Sensibel. Über moderne Empfindlichkeit und die Grenzen des Zumutbaren
Svenja Flaßpöhler · 2021
»Sensibilität ist eine zivilisatorische Errungenschaft. Im Kampf um Anerkennung unterdrückter Gruppen spielt sie eine wichtige Rolle. Aber sie kann auch vom Progressiven ins Regressive kippen. Über diese Dialektik müssen wir nachdenken, um die gesellschaftliche Polarisierung zu überwinden.« Svenja Flaßpöhler Mehr denn je sind wir damit beschäftigt, das Limit des Zumutbaren neu zu justieren.
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„Svenja Flaßpöhler, die hast du, glaube ich, demnächst in der Sendung. Hatte ich letzte Woche in der Sendung. Die wir beide, glaube ich, sehr schätzen. Hat ein tolles Buch gemacht über diese neue Sensibilität, die sie von allen möglichen Seiten beleuchtet.“
Im Gespräch über zunehmende gesellschaftliche Sensibilität und die Frage, ob Gendern und Sprachsensibilität ein Fortschritt sind, empfiehlt Lanz das Buch von Svenja Flaßpöhler. Sie beleuchte darin die neue Sensibilität von verschiedenen Seiten – sowohl die positiven Aspekte als auch die Probleme übertriebener Empfindlichkeit.
„Die Hypersensibilität, die Svenja Flaßpöhler hat darüber auch ein interessantes Buch geschrieben, die wird ja als Wert bekräftigt. Also der hypersensible Mensch, das ist ja keine Schwäche, sondern eine Auszeichnung.“
Im Gespräch über den gesellschaftlichen Wertewandel von Härte zu Weichheit und die Aufwertung von Verletzlichkeit erwähnt Mangold Flasspöhlers Buch als relevanten Beitrag zur Debatte über Hypersensibilität. Er nutzt es als Beleg dafür, dass Empfindlichkeit in unserer Zeit zur Auszeichnung geworden ist.
„Wir haben hier im Podcast schon mal vor einiger Zeit über das Buch von Svenja Flassböhler gesprochen. Das Buch über Sensibilität. Und sie sagt darin, wir leben heute in der sensibelsten Gesellschaft, die es wahrscheinlich je gegeben hat.“
Precht greift auf Flaßpöhlers Buch zurück, um seine zentrale These zu untermauern: Wachsende Sensibilität führt zu wachsender Empfindlichkeit, und diese Empfindlichkeit kann in Aggression umschlagen. Er nutzt das Buch als theoretischen Rahmen für die Diskussion über die zunehmende Wut in der Gesellschaft.
„Wir haben über ihr Buch gesprochen. Und die These, die sie darin hat, sagt, es ist gut, dass unsere Gesellschaften immer sensibler werden, aber es ist schlecht, wenn sie deswegen immer intoleranter werden. Das war ihre These.“
Precht erzählt, wie er Svenja Flaßpöhler in seiner Sendung zu Gast hatte und mit ihr über ihr Buch sprach – am selben Tag, als sie abends bei Hart aber Fair zum Thema Impfpflicht angegriffen wurde. Er nutzt das Buch und seine These als Beispiel dafür, wie mediale Intoleranz sachliche Debatten erstickt.
„Wir müssen diesen Streit austragen, wie Svenja Flassböhler gesagt, um nicht aus Gegnerschaft echte Feindschaft entstehen zu lassen. Genau da sind wir nämlich gerade dabei.“
Precht zitiert Svenja Flaßpöhlers zentrale These, dass unterdrückte Gegnerschaft in echte Feindschaft umschlage. Bereits zuvor im Gespräch wird Flaßpöhler als Vertreterin der Position erwähnt, dass echter Streit auch Aggression beinhalten dürfe. Obwohl der Buchtitel nicht explizit genannt wird, entspricht die referierte Argumentation exakt der These aus 'Sensibel', ihrem bekanntesten Werk zur modernen Empfindlichkeitskultur.
„Also, wir sprechen ja insgesamt immer noch darüber, wie Svenja Flaßpöhler, die Philosophin ist, in ihrem Buch spricht. Die Philosophie des Streites entfaltet, so nenne ich es jetzt mal.“
Das Buch von Svenja Flaßpöhler ist das zentrale Werk, um das sich die gesamte Folge dreht. Die Sprecher diskutieren Flasspöhlers Philosophie des Streits, in der sie sowohl Habermas' deliberatives Modell als auch Schmitts Freund-Feind-Logik kritisiert und stattdessen Chantal Mouffes agonistischen Ansatz als dritten Weg vorschlägt.
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