Was bitte ist guter Geschmack?
Maja Beckers, Alexander Cammann
Zur Frankfurter Buchmesse empfehlen Maja Beckers und Alexander Cammann drei Sachbücher: Ulrich Raufls Geschichte des Geschmacks, Laura Trethues Abenteuer der Meeresbodenkartiertierung und Martin Warnkes kunsthistorischen Klassiker über Hofkünstler. Den stärksten Moment liefert jedoch die Rubrik 'Der erste Satz' mit Sarah Levys neuem Buch 'Kein anderes Land' — ein Augenzeugenbericht über den 7. Oktober 2023 und das Leben in Israel danach, geschrieben von einer deutschen Jüdin, die vor fünf Jahren Aliyah gemacht hat.
„Wie weint man, wenn man den ganzen Tag von Kindern umgeben ist? Wie erholt man sich, wenn man nicht mehr schlafen kann? Wie durchatmen, wenn die Realität einem keine Luft lässt, kein Entkommen vor immer neuen, bedrohlichen Nachrichten?“
Erwähnte Medien (18)
Wie es euch gefällt. Eine Geschichte des Geschmacks
Ulrich Raulff · 2025
Jeder weiß, dass es ihn gibt. Jeder meint, ihn zu besitzen. Dabei hat ihn nie jemand gesehen: den Geschmack, unseren Sinn für das Schöne, Glücksantenne und Tastsinn unserer Sehnsucht. Ulrich Raulfff erkundet diese Kompetenz für das Schöne und entführt uns in seinem furiosen neuen Buch auf einen materialistischen Jahrmarkt der Eitelkeiten, einen Parcours der Likes von Meissen bis Mac und von Diderots Hausrock bis Victoria’s Secret. Die Spur führt ins Rom Winckelmanns und das Washington Jeffersons,
🗣 Cammann referenziert bei ⏱ 00:00:33 „Also eines unserer Hauptbücher wäre dabei von Ulrich Raulff, Wie es euch gefällt, eine Geschichte des Geschmacks, erschienen bei CH Beck.“
Erstes Hauptbuch. Fast 500 Seiten über die materielle Geschichte des Geschmacks: Mode, Porzellan, Wein, British Taste, Bauhaus. Raulff zeigt, dass Geschmacksrevolutionen sehr langsam verlaufen und der Massengeschmack an bürgerliche Gesellschaften gebunden ist.
Hofkünstler. Zur Vorgeschichte des modernen Künstlers
Martin Warnke · 1985
Kunsthistorische Untersuchung über die Ursprünge künstlerischer Autonomie. Warnkes These widerlegt die gängige Annahme, dass künstlerische Unabhängigkeit erst mit dem Bürgertum entstand – sie reicht zurück zu den Renaissance-Höfen, wo Künstler bereits privilegierte Positionen hatten und ihre Werke selbstbestimmt schaffen konnten.
🗣 Alexander Cammann referenziert bei ⏱ 00:01:23 „Und als Klassiker sprechen wir am Ende diesmal über einen kunsthistorischen Klassiker, was wir ja bislang auch noch nie hier hatten. Und zwar über Martin Warnkes Hofkünstler zur Vorgeschichte des modernen Künstlers. Jetzt in einer Neuausgabe erschienen bei Wagenbach.“
Cammann kündigt den kunsthistorischen Klassiker als Rubrik-Buch am Ende der Folge an. Es ist eine Neuausgabe bei Wagenbach und laut Cammann das erste Mal, dass ein kunsthistorisches Werk in der Klassiker-Rubrik des Podcasts besprochen wird.
Fünf Wörter für Sehnsucht
Sarah Levy · 2022
Eine Reise nach Tel Aviv verändert Sarah Levys Blick auf Israel – aus dem Urlaubsort ihrer Kindheit, Heimat ihrer jüdischen Familie und Konfliktschauplatz wird ein Sehnsuchtsort voller Wärme und inspirierender Begegnungen. Mit 33 entscheidet sie, ihr Leben in Hamburg hinter sich zu lassen, und zieht nach Tel Aviv. Inmitten der Corona-Pandemie durchlebt sie Mentalitätsklüfte, frustrierende Sprachlosigkeit und das liebevolle Chaos israelischer Familientreffen.
