Markus Gabriel, warum gibt es die Welt nicht?
Christoph Amend, Jochen Wegner & Markus Gabriel
Markus Gabriel, mit 29 jüngster Philosophieprofessor Deutschlands und Begründer des Neuen Realismus, erzählt von seinem Weg zur Philosophie — der eigentlich über Schach führen sollte, bis Deep Blue kam. Zwischen Imposter-Syndrom, Einhörnerforschung und Altenheim-Aktivismus entfaltet sich das Porträt eines Denkers, der die Welt für nicht existent erklärt, aber vor den realen Gefahren künstlicher Intelligenz warnt.
„Mein Vater sagte später immer, halb ironisch, der will immer Bücher kaufen, wir haben doch schon eins.“
Erwähnte Medien (64)
Warum es die Welt nicht gibt
Markus Gabriel
Das Buch entwickelt die provokative These, dass es die Welt als Ganzes nicht gibt – während alles andere durchaus existiert. Eine zentrale Arbeit der zeitgenössischen Philosophie, die die Grenzen ontologischen Denkens neu vermisst.
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 00:03:11 „In dem internationalen Bestseller, den er geschrieben hat, viele geschrieben, aber diesem einen, auch mein Lieblingsbuch nach wie vor von ihm, warum es die Welt nicht gibt, sagt er, dass die Welt gibt es nicht, aber sonst alles gibt.“
Jochen Wegner stellt den Gast Markus Gabriel vor und hebt dessen bekanntestes Buch als seinen persönlichen Favoriten hervor. Er fasst die zentrale These zusammen: Es gibt keine 'Welt' als Ganzes, aber alles andere existiert. Das Buch wird als internationaler Bestseller eingeordnet.
Geschichte des Peloponnesischen Krieges
Thukydides · 2014
Thukydides ist der Begründer der politischen Geschichtsschreibung. Er war ungefähr 30 Jahre alt, als 431 v. Chr. der Peloponnesische Krieg ausbrach, jener jahrzehntelage Machtkampf zwischen Athen und Sparta, an dessen Ende Athen - und mit ihm die Demokratie - gegen das spartanische Königtum unterlag. Thukydides hatte hier sein Lebensthema gefunden. Doch bevor er zum Chronisten der Kämpfe zwischen den beiden Blöcken wurde, hat er selbst an ihnen teilgenomnmen. Im Jahre 425/4 v. Chr.
🗣 Markus Gabriel erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:07:06 „Tukidides zum Einschlafen. Oder wie der Altphilologe ordentlich sagen würde, Tukidides. Aber genau, also Latein, klar, aber das ist dann sozusagen nur Latinum, biblisches Hebräisch.“
Markus Gabriel zählt seine Sprachkenntnisse auf und erwähnt, dass er Altgriechisch in der Gräzistik in Heidelberg lernen musste. Er lese noch immer Thukydides zum Einschlafen, auch wenn er das Sprechen habe einschlafen lassen.
Donald Duck (Erika-Fuchs-Übersetzungen)
Erika Fuchs · 1995
Die Donald-Duck-Comics von Erika Fuchs sind ein Klassiker der deutschen Kinder- und Jugendliteratur. Die legendäre Übersetzerin hat mit ihrer kreativen und humorvollen Adaptation Generationen von Lesern geprägt. Der Artikel zeigt die zeitlose Bedeutung dieser Comics, die bis heute Eltern ihren Kindern vorlesen und damit eine liebgewonnene Tradition weitergeben.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:21:50 „Sie haben als Vierjähriger sich Donald Dax vorgelesen? Erika Fuchs natürlich, muss man sagen. In diesem Raum ist ein Vater, der seinem Fünfjährigen gerade Donald Dax vorliest.“
Jochen Wegner reagiert erstaunt auf Gabriels Geschichte, sich als Vierjähriger selbst das Lesen beigebracht zu haben, und erwähnt die Donald-Duck-Comics in der berühmten deutschen Übersetzung von Erika Fuchs. Wegner zieht eine persönliche Parallele: Er liest seinem eigenen Fünfjährigen gerade dieselben Comics vor.
Synchronizität als ein Prinzip akausaler Zusammenhänge
Carl Gustav Jung · 1952
Jungs Theorie der Synchronizität beschreibt sinnvolle Zufälle und akausale Zusammenhänge – Muster, die keine Ursache-Wirkung-Beziehung aufweisen, aber tiefe Bedeutung haben. Das Werk zeigt, wie scheinbar unverbundene Ereignisse miteinander korrelieren können, eine These, die selbst Nobelpreisträger Wolfgang Pauli ernst nahm und weiterentwickelte.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 00:28:39 „Ich glaube tatsächlich an Synchronicitäten, das ist ja eine Theorie dessen, von Jung, die würde ich nicht ernst nehmen, wenn sie nicht Wolfgang Pauli, der Physik-Nobelpreisträger, ernst genommen hätte, der mit Jung darüber auch gearbeitet hat.“
Gabriel erklärt, warum er Jungs Synchronizitätstheorie ernst nimmt: nicht wegen Jung allein, sondern weil der Nobelpreisträger Wolfgang Pauli sie ebenfalls vertrat und sogar eine strengere Version formulierte. Die Erwähnung dient der Diskussion über bedeutungsvolle Muster im eigenen Lebenslauf.
Die Welt als Wille und Vorstellung
Arthur Schopenhauer · 2024
Der Vorstellungswelt liegt der Wille zugrunde, den Schopenhauer als grundlosen Drang versteht. In diesen Formen also bestimmt der Wille alle Vorgänge der organischen und anorganischen Natur. Er objektiviert sich in der Erscheinungswelt als Wille zum Leben und zur Fortpflanzung. Diese Lehre vom »Primat des Willens« bildet die zentrale Idee der Schopenhauerschen Philosophie, sie hatte weitreichenden Einfluß und begründet die Aktualität von Schopenhauers Werk.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 00:35:35 „Schopenhauer sagt dann, die Naturwissenschaftler fragen sich, was ist in dem Haus los? Wo kriege ich was zu trinken? Wo ist die Toilette? Der Philosoph wacht auf der Party auf und sagt, was soll das? Was ist das hier? Und da habe ich gedacht, aha, das ist eine gute Frage.“
Gabriel erzählt ein Schlüsselerlebnis seiner Jugend: Auf einer Party las jemand eine Schopenhauer-Stelle vor, die den Unterschied zwischen Naturwissenschaft und Philosophie als Gleichnis beschreibt. Diese Passage war für Gabriel der Auslöser, Philosoph werden zu wollen. Das konkrete Werk wird nicht benannt, die Passage stammt vermutlich aus 'Die Welt als Wille und Vorstellung'.
Tractatus logico-philosophicus
Ludwig Wittgenstein · 2024
Le Tractatus Logico-Philosophicus de Ludwig Wittgenstein (1889-1951) est une oeuvre fondamentale de la philosophie analytique publiée pour la première fois en 1921. Wittgenstein y propose une théorie de la représentation linguistique et logique du monde ; selon lui, le monde est constitué de faits atomiques pouvant être représentés par des propositions élémentaires.
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 00:53:24 „Im Grunde jedenfalls der frühe Wittgenstein irgendwann gesagt hat, was soll denn das? Hört doch auf mit diesen Aussagen über Dinge, die ihr nicht definiert habt. Das ist einfach Quatsch. Die Welt ist was der Fall ist. Hör auf zu philosophieren, sagt er ja im Grunde.“
Wegner fasst Wittgensteins Frühwerk zusammen, in dem dieser versuchte, die Philosophie zu beenden, indem er die Grenzen sinnvoller Aussagen aufzeigte. Der berühmte Satz 'Die Welt ist alles, was der Fall ist' wird zitiert. Gabriel ergänzt, dass Wittgenstein unter seinem eigenen Philosophieren litt.
Der Mythos des Sisyphos
Albert Camus
Camus' philosophisches Essay über das Absurde der menschlichen Existenz. Er erforscht die paradoxe Weisheit, dass Erfüllung und Glück trotz der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens möglich sind – wie bei Sisyphus, der zur ewigen Wiederholung verdammt ist.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 00:58:06 „Sisyphos. Das ist der Sisyphos. Er ist eben, wie Camus sagt, wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen. Und genau so, das ist alles, das ist die Konditio Humana.“
Markus Gabriel greift Camus' berühmten Schlusssatz aus 'Der Mythos des Sisyphos' auf, um seine eigene Haltung zum nie endenden Arbeitspensum zu beschreiben. Trotz der Illusion, jemals fertig zu werden, müsse man 'brutal trotzdem weitermachen' – genau wie Sisyphos seinen Stein.
