Unter Pfarrerstöchtern – Die große Suche nach dem Sinn
#087

Die große Suche nach dem Sinn

Unter Pfarrerstöchtern / 13. Januar 2023 / 9 Medien

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Mitten in der Erzählung der Königsbücher gibt Johanna Haberer eine historische Einordnung: Die Reiche Israel und Juda waren in Wahrheit winzige, eingequetschte Vasallenstaaten zwischen Ägypten und Assyrien — weltpolitisch bedeutungslos. Der Ägyptologe und Alttestamentler Bernd U. Schipper zeigt in seinem Beck-Bändchen "Geschichte Israels in der Antike", wie wenig die biblischen Großkönig-Erzählungen mit der historischen Realität zu tun haben. Am erfolgreichsten waren ausgerechnet die Omriden, die in der Bibel als Gottlose gebrandmarkt werden — weil sie klug Tribut zahlten, statt sich mit den Großmächten anzulegen.

„Es geht bei diesen Geschichten nicht darum, die historische Wahrheit zu erzählen, sondern es geht darum, die Geschichte zu deuten.“
🗣 Johanna Haberer

Erwähnte Medien (9)

Geschichte Israels in der Antike

Geschichte Israels in der Antike

Bernd U. Schipper · 2018

Ob Mose, David, Salomo oder das Babylonische Exil – die Geschichte Israels stellt sich heute völlig anders dar als noch vor einigen Jahren. Bernd U. Schipper rekonstruiert auf der Grundlage von außerbiblischen Quellen und archäologischen Funden die Geschichte des antiken Israel neu. So geraten Städte, Ereignisse, Tempel und Kulte Israels in den Blick, von denen die Bibel nichts weiß.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:02:11 „Es gibt jetzt einen Historiker, der an der Humboldt-Universität in Berlin lehrt. Der ist Ägyptologe und Professor für Altes Testament. Der hat ein kleines Büchlein geschrieben im Beck-Verlag Wissen unter dem Titel Geschichte Israels in der Antike. Da kann man auf 50 Seiten eigentlich zusammengefasst lesen, was ist eigentlich die historische Wahrheit.“

Johanna Haberer empfiehlt dieses Büchlein aus der Beck-Wissen-Reihe als kompakte historische Einordnung zur biblischen Erzählung. Sie nutzt es, um zu zeigen, dass die tatsächliche Geschichte Israels und Judas weit weniger glanzvoll war als die biblische Darstellung – beide Reiche waren kleine, abhängige Tributstaaten zwischen den Großmächten Assyrien, Babylonien, Persien und Ägypten.

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Annalen des Tacitus

Annalen des Tacitus

Tacitus · 1868

Die Germania ist eine kurze ethnographische Schrift des römischen Historikers Tacitus (ca. 58–120 n. Chr.) über die Germanen. Sie wurde seit der Frühen Neuzeit verstärkt gelesen und entfaltete auf diese Weise eine erhebliche Breitenwirkung. In der neueren Forschung wird das Werk durchaus kritischer betrachtet und auf die problematische Rezeptionsgeschichte hingewiesen.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:07:11 „Da ist bei Tacitus irgendwann mal von irgendeinem durchgeknallten Zimmermann die Rede, der aber nur mit einem Satz erwähnt wird, der da unten Unruhe stiftet im Nahen Osten.“

Sabine verweist auf die knappe Erwähnung Jesu bei Tacitus als Parallele zur geringen Erwähnung Israels in außerbiblischen Quellen.

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Annalen

Annalen

Tacitus · 1802

This work has been selected by scholars as being culturally important, and is part of the knowledge base of civilization as we know it. This work was reproduced from the original artifact, and remains as true to the original work as possible. Therefore, you will see the original copyright references, library stamps (as most of these works have been housed in our most important libraries around the world), and other notations in the work.

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:07:16 „Da ist bei Tacitus irgendwann mal von irgendeinem durchgeknallten Zimmermann die Rede, der aber nur mit einem Satz erwähnt wird, der da unten Unruhe stiftet im Nahen Osten.“

Sabine Rückert zieht einen Vergleich zwischen der biblischen Geschichtsschreibung und der außerbiblischen Überlieferung zu Jesus. Sie verweist auf die berühmte Tacitus-Stelle in den Annalen (Buch 15, Kap. 44), in der Christus nur beiläufig erwähnt wird, um zu zeigen, dass auch die Jesusberichte hauptsächlich Eigenberichte der Anhänger sind.

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A Theater

Athalie

Jean Racine

Athalie ist ein Theaterstück von Jean Racine aus dem Jahr 1691 und eines der bedeutendsten Werke der französischen Klassik. Das Drama behandelt die biblische Geschichte der Königin Atalia, ihre Machtkämpfe und religiösen Konflikte. Das Stück zeigt die außergewöhnliche kulturelle Nachwirkung dieser historischen Figur, die in zahlreichen künstlerischen Werken bis heute präsent ist.

🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:09:31 „Eine besonders blutige Königin, die übrigens auch ganz viele kulturelle Resonanzen hat. Es gibt Opern über sie, es gibt Theaterstücke über sie.“

Johanna Haberer erwähnt neben Opern auch Theaterstücke über die Königin Atalia. Das berühmteste Theaterstück über diese Figur ist Racines 'Athalie' (1691), eines der bedeutendsten Dramen der französischen Klassik. Die Oper 'Athalia' ist bereits erfasst, das Theaterstück fehlt.

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Athalia

Athalia

Athalia war eine biblische Königin, deren Gestalt in der Kulturgeschichte vielfach verarbeitet wurde. Ihre Charakterisierung als brutal und rachsüchtig – vergleichbar mit der Medea-Figur – inspirierte zahlreiche künstlerische Werke, insbesondere Opern und Theaterstücke. Der Artikel beleuchtet die historische Persönlichkeit und ihre anhaltende kulturelle Resonanz in verschiedenen künstlerischen Gattungen.