🗣 Maja Beckers referenziert bei ⏱ 00:01:47 „Sie ist in Frankfurt aufgewachsen mit jüdischen und nicht jüdischen Großeltern und ist vor fünf Jahren ungefähr nach Israel ausgewandert. Hat also Aliyah gemacht, wie man sagt, und darüber das Buch Fünf Wörter für Sehnsucht geschrieben hat.“
Maja Beckers stellt Sarah Levys erstes Buch vor, in dem die Autorin beschreibt, warum sie als junge, säkulare Jüdin aus Deutschland nach Israel ausgewandert ist. Es dient als Hintergrund zu ihrem neuen Buch und erklärt Levys biografische Ausgangslage.
Kein anderes Land
Sarah Levy · 2025
Ein eindringlicher, persönlicher Bericht aus Israel und ein Plädoyer für die Menschlichkeit auf beiden Seiten eines zerstörerischen Kriegs. Ist das noch mein Land? Diese Frage stellt sich Sarah Levy, seit sie erlebt, wie Israels rechtsnationale Regierung die israelische Gesellschaft spaltet. Dann attackiert die Hamas das Land am 7. Oktober 2023. Auf brutale Weise ändert der Krieg das Leben, das die junge Mutter in Tel Aviv führt.
🗣 Maja Beckers empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:02:36 „Und davon und wie dieser Tag, der sich nun zum zweiten Mal jährt, das Land verändert haben, handelt jetzt ihr neues Buch. Kein anderes Land heißt es, erschienen bei Rowold und daraus haben wir folgenden Satz herausgesucht.“
Eines der Hauptbücher dieser Folge. Sarah Levy schildert als deutsche Jüdin in Israel den 7. Oktober 2023 und seine Folgen aus einer Alltagsperspektive – als Mutter, als Neuankömmling, als jemand zwischen zwei Ländern. Beide Hosts loben die klare, konkrete Sprache und die besondere Perspektive einer Deutschen, die weder typisch israelisch noch typisch deutsch auf die Ereignisse blickt.
Ein li eretz acheret (Ich habe kein anderes Land)
Ehud Manor
Das Gedicht „Ein li eretz acheret" von Ehud Manor ist ein Klassiker der israelischen Kultur und Identitätssymbol, das die unbedingte emotionale Bindung an Israel ausdrückt – die Unmöglichkeit, sich ein anderes Heimatland vorzustellen. Im Kontext von Sarah Levys neuem Buch wird dieser Titel zur Kontrastfolie: Während Manor von existenzieller Heimatlosigkeit spricht, betont Levy ihre Position als Einwanderin, die theoretisch noch die Wahl zwischen Ländern hat.
🗣 Maja Beckers referenziert bei ⏱ 00:06:04 „Der Titel Kein anderes Land ist ein Auszug aus einem Gedicht, das eben davon handelt, wer in Israel geboren ist und wer kein anderes Land hat, auch wenn es brennt, auch wenn es wieder aus allen Richtungen beschossen wird, ich habe nur dieses Land.“
Maja Beckers erklärt den Titel von Sarah Levys neuem Buch. Er stammt aus dem berühmten israelischen Gedicht/Lied von Ehud Manor, das zum Symbol israelischer Identität wurde. Levy kontrastiert damit ihre eigene Situation als Einwanderin, die theoretisch noch ein anderes Land hat.
Marc Bloch (Biografie)
Ulrich Raulff · 1995
Biografie des französischen Historikers Marc Bloch, die sein Leben und wissenschaftliches Werk dokumentiert. Ein ausgezeichnetes Sachbuch, das Blochs Bedeutung für die Geschichtswissenschaft und seine Forschungsmethoden beleuchtet.
🗣 Alexander Cammann erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:12:11 „Er hat viele Sachbücher geschrieben, die allesamt immer sehr preisgekrönt waren. Also einmal eine Biografie über Marc Bloch zum Beispiel.“
Cammann erwähnt die Biografie als eines von Raulfs früheren preisgekrönten Sachbüchern, um den Autor als vielseitigen und renommierten Historiker vorzustellen.
Kreis um Stefan George (Buch über den Georgekreis)
Ulrich Raulff · 2012
Das Handbuch stellt Leben und Werk Stefan Georges umfassend dar und behandelt die internen Vernetzungen seines Kreises sowie seine externe Rezeption. Erstmals liegt damit ein verlässliches Kompendium für die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Stefan George und seinem Kreis vor. Die Forschung wird kritisch gesichtet, und Desiderate werden markiert; die bio-bibliographischen Grundlagen werden neu gesichert und zahlreiche Rezeptionszeugnisse erstmals ausgewertet.
