischer Klavierliteratur. Er widmete sie Franz Liszt, dem bewunderten Virtuosen, der sich Jahre später bedankte, indem er ihm seine große h-Moll-Sonate zueignete. Der visionäre ...
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 00:34:54 „Aber wenn ich in diese Hauskonzerte gehe und ich spiele eine Schumann-Fantasie, dann ist das Einzige, was ich sagen möchte, ist... So was wie, wenn der erste Satz dieser Schumann-Fantasie beginnt, das ist, als würde dir Amor mit einem Pfeil ins Herz schießen.“
Levit nutzt die Schumann-Fantasie als Beispiel dafür, wie er Musik niedrigschwellig kommuniziert. Statt über technische Details wie Tastenwinkel zu sprechen, beschreibt er das emotionale Erlebnis des ersten Satzes — ein Pfeil Amors ins Herz. Das illustriert seine Philosophie, Barrieren zur klassischen Musik abzubauen.
Schumann-Fantasie
Robert Schumann
Romantisches Klavierwerk von 1836-37, das mit intensiver emotionaler Kraft besticht. Ein Klassiker der Klavierliteratur, dessen lyrische Schönheit und tiefes Gefühl von Liebe wirken wie „ein Pfeil ins Herz" und den Kern der musikalischen Romantik verkörpert.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 00:36:49 „ich spiele eine Schumann-Fantasie, dann ist das Einzige, was ich sagen möchte, ist... wenn der erste Satz dieser Schumann-Fantasie beginnt, das ist, als würde dir Amor mit einem Pfeil ins Herz schießen“
Igor Levit beschreibt, wie er niedrigschwellig über Musik kommuniziert, am Beispiel der Schumann-Fantasie
YouTube-Video: Maria João Pires spielt falsches Konzert
Ein Video der Pianistin-Aufführung in einem Konzertsaal, in dem sich die Musikerin auf das falsche Stück vorbereitet hat. Trotz dieser improvisierten Situation meistert sie die Herausforderung mit beeindruckender künstlerischer Brillanz. Ein inspirierendes Moment klassischer Musik-Performance.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:41:39 „Es gibt ein YouTube-Video, ich kenne mich nicht gut aus, aber es gibt ein YouTube-Video, das ich Carolin Emke grüße, neulich geteilt hat von einer Musikerin, einer Solistin in einem Konzertsaal, die auf das falsche Konzert vorbereitet ist.“
Ein berühmtes YouTube-Video der Pianistin Maria João Pires, die auf das falsche Stück vorbereitet ist und dann doch brillant spielt
Trick Mirror
Jia Tolentino · 2019
NEW YORK TIMES BESTSELLER • “From The New Yorker’s beloved cultural critic comes a bold, unflinching collection of essays about self-deception, examining everything from scammer culture to reality television.”—Esquire Book Club Pick for Now Read This, from PBS NewsHour and The New York Times • “A whip-smart, challenging book.”—Zadie Smith • “Jia Tolentino could be the Joan Didion of our time.”—Vulture FINALIST FOR THE NATIONAL BOOK CRITICS CIRCLE’S JOHN LEONARD PRIZE FOR BEST FIRST BOOK • NAMED ...
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 00:42:22 „Für alle zu empfehlen, es gibt ein ganz grandioses Buch von ein paar Monaten erschienen von der New Yorker, Autor, also die schreibt für den New Yorker, Gia Tolentino. Kennen wir natürlich. Tricked Mirrors. Habt ihr das gelesen? Sehr empfehlenswertes Buch. Ganz tolles Buch.“
Igor Levit empfiehlt das Buch enthusiastisch im Zusammenhang mit seiner Reflexion über Freiheit auf der Bühne versus Unfreiheit in sozialen Medien. Er bezieht sich konkret auf ein Kapitel, in dem Tolentino beschreibt, was es mit der Psyche macht, wenn man in sozialen Medien 'in die Unendlichkeit performt' — eine Performance mit Anfang, aber ohne Ende. Diese Erkenntnis habe ihm geholfen zu verstehen, warum der Konzertsaal mit seinen vier Wänden für ihn ein Freiheitsort ist.
Ich habe Angst, aber nicht um mich
Igor Levit / Tagesspiegel
Igor Levit berichtet in diesem Gastbeitrag über erhaltene Morddrohungen gegen sich und seine Konzerte. Der renommierte Pianist setzt sich damit auseinander, wie diese Bedrohungen Teil eines größeren gesellschaftlichen Problems mit systematischem Antisemitismus und Rassismus sind. Levit betont, dass seine Angst sich nicht auf seine persönliche Sicherheit bezieht, sondern auf die gesellschaftliche Entwicklung und Normalisierung von Hass.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:55:46 „Als, wenn ich das jetzt aus dem Gedächtnis richtig zitiere, im vergangenen Jahr zum ersten Mal eine Morddrohung an dich per E-Mail kam, hast du dann in einem Beitrag im Tagesspiegel geschrieben, ich habe Angst, aber nicht um mich.“
Christoph Amend verweist auf einen Tagesspiegel-Beitrag von Igor Levit, in dem dieser öffentlich über eine Morddrohung berichtete. Der Artikel wird zum Ausgangspunkt eines intensiven Gesprächs über Antisemitismus, gesellschaftliches Klima und die Normalisierung von Hass — Levit erklärt, seine Angst gelte nicht seiner Person, sondern der gesellschaftlichen Entwicklung.
Beitrag von Hasnain Kazim über Morddrohungen
Hasnain Kazim
Wie das Zitat eines Trauernden aus Soma zu Morddrohungen führte / Von Hasnain Kazim
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:59:16 „Ich habe Ihnen, glaube ich, in diesem Podcast schon mal empfohlen, einen Beitrag von Hasnain Kazim, einem Kollegen, der lange beim Spiegel, bei Spiegel Online war... Der das sehr eindrücklich schildert, der wirklich, ich glaube, täglich Morddrohungen bekommen hat.“
Jochen Wegner empfiehlt einen Beitrag des Journalisten Hasnain Kazim über tägliche Morddrohungen als Parallele zu Levits Erfahrungen
Beitrag über Morddrohungen
Hasnain Kazim
Wie das Zitat eines Trauernden aus Soma zu Morddrohungen führte / Von Hasnain Kazim
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:59:19 „Ich habe Ihnen, glaube ich, in diesem Podcast schon mal empfohlen, einen Beitrag von Hasnain Kazim, einem Kollegen, der lange beim Spiegel, bei Spiegel Online war. Der das sehr eindrücklich schildert, der wirklich, ich glaube, täglich Morddrohungen bekommen hat.“
Jochen Wegner empfiehlt erneut einen Beitrag von Hasnain Kazim, in dem dieser seine täglichen Morddrohungen als Journalist mit Migrationshintergrund schildert. Wegner zieht die Parallele zu Levits Erfahrungen — Kazim habe sinngemäß gesagt, dass allein sein Name eine Provokation darstelle und zu Morddrohungen führe, weil er politische Artikel in Deutschland schreibe.
