Wenn Milliardäre philosophisch werden
Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Peter Thiel als politischer Influencer und Investor ist längst durchleuchtet — aber was treibt ihn philosophisch an? Lars und Ijoma nehmen einen sechsteiligen Deutschlandfunk-Podcast von Fritz Espenlaub über Thiel zum Anlass, genau diese Seite zu beleuchten: den autodidaktischen Denker, der sich mit philosophischen Ideen auseinandersetzt, um sich die Welt zu erklären. Außerdem im Gegenwartscheck: Warum arabische Touristinnen statt Schleier OP-Masken tragen — und was das mit den Burka-Verboten in der Schweiz und anderswo zu tun hat.
„Die Seite politischer Influencer ist sehr deutlich ausgeleuchtet, die Seite Investor sowieso relativ gut bekannt, während die Seite der Philosoph immer noch ein wenig unterbelichtet ist.“
Erwähnte Medien (36)
Peter Thiel – Deutschlandfunk Podcast
Fritz Espenlaub / Deutschlandfunk
Peter Thiel ist der Strippenzieher hinter dem kulturellen Rechtsruck in den USA und einer der wichtigsten Unterstützer von Donald Trump. Mit Paypal und Facebook ist er reich geworden. Das ist die Geschichte des geheimnisvollen Tech-Milliardärs.
🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:00:55 „zurückgehend auf einen sehr gut gemachten Podcast von Deutschlandfunk über Peter Thiel, ein sechsteiliger Podcast, federführend, glaube ich, von Fritz Espenlaub“
Sechsteiliger DLF-Podcast über Peter Thiel als Ausgangspunkt der Folge. Mangold lobt ihn als 'sehr gut gemacht'.
Peter Thiel – Investor, Philosoph, Populist
Fritz Espenlaub
Peter Thiel ist der Strippenzieher hinter dem kulturellen Rechtsruck in den USA und einer der wichtigsten Unterstützer von Donald Trump. Mit Paypal und Facebook ist er reich geworden. Das ist die Geschichte des geheimnisvollen Tech-Milliardärs.
🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:01:02 „Unser Eindruck war, zurückgehend auf einen sehr gut gemachten Podcast von Deutschlandfunk über Peter Thiel, ein sechsteiliger Podcast, federführend, glaube ich, von Fritz Espenlaub. Den haben dann viele aufgegriffen, Lanz und Brecht. Und Lanz hat Espenlaub, glaube ich, auch in seine Sendung eingeladen.“
Ijoma Mangold nennt den sechsteiligen Deutschlandfunk-Podcast über Peter Thiel als Ausgangspunkt für die Episode. Der Podcast habe Thiels Rolle als politischer Influencer gut ausgeleuchtet, während die philosophische Seite noch unterbelichtet sei – genau diese Lücke wollen Mangold und Weisbrod in ihrer Folge füllen.
Allegro Pastell
Leif Randt · 2020
Germany's next Lovestory. Leif Randt erzählt vom Glück. Von Tanja und Jerome, von Wirklichkeit und Badminton, von idealen Zuständen und den Hochzeiten der anderen. Eine Lovestory aus den späten Zehnerjahren. Tanja Arnheim, deren Debütroman PanoptikumNeu Kultstatus genießt, wird in wenigen Wochen dreißig. Mit Blick auf den Berliner Volkspark Hasenheide wartet sie auf eine explosive Idee für ihr neues Buch.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:02:24 „Jetzt haben wir schönerweise gesehen, dass ungefähr zeitgleich der neue Roman von Leif Rand erscheint, das Nachfolgewerk zu Allegro Pastel. Und was passt besser, als dass wir zu dritt über diesen Gegenwartsroman sprechen, weil wir ja diesen Podcast einst gestartet haben mit einer Folge über Allegro Pastel.“
Lars Weisbrod kündigt eine Live-Aufnahme in Hamburg an, bei der über Leif Randts neuen Roman gesprochen werden soll. Allegro Pastell wird als das Buch genannt, mit dem der Podcast einst gestartet wurde – Randt sei ihre 'Portalfigur'. Der Roman hat also eine besondere symbolische Bedeutung für die Sendung.
Neon (Zeitschrift)
Artikel über die Zeitschrift NEON und deren prägendem Claim „Eigentlich sollten wir erwachsen werden" aus den 2000er-Jahren. Der Text reflektiert, wie NEON mit diesem Anspruch die Kultur einer jungen Generation beeinflusst hat und setzt dies in Bezug zum modernen Konzept der „Premium-Erwachsenen". Es geht um die Frage, wie sich unser Verständnis von Erwachsenwerden seither verändert hat.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:15:45 „Ja, ich habe in letzter Zeit wieder viel über die Zeitschrift Neon nachgedacht, bei der ich ja selber mal in ihrer Spätphase gearbeitet habe. Und deren berühmter Claim war ja, eigentlich sollten wir erwachsen werden. Und der ganze Geisteszustand dieser Zeit, ich sag jetzt mal 2005 bis 2015 oder so, drehte sich ja immer darum, dass junge Menschen dann doch nicht so erwachsen sind.“
Im Gegenwartscheck zum Begriff 'Premium-Erwachsene' erinnert Lars Weisbrod an die Zeitschrift Neon, bei der er selbst gearbeitet hat. Deren Claim 'Eigentlich sollten wir erwachsen werden' habe einen ganzen Zeitgeist geprägt – und genau deshalb findet Weisbrod den Begriff 'Premium-Erwachsene' nicht neu genug für einen Gegenwartspunkt.
