Lanz & Precht – Ausgabe Dreiundachtzig
#083

Ausgabe Dreiundachtzig

Lanz & Precht / 07. April 2023 / 18 Medien

Markus Lanz & Richard David Precht

Was an Ostern beginnt als lyrische Schwärmerei über Frühlingsluft und Vollmondnächte, mündet schnell in die großen Fragen: Gibt es ein Leben nach dem Tod — und wäre das überhaupt erstrebenswert? Zwischen einer Mondmetapher von Arno Schmidt und einem Woody-Allen-Witz über 100-Dollar-Scheine im Jenseits entwickelt sich ein Gespräch über die paradoxe Schönheit des Lebens, die nur durch den Kontrast von Freude und Leiden entstehen kann.

„So schön wie das Leben kann eine Ewigkeit eigentlich nicht sein.“
🗣 Richard David Precht

Erwähnte Medien (18)

Romane von Arno Schmidt

Romane von Arno Schmidt

Arno Schmidt · 2000

Romane durchwoben von unzähligen Mondmetaphern, die durch den gesamten Kosmos der Weltliteratur wirken. Der eigenwillige, kühle Humor schafft eine unkonventionelle Romantik – nicht süßlich-verträumt, sondern intellektuell und scharf.

🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:02:09 „Also ich empfehle dir die Romane von Arno Schmidt zu lesen. Da gibt es mehr Mondmetaphern als in der gesamten Weltliteratur zusammen. Die sind nicht immer so romantisch, aber die sind schön.“

Precht empfiehlt Lanz die Romane von Arno Schmidt, als dieser schwärmerisch vom Vollmond erzählt. Precht zitiert eine typische Schmidt'sche Mondmetapher ('wenn der Mond mir wie eine Aspirin-Tablette vorkommt') und lobt den eigenwilligen Humor des Autors als eine Form von Romantik, die ihm persönlich gefällt.

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Roman über Emanuel Swedenborg

Roman über Emanuel Swedenborg

Richard David Precht (mit seinem Bruder) · 2016

Ein Buch über die Ordnung der Welt, die Macht der Phantasie und die Tragikomik des Lebens Lilleø, eine kleine dänische Insel in der Ostsee: Für einen Sommer ist Kriminalassistent Ansgar Jørgensen auf das idyllische Eiland versetzt worden, um die Provinz kennenzulernen. Doch bereits am Tag seiner Ankunft wird er mit einem mysteriösen Todesfall konfrontiert – und der ist nicht das einzige Rätsel, das die malerische Kulisse verbirgt.

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:04:17 „Ich habe ja mal mit meinem Bruder zusammen einen Roman geschrieben, da spielt Emanuel Swedenborg eine große Rolle.“

Precht erwähnt beiläufig, dass er gemeinsam mit seinem Bruder einen Roman verfasst hat, in dem Swedenborg eine zentrale Figur ist. Die Erwähnung dient als Beleg für seine intensive persönliche Beschäftigung mit Swedenborg und dessen Jenseitsvisionen.

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Über die schwedische Währung

Über die schwedische Währung

Emanuel Swedenborg · 1880

Eine wirtschaftswissenschaftliche Abhandlung über die schwedische Währung, verfasst von einem der bedeutendsten Universalgelehrten des 18. Jahrhunderts. Das Werk reflektiert die praktische Erfahrung als Bergbaudirektor und trägt zu einem tieferen Verständnis des schwedischen Finanzsystems bei.

🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:04:44 „Er hat so ein Buch über die schwedische Währung geschrieben. Er war Direktor im Bergbau, was der wichtigste Industriezweig in Schweden war.“

Precht erwähnt dieses Buch beiläufig, um Swedenborgs Vielseitigkeit als Universalgelehrten zu illustrieren, bevor er zu dessen religiösen Visionen und dem Hauptwerk über Himmel und Hölle übergeht.