Terror (Fernsehspielfilm)
Ferdinand von Schirach · 2016
Ferdinand von Schirachs Theaterstück "Terror" wurde als Fernsehspielfilm verfilmt und ist auf Amazon verfügbar. Das Werk thematisiert die juristische und ethische Dimension eines Szenarios, in dem ein Oberst entscheiden muss, ob er ein Flugzeug abschießen soll, das als Waffe gegen Zivilisten eingesetzt werden könnte. Die Verfilmung macht Schirachs philosophisches Rechtsdrama einer breiten Zuschauerbasis zugänglich.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:29:29 „Ja, es gibt einen Fernsehspielfilm.“
Jochen Wegner erwähnt die Verfilmung von Schirachs Theaterstück Terror
Terror
Ferdinand von Schirach
Theaterstück von Ferdinand von Schirach über ein ethisches Dilemma: Ein Kampfpilot muss entscheiden, ob er ein von Terroristen gekapertes Passagierflugzeug abschießen soll, das über ein volles Fußballstadion fliegt. Das Stück verhandelt die moralische Frage von Triage-Entscheidungen und Verantwortung in Krisensituationen.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:30:15 „Ferdinand von Schirach, es gibt ein Theaterstück. Schirach ist ein gutes Beispiel, weil im Kleinen das Theaterstück natürlich verhandelt, was im Großen eine Gesellschaft den ganzen Tag macht. Sie wägt verschiedene Risiken gegeneinander ab und irgendjemand muss irgendeine Entscheidung treffen.“
Im Gespräch über die ethischen Dilemmata der Corona-Krise – ob man Menschenleben gegen wirtschaftliche Schäden abwägen darf – zieht Wegner eine Parallele zu Schirachs Theaterstück 'Terror', das genau diese Art moralischer Abwägung im Kleinen verhandelt: Darf man ein besetztes Flugzeug abschießen, um mehr Menschen zu retten?
Artikel über das Abschalten eines Landes
Christian Bangel
Christian Bangel analysiert in diesem ZEIT-Artikel, wie erschreckend schnell sich eine Demokratie in Ausnahmezustand versetzen und faktisch abschalten lässt. Am Beispiel der Corona-Lockdown-Maßnahmen zeigt er, dass autoritäre Herrschaftsformen genau das anstreben, was demokratische Gesellschaften nun freiwillig vollziehen: totale Kontrolle über Bewegungsfreiheit, öffentliches Leben und Grundrechte. Der Artikel warnt vor der Gewöhnung an Ausnahmezustände und der schleichenden Normalisierung autoritärer Instrumente.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 01:30:49 „Jemand hat das, glaube ich, auch bei euch gerade im Haus geschrieben. Christian Bangel, den hast du getweetet. Genau, Christian Bangel hat das gerade geschrieben. Also ich meine, der Traum von allen Autoritären dieser Welt. Wow, geht das schnell.“
Igor Levit verweist auf einen aktuellen ZEIT-Artikel von Christian Bangel, der beschreibt, wie erschreckend schnell sich ein demokratisches Land herunterfahren lässt. Levit nutzt den Artikel, um seine Forderung nach einer Exit-Strategie aus dem Lockdown zu untermauern und die Gefahr autoritärer Gewöhnung anzusprechen.
Christian Bangel Artikel über Abschaltung des Landes
Christian Bangel
Der Artikel zeigt, wie schnell autoritäre Systeme unter Führern wie Orbán ihre Kontrolle ausbauen können. Christian Bangel analysiert dies am Beispiel der Migrationsdebatte und demonstriert, wie restriktive Maßnahmen in der öffentlichen Diskussion rasch an Zustimmung gewinnen.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 01:31:02 „Jemand hat das, glaube ich, auch bei euch gerade im Haus geschrieben. Christian Bangel, den hast du getweetet. Genau, Christian Bangel hat das gerade geschrieben. Also ich meine, der Traum von allen Autoritären dieser Welt. Wow, geht das schnell.“
Ein ZEIT-Artikel von Christian Bangel darüber, wie schnell ein Land abgeschaltet werden kann – im Kontext der Corona-Maßnahmen
The People United Will Never Be Defeated! (36 Variationen über ¡El pueblo unido jamás será vencido!)
Frederic Rzewski
Frederic Rzewski 13. April 1938 in Westfield, Mass., USA Komponist, Pianist Rzewski studierte von 1954 bis 1958 an der Universität in Cambridge (Mass.) Ein Studium an der Universität in Princetown N.J. schloss sich an. In den Jahren frühen sechziger Jahren verschlug es ihn nach Köln, und er gab dort Kurse für Neue Musik. Kontakte pflegte er mit den Komponisten Boulez, Stockhausen und Cage. Eine wichtige Station seines Lebens war Rom, wo er mit Gleichgesinnten die Gruppe "Musica Elettronica Viva" gründete.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:40:05 „Ich habe mir aufgeschrieben, ganz groß, dreimal heute, the people united will never be defeated.“
Jochen Wegner spricht Igor Levit auf das Stück an, das ein Wendepunkt in seinem Leben war – 36 Variationen über das chilenische Revolutionslied
El pueblo unido jamás será vencido (Revolutionslied)
Das chilenische Revolutionslied »El pueblo unido jamás será vencido« wurde zur Hymne der Volksbewegung und inspirierte Komponist Frederic Rzewski zu einem monumentalen Variationswerk mit 36 Sätzen. Dieses Werk transformiert das politische Lied in verschiedenste musikalische Stile und Ausdrucksformen und verbindet damit Hochkultur mit revolutionärem Geist. Es ist ein bedeutendes Beispiel für politisch engagierte Kunstmusik des 20. Jahrhunderts.
🗣 Igor Levit erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:40:05 „36 Variationen über das chilenische Revolutionslied El Pueblo Unido, Jamatera Vencido“
Das chilenische Revolutionslied, auf dem Rzewskis Variationswerk basiert
The People United Will Never Be Defeated! (Aufnahme)
Marc-André Hamelin
36 Variationen für Klavier über das chilenische Revolutionslied El Pueblo Unido Jamás Será Vencido. Diese virtuose Klaviereinspielung vereint klassische Perfektion mit revolutionärer Botschaft und war prägend für die Entdeckung dieses politischen Musikwerkes. Ein atemberaubendes Beispiel für die Verbindung von künstlerischem Handwerk und sozialer Dimension.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 01:40:58 „Der kanadische Pianist Marc-André Amelin, er ist ein großer Held von uns gewesen und jetzt unabhängig davon auch ein sehr lieber Kollege. Amelin hat Ende der 90er Jahre, glaube ich, Frederik Schewskis 36 Variationen über das chilenische Revolutionslied El Pueblo Unido, Jamatera Vencido aufgenommen.“
Die Aufnahme von Marc-André Hamelin war der Zugang, über den Levit das Werk überhaupt entdeckte. Er und ein Kommilitone hörten sich in der Hochschulbibliothek alphabetisch durch die CD-Sammlung und stießen beim Buchstaben R auf diese Einspielung, die Levit als 'atemberaubend' beschreibt.
