Lanz & Precht – Ausgabe Neunundsiebzig
#079

Ausgabe Neunundsiebzig

Lanz & Precht / 10. März 2023 / 17 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Markus Lanz konfrontiert Richard David Precht mit einem seiner eigenen Texte über die Parallelen zwischen Spätmittelalter und Gegenwart — zwischen Heilsversprechen und Untergangsängsten. Precht erzählt, wie er seit seiner Jugend gegen den Geschichtsfatalismus seines Vaters ankämpft, und beide ziehen den Bogen zu Barbara Tuchmans These, dass die Menschheit auf allen Gebieten Fortschritte gemacht hat — nur nicht in der Politik. Am Ende mündet das Gespräch in die Frage, ob die heutigen Messiasse nicht Larry Page, Elon Musk und Mark Zuckerberg heißen.

„Mein Leben ist ja sozusagen ein hoffentlich Jahrhundertkampf gegen den Pessimismus in mir und gegen den Fatalismus und gegen das Aufgeben. Also jeder Tag ist ein neuer Kampf gegen das Aufgeben.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (17)

The March of Folly: From Troy to Vietnam

The March of Folly: From Troy to Vietnam

Barbara Tuchman · 2011

Pulitzer Prize–winning historian Barbara W. Tuchman, author of the World War I masterpiece The Guns of August, grapples with her boldest subject: the pervasive presence, through the ages, of failure, mismanagement, and delusion in government. Drawing on a comprehensive array of examples, from Montezuma’s senseless surrender of his empire in 1520 to Japan’s attack on Pearl Harbor, Barbara W.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:02:45 „Du kennst ja dieses Lieblingszitat Barbara Tutschmann, diese US-amerikanische Historikerin, die mal gesagt hat, die Menschheit hat irrsinnige Fortschritte auf so vielen Gebieten gemacht. Das einzige Gebiet, auf dem sie nie Fortschritte gemacht hat, ist die Politik. Der Untertitel des Buches heißt über die Unfähigkeit der Herrschenden von, weiß ich nicht, Athen oder so bis Vietnam.“

Precht zitiert Barbara Tuchman im Kontext einer Diskussion über den fehlenden politischen Fortschritt der Menschheit. Er vergleicht die Situation des Vietnamkriegs, unter deren Vorzeichen Tuchman schrieb, mit der heutigen Lage und argumentiert, dass man den Text direkt wieder neu auflegen könnte.

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Generation Golf

Generation Golf

Florian Illies

Generation Golf von Florian Illies ist ein Kulturessay, das die Generation der 1960er- und 1970er-Geborenen porträtiert. Das Buch charakterisiert diese Altersgruppe als politisch desinteressiert und eher von Alltäglichem, Grau und Konformismus geprägt als von idealistischen Idealen. Illies' Werk wurde zur Leitidee für die Beschreibung einer unpolitischen, konsumorientierten Generationsmentalität und gilt als wichtiges Zeitdokument der deutschen Kulturgeschichte.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:09:08 „Das sind die Generation Golfjahre, ne? Ja. Ja, das ist aber wirklich ziemlich genauso. Du meinst Generation Golf, Golf, Auto, nicht Golf spielen. Ich meine das Auto, also dieser Bestseller von Florian Illis.“

Lanz erwähnt den Bestseller von Florian Illies als Chiffre für die goldenen Jahre der Bundesrepublik in den 80er und 90er Jahren. Precht greift das auf und kontrastiert Illies' Lebensgefühl der sorglosen Kohl-Jugendzeit mit seiner eigenen, deutlich politischeren Kindheit.

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Dallas

Dallas

· 1978

Familie Ewing lebt auf der Southfork Ranch in der Nähe der Millionenstadt Dallas und hat sich auf den Handel mit Öl spezialisiert. Ewing Oil ist der Name, des von Vater Jock gegründeten Familienbetriebs, der zu mächtigen wie unabhängigen Vertretern in der Öl-Industrie gehört. Mit der Zeit hat Jocks ältester Sohn J.R die Geschäftsführung übernommen. Getrieben von der Gier nach Macht und Geld, leitet J.R.

