Was liest du gerade? – Vom Morden und vom Lieben
#060

Vom Morden und vom Lieben

Was liest du gerade? / 17. Januar 2026 / 23 Medien

Iris Radisch, Adam Soboczynski

Zum Jahresauftakt entspinnt sich ein Gespräch über die Unwirklichkeit existenzieller Momente — jene Augenblicke, in denen Schmerz oder Glück einen aus der Normalität katapultieren. Ausgehend von einem Zitat einer noch nicht verratenen Neuerscheinung diskutieren die beiden, ob diese Distanz zum Leben ein Fluch oder eine tiefere Wahrheit ist, und landen beim französischen Existenzialismus und der Erinnerung an Telefonzellen.

„Wenn man seelischen Schmerz oder Trauer erlebt, wirkt alles, was geschieht, unwirklich. Und das ist die richtige Haltung zum Leben.“
🗣 Adam Soboczynski

Erwähnte Medien (23)

Der Mythos des Sisyphos

Der Mythos des Sisyphos

Albert Camus

Camus' philosophisches Essay über das Absurde der menschlichen Existenz. Er erforscht die paradoxe Weisheit, dass Erfüllung und Glück trotz der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens möglich sind – wie bei Sisyphus, der zur ewigen Wiederholung verdammt ist.

🗣 Iris Radisch zitiert daraus bei ⏱ 00:06:26 „Also auch diese Portalsfigur des absurden Lebensgefühls, also der Sisyphus bei Camus, Mythos des Sisyphus. Da heißt es ja am Ende auch mal, wir müssen uns ihn als glücklichen Menschen vorstellen.“

Iris zitiert Camus' berühmten Schlusssatz, um ihre These zu untermauern, dass die existenzialistische Distanz zum Leben kein Unglückszustand sei. Sie widerspricht damit Adams Einschätzung, der das Neben-dem-Leben-Stehen als etwas Negatives empfindet.

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Storys 2

Storys 2

Joy Williams

Zweiter Band der Kurzgeschichtensammlung mit psychologischen und literarischen Studien zu menschlichen Beziehungen, inneren Konflikten und alltäglichen Momenten. Williams erkundet ihre Charaktere mit eindringlicher poetischer Präzision.

🗣 Adam Soboczynski empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:06:35 „Von ihr sind vor wenigen Jahren Storys erschienen und jetzt gibt es ein Nachfolgeband, Storys 2, vor wenigen Wochen erschienen, in der Übersetzung von Julia Wolf.“

Neuerscheinung, die als eines der Hauptbücher der Episode besprochen wird. Das Eingangszitat stammt aus diesem Buch.

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Storys

Storys

Joy Williams

Seldom occupying more than a couple of pages, Williams' stories are headed by a number, one to 99, the Pulitzer Prize and National Book Award finalist has a one-of-a-kind gift for capturing both the absurdity and the darkness of everyday life. In Ninety-Nine Stories of God, she takes on one of mankind's most confounding preoccupations: the Supreme Being.This series of short, fictional vignettes explores our day-to-day interactions with an ever-elusive and arbitrary God.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:06:35 „Von ihr sind vor wenigen Jahren Storys erschienen und jetzt gibt es ein Nachfolgeband, Storys 2“

Vorgängerband von Storys 2, als Referenz für die Autorin Joy Williams erwähnt.

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Stories 2

Stories 2

Joy Williams · 2025

»Joy Williams zu lesen heißt, in den Abgrund zu blicken. Sie bleibt unsere große Prophetin des Nichts.« The Atlantic Ein Fest für Joy-Williams-Fans und alle die es noch werden müssen: dreizehn neue und klassische Erzählungen von einer unnachahmlichen Stimme der Gegenwartsliteratur. Joy Williams hat längst Kultstatus: Sie erzählt von seltsamen Kindern, Betrunkenen und Außenseitern, jenen, die quer in der Welt stehen, den Einsamen, Übersehenen, dem Tod und den Tieren, denn sie sind »Gott näher als...

