Christian Boros, was ist die Kunst des Bösen
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Christian Boros spricht über die Faszination des Bösen — von Bond-Schurken bis zu Putins missverstandener Bond-Rezeption — und darüber, warum Gesellschaften nur durch Regelbrüche vorankommen. Er erzählt Anekdoten über Thurn und Taxis, über zwei Koffer auf der Flucht nach Westdeutschland und über seine Ehe mit einer Frau, die er bis heute nicht versteht.
„Es gibt kein Bild eines Königs mit der Türklinke in der Hand.“
Erwähnte Medien (54)
Tartine
The bread at San Francisco's legendary Tartine Bakery was developed by renowned baker Chad Robertson over a decade of working with the finest artisan bakers in the United States and France, followed by another decade baking solo in a small wood-fired oven on the coast of Northern California. The following for this singular bread far exceeds the bakery's daily production. Now, clear instructions and hundreds of step-by-step photos show you how to make this elemental bread.
🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:03:12 „Es heißt Tartine. T-A-R-T-I-N-E. Kochbuch. Wenn ihr das nachgoogelt, dann werdet ihr auf dieses Kochbuch geobt.“
Christoph Amend löst eine Frage aus der vorherigen Folge mit Olga Krosnjowa auf, die dieses Kochbuch als das angeblich beste Kochbuch der Welt bezeichnete
Olympische Spiele München 1972 – Visuelles Erscheinungsbild
Otl Aicher
Otl Aichers visuelles Identitätssystem für die Olympischen Spiele München 1972 – ein Meilenstein der Grafik-Design-Geschichte. Das System vereinte geometrisches Design mit lebendigen Streifen-Mustern, symbolisiert durch das ikonische Maskottchen Waldi, einen gestreiften Dackel. Aichers Arbeit definierte eine vollständige visuelle Sprache für die Spiele und gilt als Klassiker der modernen Designgeschichte.
🗣 Christian Boros erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:11:46 „Das war die Olympiade 72 und ich sah wahrscheinlich den Dackel von Ottel Eicher mit seinen gestreiften, herrlichen Farben.“
Boros erzählt von seiner Ankunft in Westdeutschland als Kind 1972. Das erste, was ihn im Farbfernsehen faszinierte, war das Design der Olympischen Spiele in München von Otl Aicher – insbesondere der ikonische gestreifte Dackel Waldi, das Maskottchen der Spiele.
i-D Magazine
Britisches Kultur- und Modefotografie-Magazin, gegründet 1980, bekannt für seinen avantgardistischen und künstlerischen Zugang zur visuellen Berichterstattung. i-D publiziert innovative Fotostrecken, die etablierte Schönheitsstandards herausfordern und alternative Perspektiven auf Mode und Kultur bieten.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 00:17:12 „Ich sah so eine allererste Strecke, da war ich in London, in der ID. Ich sah diese Bilder voller Dürftigkeit, voller Unperfektion.“
Boros beschreibt, wie er zum ersten Mal Arbeiten von Wolfgang Tillmans entdeckte – in einer Fotostrecke im britischen Magazin i-D. Diese Entdeckung in London prägte seine Ästhetik und beeinflusste später die Viva-Kampagne.
Formaldehyd-Tierplastiken (u.a. Haifisch)
Damien Hirst
Damien Hirsts ikonische Kunstwerke aus den 1990er Jahren, bei denen Tiere wie Haifische in Formaldehyd konserviert werden. Der Künstler schuf damit eine kontroverse Kunstform, die die Grenzen zwischen Leben und Kunstobjekt hinterfragt. Diese Werke markierten einen Wendepunkt in der zeitgenössischen Kunstgeschichte und machten Hirst international bekannt. Der Artikel dokumentiert die frühe Sammlertätigkeit und künstlerische Bedeutung dieser Formaldehyd-Präparationen.
🗣 Christian Boros empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:19:45 „In seinem Studio sah er diese Werke, die ich faszinierend fand. Spotpaintings in Formaldehyde eingelegter Tiere. Und sagte, wow, das ist ja toll.“
Christian Boros erzählt von seinem ersten Besuch bei Damien Hirst im Studio in London Anfang der 90er Jahre, als er den damals unbekannten Künstler im Groucho Club kennenlernte und für 10.000 Pfund eines seiner Werke kaufte.
Faserland
Christian Kracht
Ein junger Mann irrt durch die alte Bundesrepublik. Wir schreiben das Jahr 1995, und die Mauer ist gefallen, das interessiert den jungen Mann aber nicht. Von Nord nach Süd lässt er sich treiben, von Sylt zum Bodensee, dann weiter nach Zürich ans Grab von Thomas Mann. Betrunken ist er häufig, angewidert eigentlich ständig. Von den Menschen, dem Land, der Zeit. Geld hat er viel, Stil auch, nur Halt hat er keinen. Er versteht alles, sagt er, dann entgleitet ihm wieder alles.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 00:27:17 „Deswegen hatte ich meine alte Barbeerjacke mitgenommen. Grün. Aus Faserland. Aus Faserland die Jacke mitgenommen.“
Christian Boros erzählt, wie er und seine Frau zum ersten Mal den Bunker in Berlin besichtigten. Er beschreibt, dass er seine grüne Barbour-Jacke mitnahm – und verweist dabei auf Faserland von Christian Kracht, in dem eine solche Jacke ein ikonisches Motiv ist. Die Erwähnung ist eine kulturelle Anspielung auf den Roman.
James Bond (Filmreihe)
· 2015
James Bond erhält eine kryptische Nachricht aus seiner Vergangenheit, die ihn auf die Spur einer finsteren Organisation bringt. Bond muss immer mehr entdecken, dass es viele Täuschungen und Lügen gibt, die er entschlüsseln muss. Während sein Boss M mit anderen Problemen kämpft, mit politischen Kräften konfrontiert ist, die den ganzen Geheimdienst gefährden, erkennt Bond erst nach und nach die schreckliche Wahrheit hinter Spectre.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:03:07 „Weißt du noch, wo und wie du deinen ersten James Bond gesehen hast? Ja, das weiß ich gar nicht. Das war mit 15 in der Wohnung von Ralle.“
Boros beschreibt seine erste Begegnung mit James-Bond-Filmen als Jugendlicher Ende der 70er Jahre, die seine lebenslange Faszination für die Ästhetik des Bösen begründete
No Time to Die
Cary Joji Fukunaga · 2021
James Bond hat seine Lizenz zum Töten im Auftrag des britischen Geheimdienstes abgegeben und genießt seinen Ruhestand in Jamaika. Die friedliche Zeit nimmt ein unerwartetes Ende, als sein alter CIA-Kollege Felix Leiter auftaucht und ihn um Hilfe bittet. Ein bedeutender Wissenschaftler ist entführt worden und muss so schnell wie möglich gefunden werden.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:09:01 „James Bond stirbt, James Bond heult. Das haben wir doch alles ein Glück in der Realität. Und das ist vollkommen gut so. Aber doch nicht in diesem Spiel.“
Boros kritisiert die neueren Bond-Filme mit Daniel Craig für die Vermenschlichung und Verprolisierung der Figur
Spectre
Sam Mendes · 2015
James Bond erhält eine kryptische Nachricht aus seiner Vergangenheit, die ihn auf die Spur einer finsteren Organisation bringt. Bond muss immer mehr entdecken, dass es viele Täuschungen und Lügen gibt, die er entschlüsseln muss. Während sein Boss M mit anderen Problemen kämpft, mit politischen Kräften konfrontiert ist, die den ganzen Geheimdienst gefährden, erkennt Bond erst nach und nach die schreckliche Wahrheit hinter Spectre.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:12:44 „Die beste Bösewichtsszene ever bei James Bond, meiner Meinung nach... ist Walz in dem, ich weiß nicht, vorletzten Bond. Es gibt diese lange Tafel“
Wegner beschreibt die Szene mit Christoph Waltz als Blofeld an der langen Tafel als die beste Bösewichtszene aller James-Bond-Filme
Olafur Eliasson Retrospektive (Tate Modern)
Olafur Eliasson
Retrospektive des isländischen Künstlers Olafur Eliasson in der Tate Modern mit seinen wegweisenden Lichtkinstallationen und Raumarbeiten. Eliassons immersive Installationen erforschen Wahrnehmung, Raum und Naturerfahrung. Die Sammlung Boros beherbergt eine der weltweit bedeutendsten privaten Eliasson-Sammlungen.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:12:58 „Das war die Eröffnung der Ausstellung in der Tate Modern zur großen Retrospektive von Olafur Eliasson, wo wir das Vergnügen hatten, zentrale Leihgeber zu sein.“
Christian Boros erzählt von einem Dinner bei der Eröffnung der großen Olafur-Eliasson-Retrospektive in der Tate Modern, bei dem seine Frau neben Christoph Waltz saß. Die Sammlung Boros ist nach eigenen Angaben die weltweit größte Eliasson-Privatsammlung, die sie seit 26 Jahren aufbauen.
