Kunst – E
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Earthrise
William Anders
William Anders war ein Astronaut der Apollo-8-Mission, der 1968 das ikonische Earthrise-Foto aufnahm – das erste Farbbild der Erde aus dem Weltraum. Dieses Bild gilt als Katalysator der modernen Umweltbewegung und verkörpert das berühmte Zitat: "Wir sind zum Mond geflogen, um den Mond zu erkunden, aber entdeckt haben wir die Erde." Anders verstarb kürzlich bei einem Flugzeugabsturz.
Ecce Homo (Wandgemälde in Borja)
Elias García Martínez
Ecce Homo ist ein Ölgemälde des spanischen Künstlers Elias García Martínez aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Werk zeigt Jesus Christus in klassischem Stil und hing lange Zeit in einer Kapelle in Borja, bis eine missglückte Restauration es 2012 weltweit berühmt machte. Das Gemälde ist historisch bedeutsam als Beispiel für tradierte religiöse Kunsttradition und wurde durch die Restaurations-Affäre zur kulturellen Ikone der modernen Internet-Kultur.
Eichenrelief (Nazi-Auftragsarbeit)
Ludwig Gies
Relief des Künstlers Ludwig Gies als Nazi-Auftragsarbeit, das im Foyer der Firmenzentrale von Ernsting's Family hing. Das Werk wurde zum Symbol eines Familienstreits über den Umgang mit NS-Kunstschätzen und reflektiert die problematische Kontinuität deutscher Kunstsammlungen nach 1945.
Ein Paar Schuhe
Vincent van Gogh
Van Goghs Gemälde alter Schuhe wird in Heideggers Essay „Ursprung des Kunstwerks" als philosophisches Beispiel für das Wesen echter Kunst analysiert. Der Artikel beleuchtet, wie dieses ikonische Werk die Verbindung zwischen authentischem Handwerk und künstlerischer Gestaltung verdeutlicht, eine Frage die auch für zeitgenössische Diskussionen über echten und designten Minimalismus relevant bleibt.
Ein Ziel
Kurt Bloch
Kurt Bloch reflektiert in diesem Gedicht mit dunklem Humor über die tödlichen Konsequenzen antifaschistischer Dichtung. Anlass war die Hinrichtung von vier Menschen, die wegen eines Schmähgedichts auf Hitler verurteilt wurden. Bloch stellt die provokante Frage, was mit ihm geschehen würde, da er selbst fast 400 solcher Gedichte verfasst hat – eine bedrückende Auseinandersetzung mit Zensur und politischer Verfolgung im Nationalsozialismus.
Einander ist alles, was wir haben
Jan Böhmermann
Jan Böhmermann zeigt im Haus der Kulturen der Welt eine Ausstellung mit dem Titel "Die Möglichkeit der Unvernunft", die vor allem eigene künstlerische Aktionen und Reaktionen auf seine Sendung "ZDF Magazin Royale" präsentiert. Zentral ist die handy-freie Zone – Besucher müssen Aufnahmegeräte abgeben, um den Fokus auf unmittelbare Gemeinschaftserfahrung statt individuellen Content zu legen. Die Installationen sind technisch hochwertig umgesetzt und behandeln vor allem bundesdeutsche Politik: Eine Butter-Büste Helmut Kohls, Spiegelarbeiten auf Friedrich Merz bezogen oder Grabsteine mit Namen der reichsten Deutschen. Dabei stellt sich die Frage, ob die Kunstwerke als eigenständiges Medium funktionieren oder vor allem als Vehikel für Böhmermanns persönliche politische Botschaften dienen.
Eleven Rooms
"Eleven Rooms" ist eine Ausstellung von Klaus Biesenbach und Hans-Ulrich Obrist, die Künstler in künstlerisch bedeutsamen Räumen fotografiert. Biesenbach nutzt seit etwa 15 Jahren dieselbe Kleidung als bewusste persönliche Uniform und dokumentiert dadurch zeitliche Kontinuität. Die Neufotografierung nach 15 Jahren zeigt, wie diese visuelle Konstanz einen Kontrast zu unsichtbaren persönlichen Veränderungen schafft und künstlerische Identität durch Konsequenz definiert.
Emerald Necklace (Green Necklace)
Frederick Law Olmsted
Frederick Law Olmsted schuf mit dem Emerald Necklace ein bahnbrechendes Grünflächensystem in Boston, das Olmsteds innovative Landschaftsarchitektur prägt und als bedeutender als der Central Park gilt. Das Projekt zeigt visionäre Ansätze zur Stadtgestaltung und beeinflusste nachfolgende Konzepte für die Stadt der Zukunft, wie Oswald Mathias Ungers' Begrünungspläne für Berlin.