Phänomenologie des Geistes
Georg Wilhelm Friedrich Hegel · 2023
" Die Phänomenologie des Geistes ist ein Werk des Philosophen Hegel, das 1807 in einer Auflage von 750 Exemplaren veröffentlicht wurde. Der Titel der Ausgabe von 1807 lautet Système de la science, Teil I, die Phänomenologie des Geistes. Ein weiterer Untertitel Hegels lautet: Erster Teil: Wissenschaft von der Erfahrung des Bewusstseins. Der Zweck der Phänomenologie besteht, wie im Vorwort erwähnt, darin, „das Wahre nicht als Substanz, sondern genau als Subjekt zu erfassen und auszudrücken“.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 01:12:58 „Der machte ein unglaubliches Phänomologie des Geistes Seminar. Und ich dachte, es ist nur falsch, was er sagt. Also muss ich jetzt mal richtig da ran.“
Gabriel erzählt von seiner Studienzeit in Heidelberg, wo ein Dozent ein Seminar zu Hegels 'Phänomenologie des Geistes' hielt. Gabriel fand das Seminar inhaltlich brillant, widersprach aber so vehement, dass er des Seminars verwiesen wurde – ein Schlüsselmoment seiner akademischen Biografie.
Metaphysik
Aristoteles
Aristoteles' grundlegendes philosophisches Werk erforscht die Natur des Seins und untersucht fundamentale Fragen: Was ist Substanz? Welche Ursachen erklären Existenz und Veränderung? Das Buch Zeta, im Podcast erwähnt, gilt als klassischer Prüfstein für philosophische Ernsthaftigkeit und tiefes Verständnis der antiken Metaphysik.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 01:17:48 „Dann holte er sie raus, eine Aufgabe, schlug irgendwo auf. Ich glaube, es war das Buch Zeta und zeigte den Finger und sagt, können Sie mir das mal übersetzen? Ich bin da immer unsicher.“
Gabriel schildert seine Begegnung mit dem hundertjährigen Gadamer, der die aristotelische Metaphysik als Prüfstein heranzog. Gadamer schlug das Buch Zeta auf und bat Gabriel, eine Passage aus dem Griechischen zu übersetzen – für ihn die Voraussetzung, jemanden als Gesprächspartner ernst zu nehmen.
Laozi (historisch-kritische Ausgabe)
Rudolf Wagner · 2009
Ästhetik (von altgriechisch αἴσθησις aísthēsis „Wahrnehmung, Empfindung“) ist im Allgemeinen die Lehre von der Wahrnehmung, von Gesetzmäßigkeiten und Harmonie in der Natur und Kunst. In der Wissenschaft bezeichnet der Begriff in einem engeren Sinne die Eigenschaften, die einen Einfluss darauf haben, wie Menschen etwas unter Schönheitsgesichtspunkten bewerten.
🗣 Markus Gabriel empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:19:57 „Und Wagner hat das für den Laozi gemacht. Er hat die erste richtig gute Laozi-Ausgabe gemacht. Historisch kritisch, penibel, mit englischer Übersetzung, Kommentar.“
Im Gespräch über die fehlende philologische Erschließung der chinesischen Philosophie hebt Gabriel die Laozi-Ausgabe des Heidelberger Sinologen und Leibniz-Preisträgers Rudolf Wagner hervor. Sie sei die erste wirklich sorgfältige, historisch-kritische Edition dieses Klassikers – vergleichbar mit dem, was die europäische Philologie im 19. Jahrhundert für griechische und lateinische Texte geleistet habe.
Principia Mathematica
Bertrand Russell / Alfred North Whitehead · 1910
*Principia Mathematica* has been described as one of the greatest intellectual achievements of human history. It attempts to rigorously reduce mathematics to logic. Among other things, it defines the concept of number. It is obviously a very dense and abstract work which has been made all the more difficult to read in light of more recent developments in the symbolic representation of logical concepts.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:24:07 „Ich konnte sofort in Principia Mathematica kannt Oberseminar reinlatschen und mich kaputt lachen, weil es gab das nicht. Ich glaube in vielen Geisteswissenschaften damals gab es nicht so eine Formalisierung, wie das heute der Fall ist.“
Wegner erinnert sich an seine Studienzeit in Bonn und erzählt, dass man als Student ohne Zwischenprüfung direkt in Oberseminare gehen konnte – etwa eines zu Russells und Whiteheads Principia Mathematica. Er nutzt das als Beispiel für die fehlende Formalisierung in den Geisteswissenschaften.
Philosophie der Mythologie
Friedrich Wilhelm Joseph Schelling
Schelling untersucht, wie Mythen und symbolische Erzählungen es uns ermöglichen, unser Leben als bedeutsam zu verstehen. Das Werk behandelt die Grundfrage, ob Mythen bloße Geschichten sind oder ob die Mythologie unvermeidlich in der menschlichen Existenz verankert bleibt.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 01:26:40 „In der Philosophie der Mythologie, damit sind wir auch schon wieder beim Einstieg, beantwortet oder bearbeitet Schelling die Frage, wie es eigentlich sein kann, dass wir unser Leben als symbolisch bedeutsam betrachten. Das sind die Mythen, die Erzählungen.“
Gabriel erklärt das Thema seiner Dissertation: Schellings Spätphilosophie und die Frage, ob Mythen bloße Erzählungen sind oder ob es keinen Weg aus der Mythologie heraus gibt. Er fand Schellings steile These so aufregend, dass er tausende Seiten dazu las, zumal Schelling aus seiner Sicht ein hervorragender Schriftsteller war.
Imploding the Demon
Crispin Wright · 2005
"The problem of philosophical scepticism is not so much what to say about the view itself (there being a consensus that it should be rejected), but rather what to say about the arguments that purport to yield it. And since these arguments involve claims and principles concerning notions like knowledge and possibility, it is difficult to see how to explore the arguments without exploring these notions too."--from the Introduction How do we address philosophical arguments whose conclusions contrad...
🗣 Markus Gabriel empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:34:14 „Skeptizismus. Und zwar hat er eine absolut geniale Widerlegung des Skeptizismus gefahren. Imploding the Demon heißt das Paper, das er dargestellt hat. Extrem kompliziertes Paper, an dem wir uns alle die Zähne ausgebissen haben.“
Gabriel beschreibt die prägende Begegnung mit dem Philosophen Crispin Wright in Heidelberg. Wrights Paper über die Widerlegung des Skeptizismus war mathematisch dargestellt und so überzeugend, dass niemand es widerlegen konnte. Diese Erfahrung motivierte Gabriel, Wright als Postdoc zu folgen.
Gremlins
· 1984
Warnung: halte sie von Wasser fern – halte sie von Licht fern – aber das Wichtigste überhaupt: egal, wie sehr sie betteln: in keinem Fall dürfen sie nach Mitternacht gefüttert werden – niemals! Drei mysteriöse Warnungen, bevor Billy Pelzer sein neues kuscheliges Haustier in die Arme schließen kann. Doch er hätte besser auf die Warnungen gehört, denn aus dem possierlichen Weihnachtsgeschenk wird ein Albtraum für eine ganze Stadt.
🗣 Markus Gabriel erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:36:05 „Gremlin. Ich hatte immer gedacht, Gremlin kannte ich aus der Kindheit, diese Filme. Ich habe irgendwie immer das Gefühl, es ist ein Gremlin. Aber der war auch ein bisschen kleiner und drahtig.“
Gabriel beschreibt das Erscheinungsbild von Crispin Wright und vergleicht den drahtigen, kämpferischen Philosophen humorvoll mit den Gremlins aus den gleichnamigen Filmen seiner Kindheit.
Reason, Truth and History
Hilary Putnam
Philosophisches Werk über Erkenntnistheorie und die Grenzen unseres Wissens. Das berühmte Gedankenexperiment "Brains in a Vat" stellt die Frage, ob wir sicher sein können, dass unsere Wahrnehmungen real sind und nicht bloße Halluzinationen. Putnam entwickelt eine Kritik des traditionellen Realismus und seine Theorie der Intentionalität.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 01:39:56 „Das Buch Reason, Truth and History von Hilary Putnam, erstes Kapitel, Brains in the Vat, da geht es darum, ob wir wissen können, dass wir keine Gehirne sind, die in einem Tank sind und deren Halluzinationen von bösen Wissenschaftlern gesteuert werden. Das ist aus der Philosophie.“
Gabriel erklärt die philosophischen Quellen des Films Matrix. Putnams berühmtes Gedankenexperiment 'Brains in a Vat' aus dem ersten Kapitel von Reason, Truth and History war eine der beiden Hauptinspirationen für den Film. Die Wachowski-Geschwister hatten Putnam sogar persönlich besucht.
Simulacres et Simulation
Jean Baudrillard
"Aujourd'hui l'abstraction n'est plus celle de la carte, du double, du miroir ou du concept. La simulation n'est plus celle d'un territoire, d'un être référentiel, d'une substance. Elle est la génération par les modèles d'un réel sans origine ni réalité : hyperréel. Le territoire ne précède plus la carte, ni ne lui survit.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 01:40:13 „Und die andere Quelle ist Jean Baudrillard, der auch im Film selber zitiert wird. Sein Buch Simulacre et Simulation, das sind die beiden so Hauptquellen.“
Als zweite philosophische Hauptquelle des Films Matrix nennt Gabriel Baudrillards Werk über Simulation und Simulakren, das im Film selbst explizit zitiert wird. Zusammen mit Putnams Gehirn-im-Tank-Szenario bildet es die intellektuelle Grundlage der Matrix-Trilogie.