Video Killed the Radio Star
The Buggles
Video Killed the Radio Star ist ein Lied des britischen New-Wave- und Popduos The Buggles. Es erschien im Jahr 1979 als Single und avancierte zum weltweiten Charthit sowie Nummer-eins-Hit in einigen Ländern.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:18:02 „Video killed the radio star. Ein Medienmensch, der genau das weiß, der wahnsinnig Instagrammable ist.“
Christian Boros zitiert den Song der Buggles als Metapher für Selenskyjs mediale Kommunikationsstrategie. Im Gespräch über den Ukraine-Krieg geht es darum, wie Selensky über Video-Zuschaltungen eine völlig neue Form der politischen Kommunikation etabliert hat, die traditionelle Formate ablöst.
Faust (Venedig-Biennale-Beitrag)
Anne Imhof
Anne Imhof vertrat Deutschland mit ihrer Arbeit "Faust" im Deutschen Pavillon der Kunstbiennale Venedig. Das experimentelle Werk des für ihre performances und installations bekannten künstlerischen Schaffens faszinierte besonders das Publikum, das sich auf abstrakte und konzeptuelle Künstlerschaft einließ. Der Artikel dokumentiert, wie solche zeitgenössischen Kunstpositionen unterschiedliche Reaktionen hervorrufen – während Imhofs Arbeit manche unmittelbar in ihren Bann zieht, bleibt sie für andere schwer zugänglich.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:29:19 „Anne Imhoff ist eine Künstlerin, die Deutschland auf der letzten Biennale vertreten hat. Meine Frau war fasziniert von ihr. Ich habe es nicht verstanden.“
Boros beschreibt wie seine Frau Karin die Arbeit von Anne Imhof bei der Venedig-Biennale entdeckte, während er sie zunächst nicht verstand – typisch für sein Muster bei bedeutenden Künstlern
Faust (Deutscher Pavillon, Biennale di Venezia 2017)
Anne Imhof
Anne Imhofs Performance "Faust" ist eine wegweisende Arbeit der zeitgenössischen Kunst, die 2017 den Goldenen Löwen der Biennale di Venezia gewann. Die Performance prägte die Ausstellung des deutschen Pavillons durch ihre intensive und innovative Ästhetik. Das Werk steht für Imhofs charakteristische Verbindung von Körper, Bewegung und konzeptuellem Denken und zählt zu den bedeutendsten künstlerischen Positionen des 21. Jahrhunderts.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:30:02 „Und dann später in Frankfurt eigentlich bekannt geworden ist als Türsteherin. Und wenn man sich heute ihre Arbeiten anschaut, besonders die Arbeit, für die sie in Venedig auch gewonnen hat am Ende, da gibt es ja so Nachtlebensszenen.“
Christoph Amend spricht über Anne Imhofs preisgekrönte Performance-Installation für den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig. Er sieht eine direkte Verbindung zwischen Imhofs Biografie als Türsteherin in Frankfurt und ihren Installationen, die Nachtleben-Konstellationen in Kunst übertragen. Christian Boros gesteht, die Arbeit zunächst nicht verstanden zu haben – seine Frau Karen habe das Potenzial früher erkannt.
Wolfgang Tillmans MoMA-Ausstellung
Wolfgang Tillmans
Retrospektive des Fotografen Wolfgang Tillmans im Museum of Modern Art (MoMA) in New York. Die Ausstellung präsentiert umfassende Werke des deutschen Künstlers, dessen konzeptuelle Fotografie die Grenzen zwischen Journalismus und bildender Kunst verschwimmt.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:32:19 „Wolfgang Tillmans haben wir in der Sammlung über 50 Arbeiten. Wir freuen uns wahnsinnig, dass er die große MoMA-Show bekommen wird in New York. Am Anfang dachte ich, muss man Pressebilder kaufen.“
Christian Boros beschreibt sein anfängliches Unverständnis gegenüber Wolfgang Tillmans' Fotografie, die er zunächst für Journalismus hielt. Heute besitzt die Sammlung Boros über 50 Arbeiten von ihm und Boros freut sich auf die kommende große MoMA-Retrospektive in New York – ein Beispiel dafür, wie anfängliche Irritation zum Qualitätsmerkmal guter Kunst wird.
Apotheken / Giftschränke
Damien Hirst
Damien Hirsts Apotheken und Giftschränke aus den 1990er Jahren sind prägende konzeptionelle Kunstwerke, die sich intensiv mit Tod und Vergänglichkeit auseinandersetzen. Die Installationen zeigen Vitrinenschränke gefüllt mit Medikamenten und Giftstoffen und hinterfragen unser Verhältnis zu Heilung, Gefahr und Sterblichkeit. Das Werk gilt als bedeutender Beitrag der modernen Kunstgeschichte und dokumentiert die philosophische Tiefe von Hirsts Frühschaffen.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:38:23 „Das sind Inkunabeln der 90er Jahre, mit Anfang 20 sich über Tod, über Vergänglichkeit Gedanken zu machen. Auch die Apotheke, die Apotheken, die Giftschränke, selbst die Spotpaintings.“
Boros verteidigt Hirsts Frühwerk als bedeutende konzeptionelle Auseinandersetzung mit Tod und Vergänglichkeit, kritisiert aber gleichzeitig die spätere Entwicklung des Künstlers als langweilige Wiederholung.