🗣 Adam Soboczynski empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:06:53 „Ja, es ist ja von Joy Williams, so heißt die Autorin, ist eine Amerikanerin, die in Deutschland recht spät entdeckt worden ist. In Amerika sehr renommiert. Von ihr sind vor wenigen Jahren Stories erschienen und jetzt gibt es ein Nachfolgeband, Stories 2, vor wenigen Wochen erschienen in der Übersetzung von Julia Wolf.“

Das Eingangszitat der Folge stammt aus diesem Buch. Adam stellt die Autorin Joy Williams vor und ordnet den neuen Erzählungsband ein: Es geht wieder um Außenseiter, Natur und Tiere. Iris und Adam diskutieren die existenzialistische Grundhaltung der Texte und ziehen Parallelen zum französischen Existenzialismus.

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Stories

Stories

Joy Williams

Seldom occupying more than a couple of pages, Williams' stories are headed by a number, one to 99, the Pulitzer Prize and National Book Award finalist has a one-of-a-kind gift for capturing both the absurdity and the darkness of everyday life. In Ninety-Nine Stories of God, she takes on one of mankind's most confounding preoccupations: the Supreme Being.This series of short, fictional vignettes explores our day-to-day interactions with an ever-elusive and arbitrary God.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:06:53 „Von ihr sind vor wenigen Jahren Stories erschienen und jetzt gibt es ein Nachfolgeband, Stories 2, vor wenigen Wochen erschienen in der Übersetzung von Julia Wolf.“

Adam Soboczynski stellt die Autorin Joy Williams vor und ordnet den neuen Erzählungsband Stories 2 ein, indem er auf den Vorgängerband Stories verweist, der Joy Williams in Deutschland bekannt gemacht hat.

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Interview mit Joy Williams

Interview mit Joy Williams

Peter Kümmel

Porträt der amerikanischen Schriftstellerin Joy Williams zu ihrem ersten Besuch in Deutschland. Sie spricht mit ZEIT-Redakteur Peter Kümmel über die politische Situation in den USA unter Donald Trump, deutsche Literatur und ihre eigene schriftstellerische Arbeit. Ein tiefgehendes Interview über ihre Perspektive als Amerikanerin auf die gegenwärtigen Verhältnisse in ihrer Heimat.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:08:26 „Diese tolle Autorin Joy Williams, die hat kürzlich unser Kollege Peter Kümmel zum Interview getroffen. Kann man auf zeit.de lesen natürlich und wo sie auch sehr interessante Sachen sagt zur gegenwärtigen Situation in den USA, aber auch einiges verrät über ihr Schreiben. Sehr lesenswert, das ist vor kurzem erschienen.“

Adam gibt einen Lektürehinweis auf ein Interview, das ZEIT-Kollege Peter Kümmel mit Joy Williams geführt hat. Williams äußert sich darin zur Lage in den USA und über ihr Schreiben. Adam empfiehlt es ausdrücklich als lesenswert.

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Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt

Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt

Bodo Kirchhoff

Ein 570-seitiger Roman über ein intellektuelles Ehepaar in der Krise, das zwischen Frankfurt, Mumbai, Goa und London unterwegs ist. Der Roman erforscht Fragen zu Pazifismus, Waffenhandel und das Scheitern einer Generation an ihren eigenen Idealen.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:08:53 „Erschienen der Autor Bodo Kirchhoff, ein deutschsprachiger Autor, den wir lange, lange, lange schon kennen, ist inzwischen glaube ich 77 Jahre alt und schreibt seit Jahrzehnten Romane, Erzählungen, Theaterstücke. Jetzt der neue Roman, wieder ein 570-Seiter mit einem sehr schönen Titel, wie ich finde. Nämlich Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt.“

Das erste ausführlich besprochene Buch der Folge. Iris und Adam diskutieren den neuen Roman von Bodo Kirchhoff, einen 570-seitigen Eheroman über ein intellektuelles Paar in der Krise, das zwischen Frankfurt, Mumbai, Goa und London unterwegs ist. Beide sind enttäuscht: Der Roman sei verschwätzt, die Sexszenen repetitiv und die politische Dimension (Pazifismus, Waffenhandel) bleibe platt. Iris liest ihn als trauriges Lebensresümee der 68er-Generation.