🗣 Johanna Haberer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:09:41 „Eine besonders blutige Königin, die übrigens auch ganz viele kulturelle Resonanzen hat. Es gibt Opern über sie, es gibt Theaterstücke über sie. Verschiedenste Leute haben sich an dieser blutrünstigen, medeahaften Gestalt verprobiert.“

Als die biblische Figur Atalia eingeführt wird, verweist Johanna Haberer darauf, dass diese Königin vielfach in der Kulturgeschichte verarbeitet wurde – in Opern und Theaterstücken. Es werden keine konkreten Werke namentlich genannt, aber die Gattungen Oper und Theater werden explizit erwähnt.

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Medea

Medea

Euripides

Griechische Tragödie von Euripides über die verlassene Zauberin Medea, die ihre Kinder ermordet, um sich an ihrem untreuen Ehemann Jason zu rächen. Das Meisterwerk thematisiert Liebe, Betrug und die zerstörerische Kraft der Rache. Medea entkommt am Ende übernatürlich in einem Sonnenwagen – ein Symbol ihrer magischen Natur und Überlegenheit über die sterblichen Männer um sie herum.

🗣 Unbekannt referenziert bei ⏱ 00:09:41 „Verschiedenste Leute haben sich an dieser blutrünstigen, medeahaften Gestalt verprobiert.“

Bei der Einführung der Königin Atalia wird diese als 'medeahafte Gestalt' beschrieben – ein direkter Vergleich mit der kindsmordenden Medea aus der griechischen Tragödie. Die Parallele bezieht sich auf Atalias Versuch, ihre eigenen Enkel zu töten, um an der Macht zu bleiben.

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Star Wars

Star Wars

George Lucas · 1977

Seit der Vernichtung der Jedi-Ritter steht die Galaxie unter der grausamen Herrschaft des Imperiums. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen, angeführt von der schönen Prinzessin Leia, widersetzt sich der dunklen Macht. Als es ihnen gelingt, die geheimen Baupläne für den gefährlichen Todesstern zu entwenden, gerät das Imperium in Aufruhr. Durch Zufall gelangen die Pläne ausgerechnet in die Hände des Farmerjungen Luke Skywalker, der spürt, dass er sein bisheriges Leben hinter sich lassen muss. Gemein

🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:11:41 „Na gut, also Star Wars hat ja hier gewildert hoch drei. Vor allem im Neuen Testament, wenn man sich die Star Wars Filme anschaut. Skywalker ist ja eine christianisierte Figur. Eine Jesusfigur.“

Johanna Haberer bemerkt scherzhaft, dass die biblischen Namen wie Jojada klingen wie Figuren aus Star Wars. Sabine Rückert greift das auf und dreht es um: Star Wars habe bei der Bibel gewildert, nicht umgekehrt – Luke Skywalker sei eine christianisierte Jesusfigur, besonders mit Bezug zum Neuen Testament.

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Wer wird Millionär?

Wer wird Millionär?

Günther Jauch / RTL · 1999

Seitdem die Sendung im September 1999 gestartet wurde, führt Günther Jauch als Moderator und Fragensteller durch die Show. Potenzieller Höchstgewinn ist seit 2002 die Summe von 1 Millionen Euro (vorher 1 Million DM). Gestellt werden maximal 15 Fragen, bei denen aus vier Antwortmöglichkeiten die richtige gewählt werden sollte.

🗣 Sabine Rückert erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:25:32 „Das wäre eine wunderbare Wer-wird-Millionär-Frage. Wer hat den Opferstock erfunden? Im wahrsten Sinn, wer wird Millionär? Und dann ist die wirkliche Antwort Joasch, der König Joasch von Judah. Da möchte ich mal wissen, wer das weiß.“

Sabine Rückert macht einen humorvollen Vergleich: Die Frage, wer den Opferstock erfunden hat, wäre eine perfekte Quizfrage für die TV-Show 'Wer wird Millionär?'. Sie nutzt die Sendung als Referenzpunkt für besonders kniffliges Allgemeinwissen und spielt dabei auch mit dem doppelten Wortsinn von 'wer wird Millionär' im Kontext des Opferstocks.

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Das große Warum

Das große Warum

Kilian Trottier

Wie J. K. Rowling mit ihrer Internetplattform Pottermore die Buchbranche durcheinanderwirbelt Von Kilian Trottier Bücher, das waren bislang diese gedruckten Papierwerke, die wir uns in der Buchhandlung kauften, die wir nachts mit der Taschenlampe unter der Bettdecke lasen und die für jedes Urlaubstaschen-Packen eine schwerwiegende Katastrophe darstellen konnten. Heute, im Netzzeitalter, können Bücher auch aus […]

🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:38:43 „Da hieß das große Warum und ist vor einem guten Jahr erschienen. Von Kilian Trottier. Der hat damals eine Titelgeschichte geschrieben über den großen Sinn und diese ständige Suche des Menschen nach Sinn, dass die ja auch zum Teil dann bis hin führt zum magischen Denken.“

Sabine Rückert bringt einen Artikel aus der ZEIT mit, der zum Thema der Episode passt: die menschliche Suche nach Sinn und die Deutung von Ereignissen als göttliches Strafgericht. Der Artikel von Kilian Trottier behandelt die Frage, warum Menschen nach Sinn suchen, und stellt verschiedene Perspektiven vor – von der evolutionsbiologischen bis zur statistischen.

Zum Artikel bei ZEIT Online Details
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