Spot Paintings (Cocaine)
Damien Hirst
Acrylgemälde aus Damien Hirsts Spot-Paintings-Serie, bei dem jeder Farbpunkt einem Element der chemischen Formel eines Nervengifts (Kokain) entspricht. Die Arbeit verbindet Wissenschaft und abstrakte Ästhetik zu einem konzeptionellen Kunstwerk, das Hirsts Auseinandersetzung mit Chemie, Medikamenten und Sterblichkeit visualisiert. Ein richtungsweisendes Werk zeitgenössischer Konzeptkunst.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:38:39 „Die Spotpaintings sind so Punktbilder, wo er viele, viele gemacht hat, sind Formeln von Nervengiften. Wir haben zum Beispiel Kokain. Er sagt, H ist hellblau. Dann hat er 1, 2, 3, 4 bis 9 und 0. Hat die und die Farben.“
Boros erklärt das Prinzip hinter Hirsts Spot Paintings: Jeder Punkt entspricht einem Element der chemischen Formel eines Nervengifts. Die Sammlung Boros besitzt das Bild 'Kokain'. Er lobt die frühen konzeptionellen Ideen, kritisiert aber die spätere Wiederholung als langweilig.
Against Interpretation
Susan Sontag
Sontag argumentiert in ihrem Essay von 1964, dass die kritische Praxis der Interpretation Kunstwerke verfälscht, statt sie zu verstehen. Statt zu fragen, was ein Kunstwerk bedeutet oder sagt, sollten Kritiker untersuchen, was es tut – wie es wirkt und sich anfühlt. Sie kritisiert die tradierte Hierarchie zwischen Form und Inhalt, wonach der Inhalt privilegiert ist, während die formalen Qualitäten vernachlässigt werden. Besonders problematisch sieht Sontag jene Interpretationen (marxistisch, freudsch), die vorgeben, unter der Textoberfläche verborgene wahre Bedeutungen auszugraben, dabei den Text aber faktisch verändern, ohne dies zuzugeben. Interpretation dient ihr zufolge oft dazu, unbequeme oder unakzeptable Texte durch Uminterpretation sozial verträglich zu machen.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:41:18 „die gegenteilige Haltung ist ja Susan Sontag, die sagt, naja, du sollst ja, das Kunstwerk soll ja für sich stehen, du sollst jetzt keine Gedichtinterpretation schreiben“
Wegner bringt Susan Sontags Essay über Kunstrezeption als Gegenposition zu Boros' Ansicht ein, dass man den Kontext eines Kunstwerks kennen müsse
Fettecke
Joseph Beuys
Beuys' Fettecke ist ein konzeptuelles Kunstwerk, dessen Bedeutung sich nicht aus seiner materiellen Form erschließt, sondern aus Beuys' Verständnis von Energie, Gesellschaft und gegenseitiger Hilfe. Die Kunstrezeption erfordert daher grundlegendes Kontextwissen über die künstlerischen Intentionen und philosophischen Hintergründe des Werks.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:47:18 „Wie kann man sich Josef Beuys eine Fettecke anschauen, ohne zu wissen, was für ihn Energie bedeutet, was für ihn Gesellschaft, Miteinander, Helfen bedeutet, Sende, Empfänger, all diese Dinge.“
Boros argumentiert im Disput mit Jochen Wegner über die Notwendigkeit von Kontextwissen bei der Kunstrezeption. Er widerspricht der Idee, dass man Kunst ohne Hintergrundwissen vollständig erfassen kann.
Metallplatten-Bodenskulpturen
Carl Andre
Minimalistische Bodenarbeiten aus gestapelten Metallplatten von Carl Andre, die seit den 1960er Jahren die Kunstwahrnehmung revolutionierten. Andre legte flache Kunstwerke direkt auf den Boden statt an der Wand, was Besucher verwirrt und zum Herumtrampeln veranlasste. Ein Kernwerk des amerikanischen Minimalismus, das die Grenze zwischen Kunstobjekt und alltäglichem Raum infragestellte.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:48:15 „Spätestens seit den 60er Jahren, seitdem Karl André das Tafelbild weggenommen hat und auf den Boden gelegt hat. Die Leute kamen in die Galerie und sagten, wo ist denn hier die Kunst? Und sie merkten nicht, sie trampelten gerade auf den Metallplatten.“
Boros argumentiert, dass seit dem amerikanischen Minimalismus der 1960er Jahre das handwerkliche Können in der Kunst zweitrangig geworden ist. Carl Andrés Bodenarbeiten irritierten die Besucher, die buchstäblich auf der Kunst herumtrampelten.
Liebermaler / Bad Paintings
Martin Kippenberger
Gemälde-Serie von Martin Kippenberger, bei der der Künstler andere Maler mit der Ausführung seiner Werke beauftragte. Die Badpaintings und Liebermaler sind konzeptuelle Kunstwerke, die die Trennung zwischen künstlerischer Idee und handwerklicher Ausführung bewusst hinterfragen und das traditionelle Verständnis des Künstlers als ausführender Handwerker dekonstruieren.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:48:41 „Berühmtes Beispiel natürlich auch Martin Kippenberger, der andere Maler beauftragt hat. Seine Badpaintings, seine Liebermaler, wo er andere Kunstmaler, also Pinselschwinger gebeten hat, die zu tun.“
Christoph Amend und Boros diskutieren über das Verhältnis von handwerklichem Können und Konzept in der Kunst. Kippenbergers Praxis, andere Maler seine Bilder ausführen zu lassen, dient als Beispiel für die Trennung von Idee und Ausführung.
Blaue Monochromes (IKB)
Yves Klein
Yves Kleins Internationale Kleinblau (IKB) Monochromes sind vollständig in charakteristischer Blaufarbe bemalte Leinwände, die einen Wendepunkt in der modernen Kunstgeschichte darstellen. Die Werke demonstrieren, dass künstlerischer Wert nicht auf handwerklicher Fertigkeit basiert, sondern auf konzeptioneller Innovation und künstlerischem Gedanke. Als zentrale Beispiele der Monochrom-Bewegung der 1960er Jahre symbolisieren Kleins blaue Bilder die Befreiung der Kunst von traditionellen Darstellungsmethoden und markieren den Nullpunkt zeitgenössischer Kunstpraxis.
🗣 Christian Boros erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:49:21 „Seitdem es diesen Nullpunkt der Kunst gab, wo es Künstler gab, die weiße Bilder gemalt haben, also die Leinwand genommen haben und weiß gemacht haben wie Ryman, blau gemacht haben wie Klein, also Monochromien, angestrichene Bilder.“
Boros beschreibt den Nullpunkt der Kunst in den 1960er Jahren mit Rymans weißen und Kleins blauen Monochromen als Beispiele dafür, dass Kunst längst über handwerkliche Fertigkeit hinausgegangen ist.
Weiße Bilder
Robert Ryman
Monochromes Gemälde des amerikanischen Künstlers Robert Ryman, das Leinwand vollständig in Weiß anstreicht. Radikale Reduktion, die Kunstgeschichte am Nullpunkt dekonstruiert und zeigt, dass Kunstwerk nicht auf technisches Handwerk reduzierbar ist. Teil eines konzeptuellen Diskurses über Monochromie und Abstraktion, vergleichbar mit Yves Kleins farbigen Monochromen.
