Was liest du gerade? – Zauberberg an der Ostsee
#031

Zauberberg an der Ostsee

Was liest du gerade? / 16. November 2024 / 21 Medien

Iris Radisch, Adam Soboczynski

Die Folge kreist um die Kunst des Urteilens und dessen Tücken: Ein rätselhaftes Zitat über einen selbsternannten Moralisten, der anderen auf die Füße tritt, führt zu einem offenen Gespräch über eigene Fehlurteile. Iris Radisch beichtet eine frühe Verriss-Sünde am Schweizer Autor Paul Nizon, den sie als junge Kritikerin für kitschig und unlesbar erklärte — und dem sie heute öffentlich Abbitte leistet.

„Ich erinnere mich an eine frühe Rezension des Schweizer Autors Paul Nizon, den ich fertig gemacht habe und für einen kitschigen und völlig unlesbaren Autor angehalten habe. Da war ich einfach jung, rechthaberisch, habe nicht wirklich gesehen, um was es ihm da ging.“
🗣 Iris Radisch

Erwähnte Medien (21)

Anschwellender Bocksgesang

Anschwellender Bocksgesang

Botho Strauß

Botho Strauß' Essaysammlung mit dem berühmten Titeltext aus dem Spiegel von 1993, der eine der intensivsten intellektuellen Debatten jener Dekade auslöste. Der provokative Essay wird oft als Beleg für die Rückkehr neotraditionalistische Tendenzen in Deutschland der 90er Jahre herangezogen und dokumentiert eine kulturpolitische Auseinandersetzung über nationale Identität und konservative Gegenbewegungen zur Linken.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:05:31 „Eben vor allen Dingen der anschwellende Boxgesang, der im Spiegel 1993 veröffentlicht wurde. Ja, ein Essay, der abgerechnet hat mit dieser Bundesrepublik, mit ihrer eben die eingeschlafenen Füße, mit ihrer Eingeschlafenheit, ihrer Freude, Freundlichkeit, Friedlichkeit, ihrer Verschlafenheit.“

Iris Radisch ordnet Botho Strauß' Werk ein und beschreibt den Essay als Wendepunkt, an dem Strauß sich als kulturkonservativer Zeitkritiker positionierte. Sie gesteht, dass sie damals nicht verstehen konnte, warum er das Tragische und Heroische in der friedlichen Bundesrepublik vermisste.

Zum Artikel bei Spiegel Details
Das Schattengetuschel

Das Schattengetuschel

Botho Strauß

"Botho Strauß bleibt ein Meister der aphoristischen Gegenwartsbeobachtung." (Welt am Sonntag) - Der Dramatiker und Autor beweist seine unverändert luzide Beobachtungsgabe und berührende Erzählkunst Ein alter Dichter wartet voller Sehnsucht auf die Ankunft seines Sohnes. Er wartet vergeblich, „vor dem Einschlafen noch der schwerste aller Menschenseufzer: ‚Und ich hatte mich so auf dich gefreut!‘“ – „Das Schattengetuschel“ folgt Vereinzelten und Paaren, leuchtet Idyllenrisse aus und thematisiert d...

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:07:13 „Das Buch heißt Das Schattengetuschel. Es ist jetzt gerade bei Hansa erschienen. Im Übrigen feiern wir auch seinen Geburtstag, nicht wahr? Er wird jetzt 80, Boto Strauß. Und ich finde schon, dass dieses Buch bemerkenswert ist.“

Adam Soboczynski stellt Botho Strauß' neues Buch vor, das zum 80. Geburtstag des Autors erscheint. Er hebt hervor, dass Strauß darin eine ungewöhnliche Nachdenklichkeit über seine früheren Positionen zeigt und die Reformfähigkeit der Gesellschaft anerkennt, die er früher unterschätzt habe.

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Der letzte Deutsche

Der letzte Deutsche

Botho Strauß

Botho Strauß' Essay "Der letzte Deutsche" (2015) ist ein kulturpolitischer Text, der sich kritisch mit der Migrationskrise auseinandersetzt. Der Artikel beleuchtet Strauß' kontroverse Positionen in diesem provokanten Essay und zeigt, wie dieser sich von seiner späteren Haltung in "Das Schattengetuschel" unterscheidet, wo der Autor eine nachdenklichere Tonalität einnimmt. Der Text dokumentiert einen Wandel in Strauß' Schreibweise zwischen polarisierenden gesellschaftspolitischen Interventionen und introspektiven literarischen Reflexionen.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:07:29 „Der letzte Deutsche ist auch so ein Essay, der erschienen ist 2015 und bezog sich da durchaus auf die Migrationskrise.“

Adam Soboczynski erwähnt den Essay als weiteres Beispiel für Strauß' berüchtigte kulturpolitische Texte, um den Kontrast zur neuen Nachdenklichkeit in 'Das Schattengetuschel' zu verdeutlichen.

