Die sogenannte Gegenwart – Sind Romane besser als Klimakleber
#073

Sind Romane besser als Klimakleber

Die sogenannte Gegenwart / 25. September 2023 / 20 Medien

Nina Pauer, Lars Weisbrod

Warum behaupten so viele, es gebe keine gute Literatur zum Klimawandel — und warum stimmt das nicht? Anhand von T. C. Boyles Roman "Blue Skies" wird diskutiert, wie Kunst das Klimathema verhandeln kann, ohne in Betroffenheitsprosa abzugleiten. Der Bogen spannt sich von der Frage, warum der Klimaroman so schwer zu schreiben ist, bis zu den Aktionen der Letzten Generation und der grundsätzlichen Frage: Was ist eigentlich die richtige Kommunikation fürs Klima?

„Wir wollen darüber sprechen, wie schwer es ist, über den Klimawandel zu sprechen, ihn zu thematisieren, beziehungsweise noch spezifischer aufs Feuilleton gemünzt, warum so oft gesagt wird, es gäbe keine gute Kunst und Literatur zum Klimawandel.“
🗣 Nina Pauer

Erwähnte Medien (20)

Blue Skies

Blue Skies

T. C. Boyle · 2023

"Boyle’s satire has lost none of its edge over the course of a nearly half-century literary career . . . [Blue Skies is] an expert blend of suspense, terror and, occasionally, very black humor . . . this fiercely honest writer shows us what he sees and invites his readers to draw their own conclusions." —Wendy Smith, Washington Post From best-selling novelist T. C. Boyle, a satirical yet ultimately moving send-up of contemporary American life in the glare of climate change.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:01:09 „Wir haben unter anderem ein wunderbares Buch gelesen, Blue Skies von T. C. Boyle, und fragen uns, warum das ein Beispiel ist oder wie das da gemacht wird.“

Nina Pauer stellt das Hauptthema der Folge vor: Warum gibt es angeblich keine gute Kunst und Literatur zum Klimawandel? Blue Skies wird als Gegenbeispiel angekündigt, an dem die beiden zeigen wollen, wie Klimawandel literarisch funktionieren kann. Der Roman soll im weiteren Verlauf der Folge ausführlich besprochen werden.

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Oh, wie schön ist Panama

Oh, wie schön ist Panama

Janosch · 2011

Eines Tages machen sich der kleine Bär und der kleine Tiger auf den Weg: sie suchen Panama, das Land ihrer Sehnsucht. Wenn man einen Freund hat, braucht man sich vor nichts zu fürchten!" Dass der kleine Bär und der kleine Tiger dicke Freunde sind, weiß jedes Kind. Zusammen sind die beiden wunderbar stark, stark wie ein Bär und stark wie ein Tiger. In ihrem Haus am Fluss haben sie es gemütlich. Eines Tages findet der kleine Bär eine Kiste, die von oben bis unten nach Bananen riecht.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:15:23 „Und so ein bisschen was hat das auch davon? Denn es hat ja diesen, oh, wie schön ist Panama-Effekt. Man zieht los in die Welt.“

Nina Pauer nutzt das Kinderbuch als Metapher für die Entwicklung der Unisex-Urinale: Man macht einen langen Umweg über Gender-Debatten, Urinellas und Flinter-Bereiche, nur um am Ende wieder bei der simplen Rinne zu landen, die es in Frankreich schon immer gab – genau wie in Janoschs Geschichte, wo Tiger und Bär losziehen und am Ende wieder zu Hause ankommen.

