Caroline Peters - Wie schließt man Frieden mit seinen Erinnerungen
Matze Hielscher & Caroline Peters
Caroline Peters spricht über ihr erstes Buch „Ein anderes Leben
„Etwas nicht zu machen, ist im Moment die höchste Form von Widerstand.“
Erwähnte Medien (24)
Mord mit Aussicht
· 2008
Die ehrgeizige Kriminaloberkommissarin und überzeugte Großstädterin Sophie Haas wird nicht, wie erwartet, zur Leiterin des Kölner Morddezernats befördert, sondern in das Eifeldorf Hengasch, Kreis Liebernich, versetzt. Dort mietet ihr Vater Hannes, ein pensionierter Orthopäde, kurzerhand ein Haus für sie beide an
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:01:21 „Vielleicht habt ihr sie auch gesehen in Mord mit Aussicht, Vorname, Spitzname, Nachname oder sogar im Theater. Aktuell ist sie am Burgtheater in Wien zu sehen.“
Matze Hielscher stellt seinen Gast Caroline Peters vor und listet einige ihrer bekanntesten Rollen auf. Mord mit Aussicht ist eine populäre deutsche Krimiserie, in der Peters eine Hauptrolle spielt. Die Erwähnung dient dazu, dem Publikum einen schnellen Überblick über Peters' Bekanntheit zu geben.
Der Vorname
· 2018
Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan und seine Frau Elisabeth in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René bereits die Vorspeise im Hals stecken. Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:01:21 „Vielleicht habt ihr sie auch gesehen in Mord mit Aussicht, Vorname, Spitzname, Nachname oder sogar im Theater.“
Im Rahmen der Vorstellung von Caroline Peters zählt Matze Hielscher Produktionen auf, in denen sie mitgewirkt hat. 'Vorname' bezieht sich sehr wahrscheinlich auf den deutschen Film 'Der Vorname' (2018), eine Komödie über einen eskalierenden Familienabend.
Der Spitzname
Sönke Wortmann · 2024
Anna und Thomas wollen heiraten und haben die Familie in die Tiroler Alpen eingeladen. Stephan sinniert typisch schlecht gelaunt im Ski-Lift über das aktuelle Leben der Böttchers, Wittmanns, Bergers und Königs: Anna hat überraschend doch noch Karriere als Schauspielerin gemacht, Thomas steht kurz davor, in den Vorstand eines Immobilienkonzerns aufzusteigen – vorausgesetzt, er besteht die obligatorische Sensibility-Schulung.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:01:21 „Vielleicht habt ihr sie auch gesehen in Mord mit Aussicht, Vorname, Spitzname, Nachname oder sogar im Theater.“
Matze Hielscher stellt Caroline Peters als Gast vor und zählt ihre bekannten Film- und Fernsehrollen auf. Neben 'Der Vorname' werden auch die Fortsetzungen der Filmtrilogie 'Der Spitzname' und 'Der Nachname' genannt.
Der Nachname
Sönke Wortmann · 2022
Es hätte ein harmonisches Familientreffen werden sollen. Doch kaum sind das Ehepaar Stephan und Elisabeth mit den frisch gebackenen Eltern Thomas und Anna auf Lanzarote eingetroffen, brechen in der Familie Böttcher neue Konflikte auf. Nicht nur erkennen Thomas und Elisabeth ihr geliebtes Familiendomizil kaum wieder, viel schlimmer noch: Ihre Mutter Dorothea und Adoptivsohn René haben ihre Beziehung auf der kanarischen Insel in jeder Hinsicht vertieft und verkünden ihren Kinderwunsch! In diversen...
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:01:21 „Vielleicht habt ihr sie auch gesehen in Mord mit Aussicht, Vorname, Spitzname, Nachname oder sogar im Theater.“
Matze Hielscher stellt Caroline Peters als Gast vor und zählt ihre bekannten Film- und Fernsehrollen auf. 'Der Nachname' ist die zweite Fortsetzung der Komödientrilogie nach 'Der Vorname'.
