Meine Frau hat immer zu mir gesagt – Gib nicht so an!
Roman Pletter, Giovanni di Lorenzo & Klaus Maria Brandauer
Giovanni di Lorenzo trifft Klaus-Maria Brandauer im Hamburger Schauspielhaus vor 1.200 Zuschauern der Langen Nacht der Zeit. Das Gespräch kreist um Brandauers Weg zum Weltstar — von Mephisto bis zum James-Bond-Bösewicht — und endet bei der Frage, ob er Hitler spielen würde. Brandauer erinnert sich nebenbei, dass er vor über 50 Jahren schon einmal im Schauspielhaus gastierte, mit Elisabeth Bergner in 'Die Irre von Chaillot'.
„Wenn man sagt, hier ist ein außergewöhnlich guter Schauspieler, ein Weltstar, dann ist das meistens ein bisschen geschummelt. In diesem Fall stimmt es wirklich.“
Erwähnte Medien (20)
Mephisto
István Szabó · 1981
Der Schauspieler Hendrik Höfgen will nur eins: seine Traumrolle spielen, den "Mephisto" aus Goethes Faust - und zwar in der Hauptstadt. Die Heirat mit der Professorentochter Barbara ebnet Höfgen den Weg in die Berliner Gesellschaft der 20er Jahre. Als die Nazis an die Macht kommen und Barbara emigrieren muss, zögert der ehrgeizige Opportunist nicht lange: Er entscheidet sich gegen die Moral und für den Erfolg. Unter dem Protegé Görings steigt er zum Intendanten des Staatstheaters auf.
🗣 Pletter referenziert bei ⏱ 00:00:09 „Der internationale Durchbruch kam mit seiner Rolle des Hendrik Höfgen in der Verfilmung des Klaus-Mann-Buches Mephisto.“
Pletter stellt Brandauers Karriere vor und nennt die Mephisto-Verfilmung als internationalen Durchbruch.
Sag niemals nie
Irvin Kershner · 1983
Von einem Nato-Stützpunkt in England werden auf spektakuläre Weise zwei Atomraketen gestohlen. Als die Nato damit erpresst werden soll, schicken die Briten ihren Topagenten James Bond, um die nukleare Bedrohung abzuwenden, und die Gangster dingfest zu machen.
🗣 Pletter referenziert bei ⏱ 00:00:09 „Und noch berühmter international ist er geworden, als er als Gegenspieler von James Bond bzw. John Connery im James-Bond-Film sagt niemals nie den Bösewicht gespielt hat.“
Pletter erwähnt Brandauers Rolle als Bond-Bösewicht Maximilian Largo.
Mephisto
Klaus Mann
Ein Künstlerroman über den ehrgeizigen Schauspieler Hendrik Höfgen, dessen Karriere durch moralische Kompromisse in Nazi-Deutschland geprägt ist. Das Werk wurde aufgrund seiner kritischen Auseinandersetzung mit Opportunismus lange Zeit in Deutschland verboten.
🗣 Roman Pletter referenziert bei ⏱ 00:01:54 „Der internationale Durchbruch kam mit seiner Rolle des Hendrik Höfgen in der Verfilmung des Klaus-Mann-Buches Mephisto.“
Roman Pletter stellt den Werdegang von Klaus Maria Brandauer vor und nennt die Verfilmung von Klaus Manns Roman 'Mephisto' als den internationalen Durchbruch des Schauspielers, in dem er die Hauptrolle des Hendrik Höfgen spielte.
Hamlet
William Shakespeare
Regisseur Johann Simons inszeniert Shakespeares Hamlet am Schauspielhaus Bochum mit der Schauspielerin Sandra Hüller in der Hauptrolle. Die Produktion gewinnt durch Hüllers internationale Bekanntheit nach ihrer Oscar-Nominierung zusätzliche Aufmerksamkeit. Die Inszenierung tourt mittlerweile über Bochum hinaus und bildet einen Schwerpunkt des Regisseurs in der zeitgenössischen Shakespeare-Interpretation.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:02:51 „Sie sollten nämlich am Thalia-Theater den Hamlet spielen mit Hans Neuenfels, dem Opern- und Theaterregisseur, Lyriker. Warum hat das nach einer Woche schon nicht mehr geklappt?“
Brandauer erzählt von der gescheiterten Hamlet-Produktion am Thalia Theater mit Hans Neuenfels, die nach einer Woche scheiterte.