Welt am Draht
Rainer Werner Fassbinder · 1973
Im Institut für Kybernetik und Zukunftsforschung haben Wissenschaftler eine künstliche Welt erschaffen, die die reale imitiert. Nach dem überraschenden Ableben des Institutsleiters scheint seinen Nachfolger Fred Stiller das gleiche Schicksal zu ereilen. Denn auch Stiller muss feststellen, dass die Realität, in der er lebt, womöglich nur eine Simulation ist.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 01:40:47 „Besser ist Rainer Werner Fassbinder Welt am Draht, von dem sie es auch haben, weil da geht es ja immer weiter hoch. Da wacht man eine Stufe drüber auf, aber dann geht es ja immer weiter nach oben. Das ist schon mal viel interessanter.“
Gabriel stellt Fassbinders Welt am Draht als philosophisch überlegene Alternative zu Matrix dar. Während Matrix eine einfache Lösung bietet (es gibt eine echte Realität), geht Fassbinders Film tiefer: Man wacht immer eine Ebene höher auf, ohne je sicher zu sein, die letzte Ebene erreicht zu haben.
An den Grenzen der Erkenntnistheorie
Markus Gabriel · 2008
Eine philosophische Untersuchung der Grenzen der Erkenntnistheorie. Das Werk behandelt grundlegende Fragen darüber, was wir wissen können und wo die Grenzen unseres Verständnisses liegen.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 01:43:10 „Aber eigentlich wäre ich früher fertig gewesen. Das tut mir jetzt leid. Ja, mir auch. Es war ein furchtbares Leiden. Das Buch habe ich aber dann publiziert als Buch. Also dieses Buch gibt es, 'An den Grenzen der Erkenntnistheorie' heißt das.“
Gabriel erzählt, dass er eigentlich schon nach seinem Jahr in New York eine fertige Habilitationsschrift hatte, die aber nicht akzeptiert wurde, weil ein anderes Thema vereinbart war. Diese erste Arbeit veröffentlichte er dann separat als Buch unter dem Titel 'An den Grenzen der Erkenntnistheorie'.
Learning representations by back-propagating errors
David Rumelhart, Geoffrey Hinton, Ronald Williams
Bahnbrechendes Paper zur Backpropagation-Methode für das Training mehrschichtiger neuronaler Netze. Rumelhart, Hinton und Williams demonstrierten, dass tiefe neuronale Netze trainierbar sind — ein Durchbruch, der damals für unmöglich gehalten wurde und den Grundstein für die moderne KI legte, aber erst Jahrzehnte später anerkannt wurde.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 02:10:09 „Dass die Godfathers of AI 1986 mit dem relevanten Paper, Rummelhardt und so und eben Geoffrey Hinton, gezeigt haben, es geht doch, was man in den 80er Jahren dachte, es geht nicht. Da gab es weder damals einen Nobelpreis für, den gab es erst vorletztes Jahr, noch hat irgendwer sonst groß applaudiert.“
Gabriel spricht über die Unzulänglichkeit von Metriken wie dem Nobelpreis als Maßstab für wissenschaftlichen Fortschritt. Er nennt das bahnbrechende Paper von Rumelhart und Hinton aus 1986 zu neuronalen Netzen als Beispiel dafür, dass wahre Durchbrüche oft erst Jahrzehnte später anerkannt werden — der Nobelpreis kam erst 2024.
The End of History and the Last Man
Francis Fukuyama · 2006
Ever since its first publication in 1992, The End of History and the Last Man has provoked controversy and debate. Francis Fukuyama's prescient analysis of religious fundamentalism, politics, scientific progress, ethical codes, and war is as essential for a world fighting fundamentalist terrorists as it was for the end of the Cold War. Now updated with a new afterword, The End of History and the Last Man is a modern classic.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 02:12:07 „Niemand betreibt Geschichtsphilosophie. Warum nicht? Weil man dachte, glaube ich, erstmal historisch, die Geschichte sei zu Ende. Die berühmte Illusion der 90er, mit der ich ja auch groß geworden bin. Fukuyama.“
Gabriel erklärt, warum die Geschichtsphilosophie als akademische Disziplin verschwunden ist. Er sieht Fukuyamas These vom 'Ende der Geschichte' als einen der Gründe dafür. Gabriel berichtet auch von einem Dinner mit Fukuyama zu Beginn des Ukraine-Kriegs, bei dem dieser seine These bestätigt sah, weil Europa nun die Vorzüge des amerikanischen Kapitalismus erkennen würde.
Ethische Intelligenz
Markus Gabriel · 2026
In seinem neuen Werk „Ethische Intelligenz" setzt sich Philosoph Markus Gabriel mit den ethischen Herausforderungen auseinander, die durch künstliche Intelligenz und intelligente Systeme entstehen. Das Buch untersucht, wie wir ethische Prinzipien in einer zunehmend technologisierten Welt bewahren und gestalten können. Gabriel bietet einen philosophischen Rahmen zur Bewältigung dieser zeitgenössischen Fragen.
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 02:16:42 „Wir müssen das einmal, also wenn man ein Buch liest, Leute, er hat jetzt auch neue Bücher geschrieben, eins kommt zum Beispiel direkt auf den Markt, ethische Intelligenz, reden wir gleich drüber.“
Wegner kündigt ein weiteres Buch von Gabriel an, das demnächst erscheint. Es wird als kommendes Gesprächsthema im Podcast angekündigt, aber in diesem Abschnitt noch nicht inhaltlich besprochen.
Das letzte Einhorn
· 1982
Im Zauberwald erfährt das Einhorn, dass der Flammenstier von König Haggard Einhörner ans Ende der Welt getrieben hat. Das Fabeltier macht sich auf die Suche, wird nicht erkannt und eingesperrt. Zauberer Schmendrick befreit es. An König Haggards Hof wird das Einhorn von Schmendrick in ein Mädchen verwandelt, das sich in Haggards Adoptivsohn verliebt und seine Mission vergisst. Schmendrick verwandelt es zurück.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 02:30:37 „Und dann würde ich sagen, dass es Einhörner gibt im Film Das letzte Einhorn. Übrigens habe ich in Warum es die Welt nicht gibt beim Verfassen noch den Fehler gemacht zu glauben, der Film Das letzte Einhorn handelt von einem Einhorn. Ich hatte den lange nicht gesehen, aber am Ende kommen ja ganz viele Einhörner.“
Gabriel nutzt den Animationsfilm 'Das letzte Einhorn' als zentrales Beispiel für seine These, dass fiktive Gegenstände real existieren – Einhörner gibt es im Film, also gibt es sie. Er gesteht dabei einen Fehler in seinem Buch ein: Er hatte fälschlich angenommen, im Film gebe es nur ein Einhorn.
Faust
Johann Wolfgang von Goethe
Goethes Faust gehört zu den bedeutendsten Werken der deutschen Literatur. Der Artikel beleuchtet die Gretchen-Szene – das ergreifende Gebet aus dieser Tragödie – anhand von Dagmar Berghoffs Erfahrungen bei Theatervorsprechungen. Er zeigt die Spannung zwischen künstlerischer Leidenschaft und der oft nüchternen Realität von Casting-Prozessen in der Theaterbranche.
🗣 Markus Gabriel erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:32:10 „Die haben gesagt, der Rest kann ja stimmen vielleicht, aber das stimmt mal auf gar keinen Fall. Das habe ich dann auch sehr ernst genommen, obwohl das eigentlich nur ein Nebenschauplatz ist für das Buch.“
Gabriel erwähnt Goethes Faust beiläufig als Beispiel für fiktive Gegenstände – er spricht von 'Hexen in Faust' als Parallele zu den Einhörnern. Es geht um die Frage, ob fiktive Figuren wie die Hexen im Faust als real existierend gelten können, weil sie in einem literarischen Werk vorkommen.
Höhlengleichnis
Platon · 2021
Platons berühmtes Höhlengleichnis über Trugbilder, Erkenntnis und Wahrheit stammt aus seinem Werk "Politea". Es liegt hier in den Übersetzungen von Friedrich Schleiermacher und Wilhelm Wiegand sowie in einer direkten Gegenüberstellung der beiden unterschiedlichen Übersetzungen. Friedrich Schleiermacher, geb. 1768, Breslau, gest. 1834, Berlin; ev.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 02:39:20 „Ich glaube, es hat in der Höhle angefangen. Das Höhlengleichnis müssen wir anders sehen. Irgendwann ist jemand auf die Idee gekommen, da musste man erst mal diese schrecklichen Höhlenlöwen und so entfernen.“
Gabriel greift Platons berühmtes Höhlengleichnis auf und deutet es um: Statt als Metapher für den Weg zur Erkenntnis sieht er die Höhle als realen Ort, an dem Philosophie begann – als Menschen nach dem Vertreiben der Raubtiere plötzlich Muße hatten und anfingen, an die Wände zu malen und nachzudenken.
