Ungleichheitsforscherin Martyna Linartas – Warum ist Deutschland so ungleich
Matze Hielscher & Martyna Linartas
Martyna Linartas erklärt, warum Deutschland eines der ungleichsten Länder der Welt bei der Vermögensverteilung ist: Nur noch zwei Familien besitzen mehr als die gesamte ärmere Hälfte der Bevölkerung, und über die Hälfte aller Vermögen stammt mittlerweile aus Erbschaften. Die frühere Kapitalistin beschreibt, wie sie erkannte, dass Ungleichheit das Querschnittsthema zu fast allen gesellschaftlichen Problemen ist.
„Nur noch zwei Familien besitzen mehr Vermögen als die gesamte ärmere Hälfte der deutschen Bevölkerung. Zwei Familien haben also mehr Vermögen als 42 Millionen Menschen.“
Erwähnte Medien (32)
Unverdiente Ungleichheit
Martyna Linartas · 2025
Noch nie gab es so viel Reichtum – und das ist ein Problem für uns alle! In kaum einem anderen westlichen Land ist Vermögen so ungleich verteilt wie in bei uns – und die Schere geht immer weiter auf. Dieses Buch zeigt das schockierende Ausmaß der Ungleichheit in Deutschland. Dass die Vermögen der Reichen von Generation zu Generation immer weiter wachsen, während jeder Sechste in Armut lebt, ist gesellschaftliches Dynamit.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:02:03 „Kürzlich erschienen ist ihr erstes Buch »Unverdiente Ungleichheit« und sie beschäftigt sich darin mit der ungerechten Vermögensverteilung in Deutschland. Das ist ein sehr, sehr, sehr erkenntnisreiches Buch. Ich habe ganz, ganz viel Neues daraus erfahren und wir haben das Ganze hier noch ein bisschen vertieft.“
Matze Hielscher stellt seine Gesprächspartnerin Martyna Linartas vor und empfiehlt ihr Debütbuch als besonders erkenntnisreich. Das Buch über die ungerechte Vermögensverteilung in Deutschland bildet die thematische Grundlage des gesamten Gesprächs.
Bleibefreiheit
Eva von Redecker
Das von der Forschung vernachlässigte und kontrovers diskutierte späte Gedicht Hölderlins An die Madonna ist eine elegische Hymne, in der Hölderlin seiner Dichtung eine poetologische Neuorientierung gibt, die dem Geist der Zeit zwischen 1800 und 1805/06 entspricht. Die Studie weist nach, dass Hölderlin dem Lyrischen die neue Aufgabe zuweist, im Bild der Madonna als neue „Mythe“ die Ideale der Französischen Revolution mit der geschichtlichen Realität zu „versöhnen“ gegen eine sich immer regressiv...
🗣 Matze Hielscher empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:20:28 „ich kenne sie, weil ich sie unbedingt hier sprechen will, weil sie auch dieses tolle Buch Bleibefreiheit geschrieben hat“
Matze Hielscher erwähnt ein weiteres Buch von Eva von Redecker, das er kennt und schätzt
Revolution für das Leben
Eva von Redecker · 2020
Eine neue Kapitalismuskritik – und eine Liebeserklärung an menschliches Handeln In Zeiten der Krise entzündet sich politisches Engagement. Protestbewegungen wie Black Lives Matter, Fridays for Future und NiUnaMenos kämpfen derzeit weltweit gegen Rassismus, Klimakatastrophe und Gewalt gegen Frauen. So unterschiedlich sie scheinen mögen, verfolgen diese Widerstandskräfte doch ein gemeinsames Ziel: die Rettung von Leben.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:20:44 „Entscheidend war Eva von Radeckal Revolution für das Leben. Also wenn ich danach gefragt werde, auch von meinen Studierenden, welche Bücher soll ich lesen, dann ist das immer mit dabei. Eva von Redeka, Revolution für das Leben.“
Martyna Linartas beschreibt dieses Buch als den Kipppunkt, der sie vom sozialdemokratischen Kapitalismus hin zu einer postkapitalistischen Position gebracht hat. Ein Freund schob ihr das Buch hin, nachdem er ihre Verteidigung des Kapitalismus nicht mehr hören wollte — danach kam sie 'ganz klein angekrochen' und gab ihm recht. Sie empfiehlt es auch ihren Studierenden.