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Die Liebe in groben Zügen

Die Liebe in groben Zügen

Bodo Kirchhoff

Eheroman von Bodo Kirchhoff, in dem ein älter gewordenes Ehepaar nach turbulenten Zeiten wieder zueinander findet. Das Werk gilt als einer der schönsten Eheromane Kirchhoffs und wird häufig als Referenzpunkt für seine Auseinandersetzung mit Liebe und Partnerschaft herangezogen. Im Gegensatz zu seinen neueren Romanen, die Trennung und Entliebung thematisieren, zeigt dieser Roman eine Wiederannäherung und Versöhnung.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:12:12 „Er hat ja auch schon x große Eheromane geschrieben. Der schönste hieß, glaube ich, Die Liebe in groben Zügen. Da fand das irgendwie abgehalfterte alte Ehepaar, glaube ich, wenn ich mich richtig erinnere, am Ende wieder zusammen.“

Iris ordnet den neuen Roman in Kirchhoffs Gesamtwerk ein und nennt diesen früheren Eheroman als Vergleich. Während in 'Die Liebe in groben Zügen' das Paar am Ende wieder zusammenfand, sei der neue Roman ein Entliebungs- und Trennungsroman.

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Seit er sein Leben mit einem Tier teilt

Seit er sein Leben mit einem Tier teilt

Bodo Kirchhoff

Ein Roman über das Zusammenleben von Mensch und Tier, erzählt in präziser, ökonomischer Prosa ohne überflüssige Worte. Ein Werk von dichter Konzentration und literarischer Disziplin.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:14:28 „Ich habe vor zwei, drei Jahren eine regelrecht fündische Besprechung geschrieben zu einem Roman von ihm, seit er ein Leben mit einem Tier teilt, was ein ganz ökonomischer, ökonomisch im Sinne von, da ist wirklich kein Nebensatz zu viel, kein Adjektiv zu viel handelt von so einem wahnsinnig dichter, kompakter, konzentrierter Roman.“

Adam stellt dem neuen, ausufernden Kirchhoff-Roman einen früheren gegenüber, den er selbst sehr positiv besprochen hatte. Er lobt die Disziplin und Konzentration dieses Werks als Kontrast zur Formlosigkeit von 'Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt'.

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Widerfahrnis

Widerfahrnis

Bodo Kirchhoff

Reither, until recently a small publisher in a large city, now lives in an idyllic valley on the edge of the Alps, has discovered in te town library a book without a title, only the author's name on the container. At the same night he begins a three day journey to Sicily where he meets Leonie Palm, last owner of a hat store.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:14:57 „Ich lasse dich gleich wieder denken an das Widerfahren, wofür er den deutschen Buchpreis bekommen hat. Es war auch so unglaublich konzentriert.“

Iris ergänzt Adams Lob für Kirchhoffs konzentrierte Werke mit dem Hinweis auf 'Widerfahrnis', für das Kirchhoff den Deutschen Buchpreis erhielt. Auch dieses Werk sei ein Beispiel für die gelungene, disziplinierte Seite des Autors.

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D Buch

Dammbruch

Bodo Kirchhoff

Autobiografisches Werk über Missbrauchserfahrungen in der Jugend. Das Buch verarbeitet ein traumatisches Kapitel des Lebens und wird als gelungene künstlerische Bewältigung dieser Erfahrung beschrieben.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:17:18 „Vor allen Dingen sein eines autobiografisches Buch über seine Erfahrungen mit Missbrauch in seiner Jugend, das war ganz stark.“

Iris erwähnt Kirchhoffs autobiografisches Buch über seine Missbrauchserfahrungen als Beispiel für ein gelungenes Werk des Autors. Sie nutzt es als Kontrast, um ihre tiefe Enttäuschung über den neuen Roman deutlicher zu machen.

