Episoden
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Müssen wir mehr Prometheus wagen
Nina Pauer, Ijoma Mangold, Lars Weisbrod
Zum Jahresauftakt 2026 nehmen sich die beiden Guillermo del Toros Netflix-Verfilmung von Frankenstein vor — ein Film, den sie "so lala" finden, der aber als Sprungbrett in den unsterblichen Literaturmythos von Mary Shelley dient. Von der Uckermark aus, wo Ijoma Mangold allein in seiner Bauernhütte sitzt und bei jedem Knarzen ans Monster denkt, entspinnt sich ein Gespräch über Silicon Valley, KI und die Frage, was Prometheus mit der Gegenwart zu tun hat.
T. C. Boyle, gibt es noch Hoffnung
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
T. C. Boyle, mit vollem Namen Thomas Coragason Boyle, stellt sich dem unendlichen Podcast-Format und droht scherzhaft, dafür ärztliche Unterstützung oder zumindest einen guten Drogendealer zu benötigen. Zwischen Anekdoten über seine zwei Jahre Heroinkonsum in den frühen Zwanzigern, seine Abkehr von der britischen Literaturwissenschaft hin zum Schreiben und seine Weigerung, Rezensionen zu lesen, entfaltet sich das Porträt eines Autors, der seine Sorgen nur in Geschichten kanalisieren kann — und dabei gleichzeitig deprimierend und unwiderstehlich komisch bleibt.
Shi Heng Yi (2026) - Warum bin ich nie genug
Matze Hielscher & Gäste
Shi Heng Yi spricht darüber, warum das Gefühl des Nie-genug-Seins so verbreitet ist und wie man zur eigenen Mitte zurückfindet. Der Shaolin-Meister reflektiert, wie er mit 42 Jahren erkannt hat, dass er das Leben weit weniger kontrolliert als gedacht — und warum gerade die schmerzhaften Momente diese Erkenntnis bringen. Es geht um das Loslassen von Rollen, Idealbildern und der Illusion, das Leben müsse einem bestimmten Plan folgen.
Nick und das Netzwerk des Schweigens
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Nick war knapp zwei Jahre alt, als er am 21. Oktober 2021 tot in seiner Windel lag, der Körper übersät mit Hämatomen — und seine Mutter rief beim Notruf an, als wäre nichts gewesen. Fiona Weber-Steinhaus hat für ZEIT Online recherchiert, wie eine ganze Kaskade von Menschen weggesehen hat: Nachbarn, das Jugendamt, eine Familienhelferin, Freunde, der eigene Bruder — jeder Einzelne hätte eingreifen können, keiner tat es. Der Fall ist kein Einzelschicksal: In Deutschland werden jedes Jahr rund 80 Kinder unter zwei Jahren getötet, meist von den eigenen Eltern.
Wintergespräch mit Florence Gaub
Markus Lanz & Richard David Precht
Zum Wintergespräch ist Zukunftsforscherin Florence Gaub zu Gast, die für NATO und EU arbeitet und erklärt, warum institutionalisierte Zukunftsforschung in Deutschland erstaunlich selten ist. Im Zentrum steht das deutsche Paradox: 80 bis 90 Prozent der Deutschen blicken optimistisch auf ihre eigene Zukunft, halten aber die Lage des Landes seit den 90er Jahren konstant für katastrophal — ein Phänomen, das Gaub als Lokaloptimismus versus Nationalpessimismus beschreibt.
Benjamin von Stuckrad-Barre (2025) – Unser Lied
Matze Hielscher & Gäste
Silvester 2025: Benjamin von Stuckrad-Barre und Matze sitzen zusammen, während draußen geböllert wird, und verhandeln erst mal, was sie trinken — Stuckrad-Barre lehnt den alkoholfreien Sekt kategorisch ab, weil es bei Alkohol nie um den Geschmack ging, sondern um die Wirkung, und er seine Sucht lieber im Rückspiegel als in der Frontscheibe behält. Statt Champagnergläsern gibt es Cola, und statt Pathos eine philosophische Miniatur über die Null als Jahreswechsel: Kommt man von oben oder von unten?
Der Tod des Deutschlehrers
Sabine Rückert, Andreas Sentker, Anne Kunze, Daniel Müller & Gäste
Daniel Müller erzählt von einem Fall, der ihn seit Jahrzehnten nicht loslässt: Am 9. November 1986 verschwindet der 29-jährige Deutschlehrer Dieter Huber auf dem kurzen Heimweg von einem Besuch bei Freunden in Sindelfingen — nur 15 Kilometer, eine Viertelstunde Fahrzeit. Es ist die Geschichte dreier Männer: eines Ermordeten, eines Tatverdächtigen und eines Mannes, der seit 40 Jahren versucht, den Fall aufzuklären.
Eure Lieblingsfolge 2025 - Bill und Tom Kaulitz – Wie frei seid ihr wirklich
Matze Hielscher & Gäste
Bill und Tom Kaulitz landeten mit 23,8 Prozent der Stimmen auf Platz 1 der Lieblingsfolgen 2025. Bill Kaulitz spricht offen über die Jahre der Isolation als Tokio-Hotel-Star, in denen er stolz darauf war, in Interviews nichts Persönliches preiszugeben — und darüber, wie befreiend es sich anfühlt, heute nichts mehr verstecken zu müssen.
So war das Sachbuchjahr 2025
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Im Sachbuch-Jahresrückblick stellen Maja Beckers und Alexander Cammann vier Titel vor, die 2025 nicht vergessen werden sollten: Eva Thönes Analyse weiblicher Macht, die Abrechnung mit der deutschen Russland-Politik von Katja Gloger und Georg Mascolo, den Gesprächsband zwischen Ricarda Lang und Steffen Mau über gesellschaftliche Umbrüche sowie Roger Willemsens postum erschienene Liebeserklärung ans Lesen. Den Auftakt macht Thönes Beobachtung aus Spiegel-Redaktionssitzungen, in denen trotz Frauen in Führungspositionen nach 40 Minuten nur Männer geredet haben.
In unserer letzten Folge geht die Welt unter
Sabine Rückert & Johanna Haberer
In der Abschlussfolge widmen sich die Pfarrerstöchter der Offenbarung des Johannes — dem kryptischsten, buntesten und verrücktesten Buch der Bibel. Bevor sie in den Text eintauchen, kündigen sie eine Pause und eine neue Reihe über außergewöhnliche Heilige an, die sie selbst auswählen werden — von Hildegard von Bingen bis Alexej Nawalny. Als Einstieg liest Sabine Rückert aus einem Reportage-Dossier, das sie vor über 25 Jahren über eine Berliner Familie schrieb, die ernsthaft an den Weltuntergang zur Jahrtausendwende glaubte.