Haben oder Sein
Erich Fromm · 1976
"Haben oder Sein" ist vorzuüglich geeignet, in Fromms Gedankenwelt einzuführen. Bewußt auf Anschaulichkeit und Lesbarkeit ohne großen wissenschaftlichen Apparat angelegt, resümiert der Autor hier Gedankengänge, die er in früheren Werken ausführlicher entfaltet hat. In seiner Darstellung steht die Existenzweise des Habens für die Übel der gegenwärtigen Zivilisation, die des Seins aber für Möglichkeit eines erfüllten, nicht entfremdeten Lebens.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:21:34 „Zum Beispiel auch das Buch, das ich jetzt gerade wieder lese, »Haben oder Sein« von Erich Fromm, wo es um diese verschiedenen Existenzweisen eines Menschen geht. Entweder man lebt nach der Existenzweise des Habens oder nach der Existenzweise des Seins. Haben ist eine kapitalistische Existenzweise.“
Martyna Linartas erwähnt dieses Buch als eines, das sie bereits vor ihrem ideologischen Wandel gelesen hatte und das sie aktuell erneut liest. Es geht um zwei Existenzweisen — Haben vs. Sein — wobei sie die Haben-Orientierung als kapitalistisch einordnet. Das Buch war Teil ihres intellektuellen Weges weg vom Kapitalismus.
IPCC-Report
United Nations / IPCC
Der Sixth Assessment Report des IPCC (Internationaler Ausschuss für Klimaänderungen) ist der neueste Synthesebericht der Vereinten Nationen zu wissenschaftlichen Grundlagen, Folgen und Lösungsansätzen der Klimakrise. Das Werk bietet eine disziplinübergreifende Perspektive, die zeigt, wie Naturwissenschaftler die Grenzen des gegenwärtigen Wirtschaftssystems im Kontext der Klimakrise analysieren. Der Report ist zentral für das Verständnis, dass die Klimakrise nicht isoliert als technisches oder politisches Problem, sondern als Herausforderung für die gesamte Wirtschaftsordnung zu betrachten ist.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:22:19 „Ich habe auch zu der Phase angefangen, mehr außerhalb der Politik und der Wirtschaftswissenschaften Texte zu lesen. Zum Beispiel ein IPCC-Report, also International Panel on Climate Change von den United Nations oder eben auch generell mehr Forschung zum Thema Ungleichheit und Klima.“
Martyna Linartas erwähnt den IPCC-Report als Beispiel für Lektüre, die sie außerhalb ihres wirtschafts- und politikwissenschaftlichen Feldes gelesen hat. Die Berichte bestärkten sie in der Erkenntnis, dass Wissenschaftler anderer Disziplinen die Grenzen des Kapitalismus bereits klarer sehen.
Capitalist Realism: Is There No Alternative?
Mark Fisher · 2022
An analysis of the ways in which capitalism has presented itself as the only realistic political-economic system.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:22:49 „Es gibt ja auch diesen einen Ausspruch, dass es leichter ist, sich das Ende der Welt als das Ende des Kapitalismus vorzustellen. Und da war ich auch mal an diesem Punkt.“
Martyna Linartas zitiert den bekannten Ausspruch, der durch Mark Fishers 'Capitalist Realism' (2009) populär wurde (ursprünglich Fredric Jameson zugeschrieben). Sie nutzt ihn, um ihren eigenen Wandel von der Kapitalistin zur Kapitalismuskritikerin zu beschreiben.
Das Kapital im 21. Jahrhundert
Thomas Piketty
Wie funktioniert die Akkumulation und Distribution von Kapital? Welche dynamischen Faktoren sind dafür entscheidend? Jede politische Ökonomie umkreist die Fragen nach der langfristigen Evolution von Ungleichheit, der Konzentration von Wohlstand und den Chancen für ökonomisches Wachstum. Aber befriedigende Antworten gab es bislang kaum, weil geeignete Daten und eine klare Theorie fehlten. In "Das Kapital im 21.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:23:14 „Und ich weiß noch, dass ich damals Kapital im 21. Jahrhundert, habe ich verschlungen, habe ich auch meine Masterarbeit drüber geschrieben, war grandios.“
Martyna Linartas erwähnt Pikettys früheres Hauptwerk als Buch, das sie so begeistert hat, dass sie ihre Masterarbeit darüber schrieb. Sie ordnet es zeitlich vor 'Kapital und Ideologie' ein und nutzt es, um Pikettys eigene Entwicklung vom Kapitalisten zum Sozialismus-Befürworter nachzuzeichnen.
Kapital und Ideologie
Thomas Piketty · 2020
"WER ÜBER KAPITALISMUS REDEN WILL, KOMMT AN THOMAS PIKETTY NICHT VORBEI." HANDELSBLATT Mit dem Weltbestseller "Das Kapital im 21.Jahrhundert" hat Thomas Piketty eines der wichtigsten Bücher unserer Zeit geschrieben. Jetzt legt er mit einem gewaltigen Werk nach: Kapital und Ideologie ist eine so noch niemals geschriebene Globalgeschichte der sozialen Ungleichheit und ihrer Ursachen, eine unnachsichtige Kritik der zeitgenössischen Politik und zugleich der kühne Entwurf eines neuen und gerechteren ...