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Dämmer und Aufruhr

Dämmer und Aufruhr

Bodo Kirchhoff

Autobiografisches Werk von Bodo Kirchhoff über seine Missbrauchserfahrungen in der Jugend. Die Kritikerin Iris Radisch lobt das Buch in einem Podcast als eindringliche und wichtige Aufarbeitung eines Traumas.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:17:18 „Vor allen Dingen sein eines autobiografisches Buch über seine Erfahrungen mit Missbrauch in seiner Jugend, das war ganz stark.“

Iris Radisch erwähnt im Kontext ihrer Enttäuschung über den neuen Kirchhoff-Roman lobend dessen autobiografisches Buch über Missbrauchserfahrungen in der Jugend. Der Titel wird nicht explizit genannt, ist aber über Autor und Inhalt eindeutig als Dämmer und Aufruhr identifizierbar.

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Was nicht gesagt werden kann

Was nicht gesagt werden kann

David Szalay

Lebensgeschichte eines Ungarn, der aus einer Plattenbausiedlung über den Irakkrieg nach London in die Oberklasse aufsteigt. Eine raffiniert karg erzählte Charakterstudie menschlicher Moral und sozialer Transformation, die an Camus' 'Der Fremde' erinnert.

🗣 Adam Soboczynski empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:21:42 „Das heißt, was nicht gesagt werden kann, jedenfalls in der deutschen Übersetzung heißt es so. In Wahrheit heißt es im englischen Original Flash. Der Roman ist übersetzt übrigens von Henning Ahrens und der Autor heißt David Shalai. Und David Shalai hat im vergangenen Jahr den Booker Prize, den wichtigsten britischen Literaturpreis, international renommiert, erhalten.“

Das zweite ausführlich besprochene Buch der Folge. Adam stellt den Booker-Prize-Gewinner vor: die Lebensgeschichte des Ungarn Istvan, der aus einer Plattenbausiedlung über den Irakkrieg nach London in die Upperclass aufsteigt. Iris ist begeistert vom Sog des Romans und seiner raffinierten Kargheit, Adam sieht darin eine zutiefst moralische Charakterstudie. Beide ziehen Parallelen zu Camus' 'Der Fremde'.

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Der Fremde

Der Fremde

Albert Camus

«Mir wurde klar, dass ich das Gleichgewicht des Tages zerstört hatte, die außergewöhnliche Stille eines Strandes, an dem ich glücklich gewesen war. Da habe ich noch viermal auf einen leblosen Körper geschossen, in den die Kugeln eindrangen, ohne dass man es ihm ansah. Und es war wie vier kurze Schläge, mit denen ich an das Tor des Unglücks hämmerte.» Die Geschichte eines jungen Franzosen in Algerien, den ein lächerlicher Zufall zum Mörder macht, wurde 1942 im besetzten Frankreich zu einer litera...

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:25:03 „Es hat auch was von der Fremde von Camus. Das wurde auch mal erwähnt. Das stimmt auch, finde ich.“

Adam zieht eine literarische Parallele zwischen David Szalays Protagonist Istvan und Meursault aus Camus' 'Der Fremde'. Iris greift den Vergleich auf, argumentiert aber, dass Szalays Roman noch radikaler sei, weil der Protagonist im Gegensatz zu Meursault bis zum Ende wortkarg bleibt.

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Besprechung von 'Was nicht gesagt werden kann'

Besprechung von 'Was nicht gesagt werden kann'

Ijoma Mangold

Ijoma Mangolds Rezension in der ZEIT bespricht das Buch „Was nicht gesagt werden kann". Mangold analysiert die Romanfigur Istvan durch sein Konzept des „bürgerlichen Seelenobjekts" und zeigt, dass Istvan typische bürgerliche Antriebe wie Aufstiegswille und Selbstverwirklichung fehlen.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:32:00 „Ja, also unser toller Kollege Ijeoma Mangold hat ja eine wunderbare Besprechung dieses Buches in der Zeit geschrieben. Und der schrieb ja, er ist eben kein bürgerliches Seelenobjekt.“

Radisch zitiert Ijoma Mangolds Rezension in der Zeit, um ihre Analyse der Romanfigur Istvan zu untermauern. Mangolds Begriff des 'bürgerlichen Seelenobjekts' wird zum Schlüssel für die Deutung: Istvan fehlen die typischen bürgerlichen Antriebe wie Aufstiegswille und Selbstverwirklichung.

