Die Gesellschaft der Singularitäten

Andreas Reckwitz

Andreas Reckwitz untersucht in diesem Werk, wie die Digitalisierung traditionelle Rollen aufgelöst hat: Durch Smartphones und Internetplattformen kann heute jeder zum Kulturproduzenten werden, nicht nur passiv konsumieren. Diese Demokratisierung führt zu einer beispiellosen Überproduktion digitaler Inhalte und stellt zentrale Fragen zur kulturellen Wertbildung in der Spätmoderne. Das Buch bietet einen kritischen, soziologischen Blick auf die Konsequenzen dieser technologischen Verschiebung für Gesellschaft und Kultur.

Die Gesellschaft der Singularitäten

Deine Stimme wird anonym via IP-Hash gespeichert.

Erwähnungen (18)

Alles gesagt?
🗣 Luisa Neubauer referenziert bei ⏱ 06:09:12
„Weil, wenn man so an Reckwitz denkt und die Risikogesellschaft, Singularisierungsgesellschaft vor allem.“

Luisa Neubauer leitet einen Exkurs über die Natur von Klimastreiks ein und greift dabei auf Andreas Reckwitz' soziologisches Konzept der Singularisierungsgesellschaft zurück. Sie argumentiert, dass der Klimastreik als kollektiver politischer Akt eigentlich der individualisierten Erwartungshaltung ihrer Generation widerspricht. Christoph Amend korrigiert sie dabei, dass die Risikogesellschaft von Beck stammt.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:36:01
„Während ich mir diese ganzen Serien anschaute, musste ich immer an den Soziologen Andreas Reckwitz denken, der sehr bekannt geworden ist mit seinem Buch über die Gesellschaft der Singularitäten. Das ist, glaube ich, vor zwei Jahren erschienen und wird seither rauf und runter zitiert. Und ich glaube, der hat da echt was getroffen, etwas beobachtet, was wirklich viele Phänomene unserer Gegenwart beschreibt und auch wahnsinnig gut auf diese Netflix-Kochserien zutrifft.“

Mangold nutzt Reckwitz' These, um die Netflix-Kochserien kultursoziologisch einzuordnen. Seine Argumentation: Die Serien feiern die Einzigartigkeit und Individualität der Köche – genau das, was Reckwitz als Singularitätskapitalismus beschreibt, in dem nicht mehr genormte Massenproduktion, sondern kreative Einzigartigkeit zum ökonomischen Erfolgsprinzip geworden ist.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:26:08
„Reckwitz würde sagen, auch Städte oder mein Viertel hat irgendeine Identität, aber das ist dann zu groß, das kann ich dann nicht fassen.“

Lars Weisbrod diskutiert, warum das Auto als Bedeutungsträger die perfekte Größe hat – nicht zu klein wie ein Smartphone, nicht zu groß wie ein Stadtviertel. Er verweist dabei auf Reckwitz' Konzept von Identitäten und Singularitäten, um die Idee zu stützen, dass auch Orte Identität vermitteln, aber schwerer greifbar sind als ein Auto.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:04:06
„Ja, aber mit Bestimmungen. Genau, also erstmal geht es natürlich, Stichwort Gesellschaft der Singularitäten. Spotify will allen Leuten vermitteln, ihr seid nicht nur Opfer unserer Modus Mew Playlist.“

Im Gegenwartscheck spricht Lars Weisbrod über die Spotify-Kampagne 'Only You', die Nutzern ihre angebliche Einzigartigkeit spiegelt. Er verweist dabei auf Andreas Reckwitz' soziologisches Konzept der 'Gesellschaft der Singularitäten' als theoretischen Rahmen für dieses Phänomen der inszenierten Individualität.

Lanz & Precht
🗣 Markus Lanz zitiert daraus bei ⏱ 00:17:26
„Andreas Reckwitz, der berühmte Soziologe, hat ein tolles Buch gemacht, die Gesellschaft der Singularitäten. Ich lese dir mal einen Satz daraus vor. In der digitalen Spätmoderne ändert sich das grundlegend… Denn jeder Rezipient kann nun zum Produzenten werden.“

Markus Lanz zitiert ausführlich aus Reckwitz' Buch, um die These zu untermauern, dass das Smartphone jeden zum Kulturproduzenten gemacht hat – mit der Folge einer gewaltigen Überproduktion digitaler Kulturelemente. Precht diskutiert anschließend kritisch Reckwitz' Begriffe 'Spätmoderne' und 'Überproduktion' und sieht darin einen kulturpessimistischen Unterton.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:23:41
„Ich habe in diesem Podcast viel zu lange nicht mehr auf den Soziologen Andreas Reckwitz hingewiesen, auch dies scheint mir ein Singularisierungsphänomen zu sein.“