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:23:35 „Und ich glaube, dann war auch für mich noch ein weiteres entscheidendes Buch, war da Thomas Piketty Kapital und Ideologie. Da spricht er explizit von einem partizipativen Sozialismus und baut auch, gerade weil es in diesem Buch dann nicht mehr rein um Wirtschaftsfragen geht, sondern auch um Fragen der Ideologie und da geht er auch viel, viel weiter und viel, viel tiefer auch noch auch in andere Disziplinen rein.“
Martyna Linartas beschreibt dieses Buch als weiteren entscheidenden Baustein ihres Wandels. Sie sieht in Pikettys eigener Entwicklung — vom Kapitalisten 2014 zum Verfechter eines partizipativen Sozialismus 2020 — eine Parallele zu ihrem eigenen intellektuellen Weg und fühlte sich dadurch bestärkt.
Autobiografie eines Yogi
Paramahansa Yogananda
Eines der beliebtesten spirituellen Klassiker des zwanzigsten Jahrhunderts, Die Autobiographie eines Yogi, erzählt Paramahansa Yoganandas bemerkenswerte Reise von seiner Kindheit in Indien bis zu seiner Rolle bei der Verbreitung von Yoga und Meditation im Westen. Gefüllt mit Begegnungen mit Heiligen und Weisen, Einblicken in Kriya Yoga und Geschichten von wundersamen Erfahrungen bietet dieses inspirierende Werk eine zeitlose Erkundung von Bewusstsein, Glauben und dem Streben nach Selbstverwirkli...
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:24:36 „Aber wenn wir schon bei Büchern sind, ich liebe Bücher. Ganz, ganz großes Kino ist definitiv auch Autobiografie eines Yogi von Paramahansa Yogananda. Das ist auch ganz, ganz groß und toll.“
Am Ende der Passage über ihre intellektuelle und spirituelle Entwicklung empfiehlt Martyna Linartas dieses Buch als 'ganz großes Kino'. Es passt zu ihrer Aussage, dass sie sich in den letzten Jahren auch als spiritueller Mensch entwickelt hat — neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit.
Braunes Erbe
David de Jong · 2022
Reisen, was war das noch mal? Das Aufbrechen in ferne, unbekannte, unerforschte Gefilde? Wir stellen sieben neue Bücher über das historische Verreisen, Wagemutige und männliche wie weibliche Vorreiter der privaten wie politischen Welterkundung vor; Autor Wolfram Lotz hat hingegen 2018 für ein Jahr seinen Alltag in einem kleinen Dorf historisiert und Tagebuch geführt, dann genervt alles gelöscht und aus einem gerettetem Dateidokument doch noch den knapp tausendseitigen Großroman "Heilige Schrift ...
🗣 Martyna Linartas empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:39:24 „Und darüber spricht man fast gar nicht. Und das gibt auch dazu ein ganz grandioses Buch, das heißt Braunes Erbe von David de Jong. Im Original heißt es Nazi-Billionärs, Nazi-Milliardäre. Finde ich ein bisschen treffender.“
Im Gespräch über die braune Vergangenheit großer deutscher Familienvermögen empfiehlt Martyna Linartas dieses Buch als herausragende Quelle. Sie merkt an, dass der englische Originaltitel 'Nazi Billionaires' treffender sei als die weichgespülte deutsche Übersetzung, und kritisiert, dass über die historischen Wurzeln deutscher Milliardenvermögen kaum gesprochen werde.
Vermögensbericht zur Familie Böhringer und von Baumbach
Netzwerk Steuergerechtigkeit, Andreas Bornefeld
Investigativer Bericht des Netzwerk Steuergerechtigkeit zur Vermögensanalyse der Familie Böhringer und von Baumbach. Der Bericht enthält die erste öffentliche Vermögensschätzung dieser wohlhabenden Familie, veröffentlicht nach deren erfolgreicher Klage gegen die Aufnahme in die Reichenliste des Manager Magazins.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 00:40:58 „Und dann hat er sich zusammengetan mit dem Netzwerk Steuergerechtigkeit. Und die haben dann einen Report, einen Bericht herausgegeben, wo diese Familie überhaupt erstmals mal genannt wird mit einem geschätzten Vermögen. Weil wir müssen ja in Deutschland alle Vermögen immer nur schätzen, wir wissen es ja nicht ganz genau.“
Martyna Linartas erzählt, wie die Familie Böhringer und von Baumbach juristisch gegen die Aufnahme in die Reichenliste des Manager Magazins vorging. Der Rechercheur Andreas Bornefeld veröffentlichte daraufhin mit dem Netzwerk Steuergerechtigkeit einen Bericht, der erstmals deren geschätztes Vermögen nannte.