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Digital News Report 2023

Digital News Report 2023

Reuters Institute

Der Digital News Report 2023 des Reuters Institute analysiert die Nachrichtennutzung von über 93.000 Online-Konsumenten in 46 Ländern weltweit. Die Studie zeigt, dass Video-Inhalte auf Plattformen wie TikTok, Instagram und YouTube für Nachrichten zunehmend an Bedeutung gewinnen, insbesondere in Schwellenländern, während traditionelle Plattformen wie Facebook an Einfluss verlieren. Gleichzeitig sinkt das Interesse und Vertrauen in Nachrichten in vielen Ländern, während der wirtschaftliche Abschwung zusätzliche Druck auf die Geschäftsmodelle von Nachrichtenmedien ausübt. Der Bericht untersucht zudem spezifische Themen wie die Wirkung von Algorithmen, Medienvertrauen und die Rolle von öffentlich-rechtlichen Medien sowie das Wachstum von Nachrichten-Podcasts.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:21:28 „Also es gibt den aktuellen World Press Report von Reuters, da gibt es ja auch einen Teil über News Avoidance“

Studie über Nachrichtenvermeidung (News Avoidance) – als Beleg dafür, dass Menschen Klimaberichterstattung aktiv meiden

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Digital News Report

Digital News Report

Reuters Institute

Der Reuters-Bericht dokumentiert das Phänomen der News Avoidance: Menschen, die bewusst keine Nachrichten mehr konsumieren – insbesondere zu Themen wie Krieg und Klimawandel. Der Report zeigt strukturelle Herausforderungen auf, wichtige Themen angemessen in der Berichterstattung zu positionieren.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:23:55 „Also es gibt den aktuellen World Press Report von Reuters, da gibt es ja auch einen Teil über News Avoidance. Und das sind Leute, die explizit sagen, also nicht nur ich limitiere meinen Nachrichtenkonsum, sondern ich will überhaupt nicht mehr, ich erweide das so aktiv, versuche ich nichts mitzukriegen.“

Nina Pauer zitiert den Reuters-Bericht als Beleg dafür, dass Klimathemen aktiv gemieden werden. Der Report dokumentiert das Phänomen der News Avoidance – Menschen, die bewusst keine Nachrichten mehr konsumieren wollen, besonders bei Themen wie Krieg und Klima. Das untermauert ihre These, dass es strukturell schwierig ist, Klimainhalte medial zu setzen.

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World Press Report

World Press Report

Reuters

Empirischer Report der Reuters über Nachrichtenvermeidung, untersucht bewusste Isolation von Nachrichtenkonsum bei Themen wie Krieg und Klima. Zentraler Befund: Menschen limitieren nicht nur ihren Konsum, sondern verweigern diese Themen ganz. Der Report dient als empirische Grundlage für die Analyse medialer Vermittlung schwieriger Inhalte.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:23:55 „Also es gibt den aktuellen World Press Report von Reuters, da gibt es ja auch einen Teil über News Avoidance. Und das sind Leute, die da geht es viel um Krieg, aber auch um Klima, die explizit sagen, also nicht nur ich limitiere meinen Nachrichtenkonsum, sondern ich will überhaupt nicht mehr.“

Nina Pauer verweist auf den Reuters-Bericht über Nachrichtenvermeidung, um zu belegen, dass Menschen aktiv Klima- und Kriegsberichterstattung meiden. Der Report dient als empirische Grundlage für die These, dass es schwer ist, Klimathemen medial gut zu vermitteln.

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Sechster Zustandsbericht des Weltklimarats

Sechster Zustandsbericht des Weltklimarats

IPCC

Der sechste Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC) fasst den aktuellen Stand der Klimawissenschaft zusammen und analysiert die Folgen des Klimawandels. Leitautorin Friederike Otto untersucht insbesondere Hitze als unterschätztes Gesundheitsrisiko, das wie ein „Silent Killer" wirkt und massive Auswirkungen auf die Gesellschaft hat.

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:26:36 „Die haben eine Folge gemacht mit der Klimatologin Friederike Otto und die ist immerhin Leitautorin des sechsten Zustandsberichts des Weltklimarats IPCC. Und da ging es um Hitze, Hitze ist der Silent Killer.“

Nina Pauer erwähnt den IPCC-Bericht im Zusammenhang mit Friederike Otto, die als Leitautorin die Frage aufwirft, warum es so wenig gute Klimakunst und -literatur gibt. Der Bericht dient als Beispiel für wissenschaftliche Kommunikation, die in der Öffentlichkeit nicht ausreichend ankommt.