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:09:32 „Das waren die goldenen Jahre der Bundesrepublik, diese 80er Jahre, so mit Frank Elstner als Vertrauenslehrer der Deutschen Spaßgesellschaft, mit Helden wie Boris Becker und Matthias Rust. Wo man Dallas geguckt hat und der Aufstieg von Dieter Bohlen begann.“

Precht listet Dallas als Symptom der sorglosen 80er-Jahre-Kultur in der Bundesrepublik auf. Die US-Serie steht für ihn exemplarisch für das konsumfreudige Lebensgefühl der Kohl-Ära.

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Wetten, dass..?

Wetten, dass..?

Frank Elstner, Thomas Gottschalk · 1981

In der erfolgreichen Fernsehshow sind viele Prominente zu Gast und nationale wie internationale Musik-Acts treten auf. Doch im Mittelpunkt stehen die äußert skurrilen Wetten, die häufig den Moderator sowie die Gäste staunen lassen.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:09:32 „Das waren die goldenen Jahre der Bundesrepublik, diese 80er Jahre, so mit Frank Elstner als Vertrauenslehrer der Deutschen Spaßgesellschaft, mit Helden wie Boris Becker und Matthias Rust.“

Precht beschreibt das Lebensgefühl der 80er Jahre in Deutschland und die Ikonen jener Zeit. Frank Elstner wird als 'Vertrauenslehrer der Deutschen Spaßgesellschaft' bezeichnet – eine klare Anspielung auf seine Rolle als Erfinder und erster Moderator von 'Wetten, dass..?', der prägendsten Unterhaltungsshow der Bundesrepublik.

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Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch

Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch

Francis Fukuyama · 2022

Ist Geschichte eine endlose Wiederholung von Aufstieg und Verfall? In seinem weltberühmten Grundlagenwerk legt Francis Fukuyama dar, warum für ihn die liberale Demokratie den Endpunkt der Geschichte bedeutet. Im Sommer 1989 elektrisierte ein Artikel eines bis dato unbekannten Politikwissenschaftlers in der Zeitschrift The National Interest die Welt. Er führte zu Kontroversen bis in die Leitartikel diverser Zeitungen.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:10:29 „Und dann hätte man gedacht, das geht jetzt ewig so weiter. Richtig, richtig. Dann hat ja Francis Fukuyama diesen Bestseller geschrieben. Das Ende der Geschichte. Der steht jetzt hier gerade 50 Zentimeter von mir entfernt im Regal.“

Precht erwähnt Fukuyamas berühmtes Buch im Kontext der 90er-Jahre-Euphorie nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges. Er beschreibt Fukuyamas These, dass der liberale Kapitalismus sich als bestes System durchgesetzt habe, und merkt an, dass der Titel ursprünglich als Frage gemeint war.

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Wohlstand für Alle

Wohlstand für Alle

Ludwig Erhard · 2020

Der Titel des Buches Wohlstand für Alle ist zu einem verbreiteten Slogan geworden. Von Sahra Wagenknecht bis Friedrich Merz berufen sich noch heute viele unterschiedliche Politiker auf Ludwig Erhards Konzept der Sozialen Marktwirtschaft. In der Tat sind seine beiden Kernideen bis heute aktuell und gültig: Die freie Wirtschaft muss vor staatlichen Eingriffen sowie vor Kartellen und Monopolen geschützt werden, und die überkommene Situation einer dünnen Oberschicht, die einer breiten Unterschicht g...

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:11:34 „Also Ludwig Erhards Anspruch, Wohlstand für alle, hat er 1957 geschrieben. Und eingelöst wurde das so in den 80er, 90er Jahren.“

Precht erwähnt Erhards programmatisches Buch, um zu zeigen, dass dessen Versprechen erst Jahrzehnte später in den goldenen 80er und 90er Jahren eingelöst wurde – als sich auch ein Vorarbeiter bei Ford mehrfach Urlaub und große Autos leisten konnte.