Die geheime Welt der Superreichen
Jochen Breyer, Julia Friedrichs · 2023
Jochen Breyer recherchiert in der Welt der deutschen Superreichen: 237 Milliardäre zählt das Land, Tendenz steigend. Doch wer der reichste Deutsche ist, war lange geheim. Bis jetzt.
🗣 Martyna Linartas empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:41:11 „Und dann haben sich auch noch Julia Friedrichs und Jochen Breyer von ZDF auf dieses Thema draufgesetzt und eine richtig tolle Doku gemacht dazu, nämlich »Die geheime Welt der Superreichen«. Und da werden die erstmals so richtig genannt. Das war Ende November, Anfang Dezember 2023, dass diese Namen überhaupt mal in der Breite der Gesellschaft erstmals genannt wurden.“
Martyna Linartas erzählt, wie die Familie Böhringer und von Baumbach als eine der reichsten Deutschlands lange unbekannt blieb, weil sie juristisch gegen die Nennung in Reichenlisten vorging. Die ZDF-Dokumentation von Julia Friedrichs und Jochen Breyer habe diese Familie Ende 2023 erstmals einem breiten Publikum bekannt gemacht.
Die Abstiegsgesellschaft
Oliver Nachtwey · 2016
Die Möglichkeit des sozialen Aufstiegs war eines der zentralen Versprechen der »alten« BRD – und tatsächlich wurde es meistens eingelöst: Aus dem Käfer wurde ein Audi, aus Facharbeiterkindern Akademiker. Mittlerweile ist der gesellschaftliche Fahrstuhl stecken geblieben: Uniabschlüsse bedeuten nicht mehr automatisch Status und Sicherheit, Arbeitnehmer bekommen immer weniger ab vom großen Kuchen.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:03:47 „Oliver Nachtwey, ganz toller Soziologe, nennt es das sozialdemokratische Akkumulationsdilemma.“
Martyna Linartas verweist auf den Soziologen Oliver Nachtwey und dessen Konzept des 'sozialdemokratischen Akkumulationsdilemmas', um zu erklären, warum die SPD trotz ihres sozialen Anspruchs neoliberale Politik betreibt. Das Konzept stammt aus Nachtweys Werk über die Abstiegsgesellschaft, wird aber nicht explizit mit einem Buchtitel benannt.
Godesberger Programm
SPD
Das Godesberger Programm von 1959 markierte einen historischen Wendepunkt für die SPD: Die Partei verabschiedete sich vom Sozialismus und machte Wirtschaftswachstum zum zentralen politischen Ziel. Dieser programmatische Wechsel prägt bis heute die wirtschaftspolitische Ausrichtung der Sozialdemokraten und erklärt ihre kontinuierliche Fokussierung auf Wohlstandssteigerung statt grundlegender Systemkritik.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:04:45 „Wir wollen einfach, dass die Wirtschaft weiter wächst. Das ist in der SPD passiert mit dem Grudesberger Programm von 1958. Und seitdem hat sich das an der SPD auch so fortgesetzt.“
Martyna Linartas verweist auf das Godesberger Programm der SPD von 1959 (im Transkript als 1958 genannt) als historischen Wendepunkt, an dem die Sozialdemokraten sich vom Sozialismus abwandten und Wirtschaftswachstum zum Selbstzweck erklärten. Dies dient als Erklärung für die heutige wirtschaftspolitische Ausrichtung der SPD.
World Inequality Report 2022
World Inequality Lab
Der Bericht des World Inequality Lab unter Leitung von Thomas Piketty und Gabriel Zucman untersucht die globale Entwicklung von Einkommens- und Vermögensungleichheit. Mit Daten von 1990 bis 2022 bietet er detaillierte Analysen zu Ungleichheitstrends in verschiedenen Ländern und Weltregionen. Die interaktive Datenbank ermöglicht Ländervergleiche und zeigt die wachsenden Disparitäten in Einkommen und Vermögen weltweit.
🗣 Martyna Linartas empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:08:05 „Es gibt tatsächlich einen richtig coolen Report. Das ist der World Inequality Report. Da gab es jetzt bislang, glaube ich, zwei, die groß sind. 2018 kam der erste und 2022 der nächste. Aber das ist etwas, das kannst du dir auch jetzt einfach im Internet anschauen, auf der Database.“
Martyna Linartas empfiehlt den World Inequality Report als zentrale Datenquelle, um die Entwicklung von Einkommens- und Vermögensungleichheit weltweit nachzuvollziehen. Sie hebt hervor, dass man auf der zugehörigen Datenbank Länder und Weltregionen vergleichen kann, und nennt Thomas Piketty und Gabriel Zucman als beteiligte Forscher.
