Episoden von Lanz & Precht
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Israels Regierung Wie viel Kritik ist möglich
Markus Lanz & Richard David Precht
Anhand eines Helmut-Schmidt-Zitats von 1981 — er wolle nicht als wandelnde Aktion Sühnezeichen nach Israel reisen — wird seziert, wie sich die deutsche Sensibilität gegenüber Israel über die Jahrzehnte verschoben hat: Was damals kaum Empörung auslöste, würde heute binnen Minuten zum Rücktritt führen. Im Zentrum steht das Dilemma deutscher Außenpolitik zwischen Merkels Knesset-Versprechen von 2008, Israels Sicherheit sei niemals verhandelbar, und dem Anspruch auf Völkerrecht und Universalismus, die selbst aus den Lehren der Shoah hervorgingen. Konkreter Anlass sind die jüngsten Luftschläge im Libanon und die Frage, wie weit Kritik an einem zunehmend autoritär auftretenden Israel unter Benjamin Netanyahu reichen darf.
Ungarn reloaded
Markus Lanz & Richard David Precht
Péter Magyar, 45-jähriger Jurist und Ex-Mann der früheren ungarischen Justizministerin Judit Varga, hat mit seiner Mitte-Rechts-Partei zwei Drittel der Sitze geholt und damit Viktor Orbáns 16-jährige Herrschaft beendet. Sein Aufstieg begann mit einem heimlich mitgeschnittenen Vier-Augen-Gespräch mit seiner damaligen Ehefrau, in dem sie die eigene Regierung als Mafia bezeichnete, aus der man nicht einfach aussteigen könne. Die Ehe zerbrach an der Veröffentlichung, das System Orbán an ihren Folgen.
Iran Krieg, Macht und Märkte
Markus Lanz & Richard David Precht
Eine drei Kilometer breite Fahrrinne in der Straße von Hormuz hält die Weltwirtschaft in Atem: 20 Prozent des globalen Ölhandels und ein Viertel des Flüssiggases laufen hier durch, jetzt ist sie zu. Der Schockwellen-Effekt rollt von Asien heran — Energienotstand auf den Philippinen, Drei-Tage-Woche in Laos, kilometerlange Schlangen vor Tankstellen in Bangladesch, während US-Tanker auf dem Weg nach Europa umkehren und Richtung China abdrehen, weil dort höher geboten wird. Precht ordnet das historisch ein und spricht von umgekehrten Perserkriegen.
Longevity: Ein gutes oder lieber ein langes Leben?
Markus Lanz & Richard David Precht
Der Auftakt dreht sich um Prechts größtes Talent — schlafen, am liebsten im Zug zwischen Düsseldorf und Berlin, weil alles, was er ohne Powernap schreibt, langweilig wird. Von dort Sprung zu Ostern: Jesus verkündete ursprünglich nicht seinen Tod, sondern den Weltuntergang, und erst Paulus musste den Kreuztod nachträglich als Sühne für die Erbsünde umdeuten, damit aus einer gescheiterten Prophezeiung das Christentum werden konnte.
Vom Feuer und Atomen: Wer die Energie hat, der hat die Macht
Markus Lanz & Richard David Precht
Bevor das eigentliche Thema beginnt, erklären die beiden, warum sie zum Fall Ulmen-Fernandes bewusst schweigen: solange nur die eine Seite bekannt ist und Männer bei diesem Thema nicht die lautesten sein sollten, wollen sie sich zurückhalten. Danach geht es um Energie als geopolitische Machtfrage im Nahen Osten — eingestiegen wird über einen SZ-Essay von Max Scharnik, der die deutsche Tankstelle als Sehnsuchts- und Wutort beschreibt, an dem sich der Volkszorn zuverlässiger entlädt als bei steigenden Kaffeepreisen.
Habermas: Was bleibt?
Markus Lanz & Richard David Precht
Nach dem Tod von Jürgen Habermas am Starnberger See würdigt Richard David Precht den Denker als letzten großen Aufklärer und Vernunft-Bundestrainer der Bundesrepublik. Geprägt von Kindheit und Jugend im Dritten Reich suchte Habermas eine Antwort darauf, wie man das Triebhafte und Barbarische durch rationale Argumentation bändigen kann — und knüpfte dabei an Kant und den US-amerikanischen Pragmatismus an.
Wie viel Staat wollen wir in der Krise
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode kreist um zwei Themen: den Skandal um Manuel Hagels "rehbraune Augen"-Video, das möglicherweise die Ministerpräsidentenwahl in Baden-Württemberg beeinflusst hat, und die grundsätzliche Frage, wie viel Staat wir eigentlich wollen — Thomas de Maizière nannte es den "Lieferandostaat", in dem Bürger vom Staat Rundum-Versorgung erwarten. Besonders lebhaft wird es bei der Frage, ob die CDU ein vergleichbares Video über Cem Özdemir tatsächlich in der Schublade gelassen hätte — die Antwort fällt skeptisch aus.
Angriff auf den Iran – Ein gerechter Krieg?
Markus Lanz & Richard David Precht
Statt den aktuellen Angriff auf den Iran zu analysieren, nehmen sich die beiden die Sprache des Krieges vor: Wie Politiker mit Euphemismen wie „Luftschläge
Heimat, ein Anker in der diffusen Gegenwart
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode startet mit einem Einspieler der Kaulitz-Zwillinge, die sich ein Promi-Dinner bei Markus Lanz zu Hause wünschen — am liebsten mit Angela Merkel und ordentlich Party. Daraus entspinnt sich ein Gespräch übers Feiern, über Südtiroler Weinkultur und die Ambivalenz des Alkohols, bevor der Blick auf Heimat als emotionalen Anker in einer zunehmend unübersichtlichen Welt gerichtet wird.
Epstein – Elite ohne Moral
Markus Lanz & Richard David Precht
Anlass ist die Verhaftung von Prinz Andrew durch die britische Polizei – zunächst wegen Amtsmissbrauchs, doch im Hintergrund stehen Vorwürfe des Menschenhandels und sexueller Übergriffe. Der Fall Epstein wird zum Sittengemälde über den Verfall westlicher Eliten: von der norwegischen Königshaus-Krise bis zum britischen Prinzen, der als Handelsbeauftragter vertrauliche Dokumente an Epstein weitergeleitet und sich dabei selbst bereichert haben soll.