El Pueblo Unido Jamás Será Vencido (chilenisches Revolutionslied)
Sergio Ortega
Frederic Rzewskis 36 Klaviervariationen über das chilenische Revolutionslied "El Pueblo Unido Jamás Será Vencido" sind ein bedeutendes Werk der politischen Klavierliteratur. Das Stück basiert auf Sergio Ortegas berühmtem Protestlied und gilt als Kernwerk des Pianisten Igor Levit, der die Kompositionen während seiner Studienzeit entdeckte und zu seinem künstlerischen Leitmotiv machte. Die Variationen kombinieren musikalische Komplexität mit gesellschaftspolitischer Aussage.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 01:41:16 „Frederik Schewskis 36 Variationen über das chilenische Revolutionslied El Pueblo Unido, Jamatera Vencido aufgenommen.“
Igor Levit erzählt die Geschichte, wie er Rzewskis Variationen über dieses chilenische Revolutionslied in der Hochschulbibliothek in Hannover entdeckte. Das Originallied bildet die Grundlage für Rzewskis 36 Variationen, die zu einem Schlüsselwerk in Levits Karriere wurden.
Eight Nanosonatas, Book Two
Frederic Rzewski
Frederic Rzewski 13. April 1938 in Westfield, Mass., USA Komponist, Pianist Rzewski studierte von 1954 bis 1958 an der Universität in Cambridge (Mass.) Ein Studium an der Universität in Princetown N.J. schloss sich an. In den Jahren frühen sechziger Jahren verschlug es ihn nach Köln, und er gab dort Kurse für Neue Musik. Kontakte pflegte er mit den Komponisten Boulez, Stockhausen und Cage. Eine wichtige Station seines Lebens war Rom, wo er mit Gleichgesinnten die Gruppe "Musica Elettronica Viva" gründete.
🗣 Igor Levit empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:45:47 „Ich bekam dann ein Paket mit acht kurzen Stücken, sogenannte Nanosonaten. Weil er mal so ein Mathematik-Ding hatte. Und ihr könnt das im Netz, ich kann euch das auch schicken, das ist das Stück und dann steht da, Eight Nanosonatas, Book Two. Und darunter stehen die mir heiligen Worte vor Igor Levits. Das war das erste Mal, dass mir jemand was gewidmet hat.“
Igor Levit erzählt, wie er als junger Student Rzewski per E-Mail anschrieb und ihn bat, ein Stück für ihn zu komponieren. Über einen Professor in Hannover wurde die Finanzierung organisiert, und Rzewski schickte ihm die ihm gewidmeten Nanosonaten — die erste Widmung in Levits Leben, die er 2006 vor etwa 20 Zuhörern in Hannover uraufführte.
Nanosonatas Book Two
Frederic Rzewski
Frederic Rzewski 13. April 1938 in Westfield, Mass., USA Komponist, Pianist Rzewski studierte von 1954 bis 1958 an der Universität in Cambridge (Mass.) Ein Studium an der Universität in Princetown N.J. schloss sich an. In den Jahren frühen sechziger Jahren verschlug es ihn nach Köln, und er gab dort Kurse für Neue Musik. Kontakte pflegte er mit den Komponisten Boulez, Stockhausen und Cage. Eine wichtige Station seines Lebens war Rom, wo er mit Gleichgesinnten die Gruppe "Musica Elettronica Viva" gründete.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 01:53:02 „ich bekam dann ein Paket mit acht kurzen Stücken, sogenannte Nanosonaten... da ist das Stück und dann steht da, Eight Nanosonatas, Book Two. Und darunter stehen die mir heiligen Worte vor Igor Levin.“
Rzewski schrieb dieses Stück für den jungen Igor Levit, nachdem dieser ihm geschrieben hatte – es war die erste Widmung, die Levit erhielt
Zeitdossier über Igor Levit
Carolin Pirich
Der Artikel porträtiert den Pianisten Igor Levit, der während der Corona-Pandemie täglich Hauskonzerte gibt. Ein Zeitdossier beleuchtet seinen künstlerischen Werdegang und zeigt, wie die Entdeckung von Frederic Rzewskis Komposition 'People United' nach einer musikalischen Krisenphase zu einem Wendepunkt in seiner Entwicklung wurde. Das Porträt erforscht, warum Menschen in der Krise Musik benötigen und Levits Verhältnis zu Klassik, Politik und seiner Persönlichkeit.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:53:56 „Ich glaube, es gibt ein Zeitdossier über dich. Ich meine es dargelesen zu haben. Von Carolin Pierich, schöne Jahre. Grüße. Dass das Stück, als du das entdeckt hast, auch ein Wendepunkt war, weil du so ein bisschen durchgehangen bist, was deine musikalische Entwicklung betrifft.“
Jochen Wegner verweist auf ein ZEIT-Dossier von Carolin Pirich über Igor Levit, in dem beschrieben wird, wie die Entdeckung von Rzewskis 'People United' ein Wendepunkt in Levits musikalischer Entwicklung war. Wegner nutzt den Artikel als Gesprächsanlass, um Levit nach dieser Krisenphase zu fragen.