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Atlas Coelestis (Himmelsatlas)

Atlas Coelestis (Himmelsatlas)

John Flamsteed

Der Atlas coelestis ist ein Sternatlas des englischen Astronomen John Flamsteed, der 1729 posthum veröffentlicht wurde. Er gilt als einer der bedeutendsten Sternatlanten des 18. Jahrhunderts und als der erste umfassende Himmelsatlas, der auf teleskopischen Beobachtungen basierte. Die im Atlas dargestellten Daten stammen aus Flamsteeds Beobachtungen an der Königlichen Sternwarte von Greenwich, wo er als erster königlicher Astronom tätig war.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:04:57 „Er war nach England gefahren und hatte bei Flamsteed, er hat neben Newton und Halley, dem bedeutendsten englischen Astronomen, in der Werkstatt gestanden und zugeguckt, wie der seine Instrumente gebaut hat und sein Himmelsatlas geschrieben.“

Precht beschreibt Emanuel Swedenborgs vielseitige wissenschaftliche Laufbahn vor seinen religiösen Visionen. Swedenborg besuchte in England den Astronomen Flamsteed und beobachtete dessen Arbeit am berühmten Sternatlas.

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Himmel und Hölle (De Caelo et Inferno)

Himmel und Hölle (De Caelo et Inferno)

Emanuel Swedenborg · 1894

Heulen und Zähneklappern (nach Luther) bzw. Heulen und Zähneknirschen (Einheitsübersetzung), griechisch ὁ κλαυθμὸς καὶ ὁ βρυγμὸς τῶν ὀδόντων, ist eine formelhafte Wendung, die zwei der Evangelisten Jesus Christus zuschreiben. Sie begegnet im Neuen Testament insgesamt siebenmal als Beschreibung der Qualen der in die Hölle Verdammten. Die Literarkritik vermutet ihren Ursprung in der Logientradition, wo sie wohl nur einmal in einer Rede Jesu vom Jüngsten Gericht auftrat; an fünf weiteren Stellen – ...

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:05:33 „Und dann hat er ein wahnsinnig umfangreiches Werk darüber geschrieben, wie es im Himmel und wie es in der Hölle aussieht. Also lauter Quartbände, also so große, dicke, schwere Bücher. Was er auf seinen Reisen, seinen Visionen und Auditionen alles so im Jenseits erlebt hat.“

Precht stellt Swedenborgs Hauptwerk über das Jenseits ausführlich vor, im Kontext einer Osterdiskussion über den Glauben an ein Leben nach dem Tod. Er hebt besonders hervor, dass Swedenborg die Willensfreiheit auch ins Jenseits überträgt: Man darf sich aussuchen, ob man in den Himmel oder die Hölle geht. Precht bezeichnet Swedenborg als die religiöse Figur, mit der er sich persönlich am meisten beschäftigt hat.

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Ilias / Odyssee

Ilias / Odyssee

Homer

Homers Ilias und Odyssee sind die ältesten überlieferten Schriften der westlichen Kultur und dokumentieren die altgriechische Vorstellung vom Leben nach dem Tod. Der Text zeigt, wie die Seelen verstorbener Helden im Hades in einer trostlosen Unterwelt existieren — ein kontrastreicher Gegensatz zu späteren religiösen Paradiesvorstellungen. Die Epen sind grundlegend für das Verständnis antiker Metaphysik und Philosophie.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:08:29 „Was sind unsere ältesten Kulturzeugnisse der abendländischen Kultur, die ältesten Schriften, das sind die von Hesiod und von Homer zum Beispiel. Und wenn man sich da eine Vorstellung macht, was ist denn mit der Seele, was ist denn, wenn Achilles stirbt oder Hector, wo kommt denn deren Seele hin?“

Precht verweist auf Homer, um die altgriechische Vorstellung vom Hades zu illustrieren. Wenn Helden wie Achilles oder Hektor sterben, kommt ihre Seele in eine trostlose Unterwelt, wo sie 'erlebnisarm' vor sich hin existiert — ganz anders als spätere Paradiesvorstellungen.

