Episoden von Unter Pfarrerstöchtern

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Unter Pfarrerstöchtern

Die Heiligen #2 Carl Gustav Jung, der Herr der Schatten

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Johanna Haberer erklärt, warum Carl Gustav Jung sie ein Leben lang begleitet hat: Anders als Freud erkannte Jung die spirituelle Dimension als wesentliche Kraftquelle des Menschen und entwickelte mit der analytischen Psychologie einen Ansatz, der auf Imagination, Fantasie und Kreativität setzt. Obwohl man heute Psychologie studieren kann, ohne Jungs Namen je zu hören, arbeiten Therapeuten weltweit weiter mit seinen Methoden — besonders in der Tiefenpsychologie, wo die Verbindung zum Unendlichen nicht als esoterischer Überbau gilt, sondern als Voraussetzung für echte Persönlichkeitsentwicklung.

Unter Pfarrerstöchtern

Die Heiligen #1 Nicht ganz von dieser Welt

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die erste Folge der neuen Reihe klärt die Spielregeln: Nach sechs Jahren Bibel-Podcast widmen sich die Schwestern nun ihren persönlichen Heiligen — Menschen, die Grenzen überschritten, Horizonte erweitert und sich gegen den Strom gestellt haben. Kirchliche Heiligsprechung ist dabei ausdrücklich keine Voraussetzung, wohl aber eine gewisse Verrücktheit, und die Kandidaten müssen tot sein, damit sie keinen Unfug mehr anstellen können.

Unter Pfarrerstöchtern

In unserer letzten Folge geht die Welt unter

Sabine Rückert & Johanna Haberer

In der Abschlussfolge widmen sich die Pfarrerstöchter der Offenbarung des Johannes — dem kryptischsten, buntesten und verrücktesten Buch der Bibel. Bevor sie in den Text eintauchen, kündigen sie eine Pause und eine neue Reihe über außergewöhnliche Heilige an, die sie selbst auswählen werden — von Hildegard von Bingen bis Alexej Nawalny. Als Einstieg liest Sabine Rückert aus einem Reportage-Dossier, das sie vor über 25 Jahren über eine Berliner Familie schrieb, die ernsthaft an den Weltuntergang zur Jahrtausendwende glaubte.

Unter Pfarrerstöchtern

Was die Großmutter des König David mit Weihnachten zu tun hat

Sabine Rückert & Johanna Haberer

In ihrer letzten Weihnachtssendung erzählen die Schwestern die Geschichte von Ruth, der moabitischen Urgroßmutter König Davids — als biblische Gegenerzählung zum Reinheitswahn der Bücher Esra und Nehemia, die Fremde aus Jerusalem verbannen wollten. Die Pointe: Ausgerechnet der israelitischste aller Könige hat einen Migrationshintergrund, und genau das verbindet Ruth mit der Weihnachtsgeschichte, in der Jesus in Bethlehem, der Stadt Davids, geboren wird — und damit alle ethnischen Reinheitskonzepte sprengt.

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Das rätselhafte Verschwinden des Paulus

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Paulus kommt auf seiner dritten Missionsreise nach Ephesus und trifft dort Jünger, die noch nie vom Heiligen Geist gehört haben — sie kennen nur die Johannestaufe und sind damit sozusagen im Vorraum des Christentums steckengeblieben. Nach drei Monaten in der Synagoge, wo er auf Widerstand stößt, verlegt er seinen Unterricht in den Saal eines Mannes namens Tyrannus, wo er zwei Jahre lang lehrt. Die Folge verabschiedet sich zugleich von Paulus als Hauptfigur der Serie.

Unter Pfarrerstöchtern

Liebe – das größte Gefühl der Welt

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Paulus verschlägt es ins verruchte Korinth – Handelsmetropole, Sklavenstadt und ein Paradies für Seefahrer –, wo er anderthalb Jahre lang die schwierigste aller Gemeinden bändigt: Fanclubs rivalisierender Missionare, Inzest, Bordellbesuche, charismatisches Zungenreden und reiche Christen, die beim Abendmahl den Armen nichts abgeben. Ausgerechnet an diese chaotische Gemeinde richtet er mit dem ersten Korintherbrief das berühmteste Liebesgedicht der Weltliteratur. Dazu stellt Sabine Rückert ein fälschlich Charlie Chaplin zugeschriebenes Gedicht über Selbstliebe von Kim McMillan, als notwendige Ergänzung zum oft missverstandenen paulinischen Liebesgebot.

Unter Pfarrerstöchtern

Das Absurde steht im Mittelpunkt

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Paulus predigt drei Sabbate lang in der Synagoge von Thessaloniki und überzeugt neben einigen Juden vor allem eine große Schar frommer Griechen — darunter auffällig viele Frauen aus der Oberschicht. Das bringt die etablierten Prediger so in Rage, dass sie Taugenichtse vom Marktplatz anheuern, eine Meute zusammentrommeln und das Haus des Jason stürmen lassen. Paulus ist längst weg, also schleppen sie den armen Jason zur Stadtpräfektur — eine Szene, die die absurde Kollaterallogik früher Missionsgeschichte scharf beleuchtet.

Unter Pfarrerstöchtern

Ist die Bibel bloß ein altes Buch

Sabine Rückert & Johanna Haberer

In Folge 159, ausgestrahlt am Reformationstag, stellen die Pfarrerstöchter die Frage, ob die Bibel noch als große Erzählung für unsere Kultur taugt — und nebenbei, was nach dem Podcast kommt, der mit der Apokalypse enden wird, weil die Bibel nun mal ein Ende hat. Johanna Haberer und Sabine Rückert erzählen auch von Hörern, die den Podcast sonntags als Kirchenersatz nutzen — ein Befund, den sie gleichzeitig schlecht und irgendwie gut finden.

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War Paulus ein Frauenfeind

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Nach dem Bruch mit Barnabas zieht Paulus mit neuen Begleitern los — erst Silas, dann Timotheus, der als sein engster Weggefährte und Briefbote durch die nächsten Jahre reist. Johanna Haberer erklärt, warum die beiden Timotheusbriefe nicht von Paulus stammen können: Sie wurden Jahrzehnte später verfasst, um Fragen der Gemeindestruktur zu klären — und genau aus ihnen stammt die berüchtigte Passage, die Frauen zur Stille und totalen Unterordnung verpflichtet.

Unter Pfarrerstöchtern

Die Völkermission beginnt

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die frühen Christen zogen wie Sisyphus von Stadt zu Stadt, wurden aus Synagogen gejagt, gesteinigt und verfolgt — und kehrten trotzdem zurück. Johanna Haberer erklärt, warum diese wandernde jüdische Sekte für Rom erst dann gefährlich wurde, als sie interrömisch vernetzt war und Statthalter zu bekehren begann. Den Abschluss bildet eine theologische Präzisierung, die es in sich hat: Das Neue Testament ist nicht antisemitisch, sondern anti-jüdisch — ein fundamentaler Unterschied, denn alle, die es geschrieben haben, waren selbst Juden.