The Way I Am
Eminem
The Way I Am (englisch für „Wie ich bin“) ist ein Lied des US-amerikanischen Rappers Eminem. Der Song ist die zweite Singleauskopplung seines dritten Studioalbums The Marshall Mathers LP und wurde am 7. September 2000 veröffentlicht. Außerdem ist das Lied auf Eminems Best-of-Album Curtain Call: The Hits enthalten.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 01:54:57 „nimm so einen Song wie The Way I Am. Okay. Ja, das Ding, wo er da vom Hochhaus runterfliegt.“
Igor Levit erklärt, wie bestimmte Eminem-Songs ihm mehr über sein Beethoven-Spiel verraten haben als Beethoven-Sonaten selbst, besonders das rhythmische Insistieren
Josquin Desprez – A-Cappella-Chormusik
Josquin Desprez
Josquin Desprez (Jossequin Lebloitte; * um 1457/58; † 27. August 1521 in Condé-sur-l'Escaut, Belgien) war Komponist und Sänger. Josquin Desprez beherrschte alle kompositorischen Techniken der Frührenaissance meisterhaft und gilt als bedeutendster Vertreter dieser Zeit. Er war schon zu Lebzeiten ein berühmter Komponist. Leben Jossequin Lebloitte dit Desprez, wurde wahrscheinlich um 1457/58 als Sohn des Gossard Lebloitte dit Desprez († 1466 (?)) und dessen Ehefrau, vielleicht einer Jeanne, geboren.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 01:54:57 „Josquin, gemeint war der Komponist Josquin Desprez, Renaissance, und es ging um A Cappella Musik, um Chor Musik, so wirklich Renaissance A Cappella Chor Musik... Und dann habe ich diese Stücke gehört und das war wie so ein Erdbeben für mich.“
Lajos Rovatkay, sein Mentor für historische Aufführungspraxis, machte ihn mit Josquin Desprez' Musik bekannt, was für Levit ein erschütterndes Erlebnis war
Chormusik / A-cappella-Werke
Josquin Desprez
Josquin Desprez (Jossequin Lebloitte; * um 1457/58; † 27. August 1521 in Condé-sur-l'Escaut, Belgien) war Komponist und Sänger. Josquin Desprez beherrschte alle kompositorischen Techniken der Frührenaissance meisterhaft und gilt als bedeutendster Vertreter dieser Zeit. Er war schon zu Lebzeiten ein berühmter Komponist. Leben Jossequin Lebloitte dit Desprez, wurde wahrscheinlich um 1457/58 als Sohn des Gossard Lebloitte dit Desprez († 1466 (?)) und dessen Ehefrau, vielleicht einer Jeanne, geboren.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 02:00:18 „Josquin, gemeint war der Komponist Josquin Depré, Renaissance, und es ging um A Cappella Musik, um Chor Musik, so wirklich Renaissance A Cappella Chor Musik. Und dann habe ich diese Stücke gehört und das war wie so ein Erdbeben für mich. Das war vollkommen irre.“
Levits Mentor Lajos Rovatkay fragte ihn bei ihrem ersten Treffen, ob er Josquin kenne, und hielt ihm eine Standpauke, als Levit verneinte. Die CDs mit Josquins Renaissance-Chormusik, die Rovatkay ihm gab, beschreibt Levit als 'Erdbeben' — ein bildungstechnischer Schleusenöffner, der seine musikalische Welt grundlegend erweiterte.
Goldberg-Variationen
Johann Sebastian Bach
Bachs Goldberg-Variationen gehören zu den Meisterwerken der Klaviermusik. Glenn Goulds legendäre Aufnahmen von 1955 und 1981 sind ikonisch, wobei Kennern die frühe Version besonders gilt. Die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Interpretationen desselben Werks zu unterscheiden und eine Vorliebe auszudrücken, signalisiert im Sinne Bourdieus kulturelle Bildung und künstlerischen Geschmack – ein Marker für Zugehörigkeit zur gebildeten Elite.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:13:12 „bei Goldberg musste ich dann heute Morgen natürlich noch meinen, also ich bin ja sozusagen der rührende Hirsch der Goldberg-Variation, habe ich mir dann auch nochmal angehört“
Jochen Wegner erwähnt, dass er Levits Goldberg-Variationen am Morgen gehört hat; das Stück wurde auch im Zusammenhang mit der Marina-Abramović-Kollaboration besprochen
Hammerklaviersonate (Klaviersonate Nr. 29 B-Dur op. 106)
Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven (~ 17. Dezember 1770 in Bonn; † 26. März 1827 in Wien) war ein deutscher Komponist der Wiener Klassik. Er gilt als der Komponist, der die Musik dieser Stilepoche zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet hat. Bonn (1770-1792) Ludwig van Beethovens väterliche Vorfahren stammten aus Mecheln im flämischen Brabant. Mit seinem Großvater (1712 - 1773), der ebenfalls Ludwig hieß, ging erstmals ein Musiker aus der Familie hervor.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 02:29:06 „Hohe Leidenschaft zum ersten Mal bei Beethoven. Beethoven oder Liszt? Beethoven. Brahms oder Bach? Bach. Hammerklaviersonate oder Goldvariationen? Hammerklaviersonate.“
Igor Levit wählt die Hammerklaviersonate im A-oder-B-Spiel; später erklärt er deren dramatische Wirkung und spielt sie in einer Hotelbar für Marina Abramović
Mondscheinsonate (Klaviersonate Nr. 14)
Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven (~ 17. Dezember 1770 in Bonn; † 26. März 1827 in Wien) war ein deutscher Komponist der Wiener Klassik. Er gilt als der Komponist, der die Musik dieser Stilepoche zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet hat. Bonn (1770-1792) Ludwig van Beethovens väterliche Vorfahren stammten aus Mecheln im flämischen Brabant. Mit seinem Großvater (1712 - 1773), der ebenfalls Ludwig hieß, ging erstmals ein Musiker aus der Familie hervor.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:35:07 „Witzigerweise das Stück, was ich heute Morgen gehört habe als erstes... Die Mondscheine nach Torrey. Das ist einfach so extrem und so nachvollziehbar und so ansprechend. Und daran ist einfach überhaupt gar nichts abstrakt.“
Jochen Wegner erzählt, dass er sich morgens als erstes Levits Aufnahme der Mondscheinsonate angehört hat. Igor Levit greift das auf und betont, wie extrem, nachvollziehbar und überhaupt nicht abstrakt dieses Stück ist – ein Beispiel für Beethovens direkt ansprechende, emotionale Musik.
32 Klaviersonaten
Ludwig van Beethoven
Die Klaviersonate Nr. 32 in c-Moll, op. 111 ist Beethovens letzte Klaviersonate. Wie die beiden Leichten Sonaten op. 49, op. 54, op. 78 und op. 90 hat sie nur zwei Sätze. Ihre Aufführungsdauer beträgt ungefähr 10 Minuten für den ersten und fast 20 Minuten für den zweiten Satz.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 02:36:12 „Ich habe jetzt vier Takte gezeigt von 32 Sonaten. Würde mir jetzt so schwer fallen.“
Nach dem Live-Vorspielen einzelner Passagen am Klavier verweist Levit auf den gewaltigen Umfang von Beethovens 32 Klaviersonaten und die Unmöglichkeit, Beethoven in wenigen Takten zusammenzufassen. Das Gesamtwerk der Sonaten ist zentral für Levits künstlerisches Schaffen.
Choralvorspiele (Bearbeitungen für Klavier)
Johann Sebastian Bach / Ferruccio Busoni
Bachs Choralvorspiele sind kurze, präludiale Werke voller spiritueller Tiefe. In Busonis virtuoser Klavierbearbeitung gewinnen diese Barockmeisterwerke moderne Ausdruckskraft und ermöglichen es, ihre kontrapunktische Schönheit auf dem Klavier neu zu entdecken. Die Bearbeitung macht diese Werke dabei auch einem breiteren Publikum zugänglich.