Maschinen können nicht denken
Markus Gabriel
Der Philosoph Markus Gabriel reflektiert über seinen Sinneswandel zu künstlicher Intelligenz. In einem früheren FAZ-Artikel hatte er behauptet, Maschinen könnten nicht denken – eine Position, die er angesichts moderner KI-Systeme nun überraschend revidiert. Das Gespräch zeigt, wie sich seine Sicht auf die kognitiven Fähigkeiten von Maschinen in den letzten zehn Jahren grundlegend gewandelt hat.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 02:44:04 „Vor zehn Jahren haben Sie ja noch geschrieben in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Maschinen können nicht denken. Richtig. Ich würde auch behaupten, das war noch richtig. Aber ich glaube inzwischen, dass die Gründe, Prost, die Gründe, also das ziehe ich zurück.“
Christoph Amend konfrontiert Gabriel mit einem etwa zehn Jahre alten Artikel in der FAZ, in dem Gabriel behauptete, Maschinen könnten nicht denken. Gabriel räumt überraschend ein, dass er diese Position inzwischen zurückzieht – ein bemerkenswerter Sinneswandel angesichts der KI-Revolution.
Computing Machinery and Intelligence
Alan Turing · 2021
Alan M. Turing war der Erste, der die Frage stellte, ob Maschinen denken können. Damit stieß er die Tür für das Zeitalter moderner Computer auf. Seine bahnbrechende Arbeit sollte jeder kennen, der an der Philosophie des Geistes und der Kognition, Psychologie oder allgemein an den Entwicklungen Künstlicher Intelligenz (KI) interessiert ist. Das für diese Neuauflage überarbeitete Nachwort diskutiert die Rolle moderner Chatbots.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 02:47:13 „Wenn die Wand Schachzüge projiziert, die besser sind als Kasparov, damals werden wir sagen, sie ist intelligent. Das war die Idee des Imitation Game von Alan Turing. Und mehr ist es nicht mit der Intelligenz.“
Gabriel verweist auf Turings Imitation Game als Grundidee der KI-Forschung: Wenn sich etwas so verhält, dass wir es bei einem Menschen intelligent nennen würden, dann ist es intelligent. Gabriel kontrastiert dieses Konzept mit dem 'Limitation Game' – dem Versuch der klassischen KI-Philosophie zu zeigen, dass es trotzdem keine echte Intelligenz ist.
Chinese Room
John Searle · 2002
Das Chinesische Zimmer ist der Name für ein Gedankenexperiment des Philosophen John Searle. Mit seiner Hilfe versucht Searle die Meinung zu widerlegen, dass digitale Computer allein dadurch Bewusstsein erlangen könnten, dass sie ein passendes Programm ausführen. Bei dem Gedankenexperiment stellt man sich einen geschlossenen Raum vor, in dem ein Mensch, der keinerlei Chinesisch versteht, in chinesischer Schrift gestellte Fragen – anhand einer in seiner Muttersprache verfassten Anleitung – in chin...
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 02:48:27 „Chinese Room geht so, für alle zur Erinnerung, ist immer noch ein Klassiker der KI-Philosophie. Searle sagt das folgende, man stelle sich vor, jemand sitzt in einem Raum, da sind zwei Öffnungen. Und durch die eine Öffnung werden chinesische Zeichen reingereicht und die Aufgabe der Person im Raum ist, die zusammenzukleben und auf der anderen Seite rauszureichen nach einem Regelsystem, das er vor sich hat.“
Gabriel erklärt Searles berühmtes Gedankenexperiment als Klassiker der KI-Philosophie: Eine Person klebt chinesische Zeichen nach Regeln zusammen, ohne die Sprache zu verstehen – analog zur KI, die Sprache verarbeitet, ohne sie wirklich zu beherrschen. Gabriel nutzt das Argument, um seine frühere Position zu illustrieren, dass KI nur Modelle von Intelligenz baut, aber nicht wirklich intelligent ist.
Artificial General Intelligence
Ein Nature-Paper diskutiert, ob KI-Systeme bereits zu allgemeiner künstlicher Intelligenz (AGI) fähig sind. Es liefert wissenschaftliche Evidenz dafür, dass moderne Sprachmodelle über grundlegende Merkmale echter Intelligenz verfügen und nicht nur spezialisierte Aufgaben erfüllen, sondern adaptive Problemlösungen zeigen können.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 02:52:27 „Inzwischen bin ich auf der Seite, gab es auch gerade ein Nature-Paper letzte Woche, dem ich nur zustimmen kann. Achso, von dem Paper, weiß ich nicht, ich habe nur das Paper gelesen. Es müsste aber Artificial General Intelligence im Paper-Titel drin sein.“
Gabriel erwähnt ein aktuelles Nature-Paper, dessen genauen Titel er nicht nennen kann, das aber 'Artificial General Intelligence' im Titel trägt. Er stimmt den Thesen des Papers zu und nutzt es als Beleg dafür, dass KI-Systeme mittlerweile tatsächlich zu allgemeiner Intelligenz fähig sein könnten.
The Singularity Is Near
Ray Kurzweil · 2005
NEW YORK TIMES BESTSELLER • Celebrated futurist Ray Kurzweil, hailed by Bill Gates as “the best person I know at predicting the future of artificial intelligence,” presents an “elaborate, smart, and persuasive” (The Boston Globe) view of the future course of human development. “Artfully envisions a breathtakingly better world.”—Los Angeles Times “Startling in scope and bravado.”—Janet Maslin, The New York Times “An important book.”—The Philadelphia Inquirer At the onset of the twenty-first centu...
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 02:54:38 „Kurzweil hat immer gesagt, nicht der Singularity-Theoretiker, der gesagt hat, der Punkt kommt, wo die künstliche Intelligenz alles kann. Sehr vereinfacht gesagt. Und ich glaube, der Punkt ist gekommen. Wir sind jetzt past Singularity.“
Gabriel verweist auf Ray Kurzweils Singularity-These – die Vorhersage, dass KI einen Punkt erreichen wird, an dem sie alles kann. Gabriel gesteht ein, dass er Kurzweil immer für einen Silicon-Valley-Ideologen gehalten habe, dessen Argumente schlecht waren, aber der im Ergebnis leider doch recht behalten habe. Wir seien bereits jenseits der Singularität.
Winning the Race
Der Artikel-Titel ("30 Powerful Bible Verses About Winning The Race") passt nicht zum Podcast-Zitat und Kontext. Das Zitat bezieht sich auf ein White House-Dokument namens "Winning the Race" zum Thema KI-Regulierung und Trainingsdaten, nicht auf einen religiösen Artikel über Bibelverse. Das ist ein Fall für die URL-Suche in `enrich_articles.py` (Schritt 3) — die aktuelle URL ist vermutlich falsch und sollte korrigiert werden. Soll ich die URL-Suche starten oder manuell eine korrekte URL einpflegen?
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 03:00:32 „Und die Amerikaner haben die Entscheidung getroffen mit ihrem AI-Act, über den zu wenig berichtet wurde, Winning the Race. Vom Weißen Haus auch herausgegeben. Es kam Monate vor der National Security Strategy. Ich bin selber von einem Kollegen aus Harvard drauf hingewiesen worden.“
Gabriel verweist auf ein vom Weißen Haus herausgegebenes Dokument mit dem Titel 'Winning the Race', das er als amerikanischen AI-Act bezeichnet. Es sei Monate vor der National Security Strategy erschienen und formuliere klar, dass es im nationalen souveränen Interesse der USA liege, die bestehenden Eigentumsverhältnisse bei KI-Trainingsdaten als legitim zu behandeln.
Mission: Impossible – Dead Reckoning
Christopher McQuarrie · 2023
Ethan Hunt begibt sich auf seine siebte und bislang unmöglichste Mission: Gemeinsam mit seinem IMF-Team soll er eine neuartige Waffe ausfindig machen, die dazu in der Lage ist, die Menschheit an den Rand des Dritten Weltkriegs zu führen – und sieht sich gleich mit mehreren mächtigen Gegnern konfrontiert. Denn zahlreiche Schurken wollen ebenfalls in den Besitz des Schlüssels gelangen, der ihnen die Kontrolle über die mysteriöse Waffe geben würde.
🗣 Markus Gabriel empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:02:02 „Ich glaube, dass der Film der Stunde, und das ist ein schlechter Film als Kunstwerk, miserabel, Das ist keine Filmempfehlung, wie bei der Matrix. Aber der Film der Stunde ist der jüngste Mission Impossible.“
Gabriel nennt den jüngsten Mission-Impossible-Film als 'Film der Stunde' – nicht als Kunstwerk (das findet er miserabel), sondern als treffende Beschreibung unserer Lage: Eine KI namens 'The Entity' polarisiert die Menschheit, erobert den Informationsraum und dringt in Nukleararsenale ein. Es entsteht eine lebhafte Debatte mit Wegner und Amend über die Filmqualität.
Solaris
Andrei Tarkowski · 2002
Der Psychologe Dr. Chris Kelvin erhält den Auftrag, die unerklärlichen Vorkommnisse auf der Raumstation Prometheus zu untersuchen. Die umkreist derzeit den luminiszierenden Planeten Solaris, von dem auch die angeblichen "Besucher" zu stammen scheinen, die den zwei verbliebenen Crewmitgliedern das Leben schwer machen. Mit der Zeit wird jedoch klar, dass die Wesen lediglich Kreationen der eigenen Erinnerung sind.