Vorschlag einer globalen Milliardärssteuer für die G20
Gabriel Zucman
Akademische Analyse und Konzept einer globalen Milliardärssteuer für die G20-Staaten, entwickelt von Gabriel Zucman (EU Tax Observatory). Untersucht die Besteuerung von Milliardären im internationalen Kontext und wurde unter dem brasilianischen G20-Vorsitz zur Diskussion gestellt.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:08:24 „Gabriel Sügmann, eine ganz, ganz wichtige Figur, der auch der Direktor des EU Tax Observatories ist und Professor an der University of Berkeley, der auch zum Beispiel für die G20-Staaten die Idee der Milliardärssteuer konzipiert hat, ganz, ganz toll.“
Martyna Linartas nennt Gabriel Zucman (im Transkript als 'Sügmann' verschrieben) als Konzeptgeber der Milliardärssteuer, die von den G20-Staaten unter brasilianischem Vorsitz diskutiert wurde. Bis auf die USA und Deutschland hätten alle Staaten zugestimmt.
World Inequality Report
World Inequality Lab
Der World Inequality Report des World Inequality Lab untersucht die globale Vermögens- und Einkommensungleichheit. Das Projekt von Experten wie Thomas Piketty und Gabriel Zucman liefert umfassende empirische Daten zur weltweiten Vermögensverteilung und deren Entwicklung über Jahrzehnte hinweg.
🗣 Martyna Linartas empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:08:42 „Es gibt tatsächlich einen richtig coolen Report. Das ist der World Inequality Report. Da gab es jetzt bislang, glaube ich, zwei, die groß sind. 2018 kam der erste und 2022 der nächste.“
Wird als wichtige Datenquelle zur globalen Ungleichheit empfohlen, an der u.a. Piketty und Gabriel Zucman beteiligt sind
Der Weg zur Knechtschaft
Friedrich August von Hayek · 2004
Dieses Buch, wahrend des zweiten Weltkriegs entstanden und 1944 zunachst auf Englisch erschienen, war ein Alarmruf, der sich an diejenigen richtete, welche die Freiheit schatzen und diese durch sozialistische Stromungen und nationalsozialistische Bestrebungen gefahrdet sahen.Mit scharfer Logik, in klarer Sprache und stellenweise mit schneidender Ironie fuhrt Friedrich A.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:15:07 „Da hat sie wohl in dieser Besprechung ein Buch auf den Tisch geklatscht von August von Hayek und hat gesagt, wir gehen keinen Mittelweg, das ist das, woran wir glauben.“
Margaret Thatcher soll ein Werk von Hayek demonstrativ auf den Tisch geschlagen haben, um die neoliberale Richtung der Konservativen zu bestimmen
Zwei Konzepte der Freiheit (Two Concepts of Liberty)
Isaiah Berlin · 2006
Isaiah Berlins Buch handelt von Freiheit als Leitbegriff einer Humanität, von der programmatische Zurichtungen des Freiheitsbegriffs in spekulativer wie politischer Absicht doch oft genug abirrten. In Philosophie und Gesellschaftstheorie verfolgt Berlin die negativen (Abwesenheit von Zwang) wie positiven (Möglichkeiten der Wahl) Bestimmungen von Freiheit. Eine klassische Studie zur politischen Ideengeschichte, die nichts von ihrer Aufschlusskraft verloren hat.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:18:02 „Genau, das sind die beiden Möglichkeiten nach dem, ich glaube nach Berlin, also jetzt nicht der Stadt, sondern nach einem, ich weiß gar nicht, wer Philosoph ist, aber der hat gesagt, es gibt die Freiheit für und die Freiheit von etwas.“
Im Gespräch über Margaret Thatchers neoliberale Politik und deren Freiheitsbegriff verweist Linartas auf Isaiah Berlins berühmte Unterscheidung zwischen positiver Freiheit ('Freiheit zu') und negativer Freiheit ('Freiheit von'). Sie ordnet den Neoliberalismus der negativen Freiheit zu – Freiheit vom Staat –, im Gegensatz zur Freiheit, aktiv etwas zu gestalten.
The Road to Serfdom (Der Weg zur Knechtschaft)
Friedrich August von Hayek · 1992
"The projected nineteen-volume Collected Works of F.A. Hayek series, when complete, will contain newly edited editions of Hayek's books, articles, and letters; interviews with the author; and hitherto unpublished manuscripts"--Volume 11, jacket.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:18:39 „Da hat sie wohl in dieser Besprechung ein Buch auf den Tisch geklatscht von August von Hayek und hat gesagt, wir gehen keinen Mittelweg, das ist das, woran wir glauben. Und das war eben ein Werk von August von Hayek, wo er vom Neoliberalismus gesprochen hat.“
Linartas erzählt eine berühmte Anekdote über Margaret Thatcher: Als in ihrer Partei über einen politischen Mittelweg diskutiert wurde, knallte Thatcher ein Buch von Hayek auf den Tisch und erklärte, das sei die Leitlinie. Der genaue Titel wird nicht genannt, es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um 'The Road to Serfdom' oder 'The Constitution of Liberty' – Hayeks Hauptwerke zum Neoliberalismus.
