Kunst – I
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I like America and America likes Me
Joseph Beuys
1974 führte Künstler Joseph Beuys in René Blochs New Yorker Galerie eine legendäre Performance auf: Nach seiner Ankunft am JFK-Flughafen betrat er bewusst nie amerikanischen Boden, sondern blieb in einer Trage und wurde direkt in die Galerie gebracht, wo er drei Tage lang mit einem wilden Kojoten zusammentraf. Diese radikale Geste – das bewusste Vermeiden von Territorium – wurde zur ikonischen Kunstperformance und inspirierte Künstler wie Klaus Biesenbach zu eigenen künstlerischen Reaktionen.
I'm still alive (Telegramme)
On Kawara
On Kawara war ein japanischer Konzeptkünstler, der von 1969 bis 2000 täglich Telegramme mit der Nachricht "I'm still alive" an verschiedene Personen verschickte. Diese Kunstpraxis war sein Weg, die menschliche Existenz als tägliche, minimale Geste zu dokumentieren und zu reflektieren. Die Telegramme bilden das konzeptuelle Fundament für das Verständnis seiner berühmten Day Paintings und zeigen, wie Kawara Identität und Präsenz durch alltägliche Kommunikation als Kunstwerk definierte.
Ice Watch
Olafur Eliasson
Ice Watch ist eine Kunstinstallation von Olafur Eliasson, bei der Eisblöcke aus Grönland vor der Tate Modern in London platziert und beim Schmelzen gefilmt wurden. Das Werk macht die Auswirkungen des Klimawandels unmittelbar sichtbar und fungiert als künstlerisches Statement zur Klimakrise. Die Installation zeigt, wie Kunst zur Vermittlung von Umweltthemen beitragen kann, wirft aber auch Fragen über künstlerische Vielfalt und Originalität in der Klimakommunikation auf.
Ich lebe in meinem eigenen Haus (Vierzeiler aus Die fröhliche Wissenschaft)
Friedrich Nietzsche
Vierzeiler aus Friedrich Nietzsches "Die fröhliche Wissenschaft", in dem der Philosoph Unabhängigkeit und Authentizität zelebriert. Das Gedicht wird im Podcast spontan zitiert, um auf ein Heine-Gedicht zu antworten, und zeigt Nietzsches Forderung nach eigenständigem Denken und humorvoller Selbstironie gegenüber etablierten Autoritäten.
ICU
Ólafur Elíasson
Der isländische Künstler Olafur Eliasson verwirklicht im März 2026 in Salt Lake City die Installation "A symphony of disappearing sounds for the Great Salt Lake". Das Werk kombiniert eine Musikkomposition aus Feldaufnahmen bedrohter Tierarten der Region mit einer dynamischen Lichtprojektion auf einer großen erhobenen Kugel. Damit schafft Eliasson eine sinnliche Verbindung zwischen der Stadt und dem ökologisch gefährdeten See, um die Aufmerksamkeit auf die Bedeutung seiner Rettung zu lenken. Parallel laufen Ausstellungen seiner Werke in Jakarta und Brisbane, die sich mit Wahrnehmung und Farbexperience auseinandersetzen.
Immersive Digitalinstallation bei König Galerie
Refik Anadol
Refik Anadol präsentierte bei der König Galerie in Berlin eine immersive Digitalinstallation mit lebenden Bildern, die außergewöhnlich großes öffentliches Interesse weckte. Die Ausstellung war so populär, dass Besucher Schlange standen – ein seltenes Phänomen für Galerien. Das Projekt verdeutlicht die wachsende Nachfrage nach innovativer digitaler Kunst und die neue Rolle von Galerien als Orte für Massenpublikum.
Installation mit Videomonitoren
Nam June Paik
Nam June Paik war ein koreanisch-amerikanischer Künstler und Pionier der Videokunst. Diese Installation mit etwa 100 Videomonitoren zählt zu seinen bedeutendsten Werken und demonstriert seinen experimentellen Ansatz, elektronische Medien und bildende Kunst zu verbinden. Die Ausstellung veranschaulicht Paiks revolutionäres Verständnis von Technologie als künstlerisches Medium und sein Vermächtnis in der modernen Medienkunst.
Installation von Pipilotti Rist
Pipilotti Rist
Pipilotti Rist ist eine Schweizer Künstlerin, die sich vor allem mit Video- und Rauminstallationen auseinandersetzt. Die Kunsthalle Bremen beherbergt eine ihrer permanenten Installationen, die durch großzügige Mäzenatentum ermöglicht wurde. Ihre Werke sind für ihre immersiven, oft therapeutischen Qualitäten bekannt und gelten als wichtige Beiträge zur zeitgenössischen Kunstszene. Der Artikel bietet Einblicke in ihre künstlerische Praxis anhand von zehn prägnanten Rauminstallationen.
Isa Genzken – Brunnen (Betonskulptur)
Isa Genzken · 1992
Porträt der deutschen Künstlerin Isa Genzken und ihrer Kunstwerke. Der Artikel dokumentiert ihre Arbeiten, darunter eine Skulptur, die 1992 erstmals im Bode-Museum aufgestellt wurde. Dies war ein Meilenstein in ihrer künstlerischen Karriere während ihrer Ehe mit dem Maler Gerhard Richter. Die Sammlung zeigt Genzkens Einfluss auf die zeitgenössische Kunstszene und ihre technische Vielseitigkeit zwischen Malerei und Skulptur.
Isa Genzken: 75 Skulpturen (Ausstellung Neue Nationalgalerie)
Isa Genzken
Die Retrospektive zeigt 75 Skulpturen von Isa Genzken in der Neuen Nationalgalerie im direkten Dialog mit dem Mies-van-der-Rohe-Bau. Kurator Biesenbach wählte eine bewusst einfache chronologische Reihung als provokatives kuratorisches Statement, das auf den ersten Blick naiv wirkt, sich aber als künstlerisch erhellend erweist. Die unkonventionelle Anordnung demonstriert Genkzens künstlerische Entwicklung und Reife über mehrere Jahrzehnte und zeigt, wie konzeptuelle Kühnheit durch schlichte Mittel entstehen kann.
Isenheimer Altar
Matthias Grünewald
Der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald (1512-1516) zeigt eine drastische Darstellung des sterbenden Christus und wird als kulturelles Gegenbild zu einer modernen, schmerzfreien Gesellschaft diskutiert. Die intensive Leidenssymbolik des Altars wirkt erhellend in einer Zeit, die jeden Schmerz eliminieren möchte und dadurch möglicherweise an Intensität und Tiefe verliert. Das Werk hinterfragt, welchen Preis die Abschaffung von Leiden hat.