🗣 Alexander Cammann erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:12:19 „Also einmal eine Biografie über Marc Bloch zum Beispiel, dann in Leipzig bei der Messe ausgezeichnet ein Buch über den Georgekreis, also den Kreis um den Dichter Stefan George.“
Cammann nennt das bei der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Buch über den George-Kreis als weiteren Beleg für Raulfs Renommee als Sachbuchautor, bevor er auf das aktuelle Werk überleitet.
Kulturgeschichte der Pferde
Ulrich Raulff · 2016
Sechstausend Jahre lang unterhielten Mensch und Pferd eine einzigartige, uberaus enge und folgenreiche Partnerschaft: Gemeinsam machten sie das, was wir als Geschichte bezeichnen. Anders als die meisten anderen animalischen Partner und Haustiere des Menschen diente das Pferd dem Menschen nicht nur zu Zwecken der Ernahrung und der Fortbewegung. Es trug ihn in den Krieg und auf Raubzuge, es half ihm, Lander und Kontinente zu erobern und dauerhaft in Besitz zu nehmen.
🗣 Alexander Cammann erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:12:28 „So, dann hat er erstaunlicherweise dann eine Kulturgeschichte der Pferde vorgelegt, also etwas ganz anderes. Und jetzt wieder etwas anderes, eine tatsächlich Kulturgeschichte oder ein Grundlagenwerk eigentlich über den menschlichen Geschmack.“
Cammann erwähnt Raulfs Kulturgeschichte der Pferde als Beispiel für die thematische Bandbreite des Autors – von Biografien über Literaturkreise bis zur Tiergeschichte und nun zum Geschmack.
Frühstück bei Tiffany
Truman Capote · 1961
Holly Golightly verbirgt ihre Vergangenheit gekonnt vor anderen, zuweilen auch vor sich selbst und widmet sich lieber den schönen Dingen des Lebens. Sie schwelgt in luxuriösem Ambiente als wenn sie ihr jetziges Dasein bereits mit der Muttermilch eingesogen hätte. Auf den Feiern der New Yorker High Society gelingt es ihr auf wunderbare Weise, die Leichtigkeit eines Partygirls auszustrahlen. Insgeheim sucht sie einen reichen Ehemann.
🗣 Alexander Cammann referenziert bei ⏱ 00:14:39 „Also tatsächlich hat er sich durchgegraben durch alles mögliche, von Katalogen bis Museen bis die gesamte Literatur eigentlich, die man sich dem anschaut. Er guckt dann irgendwie und da schaut man rein auf die schönen Gegenstände von Audrey Hepburn, ein Frühstück bei Tiffany angefangen, als die sich begeistert ist, von denen sich anschaut, die schönen Auslagen.“
Cammann nennt die ikonische Szene aus Frühstück bei Tiffany – Audrey Hepburn vor dem Schaufenster von Tiffany's – als Beispiel dafür, wie Raulf in seinem Buch Geschmacksphänomene anhand konkreter kultureller Bilder veranschaulicht. Maja Beckers ergänzt: der Trost der schönen Dinge, wenn Holly Golightly bei drohender Depression vor das Schaufenster fährt.
Sex Pistols (Musik/Band)
Sex Pistols
Die Sex Pistols sind eine der bekanntesten Punk-Bands in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre. Sie wurde 1975 in London, Vereinigtes Königreich gegründet. Die Mitglieder der Band hießen John „Johnny Rotten“ Lydon, Steve Jones, Paul Cook und Glen Matlock, der 1977 durch Sid Vicious ersetzt wurde. Weitere wichtige Menschen im Umfeld der Sex Pistols waren deren Manager Malcolm McLaren, dem nachgesagt wird, die Band entdeckt und berühmt gemacht zu haben, die Designerin Vivienne Westwood und der Grafiker Jamie Reid.
🗣 Maja Beckers referenziert bei ⏱ 00:27:27 „Er spricht dann auch über die Sex Pistols und die Punks und warum das dann eben ausgerechnet da so zutage treten konnte.“
Im Gespräch über Ulrich Raulffs Buch zur Geschichte des Geschmacks wird die Punk-Bewegung als Geburt des 'Bad Taste' in Großbritannien diskutiert. Die Sex Pistols werden als Beispiel dafür genannt, wie ausgerechnet im Land des kultivierten British Taste der bewusste Gegenentwurf entstand.