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Warum zur Hölle schweigt die Literatur zum Klimawandel?

Warum zur Hölle schweigt die Literatur zum Klimawandel?

Bernd Ulrich

Bernd Ulrich fordert in der ZEIT leidenschaftlich, dass sich der Klimawandel stärker in der Literatur niederschlagen muss. Der Artikel beklagt die Lücke echter Klimaliteratur und wurde zum Ausgangspunkt einer feuilletonistischen Debatte über die Abwesenheit des Themas im literarischen Schaffen.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:27:28 „Bei uns hatte ein Kollege genau diese Analyse gezogen und darüber geschrieben, dass es zu wenig echte Klimaliteratur gibt und sie eingefordert damals. Wir können den Artikel auch unten nochmal verlinken. Bernd Ulrich war das damals und unter dem Motto, ich glaube, warum zur Hölle?“

Feuilleton-Artikel in der ZEIT, der beklagt, dass sich die fundamentale Klimakrise zu wenig in der Literatur niederschlägt – Ausgangspunkt der im Podcast diskutierten Debatte

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Interview/Live-Lesung mit Volker Weidermann

Interview/Live-Lesung mit Volker Weidermann

T. C. Boyle im Gespräch mit Feuilleton-Chef Volker Weidermann über sein Buch Blue Skies. Der Autor erläutert, wie persönliche Betroffenheit durch die Klimakrise in Kalifornien ihn zur Schriftstellerei trieb – sein Ansatz: Schreiben als Mittel, um beunruhigende Realitäten zu durchdenken und zu verarbeiten. Ein einblicksreiches Interview über die Entstehung eines zeitkritischen Romans.

🗣 Nina Pauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:30:34 „Und er sagt in einem sehr schönen Live-Lesungsinterview, was wir auch unten verlinken mit dem Feuilleton-Chef Volker Weidermann, da ist er zu Gast, da sagt er auch, when I'm alarmed, I need to write a book to try to figure out how I think about it.“

Nina Pauer verweist auf ein Live-Lesungsinterview, bei dem T. C. Boyle zu Gast bei Volker Weidermann war und über seine Motivation sprach, aus persönlicher Betroffenheit in Kalifornien heraus Blue Skies geschrieben zu haben.

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Ein Freund der Erde

Ein Freund der Erde

T. C. Boyle · 2012

Wir schreiben das Jahr 2025: Der Treibhauseffekt hat voll zugeschlagen, im Loiretal wird nicht mehr Wein, sondern Reis angebaut, die meisten Säugetiere sind ausgestorben und das Essen ist auch nicht mehr das, was es einmal war. Ty Tierwater, militanter Umweltschützer, verbrachte mehr Zeit im Knast als in der freien Natur. Da taucht eines Tages seine zweite Frau Andrea mit einem ganz besonderen Anliegen auf...

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:30:56 „Also er hat vor 20 Jahren ein Freund der Erde geschrieben, ein Science-Fiction-Roman, in dem er erzählt schon von der Versteppung der Welt und der langsamen Unbewohnbarkeit. Er hat sozusagen viel schon prophetisch an Extremwetter. Er hat, glaube ich, sogar eine Pandemie da drin.“

Nina Pauer erwähnt diesen früheren Roman von T. C. Boyle als prophetisches Werk, das bereits vor 20 Jahren Themen wie Versteppung, Unbewohnbarkeit und sogar Pandemien vorwegnahm. Boyle selbst bezeichne Blue Skies als 'Companion' dieses älteren Buches.