Victor oder die Kinder an der Macht
Roger Vitrac
Surrealisches Drama von Roger Vitrac, in dem ein Junge eine anarchische Gegenwelt erschafft. Das provokative Absurdist-Stück hinterfragt Autorität und Erwachsenennormen durch bizarre Szenen. Ein Klassiker des experimentellen modernen Theaters des 20. Jahrhunderts.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:02:51 „Und wir machten zuerst am Burgtheater Victor oder die Kinder an der Macht von Vitrag.“
Brandauer erzählt von seiner Zusammenarbeit mit Hans Neuenfels am Burgtheater vor dem geplanten Hamlet.
Emilia Galotti
Gotthold Ephraim Lessing
Lessings Drama „Emilia Galotti" behandelt Fragen von Macht, Freiheit und den Grenzen der Vernunft. Precht bezieht sich auf den berühmten Satz Lessings im Kontext der modernen Aufmerksamkeitsökonomie und medialen Daueraufgeregtheit und ergänzt ihn um eine provokante Wendung: Wer über alles den Verstand verliert, hat auch keinen zu verlieren. Das klassische Drama bleibt damit aktuell für die Frage, wie rationaler Diskurs in aufgeheizten Zeiten möglich ist.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:02:51 „Das habe ich, als ich mit Fritz Kortner gearbeitet habe, am Emilie Galotti, ich möchte Ihnen was sagen.“
Brandauer erinnert sich an die Arbeit mit Fritz Kortner an Emilia Galotti und zitiert seine erste Theaterkritik.
Der Untergang
Oliver Hirschbiegel · 2004
Berlin, April 1945. Während um ihn herum sein Hirngespinst Großdeutschland in Schutt und Asche liegt, deutsche Truppen quasi nur noch auf dem Papier existieren und die Alliierten die Macht übernehmen, hält Adolf Hitler in seinem Bunker Hof. Spielt sich und seinen Vasallen eine Mär vom unaufhörlichen Triumph der arischen Rasse vor, stachelt seine Untergebenen zu weiteren irrwitzigen Feldzügen an und präsentiert einen galoppierenden Realitätsverlust ungeahnten Ausmaßes.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:02:51 „Hätten Sie sich vorstellen können, wie Bruno Ganz, Hitler zu spielen im Untergang? Ich habe das damals schon beantwortet. Ich hätte es nicht gemacht, aber ich meine, Bruno Gans ist schon allein unser Zunftmeister gewesen“
Brandauer erklärt, warum er die Hitler-Rolle nicht übernommen hätte, aber Bruno Ganz als Zunftmeister respektiert.
Jedermann
Hugo von Hofmannsthal
Hugo von Hofmannsthals allegorisches Theaterstück „Jedermann" erzählt von einem wohlhabenden Lebemann, der sein Leben in Luxus, Genuss und Egoismus verbringt und von Gott dafür bestraft werden soll. Der Herrgott schickt den Tod selbst, um Jedermann vor den göttlichen Richterstuhl zu zerren und ihn für seine Sünden zur Rechenschaft zu ziehen. Das Stück zeigt Jedermanns Begegnung mit seiner streng katholischen Mutter, die sein Leben ablehnt, sowie seine Versuche, sich durch Almosen und Versprechen zu rechtfertigen. Das sakrale Drama vermittelt eine eindeutige religiöse Botschaft: Reichtum, Lebenslust und materielle Genusssucht sind verwerflich und führen zur göttlichen Bestrafung.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:02:51 „Ich spielte schon den Jedermann und der war vorbei und meine Mutter stand so bei uns und da stand mein Freund Helmut Lohner, der den Tod spielte.“
Brandauer erinnert sich, wie seine Mutter nach einer Jedermann-Aufführung sagte, der Beste sei der Klausi gewesen.