Text über Peter Thiel
Daniel Pascal Zorn
Viele Philosophen haben sich mit dem Thema Reflexivität beschäftigt, von Platon bis hin zu Michel Foucault. Daniel-Pascal Zorn vergleicht die Ansichten in seinem Werk "Vom Gebäude zum Gerüst" miteinander. Er bietet dem Leser eine reflexionslogische Übung, die sich in vielen Bereichen des Alltags anwenden lässt.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:22:59 „Es gab auch noch einen Text, den wir unten verlinken können, des Philosophen Daniel Pascal Zorn, der nochmal versucht hat, Peter Thiel zu erfassen.“
Lars Weisbrod nennt neben dem Deutschlandfunk-Podcast einen Text des Philosophen Daniel Pascal Zorn als zweiten Anlass, sich mit Peter Thiel zu beschäftigen. Der genaue Titel wird nicht genannt, aber der Text wird als analytischer Versuch beschrieben, Peter Thiel intellektuell zu erfassen.
It Takes a Village
Hillary Clinton
For more than twenty-five years, First Lady Hiliary Rodham Clinton has made children her passion and her cause. Her long experience with children - not only through her personal roles as mother, daughter, sister, and wife but also as advocate, legal expert, and public servant - has strengthened her conviction that how children develop and what they need to succeed are inextricably entwined with the society in which they live and how well it sustains and supports its families and individuals. In...
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:26:18 „It takes a village von Hillary Clinton ist schon auch so eine kommunitaristische Vorstellung.“
Im Rahmen der Erklärung des Begriffs Kommunitarismus verweist Mangold auf Hillary Clintons 'It Takes a Village' als Beispiel dafür, dass kommunitaristische Ideen nicht nur rechts verortet sind, sondern auch eine linke bzw. dezentrale Tradition haben – die Vorstellung, dass kleine Gemeinschaften füreinander einstehen.
Bruder Hitler
Thomas Mann · 2011
Seinen Artikel über den älteren Bruder Heinrich konnte Thomas Mann laut Tagebuch am 6. Februar 1946 abschließen, nachdem die Arbeit daran ihn einige Tage in Anspruch genommen hatte. Die richtigen Worte zu finden war nicht leicht, denn nicht nur war Heinrich, der ebenfalls in die USA emigriert war, zeitlebens kein großer Erfolg auf dem amerikanischen Literaturmarkt beschieden und die Aufmerksamkeit aus der ehemaligen Heimat war spärlich, verglichen mit derjenigen, die der jüngere Bruder erfuhr.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:31:38 „Es gibt, das ist jetzt vielleicht ein viel zu großer Vergleich, aber ich fand das immer eine sehr faszinierende Auseinandersetzung, wie Thomas Mann sich mal mit Adolf Hitler auseinandergesetzt hat, nämlich durch ein Essay, der den vielsagenden Titel hat, Bruder Hitler.“
Ijoma Mangold zieht eine Parallele zwischen seiner eigenen ambivalenten Haltung zu Peter Thiel und Thomas Manns Auseinandersetzung mit Hitler. Manns Essay zeige, dass ernsthafte Kritik bedeute, auch die gemeinsamen Impulse und Traditionsquellen anzuerkennen, statt das Kritisierte als das ganz Andere abzutun. Mangold nutzt diesen Vergleich, um seine eigene 'Hassliebe' zu Thiel zu erklären.
Stanford Review
Peter Thiel
Die Stanford Review ist eine 1987 von Peter Thiel gegründete Uni-Zeitung an der Stanford-Universität. Das kontroverse Medium positionierte sich bewusst gegen den damaligen ideologischen Mainstream des Campus. Der Artikel zeigt, wie die Stanford Review zu einem wichtigen Netzwerk-Treffpunkt für ambitionierte Studenten wurde und zahlreiche spätere Unternehmer und Denker aus dem Silicon Valley hervorbrachte.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:34:33 „Er gründet eine Zeitschrift an der Universität Stanford, also sozusagen eine Uni-Zeitung, die heißt die Stanford Review. Und er selber studiert damals Philosophie, später macht er dann Jura.“
Die Stanford Review wird als Peter Thiels allererste Gründung vorgestellt – nicht ein Tech-Unternehmen, sondern eine Uni-Zeitschrift, die er 1987 als Contrarian-Medium gegen den damaligen Campus-Zeitgeist gründete. Sie dient im Gespräch als erster ideologischer Schlüssel zu Thiels Denken.
