Episoden von Unter Pfarrerstöchtern
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Wie finden wir Trost
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Statt Sodom und Gomorra gibt es an Ostern ein Thema, das kaum noch jemand im Mund führt: Trost. Johanna Haberer legt das Wort etymologisch frei — es kommt von Treue, Vertrag, Verbundenheit — und damit wird klar, dass Trost kein Weichspüler ist, sondern etwas, das Menschen aneinander bindet. Der Podcast flankiert einen großen Auferstehungsartikel der beiden in der Zeit und grenzt sich scharf ab von apokalyptischen Corona-Deutungen als göttliche Strafe.
Der Krieg der Frauen
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Im dritten Teil der Abraham-Saga geht es um das schlimmste Schicksal, das Frauen im alten Nahen Osten treffen konnte: Unfruchtbarkeit. Kinder — vor allem Söhne — waren die einzige Altersversorgung, Töchter verschwanden mit ihrer Mitgift ins Haus des Mannes. Was wie ein fernes Kulturphänomen klingt, ist laut Johanna Haberer in Syrien und Libanon bis heute nicht ganz vergangen.
Der Kampf der Könige
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Im zweiten Kapitel der Abraham-Geschichte wimmelt es von Kleinkönigen mit klangvollen Namen — Amraphel, Kedor-Laoma, Bera und Birscha —, die sich in einem Land voller Scharmützel gegenseitig befehden, obwohl sie in Wirklichkeit kaum mehr als Bürgermeister über ein paar Quadratkilometer sind. Sabine gesteht, sich eigens einen Hollywood-Bibelfilm gekauft zu haben, um den Oberkönig Kedor-Laoma in Fleisch und Blut zu erleben. Nebenbei entfaltet sich das Paradox Abrahams: Er wird stets als uralter Mann dargestellt — nicht trotz seiner Jugend, sondern weil er sein Leben lang auf die Erfüllung einer Verheißung wartet, die einfach nicht eintrifft.
Abraham und Sarah
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Pfarrerstöchter zoomen sich durch die biblische Genealogie von Noah über Sem bis zu Abraham – und Johanna Haberer erklärt dabei, warum der Bundesgedanke das gesamte Alte Testament durchzieht: Gott verpflichtet sich immer enger an einzelne Menschen. Nebenbei stellt sich heraus, dass Semiten nicht nur das Volk Israel meint, sondern auch Palästinenser und Syrer – eine politisch brisante Verwandtschaft, die der Text beiläufig aufdeckt.
Der Turmbau zu Babel
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Bevor der Turmbau zu Babel dran ist, klären die beiden erst einmal, was die fünf Bücher Mose überhaupt sind — und wer sie geschrieben hat. Johanna Haberer erklärt, dass Mose selbst kaum der Autor war: Die Texte entstanden vermutlich als Redaktion im babylonischen Exil um 580–530 v. Chr., speisen sich aber aus mündlichen Überlieferungen, die weit älter sind und auch in der mesopotamischen Umwelt kursieren. Was sie von anderen Schöpfungserzählungen unterscheidet, ist die konsequente Pointe auf den einen, unsichtbaren, nicht darstellbaren Gott — ein radikaler Kontrast zu den vielen, menschenähnlichen Göttern der Nachbarvölker.
Noahs Arche
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Pfarrerstöchter wenden sich Noahs Arche zu — einer der berühmtesten Katastrophengeschichten der Bibel. Johanna Haberer erklärt, warum die Erzväter in der Genesis 900 Jahre alt werden: nicht als realistische Biographie, sondern als literarisches Mittel, um 4000 Jahre Menschheitsgeschichte zu überspannen. Noah hebt sich aus den langen Ahnenlisten heraus, weil von ihm ausdrücklich gesagt wird, er habe Gott einen Platz in seinem Leben gegeben — was ihn zum Überlebenden der kommenden Sintflut macht.
Der erste Mord
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die vierte Episode führt zur Geschichte von Kain und Abel — dem ersten Mord der Menschheitsgeschichte. Johanna Haberer erklärt, warum die Bibel keine von Gott diktierte Einheitslehre ist, sondern ein vielperspektivisches Menschenwerk, das widersprüchliche Einsichten nebeneinander stehen lässt — auch zwei verschiedene Schöpfungsgeschichten. Wer hier einschaltet, bekommt kein Rezept, sondern eine Einladung, mit uralten Geschichten die großen Fragen neu zu stellen.
Der Apfel
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Episode nimmt sich den biblischen Sündenfall vor — nicht als Glaubensfrage, sondern als Weltliteratur. Die Schlange, Eva, der Baum der Erkenntnis: Was steht wirklich drin, und was hat die Kulturgeschichte im Laufe der Jahrhunderte dazuerfunden? Die erste große Überraschung kommt gleich am Anfang: Von einem Apfel steht in der Bibel kein Wort.
Adam und Eva
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Adam, Eva und der Garten Eden — diesmal nehmen sich die beiden die Schöpfungsgeschichte vor und erklären gleich zu Beginn, worum es ihnen geht: nicht Bekehren, nicht Belehren, sondern Erzählen. Johanna Haberer wirft dabei eine erstaunliche These auf: Luthers Bibelübersetzung hat das Deutsche als einheitliche Sprache erst geschaffen. Zwischendurch erklingt das Lutherdeutsch im Original — Bein von meinem Bein, Fleisch von meinem Fleisch.
Die Erschaffung der Welt
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Sabine Rückert und Johanna Haberer erklären, warum zwei Pfarrerstöchter einen Bibelpodcast starten: Ein Auftritt bei Jan Böhmermann, bei dem Sabine den Witz einer ihrer Krimiüberschriften erklären musste, brachte so viel Zuspruch, dass der Plan reifte. Kein Kirchenfunk, kein Theologieseminar — sondern das Nacherzählen von Geschichten, in denen die westliche Kultur wohnt, begleitet von einer 400 Jahre alten, sechs Kilogramm schweren Familienbibel.