Ein anderes Leben
Caroline Peters · 2024
Wer war Hanna? Diese Frau, die so oft aus der Rolle fiel, die nacheinander ihre drei Studienfreunde heiratete und drei Töchter bekam, immer mit Gedichten im Kopf, über die sie den Alltag vergaß, die ihren Platz suchte zwischen den Erwartungen der Familie an sie und den eigenen Ansprüchen — und nur selten für sich sein konnte.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:01:39 „Ihr Buch, Ein anderes Leben, ist ihr erstes Buch und es hat mich extrem zum Nachdenken und Reflektieren gebracht. Ich habe über meine eigene Familiengeschichte nachgedacht und meine Perspektive und ob die vielleicht gar nicht so stimmig ist.“
Das Buch ist das zentrale Thema der gesamten Episode. Matze Hielscher beschreibt, wie Peters' Debüt ihn dazu gebracht hat, seine eigene Familiengeschichte und die Ansprüche, die Kinder an ihre Eltern stellen, zu hinterfragen. Das Gespräch dreht sich im ersten Teil intensiv um die Themen des Buches — unterschiedliche Familienerzählungen, Rollenverteilung unter Geschwistern und die Frage, ob es überhaupt eine gemeinsame Familiengeschichte geben kann.
Burgtheater
Elfriede Jelinek
Elfriede Jelinek untersucht in ihrer 1985 uraufgeführten Posse „Burgtheater" die Verstrickungen der Wiener Staatstheater-Institution in der NS-Zeit und deren unkritischen Übergang zur Nachkriegsrepublik. Das Stück nimmt sich der Karrieren von Schauspielern wie Paula Wessely und der Brüder Hörbiger vor, die trotz ihrer NS-Vergangenheit unbeschadet ihre Karrieren fortsetzten. Jelinek zeigt durch verfremdetem Wiener Dialekt und scharfzüngige Satire, wie die Nazi-Propagandasprache nahtlos in die kitschige Heimatfilmästhetik der Fünfzigerjahre überging – ein Sumpf aus Deutschtümelei und Patriotismus, der nach 1945 nie wirklich aufgearbeitet wurde. Die Autorin nutzt das Stück als ideologiekritisches Instrument, um diese sprachliche und moralische Kontinuität bloßzulegen.
🗣 Caroline Peters referenziert bei ⏱ 00:24:35 „Ich hatte jetzt so eine Arbeit in Wien am Theater, das Stück Burgtheater von Elfriede Jelinek mit Melo Rau. Und da hatte ich so den Plot, dass ich als 13-Jährige mit meinem Vater tatsächlich in der Uraufführung war und mich da sehr gut dran erinnern konnte. Und dann haben wir ein Video bekommen von dem Theater in Bonn, wo das lief. Und das war vollkommen anders.“
Caroline Peters erzählt von ihrer jüngsten Theaterarbeit an Elfriede Jelineks 'Burgtheater' in einer Inszenierung von Milo Rau. Dabei entdeckte sie, dass ihre eigene Erinnerung an die Uraufführung, die sie als 13-Jährige mit ihrem Vater in Bonn besuchte, nicht mit der Realität übereinstimmt — ein Videomitschnitt bewies das Gegenteil. Peters nutzt dieses Erlebnis als Argument dafür, dass selbst die eigenen Erinnerungen konstruiert sind und man in Familien großzügiger mit unterschiedlichen Erzählungen umgehen sollte.