Bitcoin White Paper
Satoshi Nakamoto
Satoshi Nakamotos Bitcoin White Paper von 2008 realisiert die libertäre Vision eines dezentralen, staatsfrei verwalteten Geldes ohne Zentralbanken und Intermediäre. Das Dokument konkretisiert damit Peter Thiels Traum einer finanzpolitischen Unabhängigkeit von staatlicher Willkür durch ein kryptografisch gesichertes, peer-to-peer basiertes Währungssystem. Das White Paper gilt als Gründungsdokument der Blockchain-Technologie und markiert den Übergang von theoretischer Kryptographie zu praktischer, funktionierender Währung.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:45:02 „Was dann zehn Jahre später, 2009, mit dem White Paper zu Bitcoin tatsächlich Realität wurde, nämlich der Versuch, ein Geld zu schaffen, das das staatliche Geld überflüssig macht, sodass wir nicht mehr der Macht und der Willkür der Zentralbanken ausgeliefert sind.“
Ijoma Mangold stellt eine Verbindung zwischen Peter Thiels früher Vision mit Confinity/PayPal und dem späteren Bitcoin White Paper her. Thiels libertärer Traum eines staatenfreien Geldes sei erst durch Bitcoins dezentrale Architektur ohne Intermediäre wirklich eingelöst worden.
The Education of a Libertarian
Peter Thiel · 2025
Donald Trump versprach vor seiner erneuten Wahl, die liberale Demokratie aus den Angeln zu heben. Er wurde nicht trotz, sondern wegen dieses Versprechens gewählt. In ihrem Bestseller Gekränkte Freiheit zeigten Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, wie Libertarismus und Autoritarismus miteinander verschmelzen könnten. Zwei Jahre später hat die Realität ihre soziologische Diagnose auf bedrückende Weise bestätigt.
🗣 Lars Weisbrod empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:48:25 „2009 ist er, glaube ich, erschienen und der ist sehr wichtig. Deswegen kommen wir später nochmal auf ihn zurück. Da steht ein sehr wichtiges Zitat. Der Text heißt The Education of the Libertarian. Also es geht um seine Erziehung, sein Denken, wie er aufgewachsen ist als Libertärer.“
Nina Pauer zitiert ausführlich aus Peter Thiels programmatischem Essay von 2009, in dem er sein libertäres Selbstverständnis formuliert. Der Text wird als zentrale Quelle für Thiels Ideologie behandelt – von der Ablehnung konfiskatorischer Steuern über totalitäre Kollektive bis hin zur Bekämpfung des Todes als Freiheitseinschränkung.
Deutschlandfunk-Podcast über Peter Thiel
Verstehen, was Deutschland und die Welt bewegt – mit dem „Deutschlandfunk aktuell“-Podcast. Welche Themen bestimmen den Tag? Warum sind sie relevant und was bedeuten sie für mich? Hier finden Sie aktuelle Informationen, einordnende Berichte und hintergründige Gespräche mit Korrespondentinnen, Politikern und Expertinnen im In- und Ausland, ergänzt durch aktuelle Wirtschaftsberichte.
🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:55:11 „Und es gibt die wunderbare Geschichte, die man in dem schönen Deutschlandfunk-Podcast, den wir verlinken, nachhören kann, wie zu einem frühen Investorentreffen der damals schon besonders verrückte Elon Musk in einem brandneuen, eine Million Dollar teuren McLaren-Rennwagen fahren wollte.“
Nina Pauer verweist auf einen Deutschlandfunk-Podcast über Peter Thiel, der bereits zuvor in der Sendung erwähnt wurde und als weiterführende Quelle empfohlen wird. Sie nennt ihn ausdrücklich 'schön' und kündigt an, ihn zu verlinken.
Das Heilige und die Gewalt
René Girard · 2006
Das Werk untersucht den Sündenbock-Mechanismus und das mimetische Begehren als kulturanthropologische Theorien. Es analysiert die tiefe Verbindung zwischen Gewalt und dem Sakralen in menschlichen Gesellschaften und erklärt, wie diese Mechanismen kulturelle Strukturen prägen.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:00:03 „Dieser Zusammenhang, das Heilige und die Gewalt, heißt ein Buch von René Girard, spielte in den 90er Jahren bei Boto Strauß eine Rolle.“
Ijoma Mangold erläutert René Girards kulturanthropologische Theorie des Sündenbock-Mechanismus und des mimetischen Begehrens. Das Buch wird als zentrales Werk Girards genannt, das die Verbindung von Gewalt und Sakralität in menschlichen Gesellschaften untersucht. Es dient als theoretischer Hintergrund, um Peter Thiels intellektuelle Prägung durch Girard zu verstehen.
Ithaka
Botho Strauß
Botho Strauß' Theaterstück Ithaka behandelt die legendäre Rückkehr des Odysseus auf seine Heimatinsel und die darauf folgende Tötung der Freier. Das Werk illustriert René Girards Theorie des Sündenbock-Mechanismus, wonach Ordnung und soziale Stabilität durch rituelle Gewalt gegen einen Außenseiter hergestellt werden. Die Uraufführung an den Münchner Kammerspielen mit Jens Harzer zeigte Straußens tiefe Auseinandersetzung mit diesem anthropologischen Konzept in der deutschen Theaterszene der 1990er Jahre.
