Episoden von Unter Pfarrerstöchtern

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Unter Pfarrerstöchtern

Wie kriegt man 5.000 Leute satt

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Diese Folge widmet sich der Speisung der 5.000, erzählt nach dem Johannesevangelium — der ausführlichsten und lebendigsten Version dieser Geschichte. Bevor es ans Eingemachte geht, entspinnt sich ein Gespräch über Wundergeschichten damals und heute: Sabine berichtet von einem modernen Wunderheiler, dessen Anhängerinnen Dinge beschreiben, die klingen wie direkt aus der Bibel. Johanna ordnet ein, warum antike Menschen Heilung immer ganzheitlich dachten — und warum Wunder für sie nichts Außergewöhnliches waren.

Unter Pfarrerstöchtern

Die Ehebrecherin

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Diese Folge widmet sich einer der berühmtesten Bibelszenen überhaupt: Jesus und der Ehebrecherin aus dem Johannesevangelium — einer Stelle, die ironischerweise gar nicht zum ursprünglichen Text gehört, aber die Erinnerung an ein Streitgespräch Jesu mit jüdischen Schriftgelehrten bewahrt. Im Rahmen ihrer Reihe über Jesus und die Frauen geht es diesmal um eine namenlose Frau, die auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen und vor Jesus gebracht wird.

Unter Pfarrerstöchtern

Wer war Maria Magdalena

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Maria Magdalena – die Frau aus der Handelsstadt am See Genezareth, die in den vier Evangelien in immer neuen Rollen auftaucht. Die Schwestern sortieren das Wirrwarr der vielen Marien, erklären, warum ausgerechnet die Ortsbezeichnung «aus Magdala» auf eine alleinstehende Frau hindeutet, und diskutieren ihren einzigartigen Ehrentitel «Apostola Apostolorum» – die Apostelin der Apostel, die als Erste dem Auferstandenen begegnete und damit nach Paulus' eigener Definition mehr Apostel war als Paulus selbst.

Unter Pfarrerstöchtern

Der böse Tanz der Salome

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Episode taucht tief in die Geschichte der Salome und den Tod Johannes des Täufers ein — eingebettet in die blutigen Machtkämpfe der späten Römischen Republik. Vom ersten Triumvirat über Cäsars Ermordung bis zu Octavians Aufstieg zum Kaiser Augustus wird der historische Rahmen aufgespannt, in dem sich das Drama um Herodes und seine Familie abspielt. Dabei ziehen die Schwestern genüsslich Parallelen zur heutigen Politik.

Unter Pfarrerstöchtern

Lahme gehen und Tote leben

Sabine Rückert & Johanna Haberer

In dieser Folge über biblische Wunderheilungen und Auferweckungen eröffnet ein Gedicht von Heinrich Heine das Elend, das den Hintergrund für Jesu Taten bildet: eine Welt ohne Ärzte, ohne Sozialversicherung, in der Menschen an Armut und Hunger starben. Von der Heilung eines Aussätzigen ausgehend, diskutieren die Schwestern, was Wunder in einer Zeit bedeuteten, in der Krankheit gleichbedeutend mit sozialem Tod war.

Unter Pfarrerstöchtern

Von Dämonen und Besessenen

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Diese Folge widmet sich den Dämonenaustreibungen im Neuen Testament — angefangen mit der Geschichte, in der Jesus Dämonen in eine Schweineherde fahren lässt, die sich daraufhin ins Meer stürzt. Überraschend: Im Hebräischen gibt es gar kein Wort für Dämonen, das Konzept ist ein griechischer Import aus der Welt von Homer, Platon und Hesiod. Die Hosts spüren dem Zusammenhang zwischen antiker Dämonenvorstellung und dem nach, was heute als psychiatrische Erkrankung verstanden würde.

Unter Pfarrerstöchtern

Was Jesus mit Kafka zu tun hat

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Episode widmet sich der Hochzeit zu Kana — dem ersten Wunder Jesu im Johannesevangelium, bei dem Wasser zu Wein wird. Sabine Rückert zieht eine verblüffende Parallele zu Kafka: Die absurden, traumhaften Dialoge zwischen Jesus und seiner Mutter erinnern an kafkaeske Zeichenhaftigkeit, bei der die Herrlichkeit des Lebens um uns liegt, aber nur von denen erkannt wird, die hinschauen. Johanna Haberer entfaltet, wie das Johannesevangelium den gesamten Auftritt Jesu nicht als Leidensgeschichte, sondern als Hochzeitsfest rahmt — und schließt mit einem Interview mit dem Astronomen Martin Rees über die Wunder des Universums.

Unter Pfarrerstöchtern

Hört da jemand

Sabine Rückert & Johanna Haberer

In der fünften und letzten Folge zur Bergpredigt geht es um das Vaterunser — das Gebet, das Jesus seinen Jüngern als Gegenentwurf zum öffentlichen Zur-Schau-Stellen von Frömmigkeit beibrachte. Besonders brisant: Im aramäischen Original sagt Jesus "Abba" — Papa — zu Gott, was für jüdische Ohren geradezu unerhört war, da der Name Gottes aus Ehrfurcht nicht einmal ausgesprochen werden durfte.

Unter Pfarrerstöchtern

Was brauchen wir wirklich

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Die Bergpredigt stellt eine der radikalsten Fragen überhaupt: Gott oder Geld? Anhand der Matthäus-Passage über die falsche und die rechte Sorge diskutieren die beiden, ob Jesus tatsächlich totale Besitzlosigkeit predigte — und kommen zu einem differenzierteren Bild: Jesus pflegte durchaus Umgang mit Reichen, Zöllnern und römischen Hauptleuten, forderte aber eine innere Selbstprüfung, die das Geld seines Zaubers beraubt.

Unter Pfarrerstöchtern

Was ist ein gerechter Mensch

Sabine Rückert & Johanna Haberer

Nach der Osterpause kehren die Schwestern zur Bergpredigt zurück und nehmen sich Jesu provokanten Satz vor: Eure Gerechtigkeit muss größer sein als die der Pharisäer. Dabei räumen sie mit dem christlichen Klischee der heuchlerischen Pharisäer auf — historisch waren sie ehrwürdige Gelehrte, die das Judentum durch das babylonische Exil trugen und jüdische Identität durch Beschneidung, Sabbat und Speisegebote bewahrten.