Das weiße Band
Michael Haneke · 2009
Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands. 1913/14. Vorabend des ersten Weltkriegs. Die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors. Seine kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern – ein Querschnitt eben. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an. Wer steckt dahinter?
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„Einfach nochmal gucken, damit man weiß, wie Kindererziehung vor über 100 Jahren aussah, das weiße Band von Harnicke, einer der besten deutschen Filme, wirklich, die Szene mit Detlev Buck, wo der Lehrer die Tochter heiraten will und Detlev Buck als Bauer da reinkommt, das ist übrigens einer der stärksten Auftritte von Buck, die ich je gesehen habe.“
Im Gespräch über Kindererziehung und den autoritären Umgang mit Kindern empfiehlt Olli Schulz Hanekes Film als Beispiel dafür, wie Erziehung vor über 100 Jahren aussah. Er schwärmt besonders von Detlev Bucks Auftritt als Bauer, den er als einen der stärksten schauspielerischen Auftritte Bucks überhaupt bezeichnet — bemerkenswert, weil Buck eher als Regisseur bekannt ist.
„Dann habe ich aber zusammen mit Rainer Bock, der also auch mittlerweile schon mit Spielberg und im Weißen Band mitgespielt hat und so weiter, mit dem war ich da in Kiel zusammen damals engagiert.“
Prahl erwähnt den Film beiläufig, um die spätere Karriere seines Kieler Kollegen Rainer Bock einzuordnen. Bock wurde international bekannt durch Rollen in Hanekes 'Das weiße Band' und bei Spielberg.
„Viele stellen sich das immer so vor, wenn ich sage, ich hätte eine katholische Jugend genossen, das weiße Band mindestens, alles grau und Tür zu und mit sehr viel Verboten und das stimmt nicht.“
Caren Miosga nutzt Michael Hanekes Film 'Das weiße Band' als Chiffre für eine strenge, repressive Erziehung. Sie grenzt ihre eigene katholische Jugend davon ab – es war gar nicht so düster und restriktiv, wie viele vermuten würden.
„Also dieser Schritt, wir haben ja alle das weiße Band im Kopf als Film. Wie gewaltgetränkt das war.“
Nina verweist auf Hanekes Film 'Das weiße Band', der die autoritäre Gewalt der Kaiserzeit zeigt, um zu illustrieren, wie tief patriarchale Gewalt historisch verwurzelt ist. Sie nutzt den Film als Ausgangspunkt für die These, dass sich diese Gewalt über Generationen 'verwässert' – die Eltern der heutigen Millennials wurden noch geschlagen, und nun versucht man, dieses Muster zu durchbrechen.
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