Ein Ende im Chaos
Sabine Rückert, Johanna Haberer, Erzähler
Die Schwestern schließen das erste Buch der Makkabäer ab und streifen dabei eine spannende Frage: War es der Tyrann Antiochus IV., der den Juden ihren Glauben nahm — oder waren es liberale Juden selbst, die ihn zum Eingreifen einluden? Das zweite Makkabäer-Buch erzählt nämlich von einem innerjüdischen Parteienstreit zwischen Frommen und Griechenfreunden, der die Katastrophe erst auslöste. Ein klassisches Henne-Ei-Problem der Religionsgeschichte.
„Das erste Makkabäer-Buch scheint die Auseinandersetzung eben von außen her — wir sind angegriffen worden. Und das andere ist: Wir haben das Ganze selbst angezettelt. Das sind schon ein paar unterschiedliche Akzente.“
Erwähnte Medien (5)
De Bello Gallico (Der Gallische Krieg)
Julius Caesar · 2025
De Bello Gallico is a seminal work of historical and political literature, offering a firsthand account of Julius Caesar's campaigns in Gaul during the 1st century BCE. More than a simple chronicle of military conquests, the text serves as both a detailed record of strategy and a subtle piece of political propaganda, crafted to reinforce Caesar's authority and justify his actions to the Roman Senate and people.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:09:24 „Und es liest sich letztlich so wie Julius Caesars De Bello Gallico. Muss ich mal ganz ehrlich sagen. Wir haben das ja im Lateinischen alle übersetzen müssen. Diese endlosen Scharmützel da mit den Galliern und das hin und her.“
Sabine Rückert vergleicht die Erzählweise des Makkabäer-Buchs mit Caesars Bericht über den Gallischen Krieg. Die endlosen Scharmützel, wechselnden Allianzen und Verhandlungen erinnern sie an den Stoff, den sie jahrelang im Lateinunterricht übersetzen musste.
Der Name der Rose
Umberto Eco · 2022
Umberto Ecos Weltbestseller wird 40 – eine Jubiläumsausgabe Ecos legendärer Roman, 40 Jahre nach Erscheinen in einer Prachtausgabe mit Zeichnungen des Autors: Italien, 1327. In einem Benediktinerkloster kommt es zu unheimlichen Todesfällen. Ein Mönch ertrinkt im Schweineblutbottich, ein anderer springt aus dem Fenster, ein dritter liegt tot im Badehaus. Der Abt bittet den für seinen Scharfsinn weithin bekannten Franziskaner William von Baskerville um Hilfe.
🗣 Sabine Rückert referenziert bei ⏱ 00:11:34 „Mich erinnert es auch ein bisschen an die Geschichte in dem Namen der Rose. Der große Roman, der Name der Rose, ist vielleicht vor 40 Jahren erschienen. Von Umberto Eco. Große Kriminalgeschichte, die in einem Kloster spielt. Wahnsinnig spannend zu lesen.“
Sabine Rückert zieht eine Parallele zwischen den Makkabäern und der Geschichte des Häretikers Fra Dolcino in Ecos Roman. Die Guerillataktik, das Verstecken in den Bergen und der Wechsel zwischen Verehrung als Freiheitskämpfer und Verfolgung als Mörder erinnern sie an die biblische Erzählung.
Jaffa Road
· 2021
Nach dem Erfolg von »Piccola Sicilia« nun der neue Roman von Bestseller-Autor Daniel Speck. »Jaffa Road« macht die menschliche Dimension eines der größten Konflikte der Welt emotional erfahrbar. »Es ist schlicht meisterhaft, wie Daniel Speck den hochkomplizierten Nahostkonflikt mit großer Kenntnis als packende und anrührende Familiengeschichte erzählt – ein absolutes Leseerlebnis.« Peter Münch, Süddeutsche Zeitung »Der Roman ist eine riesige Weltgeschichtsstunde und dabei so unangestrengt, so le...
🗣 Sabine Rückert empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:56:28 „Also da gibt es ein tolles Buch, das heißt Jaffa Road. Das kann man mal lesen. Da kriegt man mit, wie zwei bedrängte Volksgruppen aufeinander losgehen. Das ist wirklich schrecklich.“
Im Kontext der Parallelen zwischen den Makkabäer-Kämpfen und dem israelisch-palästinensischen Konflikt nach 1948 empfiehlt Sabine Rückert das Buch 'Jaffa Road'. Es schildere, wie zwei bedrängte Volksgruppen aufeinander losgegangen seien – eine direkte Leseempfehlung, die die brutale Realität gegenseitiger Gewalt verdeutlichen soll.
Thieves in the Night / Mit dem Rücken zur Wand
Arthur Koestler · 2021
Am 14. Mai 1948 endete das Britische Mandat über Palästina, und David Ben Gurion unterzeichnete noch am selben Tag die israelische Unabhängigkeitserklärung. Unmittelbar darauf erklärten die Nachbarstaaten Israel den Krieg. Die Zukunft des jungen Staates schien mehr als ungewiss.
🗣 Johanna Haberer empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:56:56 „Und ich lese jetzt mal kurz eine Geschichte vor von dem Arthur Köstler, der einen Augenzeugenbericht im Sommer 1948 geschrieben hat. Das ist ein Schriftsteller und Journalist gewesen, ein Buch geschrieben, mit dem Rücken zur Wand.“
Johanna Haberer leitet eine Lesung aus Arthur Koestlers Augenzeugenbericht von 1948 ein, in dem der Abzug der Briten aus Palästina beschrieben wird. Das Buch dient als historische Quelle, um die Parallele zwischen den Makkabäerkämpfen und der modernen israelischen Staatsgründung zu untermauern – auch dort wechselnde Großmächte und ein kleines Volk dazwischen.
Mit dem Rücken zur Wand
Arthur Koestler · 2021
Am 14. Mai 1948 endete das Britische Mandat über Palästina, und David Ben Gurion unterzeichnete noch am selben Tag die israelische Unabhängigkeitserklärung. Unmittelbar darauf erklärten die Nachbarstaaten Israel den Krieg. Die Zukunft des jungen Staates schien mehr als ungewiss.
🗣 Johanna Haberer referenziert bei ⏱ 00:56:56 „Und ich lese jetzt mal kurz eine Geschichte vor von dem Arthur Köstler, der einen Augenzeugenbericht im Sommer 1948 geschrieben hat. Das ist ein Schriftsteller und Journalist gewesen, ein Buch geschrieben, mit dem Rücken zur Wand.“
Johanna Haberer liest ausführlich aus Arthur Koestlers Augenzeugenbericht über die Eroberung Haifas durch die Haganah im Sommer 1948 vor. Das Buch schildert, wie die jüdischen Widerstandskämpfer die Stadt durch psychologische Kriegsführung – Lautsprecherwagen und Radiosendungen – praktisch ohne größeren Kampf einnehmen konnten, nachdem die arabischen Anführer geflohen waren.