🗣 Igor Levit empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:36:51 „Ich spiele zum Beispiel gerade Choralvorspiele. Das macht so große Freude. Zum Beispiel, Bach'sche Choralvorspiele in Bearbeitung von Busoni.“
Igor Levit erklärt, warum er gerade kein Beethoven spielt, obwohl das Beethoven-Jahr gewesen wäre. Stattdessen spielt er Bach'sche Choralvorspiele in Busonis Klavierbearbeitung und spielt eines davon live im Wohnzimmer vor – ein intimer Moment im Podcast.
Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst
Ferruccio Busoni · 2017
Entwurf einer neuen �sthetik der TonkunstBy Ferruccio Busoni
🗣 Igor Levit zitiert daraus bei ⏱ 02:42:45 „Mein großer Held Busoni, Ferocio Busoni, Komponist, Pianist, Denker, bezeichnete Musik als tönende Luft. Und das finde ich so einen wundervollen Begriff dafür, weil sie ist einfach vollkommen immateriell, absolut freie Kunst.“
Igor Levit zitiert Busonis berühmten Begriff der 'tönenden Luft' aus dessen musikästhetischer Schrift, um seine eigene Philosophie zu untermauern: Musik sei vollkommen immateriell, gehöre allen und keinem, und man könne keinen Besitzanspruch auf sie stellen. Busoni ist für Levit ein 'großer Held'.
Beethoven-Sonaten (Gesamtaufnahme Igor Levit)
Igor Levit
Igor Levit interpretiert Beethovens komplette Sonaten in dieser Gesamtaufnahme. Der Pianist gewährt dabei einen seltenen Einblick in seinen Arbeitsprozess: die iterativen Produktionsschritte vom Erst- bis zum Zweitschnitt und den künstlerischen Austausch mit seinem Lehrer Matti Raekallio. Die Aufnahme verbindet pianistische Meisterschaft mit Transparenz über die Handwerkskunst klassischer Musikproduktion.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 02:54:13 „als ich die Beethoven-Sonaten aufgenommen habe... dann bekomme ich einen sogenannten Erstschnitt oder Zweitschnitt“
Igor Levit beschreibt seinen Arbeitsprozess bei der Aufnahme der kompletten Beethoven-Sonaten und wie er seinen Lehrer Matti Raekallio um Feedback bittet
Against Interpretation
Susan Sontag
Sontag argumentiert in ihrem Essay von 1964, dass die kritische Praxis der Interpretation Kunstwerke verfälscht, statt sie zu verstehen. Statt zu fragen, was ein Kunstwerk bedeutet oder sagt, sollten Kritiker untersuchen, was es tut – wie es wirkt und sich anfühlt. Sie kritisiert die tradierte Hierarchie zwischen Form und Inhalt, wonach der Inhalt privilegiert ist, während die formalen Qualitäten vernachlässigt werden. Besonders problematisch sieht Sontag jene Interpretationen (marxistisch, freudsch), die vorgeben, unter der Textoberfläche verborgene wahre Bedeutungen auszugraben, dabei den Text aber faktisch verändern, ohne dies zuzugeben. Interpretation dient ihr zufolge oft dazu, unbequeme oder unakzeptable Texte durch Uminterpretation sozial verträglich zu machen.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:01:36 „Susan Sontag hat ein Essay über Kunst mal geschrieben über Interpretation von Kunst und hat sich sehr radikal dagegen ausgesprochen, dass Kunst über Kunst geredet werden kann“
Jochen Wegner zieht eine Parallele zwischen Sontags Ablehnung der Kunstinterpretation und Igor Levits Haltung zur Sprache über Musik
Evidence
Thelonious Monk
Thelonious Monk demonstriert, wie unmittelbarer, direkter Klang entsteht – trotz technischer Limitierung am Klavier. Der legendäre Jazzpianist konnte manuell wenig, doch sein charakteristischer, schneller Ton war einzigartig und unverwechselbar. Levit verweist auf Monks Aufnahmen, um zu zeigen, dass künstlerische Authentizität nicht von technischer Perfektion abhängt, sondern von Unmittelbarkeit und Eigenständigkeit.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 03:05:59 „Ach man, nimm jede Evidence-Aufnahme, nimm jeden Round-Midnight-Mitschnitt oder Brilliant Corners, you name them, wie er spielt, er war kein großer Pianist, er war unglaublich limitiert in dem, was er einfach manuell konnte, aber es macht — Und der Ton ist da.“
Levit erklärt, was er unter einem direkten, unmittelbaren Klang versteht, und empfiehlt Monks Aufnahmen als Beispiel. Trotz technischer Limitierung habe Monk einen einzigartigen, schnellen und direkten Ton gehabt — genau das, was Levit in seiner eigenen Musik anstrebt.
Round Midnight
Thelonious Monk
Ikonischer Jazz-Standard mit charakteristisch unkonventioneller Harmonie und minimalistischem Klang. Verkörpert den direkten, unmittelbaren Sound – reduziert auf prägnante Tastenanschläge und stille Räume. Ein Meisterwerk, das die Grenze zwischen lyrischer Schönheit und schroffer Modernität verschwimmt.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 03:05:59 „Ach man, nimm jede Evidence-Aufnahme, nimm jeden Round-Midnight-Mitschnitt oder Brilliant Corners, you name them, wie er spielt, er war kein großer Pianist, er war unglaublich limitiert in dem, was er einfach manuell konnte, aber es macht — Und der Ton ist da.“
Neben Evidence und Brilliant Corners empfiehlt Levit auch Round-Midnight-Mitschnitte von Monk als Verkörperung des direkten, unmittelbaren Klangs, den er selbst in seiner Musik sucht.
Brilliant Corners
Thelonious Monk
Brilliant Corners ist ein Studioalbum des US-amerikanischen Jazz Musikers Thelonious Monk. Es war das dritte Album von Riverside Records, aber das erste, das ihm endlich die Gelegenheit bot Eigenkompositionen aufzunehmen. Aufgenommen in New York, 1956. Das Album wurde im Jahr 1958 veröffentlicht. Er gilt vielen als der am wenigsten verstandene Jazzmusiker - obwohl über ihn mit am meisten gesprochen wird: Thelonious Monk, Pianist, Komponist, Innovator, Kultfigur. 71 Kompositionen hat er bis zu seinem Ableben am 17. Februar 1982 geschrieben, eine klassischer als die andere. Als Mitbegründer des Bebops geht er in die Annalen des Jazz ein. Der Pianist Monk hat
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 03:05:59 „Ach man, nimm jede Evidence-Aufnahme, nimm jeden Round-Midnight-Mitschnitt oder Brilliant Corners, you name them, wie er spielt, er war kein großer Pianist, er war unglaublich limitiert in dem, was er einfach manuell konnte, aber es macht — Und der Ton ist da.“
Brilliant Corners wird als drittes Beispiel für Monks einzigartigen Stil genannt, den Levit als Vorbild für Direktheit und Unmittelbarkeit im Klavierspiel heranzieht.
