Episoden von Unter Pfarrerstöchtern
170 Episoden · Seite 14 von 17
Kein Weg ins gelobte Land
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Episode folgt dem Volk Israel durch die 40 Jahre Wüstenwanderung: Miriam stirbt in Kadesh, Mose schlägt im Zorn auf den Felsen statt mit ihm zu reden und wird dafür bestraft — er darf das gelobte Land nie betreten. Hinter den biblischen Erzählungen steckt vermutlich die historische Erinnerung an nomadische Stämme, die immer wieder versuchten, in das fruchtbare Kulturland einzudringen und von den Sesshaften zurückgeschlagen wurden.
Die Erde tut sich auf
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Israeliten wagen den Angriff auf Kanaan ohne göttlichen Beistand — und werden von den Amalekitern und Kanaanitern in einem einzigen Satz der Bibel vernichtend geschlagen. Während das Volk nun festsitzt vor dem verheißenen Land, gehen die Schwestern der Frage nach, was Milch und Honig eigentlich bedeuten: Überfluss ohne eigenes Zutun, Süße als Geschenk der Natur. Eine archäologische Ausgrabung in Tel Rehov mit über 30 antiken Bienenstöcken zeigt, dass das biblische Bild realer gewesen sein könnte als lange angenommen.
Streit, Fake News und Lügen
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Das Volk Israel bricht vom Sinai auf, militärisch formiert wie eine Armee — doch kaum unterwegs, bricht der Streit los: Die Israeliten jammern nach ägyptischen Gurken und Knoblauch, Miriam und Aaron putschen gegen ihren Bruder Mose, und Kundschafter verbreiten Horrorgeschichten über Riesen im gelobten Land Kanaan. Eine biblische Fake-News-Kaskade mit erstaunlich modernen Parallelen — von Colin Powells Massenvernichtungswaffen bis zu Corona-Verschwörungstheorien —, die Gott mit 40 Jahren Wüstenwanderung bestraft.
Protest gegen den Tod
Sabine Rückert & Johanna Haberer
In dieser Ostersondersendung dreht sich alles um den Protest gegen den Tod — von der schlichten menschlichen Auflehnung gegen die Sterblichkeit bis zu transhumanistischen Visionen, den Geist ins Digitale zu überführen und durch Algorithmen Verstorbene als Hologramme weiterleben zu lassen. Dabei kommen auch die bizarren Versuche zur Sprache, aus Facebook-Einträgen gefallener Soldaten digitale Abbilder für deren Eltern zu erschaffen, und die Frage, ob eine Ansammlung von Datenblitzen noch ein Mensch ist.
Vom Sündenbock und von der Nächstenliebe
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Folge nimmt sich das Buch Leviticus vor und klärt zunächst eine offene Frage aus der letzten Episode: Warum kam Aaron nach dem Tanz ums goldene Kalb ungeschoren davon? Die Antwort liegt in der Entstehungszeit der Texte — konkurrierende Priesterkasten im babylonischen Exil schrieben ihre jeweiligen Machtansprüche in dieselben Bücher, weshalb Aaron mal als großer Hohepriester gefeiert und mal als Versager dargestellt wird. Dabei wird die Stiftshütte als Blaupause für den Wiederaufbau des Tempels entschlüsselt, den die reichen Eliten bei ihrer Heimkehr nach Jerusalem errichten sollten.
Der Tanz um das goldene Kalb
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Episode taucht in die sperrigen Gesetzestexte des Bundesbuchs ein — von Sklavenrecht über Körperverletzung bis zur allgegenwärtigen Todesstrafe — bevor sie zur berühmten Geschichte vom Goldenen Kalb gelangt, in der das Volk Israel in Moses' Abwesenheit den Abfall von Gott wagt. Besonders erhellend: die Neuinterpretation des Talionsgesetzes *Auge um Auge* nicht als Rachegebot, sondern als antike Eskalationsbremse.
Die zehn Gebote
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Israeliten erreichen den Berg Sinai, und die Episode taucht tief in die Entstehungsgeschichte der Zehn Gebote ein — vom möglichen realen Schauplatz, dem Jabal al-Lafs mit seiner verkohlten Spitze in Saudi-Arabien, bis zur entscheidenden Frage, wann diese Texte tatsächlich geschrieben wurden. Johanna Haberer erklärt, wie der Gott Abrahams erst im babylonischen Exil zum Schöpfergott der ganzen Erde aufsteigt und Israel dabei zu einer Art Privatbesitz Gottes wird — ein theologischer Quantensprung, verpackt in eine uralte Erzählung.
Aufstand gegen Mose
Sabine Rückert & Johanna Haberer
In der Wüste angekommen am Rastplatz Refidim – ausgerechnet Ort der Erquickung genannt – findet das Volk Israel kein Wasser und dreht den Spieß um: Statt sich von Gott prüfen zu lassen, stellt es nun seinerseits Gott auf die Probe. Mose, dem die Steinigung droht, schlägt auf Gottes Geheiß mit seinem Stab auf den Felsen am Horeb, und Wasser strömt heraus – der Ort erhält den Namen Massa und Meriba, Probe und Streit.
Manna in der Wüste
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Nach der triumphalen Rettung am Roten Meer beginnt für das Volk Israel die ernüchternde Realität: drei Tage Wüstenmarsch ohne Wasser, dann nur bittere Brühe am Ort Mara — bis Mose mit einem Stück Holz das nächste Wunder vollbringt. Die Schwestern tauchen in die abseitigen, selten gepredigten Passagen des Exodus ein, wo sich Fantasieorte mit symbolischen Namen aneinanderreihen und Mose zunehmend als eine Art Zauberer erscheint.
Mose teilt das Meer
Sabine Rückert & Johanna Haberer
Die Schwestern verfolgen den Auszug der Israeliten aus Ägypten und decken dabei die Widersprüche der biblischen Quellen auf: In einer Textschicht fliehen die Israeliten, in der anderen wirft der Pharao sie hinaus. Statt historischer Chronik sei der Exodus eine erfahrungsgetränkte Erinnerungsgeschichte, so ausgeschmückt und mythisch aufgeladen, dass aus ein paar Familien 600.000 Mann wurden. Über Peter Sloterdijk schlägt Sabine Rückert den Bogen zur Gegenwart — Sklavenbefreiung als latentes Hauptthema der modernen Welt.