Social-Media-Verbot für Kinder Ist das noch Liberalismus
Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
In dieser Folge nehmen sich die Hosts ein Mainstream-Thema vor: das vieldiskutierte Verbot von Social Media für Jugendliche und die Frage, ob sich das mit liberalen Grundsätzen vereinbaren lässt. Ijoma Mangold rahmt das Thema augenzwinkernd als Sorge besorgter Eltern, die fürchten, ihr Nachwuchs könnte in den manipulativen Algorithmen Schiffbruch erleiden — und nutzt dabei ironisch die Sprecherposition des 'alten weißen Mannes', die er über einen transracialen Umweg für sich reklamiert.
„Alte weiße Männer und alte weiße Frauen haben Sorgen, dass nämlich ihr Nachwuchs Schiffbruch erleiden könnte in den manipulativen Algorithmen von Social Media.“
Erwähnte Medien (18)
Artikel über den Anfang des Privatfernsehens
Mit der Zulassung privater Anbieter begann 1984 der Aufstieg des Privatfernsehens. Mehrere Rundfunkurteile kamen zu dem Schluss, dass privater Rundfunk nur existieren dürfe, wenn die Grundversorgung durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk garantiert würde. Am 3. April 1987 wurde dies in einem Rundfunkstaatsvertrag beschlossen.
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:02:15 „Neulich Was war das? Es war ein Artikel in der SZ oder war das bei uns? Ich bringe gerade alles durcheinander. Über den Anfang des Privatfernsehens oder die ersten Nachrichtensendungen auf Sat.1.“
Vager Verweis auf einen Artikel über die Anfänge des Privatfernsehens und die Inszenierung von Nachrichtensendungen bei Sat.1
Wohlstand für alle
Wir, Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt, sprechen wöchentlich über Geld. Jeden Mittwoch behandeln wir in "Wohlstand für Alle" ein Wirtschaftsthema und werfen dabei einen anderen Blick auf ökonomische Zusammenhänge. Impressum (Angaben gemäß § 5 TMG): Bitte keine Fanpost/Anfragen an folgende Adresse! Wolfgang M.
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:09:01 „Da gab es dann bei Wohlstand für Alle eine Folge zu China-Maxing und irgendwie dieser Frage, sind wir jetzt auch kulturell alle Chinesen?“
Verweis auf eine Podcast-Folge über kulturelle Hegemonie Chinas im Kontext der Diskussion über chinesische Tierkreiszeichen
China-Maxing (Folge)
Die Podcastfolge beschäftigt sich mit dem Phänomen "China-Maxing" – der Frage, ob China inzwischen auch kulturelle Hegemonie erlangt hat und nicht nur wirtschaftlich dominiert. Die Episode hinterfragt, inwieweit westliche Gesellschaften und Kultur von chinesischen Einflüssen durchdrungen sind und wie sich dies im Alltag manifestiert. Das Thema ist relevant, da es zeitgenössische geopolitische und kulturelle Verschiebungen analysiert, die über klassische Wirtschaftsdiskurse hinausgehen.
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:09:56 „Da gab es dann bei Wohlstand für Alle eine Folge zu China-Maxing und irgendwie dieser Frage, sind wir jetzt auch kulturell alle Chinesen?“
Lars Weisbrod erwähnt eine Folge des Podcasts 'Wohlstand für Alle', die sich mit dem Phänomen 'China-Maxing' beschäftigt – also der Frage, ob China inzwischen auch kulturell eine Hegemonie erlangt hat. Er nutzt die Referenz als Kontext für seinen eigenen Gegenwartscheck über das chinesische Horoskop und Lego.
The Anxious Generation
Jonathan Haidt · 2024
THE NO.1 INTERNATIONAL BESTSELLER A TIMES, FT, ECONOMIST AND INDEPENDENT BOOK OF THE YEAR ‘Boundlessly wise . . . important and engrossing’ The New York Times ‘One of the most important books I’ve read . . . It’s absolutely brilliant’ Dr Rangan Chatterjee 'Urgent and essential' Guardian Acclaimed psychologist Jonathan Haidt reveals how the decline of free-play in childhood and the rise of smartphone use among adolescents is changing our world From 2010, as teens traded in their flip phones for s...
🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:15:36 „Und der hat ein wichtiges Buch, das auch in Deutschland erschien und da durchaus auch schon Wellen geschlagen hat, aber noch mehr in Amerika geschrieben, wo er die Sozialdaten von Jugendlichen auswertet und sagt, das Jahr 2014 ist einfach eine radikale Zäsur.“
Jonathan Haidts Buch über die negativen Auswirkungen von Social Media auf Jugendliche wird als Ausgangspunkt der Debatte über Social-Media-Verbote diskutiert
Phaidros
Platon · 2019
Der »Phaidros« gehört ohne Zweifel zu den literarisch ansprechendsten Werken Platons. Phaidros, der gerade die Ausführungen des Redenschreibers Lysias gehört hat, will sich zu einem Spaziergang vor die Tore der Stadt begeben und trifft auf der Straße zufällig seinen Freund Sokrates. Beide beschließen, an dem Flüsschen Ilissos spazieren zu gehen, wo sie sich schließlich im Schatten der vielleicht berühmtesten Platane der Weltliteratur niederlassen, um ihr Gespräch zu beginnen.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:39:19 „Und zwar je immer schon, seit der Erfindung der Schrift, als Platon in einem berühmten Dialog beklagt hat, dass die Erfindung der Schrift leider einen Angriff auf die Gedächtnisfähigkeit des Menschen darstellt und insofern von Übel sei.“
Ijoma Mangold argumentiert, dass Kulturpessimismus gegenüber neuen Medien so alt sei wie die Medien selbst. Als ältestes Beispiel führt er Platons berühmten Dialog an, in dem die Erfindung der Schrift als Bedrohung für das menschliche Gedächtnis beklagt wird – eine Parallele zur heutigen Social-Media-Kritik, die Mangold damit relativieren möchte.
The Rationale of Reward
Jeremy Bentham · 1825
Der Utilitarismus (lateinisch utilitas, Nutzen, Vorteil) ist eine Form der zweckorientierten (teleologischen) Ethik (Nutzethik), die in verschiedenen Varianten auftritt. Auf eine klassische Grundformel reduziert besagt er, dass eine Handlung genau dann moralisch richtig ist, wenn sie den aggregierten Gesamtnutzen, d. h. die Summe des Wohlergehens aller Betroffenen, maximiert.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:52:48 „Wie heißt es bei Bantham, Pushpin und Poetry ist doch beides eigentlich gleich gut, kommt drauf an, wem es gefällt.“
Lars Weisbrod zitiert Benthams berühmtes Diktum, dass Pushpin (ein Kinderspiel) und Poesie gleich viel wert seien, solange sie gleich viel Vergnügen bereiten. Er nutzt dies als Analogie für die liberale Position, dass der Staat nicht entscheiden solle, ob Social Media gut oder schlecht ist.
The Child's Right to an Open Future
Joel Feinberg · 1989
This volume tackles the riddles associated with the commonly proposed principle called 'legal paternalism'. It evaluates (and rejects) the principle that it can be right to impose coercion on a person 'for his own good', whatever his own wishes in the matter.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:53:58 „Und es kam ein wirklich ganz toller Aufsatz, ich verlinke ihn unten mal, kann man glaube ich als Laie auch sehr gut lesen, ich bin ja auch nur Laie, von einem Joel Feinberg aus den 80ern, der, so sagt mir das Chet G.P.T. und das stimmt glaube ich, auch so eine Debatte begründet hat. Denn dieser Joel Feinberg schlägt ein Recht vor, was nur Kinder haben. Also er ist Rechtsphilosoph und dieses Recht ist a right to an open future.“
Lars Weisbrod berichtet, dass er nach der letzten Folge ChatGPT nach philosophischer Literatur zur Frage gefragt hat, ob der Staat Social Media für Kinder verbieten darf. Der Aufsatz von Joel Feinberg über das 'Recht auf eine offene Zukunft' wurde ihm empfohlen und hat ihn begeistert. Feinberg argumentiert, dass Kinder noch nicht autonom sind und der Staat ihre zukünftigen Möglichkeiten schützen muss – etwa indem Amish-Kinder bis 16 zur Schule gehen müssen, damit sie später frei wählen können.