Bleiben tu ich mir nicht
Klaus Maria Brandauer · 2003
Umfangreich bebilderte Autobiographie des international angesehenen österreichischen Schauspielers und Regisseurs.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:02:51 „Das heißt, bleiben tue ich mir nicht, ist tatsächlich erschienen und wurde auch gekauft. Das war eine Hundsarbeit“
Brandauer erwähnt sein eigenes Buch, das auf vielfache Bitten entstanden ist.
Die Irre von Chaillot
Jean Giraudoux
Giraudoux' Klassiker "Die Irre von Chaillot" war Schauplatz von Klaus Maria Brandauers erstem großen Gastspiel im Hamburger Schauspielhaus vor über fünf Jahrzehnten. Der junge Schauspieler spielte damals den Pierre neben der legendären Elisabeth Bergner, deren charismatische Darstellung trotz Sprachfehlern das Publikum fesselte. Das Stück war eine ambitionierte Tournee durch Skandinavien – ein prägender Moment in Brandauers früher Karriere.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:04:23 „Die Irre von Chaillot hieß das Stück, war auf Gastspiel unterwegs nach Skandinavien und wir haben in Hamburg eine Station gemacht in diesem Theater. Die Irre von Chaillot, ein Stück von Giroudou, wurde gespielt von Elisabeth Bergner, einer fantastischen, großartigen Schauspielerin.“
Brandauer erinnert sich an sein erstes Gastspiel im Hamburger Schauspielhaus vor über 50 Jahren. Er spielte den jungen Pierre in Giraudoux' 'Die Irre von Chaillot' neben der legendären Elisabeth Bergner, die trotz ihrer Sprachfehler das Publikum in ihren Bann zog.
Viktor oder Die Kinder an der Macht
Roger Vitrac
"Viktor oder Die Kinder an der Macht" ist ein surrealistisches Drama von Roger Vitrac, in dem ein Junge die Absurdität der Erwachsenenwelt enthüllt. Vitracs experimentelles Theaterstück von 1928 zählt zu den Klassikern der surrealistischen Bewegung.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:09:36 „Und wir machten zuerst am Burgtheater Viktor oder Die Kinder an der Macht von Wittrak. Und dann habe ich gesagt, machen wir was anderes, weil es ging ihm gerade gar nicht gut.“
Brandauer erwähnt die Inszenierung von Vitracs Stück am Burgtheater mit Hans Neuenfels als Vorgeschichte zur gescheiterten Hamlet-Produktion. Bei diesem Stück hatte er Neuenfels noch freie Hand gelassen.
Bleiben tue ich mir nicht
Klaus Maria Brandauer · 1991
Umfangreich bebilderte Autobiographie des international angesehenen österreichischen Schauspielers und Regisseurs.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:18:03 „Ich habe ein Buch geschrieben, nach dem man mich halt immer wieder gefragt hat und irgendwie eigentlich dahingetragen hat. Das heißt, bleiben tue ich mir nicht, ist tatsächlich erschienen und wurde auch gekauft. Das war eine Hundsarbeit.“
Auf die Frage, ob er eine Biografie schreiben würde, verweist Brandauer auf sein bereits erschienenes Buch 'Bleiben tue ich mir nicht'. Er beschreibt das Schreiben als mühsam und wird offenbar erneut gedrängt, zum 80. Geburtstag ein weiteres Buch zu verfassen.
Der Struwwelpeter
Heinrich Hoffmann · 2024
Überarbeitete Fassung in maximaler Auflösung (2048 × 1536 Pixel) »Der Struwwelpeter« gilt noch vor Max und Moritz als das erfolgreichste deutsche Kinderbuch überhaupt und wurde in viele Sprachen übersetzt. Im Jahr 1844 bemühte sich der Arzt Heinrich Hoffmann um ein Bilderbuch, das er seinem dreijährigen Sohn Carl zu Weihnachten schenken könne. Leider (oder zum Glück für den Leser) fand er nichts, was ihm für ein Kind in Carls Alter angemessen schien.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:25:06 „Sie haben den Struwelpeter nicht etwa gelesen, sondern gleich gespielt. Legende oder stimmt das? Nein, das stimmt. Mit so langem Fingernägel, mit so Gummirandl und da hatte ich das doch, die Haare waren...“
Giovanni di Lorenzo fragt Brandauer nach einer frühen Kindheitserinnerung: Statt den Struwwelpeter nur zu lesen, hat der junge Brandauer die Figur gleich gespielt – mit improvisierten langen Fingernägeln und wilden Haaren. Eine frühe Andeutung seines Schauspieltalents.