The Constitution of Liberty
Friedrich August von Hayek · 2011
From the $700 billion bailout of the banking industry to president Barack Obama's $787 billion stimulus package to the highly controversial passage of federal health-care reform, conservatives and concerned citizens alike have grown increasingly fearful of big government. Enter economist and political theorist F. A. Hayek. This book is a statement on the ideals of freedom and liberty, ideals that he believes have guided -- and must continue to guide -- the growth of Western civilization.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:18:39 „Da hat sie wohl in dieser Besprechung ein Buch auf den Tisch geklatscht von August von Hayek und hat gesagt, wir gehen keinen Mittelweg, das ist das, woran wir glauben. Und das war eben ein Werk von August von Hayek, wo er vom Neoliberalismus gesprochen hat.“
Martyna Linartas erzählt die berühmte Anekdote, wie Margaret Thatcher Ende der 1970er Jahre in einer Parteisitzung ein Buch von Hayek auf den Tisch knallte. Historisch handelt es sich um 'The Constitution of Liberty' (1960), nicht um 'The Road to Serfdom', das bereits in der Liste erfasst ist.
OECD Economic Survey: Germany
OECD
Die OECD analysiert Deutschlands Steuerpolitik und kritisiert Unternehmenssteuer-Senkungen als ineffektiv zur Wirtschaftsbelebung. Der Bericht empfiehlt stattdessen eine Senkung der Einkommensteuer für Arbeitnehmer, finanziert durch eine Vermögensteuer.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:25:01 „Kam kurze Zeit darauf der OECD-Report um die Ecke, OECD, Organization for Economic Cooperation and Development, also da sind die knapp 40 größten wirtschaftsstärksten Nationen der Welt drin organisiert, wirklich kein linker Verein und die OECD hat Deutschland dafür gerügt, beziehungsweise stark kritisiert, dass die wirklich daran glauben, dass wenn sie die Unternehmenssteuer senken, dass das in irgendeiner Weise die Wirtschaft ankurbeln würde.“
Linartas zitiert einen OECD-Bericht, der die deutsche Steuerpolitik scharf kritisiert. Statt mit der Gießkanne Unternehmenssteuern zu senken, empfehle die OECD, die Einkommensteuer für Arbeitnehmer zu senken und dies durch Vermögenssteuern gegenzufinanzieren. Linartas nutzt den Bericht als Beleg, dass die deutsche Politik entgegen dem wissenschaftlichen Konsens handele.
Triggerpunkte
Steffen Mau · 2023
»Soziale Konflikte sind nie einfach nur da, sie werden auch gesellschaftlich hergestellt: entfacht, angeheizt, getriggert.« Von einer »Spaltung der Gesellschaft« ist immer häufiger die Rede. Auch in der Alltagswahrnehmung vieler Menschen stehen sich zunehmend unversöhnliche Lager gegenüber. So plausibel sie klingen mögen, werfen entsprechende Diagnosen doch Fragen auf: Wie weit liegen die Meinungen in der Bevölkerung wirklich auseinander? Und ist die Gesellschaft heute wirklich zerstrittener als...
🗣 Martyna Linartas empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:31:53 „Auch in Deutschland ist es so, das zeigt wunderbar Steffen Mauer und andere zeigen das auch, auch Linus Westhäus ist einer der Autoren vom Buch Triggerpunkte. Und die haben sich mal angeschaut, wirklich auch statistisch, wie viele Menschen glauben in Deutschland eigentlich nach wie vor, dass jeder seines Glückes Schmied sei?“
Linartas verweist auf das Buch 'Triggerpunkte' von Steffen Mau und Linus Westhäuser als Beleg dafür, dass drei Viertel der Deutschen noch an die individuelle Leistungserzählung glauben – die neoliberale Vorstellung, dass Fleiß automatisch zu Erfolg führt. Sie sieht darin ein zentrales Problem, weil es strukturelle Ungleichheit unsichtbar macht.
Monopoly-Experiment zur Privilegien-Blindheit
Paul Piff
Das Experiment untersucht, wie strukturelle Vorteile die Wahrnehmung von Erfolg beeinflussen. Durch ein gezinktes Monopoly-Spiel mit ungleichen Startbedingungen zeigte sich, dass privilegierte Spieler ihren Erfolg eigenen Strategien zuschrieben, statt systemische Vorteile zu erkennen – ein zentraler Mechanismus der Privileg-Blindheit.
