Triggerpunkte
Steffen Mau · 2023
»Soziale Konflikte sind nie einfach nur da, sie werden auch gesellschaftlich hergestellt: entfacht, angeheizt, getriggert.« Von einer »Spaltung der Gesellschaft« ist immer häufiger die Rede. Auch in der Alltagswahrnehmung vieler Menschen stehen sich zunehmend unversöhnliche Lager gegenüber. So plausibel sie klingen mögen, werfen entsprechende Diagnosen doch Fragen auf: Wie weit liegen die Meinungen in der Bevölkerung wirklich auseinander? Und ist die Gesellschaft heute wirklich zerstrittener als...
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„Und das ist diese Veränderungserschöpfung, von der Steffen Mauch spricht. Zumindest ein super Buch, Triggerpunkte. Die haben zwei Jahre lang quasi diese Gesellschaft vermessen.“
Markus Lanz empfiehlt das Buch des Soziologen Steffen Mau, in dem anhand einer zweijährigen Befragung (ca. 2500 Personen) untersucht wird, ob die deutsche Gesellschaft wirklich gespalten ist. Die beruhigende Erkenntnis: Es gibt eine starke, ideologiefreie Mitte – die Gesellschaft gleiche eher einem Dromedar (ein Höcker) als einem Kamel (zwei Höcker wie in den USA). Lanz und Precht diskutieren ausführlich die Thesen des Buches zu Triggerpunkten wie Heizungsgesetz und Gendern.
„Das Buch wirklich zum ungünstigsten Zeitpunkt erschien, wo plötzlich so klar war, naja, das Buch wollte sagen, die Gesellschaft sei in Wahrheit gar nicht so polarisiert, wie immer gesagt würde. Und wenn man die Leute nur vernünftig miteinander reden lasse, dann könnten die sich am Ende schon auch alle irgendwie auf die Wärmepumpe einigen.“
Ijoma Mangold beschreibt Steffen Maus Buch, das die These vertritt, die Gesellschaft sei weniger polarisiert als angenommen. Lars ergänzt, es sei auf dem ZEIT-Titel gewesen. Steinmeier zitiere Mau gern, weil er damit ein Argument gegen übertriebene Polarisierungsdiagnosen habe. Die beschriebene These passt zu 'Triggerpunkte' (2023, mit Lux/Westheuser), nicht zu 'Ungleich vereint'.
„wie Ungleichverein schreiben oder Trägerpunkte, dann bin ich in meiner Arbeit am besten“
Matze erwähnt das Buch als weiteres wichtiges Werk von Steffen Mau über gesellschaftliche Konfliktlinien.
„Und ich glaube, gesellschaftliche Konsense über so sinnvolle Dinge wie CO2-Einsparungen beim Heizen werden einfach immer wieder zerschossen von einer, wie heißt er denn, unser Soziologe Steffen Mau würde sagen, von Polarisierungsunternehmer.“
Philip Banse greift im Kontext der Debatte über gesellschaftliche Spaltung und die Unmöglichkeit breiter politischer Konsense auf den Begriff 'Polarisierungsunternehmer' des Soziologen Steffen Mau zurück. Der Begriff stammt aus Maus Analyse der deutschen Gesellschaft und beschreibt Akteure, die gezielt von gesellschaftlicher Spaltung profitieren. Banse nutzt ihn, um zu erklären, warum sich keine 30-40 Prozent der Bevölkerung mehr hinter gemeinsamen Zielen versammeln können.
„Steffen Mau, den wir hier schon häufiger zitiert haben, ein deutscher Soziologe, ein sehr umfangreiches Buch, Triggerpunkte, mit seinen Kollegen geschrieben.“
Precht verweist auf das Buch, um zu erklären, dass Deutschland keine klare Zwei-Lager-Polarisierung wie die USA hat
„Auch in Deutschland ist es so, das zeigt wunderbar Steffen Mauer und andere zeigen das auch, auch Linus Westhäus ist einer der Autoren vom Buch Triggerpunkte. Und die haben sich mal angeschaut, wirklich auch statistisch, wie viele Menschen glauben in Deutschland eigentlich nach wie vor, dass jeder seines Glückes Schmied sei?“
Linartas verweist auf das Buch 'Triggerpunkte' von Steffen Mau und Linus Westhäuser als Beleg dafür, dass drei Viertel der Deutschen noch an die individuelle Leistungserzählung glauben – die neoliberale Vorstellung, dass Fleiß automatisch zu Erfolg führt. Sie sieht darin ein zentrales Problem, weil es strukturelle Ungleichheit unsichtbar macht.
„Da ist man auch bei Steffen Mau und solchen Leuten, die berühmten Soziologen, Reckwitz, glaube ich, sagt das auch. Die sagen, die Leute haben genug davon, sich immer weiter verändern zu müssen und zu sollen und fragen sich dann, gehöre ich zu den Gewinnern, gehöre ich zu den Verlierern?“
Markus Lanz verweist auf den Soziologen Steffen Mau im Zusammenhang mit Veränderungsmüdigkeit, dem Gefühl von Ungerechtigkeit und der Spaltung in Gewinner und Verlierer der Modernisierung. Diese Themen decken sich mit Maus vieldiskutiertem Buch 'Triggerpunkte', ein konkreter Titel wird jedoch nicht genannt.
„Sein Buch vor allem Triggerpunkte aus 2023 war sehr erfolgreich, aber auch ungleich vereint, warum der Osten anders bleibt, das ist eins seiner Bücher, wir haben hier auch schon darüber gesprochen.“
Maja Beckers erwähnt Triggerpunkte als das erfolgreiche Vorgängerbuch von Steffen Mau aus 2023, um dessen Bekanntheit und Relevanz einzuordnen. Ricarda Lang habe erzählt, dass viele in der Ampel-Regierung das Buch gelesen hätten, was die beiden dann ins Gespräch brachte.
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