🗣 Ijoma Mangold empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:00:10 „Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an das tolle Schauspiel Itaka, das von der Rückkehr des Odysseus erzählt, der nach zehn Jahren Krieg vor Troja und zehn Jahren Irrfahrt endlich wieder auf seiner Heimatinsel Itaka ankommt.“
Mangold erwähnt das Theaterstück als Beispiel dafür, wie Girards Theorie des Sündenbock-Mechanismus in der deutschen Literatur und Theaterszene der 90er Jahre rezipiert wurde. Er beschreibt die Handlung – Odysseus' Rückkehr und das Hinschlachten der Freier – als Illustration der Frage, wie Ordnung durch Gewalt begründet wird. Die Uraufführung war an den Münchner Kammerspielen mit Jens Harzer.
Odyssee
Homer
Homers Epos über die zehnjährige Irrfahrt des Odysseus nach dem Trojanischen Krieg. Auf seiner Heimreise nach Ithaka begegnet er Kyklopen, Sirenen und anderen Gefahren. Eines der Gründungswerke der europäischen Literatur.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:00:10 „Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an das tolle Schauspiel Itaka, das von der Rückkehr des Odysseus erzählt, der nach zehn Jahren Krieg vor Troja und zehn Jahren Irrfahrt endlich wieder auf seiner Heimatinsel Itaka ankommt. Dort sitzt noch seine treue Frau Penelope, belagert von den Freiern.“
Die Odyssee wird als Vorlage für Botho Strauß' Theaterstück Ithaka herangezogen. Mangold erzählt die Handlung der Odysseus-Heimkehr nach, um den Gewaltakt als Ordnungsstiftung zu illustrieren – ein Kerngedanke von Girards Theorie. Nina Pauer ergänzt die grausamen Details, die in Kinderzusammenfassungen weggelassen werden.
There Will Be Blood
Paul Thomas Anderson · 2007
Daniel Plainview versucht Ende des 19. Jahrhunderts sein Glück als Schürfer auf der Suche nach Silber, doch er entdeckt bei der harten Arbeit eines Tages eine Ölquelle. Für den nur auf Profit eingestellten Einzelgänger erschließt sich eine neue Obsession und schon bald beginnt er seine Arbeit im Ölgeschäft. Schon früh kommt sein Partner zu Tode, woraufhin Daniel sich dessen Sohnes annimmt, der als Waise zurück blieb.
🗣 Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:00:48 „Ich denke dann immer sofort an den Prediger aus There Will Be Blood, diesem tollen Petey Anderson-Film“
Der narzisstische evangelikale Prediger als Gegenbild zum katholischen Ritual – im Kontext von Peter Thiels Abkehr vom Evangelikalismus.
Die göttliche Komödie
Dante Alighieri · 2014
Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie (Originaltitel: Commedia) • Vollständige, ungekürzte Ausgabe • Mit 132 Illustrationen von Gustave Doré • Für die eBook-Ausgabe neu editiert, voll verlinkt, und mit Kindle-Inhaltsverzeichnis • Mit einem aktuellen Vorwort des Herausgebers (Okt/2014) Eines der wichtigsten Werke der Weltliteratur Die ›Commedia‹, wie sie ursprünglich hieß, ist ein Werk, das ihresgleichen sucht.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:09:40 „René Girard rettete mein Leben, so wie Vergil Dantes Leben gerettet hat. In der Diviner Komödie, in der göttlichen Komödie von Dante, in der Mitte seines Lebens verirrt sich Dante in einem dunklen Wald und weiß nicht weiter. Und da tritt Vergil, sein verehrtes dichterisches Vorbild aus der Antike, ihn zur Seite und führt ihn dann durch die Unterwelt.“
Mangold zitiert einen jungen Start-Upper, der auf YouTube seinen Zugang zu René Girard beschreibt. Der Vergleich mit Dantes Göttlicher Komödie dient als Analogie: So wie Vergil Dante durch die Unterwelt führt, habe Girard diesem jungen Mann geholfen, den Statuswettbewerb und das mimetische Begehren zu durchschauen.
Der Herr der Ringe
J. R. R. Tolkien
Ein ungewöhnlicher Held. Eine Reise voller Gefahren. Das größte Abenteuer aller Zeiten. In einem ruhigen Dorf im Auenland bekommt der junge Frodo ein Geschenk, das sein Leben für immer verändern wird – den Einen Ring, der seit Jahrhunderten als verschollen galt. Ein mächtiges und furchterregendes Ding, mit dem der Dunkle Herrscher einst Mittelerde versklavte.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:10:30 „Palantir, dieser Name, kommt wie viele der Namen, die er seinen Unternehmen gibt, aus der Welt von Tolkien. Aus der Welt von Der Herr der Ringe, aus der mythischen Fantasywelt des rittischen, sehr katholischen Fantasy-Schriftstellers Tolkien.“
Tolkien als Namensgeber für Thiels Unternehmen Palantir. Auch Giorgia Meloni wird als großer Tolkien-Fan erwähnt – eine merkwürdige Konvergenz der internationalen Rechten.