Miles Davis at Newport 1955
Miles Davis
Miles Dewey Davis III. * 26. Mai 1926 in Alton, Illinois; † 28. September 1991 in Santa Monica, Kalifornien war ein amerikanischer Trompeter, Komponist und Bandleader. Davis gilt als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der Jazz-Geschichte. Er war und ist bekannt für seine Improvisationen mit wenigen und lang anhaltenden Tönen. So schaffte er einen großen Kontrast zu den Musikern seiner Zeit, besonders im Bebop. Alles in allem legte Davis konzeptionell immer wieder neue Grundsteine
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 03:06:39 „Nimm wie Miles Davis Newport 55. Nimm wie Arthur Schnabel die Beethoven-Sonaten eingespielt hat in den 30er Jahren. Das hat so was Freies und so was Wildes und Klares und Schnelles und Unmittelbares. Und das ist die Art, wie ich Musik höre.“
Levit nennt Miles Davis' Auftritt in Newport 1955 als weiteres Beispiel für die freie, wilde und unmittelbare Musikalität, die er selbst anstrebt. Die Aufnahme steht für ihn in einer Reihe mit Monk und Schnabel als Ideale des direkten musikalischen Ausdrucks.
Beethoven: Die Klaviersonaten
Arthur Schnabel
Legendäre Einspielung der Beethoven-Klaviersonaten durch Pianist Arthur Schnabel aus den 1930er Jahren. Schnabels Interpretation zeichnet sich durch Freiheit, Wildheit und Unmittelbarkeit aus und bietet einen innovativen, intuitiven Zugang zur klassischen Musik, der für authentisches Klavierspiel ohne akademische Starrheit steht.
🗣 Igor Levit empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:06:39 „Nimm wie Arthur Schnabel die Beethoven-Sonaten eingespielt hat in den 30er Jahren. Das hat so was Freies und so was Wildes und Klares und Schnelles und Unmittelbares. Und das ist die Art, wie ich Musik höre.“
Levit empfiehlt Arthur Schnabels legendäre Einspielung der Beethoven-Sonaten aus den 1930er Jahren als Beispiel für freies, wildes und unmittelbares Klavierspiel. Schnabels Aufnahmen verkörpern für ihn die ideale Herangehensweise an Musik.
Klaviersonate Nr. 8 (Pathétique)
Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethovens Klaviersonate Nr. 8 in c-Moll op. 13 wurde mit dem Einverständnis des Komponisten vom Verleger als Grande Sonate Pathétique bezeichnet und unter dem Namen Pathétique bekannt. Sie ist dem Fürsten Karl von Lichnowsky gewidmet, den Beethoven als einen der „treuesten Freunde und Beförderer“ seiner Kunst sehr schätzte, und entstand im Jahr 1798, wurde aber 1799 veröffentlicht, womit Beethoven zum Zeitpunkt des Komponierens 27 Jahre alt war. „In vielen Beethoven-Büchern wird op.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:10:05 „Goldberg-Variationen, 2 Millionen. Und zwar die 13er. 2 Millionen, Sonata Nummer 8, 2 Millionen, Bagatelle 25, 2,6 Millionen. Hallo?“
Wegner zählt Levits meistgestreamte Werke auf Spotify auf. Die Sonate Nr. 8 gehört mit 2 Millionen Streams zu seinen erfolgreichsten Einspielungen.
Bagatelle Nr. 25 (Für Elise)
Ludwig van Beethoven
Ludwig van Beethoven (~ 17. Dezember 1770 in Bonn; † 26. März 1827 in Wien) war ein deutscher Komponist der Wiener Klassik. Er gilt als der Komponist, der die Musik dieser Stilepoche zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet hat. Bonn (1770-1792) Ludwig van Beethovens väterliche Vorfahren stammten aus Mecheln im flämischen Brabant. Mit seinem Großvater (1712 - 1773), der ebenfalls Ludwig hieß, ging erstmals ein Musiker aus der Familie hervor.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:10:05 „2 Millionen, Sonata Nummer 8, 2 Millionen, Bagatelle 25, 2,6 Millionen. Hallo?“
Mit 2,6 Millionen Streams ist Levits Einspielung der Bagatelle Nr. 25 — besser bekannt als 'Für Elise' — sein meistgestreamtes Stück auf Spotify, wie Wegner beim Durchscrollen der Statistiken feststellt.
Partita Nr. 1
Johann Sebastian Bach
Eine barocke Klavierkomposition aus Bachs Partita-Sammlung (BWV 825). Das Werk zeigt charakteristische polyphonische Strukturen und ornamentale Passagen der Barockmusik. Mit 2 Millionen Streams auf Spotify gehört die Partita zu den populärsten klassischen Klavierwerken der Moderne und demonstriert die zeitlose Kraft dieser eleganten Suite.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:10:15 „Aber die Frage war ja, genau. Partie Nummer 1, 2 Millionen.“
Amend ergänzt Wegners Aufzählung von Levits Spotify-Erfolgen um die Partita Nr. 1 von Bach mit ebenfalls 2 Millionen Streams.
Live-Platte für Hannes (Gedenkalbum)
Igor Levit
Intimes Live-Album, das als Gedenkwerk für den verstorbenen Freund Hannes entstanden ist. Die Aufnahme besticht durch ihre Authentizität und emotionale Unmittelbarkeit – ein sehr persönliches Künstlerportrait in Musik.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 03:11:33 „Die Live-Platte, die ich gemacht habe für Hannes, die ist sehr ich. Sehr.“
Igor Levit beschreibt eine Live-Aufnahme, die er zum Gedenken an seinen verstorbenen Freund Hannes Malte Mahler gemacht hat, als besonders authentisch
The Artist Is Present
Marina Abramović · 2010
Bahnbrechende Performance-Kunstinstallation (2010) im MoMA, in der Abramović täglich stundenlang saß und Besucher sich ihr direkt gegenübersetzten. Die Arbeit erforscht den Moment intensiver stiller Präsenz und gegenseitigen Augenkontakts – eine transformative Erfahrung der Begegnung zwischen Künstlerin und Publikum.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:17:20 „Das war ja kurz nach dieser Stuhlgeschichte da in der Met. Die ja so hieß, ne? The artist is present.“
Im Gespräch über die Goldberg-Variationen-Kollaboration zwischen Levit und Abramović in der Park Avenue Armory wird deren berühmte MoMA-Performance erwähnt
The Seven Deaths of Maria Callas
Marina Abramović
Marina Abramovićs experimentelle Oper behandelt die Opernsängerin Maria Callas und ihre verschiedenen künstlerischen Facetten oder symbolischen „Tode". Das Projekt entstand über Jahrzehnte hinweg und feierte 2020 Premiere, die wegen der Corona-Pandemie online ohne Live-Publikum stattfand. Das Werk verbindet Abramovićs bekannte Performance-Art mit klassischer Musik und reflektiert Fragen von Künstlertum, Sterblichkeit und kulturellem Erbe.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:22:03 „Ich glaube, ich korrigiere mich, ich sage es aus dem Gedächtnis, ich glaube, die heißt The Seventh Death of Maria Callas. Und jetzt ist die Premiere im April angesetzt nach Jahrzehnten Arbeit und sie wird online ohne Publikum im Raum stattfinden.“
Amend spricht Marina Abramovićs langjähriges Opernprojekt an, das nach Jahrzehnten der Vorbereitung wegen der Corona-Pandemie ohne Publikum im Raum Premiere haben wird. Levit schätzt, dass Abramović pragmatisch damit umgehen wird.