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Orpheus und Eurydike

Orpheus und Eurydike

Ovid · 1829

Ovids 'Metamorphosen' ist ein monumentales episches Gedicht, das in 15 Büchern die Geschichte der Welt von der Schöpfung bis zur Zeit des Autors durch Mythen von Verwandlungen erzählt. Der literarische Stil zeichnet sich durch seine poetische Eleganz und den Einsatz von Metaphern aus, wobei Ovids Fähigkeit, komplexe Emotionen und tiefgreifende menschliche Erfahrungen darzustellen, eindrucksvoll zur Geltung kommt.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:09:19 „Du kennst doch diese Geschichte von Orpheus in der Unterwelt, der da Eurydike wieder rausholen will, seine Geliebte. Und der steigt dann darunter und er holt sie ja irgendwie wieder raus. Und damit beginnt so in Thessalien im nördlichen Griechenland ein, aus dieser Orpheus, den es ja historisch nicht gegeben hat, aber der wird sozusagen zu einer literarischen Figur.“

Precht erzählt den Orpheus-Mythos im Kontext einer Diskussion über antike Jenseitsvorstellungen. Er erklärt, wie sich aus dieser literarischen Figur eine reale Religionsgemeinschaft bildete, die an Wiedergeburt glaubte — zeitlich parallel zur Entstehung des Wiedergeburtsgedankens in Buddhismus und Hinduismus.

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Jüdische Altertümer (Antiquitates Judaicae)

Jüdische Altertümer (Antiquitates Judaicae)

Flavius Josephus · 1899

Flavius Josephus (altgriechisch Φλαύιος Ἰώσηπος Flavios Iṓsēpos; geboren 37/38 n. Chr. in Jerusalem; gestorben um 100 vermutlich in Rom) war ein jüdisch-hellenistischer Historiker. Als junger Priester aus der Jerusalemer Oberschicht hatte Josephus eine aktive Rolle im Jüdischen Krieg: Er verteidigte Galiläa im Frühjahr 67 gegen die römische Armee unter Vespasian. In Jotapata geriet er in römische Gefangenschaft. Er prophezeite dem Feldherrn Vespasian dessen künftiges Kaisertum.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:13:32 „Und das einzige richtige Quellendokument, was wir haben, das ist 90 Jahre nach Christi Geburt, also 60 Jahre nach dem mutmaßlichen Tod von Jesus verfasst worden. Und das sind die jüdischen Altertümer von Flavius Josephus.“

Precht nennt die 'Jüdischen Altertümer' als das einzige verlässliche historische Quellendokument über Jesus von Nazareth. Er erklärt, dass Josephus Jesus als weisen Menschen beschrieb, dem viele folgten, betont aber auch, dass Christen den Text nachträglich manipuliert haben dürften, etwa um den Satz 'Er war der Christus' einzufügen.

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Historien (Perserkriege)

Historien (Perserkriege)

Herodot · 2026

Herodots Historien (Buch 1–9) entfalten, von der Herrschaft des Krösus über den Aufstieg der Perser unter Kyros, Kambyses und Dareios bis zur Invasion des Xerxes, ein Panorama, das in Marathon, Thermopylai, Salamis, Plataiai und Mykale kulminiert. In ionischer Prosa verbindet Herodot ethnographische Exkurse (Ägypten, Skythien) mit politischer Analyse, Reden und Aitiologie: Er untersucht Ursachen, Vorwände und die Dynamik von Macht, Hybris und Vergeltung.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:15:24 „Also wenn Herodot in den Perserkriegen schreibt und die Größe der persischen Armee beschreibt, dann hat später mal ein Militärhistoriker ausgerechnet, die Armee des Xerxes, wenn die in Persepolis losgegangen wäre und die wären in preußischer Schlachtordnung marschiert, dann wären die letzten noch nicht aus Persepolis raus gewesen, wären die ersten schon in Griechenland gewesen.“

Precht zitiert Herodots Perserkriege als Beispiel dafür, wie unzuverlässig antike Geschichtsschreibung mit Zahlen umging. Die Anekdote über die absurd große Armee des Xerxes dient ihm als Argument, dass man auch die Evangelien nicht als moderne Geschichtsschreibung lesen darf.