🗣 Martyna Linartas empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:34:30 „Es gibt zum Beispiel so ein richtig geiles Experiment vom Soziologen Paul Piff. Der hat immer zwei Menschen gegeneinander Monopoly spielen lassen. Und der hat das Spiel aber gezinkt. Der eine hat doppelt so viele und ist offen gezinkt. Also der eine hat doppelt so viel Geld bekommen, zwei Würfel und jedes Mal, wenn er über losgezogen ist, hat er auch doppelt so viel kassiert.“
Linartas beschreibt begeistert Paul Piffs bekanntes Monopoly-Experiment: Teilnehmer mit offensichtlich besseren Startbedingungen gewannen immer – schrieben ihren Erfolg aber eigenen Strategien zu, statt die strukturellen Vorteile zu erkennen. Sie nutzt die Studie als Analogie dafür, warum Menschen in privilegierten Positionen dazu neigen, ihren Erfolg zu individualisieren und systemische Faktoren auszublenden.
The Tyranny of Merit
Michael Sandel · 2020
A TLS, GUARDIAN AND NEW STATESMAN BOOK OF THE YEAR 2020 The new bestseller from the acclaimed author of Justice and one of the world's most popular philosophers "Astute, insightful, and empathetic...A crucial book for this moment" Tara Westover, author of Educated These are dangerous times for democracy. We live in an age of winners and losers, where the odds are stacked in favour of the already fortunate.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:37:59 „Daniel Markowitz und Michael Sandel wunderbar herausgearbeitet haben. Also ein Professor von Yale und ein Professor von Harvard“
Sandels Arbeit wird herangezogen, um zu erklären, warum die Leistungsgesellschaft wie eine Tyrannei wirkt – Gewinner werden überheblich, Verlierer mit Scham behaftet
Citizenship and Social Class
Branko Milanovic · 2017
Die Soziologie glaubt immer noch an eine Welt starker nationaler Wohlfahrtsstaaten, die für ihre Bürger sorgen. Viele Menschen leben jedoch in Gebieten schwacher Staatlichkeit oder in Staaten, die sie bedrohen. Andere wandern zwischen Staaten oder arbeiten für transnationale Unternehmen. Anja Weiß plädiert in ihrem Buch für einen soziologischen Blick auf globale Ungleichheiten, der diese Kontexte jenseits des Staates endlich ernst nimmt.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:38:30 „Wie Branko Milanovic das nennt, das ist auch ein Ökonom, der zur Ungleichheit forscht, Premium Citizenship. Also allein die Tatsache, dass ich überhaupt in Europa geboren wurde, dass ich in Deutschland groß geworden bin, auch den Vergleich Polen-Deutschland, da hat es schon einen großen Unterschied gegeben.“
Linartas nutzt Milanovics Konzept der 'Premium Citizenship', um zu illustrieren, dass allein der Geburtsort ein enormer struktureller Vorteil ist. Sie bezieht das auf ihre eigene Biografie als polnischstämmige Frau in Deutschland und relativiert damit individuelle Erfolgserzählungen.
The Meritocracy Trap
Daniel Markovits · 2020
A revolutionary new argument from eminent Yale Law professor Daniel Markovits attacking the false promise of meritocracy It is an axiom of American life that advantage should be earned through ability and effort. Even as the country divides itself at every turn, the meritocratic ideal – that social and economic rewards should follow achievement rather than breeding – reigns supreme. Both Democrats and Republicans insistently repeat meritocratic notions.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:40:40 „Weil auch Leistung, das ist etwas, was Daniel Markowitz und Michael Sandel wunderbar herausgearbeitet haben. Also ein Professor von Yale und ein Professor von Harvard, witzigerweise. Die sagen, dass die Erzählung, diese Leistungserzählung Teil des Problems ist, wenn nicht sogar die Wurzel des Problems ist, auch im Neoliberalismus.“
Neben Sandel erwähnt Linartas auch Daniel Markovits von Yale als jemanden, der die Leistungserzählung als Teil des Problems im Neoliberalismus herausgearbeitet hat. Beide Autoren haben unabhängig voneinander die Meritokratie kritisch analysiert.
Überreichtum
Martin Schürz · 2019
Der antike Philosoph Platon verstand unter »Überreichtum« exzessiven Reichtum, der nicht glücklich mache, weil er nicht tugendhaft sei. Das Thema dieses Buches ist also alt, doch es wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Denn die weltweite Vermögenskonzentration ist enorm und soziale Ungleichheit ein beständiges Problem. Wie Vermögen verteilt wird, ist keine private Frage. Sie geht alle etwas an. Martin Schürz führt uns die Zahlen vor Augen, erklärt, was problematisch am Überreichtum ist.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:43:41 „Auch dazu gibt es ein ganz tolles Buch. Das Buch heißt Überreichtum von Martin Schürz.“
Auf die Frage, wo Überreichtum anfängt, empfiehlt Linartas direkt dieses Buch. Es liefert die begriffliche Grundlage für ihre Unterscheidung zwischen 'superreich' und 'überreich' – letzteres betone die schädliche Dimension exzessiven Reichtums für Demokratie und Klima.
