Der Zauberberg
Thomas Mann · 2022
Der Zauberberg Thomas Mann - Geplant als Novelle, als heiteres Gegenstück zum Tod in Venedig, entstand mit dem Zauberberg einer der großen Romane der klassischen Moderne. Ein kurzer Besuch in einem Davoser Sanatorium wird für den Protagonisten Hans Castorp zu einem siebenjährigen Aufenthalt, der Kurort wird zur Bühne für die europäische Befindlichkeit vor dem Ersten Weltkrieg.
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Erwähnungen (12)
„Ich schreibe über meine Breakdowns und natürlich kann man sich fragen, gab es das nicht schon immer, weil man muss ja sofort an die Lungenkliniken, den Zauberberg und also ja, ich denke, das ist.“
Nina Pauer ordnet das Genre der Bücher aus Kliniken und Retreats historisch ein und verweist auf Thomas Manns 'Zauberberg' als Urtyp des Sanatoriumsromans, um zu zeigen, dass dieses literarische Motiv eine lange Tradition hat.
„Die Zauberbergenatur, oder? Diese tolle Naturbeschreibung, da musste ich immer an Atlantikwellen denken. Also die Indifferenz der Natur vor dem kleinen Menschlein, der niedergerungen wird durch Schneemassen oder Wellen. Und das interessiert keinen.“
Nina Pauer zieht eine Verbindung zwischen Thomas Manns Naturbeschreibungen im Zauberberg und der Gewalt der Nordsee auf Sylt. Die Indifferenz der Natur gegenüber dem Menschen – bei Mann durch Schneemassen, auf Sylt durch Atlantikwellen – wird als zeitlose Metapher für die menschliche Ohnmacht genutzt.
„Mein Zeit der Reife ist auf jeden Fall der Zauberberg. Ich glaube, ich habe den Zauberberg bestimmt schon... ich habe eben bestimmt viermal angefangen. Und ich komme immer bis zur gleichen Stelle.“
Ricarda Lang erzählt humorvoll, dass sie den Zauberberg viermal begonnen aber nie zu Ende gelesen hat, und gesteht eine peinliche Stipendiums-Anekdote
„Zauberberg oder Faustus? Faustus. Mann oder Musil? Mann oder Musil? Mann. Mann oder Brecht?“
Im A-oder-B-Spiel stellt Wegner die Frage 'Zauberberg oder Faustus?' – zwei Hauptwerke von Thomas Mann. Baum entscheidet sich für Doktor Faustus. Die Erwähnung dient als literarische Geschmacksfrage, um Baums kulturelle Präferenzen auszuloten.
„Und dann hatte ich noch in den Nebenfächern Deutsch. Und das war auch sehr gut. Da war Thomas Mann, Zauberwerk.“
Ferdinand von Schirach erzählt von seinem Abitur am Jesuiteninternat St. Blasien. Im Leistungskurs Deutsch behandelte er Thomas Manns 'Zauberberg' – er sagt 'Zauberwerk', meint aber offensichtlich den Roman. Es war eines seiner besten Fächer, im Gegensatz zu Biologie.
„Also auch den Zauberberg jetzt lesen wollen für das letzte Buch, das hat ja schon auch eine Idee mit sozialer Scham zu tun.“
Christine Westermann gesteht, dass sie sich mit Thomas Mann schwer tut und der Wunsch, den Zauberberg zu lesen, auch mit sozialer Scham zusammenhängt.
„Man erinnert sich ganz spontan natürlich an Thomas Manns Zauberberg, das ist völlig klar, nicht an diese geschlossene Welt. Es gibt auch sehr viel Schnee drumherum. Es hat auch ein bisschen Anklänge daran, auch in inhaltlicher Ebene.“
Adam Soboczynski zieht den Zauberberg als literarische Referenz für Kaletas Heilung heran. Beide Romane spielen in einer geschlossenen Bergwelt, in der Gesundheit und Krankheit verhandelt werden, und beide thematisieren einen Zeitenumbruch. Er betont, dass die Anklänge bewusst gesetzt seien.
„Genau, es ist so eine Art Zauberbergerzählung in Gegenwart. Also er wird da hingeschickt und er wehrt sich die ganze Zeit und sagt, wie doof das eigentlich alles ist.“
Nina Pauer zieht den Vergleich zwischen dem Roman 'Heilung' und Thomas Manns 'Zauberberg', weil beide von einem Protagonisten handeln, der in eine abgeschiedene Heilanstalt geschickt wird. Die Parallele liegt in der Kur- und Sanatoriumssituation – bei Kaleyta ein luxuriöses Spa-Resort in den Alpen, bei Mann das Sanatorium in Davos.
„Ich kann sie eigentlich nur mit einer anderen Leseerinnerung vergleichen, nämlich dem Zauberberg, für den ich länger gebraucht habe als Dune, aber trotzdem, beides sind so Leseerfahrungen, an die ich gern zurückdenke.“
Lars Weisbrod vergleicht sein Dune-Leseerlebnis mit dem Zauberberg von Thomas Mann – beide seien intensive, zeitaufwändige Lektüren, an die er nostalgisch zurückdenke. Der Vergleich dient ihm dazu, Dune als literarisch anspruchsvoll zu legitimieren.
„Dieses Jahr wäre der Zauberberg von Thomas Mann, wird 100 Jahre alt. Und was hat Heinz Strunk gemacht? Er hat der Zauberberg 2 geschrieben.“
Olli Schulz erzählt von einem Treffen mit Heinz Strunk bei einem Nick-Cave-Konzert in Hamburg. Im Zusammenhang mit Strunks neuem Buch erwähnt er Thomas Manns Originalroman als Referenzwerk, dessen 100-jähriges Jubiläum den Anlass für Strunks Sequel liefert.
„100 Jahre Zauberberg von Thomas Mann. Das ist natürlich einer der ganz großen, gigantischen Romane in deutscher Sprache.“
Klassiker von Thomas Mann, der anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums ausführlich besprochen wird. Der Roman über Hans Castorp im Schweizer Sanatorium wird auf seine Aktualität hin untersucht.
„Welches Kunstwerk der letzten 25 Jahre wird auch noch die nächsten 25 überdauern? Sag jetzt nicht der Zauberberg oder der Ring der Nibelungen oder so, sondern welches Kunstwerk der letzten 25 Jahre wird auch noch die nächsten 25 überdauern?“
Weisbrod erwähnt den Zauberberg als Beispiel für ein kanonisches Werk, das man bei seiner Frage nach bleibenden Kunstwerken gerade nicht nennen soll – er sucht nach Werken der letzten 25 Jahre, nicht nach etablierten Klassikern.
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