The Straussian Moment
Peter Thiel · 2004
Donald Trump versprach vor seiner erneuten Wahl, die liberale Demokratie aus den Angeln zu heben. Er wurde nicht trotz, sondern wegen dieses Versprechens gewählt. In ihrem Bestseller Gekränkte Freiheit zeigten Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey, wie Libertarismus und Autoritarismus miteinander verschmelzen könnten. Zwei Jahre später hat die Realität ihre soziologische Diagnose auf bedrückende Weise bestätigt. Nun befassen die Soziolog:innen sich mit den Wähler:innen und Followern von Trump, Mu
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:15:06 „Und da würde ich jetzt einen Text heranziehen, vielleicht den einzigen echten, langen, wirklichen akademischen Text, den Peter Thiel je geschrieben, je veröffentlicht hat, im Rahmen einer Tagung zu Girard. Girard kommt auch vor in dem Text. Der Text dreht sich aber auch um andere Denker und im Titel schon steht der Denker, der vielleicht im Mittelpunkt wirklich dieses Textes steht, nämlich Peter Thiel schreibt über diesen Text The Straussian Moment.“
Nina Pauer führt Thiels einzigen echten akademischen Text ein, der ein geschichtsphilosophisches Panorama aufspannt. Der Essay verhandelt die Frage, wie der Westen nach 9/11 mit voraufgeklärten Bedrohungen umgehen soll, und diskutiert dabei Girard, Carl Schmitt und Leo Strauss. Nina und Ijoma analysieren den Text ausführlich als Schlüsseldokument für Thiels ideologischen Rückraum.
Hillbilly Elegy
J.D. Vance
From a former marine and Yale Law School graduate, this book is a probing look at the struggles of America's white working class through the author's own story of growing up in a poor Rust Belt town. Hillbilly Elegy is a passionate and personal analysis of a culture in crisis - that of poor, white Americans.
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:15:57 „der neue Vizepräsident der Vereinigten Staaten, J.D. Vance, ist konvertierter Katholik“
J.D. Vance wird ausführlich als konvertierter Katholik und politischer Akteur diskutiert. Sein Buch wird implizit als Hintergrund seiner politischen Biografie mitgedacht.
Russ Douthat Interview mit J.D. Vance
Russ Douthat / New York Times · 2025
Ross Douthat, Kolumnist der New York Times, interviewt Vizepräsident JD Vance in Rom unmittelbar nach dessen privatem Treffen mit dem neu gewählten amerikanischen Papst Leo XIV. Im Gespräch verteidigt Vance die Deportationspolitik der Trump-Administration für mutmaßliche Gangmitglieder, was Douthat als Verstoß gegen amerikanische und katholische Prinzipien kritisiert. Vance zeigt sich selbstbewusster bei anderen Themen wie Handelskriegen und DOGE-Kürzungen und argumentiert, dass negative Reaktionen nur vorübergehend sein werden. Zu künstlicher Intelligenz und einem möglichen Wettrüsten zwischen USA und China antwortet Vance ausweichend, drückt aber Hoffnung aus, dass der neue Papst bei der Bewältigung von KI-Risiken eine Rolle spielen könnte.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:15:57 „Russ Dothard kriegt J.D. Vance für ein langes Interview an die Strippe in Rom.“
Interview des katholisch-konservativen NYT-Kolumnisten mit Vance in Rom über die Rolle der Kirche im KI-Zeitalter.
Sascha Czajmowicz Interview mit Russ Douthat
Sascha Czajmowicz / DIE ZEIT · 2025
Der amerikanische Kolumnist Ross Douthat argumentiert in diesem Interview, dass der Glaube an Gott nicht unvernünftig ist, sondern das Logischste der Welt darstellt. Der konservativ-katholische Intellektuelle setzt sich mit der atheistischen Perspektive auseinander und vertritt die These, dass Atheisten grundlegende Aspekte des Glaubens missverstehen.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:15:57 „unser Kollege Sascha Czajmowicz hatte in der Ausgabe vor zwei oder drei Wochen ein langes Interview über den Glauben, über die Vernünftigkeit des Glaubens mit Russ Dothard geführt“
ZEIT-Interview mit dem konservativ-katholischen NYT-Kolumnisten Russ Douthat über die Vernünftigkeit des Glaubens.
Farbenlehre
Johann Wolfgang von Goethe · 2013
Die auf Johann Wolfgang von Goethe zurückgehende Farbenlehre ist in seinem Werk Zur Farbenlehre enthalten. Er stellte darin seine während vieler Jahre gemachten Überlegungen, Literaturstudien und Versuche über das Wesen der Farbe dar. Goethe wollte das Phänomen Farbe nicht einseitig physikalisch oder lediglich von einem ästhetischen oder praxisbezogenen Standpunkt aus erklären und beurteilen, sondern in seiner Gesamtheit erfassen und beschreiben.
🗣 Ijoma Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:17:00 „Hat Goethe nicht geglaubt, dass seine Farbenlehre viel wichtiger ist als seine Stücke? Die war leider auch falsch.“
Nina Pauer bringt Goethes Farbenlehre als weiteres Beispiel für das Phänomen, dass Genies sich auf einem anderen Feld für bedeutend halten als auf dem, wofür sie berühmt sind. Mangold hatte gerade Furtwängler als Beispiel genannt, Pauer ergänzt Goethe, der seine naturwissenschaftliche Arbeit für wichtiger hielt als seine Dichtung.