Casablanca
Michael Curtiz · 1943
Während des Zweiten Weltkrieges betreibt der zynische Amerikaner Rick Blaine eine Bar in Casablanca, in der eines Tages der vor den Nazis geflohene Widerstandskämpfer Victor Laszlo mit seiner Frau Ilsa auftaucht. Von Nazi-Major Strasser verfolgt hoffen sie, dass ihnen Rick zur Flucht in die USA verhelfen kann. Nach anfänglicher Weigerung erfüllt Rick, der früher eine Affäre mit Ilsa hatte, ihren Wunsch. Kurz vor dem Abflug muss sich Ilsa endgültig zwischen den beiden Männern entscheiden.
🗣 Caroline Peters referenziert bei ⏱ 00:31:41 „Also zum Beispiel ein großer Fable für den Film Casablanca, der sich darin geäußert hat, dass ich permanent Bücher darüber gekauft habe für diesen Film und die immer und immer wieder gelesen hatte.“
Caroline Peters beschreibt ihre jugendliche Obsession mit dem Filmklassiker, sie kaufte und las ständig Bücher über den Film
Der große Preis
Wim Thoelke · 1974
Deutsche Quizshow aus den 1950ern mit futuristischem Space-Kugeln-Setting. Kandidaten beantworteten Wissensfragen in einem spektakulären Fernsehspiel-Format. Ein nostalgischer Klassiker des deutschen Unterhaltungsfernsehens.
🗣 Caroline Peters erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:33:31 „Früher gab es so eine Fernsehsendung damals noch, die war noch aus den 50ern, die hieß Der große Preis. Ja, die kenne ich auch noch. Ah ja, da gab es so einen Typen, ne? Wim Tölke hieß der, glaube ich.“
Caroline Peters erwähnt die Quizshow 'Der große Preis' im Zusammenhang mit dem Familienwitz über ihre Casablanca-Obsession. Die Familie scherzte, man würde sie irgendwann zu Wim Thoelkes Sendung schicken, wo sie Wissensfragen über den Film beantworten könnte.
Alle Toten fliegen hoch
Joachim Meyerhoff
Der äußerst unterhaltsame Aufbruch eines Jungen ins Leben – der Auftakt der Romanreihe »Alle Toten fliegen hoch« von Joachim Meyerhoff Von der ersten Seite an folgt der Leser gebannt Meyerhoffs jugendlichem Helden, der sich aufmacht, einen der begehrten Plätze in einer amerikanischen Gastfamilie zu ergattern. Aber schon beim Auswahlgespräch in Hamburg werden ihm die Unterschiede zu den weltläufigen Großstadt-Jugendlichen schmerzlich bewusst.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:46:55 „Und jetzt muss ich auch zugeben, manche Storys aus meinem Buch halte ich jetzt für die echte Familiengeschichte, obwohl ich weiß, dass ich es erfunden habe. Das ging Joachim Mayhoff genauso.“
Caroline Peters erzählt, dass erfundene Geschichten aus ihrem Buch sich mit echten Erinnerungen vermischen. Matze Hielscher verweist auf Joachim Meyerhoff, dem es mit seiner autobiografischen Romanreihe genauso erging – Fiktion wurde zur gefühlten Familienwahrheit.
CEO Berlin – Berlin in den 90ern
Harald Hauswald
Eine Ausstellung im C/O Berlin präsentiert fotografische Werke von Harald Hauswald über das Berlin der 1990er Jahre. Die Fotos dokumentieren diese transformative Epoche authentisch und gewähren tiefe Einblicke in die Berliner Zeitgeschichte. Die Ausstellung fasziniert durch ihre künstlerische und historische Aussagekraft und zeigt die Vielfalt einer sich verändernden Stadt.