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Wer wir waren

Wer wir waren

Roger Willemsen · 2016

Roger Willemsen hatte vor seinem Tod an einem neuen Buch gearbeitet. Es sollte ›Wer wir waren‹ heißen und unsere Gegenwart betrachten – aus der Zukunft. Als Roger Willemsen im Sommer 2015 krank wurde, stellte er die Arbeit an diesem Buch ein. Zentrale Gedanken davon aber stecken in einer mitreißenden »Zukunftsrede«, die zu seinem letzten öffentlichen Auftritt wurde.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:11:51 „Roger Willemsen, den ich wahnsinnig mochte, den du wahrscheinlich auch öfter mal getroffen hast. Der hat ein letztes Buch geschrieben, beziehungsweise an einem letzten Buch gearbeitet. Hast du das mal gelesen, wer wir waren?“

Lanz liest begeistert aus Roger Willemsens letztem Werk und zitiert daraus ausführlich. Precht korrigiert, dass es sich um einen Vortrag an der Humboldt-Uni handelt, nicht um ein Buch. Beide diskutieren Willemsens These, dass ihre Generation es verbockt habe – von Klimakrise bis Digitalisierung. Lanz hebt besonders Willemsens brillante Formulierungen hervor.

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Moderne Zeiten

Moderne Zeiten

Charlie Chaplin · 1936

Charlie Chaplin in der Rolle des Tramp: Ein hilflos überforderter Fabrikarbeiter verliert seinen Job und geht durch die Strapazen der industrialisierten USA der Dreißigerjahre. Er macht Bekanntschaft mit dem Gefängnis, der Obdachlosigkeit sowie mit einem armen Mädchen, für das er sich aufopfert. Chaplins letzte Komödie ist trotz seines späten Datums voll und ganz dem Stummfilm verhaftet.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:12:34 „Er sagt, da kam das Wort modern auf. Der Begriff modern hatte noch eine Bedeutung, als Charlie Chaplin seinen Film Moderne Zeiten taufte.“

Lanz zitiert aus Roger Willemsens Rede, in der Chaplin als Beispiel für eine Zeit angeführt wird, in der das Wort 'modern' noch echte Bedeutung hatte. Willemsen stellt Chaplins Film kontrastierend neben spätere, entleerte Verwendungen des Begriffs.

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Geronimo's Cadillac

Geronimo's Cadillac

Modern Talking

Geronimo’s Cadillac ist ein Euro-Disco-Lied von Modern Talking aus dem Jahr 1986, das von Dieter Bohlen geschrieben und produziert wurde. Der Titel erschien im Oktober 1986 vorab als erste Single aus dem Album In the Middle of Nowhere.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:14:20 „Über Brother Louie können wir streiten. Jeronimus Cadillac. Ja, okay, gut. Jetzt greifst du ganz ins unterste Regal.“

Lanz nennt den Song beiläufig als weiteres Beispiel aus dem Modern-Talking-Katalog. Precht kommentiert trocken, dass Lanz damit ganz ins unterste Regal greife.

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Brother Louie

Brother Louie

Modern Talking

Brother Louie ist ein Synthiepop/Euro-Disco-Song von Modern Talking aus dem Jahr 1986. Er erschien im Januar 1986 als Single wie auch im Mai des Jahres auf dem Album Ready for Romance.

🗣 Markus Lanz erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:14:22 „Über Brother Louie können wir streiten. Jeronimus Cadillac. Ja, okay, gut. Jetzt greifst du ganz ins unterste Regal. Aber You're My Heart, You're My Soul, das war genial.“

Im Rahmen der Modern-Talking-Diskussion erwähnt Lanz weitere Songs der Band. Während er 'You're My Heart, You're My Soul' als genial verteidigt, räumt er bei 'Brother Louie' ein, dass man darüber streiten könne.

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You're My Heart, You're My Soul

You're My Heart, You're My Soul

Modern Talking · 1984

You’re My Heart, You’re My Soul ist ein Popsong von Modern Talking aus dem Jahr 1984, den Dieter Bohlen unter dem Pseudonym Steve Benson geschrieben hat.