Limitarianism: The Case Against Extreme Wealth
Ingrid Robeyns · 2024
Philosophisches Werk, das für eine Begrenzung extremer Vermögenskonzentrationen argumentiert. Robeyns entwickelt ein ethisches Konzept für die Obergrenze persönlichen Reichtums und setzt diese bei etwa 10 Millionen Euro an – deutlich unterhalb anderer Definitionen von Überreichtum.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:46:17 „Es gibt aber auch Menschen, die viel niedriger ansetzen, zum Beispiel die Philosophin und Ökonomin Ingrid Robbins, die setzt schon bei 10 Millionen an und sagt, auf privater Ebene könnte man sogar schon bei 2 Millionen davon sprechen, dass das doch eigentlich genug sei für ein Leben in Würde.“
Im Kontext der Diskussion, ab welcher Grenze man von Überreichtum sprechen kann, verweist Linartas auf Ingrid Robeyns' Position, die bereits bei 10 Millionen Euro ansetzt – deutlich niedriger als die 100-Millionen-Grenze anderer Definitionen.
Elitesoziologie
Michael Hartmann · 2004
Hartmanns Werk präsentiert eine systematische Analyse der deutschen Eliten und unterscheidet zwischen politischen, bürokratischen und wirtschaftlichen Eliteformen. Die Wirtschaftselite wird dabei als die mächtigste identifiziert. Das Buch dient als Standardwerk für die empirische Eliteforschung in Deutschland und wird häufig als theoretische Grundlage für Interviewstudien herangezogen.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 01:46:51 „Und die Wirtschaftselite, da habe ich mich gehalten an die Definition vom Elitenforscher Nummer eins in Deutschland, nämlich Michael Hartmann. Und der definiert verschiedene Formen von Eliten. Es gibt zum Beispiel die politische, die bürokratische. Und dann gibt es eben auch die Wirtschaftselite.“
Linartas erklärt ihre methodische Grundlage: Sie hat für ihre Interviews Michael Hartmanns Eliten-Definition verwendet. Hartmann sei der führende Elitenforscher Deutschlands und unterscheide verschiedene Eliteformen, wobei die Wirtschaftselite die mächtigste aller Eliten sei.
Mythos Bildung
Aladin El-Mafaalani · 2020
Wer die Krise des Bildungssystems verstehen will, muss dieses Buch lesen. In diesem grundlegenden Buch analysiert Aladin El-Mafaalani die Probleme und paradoxen Effekte des Bildungssystems, seine Dynamik und seine Trägheit. Eine umfassende Diagnose, ein Plädoyer dafür, soziale Ungleichheit im Bildungswesen endlich in den Fokus der Bildungspolitik und -praxis zu rücken.
🗣 Martyna Linartas referenziert bei ⏱ 02:03:35 „Das zeigt zum Beispiel der Soziologe Aladin Elme-Falani in Mythosbildung. Der spricht da ganz konkret von einem Bildungsparadox. Der sagt, wenn wir doppelt so viel, und wir hatten ja solche Bildungsoffensiven in Deutschland, wenn wir doppelt so viel in die Bildung investieren, dann investieren wir ja auch doppelt so viel in die jeweiligen Kinder.“
Martyna Linartas argumentiert, dass Bildung kein Allheilmittel gegen Ungleichheit ist. Sie verweist auf El-Mafaalanis Konzept des 'Bildungsparadoxes': Selbst wenn man doppelt so viel in Bildung investiert, profitieren alle Schichten gleichermaßen davon, sodass die Schere nicht kleiner wird. Das Buch dient ihr als wissenschaftliche Stütze gegen das vorherrschende Narrativ 'Bildung löst Ungleichheit'.
Jung & Naiv – Gespräch mit Martyna Linartas
Politik für Desinteressierte: Interviews, Talks und Shows. Uns gibt es nur dank eurer finanziellen Unterstützung https://paypal.me/jungnaiv Auf Youtube als Video, hier als Podcast - DE/EN - www.jungundnaiv.de
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:15:05 „Ich habe dich gesehen bei Jung und Naiv und deswegen habe ich dich dann auch direkt gefragt, weil ich das Gespräch da auch super fand mit Hans.“
Matze Hielscher erzählt, dass er auf Martyna Linartas aufmerksam wurde, weil er ihren Auftritt beim Podcast 'Jung & Naiv' mit Moderator Tilo Jung (hier 'Hans' genannt) gesehen hat. Das Gespräch dort gefiel ihm so gut, dass er sie direkt für Hotel Matze einlud.