Episoden von Was liest du gerade?
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Kürthy, Passmann und die Bauchnabel-Literatur
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Sachbuchspezial mit Maja Beckers über die zwei meistdiskutierten Bestseller des Moments: Ildikó von Kürthys *Alt genug* und Sophie Passmanns *Wie kann sie nur?*. Auslöser der Debatte war Dennis Schecks Verriss in *Druckfrisch* — und auch hier schwingt zwischen sympathischem Lob und dem Vorwurf der Seichtigkeit ein hörbares Unbehagen mit. Zum Auftakt der neu sortierten Folge außerdem zwanzig Jahre Hape Kerkelings *Ich bin dann mal weg*.
Siri Hustvedt erinnert an Paul Auster – und in Die Riesinnen betört der Schwarzwald
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Im Mittelpunkt steht Hanna Heffners Überraschungsbestseller *Die Riesinnen*, ein moderner Heimatroman aus dem Schwarzwald, der über drei Generationen von Frauen erzählt — Großmutter, Tochter, Enkelin — und auslotet, was Menschen an einen Ort bindet oder von ihm forttreibt. Außerdem geht es um Siri Hustvedts *Ghost Stories*, ihre Erinnerungen an Paul Auster, sowie um Wolfgang Koeppens Klassiker *Schick*.
Wenn Taylor Swift Habermas liest
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Kurz vor der Leipziger Buchmesse stellen Maja Beckers und Alexander Cammann zwei Sachbücher vor: Stephanie Birds Taylor's Version, in dem die Harvard-Literaturwissenschaftlerin Taylor Swifts Lyrics und Fankultur seziert, sowie Peter Sloterdijks Der Fürst und seine Erben, der Machiavellis Klassiker von 1515 auf unsere desaströse Gegenwart projiziert. Zwischendurch schwärmen beide von der Energie der Messehallen und dem Leipziger Lesefest.
Im Osten viel Neues
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Die Runde kreist um das Phänomen des sozialen Abstiegs und die Frage, was bleibt, wenn der materielle Wohlstand schwindet. Am Beispiel deklassierter Großbürger, die sich mit verschärfter Etikette über den Statusverlust hinwegtrösten, entspinnt sich eine Diskussion über symbolisches Kapital — von Uwe Tellkamps DDR-Bürgertum bis zur heutigen nivellierten Mittelschicht, in der ständische Codes kaum noch greifen.
Gisèle Pelicot will nicht nur Opfer sein
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Die Folge widmet sich vier Sachbüchern: Gisèle Pelicots Erinnerungsbuch über den Avignon-Prozess und ihre Weigerung, sich als reines Opfer zu definieren, Gabriel Zucmans Vorschlag einer Reichensteuer, Miriam Metzes philosophische Erkundung der unerwiderten Liebe sowie Jack Londons Reportagen über das Erdbeben von San Francisco 1906. Im Zentrum steht Pelicots Auseinandersetzung mit der Frage, wem die Scham gehört.
Raus aus dem Dorf, rein in die Stadt
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Die Folge kreist um die Sehnsucht nach dem anderen Milieu: Ausgehend vom Zitat des Monats, in dem eine Mutter trotz gehobener Ambitionen sich ausgerechnet im Proletariat pudelwohl fühlt, entspinnt sich ein Gespräch über Aufstiegsträume und Gemütlichkeit. Während das Streben nach oben als Geschäftsgrundlage unserer Wirtschaftsform beschrieben wird, entdecken die beiden eine Gegenbewegung — die Sehnsucht nach dem Echten, Unkünstlichen, nach der vollgestellten Küche der Oma, in der es einfach warm und kuschelig war.
Weniger Regeln, mehr Action
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Zum Jahresauftakt verraten die beiden ihre Vorsätze: Alexander will endlich systematisch die Bibel lesen, Maja nimmt sich vor, aktiver auf Social Media zu posten — bewusst antizyklisch zum Digital-Detox-Trend. Auf dem Sachbuch-Programm stehen Amanda Montells "Cultish" über sektenartige Sprache in Alltag und Influencer-Kultur, Christina Strunks Familienrecherche "Die Aufsteiger" über den deutschen Mittelstand unter Hitler sowie Hartmut Rosas neues Werk über das Verschwinden gesellschaftlicher Spielräume.
Vom Morden und vom Lieben
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Zum Jahresauftakt entspinnt sich ein Gespräch über die Unwirklichkeit existenzieller Momente — jene Augenblicke, in denen Schmerz oder Glück einen aus der Normalität katapultieren. Ausgehend von einem Zitat einer noch nicht verratenen Neuerscheinung diskutieren die beiden, ob diese Distanz zum Leben ein Fluch oder eine tiefere Wahrheit ist, und landen beim französischen Existenzialismus und der Erinnerung an Telefonzellen.
So war das Sachbuchjahr 2025
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Im Sachbuch-Jahresrückblick stellen Maja Beckers und Alexander Cammann vier Titel vor, die 2025 nicht vergessen werden sollten: Eva Thönes Analyse weiblicher Macht, die Abrechnung mit der deutschen Russland-Politik von Katja Gloger und Georg Mascolo, den Gesprächsband zwischen Ricarda Lang und Steffen Mau über gesellschaftliche Umbrüche sowie Roger Willemsens postum erschienene Liebeserklärung ans Lesen. Den Auftakt macht Thönes Beobachtung aus Spiegel-Redaktionssitzungen, in denen trotz Frauen in Führungspositionen nach 40 Minuten nur Männer geredet haben.
Das Unheimliche wird alltäglich
Adam Soboczynski, Iris Radisch, Maja Beckers, Alexander Cammann
Zum Jahresende tauschen die beiden ihre Buchtipps aus: Adam ist geradezu missionarisch begeistert von László Krasznahorkais »Jömmle geht« — einem aberwitzigen Roman über einen 91-jährigen Sonderling in der ungarischen Provinz, der sich für den legitimen König Ungarns hält und tatsächlich von dubiosen Gestalten auf den Thron gehoben werden soll. Iris empfiehlt Karl-Heinz Otts »Die Heilung von Luzon«, eine tragikomische Geschichte über Berliner Wohlstandsbürger, die ihre letzte Hoffnung auf einen philippinischen Wunderheiler setzen.