Empire Vampire
Isa Genzken
Isa Genzken schafft in "Empire Vampire V (C)" eine Skulptur aus alltäglichen Materialien wie Kunststoffgras, Seidenblumen und Porzellanfiguren, die auf einem cellophanbespannten Sockel angebracht sind. Das Werk hinterfragt grundlegend die Rolle des Sockels in der Skulpturenkunst, indem Genzken ihn nicht als separate Basis, sondern als integralen Bestandteil der Kunstwerk-Architektur behandelt. Diese Herangehensweise ist eine kritische Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 – Genzken war in New York und erlebte, wie verletzlich auch architektonische Strukturen von vermeintlicher Macht sein können. Die Skulptur spiegelt ihre künstlerische Obsession wider, Spannung zwischen Zerstörung und Schöpfung, Zerfall und Aufbau zu erfassen, während sie gleichzeitig Modernismus und zeitgenössische Materialkultur kritisch hinterfragt.
Engel-Gemälde
Marc Chagall
Marc Chagall malte zahlreiche Engel-Motive, die sich durch ihre spirituelle und poetische Ausstrahlung auszeichnen. Im Podcast wird eines dieser Werke als Gedankenbrücke genutzt: Wie Schüler im Religionsunterricht ein Bild zunächst beschreiben und dann interpretieren, wird dieselbe Methode auf die Analyse von Wahlplakaten übertragen. Chagalls Engel symbolisieren hier ein methodisches Prinzip – das bewusste Trennen von Beschreibung und Deutung als analytischer Ansatz.
Entartete Kunst (Ausstellung 1937)
Die Ausstellung „Entartete Kunst" war eine NS-Propagandaschau von 1937, die moderne Kunstwerke absichtlich verunglimpfend präsentierte, um die Kunstideologie des Regimes zu verbreiten. Die als „degeneriert" diffamierten Werke wurden anschließend verkauft oder zerstört. Der Artikel der Bundeszentrale für politische Bildung dokumentiert dieses wichtige Kapitel der Kunstzensur und seine Auswirkungen auf die Kunstgeschichte.
Erwin Wurm Ausstellung (Gurken)
Erwin Wurm
Die Ausstellung mit Werken von Erwin Wurm in der Galerie Johann König in Berlin präsentiert surreale Kunstinstallationen zum Thema Gurke. Der österreichische Künstler transformiert alltägliche Objekte humorvoll und konzeptionell, indem er sie in neue künstlerische Kontexte setzt. Ein besonderes Merchandising-Produkt – eine Gurkenseife – verdeutlicht die spielerische und niedrigschwellige Auseinandersetzung des Künstlers mit Materialien und Wahrnehmung.
Es reitet der Tod
Wilhelm Petersen
Es reitet der Tod ist ein Gemälde des SS-Malers Wilhelm Petersen, das die dunkelste Periode der deutschen Geschichte widerspiegelt. Das Werk hing im Arbeitszimmer eines hochrangigen SS-Mitglieds auf Sylt und wurde zum Zeugnis der künstlerischen Verherrlichung durch das Naziregime. Für die Familiengeschichte des Eurotrash-Erzählers steht das Bild stellvertretend für die tiefe Verstrickung der eigenen Familie in die NS-Ideologie. Das Gemälde dokumentiert die kunsthistorische und ethische Dimension einer belasteten Vergangenheit.
Europa-Ölgemälde (Ausstellung Artlab Torstraße 218)
Rudi Hurzelmeier
Ölgemälde-Serie des preisgekrönten Karikaturisten Rudi Hurzelmeier, der seinen kritischen künstlerischen Blick auf Europa in Ölmalerei umsetzt. Teil einer Wahlkampf-Ausstellung der LINKEN in Berlin-Mitte, die auch im EU-Parlament geplant war.
Everydays: The First 5000 Days
Beeple
"The First 5000 Days" ist ein digitales Kunstwerk von Beeple, das 2021 für 69 Millionen Dollar verkauft wurde und damit einen Rekord für NFT-Kunstwerke setzte. Das Werk löste heftige Debatten über den Wert und die Legitimität von digitaler Kunst aus und wurde zum Katalysator für die öffentliche Diskussion über NFTs. Als eines der ersten Mainstream-Events im Kunstbereich prägte es die Wahrnehmung dieser neuen Technologie nachhaltig.