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RCE – Remote Code Execution

RCE – Remote Code Execution

Sibylle Berg · 2022

»Eine Pause im Irrsinn. Noch eine Anstrengung, das Aussterben zu verhindern, in einer seltsamen Entschlossenheit vereint. Es ist der letzte Versuch.« Sibylle Bergs neuer Roman setzt da an, wo »GRM« endet – in unserer neoliberalen Absurdität, in der der Einzelne machtlos scheint. Der Kapitalismus ist alternativlos geworden. Das beste aller Systeme hat wenigen zu absurdem Reichtum verholfen und sehr vielen ein menschenwürdiges Dasein genommen.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:33:25 „Ich erinnere mich sofort an Sibylle Bergs letzten Roman RCE, Remote Code Execution. Wo auch das Essen von Insektenburgern, ja, also wo das Fleisch, Patty, durch Insektenfleisch ersetzt wurde, so eine riesige Rolle spielte.“

Ijoma Mangold zieht eine Parallele zwischen Blue Skies und Sibylle Bergs Roman, in dem Insektenburger ebenfalls eine große Rolle spielen – allerdings negativ konnotiert als Abstiegserscheinung der Gesellschaft. Der Vergleich zeigt, wie das Motiv des Insektenessens zu einem wiederkehrenden Topos in der Klimaliteratur geworden ist.

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Don't Look Up

Don't Look Up

Adam McKay · 2021

Zwei Astronomen warnen die Menschheit in den Medien vor einem Kometen, der auf die Erde zurast. Doch die Welt hat anderes im Kopf und fragt sich nur, wen es interessiert.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:50:25 „Also wir haben jetzt Don't Look Up genannt, den Film, der super erfolgreich war und an den man sich auf jeden Fall irgendwie für immer erinnern wird“

Als Beispiel für erfolgreiche Klimakunst genannt, die sich mit der fehlenden Reaktion der Gesellschaft auf den Klimawandel beschäftigt

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Antwort auf Bernd Ulrichs Klimaliteratur-Text

Antwort auf Bernd Ulrichs Klimaliteratur-Text

Adam Soboczynski

Bernd Ulrich fragte zuletzt in der ZEIT, warum die Gegenwartsliteratur die Klimakrise nicht im Blick habe. Diese Frage müsste jedoch präzisiert werden. Eine Entgegnung

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:50:25 „Das hat Adam Soboczynski, der auf den Text geantwortet hat von Bernd Ulrich auch gesagt. Naja, was will er mit dieser Kunst?“

Gegenartikel zu Bernd Ulrichs Forderung nach Klimaliteratur – hinterfragt, ob Kunst tatsächlich zu Aktivismus aufrütteln soll

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Sun & Sea (Marina)

Sun & Sea (Marina)

Experimentelle Klimaoper der litauischen Künstler von der Venedig-Biennale. In einer sandgefüllten Halle singen entspannte Urlauber opernartig über Konsum und Ausbeutung des Planeten. Das Werk verbindet radikale Klimakritik mit ironischer Darstellung der Urlaubsidylle.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:51:28 „Vor, ich glaube, vier, vier Jahren war der Biennale-Gewinner war eine Klimaoper. Der litauische Pavillon hatte da dieses Sea and the Sun, glaube ich, Marina. So eine Installation, die habe ich gesehen, eine Performance, wo man Menschen sah, also da wurde in so einer Halle Sand aufgeschüttet und man sah friedlich vor sich hin urlaubende Menschen.“

Nina Pauer beschreibt die litauische Klimaoper von der Biennale als zweites Beispiel für Klimakunst, die sie persönlich nachhaltig beeindruckt hat. In der Performance sangen hyperentspannte Urlauber opernartig über Konsum und die Ausbeutung des Planeten – der künstlerische Move war, die Idylle zu zeigen, die Menschen aufrechterhalten, während sie alles kaputt machen.