Bis zum Grund der Welt. Das abenteuerliche Rennen um die Kartierung des Meeresbodens
Laura Trethue
Eine Reportage über das ehrgeizige Rennen zur Kartierung der Meerestiefen, dokumentiert durch die Augen einer Journalistin. Milliardäre wie Victor Vescovo finanzieren private Expeditionen, um die letzten Geheimnisse unserer Ozeane zu lüften.
🗣 Beckers referenziert bei ⏱ 00:32:36 „Laura Trithui hat es geschrieben. Bis zum Grund der Welt heißt es. Das abenteuerliche Rennen um die Kartierung des Meeresbodens. Übersetzt von Rudolf Mast, erschienene Mare Verlag.“
Zweites Hauptbuch. Wissenschaftsjournalistin begleitet die Kartierung des Meeresbodens, privat finanziert von Milliardären wie Victor Vescovo. Erschienen im Mare Verlag, übersetzt von Rudolf Mast. Die New York Times nannte es Pflichtlektüre.
Imperiled Ocean
Laura Trethewey · 2019
Die Meeresjournalistin Laura Trethewey dokumentiert in ihrem 2019 erschienenen Buch die Geschichten von Fischern und Forschern, die den Ozean unmittelbar erleben. Sie zeigt, wie der Klimawandel marine Ökosysteme verändert und welche Konsequenzen dies für die Menschheit hat. Das englischsprachige Werk bietet wichtige Einblicke in die Umweltkrise aus der Perspektive derjenigen, die am Meer arbeiten.
🗣 Maja Beckers referenziert bei ⏱ 00:34:38 „2019 erschien ihr Buch Imperiled Ocean, das ist nicht übersetzt, wo sie Menschen begleitet, die auf den Ozean hinausgehen aus verschiedenen Gründen, Fischer, Forscher und eben einen Ozean beobachten, der sich stark verändert, unter anderem durch den Klimawandel und was das für unser Leben bedeutet.“
Maja Beckers stellt das frühere Buch der Autorin Laura Trethewey vor, um deren Hintergrund als Meeres- und Umweltjournalistin einzuordnen. Das Buch ist nicht ins Deutsche übersetzt und handelt von Menschen, die auf den Ozean hinausgehen, und den Veränderungen durch den Klimawandel.
20.000 Meilen unter dem Meer
Jules Verne
Der Roman „20.000 Meilen unter dem Meer“ von Jules Verne ist eine abenteuerliche Reise in die Tiefen der Weltmeere – voller Geheimnisse, Gefahren und faszinierender Entdeckungen. Veröffentlicht im späten 19. Jahrhundert, erzählt das Buch die Geschichte von drei Männern, die an Bord eines hochmodernen U-Boots, der Nautilus, unfreiwillig zu Mitreisenden des geheimnisvollen Kapitän Nemo werden.
🗣 Cammann erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:49:12 „wenn du früher Jules Verne 20.000 Mal unter dem Meer gelesen hast, mit Kapitän Nemo und den Nautilus und all diesen Geschichten“
Cammann fühlt sich beim Lesen von Tretheweys Buch an Jules Vernes Abenteuergeschichten erinnert.
Vingt mille lieues sous les mers (20.000 Meilen unter dem Meer)
Jules Verne · 2017
Diese Ausgabe enthält sowohl die deutsche Übersetzung als auch den französischen Originaltext. "20.000 Meilen unter dem Meer", französischer Originaltitel "Vingt mille lieues sous les mers", ist ein 1869-1870 erschienener Roman des französischen Schriftstellers Jules Verne. Verne nimmt in diesem Buch die technische Entwicklung des Unterseebootes vorweg. Unterseeboote gab es zwar schon vor Erscheinen des Buches, nur waren sie technisch noch nicht weit entwickelt.
🗣 Alexander Cammann referenziert bei ⏱ 00:50:27 „Nicht nur an manchen Stellen, wenn du früher Jules Verne 20.000 Mal unter dem Meer gelesen hast, mit Kapitän Nemo und Nautilus und all diesen Geschichten oder andere Entdeckungsgeschichten, oder die Bergsteiger-Geschichten, natürlich steckt sowas auch mit drin.“
Alexander Cammann zieht eine Verbindung zwischen dem Buch über die Tiefsee-Kartierung und dem klassischen Abenteuerroman von Jules Verne. Die Lektüre von Tretheweys Buch erinnere ihn an den Entdeckergeist, den er als Leser von Jules Verne empfunden habe.