🗣 Markus Gabriel empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:05:03 „Und ich glaube, Solaris ist mal ein anderes Beispiel, wenn man es hochkultureller will. Sehr guter Film.“
Nach der Diskussion über Mission Impossible als 'Film der Stunde' bringt Gabriel Solaris als hochkulturelleres Beispiel für die Verstärkungsfunktion von KI ein. Wegner kommentiert humorvoll, dass es auch eine Version mit George Clooney gebe. Gabriel sieht in der Solaris-Struktur – ein Spiegel, der menschliche Emotionen und Erinnerungen verstärkt – eine Parallele zur aktuellen KI-Situation.
Her
Spike Jonze · 2013
In was verliebt man sich bei seinem Gegenüber zuerst? Die Augen, das Gesicht, die Hände, die Stimme? Im Falle von Theodore Twombly ist es die Stimme. Ihm bleibt auch nichts anderes als die Stimme, denn Samantha ist körperlos. Sie ist die Stimme von Theodores neuem Betriebssystem, das über eine künstliche Intelligenz verfügt – und anscheinend auch über Emotionen.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 03:08:12 „Weswegen nicht beim Launch von ChatGPT4O Sam Altman, 13. Mai 2024, nur gepostet hat, mit Bezugnahme auf den Film von Spike Jonze.“
Gabriel verweist darauf, dass Sam Altman beim Launch von ChatGPT-4o am 13. Mai 2024 auf den Film 'Her' von Spike Jonze Bezug nahm. Gabriel deutet dies als Beleg dafür, dass OpenAI als erstes erkannt habe, dass KI-Systeme primär unsere emotionale Intelligenz ansprechen – genau wie im Film, wo ein Mann eine emotionale Beziehung zu einem KI-System entwickelt.
The Surveillance Capitalism (Das Zeitalter des Überwachungskapitalismus)
Shoshana Zuboff · 2018
Gegen den Big-Other-Kapitalismus ist Big Brother harmlos. Die Menschheit steht am Scheideweg, sagt die Harvard-Ökonomin Shoshana Zuboff. Bekommt die Politik die wachsende Macht der High-Tech-Giganten in den Griff? Oder überlassen wir uns der verborgenen Logik des Überwachungskapitalismus? Wie reagieren wir auf die neuen Methoden der Verhaltensauswertung und -manipulation, die unsere Autonomie bedrohen? Akzeptieren wir die neuen Formen sozialer Ungleichheit? Ist Widerstand ohnehin zwecklos? Zubof...
🗣 Markus Gabriel erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:13:02 „Also natürlich kennen wir Suboff, Surveillance Capitalism und Verhaltensveränderung und so. Natürlich ist Google nicht einfach eine Wissensdatenbank, aber die haben einen Wissensdatenbank-Charakter.“
Im Kontext der Diskussion über Googles Geschäftsmodell und die LLM-Revolution erwähnt Gabriel Shoshana Zuboffs Konzept des Überwachungskapitalismus als bekannten Referenzpunkt dafür, dass Google mehr ist als eine reine Wissensdatenbank.
Das Mutterrecht
Johann Jakob Bachofen · 1943
Bachofens einflussreiche Studie argumentiert, dass frühe menschliche Gesellschaften matriarchisch organisiert waren und sich das Patriarchat erst später entwickelte. Das Werk hinterfragt die verbreitete Annahme, dass männliche Dominanz die natürliche oder ursprüngliche Gesellschaftsform darstellt.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 03:21:34 „Der hat ein großartiges, völlig wahnsinniges Buch geschrieben, das Mutterrecht, wo er dafür argumentiert, dass wir aus dem Matriarchat kommen, also unsere Patriarchatvorstellung, ganz anders daran geht.“
Gabriel nutzt Bachofens 'Das Mutterrecht' als Beispiel für ein Werk, das nur durch idiosynkratisches, menschliches Wälzen von Bibliotheken entstehen konnte — ein Typ von Buch, den keine KI je produzieren würde. Es illustriert seine These, dass menschliche Kreativität durch KI nicht hinfällig wird.
Time's Arrow and Archimedes' Point
Huw Price · 1996
The arrow of time and the meaning of quantum mechanics are 2 of the great mysteries of modern physics. This important book - written for non-specialist readers, as well as physicists and philosophers - throws new light on both issues.
🗣 Markus Gabriel empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:36:52 „Da glaube ich auch, dass die Top-Leute zu einer Position neigen, die der Philosoph Hugh Price, der ein tolles Buch dazu geschrieben hat. Archimedes Point and Times Arrow heißt das, wo er nicht genau da nochmal alle diese Entropie-Argumente und so weiter. Ist jetzt nicht mehr ganz neu, das Buch, aber wurde auch sehr geschätzt, gut besprochen in der Physik-Community.“
In der ausführlichen Diskussion über die Natur der Zeit empfiehlt Gabriel dieses Buch des Philosophen Huw Price, das klassische Zeitpfeil-Argumente (etwa aus der Entropie) entkräftet. Er betont, dass es in der Physik-Community gut aufgenommen wurde.
Durée et simultanéité
Henri Bergson · 2023
Dans cet ouvrage de 1922, l'auteur a retenu de la théorie de la relativité ce qui concernait le temps, laissant de côté les autres problèmes. Nouvelle présentation dans le cadre de l'édition critique des oeuvres de Bergson. Bref texte introductif, p. 7-14; substantiel dossier critique, p. 217-479, comprenant : des notes abondantes; des index (noms de personnes, noms de dieux, noms de lieux, notions, images, exemples); une table analytique; des extraits de la réception critique. [SDM].
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 03:37:47 „Die klassische Debatte, die, glaube ich, Einstein nicht so eindeutig gewonnen hat, wie man das gerne sagt, war zwischen Einstein und Bergson. Henri Bergson machte nur dabei den Fehler, die einsteinischen Ergebnisse bestreiten zu wollen.“
Im Gespräch über die Natur der Zeit und die Frage, ob Zeit real ist oder eine Illusion, verweist Gabriel auf die berühmte Einstein-Bergson-Debatte über die Natur der Zeit, in der Bergson die erlebte Zeit gegen Einsteins physikalische Zeitauffassung verteidigte.
The Unreality of Time
John McTaggart · 2020
McTaggarts philosophischer Essay argumentiert, dass Zeit nicht existiert. Sein Kerngedanke: Nichts kann zugleich absolut widersprüchliche Eigenschaften haben. Da Ereignisse nicht gleichzeitig in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft liegen können, folgt daraus, dass Zeit nicht real sein kann.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 03:38:54 „Der große Aufsatz, der zeigen möchte, dass Zeit nicht existiert, ist von MacTaggart. Die Unreality of Time nennt er diese Position. Und der Gedanke geht einfach so, nichts kann absolut widersprüchliche Eigenschaften haben.“
Gabriel erläutert McTaggarts berühmtes philosophisches Argument gegen die Existenz der Zeit: Etwas kann nicht zugleich in der Zukunft und in der Gegenwart liegen, woraus folge, dass Zeit nicht existieren könne. Er nutzt dies als Teil der größeren Debatte über die Natur der Zeit.
Wissenschaft der Logik
Georg Wilhelm Friedrich Hegel · 2018
Wissenschaft der Logik Part 1 Volume 2 By Georg Wilhelm Friedrich Hegel Aber die nothwendige Ausdehnung, welche die Logik für sich erhalten mußte, hat mich veranlaßt, diese besonders ans Licht treten zu lassen; sie macht also in einem erweiterten Plane die erste Folge zur Phänomenologie des Geistes aus.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 03:49:20 „So beginnt Hegels Buch, die Wissenschaft der Logik, mit dem berühmten Satz.“
Markus Gabriel entwickelt eine spekulative These über die Zeit als Effekt eines sich selbst negierenden Nichts und verweist dabei auf Hegels 'Wissenschaft der Logik'. Gabriel zitiert Hegels Formel, Zeit sei die 'Bewegung von Nichts zu Nichts und dadurch zu sich selbst zurück', und nutzt das Werk als philosophische Grundlage für seine eigene Zeitspekulation.
Everything and Nothing
Graham Priest, Markus Gabriel
Das Werk des Logikers Graham Priest behandelt fundamentale Fragen der Metaphysik und Logik, insbesondere die Möglichkeit, dass die Welt sich selbst vollständig repräsentieren kann. Im Dialog mit Gabriel werden alternative mereologische Strukturen diskutiert, die Gabriels These, dass es die Welt als Ganzes nicht gibt, herausfordern. Das Buch dokumentiert einen technischen, aber tiefgründigen philosophischen Disput über die Grenzen von Selbstrepräsentation und logischer Konsistenz.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 04:03:56 „Vor allem der große Logiker Graham Priest, mit dem ich da zum Buch gemacht habe, irgendwann mal vor ein paar Jahren. Der hat gesagt, Gabriel, super Idee, aber du hast eine Möglichkeit übersehen, nämlich die.“
Im Rahmen der Diskussion über die Frage, ob die Welt als Ganzes in sich selbst repräsentiert werden kann, erwähnt Gabriel sein gemeinsames Buch mit dem Logiker Graham Priest. Priest habe Gabriels These, dass es die Welt nicht gibt, mit einer alternativen mereologischen Struktur herausgefordert, was zu einem langen technischen Streit zwischen beiden führte.
