Episoden
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Ausgabe Siebenunddreissig
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode pendelt zwischen der schweren Debatte um Waffenlieferungen an die Ukraine und der Frage nach realistischen Kriegszielen — und einer leichtfüßigen Plauderei über Wiener Melancholie, raunzende Bergvölker und die Frage, warum Menschen in einer so schönen Stadt so schlechte Laune haben. Precht meldet sich aus Wien, was Lanz zu einem Exkurs über Tiroler Schwermut inspiriert: Seine Mutter kommentierte drei Wochen Sonnenschein mit dem Satz „Das werden wir büßen.
Das Schäfchen des anderen
Sabine Rückert & Johanna Haberer
David hat es auf den Thron von Großisrael geschafft — und nutzt seine neue Macht sofort für eine Serie brutaler Feldzüge: Die Moabiter lässt er sich in Reihen hinlegen und per Messschnur zwei Drittel von ihnen töten, die Aramäer bei Damaskus schlägt er mit 20.000 Mann, und die erbeuteten Wagenpferde lässt er lähmen, um sein eigenes Heer zu stärken. Hinter den militärischen Erfolgen steht die alte Verheißung an Abraham — ein Reich zwischen Nil und Euphrat —, die laut Johanna Haberer allerdings mehr Wunschvorstellung als historische Realität war.
Ausgabe Sechsunddreissig
Markus Lanz & Richard David Precht
Ausgangspunkt ist ein Treffen mit einem jungen Silicon-Valley-Investor, der sich als Erzkapitalist überraschend für das bedingungslose Grundeinkommen begeistert — ein Widerspruch, der die ganze Folge antreibt. Am Beispiel eines genüsslich polemischen FAZ-Artikels von Rainer Hank sezieren die beiden das tief sitzende Menschenbild hinter der Ablehnung des Grundeinkommens: die Angst, dass ohne Arbeitszwang alle in dumpfer Trägheit versinken.
Christian Boros, was ist die Kunst des Bösen
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Christian Boros spricht über die Faszination des Bösen — von Bond-Schurken bis zu Putins missverstandener Bond-Rezeption — und darüber, warum Gesellschaften nur durch Regelbrüche vorankommen. Er erzählt Anekdoten über Thurn und Taxis, über zwei Koffer auf der Flucht nach Westdeutschland und über seine Ehe mit einer Frau, die er bis heute nicht versteht.
Wie fängt man einen Kriegsverbrecher
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Heinrich Wefing, Chef des Politik-Ressorts der ZEIT, nimmt die Hörer mit in die juristische Grauzone zwischen legitimem Töten im Krieg und Kriegsverbrechen — ausgehend von den russischen Verbrechen in der Ukraine und der Frage, ob Wladimir Putin jemals dafür zur Rechenschaft gezogen werden kann. Die Episode lotet aus, wo die Grenzlinie zwischen Krieg und Kriegsverbrechen verläuft und wie ein durchzivilisiertes Land wie Deutschland überhaupt noch ein Verhältnis zu diesen Fragen findet.
Linke Lockdowns, rechte Pazifisten
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Ausgelöst durch Corona und den russischen Angriff auf die Ukraine stellen sich Ijoma Mangold und Lars Weisbrod die Frage, ob die klassische Unterscheidung von links und rechts noch taugt — wenn plötzlich Linke Lockdowns fordern und Rechte zu Pazifisten werden. Dabei beobachten sie, wie sich die politische Kartografie in Echtzeit verschiebt und alte Lagerzugehörigkeiten ihre Verlässlichkeit verlieren.
Ausgabe Fuenfunddreissig
Markus Lanz & Richard David Precht
Nach einem launigen Einstieg über Bücherkisten und die Qual des Umziehens lenkt die Folge auf ein zentrales Thema: die fehlende Korrelation zwischen Sinn und Bezahlung im Berufsleben. Altenpflegerinnen leisten gesellschaftlich unverzichtbare Arbeit für wenig Geld, während Spitzenverdiener nicht unbedingt die sinnvollsten Jobs haben — und die Erwartung, dass Arbeit auch glücklich machen soll, ist historisch betrachtet ein völlig neues Phänomen.
Ausgabe Vierunddreissig
Markus Lanz & Richard David Precht
Precht hat über Ostern Heidegger gelesen und destilliert daraus zwei Gedanken, die überraschend aktuell sind: Erstens die Idee der Geworfenheit — dass wir immer schon in einer Welt sind, bevor wir über sie nachdenken, was uns fundamental von künstlicher Intelligenz unterscheide. Zweitens Heideggers These, die Technik habe im 20. Jahrhundert die Metaphysik abgelöst und die Welt dabei entzaubert — ein Befund, der angesichts von KI fast prophetisch wirkt.
David wird König von Israel und Jerusalem die Stadt Davids
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Nach dem Tod seines Beschützers Abner steht Ischbaal, der schwächliche Sohn Sauls, plötzlich allein da — und ganz Israel ist bestürzt. Zwei ehrgeizige Truppenführer wittern ihre Chance: Sie schleichen sich am helllichten Tag an der eingenickten Türhüterin vorbei, erschlagen den schlafenden Ischbaal und bringen seinen abgetrennten Kopf als makabres Gastgeschenk zu David.
Wer wollte, dass sie stirbt
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
In dieser Folge widmen sich die Hosts dem Mord an der maltesischen Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia — ein Fall, dessen Dimensionen selbst erfahrene Journalisten fassungslos machen. Ein Sachverständiger, der damals in der internationalen Recherchegruppe zur Aufklärung des Falls mitarbeitete, ist zu Gast und liefert Einblicke in die Hintergründe des Verbrechens.