Episoden

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ZEIT Bühne

Es ist meine ganze Leidenschaft, Parlamentarier zu sein

Roman Pletter & Gäste

Im Rahmen der Zeitbühne blicken Roman Pletter und Tina Hildebrandt auf ihr Gespräch mit Christian Lindner zurück, das sie im September in einem Berliner Fernsehstudio aufgezeichnet haben. Tina Hildebrandt beschreibt Lindner als jemanden, der politisch schon immer präsent war — lange zu jung für seine Erfahrung, inzwischen aber in seiner Rolle angekommen. Besonders auffällig: Obwohl er als Kind einer alleinerziehenden Mutter aufwuchs, nutzte er diese Biografie nicht, um den Privilegien-Vorwurf gegen die FDP zu entkräften.

Lanz & Precht

Ausgabe Zwei

Markus Lanz & Richard David Precht

Precht gewährt Einblick in seine Arbeitsweise: Corona war für ihn eine willkommene Rückzugszeit, das Schreiben eine Art klösterliche Selbstversenkung — Mitarbeiter oder Ghostwriter käme für ihn nie in Frage, weil ihm das Schreiben selbst zu viel Freude macht. Daneben diskutieren die beiden die grassierende Emotionalisierung des öffentlichen Lebens und Lanz' provokante These, dass Diversität kein Wert an sich sei.

ZEIT Bühne

Es gibt Positionen, die im Kern menschenfeindlich sind

Roman Pletter & Gäste

Vor der Bundestagswahl 2021 treffen Jan Böhmermann und Markus Lanz im Hamburger Michel aufeinander — und geraten in einen hitzigen Schlagabtausch über False Balance in den Medien: Böhmermann hinterfragt, ob Lanz' Einladungen von umstrittenen Corona-Wissenschaftlern wie Hendrik Streeck und Alexander Kekulé journalistisch verantwortbar sind, während Lanz die Verengung des Meinungskorridors verteidigt und warnt, abweichende Stimmen pauschal zu ächten. Dazwischen diskutieren sie das Ende der Ära Merkel, die Macht der Unterhaltung in der Politik und die Frage, welche Kontrollmechanismen Entertainer brauchen, denen plötzlich politische Verantwortung zugeschrieben wird.

Unter Pfarrerstöchtern

Die Prophetin Deborah

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Bevor es um die Prophetin Deborah geht, greifen die beiden einen Hörerinnenbrief zur letzten, blutigen Joshua-Folge auf: Eine Hörerin hatte sich von der Darstellung des israelischen Militärs abgestoßen gefühlt und vermisste die andere Seite Israels. Ihr Brief schildert konkrete Beispiele jüdisch-israelischer Friedensarbeit — von einer Psychoanalytikerin, die nachts palästinensische Patienten in Krankenhäuser fährt, bis zu einem Anwalt, der an israelisch-jordanischen Wasserkonflikten arbeitet.

ZEIT Bühne

Wir müssen aufpassen, dass aus Spannungen nicht Spaltungen werden

Roman Pletter & Gäste

Bei der siebten Langen Nacht der Zeit im Hamburger Michel stellt sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn den Fragen von Tina Hildebrandt und Roman Pletter — mitten im Wahlkampf, vor coronabedingt auf Abstand sitzendem Publikum. Spahn überrascht mit ungewöhnlicher Offenheit: Auf die Zuschauerfrage, welche Partei er wählen würde, wenn nicht die CDU, antwortet er ohne Zögern mit der FDP.

ZEIT Verbrechen

Der verlorene Hirte

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

In Dorfen, einer Kleinstadt 45 Kilometer von München, missbrauchte ein evangelischer Pfarrer über Jahrzehnte hinweg Konfirmanden seiner winzigen Gemeinde — 850 Seelen inmitten einer katholischen Stadt. Sabine Rückert erfuhr durch ihre Schwester, eine Theologin beim Bayerischen Sonntagsblatt, von den Gerüchten und reiste nach Bayern, wo ihr die kirchliche Herkunft Türen öffnete, die Außenstehenden verschlossen blieben.

Lanz & Precht

Ausgabe Eins

Markus Lanz & Richard David Precht

In ihrer ersten Folge erklären die beiden, warum sie diesen Podcast starten: Lanz wollte mehr aus seinen Telefonaten mit Precht machen, Precht schätzt die akustische Intimität des Formats. Schon in der Auftaktfolge wird's politisch: Precht nennt die Debatte der Grünen um den Spitzenkandidaten offen sexistisch, und Lanz zitiert Kant über die moralischen Kosten von Kriegen.

Unter Pfarrerstöchtern

Vom Töten und vom Sterben

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Im Buch Joshua geht das Schlachten weiter: Kapitel für Kapitel wird das Land erobert, Städte zu Trümmerhügeln gemacht und keine Gnade gewährt. Im Zentrum steht die Aufzählung der 31 besiegten Könige — eine Zahl, die Johanna Haberer als böse Primzahl der jüdischen Zahlenmystik einordnet. Die litaneiartige Aufzählung entfaltet dabei eine fast liturgische Wucht, die erahnen lässt, wie solche Texte einst rituell rezitiert wurden.

ZEIT Verbrechen

Schaurige Verwandtschaft

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Im Mittelpunkt steht die neue Titelgeschichte des Magazins über Münchhausen-Stellvertretersyndrom — Mütter, die ihre eigenen Kinder krank machen oder verletzen, um als aufopferungsvolle Pflegerinnen Bewunderung zu ernten. Mit Hilfe von Psychiatern und Sachverständigen hat die Redaktion dieses schwer greifbare Phänomen aufgearbeitet, bei dem die Täterinnen oft unerkannt bleiben und Kinder mitunter sterben. Außerdem geht es um die Ausbildung von Polizeipferden, die trotz Böllern und Bengalenfeuer in Demonstrationen reiten, und um ein Interview mit Krimi-Autorin Rita Falk über ihren Weg zur Eberhofer-Reihe.

Unter Pfarrerstöchtern

Von der Macht der Geschichten

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Episode taucht ein in das Buch Joshua und erzählt, wie die Gibeoniter mit einer raffinierten List ihr Überleben sichern: Sie verkleiden sich mit zerfetzten Schuhen, löchrigen Mänteln und trockenem Brot als Reisende aus einem fernen Land, um Joshua einen Friedensvertrag abzuringen. Nebenbei wird eine brisante historische Pointe deutlich — Jerusalem existierte längst vor den Israeliten als Stadt der Jebusiter, denen der Glaube an Yahweh erst übergestülpt wurde.