Mona Lisa
Leonardo da Vinci
Ölmalerei von Leonardo da Vinci aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das berühmte Porträt zeigt eine Frau und folgt den stilisierten Schönheitsidealen der Renaissance mit charakteristischen Merkmalen wie dünnen Augenbrauen und feinen Gesichtszügen. Das Werk exemplifiziert die porträtistische Konvention seiner Epoche, in der viele Frauenporträts einem standardisierten Schönheitskanon folgten. Es zählt zu den weltweit bekanntesten Kunstwerken der Malerei.
🗣 Cammann erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:54:53 „was der französische König dafür aufgebracht hat, damit Leonardo am Ende seines Lebens zu ihm nach Frankreich kommt, wo er ja heute auch begraben ist und dann eben die Mona Lisa dann mit im Gepäck hatte.“
Als Beispiel für die Bedeutung der Hofkünstler und die enormen Kosten, die Herrscher auf sich nahmen, um große Künstler an ihren Hof zu holen.
Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle
Michelangelo · 1512
Die Erschaffung Adams ist ein zwischen 1508 und 1512 geschaffenes Deckenfresko von Michelangelo Buonarroti in der Sixtinischen Kapelle in Rom. Es ist eines von neun Einzelfresken der Decke der Kapelle, welche Szenen aus dem Buch Genesis, insbesondere der Schöpfungsgeschichte, darstellen. Es zeigt, wie Gottvater mit ausgestrecktem Zeigefinger Adam zum Leben erweckt.
🗣 Maja Beckers referenziert bei ⏱ 00:58:00 „Die Drängelbriefe sozusagen, der Herrscher oder der Päpste dann. Auch zum Beispiel an Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle, in der Deckenbemalung, also wie – jetzt werde doch endlich mal fertig und so. Aber die Zeit, die sie sich dann eben auch rausnehmen und sagen, nein, das muss hier gut werden.“
Beckers verwendet Michelangelos Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle als anschauliches Beispiel aus Warnkes Buch für die Autonomie der Hofkünstler. Selbst die Päpste mussten sich gedulden und Drängelbriefe schreiben, während Michelangelo sich die nötige Zeit für sein Werk nahm.
Jeff Koons (Werke)
Jeff Koons
Jeff Koons ist ein amerikanischer Künstler, dessen hochpreisige Werke die Spannung zwischen künstlerischem Wert und Marktmacht exemplifizieren. Seine Arbeiten erzielen Millionenpreise bei Auktionen, werden von vielen aber als kommerzielle Kunstproduktion ohne tiefere Bedeutung kritisiert. Die Diskussion um Koons illustriert die Frage, ob zeitgenössische Künstler zu „Hofkünstlern" des kapitalistischen Systems werden und wie Kunstmarkt sowie künstlerischer Anspruch auseinanderdriften.
🗣 Beckers erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:59:46 „man denkt ja sofort an Jeff Koons oder so, deren Kunstwerke Millionenpreise erzielen und vielen aber dann doch auch als leeren Kitsch gelten“
Als Beispiel für die Spannung zwischen Markt und Kunst in der Gegenwart, im Kontext von Warnkes Thesen über Hofkünstler.
Louis Vuitton-Kooperation
Takashi Murakami · 2003
Takashi Murakamis Kollektion für Louis Vuitton kombiniert das klassische LV-Monogram mit seinen charakteristischen farbenfrohen Blütenmotiven und spielerischen visuellen Elementen auf Handtaschen und Accessoires. Die Zusammenarbeit aus den frühen 2000er Jahren etablierte einen neuen Standard für künstlerische Kooperationen zwischen zeitgenössischen Künstlern und Luxusmarken und eröffnete eine zentrale Debatte über die Grenzen zwischen autonomer Kunstpraxis und Kommerz.
🗣 Beckers erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:59:46 „Takeshi Murakami wurde das auch immer vorgeworfen, dass er in seinen Kooperationen mit zum Beispiel Louis Vuitton, dass er da bunte Logos, seine bunten Blumen auf die Taschen gemacht hat.“
Als Wegbereiter für Kooperationen zwischen Künstlern und Luxuslabels erwähnt, im Kontext der Diskussion über Kunst und Markt.