Das Ende der Geschichte und der letzte Mensch
Francis Fukuyama · 2022
Ist Geschichte eine endlose Wiederholung von Aufstieg und Verfall? In seinem weltberühmten Grundlagenwerk legt Francis Fukuyama dar, warum für ihn die liberale Demokratie den Endpunkt der Geschichte bedeutet. Im Sommer 1989 elektrisierte ein Artikel eines bis dato unbekannten Politikwissenschaftlers in der Zeitschrift The National Interest die Welt. Er führte zu Kontroversen bis in die Leitartikel diverser Zeitungen.
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„Ich weiß. Fukuyama, Ende der Geschichte.“
Als Christoph Amend aus Zonenkinder die optimistische Passage vorliest, wonach die nächsten zehn Jahre ruhiger werden würden, kommentiert Jana Hensel selbstironisch mit dem Verweis auf Fukuyamas These vom Ende der Geschichte — sie teilte damals den Zeitgeist, dass die großen Konflikte vorbei seien, was sich als Fehleinschätzung herausstellte.
„Hatten wir das Ende der Geschichte, das nach 1989 ausgerufen wurde, nicht längst hinter uns“
Weisbrod diskutiert Fukuyamas These vom Ende der Geschichte als Ausgangspunkt für das Millennial-Gefühl, in einer geschichtslosen Zeit aufgewachsen zu sein.
„Und jetzt wird es nicht mehr lange dauern und überall werden wir Demokratien haben und die liberalen Demokratien werden sich durchgesetzt haben. Ende der Geschichte. Genau, Francis Fukuyama, genau, Grüße an Herrn Fukuyama.“
Thea Dorn diskutiert die Frage, ob liberale Demokratie ein Exportschlager ist oder ob der Erfolg des Westens eigentlich auf dem Dreieck aus Naturwissenschaft, Technik und Industrie beruht. Sie verweist auf Fukuyamas These vom Ende der Geschichte als dominante Erzählung der 90er Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, die sich als möglicherweise voreilig erwiesen hat.
„Genau, das Ende der Geschichte, Francis Fukuyama.“
Lanz und Precht sprechen über die Euphorie nach dem Ende des Kalten Krieges. Fukuyamas These, dass mit dem Sieg des Liberalismus die Geschichte an ihr Ende gekommen sei, wird als Kontrastfolie zur aktuellen Eskalation des Ukraine-Konflikts erwähnt – die Hoffnung von damals steht im krassen Gegensatz zur heutigen geopolitischen Realität.
„Und wir waren auch nicht in Jugoslawien direkt unmittelbar, wo es ja auch einen Krieg gegeben hat in Europa, auch nach dem Ende der Geschichte quasi.“
Precht verweist beiläufig auf Fukuyamas berühmte These vom 'Ende der Geschichte', als er über das Privileg spricht, in Mittel- und Westeuropa jahrzehntelang keinen Krieg erlebt zu haben. Lanz bestätigt die Referenz mit 'Genau, Francis Fukuyama'. Die Erwähnung dient als Kontrastfolie zur aktuellen Rückkehr geopolitischer Konflikte.
„Und dann hätte man gedacht, das geht jetzt ewig so weiter. Richtig, richtig. Dann hat ja Francis Fukuyama diesen Bestseller geschrieben. Das Ende der Geschichte. Der steht jetzt hier gerade 50 Zentimeter von mir entfernt im Regal.“
Precht erwähnt Fukuyamas berühmtes Buch im Kontext der 90er-Jahre-Euphorie nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges. Er beschreibt Fukuyamas These, dass der liberale Kapitalismus sich als bestes System durchgesetzt habe, und merkt an, dass der Titel ursprünglich als Frage gemeint war.
„Oder wie Francis Fukuyama gesagt hat, am Ende der Geschichte. Jetzt kommt nichts grundlegend anderes mehr. Das heißt, die gleiche Generation, die noch in diesem Geist erzogen ist, man kann mit Politik die Dinge verändern, hat eigentlich das Hauptaugenmerk darauf gelenkt, die Dinge nicht zu verändern, sondern zu bewahren.“
Precht beschreibt, wie die Boomer-Generation nach dem Mauerfall das Gefühl hatte, in der besten aller Welten angekommen zu sein. Er zitiert Fukuyamas These vom 'Ende der Geschichte', um zu erklären, warum diese Generation den Status quo bewahren wollte, statt grundlegende Veränderungen anzustreben – bis die ökologische Krise diesem Denken einen Strich durch die Rechnung machte.
„Und auch da sind wir rausgekommen für eine lange Zeit und dachten ja eine Zeit lang sogar, da kommt jetzt unser Francis Fukuyama ins Spiel, das Ende der Geschichte, als dieses riesige Sowjetimperium mit allem, was da drum und dran hängt, kollabierte. Sprach er ja von dieser berühmte Satz vom Ende der Geschichte.“
Fukuyamas berühmte These vom 'Ende der Geschichte' wird als zentrales Referenzwerk des Gesprächs eingeführt. Lanz und Precht diskutieren ausführlich, warum Fukuyamas optimistische Prognose – dass sich liberale Demokratien weltweit durchsetzen würden – sich als Irrtum erwiesen hat. Precht betont dabei, dass Fukuyama eigentlich ein Europa-Fan war und das europäische Modell der sozialen Marktwirtschaft als Vorbild sah.