Tosca
Giacomo Puccini
Puccinis Tosca ist eine Liebestragödie im Rom der Napoleonischen Zeit: Die Sängerin Tosca versucht ihren Geliebten Mario Cavaradossi aus den Fängen des machthungrigen Polizei-Chefs Scarpia zu befreien – ein Unterfangen, das Opfer und tragisches Ende bringt. Die Oper besticht durch unsterbliche Melodien und dramatische Intensität; Corellis kraftvolle Tenor-Partie macht das Werk zu einem Höhepunkt der Opernliteratur.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:30:13 „Aber nach Verona sind Sie trotzdem gefahren und haben sich eine Aufführung der Tosca angeschaut, mit dem großen Tenor Franco Corelli. Und Jahre später gab es dann einen Artikel über sie und darüber stand die schöne Zeile, Franco Corelli war in allem schuld.“
Brandauer schildert ein Schlüsselerlebnis seiner Kindheit: eine Tosca-Aufführung in der Arena di Verona mit Franco Corelli. Die 30.000 Kerzen vor der Oper, der fast zwei Meter große Tenor – dieser Abend weckte in dem jungen Brandauer den Wunsch, selbst auf der Bühne zu stehen. Er sagte zu seinem Vater: 'Das mache ich auch einmal, Vati.'
Der Lederstrumpf
James Fenimore Cooper
In 'Lederstrumpf', einem monumentalen Romanzyklus von James Fenimore Cooper, entfaltet sich das epische Bild eines Amerikas im Aufbruch und der Natur, die sowohl Ursprung als auch Konfliktfeld menschlichen Handelns darstellt. Die Protagonisten, an vorderster Stelle Natty Bumppo, verkörpern den archetypischen amerikanischen Helden, der zwischen Zivilisation und Natur hin- und hergerissen ist.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:33:42 „Bis ich dann mal den Lederstrumpf bekam, der wirklich so dick war und gesagt hat, ich in deinem Alter habe das auf einmal ausgelesen. Das ist eine richtige große Geschichte. Da liest man anderthalb Tage, wenn man nicht geübt ist. Und das habe ich auch gemacht.“
Brandauer beschreibt, wie sein Vater ihn zum Lesen brachte. Der Vater drängte ihn, den dicken 'Lederstrumpf' am Stück zu lesen, so wie er es selbst in dem Alter getan hatte. Als Belohnung bekam der junge Brandauer eine Uhr – aber die eigentliche Motivation war die Freude am Erzähltwerden.
Erzherzog-Johann-Jodler
Der Erzherzog-Johann-Jodler ist ein steirisches Volkslied, das dem Erzherzog Johann von Österreich gewidmet ist, der für seine Jagdleidenschaft bekannt war. 1827 heiratete er völlig unstandesgemäß Anna Plochl, aus deren Perspektive das Lied erzählt. Das Lied war in den Jahren 1840–50 sehr beliebt und in ganz Deutschland gern gehört.
🗣 Klaus Maria Brandauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:34:12 „Und ich singe den Erzherzog Johann Jodler irgendwo in Spanien an der Costa Brava.“
Brandauer erzählt von den Campingurlauben seiner Kindheit, bei denen seine Mutter überall sang – und auch er den traditionellen Erzherzog-Johann-Jodler zum Besten gab, selbst an der spanischen Costa Brava. Die Szene illustriert die musikalische Prägung durch seine Familie.
Richard III.
William Shakespeare
Shakespeares Tragödie über die Machtergreifung des englischen Königs Richard III. während der Rosenkriege. Das Stück dient häufig als Spiegel für zeitgenössische politische Verhältnisse, wie eine israelische Inszenierung bei den Wiener Festwochen zeigte, die das Klassische nutzte, um subtil über gegenwärtige Konflikte zu reflektieren.