🗣 Christian Boros erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:49:21 „Wo es Künstler gab, die weiße Bilder gemalt haben, also die Leinwand genommen haben und weiß gemacht haben wie Ryman, blau gemacht haben wie Klein, also Monochromien, angestrichene Bilder.“
Im Kontext der Diskussion über den Nullpunkt der Kunst nennt Boros Rymans weiße Bilder als radikale Reduktion, die zeigt, dass Kunst nicht mehr auf handwerkliches Können reduzierbar ist.
Concetto Spaziale (Tagli/geschlitzte Leinwände)
Lucio Fontana
Lucio Fontanas bahnbrechende Raumkonzepte mit aufgeschlitzten Leinwänden definieren die Kunstgeschichte der 1960er Jahre neu. Durch die radikale Durchbrechung der Bildfläche erforscht Fontana eine zusätzliche räumliche Dimension hinter der Ebene des Bildes. Seine Werke gelten als fundamentale Grenzüberschreitungen neben weißen Bildern und blauen Monochromen und markieren einen Wendepunkt der modernen Kunstgeschichte.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:49:33 „Seitdem dann jemand einen Schlitz durchgemacht hat, um eine weitere Dimension hinter den Bildern zu erforschen, wie Fontane.“
Boros skizziert die Kunstgeschichte seit den 1960er Jahren und den Nullpunkt der Kunst: weiße Bilder, blaue Monochromes und Fontanas aufgeschlitzte Leinwände als radikale Grenzüberschreitungen.
Day Paintings
On Kawara
On Kawaras Date Paintings sind minimalistische Werke, bei denen der japanische Künstler täglich das aktuelle Datum malt. Die Bedeutung dieser Arbeiten liegt nicht nur im visuellen Ergebnis, sondern in der konzeptuellen Praxis: Kawara verbindet die tägliche Malerei mit seinem rituellen Versenden von Telegrammen mit der Botschaft „I'm still alive". Der Artikel beleuchtet, wie Kontextwissen essentiell für das Verständnis zeitgenössischer Kunst ist – ohne diese biografischen Hintergründe bleiben die Gemälde bloße Datumsangaben.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:58:16 „Sie können vor einem Onkawara Daypainting, also ein Bild, wo der Künstler morgens anfängt zu malen und er malt den Tag des heutigen Malens. Und dann kommt dann eben 7. März 1963 ist das Bild.“
Boros nutzt On Kawaras Day Paintings als Beispiel dafür, dass Kontextwissen für das Verständnis zeitgenössischer Kunst unerlässlich ist. Ohne zu wissen, dass der Künstler täglich Telegramme mit 'I'm still alive' verschickte, bleibt das Bild nur ein Datum.
I'm still alive (Telegramme)
On Kawara
On Kawara war ein japanischer Konzeptkünstler, der von 1969 bis 2000 täglich Telegramme mit der Nachricht "I'm still alive" an verschiedene Personen verschickte. Diese Kunstpraxis war sein Weg, die menschliche Existenz als tägliche, minimale Geste zu dokumentieren und zu reflektieren. Die Telegramme bilden das konzeptuelle Fundament für das Verständnis seiner berühmten Day Paintings und zeigen, wie Kawara Identität und Präsenz durch alltägliche Kommunikation als Kunstwerk definierte.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 01:58:39 „Die Kontextualisierung, dass eine Kunstform darin bestand, dass er täglich Telegramme an Menschen schrieb, I'm still alive, jeden Tag. Den Tag, dass er heute lebt, als Kunstform qua Telegramm verschickt hat.“
Im Zusammenhang mit On Kawaras Day Paintings erklärt Boros das konzeptuelle Gesamtwerk: Die täglichen Telegramme 'I'm still alive' als Kunstform, die man kennen muss, um die Gemälde zu verstehen.
Star Wars
George Lucas · 1977
Seit der Vernichtung der Jedi-Ritter steht die Galaxie unter der grausamen Herrschaft des Imperiums. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen, angeführt von der schönen Prinzessin Leia, widersetzt sich der dunklen Macht. Als es ihnen gelingt, die geheimen Baupläne für den gefährlichen Todesstern zu entwenden, gerät das Imperium in Aufruhr. Durch Zufall gelangen die Pläne ausgerechnet in die Hände des Farmerjungen Luke Skywalker, der spürt, dass er sein bisheriges Leben hinter sich lassen muss. Gemein
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:18:56 „Er redet von den Star-Wars-Plakaten, liebe Hörerinnen und Hörer. Und den anderen, die hier in der WG an der Wand hängen.“
Jochen Wegner macht eine humorvolle Randbemerkung an die Hörer, als Christian Boros über die Petersburger Hängung von Kunstwerken spricht. Er klärt auf, dass an den Wänden des Aufnahmeorts Star-Wars-Plakate hängen — ein augenzwinkernder Kontrast zum Thema hochpreisige Kunstsammlung.
Porträt des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk
Anna Sauerbrey
Porträt des ukrainischen Botschafters Andrij Melnyk von Anna Sauerbrey. Der Artikel zeigt die Kluft zwischen Melnyks öffentlich provokantem Auftreten gegenüber der deutschen Politik und seiner privaten, kultivierten Persönlichkeit. Das Porträt behandelt Regelbruch als bewusste Kommunikationsstrategie zur Aufmerksamkeitsgenerierung.
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:21:46 „Anna Sauerbrey hat ihn über mehrere Wochen begleitet oder mehrfach getroffen und ihn porträtiert in der letzten Ausgabe der Zeit. Und ich fand das ganz interessant, was sie sagt, nämlich ist wohl schon so, es gibt zwei Seiten an diesem Botschafter.“
Jochen Wegner verweist auf ein Porträt seiner Kollegin Anna Sauerbrey in der ZEIT über den ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk. Melnyk wird als Figur beschrieben, die öffentlich extrem ausfällig wird und Regeln bricht, privat aber ein gebildeter, distinguierter Mensch sei. Das Porträt dient als Gesprächsgrundlage für die Frage nach Regelbruch als Kommunikationsstrategie.
Jeder Mensch ist ein Künstler
Joseph Beuys
Erläuterung von Joseph Beuys' Künstler-Manifest durch Christian Boros: Nicht künstlerische Fertigkeit, sondern das kreative Potenzial in jedem Menschen ist gemeint. Eine Lebensphilosophie — der Mensch sollte etwas schaffen, nicht bloß existieren.
🗣 Christian Boros zitiert daraus bei ⏱ 02:45:24 „Dieser vollkommen von den meisten missverstandene Satz ist der wichtigste und deswegen ist er so bedeutend, der wichtigste Satz, der uns alle als über der Tür gemeißelt begleiten sollte. Wenn er sagt, jeder Mensch ist ein Künstler, meint er natürlich nicht, dass jeder Mensch diese Verfertigungskünste hat, ein Bild zu malen, eine Skulptur zu kneten oder irgendwas, sondern in jedem Menschen ist die kreative Kraft einer unserer menschlichen Existenz da.“
Christian Boros erklärt leidenschaftlich die oft missverstandene Kernaussage von Joseph Beuys. Für ihn bedeutet der Satz nicht, dass jeder malen oder bildhauern soll, sondern dass in jedem Menschen ein kreatives Potenzial steckt — ob Märklin-Eisenbahn, Vogelliebe oder Schrebergarten. Boros verbindet Beuys' Gedanken mit seiner eigenen Lebensphilosophie: Der Sinn des Lebens sei es, etwas zu schaffen, nicht bloß zu existieren.
