Furcht und Zittern
Søren Kierkegaard · 1950
Kierkegaards philosophisches Werk untersucht die Opferungsszene Abrahams durch psychologische Tiefenanalyse. Das Buch meditiert über das Ungesagte: die inneren Gedanken Abrahams, Sarahs und Isaaks während dieser existenziellen Prüfung. Die biblische Erzählung offenbart durch ihre Knappheit und Stille gerade dadurch ihre tiefe Wirkung auf philosophisches Denken.
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„Und schreibt in seinem Buch, das heißt Furcht und Zittern, Passagen, wo er Meditationen über Abraham schreibt. Da kann er gar nicht sich anders ausdrücken. Da hört er auf zu philosophieren und sagt, ich muss mir jetzt die Szene von den verschiedensten Seiten her vorstellen.“
Johanna Haberer zieht Kierkegaards Werk heran, um die psychologische Tiefe der Opferungsszene zu beleuchten. Kierkegaard meditiert darin über das Ungesagte: Was denkt Abraham während der drei Tage? Was denkt Sarah? Was der kleine Isaac? Die brutale Knappheit der biblischen Erzählung habe gerade durch ihr Schweigen unzählige Denker zur Vertiefung angeregt.
„Als ich damals Furcht und Zittern las, war ich so begeistert von Kierkegaards Gedanken und Stil gewesen, dass ich beim Verlag in Dänemark unverzüglich seine gesammelten Werke bestellt hatte. Es waren über 50 Bände und ich hatte, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, keinen einzigen von ihnen jemals geöffnet.“
Das Buch wird innerhalb der vorgelesenen Passage aus Knausgårds Roman erwähnt. Die Romanfigur erinnert sich an ihre frühere Begeisterung für Kierkegaards philosophisches Werk über den Glaubenssprung, die jedoch schnell verflog – ein Detail, das die intellektuelle Distanz der Figur zur Religion unterstreicht.
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