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Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes)

Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes)

Als Evangelium (von griechisch-lateinisch euangelium) bezeichnet man außer der christlichen Glaubensbotschaft auch eine antike, frühchristliche Literaturgattung, die sich mit dem Leben, Tod und Auferstehung Jesu und dessen Bedeutung für die Christen auseinandersetzt. Mit den „Evangelien“ in diesem Sinne sind meistens Erzählungen der vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes im Neuen Testament der Bibel gemeint.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:16:01 „Naja, jedenfalls die Evangelien hatten keine Funktion, als historische Quellen wahrgenommen zu werden. Aber wir gehen mal davon aus, dass dieser Jesus von Nazareth einer von Hunderten, wenn nicht sogar noch mehr, Wanderprediger war.“

Die vier Evangelien werden ausführlich als Bekenntnisliteratur besprochen, nicht als Geschichtsbücher. Precht und Lanz diskutieren, wie die Evangelisten Pontius Pilatus bewusst milde darstellten und die Schuld an der Kreuzigung den Juden zuschrieben — als taktische Entscheidung, um im römischen Reich missionieren zu können.

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Die Bergpredigt

Die Bergpredigt

Leonhard Ragaz · 1945

Leonhard Ragaz interpretiert die Bergpredigt als zeitlose Ethik für menschliches Zusammenleben und persönliche wie politische Entscheidungen. Das Werk wird als praktische Anleitung verstanden, die universelle Prinzipien für ein gerechtes Miteinander bietet und deren Befolgung zu besseren Entscheidungen führen könnte – auch in aktuellen geopolitischen Konflikten. Die Bergpredigt fungiert hier als moralischer Maßstab für gesellschaftliche und politische Verantwortung.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:21:54 „Und das, was du Bergpredigt gerade angesprochen hast, das ist faszinierend bis heute. Und man würde es jemandem wie Wladimir Putin mal wünschen, dass er sich das einfach mal zu Gemüte führt. Und dann würde er vielleicht zu anderen Entscheidungen kommen.“

Lanz bezeichnet die Bergpredigt als großartige Vision für das menschliche Zusammenleben und als 'gute Bedienungsanleitung fürs Leben'. Er zieht eine aktuelle Verbindung zu Putin und meint, die Bergpredigt könnte zu besseren politischen Entscheidungen führen.

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Elemente (Stoicheia)

Elemente (Stoicheia)

Euklid · 1945

Die Elemente (im Original Στοιχεῖα Stoicheia „Anfangsgründe“) sind eine Abhandlung des griechischen Mathematikers Euklid (3. Jahrhundert v. Chr.), in der er die Arithmetik und Geometrie seiner Zeit zusammenfasst und systematisiert. Das Werk zeigt erstmals musterhaft den Aufbau einer exakten Wissenschaft, da die meisten Aussagen aus einem begrenzten Vorrat von Definitionen, Postulaten und Axiomen hergeleitet und bewiesen werden. Die Elemente wurden zweitausend Jahre lang als akademisches Lehrbuch...

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:29:55 „Das berühmte mathematische Lehrbuch des Euclid ist sicherlich nicht von einem einzigen verfasst.“

Precht zieht eine Parallele zwischen Paulus, Shakespeare und Euklid, um seine These zu untermauern, dass bedeutende antike Werke oft nicht von einer einzelnen Person stammen. Euklids Elemente dienen als Beispiel für ein Werk, das unter einem Namen firmiert, aber vermutlich von mehreren Autoren geschaffen wurde.

