Hamlet
William Shakespeare
Regisseur Johann Simons inszeniert Shakespeares Hamlet am Schauspielhaus Bochum mit der Schauspielerin Sandra Hüller in der Hauptrolle. Die Produktion gewinnt durch Hüllers internationale Bekanntheit nach ihrer Oscar-Nominierung zusätzliche Aufmerksamkeit. Die Inszenierung tourt mittlerweile über Bochum hinaus und bildet einen Schwerpunkt des Regisseurs in der zeitgenössischen Shakespeare-Interpretation.
Deine Stimme wird anonym via IP-Hash gespeichert.
Korrektur vorschlagen
Falsche Zuordnung, schlechte Beschreibung, fehlerhafte Erwähnung? Was sollten wir korrigieren?
Erwähnungen (13)
„Ich bin aus dem Hamlet ausgestiegen in Bochum, da sollte ich den Fortinbras spielen und habe Shakespeare gelesen. Das war die Hamlet-Inszenierung von Zadek in der Fabrikhalle in Hammer in Bochum.“
Grönemeyer erzählt, dass er aus Zadeks berühmter Hamlet-Inszenierung in einer Bochumer Fabrikhalle ausstieg, weil er Shakespeare nicht verstand. Paradoxerweise fand Zadek das so interessant, dass er Grönemeyer daraufhin als Schauspieler nach Hamburg mitnahm – ein Wendepunkt in seiner Karriere.
„Sie sollten nämlich am Thalia-Theater den Hamlet spielen mit Hans Neuenfels, dem Opern- und Theaterregisseur, Lyriker. Warum hat das nach einer Woche schon nicht mehr geklappt?“
Brandauer erzählt von der gescheiterten Hamlet-Produktion am Thalia Theater mit Hans Neuenfels, die nach einer Woche scheiterte.
„Und nicht, indem man den Hamlet einmal so aufführt und einmal so aufführt oder einmal dann so, dass man gar nicht mehr merkt, dass es überhaupt der Hamlet ist. Also diese kulturelle Verwahrlosung, und ich glaube, viele sind auch immer mehr frustriert davon, die bringt nichts.“
Remo Largo argumentiert, dass Kultur ursprünglich auf Wiederholung und Gemeinsamkeit basierte – über Jahrhunderte der gleiche Musikstil, die gleichen Geschichten. Er kritisiert die moderne Tendenz, klassische Werke wie den Hamlet bis zur Unkenntlichkeit umzuinterpretieren, und nennt das 'kulturelle Verwahrlosung'. Für ihn liegt der soziale Kitt gerade in der Wiederholung des Vertrauten.
„Janosch antwortet, der Rest ist Schweigen. Das ist aber geklaut. Von Shakespeare, glaube ich. Oder war es Schiller?“
Janosch zitiert im Interview die berühmten letzten Worte Hamlets – 'Der Rest ist Schweigen' – als Antwort auf die Frage nach seiner Autobiografie und merkt selbst an, dass der Satz 'geklaut' sei, vermutlich von Shakespeare.
„Meine Mutter hat es nie ganz verstanden. Die hat es zwar gebraucht dann, aber so richtig hat sie immer gedacht, na, eines Tages hört er wahrscheinlich mit dem Quatsch auf und geht dann doch nach Remscheid und spielt den Hamlet.“
Westernhagen erzählt, wie seine Mutter seine Musikkarriere nie wirklich ernst genommen hat. Für sie war das Theater — konkret eine Hamlet-Rolle in Remscheid — das Seriöse, während die Rockmusik nur ein vorübergehender Quatsch war. Das verdeutlicht den Konflikt zwischen bürgerlicher Kunstvorstellung und Popkultur in seiner Familie.
„Oh, das ist einfach eine falsche Schreibweise von Ophelia, Shakespeare's Ophelia, weil meine Mutter mir damals Hamlet vorgelesen hat, als ich noch zu klein war, um ordentlich schreiben zu können. Ich war fünf oder so und dann habe ich angefangen, ihr Briefe zu schreiben aus dem Krankenhaus und habe die mit Aphelia unterzeichnet.“
Marina Weisband erklärt den Ursprung ihres Internetnamens 'Aphelia'. Ihre Mutter las ihr als kleinem Kind Shakespeares Hamlet vor, und sie war so begeistert von der Figur Ophelia, dass sie den Namen übernahm – allerdings mit der russischen Lautverschiebung von O zu A, was zum einzigartigen Benutzernamen führte.
„Aber natürlich eigentlich, wie dann aufgeklärt wird, ein Shakespeare Zitat ist. Ich müsste es jetzt, glaube ich, nachschauen, aber mal irgendwie sowas gesagt hat, wie es gibt ein unentdecktes Land, kein Reisender kehrt je zurück aus diesem unentdeckten Land.“
Das 'undiscovered country'-Zitat stammt aus Hamlets berühmtem Monolog und bezieht sich dort auf den Tod. Weisbrod erkennt die Shakespeare-Quelle hinter dem Star-Trek-Titel und nutzt das als Beispiel dafür, dass selbst Science-Fiction auf klassische Bildungstraditionen zurückgreift.