Artikel über Netzwerkeffekte und Social Media
Oliver Weber
Netzwerkeffekte halten Nutzer auf Social-Media-Plattformen gefangen: Der Wert eines Netzwerks steigt mit der Zahl seiner Mitglieder, weshalb ein individueller Ausstieg kaum attraktiv ist. Der Artikel zeigt, dass viele Nutzer Social Media freiwillig aufgeben würden – aber nur dann, wenn alle anderen es gleichzeitig täten. Dieses kollektive Gefangenendilemma erklärt, warum Plattformen trotz verbreiteter Unzufriedenheit dominant bleiben. Weber argumentiert damit gegen die Annahme, dass Nutzerverhalten allein durch persönliche Präferenzen gesteuert wird.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:00:20 „Und es gibt einen interessanten Artikel von unserem Kollegen, von unserem sehr klugen Kollegen Oliver Weber zur Frage der Netzwerkeffekte.“
Artikel über Netzwerkeffekte bei Social Media, der zeigt, dass viele Nutzer auf Social Media verzichten würden, wenn alle anderen es auch täten
Netzwerkeffekte und Social-Media-Verbot
Oliver Weber
Oliver Weber untersucht in diesem ZEIT-Artikel das Phänomen der Netzwerkeffekte bei Social Media: Eine US-Studie zeigt, dass Menschen bereit wären, auf Social-Media-Zugang zu verzichten, wenn alle anderen es täten – sie nutzen es also nur wegen der Netzwerkeffekte, nicht aus echtem Interesse. Ein Text über das Koordinierungsproblem sozialer Netzwerke.
🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:02:03 „Und es gibt einen interessanten Artikel von unserem Kollegen, von unserem sehr klugen Kollegen Oliver Weber zur Frage der Netzwerkeffekte. Er führt eine Untersuchung aus den USA an, wonach die meisten Menschen, Studenten wurden da, glaube ich, befragt, sehr viel Geld zahlen würden, um sicherzustellen, dass sie ihren Social-Media-Zugang garantiert bekommen. Aber dieselben wären durchaus bereit, ganz darauf zu verzichten, wenn alle anderen auch darauf verzichten würden.“
Ijoma Mangold bringt einen Artikel des ZEIT-Kollegen Oliver Weber ins Gespräch, der das Phänomen der Netzwerkeffekte bei Social Media analysiert. Die zentrale Erkenntnis: Menschen wollen Social Media eigentlich nicht, nutzen es aber nur, weil alle anderen es auch tun. Lars Weisbrod greift den Text später begeistert auf und sagt, er habe ihm ein neues Paradigma eröffnet – Gesetze könnten nicht nur Verbote sein, sondern Koordinierungsprobleme lösen.
Wir amüsieren uns zu Tode
Neil Postman · 1985
Neil Postman: "Wir amüsieren uns zu Tode. Urteilsbildung im Zeitalter der Unterhaltungsindustrie". Aus dem Amerikanischen von Reinhard Kaiser. S. Fischer Verlag, Frankfurt/M. 1985, 207 S., kart., 19,80 DM
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:03:31 „Wir amüsieren uns noch alle zu Tode, heißt glaube ich sein berühmtester.“
Neil Postmans bekanntestes Werk wird im Kontext der Medienkritik und der Debatte um Social-Media-Verbote erwähnt
Kommentar zu Social Media und Neil Postman
Marie-Luise Goldmann
Die Bundesregierung will ein Social-Media-Verbot für Kinder. Unumstritten ist das nicht. Der Medienwissenschaftler Neil Postman warnte schon vor Jahren vor einem Verschwinden der Kindheit. Warum wir jetzt aufpassen sollten.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:03:31 „Erwähnen wir noch einen interessanten, kurzen Kommentar der Kollegin Marie-Luise Goldmann in der Welt.“
Kommentar in der Welt, der die Debatte um Social-Media-Verbote mit Neil Postmans Theorie über den Verlust der Kindheit verbindet
Die Erfindung der Kindheit
Philippe Ariès · 1999
Auteur célèbre d'une oeuvre multiforme et singulière, Hélène Cixous est surtout connue pour son théâtre et ses écrits sur la poétique de la différence sexuelle. Cette étude traite pour la première fois d'une seule des fictions d'Hélène Cixous, Portrait du soleil (1973). Elle tente d'expliciter le fonctionnement narratif et poétique et de relever les thèmes et motifs essentiels de cette oeuvre en les mettant à l'épreuve de la métaphore solaire.