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Artikel über Klimakunst im Feuilleton

Artikel über Klimakunst im Feuilleton

Bernd Ulrich

Bernd Ulrich, stellvertretender Chefredakteur der Zeit, hat das Buch Alles wird anders - das Zeitalter der Ökologie veröffentlicht. Das Werk wird als großes Desillusionierungs-Projekt charakterisiert, das sich durch Schonungslosigkeit auszeichnet. Nach Ulrichs eigener Aussage ist es ein Buch von einem, der sich nichts mehr vormachen will und bereit ist, unbequeme Wahrheiten zur ökologischen Realität auszusprechen.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:52:23 „Und das wurde, hat ja auch Bernd Ulrich in diesem Text im Feuilleton gefordert. Und wenn du fragst, warum ist das so? Oder wenn wir uns fragen, warum wird denn trotzdem gesagt, wir haben einen riesig erfolgreichen Hollywood-Film, wir haben einen Bestseller, warum hält sich denn das so, diese Aussage, wann kommt denn endlich die gute Klimakunst?“

Nina Pauer bezieht sich auf einen Feuilleton-Text von Bernd Ulrich, der bürgerlichen Realismus als Erzählform für Klimaliteratur gefordert hat. Dieser Artikel ist der Ausgangspunkt der Debatte: Warum wird trotz existierender Klimakunst immer wieder gefragt, wo die gute Klimakunst bleibt? Adam Soboczynski hat auf Ulrichs Text geantwortet.

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Antwort auf Bernd Ulrichs Klimakunst-Text

Antwort auf Bernd Ulrichs Klimakunst-Text

Adam Soboczynski

Adam Soboczynski antwortet auf Bernd Ulrichs Feuilleton-Text über Klimakunst und stellt die zentrale Gegenfrage: Was soll Klimakunst konkret bewirken? Sollen Betrachtende dadurch in Alarmismus oder Aktivismus versetzt werden? Sobocinski hinterfragt den impliziten Wirkungsanspruch, der Klimakunst oft zugeschrieben wird – nämlich dass sie Haltungsänderungen oder politisches Handeln auslösen soll. Der Text ist Teil einer feuilletonistischen Debatte über die Rolle und den Auftrag von Kunst angesichts der Klimakrise.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:53:17 „Das hat Adam Soboczynski, der auf den Text geantwortet hat von Bernd Ulrich, auch gesagt. Naja, was will er mit dieser Kunst? Also sollen wir uns jetzt alle so fühlen wie Bernd Ulrich, nämlich total alarmiert?“

Nina Pauer zitiert Adam Soboczynskis Replik auf Bernd Ulrichs Feuilleton-Text. Sobocinski habe die zentrale Gegenfrage gestellt: Was genau soll Klimakunst mechanisch bewirken – sollen alle Leser in Aktivismus übergehen? Diese Frage verdeutlicht für die Runde, warum der Topos 'wo bleibt die Klimakunst' sich hält.

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Dune

Dune

Frank Herbert

Set on the desert planet Arrakis, Dune is the story of the boy Paul Atreides, heir to a noble family tasked with ruling an inhospitable world where the only thing of value is the "spice" melange, a drug capable of extending life and enhancing consciousness. Coveted across the known universe, melange is a prize worth killing for... When House Atreides is betrayed, the destruction of Paul's family will set the boy on a journey toward a destiny greater than he could ever have imagined.

🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:53:22 „Ich kann nur wieder auf Dune verweisen. Wir hatten uns alle, doch du bestimmt auch, Nina, auf den zweiten Teil gefreut, der jetzt im Herbst ins Kino kommen sollte“

Als Gegenbeispiel für Klimaliteratur im Science-Fiction-Genre – zeigt eine umgekehrte Klimasituation, in der die Bewohner einen Klimawandel zur Abkühlung wollen

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Biedermann und die Brandstifter