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Éléments de mathématique

Éléments de mathématique

Nicolas Bourbaki · 2006

Ce volume du Livre d’Algèbre commutative, septième Livre du traité, comprend les chapitres: 8. Dimension ; 9. Anneaux locaux noethériens complets. Le chapitre 8 traite de diverses notions de dimension en algèbre commutative, telles que la dimension de Krull d’un anneau. Ces notions jouent un rôle capital en géometrie algébrique. Le chapitre 9 introduit, quant à lui, les vecteurs de Witt et les anneaux japonais.

🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:30:01 „Interessanterweise, es gab mal so eine spannende pädagogische Bewegung in der Mathematik, ich glaube so 60er Jahre, da wurde die Mathematik für die Schulen allgepreisiert. Vorher war die Geometrie viel stärker und so weiter und die nannten sich Burbaki. Und das war dasselbe in Grün. Einen Herrn Burbaki hat es nie gegeben.“

Precht nutzt das Beispiel der Bourbaki-Gruppe – eines Kollektivs französischer Mathematiker, die unter einem fiktiven Autorennamen publizierten – als weiteren Beleg für seine These, dass auch Paulus möglicherweise ein Gruppenname war. Die Parallele zu Euklid und Shakespeare unterstreicht, wie verbreitet kollektive Autorschaft in der Geschichte war.

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Jesus Barabbas

Jesus Barabbas

Hjalmar Söderberg · 2017

Der 1928 erschienene religionshistorische Roman „Jesus Barabbas“ von Hjalmar Söderberg (1869-1941) berichtet von Jesus und seiner Zeit aus der Sicht eines Zeitgenossen, der in einer späteren Wiedergeburt als Leutnant Jägerstam im Kopenhagen der 20er lebt. Der Leser erfährt u.a., wie Jesus auf seine gescheiterte Messiaslaufbahn geriet und gerade noch Glück hatte, dass er nach seinem gewaltsamen Aufruhr im Tempel von Pilatus freigelassen wurde. Denn Jesus und Barabbas sind eine Person gewesen.

🗣 Richard David Precht empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:37:07 „Es gibt einen schwedischen Historiker, der schon um die letzte Jahrhundertwende die Theorie aufgestellt hat, dass Barabbas und Jesus dieselbe Person sind. Hjalmar Söderberg. Und es ist nicht so, als ob man das jetzt gleich als große Science-Fiction wegtun kann. Der hat das so ein bisschen romanhaft gestaltet. Aber immer wenn ich mir das angucke, denke ich, das könnte auch ein irgendwie ganz guter Riecher gewesen sein, weil es fügt sich ziemlich gut zusammen.“

Precht stellt die provokante These vor, dass Barabbas und Jesus dieselbe Person gewesen sein könnten – gestützt auf die Etymologie des Namens Barabbas ("Sohn des Vaters"). Er verweist auf den schwedischen Autor Hjalmar Söderberg, der diese Theorie bereits um die Jahrhundertwende romanhaft verarbeitet hat. Precht findet die Argumentation überraschend schlüssig.

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Kritik der reinen Vernunft

Kritik der reinen Vernunft

Immanuel Kant · 2021

Keine ausführliche Beschreibung für "Immanuel Kant’s Kritik der reinen Vernunft" verfügbar.

🗣 Richard David Precht zitiert daraus bei ⏱ 00:39:57 „Kant hat das schon wunderbar in seinen berühmten Antinomien, also sozusagen Widersprüchen des Denkens aufgezeigt. Zum Beispiel können wir uns Willensfreiheit nicht vorstellen, aber dass es keine Willensfreiheit gibt, können wir uns eigentlich auch nicht vorstellen.“

Im Gespräch über die Grenzen des menschlichen Erkenntnisapparats greift Precht auf Kants Antinomien zurück – die berühmten Widersprüche der reinen Vernunft. Er nutzt sie, um zu zeigen, dass unser Gehirn Fragen stellen kann, die es selbst nicht beantworten kann, etwa zu Willensfreiheit und Unendlichkeit. Das dient ihm als philosophische Grundlage für die Berechtigung von Spiritualität.