🗣 Caroline Peters empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:56:23 „Und jetzt war in Berlin noch auch diese große Ausstellung CEO Berlin, Berlin in den 90ern. So großartig. Ja, ich fand das auch so irre. Bild von Harald Hauswald.“
Caroline Peters und Matze Hielscher sprechen begeistert über eine große Fotoausstellung über das Berlin der 90er Jahre mit Fotografien von Harald Hauswald
Time Capsules
Andy Warhol
Konzeptuelle Kunstwerke des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol, bei denen er alltägliche Gegenstände aus seinem Leben – Servietten, Skizzen, Postkarten – in Kartons sammelte und archivierte. Diese Time Capsules sind persönliche Erinnerungsmuseen, die dokumentieren, wie Ephemeres bewahrt und scheinbar unbedeutende Dinge kunsthistorisch bedeutsam werden.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:57:40 „Andy Wall hat das doch gemacht mit seinen Time Capsules, dass er Sachen gesammelt hat und die dann in Kisten aufbewahrt hat. Und es gab letztes Jahr eine Ausstellung in München und da wurde eine Time Capsule so gezeigt und es war wahnsinnig toll einfach zu sehen, irgendeine Serviette von irgendeinem Restaurant, was es natürlich nicht mehr gibt und Keith Haring hat das gemalt für ihn und eine Weihnachtskarte, die er gekriegt hat von Capote oder was auch immer.“
Im Gespräch über Erinnerungskultur und die Frage, wie man Vergangenes bewahrt, bringt Matze Hielscher Andy Warhols Time Capsules als Beispiel. Er schwärmt von einer Ausstellung in München, bei der eine solche Zeitkapsel geöffnet wurde – mit Servietten, Keith-Haring-Zeichnungen und Weihnachtskarten von Truman Capote. Für ihn verkörpern die Time Capsules die Idee eines persönlichen Erinnerungsmuseums.
C/O Berlin – Berlin in den 90ern
Harald Hauswald
Die Ausstellung im C/O Berlin präsentiert Fotografien von Harald Hauswald vom Berlin der 1990er Jahre. Sie zeigt ein anderes, graueres Berlin als viele Menschen in Erinnerung haben – ein eindringliches Dokument der Nachkriegszeit statt der bunten Lebenswelt, die zeitgenössische Beobachter erlebten. Die Werke laden dazu ein, die eigene Vergangenheit kritisch zu befragen und zu erkennen, wie subjektiv unsere Erinnerungen sind.
🗣 Caroline Peters empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:58:25 „Jetzt war in Berlin noch auch diese große Ausstellung CEO Berlin, Berlin in den 90ern. So großartig, ja. Ja, ich fand das auch so irre. Bild von Harald Hauswald. Mich hat das so beschäftigt, also erstens habe ich ganz viele Bekannte und Freunde getroffen, die mit ihren Kindern da waren, um ihnen das zu zeigen, wie das damals war und dann muss ich auch selber sagen, auch da war mein eigener Blick ein völlig anderer als diese Fotos.“
Anknüpfend an Warhols Time Capsules erzählt Caroline Peters von der großen Fotoausstellung im C/O Berlin mit Bildern von Harald Hauswald über das Berlin der 90er Jahre. Die Ausstellung hat sie tief berührt, weil die Fotos ein ganz anderes Berlin zeigten als das, was sie selbst in Erinnerung hatte – viel grauer und von der Nachkriegszeit geprägt, während sie die Stadt damals als bunt und lebendig erlebte.
Kaulitz & Kaulitz
· 2024
Die Superstar-Zwillinge Tom und Bill Kaulitz geben in dieser witzigen und persönlichen Realityserie einen Einblick in ihr Leben in Los Angeles und Deutschland.
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:14:10 „Also bei den beiden, die waren jetzt vor zwei Monaten hier und das ist so wirklich permanent. Also das kriege ich auch nicht los dadurch, dass jetzt auch eine neue Staffel draußen ist. Diese Faszination und was die auslösen, in so viel, also das selbst du, wo man jetzt sagen würde, ach guck mal hier, von der Burg, aber auch du guckst zu und denkst, ah, ist ja abgefahren.“
Als das Gespräch auf Bill und Tom Kaulitz sowie Heidi Klum kommt, erwähnt Matze Hielscher, dass gerade eine neue Staffel der Netflix-Reality-Serie erschienen ist. Die Faszination für die Kaulitz-Brüder wird zum Ausgangspunkt einer Diskussion über Reichtum, Ost-West-Identität und die Sehnsucht nach Normalität trotz extremem Prominentenleben.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten
· 1992
Gute Zeiten, schlechte Zeiten ist eine Seifenoper. Sie wird seit 1992 beim deutschen Privatsender RTL montags bis freitags im Vorabendprogramm ausgestrahlt. Sie gilt als erfolgreichste deutsche Fernsehserie ihres Genres, mit über 8300 ausgestrahlten Episoden (Stand: Juni 2025).