Ventilator (Berlin Biennale)
Olafur Eliasson
Kinetische Installation von Olafur Eliasson auf der Berlin Biennale: Ein großer Ventilator bewegt sich anarchisch durch den Raum und erzeugt unvorhersehbare Luftbewegungen. Das Werk transformiert alltägliche Objekte in poetische Bewegung und spielt mit den Grenzen zwischen Kunst, Natur und menschlicher Wahrnehmung.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 02:56:00 „Also auch Olaf oder Eliassons? Unsammelbar. Ich lebte damals noch in einer Altbauwohnung... Und auf zwölf Meter hing dieser Ventilator und drückte sich durch die Luft ganz anarchisch die Bewegungen.“
Boros erzählt, wie er bei der allerersten Berlin-Biennale im Postvoramt Eliassons Ventilator-Installation sah und sie unbedingt besitzen wollte
The Weather Project
Ólafur Elíasson
Monumentale Lichtinstallation von Ólafur Elíasson in der Londoner Tate Modern (2003–2004), die eine künstliche Sonne aus Spiegeln und Neonleuchten schafft. Das bahnbrechende immersive Werk machte Elíasson zum internationalen Star der zeitgenössischen Kunstwelt.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:56:15 „Die Sonne oder die kleinen Sonnenblumenkerne von IWW in Alistate, komischerweise, hat mich wirklich nachhaltig verändert. Ist unsammelbar, ne? Eigentlich.“
Jochen Wegner spricht über Kunstwerke, die ihn am meisten beeindruckt haben, aber unsammelbar sind. Eliassons künstliche Sonne in der Tate Modern gehört für ihn zu den nachhaltig prägenden Kunsterlebnissen. Christian Boros bedauert im Anschluss, die Sonne damals nicht gekauft zu haben.
Sunflower Seeds
Ai Weiwei
Ai Weiweis monumentale Porzellan-Installation aus 100 Millionen handgemalten Sonnenblumenkernen in der Tate Modern. Das Werk verschmilzt Massenproduktion mit individueller Kunstfertigkeit und wurde für Jochen Wegner zu einem transformativen Beispiel nicht-kollegierbarer, bedeutsamer Kunst.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:56:15 „Die Sonne oder die kleinen Sonnenblumenkerne von IWW in Alistate, komischerweise, hat mich wirklich nachhaltig verändert. Ist unsammelbar, ne?“
Jochen Wegner erwähnt Ai Weiweis Installation aus Millionen handbemalter Porzellan-Sonnenblumenkerne in der Tate Modern als eines der Kunstwerke, die ihn am nachhaltigsten verändert haben. Er nutzt es als Beispiel für bedeutende, aber unsammelbare Kunst im Gespräch über den Unterschied zwischen Kunstbesitz und Kunsterlebnis.
Ventilator
Olafur Eliasson
Kinetische Installation von Olafur Eliasson: Ein großflächig schwebender Ventilator, der sich anarchisch durch die Luft bewegt. Das Werk war auf der ersten Berlin Biennale im Postfuhramt präsent und wurde ein Schlüsserobjekt in der Boros Collection – ein Meisterwerk der minimalistischen Bewegungskunst.
🗣 Christian Boros empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:57:21 „Ich kam in diese Halle des Postvoramtes, zur allerersten Berlin-Bierenhalle, und auf zwölf Meter hing dieser Ventilator und drückte sich durch die Luft ganz anarchisch die Bewegungen. Und ich wollte dieses Ding haben, verstehen, besitzen.“
Christian Boros erzählt eine persönliche Sammler-Anekdote von der ersten Berlin Biennale im Postfuhramt: Er sah Eliassons Ventilator-Installation und wollte sie sofort besitzen. Dank seines damals seltenen Mobiltelefons konnte er die Galerie noch vor anderen Interessenten anrufen und das Werk kaufen. Es wurde später in seiner ersten Sammlungspräsentation im Bunker gezeigt.
Werke im Berghain
Wolfgang Tillmans
Fotografische Arbeiten des renommierten Künstlers Wolfgang Tillmans, dauerhaft im Berghain installiert. Die Werkpräsentation symbolisiert die tiefe Verbindung zwischen Club-Kultur und zeitgenössischer Kunstwelt in Berlin. Tillmanns' konzeptuelle Fotografie verleiht dem Technoclubort kulturelle Ernsthaftigkeit und unterstreicht sein Selbstverständnis als Kunstort.
🗣 Christian Boros erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:11:28 „Und es gab immer schon eine große Affinität des Berghainz und die Kunst. Wolfgang Tillmans. Wolfgang Tillmans hängt da.“
Christian Boros erwähnt Wolfgang Tillmans' Arbeiten als Beleg für die lange Verbindung zwischen dem Berghain und der Kunstwelt. Tillmanns' Werke hängen dauerhaft im Club, was die kulturelle Ernsthaftigkeit des Ortes unterstreicht — ein Argument im Gespräch darüber, warum es naheliegend war, das Berghain während der Pandemie für eine Kunstausstellung zu öffnen.
Weltkunst
Weltkunst ist ein monatliches Kunstmagazin, das sich der zeitgenössischen und klassischen Kunst widmet. Die Publikation arbeitet mit international renommierten Kunstexperten wie Hans-Ulrich Obrist von der Serpentine Gallery zusammen und bietet fundierte Beiträge zur Kunstwelt.
🗣 Christian Boros erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:21:44 „Du bist ja auch Herausgeber der Weltkunst. Die Erfindung des Kunstmarktes wurde in Köln getätigt.“
Boros erwähnt die Weltkunst beiläufig als Magazin, dessen Herausgeber Christoph Amend ist, im Kontext eines Gesprächs über die Entstehung des Kunstmarktes und der Art Cologne als erste zeitgenössische Kunstmesse der Welt.
Lutz & Alex sitting in the Trees
Wolfgang Tillmans
Die Fotografie zeigt zwei Personen, die in Bäumen sitzen, und verkörpert Tillmans' charakteristische Ästhetik der erschreckenden Normalität. Das Werk fasziniert durch die verstörende Präsenz einer alltäglichen Szene, die gleichzeitig Unschuld und Irritation ausstrahlt. Die Aufnahme stammt aus der renommierten Sammlung Boros und exemplifiziert Tillmans' dokumentarische Herangehensweise, gewöhnliche Momente in eine fesselnde visuelle Spannung zu verwandeln.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:31:31 „Wolfgang Tillmans, jetzt zum Beispiel, Beispiel aus ihrer Sammlung, ein Bild, was mich erschüttert hat und ich könnte nicht sagen warum, die beiden, die im Baum sitzen, Lutz und Alex. Lutz und Alex in den Bäumen.“
Wegner beschreibt die ikonische Fotografie aus der Sammlung Boros als ein Werk, das ihn irritiert und fasziniert hat – beispielhaft für Tillmanns' Ästhetik der erschreckenden Normalität
Lutz und Alex in den Bäumen
Wolfgang Tillmans
Wolfgang Tillmans' Fotografie zeigt zwei nackte Männer in einem Baum – ein ikonisches Bild aus seinen frühen Werken, das durch irritierende Normalität ästhetische Grenzen hinterfragt. Das in der Sammlung Boros bewahrte Werk erfasst intime Alltäglichkeit mit subtiler Kraft und zwingt den Betrachter, seine Wahrnehmung zu befragen.
