Computing Machinery and Intelligence
Alan Turing · 2021
Alan M. Turing war der Erste, der die Frage stellte, ob Maschinen denken können. Damit stieß er die Tür für das Zeitalter moderner Computer auf. Seine bahnbrechende Arbeit sollte jeder kennen, der an der Philosophie des Geistes und der Kognition, Psychologie oder allgemein an den Entwicklungen Künstlicher Intelligenz (KI) interessiert ist. Das für diese Neuauflage überarbeitete Nachwort diskutiert die Rolle moderner Chatbots.
Deine Stimme wird anonym via IP-Hash gespeichert.
Korrektur vorschlagen
Falsche Zuordnung, schlechte Beschreibung, fehlerhafte Erwähnung? Was sollten wir korrigieren?
Erwähnungen (3)
„Der hat den sogenannten Turing-Test aufgesetzt. Diese Frage nämlich, wann handelt es sich um vollgültige künstliche Intelligenz? Dann, wenn der Output eines Computers von dem Output eines Menschen nicht mehr unterscheidbar ist.“
Ijoma Mangold erläutert im Kontext der Debatte über künstliche Intelligenz und Bewusstsein das berühmte Gedankenexperiment von Alan Turing aus dessen Paper von 1950. Er beschreibt, wie der Turing-Test als Maßstab für KI dient und wie die Grenze zwischen Mensch und Maschine in den letzten Jahren rasend schnell kollabiert.
„Und das erinnert mich in verblüffender Weise natürlich an den Turing-Test. Weil ein Turing sagt ja auch, okay, wann können wir von künstlicher Intelligenz sprechen? Auch da wieder das Problem, dass wir auch heute, wenn wir über Artificial Intelligence sprechen, haben wir dasselbe Phänomen. Wir wissen überhaupt gar nicht, was Intelligence ist.“
Ijoma Mangold zieht eine Parallele zwischen der operationalen Definition von IQ ('Intelligenz ist das, was ein IQ-Test testet') und Alan Turings berühmtem Ansatz, künstliche Intelligenz nicht essentiell, sondern über ihre beobachtbaren Effekte zu definieren.
„Wenn die Wand Schachzüge projiziert, die besser sind als Kasparov, damals werden wir sagen, sie ist intelligent. Das war die Idee des Imitation Game von Alan Turing. Und mehr ist es nicht mit der Intelligenz.“
Gabriel verweist auf Turings Imitation Game als Grundidee der KI-Forschung: Wenn sich etwas so verhält, dass wir es bei einem Menschen intelligent nennen würden, dann ist es intelligent. Gabriel kontrastiert dieses Konzept mit dem 'Limitation Game' – dem Versuch der klassischen KI-Philosophie zu zeigen, dass es trotzdem keine echte Intelligenz ist.
Ähnliche Medien
The Chemical Basis of Morphogenesis
Alan Turing
Turings mathematisches Modell zur biologischen Musterbildung: Reaction-Diffusion-Prozesse erklären, wie chemische Gradienten stabile Muster in sich entwickelnden Embryonen erzeugen. Das 1950 postulierte Modell wurde durch Meinhardts Autokatalyse- und laterale-Inhibitions-Konzepte zu einem funktionierenden Rahmen für Morphogenese.
Der Mythos des Sisyphos
Albert Camus
Camus' philosophisches Essay über das Absurde der menschlichen Existenz. Er erforscht die paradoxe Weisheit, dass Erfüllung und Glück trotz der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens möglich sind – wie bei Sisyphus, der zur ewigen Wiederholung verdammt ist.
Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation
Ernst-Wolfgang Böckenförde · 1995
Böckenfördes klassisches Werk zur Säkularisation des Staates analysiert die Paradoxie, dass der freiheitliche Rechtsstaat auf Werte angewiesen ist, die er selbst nicht erzwingen kann. Das berühmte Böckenförde-Diktum verdeutlicht, warum Demokratie auf kulturellen und moralischen Grundlagen beruht, die außerhalb ihrer eigenen institutionellen Reichweite liegen und daher besonders schutzbedürftig sind.
Zum ewigen Frieden
Immanuel Kant · 2022
Kants 1795 veröffentlichte philosophische Schrift entwickelt ein Konzept für dauerhaften Weltfrieden. Er argumentiert, dass stabiler Frieden zwei Bedingungen erfordert: alle Staaten müssen freiheitliche Republiken sein und ein Völkerbund muss legitime Kriegshandlungen regulieren. Diese grundlegende Schrift wurde zur Grundlage für die Charta der Vereinten Nationen.