Rerum Novarum
Papst Leo XIII. · 1891
Eine Enzyklika zur Soziallehre der Kirche während der Industriellen Revolution, die sich mit den Rechten der Arbeiter, dem Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit und der Rolle des Staates in der sozialen Gerechtigkeit auseinandersetzt. Ein Grundlagenwerk der christlichen Soziallehre.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:21:11 „Leo XIII., der Papst war während der Industriellen Revolution und damals ein Enzykliker oder wie man das nennt, geschrieben hat, Rerum Novarum“
Der neue Papst Leo hat seinen Namen nach Leo XIII. gewählt, der während der Industriellen Revolution über die soziale Frage schrieb – Parallele zur KI-Revolution.
Der Begriff des Politischen
Carl Schmitt · 2009
Klassisches Werk der Politischen Theorie, das das Politische über die Freund-Feind-Unterscheidung definiert. Die zentrale These: Die Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen Freund und Feind macht die Essenz des Politischen aus. Das Werk wird als Extremposition im Spektrum politischer Theorien herangezogen und dient als Kontrastfolie zu deliberativen Demokratiemodellen.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:21:47 „Jedenfalls kommt dann Karl Schmitt mit seiner berühmten Freund-Feind-Unterscheidung, die hier im Podcast ja auch schon mal vorkam und die Thiel zitiert. Und man sagt, also bei Karl Schmitt ist es so, naja, letztlich, wir leben in einer politischen Welt und solange wir in einer politischen Welt leben, ist es eigentlich immer so, dass das Politische darauf beruht, dass man irgendwann auch mal sagen muss, das ist unser Feind.“
Im Rahmen der Analyse von Thiels Essay 'The Straussian Moment' wird Carl Schmitts Freund-Feind-Unterscheidung diskutiert. Thiel erwägt laut Pauer, ob man nach 9/11 'Schmittianer' werden müsse, verwirft dies aber, weil der Westen dann seine eigenen Werte verraten würde. Die Freund-Feind-Unterscheidung stammt aus Schmitts zentralem Werk.
Naturrecht und Geschichte
Leo Strauss · 2022
»Naturrecht und Geschichte« ist das bekannteste und geschichtlich am weitesten ausgreifende Werk von Leo Strauss. Von Heidegger, mit dem Strauss einen fortwährenden Dialog führt, geht es bis auf die Vorsokratiker zurück. Es hat sein Zentrum in der Auseinandersetzung mit Sokrates und reicht über Hobbes, Locke, Rousseau und Burke bis zur Kritik Max Webers.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:25:52 „Naturrecht und Geschichte ist, glaube ich, ein wichtiges Buch, mit dem sich Leo Strauss versucht abzusetzen.“
Mangold wird von Pauer nach einem konkreten Buchtitel von Leo Strauss gefragt und nennt dieses Werk als zentrales Buch, in dem Strauss sich gegen den Historismus und dessen Werterelativismus wendet und stattdessen universelle Moralwahrheiten zu verteidigen versucht. Das Buch wird im Kontext von Peter Thiels intellektuellen Quellen diskutiert.
Diktatur des Relativismus (Predigt vor dem Konklave, 2005)
Joseph Ratzinger · 2018
Joseph Ratzinger prägte mit dieser Predigt vor dem Konklave 2005 den Begriff der „Diktatur des Relativismus" – eine Kritik an der Aufweichung absoluter Werte in der Moderne. Seine Diagnose, dass alles nur noch relativ gilt und ein verbindlicher Werterahmen fehlt, bleibt präsent in Diskussionen über zeitgenössische Ethik und Glaube.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:27:07 „Gegen diese Formen das Relativismus, an den dann interessanterweise ja später auch Papst Benedikt anschließt, wenn er von der Diktatur des Relativismus spricht und vor ihr warnt.“
Im Kontext von Leo Strauss' Kritik am Historismus und Werterelativismus verweist Mangold auf Papst Benedikts berühmte Predigt vor dem Konklave 2005, in der dieser vor einer 'Diktatur des Relativismus' warnte — eine Parallele zu Strauss' Verteidigung universeller Moralwahrheiten.
Der Untergang von Kasch
Roberto Calasso · 1997
Roberto Calassos »Der Untergang von Kasch« ist ein philosophisches Werk aus den 1980er Jahren, das sich einer kryptischen Genealogie von Geheimdiensten und ihrer kulturellen Verflechtungen widmet. Das Buch gilt als extrem elitär und seltene Leseerfahrung, wird aber von modernen Intellektuellen wie Peter Thiel rezipiert, was die tiefe Verankerung alteuropäischer Denktraditionen in zeitgenössischen politischen und philosophischen Debatten demonstriert.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:32:21 „Zitiert er eine Figur, die in Deutschland kaum jemand kennt, weil sie wirklich nur für absolut verpflichtend kulturkonservative Elitisten ein Begriff ist, für diese dann allerdings ein großer, nämlich den bedeutenden italienischen Verleger, Essayisten und Philosophen Roberto Calasso mit seinem Buch Der Untergang von Kasch, wo er, es ist wirklich so das elitär entlegenste Buch, das man überhaupt lesen kann aus den 80er Jahren, wo Calasso auch so eine leichte Geheimdienst-Genealogie entfaltet.“
Mangold zeigt sich beeindruckt davon, dass Peter Thiel in seinem Text 'The Straussian Moment' auch dieses extrem elitäre Buch von Calasso zitiert, das eine Art Geheimdienst-Genealogie entfaltet. Es dient als Beispiel für Thiels erstaunlich breite und entlegene intellektuelle Rezeption alteuropäischer Denker.