Biedermann und die Brandstifter

Max Frisch

Max Frischs Klassiker zeigt, wie Höflichkeit und Konfliktscheue dazu führen, dass wir Unheil in unser Leben einladen – eine Mechanik, die auch beim Klimawandel wirksam ist. Der Artikel stellt die Frage, welche Kraft Literatur hat, solche psychologischen Prozesse sichtbar zu machen und zum Umdenken zu bewegen.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:54:46 „Daniel Kehlmann hat bei uns in der Zeit für Kunst kurz darüber geschrieben, dass er, es ging, es war Frage an irgendwie Schriftsteller, welches Buch sie jetzt gerade nochmal lesen oder so und hat über Biedermann und die Brandstifter geschrieben und ich werde bis heute nicht vergessen, der allererste Moment, in dem der erste Brandstifter bei Biedermann zu Hause klingelt.“

Ijoma Mangold erinnert an Daniel Kehlmanns Text über Max Frischs Theaterstück, um zu zeigen, wie Literatur psychologische Mechanismen auf den Punkt bringen kann. Die Mischung aus Angst, Höflichkeit und Konfliktscheue, die Biedermann das Unheil in die Tür treten lässt, sei genau das, was auch beim Klimawandel passiert – und was Kunst sichtbar machen könne.

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Dune: Part Two

Dune: Part Two

Denis Villeneuve · 2024

Paul Atreides begibt sich mithilfe von Chani und den Fremen auf einen Rachefeldzug gegen die Verschwörer, die seine Familie vernichtet haben. Der junge Paul steht vor der Wahl zwischen der Liebe seines Lebens und dem Schicksal des gesamten Universums. Mit allen Mitteln aber muss er versuchen, eine schreckliche Zukunft zu verhindern – eine Zukunft, die niemand außer ihm vorhersehen kann.

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:56:23 „Wir hatten uns alle, doch du bestimmt auch, Nina, doch auf den zweiten Teil gefreut, der jetzt im Herbst ins Kino kommen sollte, der jetzt verschoben wurde. Schade.“

Im Zusammenhang mit der Dune-Diskussion erwähnt ein Sprecher den zweiten Teil der Verfilmung, auf den sich alle gefreut hätten, der aber verschoben wurde. Der Film wird als Anlass genannt, warum das Buch gerade wieder so viel Aufmerksamkeit bekommt.

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Harry Potter

Harry Potter

J. K. Rowling · 2024

Harry Potter is leaving Privet Drive for the last time. But as he climbs into the sidecar of Hagrid’s motorbike and they take to the skies, he knows Lord Voldemort and the Death Eaters will not be far behind. The protective charm that has kept him safe until now is broken. But the Dark Lord is breathing fear into everything he loves.

🗣 Lars Weisbrod erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:56:35 „Einerseits könnte das Harry Potter der Klimakids werden, weil es so offensichtlich eine Geschichte darüber ist, wie ökologische Bedingungen und Politik bekämpft werden oder zusammengemixt werden.“

Harry Potter wird nur als Vergleichsgröße herangezogen, um das kulturelle Potenzial von Dune zu beschreiben. So wie Harry Potter eine ganze Generation geprägt hat, könnte Dune laut Ijoma Mangold das prägende Buch für klimabewusste junge Leser werden.

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Homo Faber

Homo Faber

Max Frisch · 1973

Walter Faber is an emotionally detached engineer forced by a string of coincidences to embark on a journey through his past. The basis for director Volker Schl ndorff' s movie Voyager. Translated by Michael Bullock. A Helen and Kurt Wolff Book

🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:59:30 „Erinnern uns, ich weiß nicht, ob du es auch in der Schule gelesen hast, Homo Faber, der im Dschungel in Mittelamerika steht und als technischer Mensch es nicht aushält, dass diese lebendige Fäulnis, dieses Geborenwerden überall in den Sachen steckt.“

Ijoma Mangold zieht Max Frischs Homo Faber als literarische Parallele heran, um die Frage zu illustrieren, was 'schlechte Natur' eigentlich ist. Walter Fabers Ekel vor der wuchernden Dschungelnatur zeigt, dass die Bewertung von Natur als bedrohlich oder abstoßend immer auch eine Frage der menschlichen Perspektive ist – genau wie bei T. C. Boyles Beschreibung des faulenden Meeres.

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