Maybrit Illner
Maybrit Illner · 1999
Polit-Talk zu aktuellen Themen moderiert von Maybrit Illner.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 03:47:37 „Was aber daraus gemacht wurde nach der Sendung ist, dass die halbe AfD aufsprang und ein Meme produzierte, der da heißt, Igor Levitt sagt, AfD-Wähler haben ihr Menschsein verwirkt. So, welcome in 2019 damals.“
Igor Levit erzählt von einem Auftritt in der ZDF-Talkshow Maybrit Illner, bei dem ein Bild-Journalist einen alten Tweet von ihm aus dem Kontext riss. Dies löste einen massiven Shitstorm aus, bei dem die AfD ein Meme produzierte und Levit bedroht wurde. Die Sendung war der Auslöser der schlimmsten Bedrohungswelle gegen ihn.
Tagesspiegel-Text über Internet-Hass
Igor Levit
Der Spiegel-Artikel beleuchtet Robert Habecks Forderung nach strengerem Vorgehen gegen Antisemitismus. Im Zusammenhang mit dem Podcast-Gespräch über Igor Levit wird die Problematik digitaler Gewalt deutlich: Die Hemmschwelle für Online-Bedrohungen und den Versuch, Menschen durch Desinformation zu schaden, ist heute so niedrig wie nie zuvor.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 03:50:49 „Es kostet heute, ich habe das in meinem Tagesspiegeltext geschrieben, ich stehe dazu, es war noch nie so billig zu versuchen, die Biografie eines Menschen zu zerstören. Es kostet nicht mal mehr eine Briefmarke.“
Igor Levit verweist auf einen eigenen Text im Tagesspiegel, in dem er über die niedrige Hemmschwelle für digitale Gewalt und Bedrohungen schrieb. Er bekräftigt seine damalige These im Gespräch: Die Zerstörung einer Biografie koste heute weniger als eine Briefmarke.
Wir sind hier (ZEIT Online Aktion nach Hanau)
Die ZEIT Online organisierte eine Mitmach-Aktion zu den Hanauer Festspielen, bei der über tausend Menschen beteiligt waren. Die Aktion war eine Reaktion auf den Anschlag in Hanau und bezog Menschen ein, die rassistische Erfahrungen gemacht haben. Gemeinsam häkelten die Teilnehmer für das Fest.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:55:37 „nach Hanau hatten wir eine Aktion bei Zeit Online gemacht... wo wir eine Aktion gemacht haben. Wir sind hier, wo wir sehr viele Menschen eingeladen haben, die sozusagen rassistische Erfahrungen gemacht haben.“
Jochen Wegner beschreibt eine durch Twitter inspirierte ZEIT-Online-Aktion nach dem Anschlag in Hanau
Alarmstufe Roth
Und weiter geht es im heiteren Beruferaten: Wer ist ein Antisemit und woran erkennt man ihn oder sie? Jetzt ist tatsächlich Claudia Roth in den Verdacht geraten, nur weil sie einen alten Freund, der zufällig ein Holocaustleugner und Sprecher des iranischen Parlaments ist, noch herzlicher begrüßt hat, als es ihm lieb war. Gerechtigkeit für Claudia!
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 04:00:43 „Wo blieb der große Printaufschrei, als eine große deutsche Tageszeitung auf die wahnsinnige, im wahrsten Sinne des Wortes, Idee kam, eine Liste zu erstellen mit deutschen Antisemiten, so wie sie dachten. Und auf dieser Liste standen in Verbund Claudia Roth, Alexander Gauland, zwei deutsche Gerichte. Und auch noch irgendwie Überschrift Alarmstufe Roth mit TH.“
Igor Levit kritisiert scharf einen Artikel einer großen deutschen Tageszeitung, die eine willkürliche Liste angeblicher Antisemiten veröffentlichte – darunter Politikerinnen, Politiker und sogar Gerichte. Er nutzt das Beispiel, um zu zeigen, dass soziale Medien oft der einzige Ort sind, an dem solche Missstände überhaupt diskutiert werden, während der Aufschrei in den etablierten Printmedien ausbleibt.
Choralvorspiele (Bach-Busoni)
Ferruccio Busoni
Die Fantasia contrappuntistica BV 256 ist ein im Juni 1910 entstandenes und im selben Jahr bei Breitkopf & Härtel erschienenes Klavierwerk von Ferruccio Busoni, das zu seinen bedeutendsten Kompositionen für das Instrument gehört. Im Zentrum steht sein Versuch, die letzte und fragmentarische Fuge Contrapunctus XIV (BWV 1080, 19) aus Johann Sebastian Bachs spätem Zyklus Die Kunst der Fuge zu vollenden. Das technisch sehr anspruchsvolle und ausgedehnte Werk hat eine recht lange Entstehungsgeschic...
🗣 Igor Levit empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:14:41 „Ich habe geschrieben, ihr Lieben, wir sehen uns gleich wieder, 19 Uhr Hauskonzert auf dem Programm Bach und Busoni und noch mehr Bach. Ich glaube, ich spiele zwei, drei Choralvorspiele und zwei Werke von Busoni selbst. Es wird ruhig, weil ich möchte euch nicht die Ohren strapazieren.“
Igor Levit kündigt sein Hauskonzert an, das er während der Corona-Pandemie per Instagram-Livestream gibt. Er wählt bewusst ein ruhiges Programm mit Busonis Bearbeitungen von Bachs Choralvorspielen sowie eigenen Werken Busonis – ein intimer musikalischer Moment inmitten des Lockdowns am 24. März 2020.