🗣 Jochen Wegner empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:31:55 „Wolfgang Tillmans, jetzt zum Beispiel, Beispiel aus ihrer Sammlung, ein Bild, was mich erschüttert hat und ich könnte nicht sagen, warum. Die beiden, die im Baum sitzen, Lutz und Alex. Lutz und Alex in den Bäumen. Sein damaliger Freund.“
Jochen Wegner nennt dieses Tillmanns-Foto als konkretes Beispiel aus der Sammlung Boros, das ihn emotional getroffen hat, ohne dass er erklären könnte warum. Die anschließende Diskussion dreht sich um die irritierende Normalität des Bildes – zwei nackte Menschen in einem Baum – und wie genau diese Irritation den Betrachter zwingt, seine ästhetischen Grenzen zu hinterfragen.
American Gigolo
Paul Schrader · 1980
Julian Kay ist als gepflegter, eleganter, diskreter und charmanter Callboy der von älteren reichen Damen gefragteste Gigolo von Los Angeles. Er kann sich Luxuslimousinen und Luxuswohnung leisten und verkehrt in den besten Kreisen. Eines Tages gerät er in Verdacht, eine seiner Kundinnen ermordet zu haben. Julian hat kein Alibi für die Tatzeit, ist aber unschuldig.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 03:33:39 „Die 80er Jahre, weiß ich noch, Richard Gere, American Gigolo, die Supermodels, es war alles perfekt. Jeder erinnert sich an die Szene, Richard Gere macht ein Schrank auf und die weißen Hemden, die Krawatten, die Armani-Sachen. Das Idealbild war Perfektion.“
Christian Boros kontrastiert die Perfektion der 80er Jahre mit Wolfgang Tillmans' bewusst unperfekter, normaler Ästhetik der 90er. American Gigolo steht dabei als Symbol für das makellose Schönheitsideal jener Dekade, das Tillmanns mit seinen Fotografien gezielt unterlief.
Mona Lisa
Leonardo da Vinci
Ölmalerei von Leonardo da Vinci aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das berühmte Porträt zeigt eine Frau und folgt den stilisierten Schönheitsidealen der Renaissance mit charakteristischen Merkmalen wie dünnen Augenbrauen und feinen Gesichtszügen. Das Werk exemplifiziert die porträtistische Konvention seiner Epoche, in der viele Frauenporträts einem standardisierten Schönheitskanon folgten. Es zählt zu den weltweit bekanntesten Kunstwerken der Malerei.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 03:38:12 „Und der Hintergrund, wie wir es bei der Mona Lisa kennen, ist, die Natur ist der Hintergrund für den Menschen gewesen. Die Natur ist nicht abbildungswürdig. Da kommt der Naturalismus und vergisst die Mona Lisa und zeigt nur die Natur.“
Christian Boros nutzt die Mona Lisa als kunsthistorisches Beispiel für die traditionelle Hierarchie: Die Natur diente nur als Kulisse für den Menschen. Der Naturalismus habe diese Ordnung umgekehrt und die Natur zum eigenständigen Bildgegenstand gemacht.
Der Mönch am Meer
Caspar David Friedrich
Das Gemälde Mönch am Meer von Caspar David Friedrich ist ein Meisterwerk der Romantik und symbolisiert Melancholie, Sehnsucht und innere Einkehr. Der Artikel würdigt Friedrichs künstlerisches Erbe 250 Jahre nach seiner Geburt und zeigt, wie sein Werk zeitlose Gefühle einfängt. Die Relevanz liegt in der Gegenüberstellung von destruktiver Depression und schöpferischer Melancholie, die Friedrich in seiner Kunst verkörpert und in diesem Zusammenhang als Beispiel für die Schönheit von Traurigkeit dient.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:38:56 „Also wenn man einmal Kaspar David Friedrich, was weiß ich, den Mönch am Meer oder den Wanderer.“
Im Gespräch über den Naturalismus und wie Kunst das Verhältnis des Menschen zur Natur verändert, nennt Jochen Wegner Caspar David Friedrichs Gemälde als Beispiel dafür, wie ein Kunstwerk die eigene Wahrnehmung dauerhaft prägt – er kann auf keinem Gipfel stehen, ohne an diese Bilder zu denken.
Der Wanderer über dem Nebelmeer
Caspar David Friedrich
Das Gemälde 'Der Wanderer über dem Nebelmeer' von Caspar David Friedrich wird in der Hamburger Kunsthalle in einer besonderen Inszenierung gezeigt, die seine emotionale Wirkung verstärkt. Friedrich schuf das Werk während der napoleonischen Kriege als persönliche Flucht nach innen. Das Bild dokumentiert die zeitlose Kraft von Kunst, Halt und Trost in Zeiten von Krise zu bieten.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 03:39:08 „Also wenn man einmal Kaspar David Friedrich, was weiß ich, den Mönch am Meer oder den Wanderer. Ich komme nur drauf, weil auch da das Verhältnis des Menschen zur Natur wieder auf eine andere Weise inszeniert wird. Und ich kann es nie wieder wegdenken, wenn ich auf irgendeinem beschissenen Kippel stehe und in den Tal gucke.“
Wegner ergänzt Boros' Ausführungen über den Naturalismus um Caspar David Friedrich als Gegenbeispiel: Bei Friedrich ist der Mensch noch im Bild, aber bereits in einem neuen, demütigeren Verhältnis zur Natur inszeniert. Das Werk hat Wegners eigene Naturwahrnehmung dauerhaft verändert.
Seestücke
Gerhard Richter
Gerhard Richters minimalistische Seestücke reduzieren das Motiv auf Himmel, Horizontlinie und Wasser. Diese abstrahierenden Arbeiten schärfen die ästhetische Wahrnehmung so intensiv, dass sie die Erfahrung von Natur dauerhaft verändern und alltägliche Naturwahrnehmung bereichern.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 03:39:41 „Man empfindet, behaupte ich, ein größeres Glück, wenn man sich das Meer anschaut, wenn man die halbierten Bilder von Gerhard Richter gesehen hat mit dem Himmel und eine Linie und das Meer. Dann wird das Meer, man bekommt eine Gänsehaut.“
Boros argumentiert, dass Kunsterfahrung die Alltagswahrnehmung bereichert. Gerhard Richters Meeresbilder – reduziert auf Himmel, Horizontlinie und Wasser – schärfen den Blick so, dass man beim realen Meer eine Gänsehaut bekommt, die man ohne diese Kunsterfahrung nicht hätte.
Werben und Verkaufen
Deutsches Fachmagazin für Werbung und Marketing mit Fokus auf Kampagnenanalyse und Branchentrends. Veröffentlicht Interviews mit Führungspersonen und kritische Betrachtung der Werbebranche. Richtschnur für Marketing-Profis und Werbepraktiker.