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:03:31 „Wir wissen alle, es gibt dieses berühmte Buch über die Erfindung der Kindheit, dass dieses Konzept ja auch nicht zeitlos ist.“
Verweis auf das historische Standardwerk über die Entstehung des Kindheitsbegriffs im Kontext der Diskussion über Kindheit und Medien
Leviathan
Thomas Hobbes · 2016
Thomas Hobbes argues for a social contract and rule by an absolute sovereign. Influenced by the English Civil War, Hobbes wrote that chaos or civil war-situations identified with a state of nature and the famous motto Bellum omnium contra omnes ("the war of all against all")-could only be averted by strong central government. He thus denied any right of rebellion toward the social contract, which would be later added by John Locke and conserved by Jean-Jacques Rousseau.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:05:31 „Denn wenn man jetzt so Kontraktualist ist und Hobbes macht oder so, dann ist es ja am Ende oder bei Hobbes auch nur ein Koordinierungsproblem, was die Menschen lösen, wenn sie den Leviathan einberufen. Irgendwie keiner mag den Krieg aller gegen aller so richtig gerne.“
Lars Weisbrod verbindet Oliver Webers Netzwerkeffekt-These mit klassischer politischer Philosophie. Er erkennt, dass sein neues Paradigma – Gesetze als Lösung von Koordinierungsproblemen statt als Verbote – direkt an Hobbes' Leviathan anschließt: Auch der Gesellschaftsvertrag löst ein Koordinierungsproblem, nämlich den Krieg aller gegen alle.
Kommentar zum Social-Media-Verbot und Neil Postman
Marie-Luise Goldmann
Die Bundesregierung will ein Social-Media-Verbot für Kinder. Unumstritten ist das nicht. Der Medienwissenschaftler Neil Postman warnte schon vor Jahren vor einem Verschwinden der Kindheit. Warum wir jetzt aufpassen sollten.
🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:06:48 „Erwähnen wir noch einen interessanten, kurzen Kommentar der Kollegin Marie-Luise Goldmann in der Welt. Dort hat Frau Goldman geschrieben, dass man die Debatte um Social Media Verbot nochmal in Verbindung bringen müsste mit Neil Postman.“
Lars Weisbrod empfiehlt einen Kommentar von Marie-Luise Goldmann in der Welt, der die Debatte um ein Social-Media-Verbot für Kinder mit den Thesen von Neil Postman verknüpft. Goldmann greift Postmans Idee auf, dass moderne Medien die Kindheit bedrohen, weil sie Geheimnisse zerstören, und nutzt das als Argument für ein Verbot. Der Artikel regt beide Sprecher zu weiterführenden Gedanken an.
Das Verschwinden der Kindheit
Neil Postman · 2004
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Pädagogik - Medienpädagogik, Note: 2,0, Pädagogische Hochschule Weingarten (Lehramt an Grund- und Hauptschulen), Veranstaltung: Kinder und Fernsehen, Sprache: Deutsch, Abstract: Meine Hausarbeit über das Verschwinden der Kindheit bezieht sich auf das gleichnamige Buch von Neil Postman.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:07:13 „Wir amüsieren uns zu Tode und es gibt eben auch ein Buch und darum geht es Frau Goldmann im Text. Das heißt so ungefähr der Verlust der Kindheit. Und da schreibt Neil Postman, das fasst die Autorin zusammen, dass durch die modernen Medien und er meinte natürlich damals das Fernsehen, die Kindheit bedroht ist.“
Lars Weisbrod beschreibt das zweite zentrale Postman-Buch, das im Goldmann-Kommentar besprochen wird. Postmans These: Kindheit braucht Geheimnis, und moderne Medien zerstören dieses Geheimnis, indem sie die ganze Welt transparent in jedes Zimmer bringen. Weisbrod entwickelt daraus den eigenen Gedanken, dass die Erfindung der Kindheit in der Moderne eine Reaktion auf die Entzauberung der Welt war.