True Detective
· 2014
Eine Anthologieserie, in der polizeiliche Ermittlungen die persönlichen und beruflichen Geheimnisse der Beteiligten innerhalb und außerhalb des Gesetzes aufdecken.
🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:33:18 „Ich finde das Ergebnis dann so ein bisschen schlicht. Also das ist ja dann die Philosophie von, ich weiß es nicht, von True Detective oder so einer Fernsehserie. Da sagt doch der eine mal, sometimes you need some bad man to stop other bad men at the door.“
Pauer zieht einen ironischen Vergleich zwischen Peter Thiels aufwändiger philosophischer Herleitung und dem schlichten Ergebnis – dass man effektive Geheimdienstarbeit brauche. Sie vergleicht das mit dem bekannten Zitat aus True Detective, wonach man böse Männer brauche, um andere böse Männer aufzuhalten.
WALL-E
Andrew Stanton · 2025
Tief in South Dakota lebt Tabatha, eine junge, rebellische Pferdetrainerin, die Pferde rettet und dann weiterverkauft. Doch nach dem Tod ihres Mannes muss sie mit finanziellen Unsicherheiten und ihrer Trauer umgehen. Mit ihr auf der Ranch lebt ihre pubertierende Tochter Porshia sowie eine Gruppe junger Leute aus der Nachbarschaft, die dort Zuflucht gefunden haben.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:36:10 „Wolfgang M. Schmidt hat neulich bei uns geschrieben über den Pixar-Film WALL-E, in dem dann die Menschen in der Zukunft alle so dick sind und in so fliegenden Sesseln rumfliegen und das Essen wird ihnen so in den Mund geschoben und so stelle ich mir vor, wenn Karl Schmidt irgendwie sagt, eine unpolitische Welt ist diese, die ist verwaltet, wir sind nichts mehr, alles ist irgendwie langweilig und automatisiert.“
Pauer nutzt den Pixar-Film WALL-E als Veranschaulichung für Carl Schmitts Konzept einer entpolitisierten, neutralisierten Welt – eine verwaltete Zukunft ohne echte politische Auseinandersetzung. Sie verweist dabei auf einen Text von Wolfgang M. Schmitt über den Film.
Artikel über den Pixar-Film WALL-E
Wolfgang M. Schmidt
Wolfgang M. Schmidt analysiert in der ZEIT den Pixar-Film WALL-E (2008) als politisches Gleichnis. Im Film sind die Menschen der Zukunft durch Passivität und technologischen Komfort entmündigt: dick, bewegungsunfähig, in schwebenden Sesseln, das Essen direkt in den Mund gereicht. Lars Weisbrod zitiert den Artikel im Kontext von Carl Schmitts Staatsphilosophie – WALL-E illustriert Schmitts Albtraum einer vollständig neutralisierten, entpolitisierten Gesellschaft, in der Menschen nur noch verwaltet statt regiert werden. Der Film wird damit zur dystopischen Warnung vor einer Welt ohne politischen Willen und Selbstbestimmung.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:36:10 „Wolfgang M. Schmidt hat neulich bei uns geschrieben über den Pixar-Film WALL-E, in dem dann die Menschen in der Zukunft alle so dick sind und in so fliegenden Sesseln rumfliegen und das Essen wird ihnen so in den Mund geschoben.“
Lars Weisbrod verweist auf einen Artikel von Wolfgang M. Schmidt in der Zeit über den Pixar-Film WALL-E, um Carl Schmitts Vorstellung einer neutralisierten, unpolitischen Welt zu illustrieren, in der Menschen nur noch passiv verwaltet werden.
Leviathan
Thomas Hobbes · 2016
Thomas Hobbes argues for a social contract and rule by an absolute sovereign. Influenced by the English Civil War, Hobbes wrote that chaos or civil war-situations identified with a state of nature and the famous motto Bellum omnium contra omnes ("the war of all against all")-could only be averted by strong central government. He thus denied any right of rebellion toward the social contract, which would be later added by John Locke and conserved by Jean-Jacques Rousseau.
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:36:32 „Was Arnold Gehlen, der Soziologe und Anthropologe, meinte, wenn er sagte, mit Blick auf die Bundesrepublik aus dem Leviathan ist die Milchkuh des Sozialstaats geworden. Aus Hobbs Leviathan ist die Milchkuh des Sozialstaats geworden.“
Im Gespräch über Carl Schmitts Konzept einer unpolitischen, neutralisierten Welt zitiert Mangold Arnold Gehlens berühmten Satz über Hobbes' Leviathan, der im modernen Sozialstaat zur harmlosen Milchkuh geworden sei. Dies dient als Kontrastfolie zu Peter Thiels Technik-Vision einer entpolitisierten Zukunft.