Im Gespräch über die Marketingstrategie, Produktnamen durch absichtliche Falschschreibung zu individualisieren, verweist Mangold auf den Soziologen Andreas Reckwitz und dessen Konzept der Singularisierung. Das Werk wird nicht namentlich genannt, aber die Referenz auf das 'Singularisierungsphänomen' verweist klar auf Reckwitz' Hauptwerk.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:50:30
„Oder um nochmal den Säulenheiligen der ersten Folgen unseres Podcasts zu zitieren, der dann in den letzten Jahren ein bisschen in Vergessenheit geraten ist, wir haben ihn auch ein bisschen überstrapaziert, Andreas Reckwitz und seine Gesellschaft der Singularitäten.“

Mangold greift Reckwitz' These auf, dass in einer Gesellschaft, die das Singuläre prämiert, das Queere das ideale Marktangebot ist – während jede Form von Cis-Existenz mangels Unterscheidbarkeit am Markt keine Chance habe. Er nutzt das augenzwinkernd als kulturtheoretische Einordnung des Queer-Eye-Phänomens.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Nina Pauer referenziert bei ⏱ 00:29:05
„Er legt sozusagen auch offen, hier, ich bin ein typisches Durchschnittsprodukt von Andreas Reckwitz, Gesellschaft der Singularitäten, und rattert es runter, ich bin Teil der akademischen urbanen Mittelschicht, die sich über die Felder wohnen, in Klammern zentrumsnah sanierter Altbau mit Stuckreisen.“

Nina Pauer zitiert eine Passage aus Oschmanns Buch, in der dieser sich selbstironisch als Produkt der von Andreas Reckwitz beschriebenen Singularitätsgesellschaft einordnet – als Teil der akademischen urbanen Mittelschicht mit den typischen Merkmalen dieser Klasse.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 00:05:08
„Wenn du im Reckwitschensinne irgendwie dich singularisieren musst, du musst individuell sein“

Impliziter Verweis auf Andreas Reckwitz' Theorie der Singularisierung im Kontext der Iris-Fotografie als Individualisierungsstrategie

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Ijoma Mangold referenziert bei ⏱ 00:49:57
„Da würde ich jetzt allseits bekannte Schlagwort von dem Soziologen Andreas Reckwitz nehmen, eine Gesellschaft der Singularitäten, die prämiert immer die Abweichung, das Besondere, die Unverwechselbarkeit, die Singularität eben.“

Ijoma Mangold nutzt Andreas Reckwitz' soziologisches Konzept der Singularitäten-Gesellschaft, um Narzissmus strukturell zu erklären. Seine These: In der fordistischen Gesellschaft wurde Anpassung belohnt, in der heutigen Gesellschaft hingegen Einzigartigkeit und Abweichung – weshalb narzisstische Züge geradezu funktional geworden seien.

Was liest du gerade?
🗣 Alexander Cammann referenziert bei ⏱ 00:20:14
„Er gehört zu den einflussreichsten Gesellschaftsanalytikern in Deutschland und hat das vor allen Dingen auch einem wichtigen Buch zu verdanken. 2017 erschien von ihm die Gesellschaft der Singularitäten.“

Früheres einflussreiches Werk von Reckwitz, das als Kontext für sein neues Buch erwähnt wird

Lanz & Precht
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:40:38
„Wir leben heute, Andreas Reckwitz, der Soziologe, hat ja ein sehr kluges Buch geschrieben, die Gesellschaft der Singularitäten. Und darin erklärt er, dass wir heute eigentlich, jeder danach strebt, anders zu sein als die anderen, etwas Besonderes zu sein.“

Precht führt Reckwitz' Buch an, um zu erklären, warum der gesellschaftliche Respekt schwindet. Seine These: Die moderne Gesellschaft fordert permanente Selbstoptimierung und Individualismus, wodurch das Gefühl für das Allgemeine und das Gemeinwohl verloren geht. Das Buch dient ihm als soziologische Untermauerung seiner Analyse der Entsolidarisierung.

Lanz & Precht
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:18:42
„Die Menschen sind heute anders, die Menschen sind heute individueller oder wie Reckwitz sagt, singulärer, jeder ist darauf bedacht etwas Besonderes zu sein, muss er auch sein, er muss seine besondere Performance in dieser Welt leisten.“

Precht greift auf Andreas Reckwitz' Konzept der Singularisierung zurück, um die gesellschaftliche Unruhe zu erklären. Die These: In einer Gesellschaft, in der jeder etwas Besonderes sein muss, entsteht ein massives Anerkennungsdefizit bei denen, die trotz aller Bemühungen nicht genug Aufmerksamkeit bekommen — was Frustration und politische Radikalisierung befeuert.

Lanz & Precht
🗣 Richard David Precht referenziert bei ⏱ 00:10:39
„Wegwitz nennt das den kulturellen Kapitalismus. Es wird erwartet, du musst was Besonderes sein, die beste Version deiner selbst, wie ein Produkt. Du musst ultimativ performen, du musst dich voneinander unterscheiden, du musst dich auf dem Markt durchsetzen und behaupten.“

Precht beschreibt, wie der Kapitalismus nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell alle Lebensbereiche durchdrungen hat. Er verweist auf das Konzept des 'kulturellen Kapitalismus' von Reckwitz (im Transkript als 'Wegwitz' verschrieben), wonach jeder Mensch sich wie ein Produkt auf dem Markt behaupten muss.

