Leviathan
Thomas Hobbes · 2016
Thomas Hobbes argues for a social contract and rule by an absolute sovereign. Influenced by the English Civil War, Hobbes wrote that chaos or civil war-situations identified with a state of nature and the famous motto Bellum omnium contra omnes ("the war of all against all")-could only be averted by strong central government. He thus denied any right of rebellion toward the social contract, which would be later added by John Locke and conserved by Jean-Jacques Rousseau.
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Erwähnungen (7)
„Aber der Krieg vorher, eines jeden gegen jeden, wie Thomas Hobbes das nennt, der verschwindet. Es gibt überhaupt erst die Unterscheidung zwischen Krieg und Frieden. Frieden ist ja nichts, was von selbst da ist.“
Münkler greift auf Hobbes' berühmte Formel vom 'Krieg aller gegen alle' zurück, um zu erklären, warum das staatliche Gewaltmonopol eine zivilisatorische Errungenschaft ist. Ohne Staat, Polizei und Gerichte würde selbst der Friedfertigste zur präventiven Gewalt greifen – genau das Argument, das Hobbes im Leviathan entwickelt.
„Es gibt diesen berühmten Satz von Hobbes auf Lateinisch, auctoritas non veritas, fazit legem. Die Macht ist – Nicht die Wahrheit schafft das Gesetz, schafft die Rechtsordnung. Und damit gibt er gewissermaßen die Grundlage für den dann absolutistischen Staat.“
Mangold erläutert, wie Hobbes' Staatskonzeption die mittelalterliche Societas Civilis bedrohte – nicht erst die Französische Revolution. Hobbes' Idee, Wahrheitsfragen zur Privatsache zu erklären, um die Religionskriege zu entschärfen, schuf die Grundlage für den absolutistischen Staat, der alle intermediären Zwischeninstanzen auflöste.
„Das ist ein alter Gedanke von Thomas Hobbes. Thomas Hobbes hat dem Leviathan gesagt, wir brauchen eine starke Zentralgewalt, die überwacht, damit der Krieg jeder gegen jeden.“
Im Kontext von Helblings Vorschlag, Kriege durch eine starke Zentralgewalt zu vermeiden, verweist Precht auf Thomas Hobbes' Leviathan als philosophischen Vorläufer dieser Idee. Hobbes argumentierte, dass eine Zentralgewalt nötig sei, um den Krieg aller gegen alle einzudämmen.
„Die Lösung war natürlich dann im Grunde der hobsche Leviathan, nämlich die Neutralisierung der Wahrheitsfrage. Die Hetze oder die Fake News endete nicht, indem man sagte, die eine Seite hat Recht und die andere hat Unrecht, sondern sie sagte, die Frage als solche können wir eh nicht beantworten, aber deswegen versuchen wir die Frage nach der Wahrheit als solche zu neutralisieren.“
Mangold zieht eine historische Parallele zwischen den heutigen Debatten um Fake News und den Religionskriegen nach der Erfindung der Druckerpresse. Hobbes' Leviathan dient ihm als Modell: Damals wurde der Kulturkrieg nicht durch die Klärung der Wahrheitsfrage beendet, sondern durch deren Neutralisierung – ein Prinzip, das er auf die heutige Debatte um Meinungsfreiheit im Netz übertragen möchte.
„Was Arnold Gehlen, der Soziologe und Anthropologe, meinte, wenn er sagte, mit Blick auf die Bundesrepublik aus dem Leviathan ist die Milchkuh des Sozialstaats geworden. Aus Hobbs Leviathan ist die Milchkuh des Sozialstaats geworden.“
Im Gespräch über Carl Schmitts Konzept einer unpolitischen, neutralisierten Welt zitiert Mangold Arnold Gehlens berühmten Satz über Hobbes' Leviathan, der im modernen Sozialstaat zur harmlosen Milchkuh geworden sei. Dies dient als Kontrastfolie zu Peter Thiels Technik-Vision einer entpolitisierten Zukunft.
„Thomas Hobbes sagt berühmterweise, latinisches Zitat, autoritas non veritas fazit legem. Also nicht die Wahrheit, sondern die Macht schafft das Gesetz.“
Mangold zitiert Hobbes' berühmtes lateinisches Diktum 'Auctoritas, non veritas facit legem' im Kontext seiner Argumentation, dass Wahrheit ein Kind der Macht sei. Er reiht Hobbes in eine philosophische Linie von der Antike über Nietzsche bis zu Foucault ein.
„Denn wenn man jetzt so Kontraktualist ist und Hobbes macht oder so, dann ist es ja am Ende oder bei Hobbes auch nur ein Koordinierungsproblem, was die Menschen lösen, wenn sie den Leviathan einberufen. Irgendwie keiner mag den Krieg aller gegen aller so richtig gerne.“
Lars Weisbrod verbindet Oliver Webers Netzwerkeffekt-These mit klassischer politischer Philosophie. Er erkennt, dass sein neues Paradigma – Gesetze als Lösung von Koordinierungsproblemen statt als Verbote – direkt an Hobbes' Leviathan anschließt: Auch der Gesellschaftsvertrag löst ein Koordinierungsproblem, nämlich den Krieg aller gegen alle.
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