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:17:38 „Also für mich waren die Menschen, keine Ahnung, in Gute Zeiten, schlechte Zeiten, das war abgefahren. Joe Gerner und Co.“
Matze Hielscher erzählt, dass Schauspieler für ihn als Kind eine besondere Faszination hatten, sogar mehr als Musiker. Er nennt GZSZ als Beispiel dafür, wie Schauspieler ihm als Kind als Wesen aus einer anderen Sphäre erschienen.
Findet Nemo
Andrew Stanton · 2003
Im Schutze eines großen Riffs lebt die Familie von Clownfisch Marlin relativ sicher und trotzdem werden seine Frau und nahezu alle seine Kinder Opfer eines gefräßigen Räubers. Das einzige ihm verbleibende Kind ist der kleine Nemo, der von da an besonders behütet wird. Doch die Neugier ist zu groß und prompt wird Nemo gefangen und zu den Menschen als Zierfisch gebracht. Durch ein paar Möwen erfährt Marlin alsbald, wo Nemo gelandet ist: im Aquarium eines Zahnarztes in Sydney.
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:21:31 „Konnte man aber mit Findet Nemo auch? Da habe ich auch gedacht, meine Güte, der arme.“
Im Gespräch über KI, die Schauspieler ersetzen könnte, wirft Matze Hielscher ein, dass animierte Filme wie Findet Nemo doch schon gezeigt hätten, dass man ohne echte Schauspieler Filme machen kann. Ein spontaner Vergleich im Kontext der Diskussion über die Zukunft des Schauspielberufs.
House of Cards
Beau Willimon / Netflix · 2013
Nachdem er vom Weißen Haus hintergangen wurde, bahnt sich US-Kongressmitglied Underwood durch Erpressung, Skrupellosigkeit, Verführung und Ehrgeiz seinen Weg zur Macht.
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:27:25 „Es ist wirklich wie Fernsehen gucken, wie eine Serie gucken, wie House of Cards oder sowas gucken und das auch mit so einer Lust gucken, so einer komischen in mir drin.“
Matze Hielscher beschreibt seine ambivalenten Gefühle gegenüber Donald Trump: Einerseits findet er dessen Auftreten widerlich, andererseits ertappt er sich dabei, die politische Realität wie eine fesselnde Serie zu konsumieren. House of Cards dient als Vergleich für diese verstörende Vermischung von Politik und Entertainment.
How to Do Nothing
Jenny Odell · 2019
** A New York Times Bestseller ** NAMED ONE OF THE BEST BOOKS OF THE YEAR BY: Time • The New Yorker • NPR • GQ • Elle • Vulture • Fortune • Boing Boing • The Irish Times • The New York Public Library • The Brooklyn Public Library "A complex, smart and ambitious book that at first reads like a self-help manual, then blossoms into a wide-ranging political manifesto."—Jonah Engel Bromwich, The New York Times Book Review One of President Barack Obama's "Favorite Books of 2019" Porchlight's Personal ...