Zum Artikel bei taz Details
Paare, Passanten

Paare, Passanten

Botho Strauß · 1981

Sammlung literarischer Alltagsbeobachtungen und Aphorismen, die in kurzen Szenen Liebesgeschichten und menschliche Begegnungen erforscht. Strauß taucht tief in existenzielle Momente ein, um sie sogleich wieder loszulassen – fragmentarische Porträts flüchtiger menschlicher Augenblicke.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:08:11 „Im Übrigen ist das auch wieder so ein Buch, erinnert, eigentlich setzt es das Projekt fort, was mit Paare und Passanten, ich glaube es erschien 1981, erschienen ist also diese kurzen auch Aphorismen oder Szenen und Bilder, die es gibt.“

Adam Soboczynski stellt eine literarische Linie her: 'Das Schattengetuschel' setze das Projekt fort, das Strauß 1981 mit 'Paare, Passanten' begonnen hat – kurze Alltagsbeobachtungen, Aphorismen und Szenen, hinter denen eine echte Poetologie stehe.

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Man kann auch in die Höhe fallen

Man kann auch in die Höhe fallen

Joachim Meyerhoff

Humorvoller autobiografischer Roman: Ein Autor kämpft mit seiner Schreibkrise und macht sie zum produktiven Thema. Während eines Aufenthalts bei seiner alten Mutter an der Ostsee reflektiert er über das Making-of seines eigenen Buches – ein Roman über die Entstehung eines Romans.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:11:20 „Also, wir kommen jetzt zu unserem ersten Buch. Das hat geschrieben Joachim Mayrhoff und es heißt Man kann auch in die Höhe fallen. Gerade erschienen bei Kiepenheuer und Witsch.“

Das Buch wird als sechster Band von Meyerhoffs autobiografischer Reihe vorgestellt. Beide Kritiker loben es als besonders gelungen, weil Meyerhoff seine Schreibkrise selbst zum produktiven Thema macht – ein humorvolles Buch über das Making-of eines Buches, erzählt während eines Aufenthalts bei seiner 86-jährigen Mutter an der Ostsee.

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Alle Toten fliegen hoch

Alle Toten fliegen hoch

Joachim Meyerhoff

Der äußerst unterhaltsame Aufbruch eines Jungen ins Leben – der Auftakt der Romanreihe »Alle Toten fliegen hoch« von Joachim Meyerhoff Von der ersten Seite an folgt der Leser gebannt Meyerhoffs jugendlichem Helden, der sich aufmacht, einen der begehrten Plätze in einer amerikanischen Gastfamilie zu ergattern. Aber schon beim Auswahlgespräch in Hamburg werden ihm die Unterschiede zu den weltläufigen Großstadt-Jugendlichen schmerzlich bewusst.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:11:57 „Er hat nämlich fünf Bücher insgesamt geschrieben vor diesem, die sich an seiner Biografie entlang lesen lassen. Und die sind so versammelt unter dem Obertitel Alle Toten fliegen hoch und wir haben jetzt das Neueste.“

Adam Soboczynski ordnet das neue Buch in Meyerhoffs autobiografische Reihe ein, die unter dem Obertitel 'Alle Toten fliegen hoch' fünf Bände umfasst – von der Jugend über den Amerika-Aufenthalt bis zum Tod des Bruders.

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Gesichter

Gesichter

Tove Ditlevsen

Eine Sammlung von Essays und Porträts, in der Ditlevsen ihr Erwachsenenalter und ihren schriftstellerischen Erfolg gegen den Hintergrund von Suchtproblematik dokumentiert. Das Werk erforscht die Gesichter ihrer inneren und äußeren Erfahrung während ihrer Zeit als erfolgreiche Autorin mit Suchterkrankung.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:23:34 „die ihr Erwachsenenalter, auch das Alter ihres schriftstellerischen Erfolges noch beschrieben hat in Büchern, die Suchtgesichter heißen“

Weiteres Werk von Tove Ditlevsen, das ihren schriftstellerischen Erfolg und ihre Suchtproblematik behandelt.