Mythology, Madness, and Laughter: Subjectivity in German Idealism
Markus Gabriel, Slavoj Žižek · 2009
A hugely important book that rediscovers three crucial, but long overlooked themes in German idealism: mythology, madness and laughter.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 04:08:45 „Als ich dann Warum es die Welt nicht gibt geschrieben habe, hatte ich vorher schon ein Buch mit Slavoj Žižek gemacht. Das war das erste, oder? Das erste populärere Buch. Na klar, wenn man mit Žižek schreibt, dann ist das so oder so sichtbar.“
Markus Gabriel erwähnt sein gemeinsames Buch mit Slavoj Žižek von 2009 als sein erstes öffentlichkeitswirksames Werk. Er beschreibt Žižek als damals sehr prominente Figur, durch die das Buch automatisch Sichtbarkeit erlangte. Gabriel ordnet das Buch in die Tradition der öffentlichen philosophischen Intervention ein.
Liebe. Ein unordentliches Gefühl
Richard David Precht · 2009
Das unverzichtbare Buch für alle, die Ratgebern misstrauen und trotzdem endlich wissen wollen, was es mit der Liebe auf sich hat Die Liebe bewegt uns wie nichts anderes, sie vermag unser Leben auf den Kopf zu stellen und jegliche Ordnung zu Fall zu bringen. Dennoch wissen wir gar nicht so genau, was sie ist – die Liebe. Der Bestsellerautor Richard David Precht bringt Ordnung in dieses unordentlichste der Gefühle.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 04:13:56 „Meine Frau hatte sogar, da kannte ich ihn noch kaum, auf unserer Hochzeitsreise sein Buch über Liebe dabei geschrieben. Da war ja gerade so auf meinem Radar, habe ich auch nichts gesagt, habe sie das Buch lesen lassen. Ich fragte sie nur irgendwann, was ist die These des Buches?“
Im Kontext seiner Kritik an Richard David Precht erzählt Gabriel, dass seine Frau auf der Hochzeitsreise Prechts Buch über Liebe dabei hatte. Er habe sie nach der These gefragt und die Antwort wenig überzeugend gefunden – ein Beispiel für seinen Vorwurf, dass Prechts Werken philosophische Ernsthaftigkeit und klare Argumentation fehlen.
Fortschritt und Regression
Rahel Jaeggi
Das vorliegende Buch macht den Humanwissenschaften den Vorschlag, Zeitdiagnostik als Grundlagenforschung zu erneuern und dazu von der ruhenden auf die bewegte Beobachtung umzustellen: Die Diagnose unserer Zeit mit Hilfe von Zeit vorzunehmen, führt zu einer variablen Geometrie des Sinns. Eine per se unscharfe Welt ist ein Rätsel (Black Box), umhüllt vom Schleier des Wissens, ohne gültige Karten (cognitive maps).
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 04:15:38 „Aber ich finde das einen ausgesprochen interessanten Ansatz eigenen Rechts. Also das lese ich gerne, vor allen Dingen das Fortschritt und Regression Buch. Fand ich schon ganz ausgesprochen interessant.“
Auf die Frage, welche Philosophinnen und Philosophen er schätze, nennt Gabriel Rahel Jaeggi und ihr Buch über Fortschritt und Regression. Obwohl er philosophisch ganz woanders stehe, finde er ihren Ansatz ausgesprochen interessant – gerade weil sie sich wie er mit moralischem Fortschritt beschäftige, aber zu ganz anderen Ergebnissen komme.
Enter Wu-Tang (36 Chambers)
Wu-Tang Clan
Der Wu-Tang Clan ist eine Hip-Hop-Gruppe aus New York City. Anfang der 1990er etablierte sie einen musikalisch neuen, düsteren und surrealen Stil im Hip-Hop. Gegenüber den immer sauberer werdenden Funk- und Popanleihen der damaligen Hip-Hop-Welt setzten sie Posse Cuts und experimentelle Beats ein. Ihr Debütalbum Enter the Wu-Tang (36 Chambers) gilt als Meilenstein in der Hip-Hop-Geschichte. Die Texte setzten sich vom hedonistisch geprägten Gangsta-Rap ab und versuchten sich an einer zugleich düs...
🗣 Markus Gabriel empfiehlt aktiv bei ⏱ 04:19:19 „Na schon die alten Wu-Tang-Platten. Also Wu-Tang war kurz bevor es dann endgültig kommerziell wurde.“
Auf die Frage nach seiner wichtigsten Hip-Hop-Platte nennt Gabriel die frühen Wu-Tang-Clan-Alben. Als Kind der 90er Jahre, geprägt von MTV und Skateboard-Kultur, sei Hip-Hop ein zentraler Teil seiner Sozialisation gewesen – Wu-Tang markiere für ihn den Moment kurz bevor Hip-Hop vollständig kommerziell wurde.
Arrows Theorem
Kenneth Arrow
Kenneth Arrows Unmöglichkeitstheorem zeigt, dass kollektive Entscheidungen durch demokratische Verfahren nur dann zuverlässig sind, wenn sich die Beteiligten nicht austauschen. Sobald Kommunikation stattfindet, sinkt die Qualität der Entscheidungen. Das Theorem wird als Erklärung für Social-Media-Krisen herangezogen, da intensive Kommunikation ohne Filterung zu schlechteren kollektiven Urteilen führt. Arrows Forschung illustriert damit eine grundlegende Spannung zwischen Partizipation und Qualität in modernen Öffentlichkeiten.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 04:35:07 „Und zwar Arrows Theorem. Kenneth Arrow hat gezeigt, das ist natürlich ein erstmal mehr oder weniger nur mathematisches, volkswirtschaftliches Resultat, dass die positiven Demokratietheoreme, also die sagen nicht Wisdom of the Crowds Theoreme, wenn sehr viele Menschen einfach sehr, sehr viele Entscheidungen treffen mit demokratischen Verfahren, dass die Wahrscheinlichkeit besser ist, dass sie die richtige Entscheidung treffen, als wenn wenige Experten voranschreiten.“
Gabriel nutzt Kenneth Arrows berühmtes Unmöglichkeitstheorem, um seine These zur Krise der Öffentlichkeit zu stützen. Arrow habe gezeigt, dass Wisdom-of-the-Crowds-Effekte nur funktionieren, wenn die Beteiligten sich nicht untereinander austauschen – sobald kommuniziert wird, sinke die Qualität kollektiver Entscheidungen. Gabriel sieht darin eine mögliche Erklärung für das Social-Media-Problem und arbeitet an einem globalen Forschungsprojekt dazu.
Gutes tun – Wie der ethische Kapitalismus die Demokratie retten kann
Markus Gabriel · 2024
Wir können die Demokratie retten – wenn wir unsere Wirtschaft fundamental umstellen Lange war die herrschende Doktrin, ein auf reinem Gewinnstreben basierendes Wirtschaftssystem bringe die Menschheit stetig voran. Davon kann keine Rede mehr sein – vielmehr wissen wir längst, dass diese Form des Kapitalismus verantwortlich ist für soziale Ungleichheit, Klimakrise, Massenmigration, ja selbst für Kriege.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 04:54:46 „Also wir hatten einmal ein gutes Gespräch anlässlich der Publikation meines Buches Gutes tun, wie der ethische Kapitalismus die Demokratie retten kann, beim Süddeutsche Zeitung Wirtschaftsgipfel.“
Markus Gabriel erwähnt sein eigenes Buch im Zusammenhang mit einer Begegnung mit Friedrich Merz beim SZ-Wirtschaftsgipfel. Das Buch bildet den Hintergrund für seine These, dass Investitionskultur statt Umverteilung der Weg aus der Wirtschaftskrise sei.
Das asiatische Jahrhundert
Parag Khanna · 2021
In diesem Buch eröffnet uns Parag Khanna, indisch-amerikanischer Politikwissenschaftler und in Singapur lebender Vordenker, einen anderen, neuen Blick auf die Welt. Er bringt Geschichte, Politik und die natürlichen Lebensbedingungen des Menschen, die sich gerade rasant verändern, zusammen und leitet daraus Voraussagen für die Zukunft ab. Seine Grundthese: Die Menschheit wird sich in den nächsten Jahrzehnten neu auf der Erde verteilen (müssen).
🗣 Jochen Wegner zitiert daraus bei ⏱ 05:06:35 „Ich habe vor ein paar Monaten in Singapur einen ganz tollen Denker getroffen. Der heißt Parakana. Der unter anderem einen Bestseller geschrieben hat. Das asiatische Jahrhundert.“
Jochen Wegner leitet eine neue Gesprächsrichtung ein, indem er von einer Begegnung mit dem Autor Parag Khanna in Singapur erzählt. Er bezeichnet ihn als 'tollen Denker' und verweist auf dessen Bestseller, um eine Frage über Asiens Aufstieg vorzubereiten.