🗣 Matze Hielscher empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:31:33 „Nichts tun, da gibt es ein tolles Buch von Jenny O'Dell. Das ist ein fantastisches Buch, die das nämlich auch praktiziert, das Nichtstun. Wunderschön, das muss ich nochmal lesen.“
Nachdem Caroline Peters argumentiert, dass Nicht-Handeln die höchste Form des Widerstands sei – etwa nicht auf bestimmte Inhalte zu klicken –, empfiehlt Matze Hielscher begeistert Jenny Odells Buch. Er beschreibt es als Meditation über das Sich-Ausklinken und die Hinwendung zur Natur, und nimmt sich vor, es im Sommer erneut zu lesen.
Richard III.
William Shakespeare
Shakespeares Tragödie über die Machtergreifung des englischen Königs Richard III. während der Rosenkriege. Das Stück dient häufig als Spiegel für zeitgenössische politische Verhältnisse, wie eine israelische Inszenierung bei den Wiener Festwochen zeigte, die das Klassische nutzte, um subtil über gegenwärtige Konflikte zu reflektieren.
🗣 Caroline Peters referenziert bei ⏱ 01:36:14 „Ich habe jetzt bei den Wiener Festwochen eine Aufführung aus Tel Aviv gesehen von Richard III., von Shakespeare, von einer israelischen Truppe. Und die haben eindeutig ein Stück über Netanyahu daraus gemacht, ohne das zu sagen.“
Caroline Peters berichtet von einer israelischen Inszenierung von Shakespeares Richard III. bei den Wiener Festwochen. Sie war beeindruckt davon, wie die Truppe das klassische Stück nutzte, um ohne es explizit zu benennen über Netanyahu und die aktuelle politische Lage in Israel zu reflektieren – ein Beispiel dafür, wie altes Theater Gegenwart sichtbar machen kann.
Nichts ist okay
René Pollesch
Sololiedrama von René Pollesch mit Fabian Hinrichs über die gegenwärtige Welt. Ein intimes Theaterstück, das eine singuläre Sicht auf Gegenwart vermittelt – nicht dokumentarisch, sondern als intensive künstlerische Verdichtung zweier Perspektiven.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 01:40:48 „Fabian Hinrichs in dem Jahr Nichts ist okay von Pollesch, das letzte Stück, das ist für mich sowas. Da folge ich nur ihm und Pollesch, wie die die Welt sehen. Und das ist ganz stark, wie die das ausdrücken können.“
Matze Hielscher nennt René Polleschs letztes Stück mit Fabian Hinrichs als Beispiel für Theater, das eine singuläre, intensive Sicht auf die Welt vermittelt. Er beschreibt es als Trip, bei dem man zwei Menschen beim Scharfstellen der Gegenwart zuhört – ein Gegenentwurf zum vielstimmigen Dokumentartheater.
Modern Family
· 2009
Die Mockumentary begleitet die Familien von Jay Pritchett, seiner Tochter Claire Dunphy und seines Sohns Mitchell Pritchett . Während Claire die Rolle der Hausfrau in einer klassischen Familie innehat, ist Jay mit einer viel jüngeren Frau verheiratet, mit der er seinen Stiefsohn erzieht. Mitchell und sein Lebensgefährte haben ein asiatisches Baby adoptiert.
🗣 Caroline Peters referenziert bei ⏱ 01:47:30 „Für mich sind es absurderweise amerikanische Fernsehserien aus den 90er Jahren, die ich in den 90er Jahren gehasst habe. Modern Family? Also ab 2010, das aber auch“
Wird kurz als weitere US-Serie bestätigt, die Caroline Peters gerne schaut
Friends
David Crane, Marta Kauffman · 1994
Ross, Rachel, Monica, Chandler und Joey sind beste Freunde. Ob bei regelmäßigen Treffen im Café Central Perk oder in der WG mit den lilafarbenen Wänden, gemeinsam wird getratscht, gestritten und gelacht. Dabei ergeben sich im Laufe der Zeit immer wieder auch amouröse Verbindungen in und außerhalb der Gruppe, die zu Konflikten, aber auch zu herrlich romantischen Momenten führen.