🗣 Markus Lanz empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:14:25 „Aber You're My Heart, You're My Soul, das war genial. Ich weiß, als ich das das erste Mal gehört habe, habe ich gedacht, schade, dass mir das nicht angefallen ist.“

Lanz schwärmt von Modern Talkings Debüthit und erzählt, wie der typische Sound durch einen Zufall bei der Produktion mit Luis Rodriguez entstanden sei. Er verteidigt den Song gegen Prechts Kulturskepsis und bezeichnet ihn als Geniestreich.

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Die Grenzen des Wachstums

Die Grenzen des Wachstums

Club of Rome / Dennis Meadows

Der Bericht „Die Grenzen des Wachstums" aus dem Jahr 1972 ist ein Meilenstein der Umweltbewegung und entstand unter federführender Beteiligung des Club of Rome. Der Bericht warnte vor den ökologischen Folgen unbegrenzten wirtschaftlichen Wachstums und legte damit einen wesentlichen Grundstein für das entstehende Umweltbewusstsein in der Gesellschaft. Seine Analysen inspirierten die Gründung der Grünen und die Aktivitäten von Umweltorganisationen wie Greenpeace in den 1970er und 1980er Jahren.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:17:46 „Wie oft haben wir uns eigentlich schon, was düstere Prognosen angeht, katastrophal geirrt? Allein, wenn du dir den Bericht des Club of Rome anguckst, Das Öl wäre längst zu Ende, die Gasvorräte, Kupfer, alles, alles, wir wären im Grunde, wären wir vollkommen erledigt.“

Lanz führt den Club-of-Rome-Bericht als prominentestes Beispiel für gescheiterte Untergangsprognosen an. Er argumentiert, dass gerade ab dem Zeitpunkt, an dem alles angeblich zu Ende sein sollte, die Produktion erst richtig losging – ein Argument gegen den herrschenden Kulturpessimismus.

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Homo Deus

Homo Deus

Yuval Noah Harari · 2024

Step into the future with Yuval Noah Harari’s groundbreaking book, Homo Deus: A Brief History of Tomorrow. Discover how humanity’s next chapter may be defined by the pursuit of immortality, artificial intelligence, and ultimate happiness, as we attempt to transcend our biological limitations. Harari challenges everything we know about the future of humankind, revealing the possibility that we might soon become gods ourselves.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:25:28 „Jemand wie Harari zum Beispiel beschäftigt sich ja viel damit, der sagt, es gibt ja gar keinen freien Willen. Und insofern ist alles, das ist dann so deterministisch, es ist alles vorherbestimmt.“

Lanz bringt Harari ins Gespräch, um die Frage nach Determinismus und Fatalismus zu diskutieren. Precht greift das auf und kritisiert Hararis Argumentation zur Willensfreiheit scharf – er sei ein glänzender Militärhistoriker, habe aber bei der Willensfreiheit etwas aufgeschnappt, was er nicht richtig verstanden habe.

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Libet-Experimente (Bereitschaftspotenzial-Studien)

Libet-Experimente (Bereitschaftspotenzial-Studien)

Benjamin Libet

Benjamin Libets bahnbrechende Experimente untersuchten das Bereitschaftspotenzial und zeigen, dass das Gehirn unbewusst eine Armbewegung einleitet, bevor die bewusste Wahrnehmung dies registriert. Diese Forschung wurde zentral für die moderne Debatte über Willensfreiheit, wobei Libet selbst das Konzept des „freien Unwillens" prägte, um komplexe Entscheidungen von automatischen Bewegungen zu unterscheiden.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:30:58 „Benjamin Libet ist ein Hirnforscher gewesen, der Experimente gemacht hat und in diesen Experimenten nachgewiesen hat, dass ich eine bestimmte Armbewegung, die ich machen soll, ausführe, bevor mein Gehirn begriffen hat, dass der Arm den Befehl gekriegt hat, sie auszuführen. Unterbewusst. So, das sind die Libet-Experimente.“

Precht erklärt im Kontext der Willensfreiheits-Debatte die berühmten Experimente von Benjamin Libet zum Bereitschaftspotenzial. Er nutzt sie als zentrales Beispiel dafür, dass die neurobiologischen Argumente gegen den freien Willen auf zu simplen Versuchsanordnungen beruhen — ein Handgelenk zu bewegen sei etwas völlig anderes als die Entscheidung, Mathe zu studieren. Entscheidend: Precht weist darauf hin, dass Libet selbst gerade nicht gegen den freien Willen argumentierte, sondern den Begriff des 'freien Unwillens' prägte.