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Die Glasglocke

Die Glasglocke

Sylvia Plath · 2013

"Die Glasglocke" ist Sylvia Plaths Debütroman von 1963, ein intensiver psychologischer Roman über die Identitätskrise und psychische Belastung einer jungen Frau in den 1950er Jahren. Das Werk gilt als Klassiker der amerikanischen Literatur und wird für seine poetische Sprache und tiefgründige Auseinandersetzung mit mentalen Erkrankungen geschätzt. Der Roman bleibt bis heute relevant für seine kritische Perspektive auf gesellschaftliche Erwartungen und Geschlechterrollen.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:23:34 „Viele vergleichen sie auch mit Sylvia Plath, also mit dem halb autobiografischen Roman Die Glasklocke“

Halb autobiografischer Roman von Sylvia Plath, der als Vergleichswerk zu Tove Ditlevsens autofiktionalem Schreiben herangezogen wird.

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Kindheit

Kindheit

Tove Ditlevsen

Das erste Buch der autobiografischen Trilogie, das Ditlevsens Kindheit in Kopenhagen erzählt. Es bildet die Grundlage ihres autofiktionalen Schreibens und markiert den Beginn einer intimen Selbsterkundung über ihre frühen Jahre.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:24:42 „Und die eben ihre Kindheit, ihre Jugend beschrieben hat, Romane, die auch so heißen, Kindheit, Jugend, dann Abhängigkeit.“

Iris Radisch ordnet Ditlevsens Gesamtwerk ein und nennt die autobiografische Trilogie 'Kindheit', 'Jugend' und 'Abhängigkeit' als Grundlage ihres autofiktionalen Schreibens.

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Jugend

Jugend

Tove Ditlevsen

Zweiter Band von Ditlevsens autobiografischer Trilogie. Erzählt von ihrer Jugend in Kopenhagen, ihren ersten Schritten als Schriftstellerin und den persönlichen Konflikten dieser prägenden Lebensphase zwischen Kindheit und erwachsenem Leben. Ein literarisches Porträt der Suche nach künstlerischer Identität.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:24:42 „Und die eben ihre Kindheit, ihre Jugend beschrieben hat, Romane, die auch so heißen, Kindheit, Jugend, dann Abhängigkeit.“

Zweiter Teil von Ditlevsens autobiografischer Trilogie, erwähnt im Kontext der Werkübersicht.

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Abhängigkeit

Abhängigkeit

Tove Ditlevsen

'Utterly, agonisingly compulsive ... a masterpiece' Liz Jensen, Guardian The final volume in The Copenhagen Trilogy, the searing portrait of a woman's journey through love, friendship, ambition and addiction, from one of Denmark's most celebrated twentieth-century writers Tove is only twenty, but she's already famous, a published poet and wife of a much older literary editor.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:24:42 „Und die eben ihre Kindheit, ihre Jugend beschrieben hat, Romane, die auch so heißen, Kindheit, Jugend, dann Abhängigkeit.“

Dritter Teil von Ditlevsens autobiografischer Trilogie, erwähnt im Kontext der Werkübersicht.

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Wilhelms Zimmer

Wilhelms Zimmer

Tove Ditlevsen

Autobiografischer Roman, der Ditlevsens Leben während des Alkoholmissbrauchs, einer toxischen Ehe und Psychiatrieaufenthalten dokumentiert. Trotz der tragischen Thematik erzählt sie mit überraschender Leichtigkeit und Selbstironie. Ein intimes Porträt weiblichen Widerstands im Kampf gegen persönliche Krisen.

🗣 Iris Radisch referenziert bei ⏱ 00:24:58 „Und jetzt kommt zum ersten, nicht zum ersten Mal auf Deutsch, aber nochmal neu übersetzt auf Deutsch, Wilhelms Kindheit. Das ist der Roman, den sie im Jahr vor ihrem Freitod geschrieben hat.“

Iris Radisch stellt Tove Ditlevsens letzten Roman vor, der ein Jahr vor ihrem Freitod 1976 entstand. Trotz der tragischen Handlung – Alkoholmissbrauch, toxische Ehe, Psychiatrieaufenthalte – betont sie die überraschende Leichtigkeit und Selbstironie, mit der Ditlevsen erzählt.