„In dem Film wird auch Hamlet gezeigt, also Ausschnitte aus Hamlet. Und der Auftritt von Eidinger als Hamlet ist merkwürdig, weil er eine lange Bahn rennt und dann ein Salto macht“
Von Schirach beschreibt Lars Eidingers Hamlet-Inszenierung an der Schaubühne, insbesondere die berührende Szene des Sein-oder-Nichtsein-Monologs in der Garderobe
„Und der Beno Bisson wollte aus dem ein Hamlet machen. Aus diesem Murkel. Und? Wie ist es ausgegangen? Auf den ersten Blick Idiot. Aber? Aber, ja. Wenn man genug Zeit und Geld hat und das spielt auch eine gewisse Rolle, Talent und Glück.“
Biermann erzählt, wie Regisseur Benno Besson den schmächtigen Heinz Schubert ('Ekel Alfred') als Hamlet besetzen wollte — als Paradebeispiel für die 'ideale Fehlbesetzung', bei der ein scheinbar ungeeigneter Schauspieler durch genügend Zeit und Können eine Rolle überzeugend verkörpert.
„Sandra Hüller spielt in einer weiteren Inszenierung, einer Shakespeare-Inszenierung vom selben Regisseur, Johann Simons. Der hat Hamlet inszeniert und da spielt Sandra Hüller am Schauspielhaus in Bochum.“
Jan Böhmermann ordnet die Gantenbein-Aufführung in den Kontext der Bochumer Inszenierungsreihe von Regisseur Johann Simons ein. Sandra Hüller, die gerade durch ihre Oscar-Nominierung international bekannt ist, spielt dort ebenfalls in einer Hamlet-Inszenierung. Böhmermann erwähnt, dass die Produktion inzwischen auch auf Reisen geht.
„Also meiner Mutter wäre immer lieber gewesen, ich hätte in Castro-Brauxel in Hamlet gespielt. Da waren auch immer die Fragen mit der Musik, als ich das Stadionbühnen stand. Wie lange willst du das denn noch machen?“
Westernhagen beschreibt den Konflikt mit seiner Mutter, die seine Rockkarriere nie richtig verstanden hat. Sie hätte es bevorzugt, wenn er als klassischer Theaterschauspieler in einer Hamlet-Inszenierung aufgetreten wäre – ein Symbol für ihre unterschiedlichen Welten und Wertvorstellungen.
„Lars, heute Abend glaube ich später schon wieder Hamlet, wir sind jetzt bei der 410.“
Ostermeier erwähnt, dass Lars Eidinger die 410. Vorstellung von Hamlet an der Schaubühne spielt – eine enorme physische und emotionale Leistung.
„Und dann gibt es die, die jeden Abend, als wenn sie irgendwie Hamlet aufzeichnen würden, zwei Stunden lang abriebisch jedes Wort gleich sagen. Und das immer besser wird, bis es dann so eine Art perfektioniertes Theaterstück ist.“
Bielendorfer unterscheidet zwei Typen von Komikern: Die mit Stichworten, die improvisieren, und die, die jedes Wort auswendig lernen. Hamlet dient ihm als Metapher für die zweite Gruppe – Comedians, die ihr Programm wie ein perfektioniertes Theaterstück aufführen, Abend für Abend identisch.
Ähnliche Medien
Richard III.
William Shakespeare
Shakespeares Tragödie über die Machtergreifung des englischen Königs Richard III. während der Rosenkriege. Das Stück dient häufig als Spiegel für zeitgenössische politische Verhältnisse, wie eine israelische Inszenierung bei den Wiener Festwochen zeigte, die das Klassische nutzte, um subtil über gegenwärtige Konflikte zu reflektieren.
Macbeth
William Shakespeare
Shakespeares Tragödie über den ehrgeizigen schottischen Feldherrn Macbeth, dessen Aufstieg durch düstere Prophezeiungen geprägt ist. Die zentrale Prophezeiung besagt, dass ihn nur jemand besiegen kann, der nicht von einer Frau geboren wurde – ein Rätsel, das sich durch einen Kaiserschnitt löst.
King Lear
William Shakespeare
König Lear dankt seinem Thron ab und verteilt sein Reich unter seinen drei Töchtern, wird jedoch von den beiden älteren hintergangen, während die jüngste verstößen wird. Das Werk entfaltet sich als düstere Tragödie von Machtmissbrauch, Wahnsinn und Familie, die mit dem Verlust aller Beteiligten endet. Shakespeare erforscht hier die Brüchigkeit menschlicher Beziehungen und die katastrophalen Folgen fehlgeleiteter Urteile.
Der Sturm
William Shakespeare
Shakespeares »Der Sturm« ist eine Komödie über Schiffbruch, Magie und menschliche Versöhnung. Die Rolle des Trinculo, eine komische Nebenfigur, symbolisiert in Nina Hoss' Erzählung die Freiheit künstlerischen Experimentierens während ihrer Ausbildung an der Schauspielschule. Das Stück zeigt, wie Schauspieler in dieser Phase noch in unerwartete Rollen schlüpfen durften, bevor sie vom Publikum in bestimmten Charaktertypen festgelegt wurden. Für ihre künstlerische Entwicklung war diese Phase des freien Ausprobierens prägend.