ZEIT Bühne – Die AfD bei 20 Prozent? Das ist echt nicht mehr meine Verantwortung
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Die AfD bei 20 Prozent? Das ist echt nicht mehr meine Verantwortung

ZEIT Bühne / 07. Februar 2025 / 4 Medien

Roman Pletter & Angela Merkel

Angela Merkel tritt zwei Wochen vor der Bundestagswahl im Schauspielhaus Hamburg auf — und muss erklären, warum sie sich öffentlich von Friedrich Merz distanziert hat, nachdem er mit der AfD in der Migrationsdebatte gestimmt hatte. Merkel beschreibt eine aufgewühlte, raue Stimmung im Land und zeigt sich besorgt über die Verrohung des politischen Tons gegenüber Wahlkämpfern.

„Ich finde es sehr bedrückend, wie viele Wahlkämpfer angegriffen werden, wie rüde zum Teil der Ton ist. Und ich finde, das darf nicht Schule machen.“
🗣 Angela Merkel

Erwähnte Medien (4)

Freiheit

Freiheit

Angela Merkel / Beate Baumann

Angela Merkels lang erwartete Memoiren „Freiheit" sind erschienen und prägen die öffentliche Debatte. Das Buch bietet persönliche Einblicke in ihre Zeit als Bundeskanzlerin und ihre politischen Entscheidungen. Ein begleitendes Spiegel-Interview ergänzt die Veröffentlichung und macht die Memoiren zu einem wichtigen Dokument der deutschen Zeitgeschichte.

🗣 Roman Pletter empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:21:53 „Sie haben vor gut zwei Monaten Ihr Buch, Ihre Autobiografie Freiheit veröffentlicht. Welche Reaktionen haben Sie am meisten überrascht und was hat Ihnen zum Denken gegeben?“

Roman Pletter spricht Angela Merkel auf ihre Autobiografie an, die sie gemeinsam mit ihrer langjährigen Vertrauten Beate Baumann geschrieben hat. Merkel erklärt, dass sie überrascht war, wie viele junge Leute das Buch lesen, und verteidigt den Ansatz, Politik und Entscheidungsprozesse nüchtern zu beschreiben statt ein Enthüllungsbuch zu schreiben. Sie betont, dass ihr wichtig war, sowohl ihre 35 Jahre in der DDR als auch die 35 Jahre im wiedervereinigten Deutschland gleichwertig darzustellen.

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Blood, Toil, Tears and Sweat

Blood, Toil, Tears and Sweat

Winston Churchill · 1989

Churchill's great wartime speeches are brought together along with a sampling of earlier speeches and a few from his later years.

🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 00:46:25 „Aber die Frage ist, haben Sie dafür wirklich politisches Kapital auch eingesetzt? Ich verstehe, was Sie meinen, die SPD war da nicht dafür. Aber ich kann mich jetzt nicht an die große Rede erinnern, wo Sie jetzt gesagt hätten, wir müssen es machen wie Churchill, Blutschweiß und Tränen.“

Roman Pletter konfrontiert Merkel mit der Frage, ob sie sich wirklich ausreichend für höhere Verteidigungsausgaben eingesetzt habe. Er verweist auf Churchills berühmte Rede als Beispiel für politische Führung durch klare, aufrüttelnde Kommunikation – ein Maßstab, den Merkel seiner Meinung nach nicht angelegt hat. Merkel kontert, dass sich politisches Kapital an Taten bemesse, nicht an Reden.

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Publikation der Konrad-Adenauer-Stiftung über Merkels DDR-Biografie

Publikation der Konrad-Adenauer-Stiftung über Merkels DDR-Biografie

Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisierte in ihrer Rede zur Deutschen Einheit eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung, weil diese ihr Leben in der DDR als „Ballast" darzustellen schien. Der Autor der Studie widerspricht nun Merkels Interpretation und fühlt sich missverstanden. Der Professor macht geltend, dass seine Forschung nicht dazu gedacht war, die DDR-Biographien von Menschen negativ zu bewerten, sondern differenzierte historische Analysen zu liefern. Der Vorfall zeigt die anhaltende Sensibilität beim Thema DDR-Vergangenheit und wie leicht wissenschaftliche Arbeiten in politischen Debatten verzerrt dargestellt werden können.

🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 01:02:54 „Sie, also Angela Merkel, die als 35-Jährige mit dem Ballast ihrer DDR-Biografie in den Wendetagen zur CDU kamen, konnte natürlich kein von der Pike auf sozialisiertes CDU-Gewächs altbundesrepublikanischer Prägung sein. Das stand in dieser Publikation der parteinahen Stiftung.“

Roman Pletter zitiert wörtlich aus einer Veröffentlichung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, in der Merkels DDR-Herkunft als 'Ballast' bezeichnet wurde. Merkel hatte diese Formulierung erst in ihrer letzten Rede als Kanzlerin zum Tag der Deutschen Einheit öffentlich thematisiert und beschreibt die Verletzung, die damit einherging.

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Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation

Die Entstehung des Staates als Vorgang der Säkularisation

Ernst-Wolfgang Böckenförde · 1995

Böckenfördes klassisches Werk zur Säkularisation des Staates analysiert die Paradoxie, dass der freiheitliche Rechtsstaat auf Werte angewiesen ist, die er selbst nicht erzwingen kann. Das berühmte Böckenförde-Diktum verdeutlicht, warum Demokratie auf kulturellen und moralischen Grundlagen beruht, die außerhalb ihrer eigenen institutionellen Reichweite liegen und daher besonders schutzbedürftig sind.

🗣 Angela Merkel empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:24:10 „Ich habe mich jetzt, als ich bei der CDU in Nordrhein-Westfalen war, zum Neujahrsempfang, habe ich lauter Dinge über das böckenfördische Diktum, also der freiheitlich-demokratische Staat, der freiheitlich-säkulare Staat kann die Voraussetzungen, von denen er lebt, nicht garantieren. Da habe ich ganz viel drum herum gelesen und wollte jetzt noch das Böckenförde-Buch ganz lesen.“

Auf die Frage, welches Buch sie gerade lese, beschreibt Merkel ihre aktuelle demokratietheoretische Lektüre. Sie hat sich intensiv mit dem Böckenförde-Diktum beschäftigt – dem berühmten Satz, dass der säkulare Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann – und möchte nun Böckenfördes Werk vollständig lesen.

Zum Artikel bei Verfassungsblog.de Details
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