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Match Point

Match Point

Woody Allen · 2005

Chris Wilton ist jung, gut aussehend und ehrgeizig. Mit der ganz großen Tenniskarriere hat es nicht geklappt, und so verdient er sich jetzt seine Brötchen als Tennislehrer in einem feinen Londoner Club. Als er hier die Bekanntschaft des reichen Snobs Tom und dessen schüchternen Schwester Chloe macht, sieht er seine ganz große Chance gekommen, seinem Leben doch noch die entscheidende Wendung nach oben zu geben.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:34:14 „Also mich hat das auch ein bisschen erinnert an einen, vielleicht einen der besten Filme, die es gibt von Woody Allen, nämlich Matchpoint, wo es auch eine Aufstiegsgeschichte gibt, 2005, ganz grandios, spielt ja selbst nicht mit, wo es auch darum geht, wie jemand von unten in die englische Upperclass hinein gerät und wie ein Fremdkörper dort drin ist.“

Soboczynski zieht eine Parallele zwischen dem Roman über Istvan und Woody Allens Film Match Point. Beide erzählen von einem sozialen Aufsteiger, der als Fremdkörper in die englische Oberschicht gerät. Soboczynski betont, dass dieser Fremdkörper eine explosive Energie in seinem neuen Umfeld erzeugt.

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Die feinen Unterschiede (La Distinction)

Die feinen Unterschiede (La Distinction)

Pierre Bourdieu

Bourdieu analysiert, wie Menschen sich durch Geschmack und kulturelle Vorlieben voneinander unterscheiden und dadurch Klassenunterschiede ausdrücken. Der Artikel zeigt, dass diese Mechanismen der sozialen Distinktion bis heute relevant sind – nur dass sich die Unterscheidungskriterien verschoben haben: statt ästhetische Vorlieben geht es heute um moralisches Vokabular wie Gendersprache oder inklusive Begriffe als Erkennungszeichen der Gruppenzugehörigkeit.

🗣 Adam Soboczynski erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:35:09 „Denn es geht immer auch in diesem Roman um die feinen Unterschiede.“

Anspielung auf Bourdieus soziologisches Hauptwerk im Kontext der Klassenunterschiede im Szalay-Roman.

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Bartleby, der Lohnschreiber

Bartleby, der Lohnschreiber

Herman Melville · 2019

Bartleby der Schreiber ist eine Erzählung des amerikanischen Schriftstellers Herman Melville, die unter dem Originaltitel Bartleby the Scrivener veröffentlicht wurde. Es ist das erste Werk, das Melville nach Moby Dick verfasste, und wurde zunächst anonym im November und Dezember 1853 in zwei Teilen in der Zeitschrift Putnam’s Monthly Magazine veröffentlicht.

🗣 Iris Radisch empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:37:19 „Ja, das ist eine längere, sehr berühmte Erzählung von Hermann Melville und heißt Bartleby, der Lohnschreiber. Eine Geschichte von der Wall Street. Das ist eine Geschichte über einen Mann, der eben diesem Istvan aus Ungarn, finde ich, wirklich ein bisschen ähnelt.“

Radisch stellt die Klassiker-Empfehlung der Folge vor: Melvilles Erzählung über einen Angestellten, der mit dem berühmten Satz 'I would prefer not to' jede weitergehende Arbeit verweigert. Sie zieht eine direkte Parallele zur Romanfigur Istvan — beide sind stoische Verweigerer des bürgerlichen Aufstiegs. Die Erzählung wird ausführlich besprochen als frühes Werk der Entfremdungsliteratur und Vorläufer Kafkas.

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Der Fremde

Der Fremde

Kamel Daoud · 2025

Meursault, ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie und kehrt in seinen gewohnten Alltag zurück. Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand zu einem schicksalhaften Ereignis kommt.