Zero to One
Peter Thiel · 2014
#1 NEW YORK TIMES BESTSELLER • “This book delivers completely new and refreshing ideas on how to create value in the world.”—Mark Zuckerberg, CEO of Meta “Peter Thiel has built multiple breakthrough companies, and Zero to One shows how.”—Elon Musk, CEO of SpaceX and Tesla The great secret of our time is that there are still uncharted frontiers to explore and new inventions to create.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:39:10 „die Technik nun ist für ihn das Gegenteil des mimetischen Begehrens, des Kopierens, des Nachmachens, weil sie zu echter, wirklicher Innovation führt“
Thiels zentrale These aus Zero to One: Technik ist vertikale Innovation, Globalisierung nur horizontales Kopieren. Implizit referenziert über seine Begriffsopposition.
Capitalist Realism
Mark Fisher · 2009
After 1989, capitalism has successfully presented itself as the only realistic political-economic system - a situation that the bank crisis of 2008, far from ending, actually compounded. The book analyses the development and principal features of this capitalist realism as a lived ideological framework. Using examples from politics, films, fiction, work and education, it argues that capitalist realism colours all areas of contemporary experience.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:39:10 „Und auch Mark Fischer, der linke Denker, hat genau dieses Problem ausgemacht von der verlorenen Zukunft.“
Mark Fishers Analyse der 'verlorenen Zukunft' als Parallele zu Peter Thiels Kritik am fehlenden technischen Fortschritt.
Debatte zwischen David Graeber und Peter Thiel
David Graeber / Peter Thiel
Eine Diskussion zwischen dem Anthropologen David Graeber und dem Technologie-Unternehmer Peter Thiel, die trotz gegensätzlicher ideologischer Positionen zu überraschend ähnlichen Schlussfolgerungen gelangen. Beide diagnostizieren einen technologischen Stillstand: Statt der versprochenen fliegenden Autos und radikalen Innovationen prägt oberflächliches Social-Media-Innovation das 21. Jahrhundert. Die Debatte zeigt, wie fundamentale Kritik am Fortschrittsversprechen der Tech-Branche über ideologische Gräben hinweg wirkt.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:39:44 „Und da ist er ganz auf einer Linie mit David Graeber. Da gibt es ja eine berühmte Debatte zwischen den beiden. Können wir auch nochmal verlinken, wo sich da sehr ähnlich sind, der das auch so gesehen hat.“
Im Gespräch über Peter Thiels Technikkritik — 'Ihr habt uns fliegende Autos versprochen und wir haben 140 Zeichen bekommen' — verweist Weisbrod auf eine bekannte Debatte zwischen dem linken Anthropologen David Graeber und Thiel, die sich in ihrer Diagnose eines technologischen Stillstands überraschend einig waren.
Werke über die verlorene Zukunft
Mark Fisher · 2022
Die Postmoderne ist zu Ende! Seit drei Dekaden hallt diese Diagnose durch den geisteswissenschaftlichen Diskursraum. Doch was kommt jetzt? Die Beiträger*innen des Bandes schlagen kein neues Epochenkonzept vor, sondern widmen sich den Phänomenen Postironie, Pop III, Heimat und Posthumanismus. Mit Hilfe kulturwissenschaftlichen Rüstzeugs klopfen sie zeitgenössische Filme, Serien und Romane auf ihr gegenwartsspezifisches Potenzial ab.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:39:48 „Und auch Mark Fischer, der linke Denker, hat genau dieses Problem ausgemacht von der verlorenen Zukunft.“
Im Kontext von Peter Thiels These, dass der technologische Fortschritt stagniert, verweist Weisbrod auf Mark Fishers Arbeiten zum Konzept der 'verlorenen Zukunft' — eine Diagnose, die Fisher aus linker Perspektive teilte und die vor allem mit seinen Büchern 'Ghosts of My Life' und 'Capitalist Realism' assoziiert wird.
Against Edenism
Peter Thiel
Der Text argumentiert gegen die Idee, dass technologischer Fortschritt eine Rückkehr zum biblischen Garten Eden bedeutet. Stattdessen sieht Thiel Fortschritt christlich begründet als Verwirklichung eines himmlischen Königreichs auf Erden. Dies verbindet seinen Technikoptimismus mit einer theologischen Begründung und bietet eine Perspektive auf das Verhältnis von Glaube und technologischer Entwicklung.
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 01:43:18 „In einem Text, der Ergänzt Edenism heißt, auch den können wir unten verlinken, schreibt er, sehr kurzer Text, schreibt er, also Ergänzt Edenism gegen den Edenismus im Sinne von Garten Eden, gegen eine Ideologie des Garten Edens, schreibt er, dass man sich gerade als Christ den Fortschritt eben nicht als Rückkehr in den Garten Eden vorstellen soll.“
Pauer stellt einen weiteren kurzen Text von Peter Thiel vor, in dem er seinen Technikglauben christlich begründet: Fortschritt sei nicht Rückkehr zum Garten Eden, sondern Verwirklichung eines himmlischen Königreichs auf Erden. Dies verbindet Thiels Technikoptimismus mit seiner katholischen Überzeugung.