🗣 Klaus Maria Brandauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:39:09 „Ein Reklamheft bekam ich in die Hand und der Rüdiger, der vorgesprochen hat aus dem letzten Semester, hat gesagt, gib mir die Stichworte. Richard III. war es.“
Brandauer erzählt die Geschichte, wie er sein erstes Engagement am Landestheater Tübingen bekam. Bei einem Vorsprechen gab er einem Kommilitonen die Stichworte für Richard III. – doch der Intendant wählte überraschend nicht den vorsprechenden Rüdiger, sondern den jungen Brandauer.
Hamlet im Club Mediterranee
Helmut Karasek
Kritik des Theaterkritikers Helmut Karasek zu einer Hamlet-Inszenierung unter dem Titel „Hamlet im Club Mediterranee". Die Kritik beschäftigt sich mit der Darstellung des Protagonisten und schildert anschaulich Karaseks persönliche Begegnung mit dem Darsteller, die er drastisch mit einer Dampfwalze verglich. Die Kritik kombiniert kunstkritische Reflexion mit persönlichen Eindrücken.
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:42:12 „Helmut Kersick, über den wir vorhin schon sprachen, der hat, ich weiß nicht, ob er die Zeile selber gemacht hat, aber über seinen Artikel, wo er das mit der Dampfwalze geschildert hat. Hamlet-Kritik? Ja. Hamlet im Club Mediterranee.“
Brandauer erinnert sich an eine Kritik von Helmut Karasek, der Brandauers Hamlet-Darstellung unter der Überschrift 'Hamlet im Club Mediterranee' besprach. In derselben Kritik beschrieb Karasek die Begegnung mit einem schlecht gelaunten Brandauer als schlimmer als eine Dampfwalze.
Mein letzter Seufzer
Luis Buñuel · 1982
Luis Buñuel, Großmeister des absurden Humors in "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" und "Das Gespenst der Freiheit", wundert sich in seiner Autobiographie über die Reaktion, die einer seiner frühen Filme in den fünfziger Jahren ausgelöst hat. Als "Der Fluß des Todes", den er selbst als eine Schilderung von "bedenkenlos[en] und zum Teil grundlos begangenen Morden" charakterisiert, in Venedig gezeigt wurde, "lachte das Publikum und schrie: 'Noch einen! Noch einen!'" Michail Bachtin hätte ihm zur...
🗣 Klaus Maria Brandauer referenziert bei ⏱ 00:54:30 „Und dann habe ich gesagt, ich muss dir jetzt was vorlesen, ein Kapitel aus dem Buch von Louis Bunuel, Irdische Vergnügen. Und dieses Kapitel hieß und heißt immer noch in dem Buch ein Atheist von Gottes Gnaden.“
Brandauer erinnert sich daran, wie er seiner ersten Frau Karin abends aus Luis Buñuels Autobiografie vorlas. Das Kapitel 'Ein Atheist von Gottes Gnaden' begeisterte ihn – die paradoxe Formulierung passt zu Brandauers eigenem Ringen mit dem katholischen Glauben, den er trotz aller Zweifel nicht aufgeben will.
Wolfsblut
· 1991
Der Junge Jack kommt nach Alaska, um seinen Vater zu besuchen. Gemeinsam mit dem erfahrenen Goldsucher Alex hat er aufregende Abenteuer in der verschneiten Wildnis zu bestehen, bis er die Goldmine seines Vaters erreicht. Doch der Vater ist längst verstorben. Mit der Hilfe von Alex tritt er das Erbe an. Immer wieder hatten sich Jacks Wege mit einem Wolfshund gekreuzt.
🗣 Klaus Maria Brandauer erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:57:59 „Ich habe in Alaska Wolfsblut gedreht und auf einmal bekomme ich einen Anruf und das ruft mich ein. Er vertritt eine Partei an und sagt, Servus Klaus, es ist folgendes, du musst nicht eintreten in die Partei.“
Brandauer erwähnt den Film 'Wolfsblut' (White Fang, 1991) beiläufig als Schauplatz einer überraschenden Anekdote: Während der Dreharbeiten in Alaska erhielt er ein Angebot, für eine politische Partei zu kandidieren – das er ablehnte.