🗣 Christian Boros erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:27:30 „Ich erinnere mich noch an einem Interview mit mir in Werben und Verkaufen, wo alle noch so, geht noch und da gab es eine tolle Porsche-Kampagne, da wurde über Sicherheit gesprochen. Geht es noch? Geht es noch?“
Christian Boros erinnert sich an ein Interview mit ihm im Branchenmagazin 'Werben und Verkaufen', in dem er die damalige Werbebranche kritisierte. Konkret stört ihn eine Porsche-Kampagne, die Sicherheit betonte, obwohl der Reiz eines Porsche gerade in der Unvernunft und Geschwindigkeit liege. Er nutzt das als Beispiel für die Erosion der klassischen Werbebranche.
Pet Shop Boys (Song von 1984)
Pet Shop Boys
Die Pet Shop Boys sind ein britisches Electropop-Duo, bestehend aus Neil Tennant und Chris Lowe, das seit Mitte der 1980er Jahre mit Hits wie West End Girls, It's a Sin oder Go West international erfolgreich ist. Neben ihren eigenen Erfolgstiteln schreiben und produzieren die Pet Shop Boys auch für andere Künstler und sind als Komponisten von Filmmusik erfolgreich. Bisher haben die Pet Shop Boys weltweit 100 Millionen Tonträger verkauft. PopArt – Die Karriere der Pet Shop Boys
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:35:41 „dieser Film begann aber, indem ich den Sänger der Patcher Boys von heute, also in der aktuellen Aufnahme sehe und der sagt plötzlich New York, London und zitiert ein Lied von 1984“
Amend erwähnt die Pet Shop Boys und einen Song von 1984 als Einstieg des Calvin-Klein-Werbefilms, der die Auflösung von Zeitgrenzen in der heutigen Popkultur illustriert
West End Girls
Pet Shop Boys
Pet Shop Boys (deutsch sinngemäß „Jungs aus der Zoohandlung“) sind ein britisches Elektropop-Duo, bestehend aus Neil Tennant und Chris Lowe. Sie sind seit 1985 mit Hits wie West End Girls, Suburbia, It’s a Sin und Go West international erfolgreich. Die Pet Shop Boys schreiben und produzieren für sich selbst, aber auch für andere Künstler.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:35:45 „Und dieser Film begann aber, indem ich den Sänger der Patcher Boys von heute, also in der aktuellen Aufnahme sehe und der sagt plötzlich New York, London und zitiert ein Lied von 1984.“
Im Calvin-Klein-Werbefilm tritt der Sänger der Pet Shop Boys auf und zitiert einen Song von 1984 mit den Worten 'New York, London'. Amend nutzt dies als Beleg für die zeitliche Entgrenzung moderner Kultur, in der Musik aus den 70ern und 80ern für heutige 20-Jährige genauso relevant ist wie aktuelle Musik. Der Songtitel wird nicht explizit genannt, die Beschreibung passt jedoch auf 'West End Girls'.
Everydays: The First 5000 Days
Beeple
"The First 5000 Days" ist ein digitales Kunstwerk von Beeple, das 2021 für 69 Millionen Dollar verkauft wurde und damit einen Rekord für NFT-Kunstwerke setzte. Das Werk löste heftige Debatten über den Wert und die Legitimität von digitaler Kunst aus und wurde zum Katalysator für die öffentliche Diskussion über NFTs. Als eines der ersten Mainstream-Events im Kunstbereich prägte es die Wahrnehmung dieser neuen Technologie nachhaltig.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 05:18:23 „Ich habe mit dem Google-Ex-Geschäftsführer, also wir haben schon ernsthaft mit einer coolen Crowd zusammengesessen. Und früh, sehr früh, nachdem eben dieser Beeple – Was hat er gebracht, dieses scheiß NFT? 40 Millionen?“
Christian Boros spricht über seine eigene NFT-Geschäftsidee und erwähnt den rekordverdächtigen NFT-Verkauf von Beeple als Auslöser der Debatte. Er kann sich zunächst nicht an den Namen erinnern und bezeichnet die Ästhetik als 'Terror'. Christoph Amend ergänzt, dass sich im Nachhinein herausstellte, dass Beeple das Werk möglicherweise selbst gekauft hat.
Bored Ape Yacht Club
Yuga Labs
Der Bored Ape Yacht Club ist ein NFT-Projekt der Yuga Labs, das digitale Affen-Avatare als Sammelobjekte verkauft. Die Preise für diese NFTs sind extrem hoch und erreichen teilweise Millionensummen. Im Podcast wird das Projekt als Beispiel für die fragwürdige Preisgestaltung und mangelnde Rationalität im NFT-Markt angeführt, um die Diskrepanzen bei der Authentifizierung und Bewertung digitaler Inhalte zu illustrieren.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:18:40 „Aber es gibt auch diesen gelangweilte Affen-Jacht-Club, wo man dann für eine Million, ist egal. Also ich finde es wirklich faszinierend.“
Im Kontext der NFT-Diskussion erwähnt Jochen Wegner den Bored Ape Yacht Club als weiteres prominentes Beispiel für teure NFT-Projekte. Er nennt es beiläufig, um die Absurdität der NFT-Preise zu illustrieren, bevor er zum eigentlichen Thema zurückkehrt – der Frage, wie man Fotografie-Editionen authentifizieren kann.
Westkunst (Ausstellung 1981)
Kasper König
Legendäre Ausstellung moderner Kunst, 1981 in Köln von Kasper König kuratiert. Westkunst prägte die Kunstgeschichte durch ihre innovative Zusammenstellung und Gewichtung von Werken der Nachkriegsmoderne. Als Meilenstein der Ausstellungspraxis etablierte sie neue Standards für zeitgenössische Kunstpräsentation.
🗣 Christian Boros erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:20:10 „Johanns Vater ist Kasper König, einer der bedeutendsten, tollen Ausstellungsmacher, der so tolle Sachen wie Westkunst und bedeutende Ausstellungen kuratiert hat.“
Boros spricht über die Familie des Galeristen Johann König und würdigt dessen Vater Kasper König als einen der wichtigsten Kuratoren, der die legendäre Ausstellung 'Westkunst' in Köln verantwortet hat.
Immersive Digitalinstallation bei König Galerie
Refik Anadol
Refik Anadol präsentierte bei der König Galerie in Berlin eine immersive Digitalinstallation mit lebenden Bildern, die außergewöhnlich großes öffentliches Interesse weckte. Die Ausstellung war so populär, dass Besucher Schlange standen – ein seltenes Phänomen für Galerien. Das Projekt verdeutlicht die wachsende Nachfrage nach innovativer digitaler Kunst und die neue Rolle von Galerien als Orte für Massenpublikum.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 05:22:57 „Es gibt diesen einen mit diesen lebenden Bildern, der jetzt kürzlich, wo die Leute um den Block Schlange gestanden haben, um in eine Galerie zu gehen. Das gibt es jetzt nicht so oft in Berlin. Also man steht schon mal für eine Ausstellung in einem Museum, aber nicht, man steht nicht in einer Galerieschlange.“
Jochen Wegner erinnert sich an eine Ausstellung bei Johann König, bei der die Besucher Schlange standen – ein ungewöhnliches Phänomen für eine Galerie. Er kann sich zunächst nicht an den Namen erinnern und identifiziert ihn später als Refik Anadol. Die Erwähnung dient als Beispiel für die neue Popularität von Kunst und Königs Geschäftsmodell.