The Asian Century
Parag Khanna · 2019
Five billion people, two-thirds of the world's mega-cities, one-third of the global economy, two-thirds of global economic growth, thirty of the Fortune 100, six of the ten largest banks, eight of the ten largest armies, five nuclear powers, massive technological innovation, the newest crop of top-ranked universities.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:06:35 „Ich habe vor ein paar Monaten in Singapur einen ganz tollen Denker getroffen. Der heißt Parakana. Der unter anderem einen Bestseller geschrieben hat. Das asiatische Jahrhundert.“
Jochen Wegner erzählt von seiner Begegnung mit Parag Khanna in Singapur, der sich dort einbürgern ließ. Das Buch dient als Einleitung zu einer längeren Diskussion über Singapurs Effizienz als 'Problemlöser-Staat' und die Frage, ob Bürger eher Sicherheit und Funktionalität als Freiheit von ihrem Staat erwarten.
Masterarbeit über Spinoza
Vivienne Kurpiella
Masterarbeit untersucht Spinozas Theorie des Irrtums. Zentrale These zieht originelle Parallele zu Social-Media-Algorithmen: Wie fragmentarische Informationen durch den Algorithmus zur Verwirrung führen, erklärt Spinoza Irrtum durch unvollständige Wahrnehmung und Erkenntnis.
🗣 Markus Gabriel empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:14:51 „Ich habe gestern eine absolut geniale Masterarbeit, ich lobe sie jetzt hiermit, ich sage es nicht, aber sie weiß, wenn ich meine über Spinoza, ich möchte jetzt nicht meine Studentin... Aber wenn nicht jetzt, wann dann? Ja, warum nicht? Darf ich auch, genau. Ich darf ja sagen, ist ja auch nicht geheim, es ist ein Lob, Frau Kurpiella...“
Markus Gabriel lobt die Masterarbeit seiner Studentin Vivienne Kurpiella über Spinozas Theorie des Irrtums. Die Arbeit zieht eine originelle Parallele: Spinoza erkläre Irrtum nach dem Modell einer Art Social-Media-Feed – man sieht immer nur Fragmente, die nicht zusammenhängen, und der Algorithmus sei der Denker, der uns in Verwirrung versetzt.
Ethik
Baruch de Spinoza · 2025
Spinozas Theorie des Irrtums als Verwirrung: Der Artikel erläutert, wie Spinoza Irrtum durch Fragmentierung und mangelnde Zusammenhänge erklärt – ähnlich wie algorithmische Feeds, die nur einzelne Inhalte ohne Kontext zeigen. Markus Gabriel wendet diese klassische philosophische Theorie auf moderne Phänomene wie Social Media und künstliche Intelligenz an und demonstriert ihre überraschende Aktualität.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 05:15:42 „Spinoza erklärt Irrtum nach dem Modell, dass die Wirklichkeit so eine Art Social Media Feed ist. Das heißt, man sieht immer nur dies und dann kommt schon das nächste und es hängt nicht zusammen. Und der Algorithmus wäre jetzt genau der Denker, der uns in Verwirrung versetzt.“
Markus Gabriel lobt die Masterarbeit seiner Studentin Vivienne Kurpiella über Spinoza und erläutert ausführlich dessen Theorie des Irrtums über das Konzept der Konfusion im Unterschied zur klaren und deutlichen Erkenntnis – zentrale Begriffe aus Spinozas Ethik, die auf Social-Media-Feeds und KI-Verwirrung angewandt werden.
Das Kommunistische Manifest
Karl Marx · 2025
Das Kommunistische Manifest, erstmals 1848 veröffentlicht, prägte nicht nur die Arbeiterbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts, sondern wurde auch zu einem zentralen Bezugstext zahlreicher linker Theorien und Bewegungen weltweit. In prägnanter Sprache analysieren Marx und Engels die gesellschaftlichen Klassenverhältnisse und entwickeln das Ziel einer klassenlosen, kommunistischen Gesellschaft.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 05:30:49 „Ein Gespenst geht in Europa um. Das ist die KI. Es war doch nicht der Kommunismus. Wobei ich tatsächlich Freunde habe, die glauben, dass das die Vorstufe des Kommunismus ist. KI.“
Markus Gabriel paraphrasiert den berühmten Eröffnungssatz des Kommunistischen Manifests ('Ein Gespenst geht um in Europa') und wendet ihn auf die KI an. Die Anspielung dient als humorvoller Übergang zu der Beobachtung, dass manche Denker KI tatsächlich als Vorstufe des Kommunismus betrachten – etwa über das bedingungslose Grundeinkommen.
Superintelligence: Paths, Dangers, Strategies
Nick Bostrom · 2014
Was geschieht, wenn es Wissenschaftlern eines Tages gelingt, eine Maschine zu entwickeln, die die menschliche Intelligenz auf so gut wie allen wichtigen Gebieten übertrifft? Klar ist: Eine solche Superintelligenz wäre enorm mächtig und würde uns vor Kontroll- und Steuerungsprobleme stellen, verglichen mit denen die Bewältigung des Klimawandels ein Klacks ist.
🗣 Markus Gabriel erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:33:46 „Ich fürchte, wir müssen denen einen moralischen Status einräumen. Ob das ein rechtlicher Status gleich ist, ist eine andere Frage.“
Im Kontext der Frage, ob KI-Systeme Rechte haben sollten, wird Nick Bostroms Superintelligenz-Debatte erwähnt. Gabriel verweist auf Bostroms philosophische Arbeit zur Superintelligenz als Hintergrund der aktuellen Diskussion darüber, was passiert, wenn agentische KI-Systeme zunehmend autonom handeln.
Westworld
Jonathan Nolan · 2016
Eine dunkle Odyssee über das Erwachen künstlichen Bewusstseins und die sich ausbreitende Sünde: An der Schnittstelle zwischen naher Zukunft und wiedererweckter Vergangenheit wird eine Welt erforscht, in der jedes menschliche Verlangen erfüllt werden kann, egal wie nobel oder verdorben es ist. Es existieren keine Regeln, keine Gesetze, keine Urteile - ein Leben ohne Grenzen.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 05:35:07 „Das ist so wie Westworld. Ja, genau. Es ist im Grunde genommen eine Westworld-Debatte. Da kann man ja auch verschiedene Intuitionen haben.“
Als der japanische Philosoph Yasu Deguchis Position erläutert wird, dass man KI-Systeme nicht zerstören dürfe ('Anti-Disposal-Rights'), zieht Christoph Amend den Vergleich zur Serie Westworld, in der künstliche Wesen missbraucht und zerstört werden. Die Serie dient als kulturelle Referenz für die ethische Debatte um den moralischen Status von KI.
The Boys in the Boat
George Clooney · 2023
Die Geschichte spielt in den 1930er Jahren und dreht sich um das Ruderteam der University of Washington, von den Anfängen in der Zeit der Depression bis zum Gewinn der olympischen Goldmedaille.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 05:41:26 „George Clooney fand ich ja auch interessant. Der hat ja jetzt diesen Film über sich selbst. Und interessanterweise finde ich den Film ganz schön und irgendwie rührend. Viel besser ist die Dokumentation über den Film.“
Christoph Amend spricht über einen aktuellen George-Clooney-Film und eine dazugehörige Dokumentation. Er findet den Film rührend, aber die begleitende Dokumentation noch besser, weil Clooney dort einfach sich selbst spielt – was seiner Meinung nach Clooneys beste Rolle ist.
Jay Kelly
George Clooney · 2025
Der berühmte Filmschauspieler Jay Kelly und sein treuer Manager Ron begeben sich auf eine turbulente und unerwartet tiefgründige Reise durch Europa. Unterwegs müssen sich beide Männer mit den Entscheidungen, die sie getroffen haben, den Beziehungen zu ihren Lieben und dem Vermächtnis, das sie hinterlassen werden, auseinandersetzen.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 05:43:03 „Aber den Jay-Kelly-Film, darüber würde ich mich jetzt sehr gerne mit ihm unterhalten, weil der so gemischt war zwischen jetzt mal wirklich großes Kino, sehr viel richtig gute Kinoarbeit und absolut banalem irgendwie Euro-Kitsch.“
Markus Gabriel spricht über George Clooneys Film 'Jay Kelly' und beschreibt ihn als qualitativ sehr gespalten – einerseits großes Kino mit guter handwerklicher Arbeit, andererseits banaler amerikanischer Euro-Kitsch in der Darstellung von Frankreich und Italien. Er hätte sich gerne mit Clooney darüber unterhalten.
Bestseller über das Reinigen
Shokei Matsumoto
Ein Bestseller mit praktischen Reinigungstipps und Alltagsritualen für achtsames Leben. Das Buch vermittelt einfache, leicht umsetzbare Gewohnheiten wie Fenster beim Kaffeetrinken zu öffnen, um Körper und Raum zu reinigen und das Wohlbefinden zu steigern.