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Wilhelms Kindheit

Wilhelms Kindheit

Tove Ditlevsen · 1952

En københavnsk baggårdspiges barndom og tidligste ungdom i 1930'erne, da hun forgæves stræber bort fra barndomsmiljøet

🗣 Iris Radisch empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:25:12 „Und jetzt kommt zum ersten, nicht zum ersten Mal auf Deutsch, aber nochmal neu übersetzt auf Deutsch, Wilhelms Kindheit. Das ist der Roman, den sie im Jahr vor ihrem Freitod geschrieben hat. Der ist eben, wie ich eben schon andeutete, eigentlich schon mal auf Deutsch erschienen, aber es ist ewig her, 40 Jahre her und ist damals nicht so beachtet worden.“

Alexander Cammann stellt den Roman als Hauptwerk der Folge vor. Es handelt sich um Tove Ditlevsens letzten Roman, geschrieben ein Jahr vor ihrem Freitod 1976, der nun neu ins Deutsche übersetzt wurde. Das Buch beschreibt das Ende ihrer vierten Ehe und nimmt ihren eigenen Suizid literarisch vorweg — die Grenze zwischen Autofiktion und Realität ist dabei auf erschütternde Weise aufgehoben.

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Briefwechsel Ingeborg Bachmann – Max Frisch

Briefwechsel Ingeborg Bachmann – Max Frisch

Max Frisch, Ingeborg Bachmann · 2024

Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Lange war ihre Liebe ein großes Geheimnis, jetzt ist sie dokumentiert. Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan, zwei der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter, ist das bewegende Zeugnis zweier Menschen, die sich liebten und gegenseitig verletzten, die einander brauchten und doch nicht miteinander leben konnten.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:31:22 „Zuletzt in dieser Künstlerbeziehungsdramatik, zuletzt gelesen bei dem Briefwechsel, den wir ja auch im Podcast hatten zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch, wo das auch auf die Spitze getrieben wird, wie man sozusagen sich heftigst und möglichst neurotisch lieben kann.“

Adam Soboczynski zieht eine Parallele zwischen der toxischen Beziehungsdynamik in Ditlevsens Roman und dem berühmten Briefwechsel zwischen Bachmann und Frisch, den sie bereits in einer früheren Podcast-Folge besprochen hatten.

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Herzzeit – Briefwechsel Ingeborg Bachmann und Max Frisch

Herzzeit – Briefwechsel Ingeborg Bachmann und Max Frisch

Max Frisch, Ingeborg Bachmann

Dokumentation einer leidenschaftlichen Künstlerbeziehung durch persönliche Briefe zwischen zwei bedeutenden deutschsprachigen Schriftstellern. Der Briefwechsel offenbart eine intensive, von emotionalen Konflikten geprägte Verbindung – ein literarisches Zeugnis von Liebe, Kreativität und persönlichen Abgründen.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:31:22 „Ich habe das zuletzt, eigentlich ist mir das nochmal eingefallen, zuletzt in dieser Künstlerbeziehungsdramatik, zuletzt gelesen bei dem Briefwechsel, den wir ja auch im Podcast hatten zwischen Ingeborg Bachmann und Max Frisch, wo das auch auf die Spitze getrieben wird, wie man sozusagen sich heftigst und möglichst neurotisch lieben kann.“

Der Sprecher vergleicht die toxische Beziehungsdynamik in Ditlevsens Roman mit dem Briefwechsel zwischen Bachmann und Frisch, der offenbar in einer früheren Podcast-Folge besprochen wurde. Beide Fälle zeigen prominente Künstlerpaare in destruktiven Liebesbeziehungen.

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Die Marquise von O....

Die Marquise von O....

Heinrich von Kleist

Die Marquise von O. ist eine psychologische Novelle von Heinrich von Kleist aus dem frühen 19. Jahrhundert. Sie gilt als Klassiker der deutschsprachigen Literatur und behandelt Fragen von Ehre und Geheimnis in einer rätselhaften Liebesgeschichte. Das Werk zeichnet sich durch seine subtile Erkundung menschlicher Leidenschaften und moralischer Konflikte aus.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:33:59 „Ich dachte ja, ich bin mir natürlich vollständig sicher, dass sie sich damit auch im echten Leben natürlich in ein literarisches Programm eingeschrieben hat, denn es gibt dafür ein berühmtes Vorbild, die Marquise von O, natürlich, die auch per Anzeige zwar nicht einen Mann sucht, aber auch einen Skandal erzeugt, indem sie sagt, sie wisse jetzt nicht, von wem sie schwanger ist, der Vater solle sich doch bitte melden.“

Der Sprecher sieht in Ditlevsens Heiratsannonce eine bewusste literarische Anspielung auf Kleists Novelle. Beide Frauen brechen Konventionen, indem sie maximale Öffentlichkeit für ihre private Situation suchen und damit einen Skandal erzeugen.

