Episoden von Lanz & Precht
242 Episoden · Seite 13 von 25
Heiterkeit
Markus Lanz & Richard David Precht
Zum Jahreswechsel kreist das Gespräch um gute Vorsätze, die sich Jahr für Jahr wiederholen — und nie eingelöst werden. Beide reflektieren, wie Routinen und Alltagstaktik die wirklich wichtigen Dinge verdrängen: Freundschaften pflegen, weniger arbeiten, mehr Zeit für das Soziale. Was als Selbstbeobachtung beginnt, mündet in eine kleine Kulturkritik: Die Diktatur der Taktik über die Strategie gilt nicht nur für die Politik, sondern auch fürs eigene Leben.
Jahresrueckblick
Markus Lanz & Richard David Precht
In ihrem Jahresrückblick beginnen die beiden beim Januar und Boris Pistorius' Ernennung zum Verteidigungsminister — ein Mann, der vom niedersächsischen Innenminister zum beliebtesten Politiker Deutschlands aufstieg. Sie analysieren, warum ausgerechnet ein Verteidigungsminister diese Spitzenposition erreicht, und sehen den Schlüssel in seiner hemdsärmeligen Authentizität, die ihn von Vorgängern wie zu Guttenberg fundamental unterscheidet.
Schenken
Markus Lanz & Richard David Precht
Eine vorweihnachtliche Folge über die Philosophie des Schenkens: Warum Menschen seit über 100.000 Jahren einander beschenken, wie Georg Simmels Prinzip von Hingabe und Äquivalent alle sozialen Beziehungen durchzieht — und warum das vermeintlich Schöne schnell kompliziert wird, wenn Dankbarkeit, Verpflichtung und monetärer Gegenwert ins Spiel kommen. Am Beispiel grönländischer Jägergemeinschaften wird Schenken als uralte Überlebensversicherung greifbar.
Perspektivwechsel
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode kreist um den Blick auf die sich verändernde Weltordnung: Precht berichtet begeistert von seinem Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Ivan Krastev, der das Weltgeschehen — den Abstieg der USA, den Aufstieg Chinas und Indiens, die Verschiebung zur multipolaren Ordnung — mit analytischer Klarheit statt ideologischer Brille beschreibt. Zuvor geht es um ein Gespräch mit Olena Selenska beim Jahresrückblick, die einen seltenen Einblick in das Leben der Familie des ukrainischen Präsidenten gab.
Klimakonferenz
Markus Lanz & Richard David Precht
Zwischen Weihnachtsdeko und einer historischen Lampe aus dem alten Konrad-Adenauer-Haus schwenkt das Gespräch zur Weltklimakonferenz in Dubai — und zur absurd großen deutschen Delegation von 250 Personen. Allein das Außenministerium reist mit 60 Leuten an, das Kanzleramt mit 40, dazu kommen Vertreter von Bundesbank, Wetterdienst und Agrarinstitut. Während Olaf Scholz in seiner Eröffnungsrede noch das 1,5-Grad-Ziel beschwört, hält Richard David Precht dagegen: Kein seriöser Experte glaube daran noch ernsthaft.
Migration
Markus Lanz & Richard David Precht
Die Episode kreist um den Widerspruch, der Deutschland beim Thema Migration zerreißt: Politisch wird eine drastische Reduktion der Zuwanderung gefordert, während die Wirtschaft angesichts der in Rente gehenden Boomer-Generation zwischen 400.000 und einer Million Arbeitsmigranten pro Jahr für nötig hält. Dabei entlarvt die Diskussion den hilflosen Versuch der Umetikettierung — wer keine Antwort auf irreguläre Migration hat, flüchtet sich schnell ins Fachkräfte-Argument. Besonders die Verengung auf qualifizierte Zuwanderung führt in die Irre, denn es fehlen nicht nur IT-Spezialisten, sondern massenhaft Arbeitskräfte auf dem Bau, in der Gastronomie und am Flughafen.
Begegnungen mit russischen Kriegsgefangenen
Markus Lanz & Richard David Precht
Markus Lanz berichtet von seinem Besuch in einem großen ukrainischen Kriegsgefangenenlager in der Westukraine, wo ihn die Bilder ausgemergelter russischer Gefangener an Szenen aus den Weltkriegen erinnern und seither nicht mehr loslassen. Er trifft im Verteidigungsministerium auf Petro, einen prämierten Schriftsteller in Uniform, der nun die verzweifelte Aufgabe hat, Gefangenenaustausche zu organisieren — während Russland seit Monaten keine Gefangenen mehr tauscht und ukrainische Familien verzweifelt nach Lebenszeichen ihrer Angehörigen suchen.
Sieben Todsuenden Teil 2
Markus Lanz & Richard David Precht
Im zweiten Teil ihrer Reihe über die sieben Todsünden widmen sich die beiden der Trägheit — und der Frage, warum das Wirtschaftswunder der 50er Jahre möglich war und ob der heutige Wohlstand uns träge gemacht hat. Richard David Precht argumentiert, dass Tüchtigkeit direkte Belohnung braucht: Wer den sozialen Aufstieg vor Augen hat, wird selten träge — doch genau diese Aufstiegserzählung fehle heute.
Warum sich die Welt gerade so instabil anfuehlt
Markus Lanz & Richard David Precht
Ausgehend von einer Rede Barack Obamas und einem Gespräch mit dem 91-jährigen Gerhard Baum kreist die Episode um ein Gefühl, das derzeit alle zu teilen scheinen: Die Welt fühlt sich so instabil an wie lange nicht mehr. Was Yuval Noah Harari als Ende der friedlichsten Ära der Menschheitsgeschichte beschreibt und Steven Pinkers Fortschrittsoptimismus endgültig ablöst, verdichtet sich hier zur Frage, wie innerhalb von nur fünf Jahren kollektive Zuversicht in kollektive Verunsicherung umschlagen konnte.
Rueckschritt
Markus Lanz & Richard David Precht
Ausgangspunkt ist der neue Asterix-Band *Die weiße Iris*, in dem ein Achtsamkeitscoach das gallische Dorf spaltet — die einen lassen sich von positivem Denken bezirzen, die anderen wehren sich dagegen. Daran entzündet sich eine Diskussion über den gesellschaftlichen Rückschritt als Reaktion auf zu schnellen Fortschritt: Je rasanter sich Ernährungstrends, Achtsamkeitsideale und neue Lebensstile ausbreiten, desto stärker wächst bei vielen die Sehnsucht nach dem Vertrauten.