Lanz & Precht
🗣 Markus Lanz referenziert bei ⏱ 00:33:54
„Das ist diese Veränderungsmüdigkeit, von der Reckwitz und andere auch sprechen. Sie sagen, die Leute haben so viel, Stichwort Globalisierung, Stichwort Kriege und so weiter, in den letzten Jahren Corona, Pandemie hat da glaube ich ganz, ganz viel kaputt gemacht, was das angeht.“

Markus Lanz nennt den Soziologen Reckwitz als Stichwortgeber für den Begriff der 'Veränderungsmüdigkeit'. Reckwitz' Analysen zur spätmodernen Gesellschaft und ihren Zumutungen passen zu diesem Kontext, ein konkreter Buchtitel wird allerdings nicht explizit genannt.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Mangold erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:32:40
„eine Welt vielleicht, wie einen an die Beobachtung des Soziologen Andreas Reckwitz erinnern konnte, der von der Gesellschaft der Singularitäten sprach“

Mangold zieht die Parallele zwischen Randts literarischer Welt und Reckwitz' soziologischer Analyse des Singularitäts-Individualismus

Lanz & Precht
🗣 Richard David Precht erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:15:11
„Weil wir heute eine Gesellschaft ist, in der der Kapitalismus, da haben wir ja schon drüber geredet, Eva Illus zum Beispiel oder Andreas Reckwitz, der Kapitalismus ist in alle Nischen unseres Lebens und Zusammenlebens eingewandert.“

Andreas Reckwitz wird neben Eva Illouz als Denker genannt, der beschrieben hat, wie der Kapitalismus alle Lebensbereiche durchdringt. Precht stützt sich auf diese Analysen, um zu erklären, warum die heutige Gesellschaft so anders funktioniert als die bürgerliche Welt der 1950er und 60er Jahre.

Die sogenannte Gegenwart
🗣 Lars Weisbrod referenziert bei ⏱ 01:17:12
„all das, was wir jetzt besprochen haben, sind ja Fragen und Phänomene der Singularität, wie Reckwitz sie nennt, der Singularitäten, der Versuch, einzigartige Erlebnisse oder Orte und so weiter zu schaffen. Und das ist ja ein Phänomen unserer Mittelschicht, da unterscheidet Reckwitz ja zwei verschiedene Mittelschichten, unserer neuen Mittelschicht, kreativen Wissensarbeiter-Mittelschicht.“

Lars nutzt Reckwitz' Singularitäten-Konzept, um den Kontrast zwischen Louvre-Besuchern (kreative Wissensarbeiter-Mittelschicht) und Disneyland-Besuchern (kulturell abgehängte Mittelschicht) zu erklären. Beide suchten Singularitäten, aber unterschiedliche — die einen die Laokoon-Gruppe, die anderen Cruella de Vil als Identifikationsfigur.

Ähnliche Medien

Verlust. Ein Grundproblem der Moderne

Verlust. Ein Grundproblem der Moderne

Andreas Reckwitz · 2024

Sozialwissenschaftliche Analyse der modernen Verdrängung von Verlust. Die zentrale These: Der Kapitalismus hat seit 250 Jahren ein Fortschrittsversprechen installiert, das keinen Raum für Misserfolge und Niederlagen lässt—was sich heute in Pandemien, Klimakrise und politischen Regressionserfahrungen manifestiert.

🛒 Amazon * 📕 Thalia 📚 Google Books Details
Verlust

Verlust

Andreas Reckwitz

Soziologische Analyse über Verlusterfahrungen in westlichen Gesellschaften: Trotz Fortschrittsorientierung erleben moderne Gesellschaften zunehmend materielle, emotionale und Zukunftsverluste. Das Buch untersucht systematisch, wie Gesellschaften mit diesen Verlusterfahrungen umgehen.

🛒 Amazon * 📕 Thalia 📚 Google Books Details
Das Ende der Illusionen

Das Ende der Illusionen

Andreas Reckwitz · 2019

Andreas Reckwitz analysiert, wie der Siegeszug von Liberalisierung und Globalisierung an seine Grenzen stößt. Die scheinbare Gewissheit des gesellschaftlichen Fortschritts ist erschüttert – durch Populismus, neue Ungleichheiten und kulturelle Konflikte.

🛒 Amazon * 📕 Thalia 📚 Google Books Details
Die Bibel

Die Bibel

Die Bibel als Klassiker der Weltliteratur und religiöses Fundament – ein Werk, das in westlichen Kulturen ständig zitiert wird, vielen Menschen aber weitgehend unbekannt bleibt. Jan Böhmermann nennt sie als eine seiner größten Wissenslücken und beschreibt das Unbehagen, nicht mitreden zu können, wenn andere Bibelreferenzen einbauen. Eine Anleitung zum Nachschlagen für alle, die ihre Kulturkompetenz erweitern möchten.

🛒 Amazon * 📕 Thalia 📚 Google Books Details