🗣 Caroline Peters referenziert bei ⏱ 01:49:38 „Sachen, die ich in den 90er Jahren wirklich schrecklich fand, nämlich Friends, Seinfeld und wie heißt das, Sex in the City, das fand ich wirklich unsäglich früher und das gucke ich jetzt wahnsinnig gerne und finde ich unheimlich beruhigend.“
Caroline Peters beschreibt ihren persönlichen Eskapismus: Ausgerechnet amerikanische 90er-Jahre-Serien, die sie damals gehasst hat, findet sie heute beruhigend. Die Abwesenheit von Smartphones und die Langsamkeit der dargestellten Welt bieten ihr einen Gegenpol zur heutigen Reizüberflutung.
Seinfeld
Larry David, Jerry Seinfeld · 1989
Oft löst ein kleines Ereignis das größte Chaos aus. Jerry Seinfeld und seine drei Freunde Elaine, Kramer und George sind eine Chaotenclique: Ein Kampf um einen Sitzplatz im Restaurant, ein illegaler Kabelanschluss, die Frage nach der richtigen Höhe des Trinkgeldes oder auch nur eine falsche Bemerkung auf dem Anrufbeantworter der neuen Flamme...
🗣 Caroline Peters referenziert bei ⏱ 01:49:38 „Sachen, die ich in den 90er Jahren wirklich schrecklich fand, nämlich Friends, Seinfeld und wie heißt das, Sex in the City, das fand ich wirklich unsäglich früher und das gucke ich jetzt wahnsinnig gerne und finde ich unheimlich beruhigend.“
Seinfeld gehört zu den drei 90er-Jahre-Serien, die Caroline Peters als Eskapismus-Mittel wiederentdeckt hat. Sie schätzt die handyfreie, langsame Welt dieser Serien als Beruhigung in einer Zeit, die sie als düster und überfordernd empfindet.
Sex and the City
Darren Star · 1998
Die Protagonistinnen sind vier New Yorker Frauen, deren amouröse und sexuelle Erlebnisse und Freundschaft ebenso wie ihre Auseinandersetzungen, Diskussionen und Gedanken zu fast allen Fragen menschlicher Beziehungen dargestellt werden.
🗣 Caroline Peters referenziert bei ⏱ 01:49:38 „Sachen, die ich in den 90er Jahren wirklich schrecklich fand, nämlich Friends, Seinfeld und wie heißt das, Sex in the City, das fand ich wirklich unsäglich früher und das gucke ich jetzt wahnsinnig gerne und finde ich unheimlich beruhigend.“
Sex and the City ist die dritte Serie im Bunde der wiederentdeckten 90er-Serien. Caroline Peters betont den Kontrast: In der Serie ist ein Pager das Höchste der Technik, jemand bekommt seinen ersten Laptop – diese technologische Unschuld wirkt auf sie heute wie eine Zuflucht.
Much Was Decided Before You Were Born
Jenny Holzer
Sprachinstallation der Künstlerin Jenny Holzer. Der Satz wird als Stempel an Wänden angebracht und vermittelt eine philosophische Reflexion über menschliche Verantwortung und historische Kontinuität. Das Werk entlastet durch die Erinnerung, dass vieles bereits vor der eigenen Geburt existierte.
🗣 Caroline Peters referenziert bei ⏱ 02:01:41 „Jenny Holzer heißt die, die arbeitet viel mit Sprachinstallationen und von der gibt es den, hatte ich mir mal in einer Ausstellung so einen Stempel gekauft und an Wände immer gemacht, das hieß, much was decided before you were born.“
Auf die Frage, was sie auf eine große Plakatwand am Alexanderplatz schreiben würde, wählt Caroline Peters dieses Zitat der Künstlerin Jenny Holzer. Der Satz habe sie lange begleitet – er entlaste, weil er daran erinnere, dass vieles schon vor der eigenen Geburt existierte und man nicht für alles verantwortlich sei.