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Der Zauberberg

Der Zauberberg

Thomas Mann · 2022

Der Zauberberg Thomas Mann - Geplant als Novelle, als heiteres Gegenstück zum Tod in Venedig, entstand mit dem Zauberberg einer der großen Romane der klassischen Moderne. Ein kurzer Besuch in einem Davoser Sanatorium wird für den Protagonisten Hans Castorp zu einem siebenjährigen Aufenthalt, der Kurort wird zur Bühne für die europäische Befindlichkeit vor dem Ersten Weltkrieg.

🗣 Adam Soboczynski empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:38:51 „100 Jahre Zauberberg von Thomas Mann. Das ist natürlich einer der ganz großen, gigantischen Romane in deutscher Sprache.“

Klassiker von Thomas Mann, der anlässlich seines 100-jährigen Jubiläums ausführlich besprochen wird. Der Roman über Hans Castorp im Schweizer Sanatorium wird auf seine Aktualität hin untersucht.

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Buddenbrooks

Buddenbrooks

Thomas Mann · 2026

In den "Buddenbrooks" führt Thomas Mann uns mitten hinein in das Leben einer Familie, deren Glanz und Selbstsicherheit lange unerschütterlich scheinen. Doch hinter den schweren Türen des Lübecker Hauses liegen verborgene Spannungen, persönliche Träume und Enttäuschungen, die kaum ausgesprochen werden dürfen.

🗣 Adam Soboczynski erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:38:51 „Vielleicht sogar, naja, Bodenbrucks gibt es, vielleicht sogar der bekannteste.“

Wird kurz als Vergleich erwähnt, um die Bekanntheit des Zauberbergs einzuordnen.

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Betrachtungen eines Unpolitischen

Betrachtungen eines Unpolitischen

Thomas Mann

Thomas Manns großes Debattenbuch ›Betrachtungen eines Unpolitischen‹ in der Textfassung der Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe. Wie ein Monolith steht dieser gewaltige, 1918 erschienene Essay im Werk Thomas Manns. Die ›Betrachtungen eines Unpolitischen‹ werden gerne als konservatives Pamphlet, als Beleg für Thomas Manns reaktionäre Gesinnung während des Ersten Weltkriegs aufgefasst.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:45:45 „in den Betrachtungen eines unpolitischen Parteiergriffen hat, nun wirklich nicht für die demokratische Seite“

Essayband von Thomas Mann, in dem er im Ersten Weltkrieg gegen Zivilisationsliteraten und für eine antidemokratische Position argumentierte – wird als biografischer Kontext zum Zauberberg erwähnt.

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Tagebücher

Tagebücher

Thomas Mann · 1977

Persönliche Aufzeichnungen des Nobelpreisträgers Thomas Mann aus seinem Schweizer Exil – ein literarisches Dokument, das Einblicke in sein Leben, seine Gedanken und Begegnungen mit Zeitgenossen bietet. Die Tagebücher verbinden intime Reflexionen mit historischem Zeugnis einer prägende Epoche der Literaturgeschichte.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:52:25 „Das ist ja auch etwas, was unbestritten ist, das zeigt sich auch im Übrigen auch in den Tagebüchern immer wieder, das kennen wir diese Ebene.“

Im Gespräch über Thomas Manns ambivalente politische Haltung und seine Verstrickungen in die Ideologien seiner Zeit verweist Adam Soboczynski auf Manns veröffentlichte Tagebücher als Beleg dafür, dass problematische Einstellungen dort wiederholt sichtbar werden.

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Die Welt von gestern. Erinnerungen eines Europäers

Die Welt von gestern. Erinnerungen eines Europäers

Stefan Zweig

Stefan Zweigs Autobiografie beschreibt sein Aufwachsen im Wien des 19. Jahrhunderts und zeichnet ein anschauliches Bild der damaligen Gesellschaftsnormen. Besonders einprägsam sind die Passagen über die Prüderie der Zeit, etwa dass Frauen das Wort "Hose" nicht aussprechen durften und stattdessen von "Beinkleidern" sprechen mussten. Das Werk zeigt auf humorvolle Weise, wie restriktiv die weibliche Lebensrealität war und gibt historischen Kontext für das später emanzipatorische Motiv der Frauenrechte.

🗣 Adam Soboczynski referenziert bei ⏱ 00:55:47 „Mittlerweile lesen wir diese Bücher, im Übrigen auch Stefan Zweig und da gibt es ja andere auch noch, wie die Welt von gestern, die auf einmal so eine seltsame Aktualität bekommen.“

Der Sprecher vergleicht die neue Aktualität des Zauberbergs mit Stefan Zweigs Erinnerungen. Beide Werke, die lange als historische Dokumente galten, gewinnen angesichts aktueller Bedrohungen der liberalen Demokratie eine unerwartete Gegenwartsbezogenheit.

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