Protect Me from What I Want
Jenny Holzer
Ikonischer Textkunst-Satz von Jenny Holzer aus den 1980ern. Die konzeptuelle Arbeit funktioniert als philosophische Warnung vor unbewussten Wünschen und Selbstverleugnung – ein prägnantes Lebensmotto über Eigenverantwortung und den Kampf gegen die eigenen Verlockungen.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 05:26:19 „Protect me from what I want... Ich habe ihn ausgedruckt bei mir im Office, weil ich mir das Original nicht leisten kann. Die Wichtigkeit protect me from what I want prägt viele Jahre meines Lebens.“
Boros beschreibt Jenny Holzers berühmten Satz als sein Lebensmotto, das ihn vor den Verlockungen des Einfachen schützt
When too perfect, lieber Gott böse
Nam June Paik
Nam June Paiks philosophischer Ausspruch "When too perfect, lieber Gott böse" – eine ironische Reaktion auf Kritik an seiner Videomonitor-Installation. Das Zitat wurde zum geflügelten Wort in der Kunstwelt und manifestiert Paiks Haltung gegen Perfektionismus und Kontrollsucht. Ein Plädoyer für künstlerische Freiheit und Unvollkommenheit.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 05:35:19 „Namjook Pike hatte eine Ausstellung in Deutschland und hatte eine Ausstellung mit, ich glaube, 100 Videomonitoren. Ein Boulevardjournalist fing an, die Monitore zu zählen und sagte, das sind ja gar nicht 100. Und daraufhin Namjook Pike, when too perfect, lieber Gott böse.“
Christoph Amend erzählt die Anekdote hinter Nam June Paiks berühmtem Ausspruch: Bei einer Pressekonferenz zu einer Monitor-Installation zählte ein Boulevardjournalist die Monitore nach und stellte fest, dass die Zahl nicht stimmte. Paiks spontane Antwort wurde zum geflügelten Wort in der Kunstwelt. Der Spruch existiert auch als Aufkleber bei der Galerie Johann König.
Installation mit Videomonitoren
Nam June Paik
Nam June Paik war ein koreanisch-amerikanischer Künstler und Pionier der Videokunst. Diese Installation mit etwa 100 Videomonitoren zählt zu seinen bedeutendsten Werken und demonstriert seinen experimentellen Ansatz, elektronische Medien und bildende Kunst zu verbinden. Die Ausstellung veranschaulicht Paiks revolutionäres Verständnis von Technologie als künstlerisches Medium und sein Vermächtnis in der modernen Medienkunst.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 05:35:39 „Namjook Pike hatte eine Ausstellung in Deutschland und hatte eine Ausstellung mit, ich glaube, 100 Videomonitoren. Die hieß auch so, irgendwie so, die Zahl stimmt jetzt nicht, ich muss es aus dem Gedächtnis sagen.“
Christoph Amend erinnert sich an eine große Nam-June-Paik-Ausstellung in Deutschland mit etwa 100 Videomonitoren. Er kann sich an den genauen Titel nicht erinnern, die Ausstellung dient aber als Rahmen für die berühmte Anekdote mit dem Boulevardjournalisten.
Remington Steele
· 1982
Laura Holt, eine lizenzierte Privatdetektivin, eröffnet ein Detektivbüro, stellt jedoch fest, dass potenzielle Kunden sich weigern, eine Frau einzustellen, egal wie qualifiziert sie ist. Um das Problem zu lösen, erfindet Laura einen fiktiven männlichen Vorgesetzten, den sie Remington Steele nennt. Durch eine Reihe von Ereignissen, die sich in der ersten Folge „License to Steele“ abspielen, nimmt ein ehemaliger Dieb und Betrüger, dessen richtiger Name nie preisgegeben wird, die Identität von Remi...
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 05:41:54 „Pierce Brosnan hatte das traurige Schicksal, als er der beste James Bond hätte werden können, kam er nicht aus seinem Vertrag raus. Er war ja der Detektiv bei Remington Steel Anfang der 80er Jahre und sie wollten ihn rausholen und die Fernsehproduktionsfirma hat ihn nicht rausgelassen.“
Amend ordnet Pierce Brosnans Karriere ein und erklärt, warum er erst spät James Bond wurde: Sein Vertrag bei der TV-Serie Remington Steele Anfang der 80er verhinderte den früheren Wechsel zur Bond-Rolle.
Mamma Mia!
Phyllida Lloyd · 2008
Sophie möchte zu ihrer Hochzeit auf einer griechischen Insel vom Vater zum Altar geführt werden. Weil sie ihn aber so wenig kennt wie auch ihre Mutter Donna, lädt sie die drei wahrscheinlichsten Kandidaten ein. So wird Donna plötzlich mit der Magie, aber auch den Wunden ihrer Vergangenheit konfrontiert, während die schmerzlichste Aufgabe, Sophie in eine selbstbestimmte Zukunft zu entlassen, noch bevorsteht.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 05:42:33 „Are you the cool guy of Mamma Mia? Für ihn war Pierce Brosnan. Natürlich, Mama Mia. Meryl Streep und Pierce Brosnan. Und wir haben, das war immer unser Katerfrühstück... Wir haben 30, 50 Mal Mama Mia gemeinsam geguckt.“
Boros' siebenjähriger Sohn erkennt Pierce Brosnan beim Bunker-Besuch nicht als James Bond, sondern aus dem Film Mamma Mia, den die Familie dutzende Male zusammen geschaut hat
A Single Man
Tom Ford · 2009
George Falconer, ein britischer Professor, bemüht sich, seinem Leben nach dem Tod seines langjährigen Partners Jim wieder eine Bedeutung zu geben. Gefangen in der Vergangenheit, sieht er keine Zukunft mehr, doch die Ereignisse und Begegnungen eines einzigen Tages verhelfen ihm zu einer Entscheidung darüber, ob nach Jim noch ein Sinn existiert. Trost findet George bei seiner besten Freundin Charley, einer Schönheit von 48 Jahren, die selbst mit Zukunftsfragen zu kämpfen hat.
🗣 Christian Boros referenziert bei ⏱ 05:45:23 „Tom Ford. Der Ex-Kreativdirektor von Gucci. Filmemacher mittlerweile... Einer meiner Lieblingsfilme. Mit einer Geschmackssicherheit, mit einer Präzision.“
Boros nennt Tom Ford als einen seiner faszinierendsten Bunker-Besucher und verweist auf dessen Filmarbeit als einen seiner Lieblingsfilme
Lindenstraße
Hans W. Geißendörfer · 1985
Seit 1985 versucht das Ensemble der „Lindenstraße“, den deutschen Gegenwartsalltag mit all seinen großen und kleinen Problemen fiktional abzubilden. Dabei werden neben serientypischen Beziehungsdramen um Liebe, Ehe und Tod auch immer wieder kontroverse Themen wie Homosexualität, Drogenmissbrauch, häusliche Gewalt, Vergewaltigung, Fremdenfeindlichkeit, Prostitution oder AIDS behandelt.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 06:12:53 „Ja, wie bei der Lindenstraße.“
Wegner vergleicht scherzhaft die rekonstruierte Fassade des Berliner Stadtschlosses mit der Kulisse der Fernsehserie Lindenstraße – also als bloße Attrappe ohne echte Substanz dahinter. Ein beiläufiger, ironischer Vergleich im Streit um das Humboldt Forum.