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Zitat über das Übernatürliche

Zitat über das Übernatürliche

Fjodor Dostojewski · 2024

"Ich will dir gar nicht sagen, welche Wandlungen meine Seele, mein Glaube, mein Geist und mein Herz in diesen vier Jahren durchgemacht haben. Ich müßte lange erzählen. Doch die ewige Konzentration, die Flucht in mich selbst vor der bitteren Wirklichkeit, brachten ihre Früchte. Ich habe jetzt viele neue Bedürfnisse und Hoffnungen, an die ich früher nie gedacht habe. Dies sind aber für dich lauter Rätsel, und darum gehe ich daran vorüber.

🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:42:55 „Dostoevsky hat gesagt, der Mensch braucht das Übernatürliche genauso wie den kleinen Planeten, den er bewohnt.“

Lanz zitiert Dostojewski, um Prechts poetische Ausführungen über Spiritualität und die Kleinheit des Menschen unter dem Sternenhimmel zu bekräftigen. Das genaue Werk, aus dem das Zitat stammt, wird nicht genannt, aber es unterstreicht die These, dass der Mensch ein grundlegendes Bedürfnis nach dem Übernatürlichen hat.

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The Late Show with Stephen Colbert (Auftritt Ricky Gervais)

The Late Show with Stephen Colbert (Auftritt Ricky Gervais)

· 2015

Auftritt von Ricky Gervais bei Stephen Colbert. Die beiden diskutieren das Spannungsfeld zwischen Wissenschaft und Religion, wobei Gervais sein Argument zur Reproduzierbarkeit wissenschaftlicher versus religiöser Aussagen präsentiert – eine pointierte Auseinandersetzung mit Evidenz und Überzeugung.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:46:54 „Ich habe Ricky Gervais neulich gehört, finde ich total interessant, der irgendwo in der amerikanischen Late-Night-Show war. Ich glaube, es war sogar Steve Colbert, mit dem er darüber gesprochen hat. Und die unterhielten sich über die Frage Wissenschaft versus Religion.“

Lanz zitiert ein Argument von Ricky Gervais aus einer amerikanischen Late-Night-Show, vermutlich bei Stephen Colbert. Gervais' Pointe: Würde man religiöse Bücher einer Überprüfung unterziehen, käme das Gegenteil heraus – bei wissenschaftlichen Büchern hingegen würden dieselben Ergebnisse reproduziert. Lanz nutzt das als pointiertes Gegenargument zur Spiritualitäts-Diskussion mit Precht.

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Homo Deus

Homo Deus

Yuval Noah Harari · 2024

Step into the future with Yuval Noah Harari’s groundbreaking book, Homo Deus: A Brief History of Tomorrow. Discover how humanity’s next chapter may be defined by the pursuit of immortality, artificial intelligence, and ultimate happiness, as we attempt to transcend our biological limitations. Harari challenges everything we know about the future of humankind, revealing the possibility that we might soon become gods ourselves.

🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:52:45 „Aber plötzlich, jetzt im dritten Jahrtausend, stehen wir an einem Punkt, wo wir möglicherweise kurz davor sind, den Tod geschehen zu machen. Harari nennt das die letzten Tage des Todes. Und das ist ein wahnsinnig spannendes Thema.“

Am Ende der Folge schlägt Lanz als Thema für eine kommende Episode die Frage auf, ob ewiges Leben erstrebenswert sei. Er verweist dabei auf Hararis Konzept der "letzten Tage des Todes" aus Homo Deus, in dem Harari argumentiert, dass die Menschheit bald in der Lage sein könnte, den Tod zu überwinden. Das Buch dient als intellektueller Aufhänger für die angekündigte Folge.

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