„Was dahinter steht, ist natürlich die Frage, was ist eigentlich das gewinnende System? Man dachte ja, die Geschichte sei zu Ende. Das hätte die Politologie ein für alle Mal entschieden. Also Demokratie ist immer das fitteste System. Das Ende der Geschichte.“
Wegner spielt auf Fukuyamas berühmte These an, dass nach dem Kalten Krieg die liberale Demokratie als Endpunkt der politischen Evolution feststehe. Er nutzt die Referenz, um die Frage aufzuwerfen, ob diese Annahme angesichts des Aufstiegs autokratischer Systeme wie China und der Instabilität westlicher Demokratien noch haltbar ist.
„Der Westen hat uns weiß gemacht, die Zukunft ist schon geschrieben, Stichwort Ende der Geschichte, wir sagen, die Zukunft ist zurück, die Zukunft als einen Raum, den wir beeinflussen können.“
Gaub referenziert Fukuyamas berühmte These beiläufig im Kontext des Valdai-Club-Berichts. Sie zeigt, wie die russische Seite Fukuyamas 'Ende der Geschichte' als Symbol westlicher Dominanz über die Zukunftserzählung deutet – und den Ukraine-Krieg als Gegenentwurf dazu versteht.
„Damals eine sehr schöne Friedenszeit, gutes Verhältnis auch zu Russland. Putin redet Anfang der 2000er Jahre im Deutschen Bundestag. Die Welt wird gut, alles Fukuyama, das Ende der Geschichte, alles in diese Richtung.“
Precht erwähnt Fukuyamas berühmte These vom 'Ende der Geschichte' als Chiffre für den Optimismus der Nullerjahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Er nutzt die Referenz, um zu zeigen, wie sehr sich die Hoffnungen auf eine friedliche, vernetzte Welt als Illusion erwiesen haben.
„Und dass wir eigentlich so Fukuyama damals, wir werden die ganze Welt wird eine liberale Demokratie, weil das mit Abstand das beste System ist, davon sind wir fest überzeugt.“
Precht verweist auf Fukuyamas berühmte These vom Ende der Geschichte, wonach sich die liberale Demokratie weltweit durchsetzen würde. Er nutzt das als Kontrastfolie zu seiner eigenen Argumentation, dass dieser westliche Universalanspruch heute nicht mehr haltbar sei und die systemische Rivalität mit Autokratien überschätzt werde.
„das Ende der Geschichte, was man ja so ausgerufen hat mit der Wende“
Matze verweist auf Fukuyamas berühmte These, um die Stimmung der frühen 2000er Jahre zu beschreiben, als Ost-West-Unterschiede irrelevant schienen.
„Nicht das Ende der Geschichte, sondern... Also meine historische Analyse wäre, dass quasi die neoliberale Ideologie die Axt an die Wurzeln der liberalen Demokratie gelegt hat.“
Philip Banse greift Fukuyamas berühmte These vom 'Ende der Geschichte' auf und widerspricht ihr implizit. Er argumentiert, dass die liberale Demokratie keineswegs als historischer Endzustand gesichert sei, sondern durch den Neoliberalismus seit den 90er Jahren systematisch ausgehöhlt worden sei.
„Und ich bin mit diesem Grundoptimismus aufgewachsen, aus Westdeutschland kommen, in 1966 geboren, dass ich immer dachte, wow, die Sache läuft gold. Dann fiel die Mauer und dann dachtest du, und das hat man ja auch so formuliert, das ist jetzt das Ende der Geschichte und zwar das gute Ende der Geschichte.“
Anne Will beschreibt ihren biografischen Grundoptimismus als Westdeutsche der Nachkriegsgeneration und wie sich dieser nach dem Mauerfall durch Fukuyamas berühmte These vom 'Ende der Geschichte' bestätigt anfühlte. Sie kontrastiert dieses Lebensgefühl mit der heutigen Weltlage – Kriege, Populismus, Regierungskrisen – und stellt fest, dass diese optimistische Erzählung zerbrochen ist.
Damals erschienen Bücher, die sagten, das Ende der Geschichte ist erreicht
„Und ich glaube, der hatte gar nicht die Idee, dass irgendwann mal, wie man das ja vor 20 Jahren gesagt hat, es gibt das Ende der Geschichte. Ab jetzt ist einfach alles nur noch easy und der Konsum und was weiß ich, wir sind gerettet.“
Peter Licht spricht über die existenzielle Natur des Lebens und vergleicht den Neandertaler mit dem modernen Menschen. Dabei referenziert er implizit Francis Fukuyamas berühmte These vom 'Ende der Geschichte', die nach dem Kalten Krieg den endgültigen Sieg der liberalen Demokratie proklamierte.
„Die Tendenz geht ja irgendwo, nachdem sie mal lange Zeit in Richtung liberale Demokratie ging, also nach dem Fall der Mauer, ging es ja mal so 10, 15, 20 Jahre so in Richtung liberale Demokratien. Die Zahl der liberalen Demokratien, das berühmte Ende der Geschichte, wurden immer mehr.“
Precht verweist auf Fukuyamas berühmte These vom 'Ende der Geschichte', um den historischen Bogen zur aktuellen Reautokratisierung zu schlagen. Nach dem Mauerfall schien sich die liberale Demokratie weltweit durchzusetzen — heute aber, so Precht, dreht sich der Trend, getrieben unter anderem vom wirtschaftlichen Erfolg Chinas und Trumps Devise 'mehr China wagen'. Das Werk dient als historische Folie für die These, dass Orbans illiberale Demokratie im globalen Trend liegt.
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