The Pink Panther (Filmreihe)
Blake Edwards · 1963
Inspektor Clouseau ist auf der Jagd nach dem „Phantom“, das seit langer Zeit reiche Frauen um ihre Schmucksammlungen erleichtert. Jetzt kommt die indische Prinzessin Dala in sein Revier – Besitzerin des „Rosaroten Panthers“, des wertvollsten Diamanten der Welt. George Lytton, der Neffe von Sir Charles, versucht in Besitz des Diamanten zu kommen und die Tat dem „Phantom“ in die Schuhe zu schieben. Dabei weiß er nicht, genauso wenig wie Clouseau, dass sein Onkel der lange gesuchte Diamantendieb is
🗣 Igor Levit empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:47:26 „Das sind beinahe meine Lieblingsfilme. Ja, das ist wie, wer ist dein Lieblingskomponist? Aber das sind tatsächlich mit meine liebsten Filme, diese sechs.“
Jochen Wegner erzählt, dass er ein YouTube-Video gefunden hat, in dem Igor Levit mit Claudius Seidl Blake-Edwards-Filme vorführt. Levit bekennt sich als großer Fan der Pink-Panther-Reihe und bezeichnet die sechs Filme als seine Lieblingsfilme. Besonders die Szenen mit Inspektor Clouseau und seinem Diener Kato begeistern ihn.
Der Rosarote Panther (Pink Panther-Filmreihe)
Blake Edwards · 1963
Inspektor Clouseau ist auf der Jagd nach dem „Phantom“, das seit langer Zeit reiche Frauen um ihre Schmucksammlungen erleichtert. Jetzt kommt die indische Prinzessin Dala in sein Revier – Besitzerin des „Rosaroten Panthers“, des wertvollsten Diamanten der Welt. George Lytton, der Neffe von Sir Charles, versucht in Besitz des Diamanten zu kommen und die Tat dem „Phantom“ in die Schuhe zu schieben. Dabei weiß er nicht, genauso wenig wie Clouseau, dass sein Onkel der lange gesuchte Diamantendieb is
🗣 Igor Levit empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:47:38 „Ich bin ein Fan von Black Edwards, Rosa Rottenpanther. Das sind beinahe meine Lieblingsfilme... diese sechs.“
Igor Levit bezeichnet die sechs Pink-Panther-Filme als seine Lieblingsfilme; er hat mit Claudius Seidl Blake-Edwards-Filme im Kino vorgeführt
Ich ruf zu dir, Herr Jesu Christ (Choralvorspiel)
Johann Sebastian Bach / Ferruccio Busoni
Choralvorspiel von Johann Sebastian Bach in der Klavierbearbeitung von Ferruccio Busoni. Das Stück wird von Pianist Igor Levit in seinem Hauskonzert des Podcasts aufgeführt. Die Busoni-Bearbeitung zeigt eine künstlerische Reinterpretation des barocken Werkes für modernes Konzertklavier und verdeutlicht die Brücke zwischen historischer Musik und zeitgenössischem Klavierspiel.
🗣 Igor Levit empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:50:52 „Und das zweite, ich rufe zu dir, Herr Jesu Christ. Nachdem ich diese zwei Stücke gespielt haben werde, würde ich gerne ein Originalwerk von Bosoni spielen.“
Igor Levit kündigt das Stück als zweites Bach-Busoni-Choralvorspiel im Programm seines Hauskonzerts an und spielt es anschließend live während der Podcast-Aufnahme.
Berceuse (Wiegenlied / Versus)
Ferruccio Busoni
Ferruccio Busonis Berceuse (Wiegenlied) ist ein intimes Klavierwerk, das der Komponist im Andenken an seine verstorbene Mutter komponierte. Das Stück gilt als eines der wichtigsten Originalwerke Busonis und besticht durch seinen sphärischen, friedlichen Charakter. Es verbindet tiefe emotionale Intimität mit einer wohltuenden, liebevollen Ausdruckskraft.
🗣 Igor Levit empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:51:18 „Ein Stück, das er schrieb in Andenken an seine verstorbene Mutter. Ein Stück, das ihm sehr viel bedeutete, ein sehr sphärisches, wunderschönes, berührendes, intimes Stück. Ein tatsächliches Liebenlied, sehr wohltuend und umarmend und liebend.“
Nach den Bach-Busoni-Bearbeitungen spielt Levit ein Originalwerk Busonis: die Berceuse (Wiegenlied), die Busoni im Andenken an seine verstorbene Mutter schrieb. Levit beschreibt das Stück als eines der wichtigsten Originalwerke Busonis – sphärisch, intim und friedlich.
Fantasia nach Johann Sebastian Bach
Ferruccio Busoni
Ferruccio Busonis große Fantasie nach Johann Sebastian Bach ist ein etwa 13-minütiges Klavierwerk, in dem der Komponist mehrere Bach-Choräle verarbeitet und neu interpretiert. Das Stück, das Busoni seinem Vater widmete, gilt als breit, frei und bewegend – eine persönliche und künstlerische Hommage, die zeigt, wie Busoni traditionelle Musik in eine eigenständige kompositorische Vision umwandelt.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 04:51:37 „Und zum Schluss will ich gerne wiederum ein Werk spielen von Bosoni, das heißt Fantasie nach Johann Sebastian Bach. Ein Stück, das er für seinen Vater spielt, wo er mehrere Bach-Choreos verarbeitet. Ein großes, ein freies, ein bewegendes Werk bei einer Welt umspannend.“
Den Abschluss des Hauskonzerts bildet Busonis große Fantasie nach Johann Sebastian Bach, ein etwa 13-minütiges Werk, in dem Busoni mehrere Bach-Choräle verarbeitet. Levit beschreibt es als breit, frei und bewegend – ein sehr persönliches Stück, das Busoni seinem Vater widmete.
Versus (Berceuse/Wiegenlied)
Ferruccio Busoni
Ein intimes Klavierwerk und Elegie für verstorbene Nächste: Das Wiegenlied vereint klassische Eleganz mit tiefem emotionalen Ausdruck, entstanden als persönliches Gedenkstück. Ein Werk von seltener Zartheit und Verletzlichkeit.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 04:56:24 „würde ich gerne ein Originalwerk von Bosoni spielen, nämlich seine Versus, sein Wiegenlied. Ein Stück, das er schrieb in Andenken an seine verstorbene Mutter.“
Igor Levit spielt dieses Stück im Hauskonzert, das live während des Podcasts stattfindet
Nun komm, der Heiden Heiland (Choralvorspiel)
Johann Sebastian Bach / Ferruccio Busoni
Klassisches Choralvorspiel in sensibler Klavierbearbeitung. Das geistliche Werk verbindet die Melancholie des deutschen Chorals mit der poetischen Ausdruckskraft des Klaviers. Ein zentrales Stück in der renommierten Sammlung bearbeiteter Choralvorspiele, das für seine emotionale Tiefe und spirituelle Ausstrahlung geschätzt wird.
🗣 Igor Levit referenziert bei ⏱ 04:56:24 „ich möchte heute mit zwei der Choral-Preluden anfangen... Der eine heißt Nun kommt der Heiden, Heiland.“
Erstes Stück des Hauskonzerts innerhalb des Podcasts