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Spiegel-Interview über Willensfreiheit mit Gerhard Roth

Spiegel-Interview über Willensfreiheit mit Gerhard Roth

Existiert freier Wille? Ist der Mensch Herr seiner selbst? Philosophen und Hirnforscher diskutieren diese Frage intensiv und reden dabei teils aneinander vorbei, meinen die Forscher Michael Pauen und Gerhard Roth. Beide plädieren für eine naturalistische Theorie der Willensfreiheit.

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:31:30 „Ich habe mit Gerhard Roth zweimal lange darüber diskutiert. Einmal für den Spiegel vor 15 Jahren und einmal an der Uni in Lüneburg.“

Precht erwähnt beiläufig, dass er vor rund 15 Jahren für den Spiegel ein langes Gespräch mit dem Neurobiologen Gerhard Roth über Willensfreiheit geführt hat. Es dient als persönlicher Beleg dafür, dass er sich mit Roths Position intensiv auseinandergesetzt hat. Ein konkreter Titel oder eine Ausgabe wird nicht genannt.

Zum Artikel bei Spiegel Details
Das Manifest - Elf führende Neurowissenschaftler über Gegenwart und Zukunft der Hirnforschung

Das Manifest - Elf führende Neurowissenschaftler über Gegenwart und Zukunft der Hirnforschung

Gerhard Roth, Wolf Singer et al.

Das bahnbrechende Manifest von Gerhard Roth und Wolf Singer argumentiert aus neurobiologischer Perspektive gegen die Existenz des freien Willens. Die Autoren leiten daraus ab, dass unser Strafrecht grundlegend überdacht werden muss, da die Voraussetzung persönlicher Verantwortung wissenschaftlich in Frage gestellt wird. Der Artikel diskutiert die revolutionären Konsequenzen dieser Erkenntnisse für das Rechtssystem und unser Verständnis von menschlicher Handlungsfähigkeit.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:31:44 „Rot geht es um Folgendes... seinen Kollegen Wolf Singer, mit dem er dann gemeinsam damals einen Vorstoß gemacht hat und gesagt hat, es gibt keine Willensfreiheit, wir sollten neu über das Strafrecht nachdenken.“

Precht diskutiert die neurobiologische Argumentation gegen den freien Willen und erwähnt den gemeinsamen Vorstoß von Gerhard Roth und Wolf Singer, die mit ihrem berühmten Manifest von 2004 in Gehirn & Geist forderten, das Strafrecht angesichts fehlender Willensfreiheit neu zu denken.

Zum Artikel bei Spektrum.de Details
Das Buch der Hoffnung

Das Buch der Hoffnung

Jane Goodall · 2021

Wie können wir in schweren Zeiten Hoffnung schöpfen? Jane Goodall ist die Pionierin der Natur- und Verhaltensforschung und seit Jahrzehnten leidenschaftliche Botschafterin des Artenschutzes. In ihren Zwanzigern ging sie in die Gombe-Wälder Tansanias, um die dort lebenden Schimpansen zu studieren; heute ist sie zur Ikone einer neuen, jungen Generation von Klimaaktivist:innen geworden.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:47:14 „Und sie hat mir eine spannende Antwort gegeben. Sie hat gesagt, sie wäre nicht optimistisch. Sie hätte Hoffnung. Das wäre ein großer Unterschied. Also Optimismus war für sie eher so, ich habe das alles rational durchdacht und bin zum guten Ergebnis gekommen. Und so ist das nicht.“

Precht berichtet von einem Gespräch mit Jane Goodall über deren Unterscheidung zwischen Optimismus und Hoffnung. Diese Kernthese – rationale Analyse führt zu schrecklichen Ergebnissen, aber die Hoffnung bleibt – ist das zentrale Argument ihres Buches 'The Book of Hope' (2021, dt. 'Das Buch der Hoffnung'), auch wenn Precht den Buchtitel nicht explizit nennt.

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