Episoden

1333 Episoden · Seite 117 von 134

Unter Pfarrerstöchtern

Die Rettung des Kindes

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Weihnachtsepisode widmet sich der Geburtsgeschichte Jesu aus dem Lukasevangelium — vorgelesen, eingeordnet und als kulturelles Fundament gewürdigt. Die Schwestern sprechen über die radikale Bescheidenheit der Krippen-Szene vor dem Hintergrund römischer Machtpolitik: Ein Kind kommt inmitten von Chaos und Volkszählung zur Welt, nicht im Palast, sondern im Stall, während Kaiser Augustus sein Imperium durchzählen lässt.

ZEIT Bühne

Ich fänd‘s geil, wenn alle Menschen Zugang zu Trinkwasser hätten

Roman Pletter & Gäste

Joy Denalane hält die Laudatio auf die NGO Viva con Agua, die den Marion Dönhoff Förderpreis 2020 für ihren Einsatz für sauberes Trinkwasser erhält. Sie erzählt, wie Mitgründer Michael Fritz untrainiert in einen Marathon sprang, den ihr Mann Max Herre monatelang vorbereitet hatte — und bringt damit den unbändigen Spirit der Organisation auf den Punkt. Anschließend sprechen Michael Fritz und Geschäftsführerin Carolin Stüdemann über die Zukunft von Viva con Agua.

Die sogenannte Gegenwart

Der ultimative Christencheck

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

In der letzten Folge des Jahres 2020 stellen sich die drei die Gretchenfrage: Wie hältst du es mit der Religion? Doch bevor es ans Eingemachte geht, liefert der Gegenwartscheck einen unvergesslichen Moment — Lars entdeckt im Carsharing-Audi das kabellose Laden und stürmt begeistert in den Saturn, während Ijoma fassungslos die Grundlagen der Elektrizität in Frage stellt.

Unter Pfarrerstöchtern

Mose droht dem Pharao

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Mose kehrt nach dem Auftrag am brennenden Dornbusch widerwillig nach Ägypten zurück — mit Frau, Söhnen und dem Gottesstab auf dem Esel. Die Schwestern diskutieren, warum die Bibel ihre Propheten gerade nicht als strahlende Helden zeichnet, sondern als zweifelnde, sich zu klein fühlende Menschen, deren Schwächen offen benannt und überwunden werden. Dabei kündigt sich bereits der Konflikt mit dem Pharao an: Gott will dessen Herz verhärten, um ihn dann umso entschiedener zu besiegen.

Alles gesagt?

Ai Weiwei, warum sind Sie so wütend

Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste

Ai Weiwei empfängt die Hosts in seinem Prenzlauer Berger Studio und beginnt das Gespräch bereits kritisch: Deutschland sei ein autoritärer Staat unter dem Deckmantel der Demokratie, und der Westen könne gegen Chinas autoritären Kapitalismus, der schnell und groß entscheide, schlichtweg nicht gewinnen. Zwischen spöttischen Seitenhieben auf bezahlte Konferenzen und der Bemerkung, er fühle sich entschuldigt, wenn jemand seine Werke kaufe, offenbart der Künstler seinen tiefsten Reue: nie eine Frage an seinen Vater gestellt zu haben.

Die sogenannte Gegenwart

Intervallfasten und Pilze

Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod

Nina Pauer verabschiedet sich in die Babypause — theoretisch könnte es schon losgehen, doch vorher widmen sich die beiden noch einem ausufernden Thema: der ewigen Suche nach dem Lebenssinn, neuen Therapieformen und der Frage, was es heute heißt, in einer Therapiegesellschaft zu leben. Zuvor erklärt Ijoma Mangold im Gegenwartscheck das Spielprinzip: Wer ein frisches Phänomen benennt, bekommt den Punkt — wer hintendran ist, geht leer aus.

Unter Pfarrerstöchtern

Der brennende Dornbusch

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Mose ist auf der Flucht: Nachdem er einen Ägypter erschlagen hat, jagt ihn der Pharao — sein eigener Adoptivvater — als politische Bedrohung. Er flieht auf die Sinai-Halbinsel zu den Midianitern, einem nomadischen Volk in gesetzlosem Land. Dabei zieht sich das große Motiv der jüdischen Geschichte durch: Mose ist erneut ein Fremder, diesmal unter arabischen Nomaden, und die spannende Frage taucht auf, ob die Midianiter vielleicht denselben Gott verehren wie die Hebräer — einen geheimnisvollen Wüsten- und Berggott, der noch keinen Namen trägt.

ZEIT Bühne

Ich habe viel Glück gehabt

Roman Pletter & Gäste

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier blickt im Gespräch mit Giovanni Di Lorenzo auf seinen Bildungsaufstieg zurück — vom Dorf, in dem kaum jemand Abitur machte, bis ins Schloss Bellevue. Er erzählt von einem Grundschullehrer, der die entscheidende Weiche stellte, von Eltern mit Bildungsbewusstsein aber ohne den Mut zum Gymnasium, und von der Angst, als einziges Kind aus der Klasse den Sprung zu wagen.

ZEIT Verbrechen

Der verbrecherische Richter

Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste

Rudolf Novotny, stellvertretender Ressortleiter im Wissen, stellt seine gemeinsam mit Nadine Ahr und Kue Famm recherchierte Geschichte über den Richter Jörg L. vor — einen Mann, der das Vertrauen des Justizsystems schamlos ausnutzte. Die Episode beleuchtet, wie die hohen Zugangshürden der Justiz paradoxerweise jenen Schutz bieten, die es einmal hineingeschafft haben, und wie Abhängigkeitsverhältnisse im Gerichtssaal missbraucht werden können.

Alles gesagt?

Richard Socher, was denken Maschinen

Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste

Richard Socher, KI-Forscher aus der DDR, der es über Princeton und Stanford ins Silicon Valley geschafft hat, spricht über künstliche Intelligenz, das Privatsphäre-Paradox der digitalen Welt und warum westliche Roboter-Bilder von Terminator geprägt sind. Er provoziert mit der These, dass Python wichtiger sei als eine zweite Fremdsprache, und reflektiert darüber, was Intelligenz eigentlich ausmacht — bei Menschen wie bei Maschinen.