Geschichte der Kindheit
Philippe Ariès · 2019
Philippe Ariès (1914-1984), l'auteur des classiques Histoire des populations françaises (1948), l'Enfant et la vie familiale sous l'Ancien Régime (1960 et 1973) et l'Homme devant la mort (1977) est une figure emblématique de la Nouvelle histoire aux côtés de G. Duby, J. Le Goff, E. Le Roy Ladurie ou M. Vovelle.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:07:33 „Die Kindheit, soweit war er sozusagen auf dem Stand der Geisteswissenschaft, war für ihn natürlich eine Erfindung. Ja, wir wissen alle, es gibt dieses berühmte Buch über die Erfindung der Kindheit, dass dieses Konzept ja auch nicht zeitlos ist.“
Im Kontext von Neil Postmans These über den Verlust der Kindheit durch moderne Medien verweist Lars Weisbrod auf das berühmte Werk von Philippe Ariès, das die Kindheit als historische Erfindung beschreibt. Er nutzt es als Hintergrund für die Argumentation, dass Kindheit als Schutzraum vor medialer Entzauberung dient.
Dschungelkind
Sabine Kuegler · 2011
Sabine Kuegler wuchs als Kind mit ihren Eltern in einem Urwald auf und beschreibt diese ungewöhnliche Erfahrung in ihrem Bestseller "Dschungelkind". Das Buch zeigt, wie eine Kindheit ohne moderne Medieneinflüsse zu einer starken Individualität führte. Der Fall illustriert, wie Abgeschiedenheit von Massenmedien die persönliche Entwicklung prägt und wird als Argument für den bewussten Umgang mit medialer Vergesellschaftung herangezogen.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:10:53 „Da gab es eine junge Frau, die einen Bestseller geschrieben hatte, die mit ihren Eltern, wenn ich das richtig erinnere, das ist lange her, ich glaube mindestens zehn Jahre her, im Urwald aufgewachsen ist.“
Ijoma Mangold erinnert sich an eine Talkshow-Sendung, in der eine junge Frau auftrat, die im Urwald aufgewachsen war und einen Bestseller darüber geschrieben hatte. Er nutzt das Beispiel, um zu illustrieren, wie Medienabstinenz eine unverwüstliche Individualität bewahren kann – als Argument für den Schutz von Kindern vor medialer Vergesellschaftung.
Nathan der Weise
Gotthold Ephraim Lessing
Lessings Drama "Nathan der Weise" enthält die Ringparabel, die zeigt, dass die drei abrahamitischen Religionen ursprünglich eins waren und gleichberechtigt nebeneinander stehen. Der Text hilft zu verstehen, dass vermeintliche Religionskonflikte künstlich sind und auf gemeinsamen Grundlagen beruhen. Für Hadija Haruna-Oelker war das Werk als Kind zentral, um ihre dual-religiöse Prägung zwischen Islam und Katholizismus nicht als Widerspruch zu erleben.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:16:49 „und ein Koran ausgestellt sind und die Emirati-Families stehen in diesem Raum und schauen sich diese Handschriften an und das ist dann so buchstäblich dieser Lessing'sche Religionstoleranz-Gedanke verwirklicht“
Ijoma Mangold beschreibt den Louvre Abu Dhabi, in dem eine Tora, eine Bibelhandschrift und ein Koran nebeneinander ausgestellt sind. Er vergleicht diese Inszenierung mit dem Lessing'schen Religionstoleranz-Gedanken – eine implizite Referenz auf die Ringparabel aus Nathan der Weise, in der die drei abrahamitischen Religionen als gleichwertig dargestellt werden.