🗣 Markus Gabriel empfiehlt aktiv bei ⏱ 05:53:16 „Shokei Matsumoto heißt. Er hat auch einen Bestseller geschrieben darüber, wie man reinigt. Wo dann so Tipps stehen, die wir auch seitdem zu Hause befolgen, wie morgens erst mal, wenn man Kaffee trinkt, Fenster auf. Kaffee bei geöffnetem Fenster. Solche Tipps stehen.“
Markus Gabriel erzählt von dem buddhistischen Mönch Shokei Matsumoto, der einen Bestseller über Reinigungspraktiken geschrieben hat. Das Buch enthält alltägliche Tipps wie 'Kaffee bei geöffnetem Fenster trinken', die Gabriel und seine Frau zu Hause übernommen haben. Der Mönch hat Gabriel tiefgreifend beeinflusst.
Is It Good to Cooperate? Testing the Theory of Morality-as-Cooperation in 60 Societies
Oliver Scott Curry
Ethnologische Studie von Oliver Scott Curry und Kollegen (Oxford 2019), die universelle moralische Prinzipien in 60 Kulturen untersuchte. Die Forschung zeigt empirisch, dass grundlegende ethische Werte wie der Schutz von älteren Menschen kulturübergreifend geteilt werden. Die Studie liefert Belege für die Existenz von Universalien in der Moral jenseits kultureller Unterschiede und stützt die These, dass Kooperation ein fundamentales moralisches Prinzip darstellt.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 06:02:17 „Es gibt auch ethnologische Studien, 2019 Curry und andere aus Oxford, die für mich prägend waren, die einfach mal hingeschaut haben. Sehr banal, über Kultur übergreifend festgestellt haben, nicht, dass es einfach zum Beispiel sowas gibt wie schütze alte Menschen und so.“
Markus Gabriel zitiert eine ethnologische Studie von 2019 aus Oxford (Curry et al.) als prägend für sein Denken über universelle moralische Tatsachen. Die Studie untersuchte kulturübergreifende moralische Gemeinsamkeiten und fand basale geteilte Werte wie den Schutz älterer Menschen.
Star Wars
George Lucas · 1977
Seit der Vernichtung der Jedi-Ritter steht die Galaxie unter der grausamen Herrschaft des Imperiums. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen, angeführt von der schönen Prinzessin Leia, widersetzt sich der dunklen Macht. Als es ihnen gelingt, die geheimen Baupläne für den gefährlichen Todesstern zu entwenden, gerät das Imperium in Aufruhr. Durch Zufall gelangen die Pläne ausgerechnet in die Hände des Farmerjungen Luke Skywalker, der spürt, dass er sein bisheriges Leben hinter sich lassen muss. Gemein
🗣 Markus Gabriel erwähnt beiläufig bei ⏱ 06:30:43 „Hier hängt ja auch Star Trek, Star Wars, sorry, das ist eine Sünde.“
Gabriel verspricht sich und verwechselt Star Trek mit Star Wars, was er scherzhaft als 'Sünde' bezeichnet. Es handelt sich um eine beiläufige Erwähnung im Kontext des Gesprächs über den Film 'Der Name der Rose' und Sean Connery.
Kritik der Urteilskraft
Immanuel Kant
Kants philosophisches Hauptwerk zur Ästhetik untersucht, wie ästhetische Erfahrungen entstehen, wenn die Einbildungskraft an der Begriffsbildung scheitert. Er unterscheidet dabei zwischen dem Schönen, dem Erhabenen und anderen ästhetischen Kategorien und bietet eine bis heute wirkmächtige Theorie des ästhetischen Urteils.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 06:40:54 „Mein Lehrer Rüdiger Bubner war ein Meister darin, der hat die Seminarkritik der Urteilskraft Immanuel Kant. Und bei Bubner hat man kein ganzes Buch im Semester gelesen. Drei Seiten.“
Gabriel erzählt von seinem Lehrer Rüdiger Bubner, der in Seminaren Kants Kritik der Urteilskraft behandelte und dabei bewusst nur wenige Seiten pro Semester las, um die Tiefe des hermeneutischen Lesens zu demonstrieren – eine Fähigkeit, die KI laut Gabriel nicht besitzt.
Instauratio Magna (De nobis ipsis silemus)
Francis Bacon · 2014
Das Novum organum scientiarum (dt. "Neues Werkzeug der Kenntnisse"), genauer De verulamio novum organum scientiarum in deutscher Übersetzung Neues Organon, ist das wissenschaftstheoretische philosophische Hauptwerk von Francis Bacon, das in Latein verfasst und 1620 in England veröffentlicht wurde. Es gilt als Wendepunkt in der Kulturgeschichte zwischen mittelalterlichem Denken und neuzeitlicher methodischer Forschung, die auf Fortschritt und damit Gemeinwohl ausgerichtet ist.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 06:42:06 „Die Antwort ist den Nobis Ipsis Selemus. Francis Bacon. Das Ganze geht los mit einem Bacon-Zitat. Niemand spricht je über den Nobis Ipsi Selemus. Ist das nicht interessant?“
Im Kontext einer Anekdote über Gadamers Lehrmethode erklärt Gabriel, dass der erste Satz der Kritik der reinen Vernunft nicht aus der Einleitung stammt, sondern ein Bacon-Zitat ist: 'Über uns selbst schweigen wir.' Er kritisiert, dass niemand je über die Bedeutung dieses Mottos nachdenke.
Das zweite Geschlecht
Simone de Beauvoir
Das berühmte Standardwerk von Simone de Beauvoir! Die universelle Standortbestimmung der Frau, die aus jahrtausendealter Abhängigkeit von männlicher Vorherrschaft ausgebrochen ist, hat nichts an Gültigkeit eingebüßt. Die Scharfsichtigkeit der grundlegenden Analyse tritt in der Neuübersetzung noch deutlicher hervor. Simone de Beauvoir überprüft die subjektiven und objektiven Einschränkungen und Belastungen, denen Frauen ausgesetzt waren und sind.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 06:52:24 „Also das Simon de Beauvoir, deswegen habe ich auch da Simon gesagt statt Judith, Diktum, man wird nicht als Frau geboren, man wird es, es ist eine Aufgabe.“
Gabriel zitiert Simone de Beauvoirs berühmtes Diktum 'Man wird nicht als Frau geboren, man wird es' und überträgt es auf die Frage des Menschseins insgesamt: So wie Frausein eine Aufgabe ist, sei auch Menschsein eine normative Leistung, die man aktiv erbringen müsse.
Der magische Spiegel der KI
Markus Gabriel · 2026
Für eine KI, in der der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht die Maschine Künstliche Intelligenz durchdringt alle Bereiche unseres Lebens. Diese Revolution wird sich weiter beschleunigen. Umso dringlicher müssen wir KI nachhaltig gestalten, um uns gegen skrupellose amerikanische und chinesische Konzerne zu behaupten.
🗣 Markus Gabriel referenziert bei ⏱ 06:55:13 „Habe ich vielleicht auch im magischen Spiegel der KI, habe das Buch auch in Portugal übrigens geschrieben, wo eine ganz eigene Art von Zeitlichkeit herrscht.“
Gegen Ende des Gesprächs wird Gabriel persönlich und erwähnt sein eigenes Buch 'Der magische Spiegel der KI', das er in Portugal geschrieben hat. Er beschreibt, wie die Auseinandersetzung mit KI und ihrer emotionalen Wende ihn dazu gebracht hat, seine Zuneigung zu Menschen klarer zu erkennen.
Moralische Tatsachen
Markus Gabriel
Eine philosophische Untersuchung moralischer Tatsachen, geprägt durch das Konzept der Aufmerksamkeit der Philosophin Iris Murdoch. Das Werk setzt sich damit auseinander, wie wir moralische Wahrheiten erkennen und verstehen können.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 06:57:02 „Da ist jetzt Iris Murdoch, um mit dieser Philosophin ein bisschen meinen Diskurs zu schließen, war für mich sehr wichtig, auch für mein Buch Moralische Tatsachen.“
Gabriel erwähnt sein eigenes Buch 'Moralische Tatsachen' im Zusammenhang mit dem Einfluss der Philosophin Iris Murdoch auf sein Denken, insbesondere deren Begriff der 'Attention'.
The Sovereignty of Good
Iris Murdoch · 2023
Iris Murdoch once observed: 'philosophy is often a matter of finding occasions on which to say the obvious'. What was obvious to Murdoch, and to all those who read her work, is that Good transcends everything - even God. Throughout her distinguished and prolific writing career, she explored questions of Good and Bad, myth and morality. The framework for Murdoch's questions - and her own conclusions - can be found here.
🗣 Markus Gabriel zitiert daraus bei ⏱ 06:57:09 „Der Begriff von Attention bei Iris Murdoch im Buch Souveränität des Guten halte ich für spielentscheidend, was sie da macht zu Beginn des Buches, weil sie sagt, es gibt eine Art und Weise, die anderen zu sehen, durch die Brille der Liebe und der Freundschaft.“
Gabriel nennt Iris Murdochs 'The Sovereignty of Good' (Souveränität des Guten) als philosophisch entscheidendes Werk für seine Schlussthese: Murdochs Begriff der 'Attention' – die Fähigkeit, andere durch die Brille der Liebe zu sehen – sei der höchste Wert und das, was den Menschen im KI-Zeitalter ausmache.