🗣 Iris Radisch empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:42:51 „ich kam jetzt vor allen Dingen drauf, weil ich die neue Verfilmung des Fremden von Ozone gesehen habe. Und da dachte ich auch, das ist doch wie dieser Bartleby.“

Neue Verfilmung von Camus' Der Fremde, die Iris Radisch auch für die ZEIT besprochen hat und als sehr eindrucksvoll empfiehlt.

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L'Étranger (Der Fremde)

L'Étranger (Der Fremde)

François Ozon · 2025

Meursault, ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie und kehrt in seinen gewohnten Alltag zurück. Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand zu einem schicksalhaften Ereignis kommt.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:42:56 „Ich kam jetzt vor allen Dingen drauf, weil ich die neue Verfilmung des Fremden von Ozone, und da dachte ich auch, das ist doch wie dieser Bartleby, also dieser junge, schöne Gott, der in dem Film überhaupt nicht spricht und keine Miene verzieht.“

Iris Radisch vergleicht die Figur des Bartleby mit dem Protagonisten der neuen Ozon-Verfilmung von Camus' Der Fremde. Sie hat den Film auch für die Zeit besprochen und lobt die Werktreue und die kalte Rätselhaftigkeit der Inszenierung. Diese Verfilmung ist ein eigenständiges Werk neben der bereits erfassten Visconti-Verfilmung.

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Lo straniero (Der Fremde)

Lo straniero (Der Fremde)

Luchino Visconti · 1967

Als Arthur Meursault (Marcello Mastroianni) dem ermittelnden Polizeibeamten vorgeführt wird und dieser ihn nach seinem Verteidiger fragt, antwortet Meursault etwas verständnislos, sein Fall wäre doch ganz einfach. Er beginnt, seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die völlig belanglos ist, aber doch zu einem Mord führt...

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:43:37 „was in der alten Visconti-Verfilmung war. Da gab es irgendwie, da war das doch ein Mensch mit all seinen Problemen und seinem Schweiß.“

Ältere Verfilmung von Camus' Der Fremde durch Visconti, als Kontrastbeispiel zur neuen, strengeren Verfilmung erwähnt.

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Besprechung der Ozon-Verfilmung von 'Der Fremde' in der Zeit

Besprechung der Ozon-Verfilmung von 'Der Fremde' in der Zeit

Iris Radisch

François Ozon gelingt eine kalte Übersetzung von Albert Camus' Roman "Der Fremde" – weil er nicht versucht, das Unerklärbare auf eine menschliche Temperatur zu bringen.

🗣 Iris Radisch erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:43:38 „Ich habe die ja auch besprochen für die Zeit, mir hat das sehr gut gefallen. In der Strenge.“

Radisch erwähnt beiläufig, dass sie selbst die neue Ozon-Verfilmung von Camus' 'Der Fremde' für die Zeit besprochen hat, als Soboczynski fragt, ob der Film ein Tipp sei.

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Lo straniero

Lo straniero

Luchino Visconti · 1967

Als Arthur Meursault (Marcello Mastroianni) dem ermittelnden Polizeibeamten vorgeführt wird und dieser ihn nach seinem Verteidiger fragt, antwortet Meursault etwas verständnislos, sein Fall wäre doch ganz einfach. Er beginnt, seine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die völlig belanglos ist, aber doch zu einem Mord führt...

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:43:43 „Ich fand eben gut, dass man dem Fremden da nicht irgendwie filmisch Motive unterschiebt, was in der alten Visconti-Verfilmung war. Da gab es irgendwie, da war das doch ein Mensch mit all seinen Problemen und seinem Schweiß.“

Radisch erwähnt die ältere Visconti-Verfilmung von Camus' 'Der Fremde' als Kontrastfolie zur neuen Ozon-Version. In Viscontis Film wurde der Protagonist vermenschlicht und seine Tat psychologisch erklärt, während die neue Verfilmung die Rätselhaftigkeit des Originals bewahre.

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