Ulf Poschardt – Was bedeutet es, liberal zu sein
Matze Hielscher & Ulf Poschardt
Ulf Poschardt, Herausgeber der Welt-Gruppe und Autor von "Shitbürgertum", spricht über seinen kompromisslosen Liberalismus, die Brutalität medialer Angriffe nach kontroversen Positionen und warum er rot-rot-grüne Milieus für die eigentlichen Konservativen hält. Er erzählt, wie er nach einer beruflichen Zäsur von der Abfindung einen Ferrari kaufte, wie seine Söhne ihn mit liebevoller Ehrlichkeit erden — und warum er inzwischen keine Brücken mehr bauen, sondern manche sogar abreißen will.
„Ich bin der Espresso. Ich bin der Doppio-Espresso ohne Milch und ohne Zucker. Und jeder kann für sich sagen, ich bin aber eher, ich lese lieber Cappuccino oder ein Chai Latte oder ein Fencheltee oder was auch immer. Und ich finde alles okay. Und wenn es andere provoziert, ist es deren Problem.“
Erwähnte Medien (49)
Shitbürgertum
Ulf Poschardt · 2025
Das Buch, das kein traditioneller Verlag publizieren wollte. In diesem scharfsinnigen und provokanten Essay entlarvt Ulf Poschardt einen neuen Sozialcharakter, der unsere Gesellschaft prägt und lähmt: den "Shitbürger". Mit einer unheilvollen Mischung aus Anmaßung und Untertanengeist inszeniert sich der Shitbürger als moralisch überlegener Retter der Welt - verteidigt dabei jedoch vor allem seine eigenen Privilegien und Interessen.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:02:19 „In diesem Jahr erschienen ist sein Buch Shitbürgertum und das ist... Wenn man es nett sagen möchte, eine Auseinandersetzung mit einem linksgrünen Milieu. Für mich las sich das allerdings wie eine Abrechnung.“
Matze Hielscher stellt seinen Gast Ulf Poschardt vor und nennt dessen aktuelles Buch als zentralen Gesprächsanlass. Er beschreibt es als Abrechnung mit dem linksgrünen Milieu, die ihn irritiert und provoziert hat – und genau deshalb wollte er mit dem Autor sprechen statt nur über ihn.
DJ Culture
Ulf Poschardt · 2015
L'histoire de la culture DJ du XXe siècle, propulsant le lecteur dans le XXIe siècle. De la première transmission radio, en 1906, jusqu'à la culture rave de cette fin de siècle, en passant par le hip-hop, le disco des années 60 et l'électronique allemande, l'ascension du DJ en tant que médium, producteur et gourou.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 00:02:33 „Seit seinem ersten Buch DJ Culture finde ich es immer interessant, wie er auf die Welt schaut. Ich habe aber festgestellt, dass sein Blick auf die Welt immer drastischer wird.“
Matze Hielscher ordnet sein langjähriges Interesse an Ulf Poschardt ein und nennt DJ Culture als dessen erstes Buch, das ihn damals schon fasziniert hat. Er stellt fest, dass Poschardts Weltsicht seitdem immer drastischer geworden ist.
Quiet Man
My Dad Is Dead, Mark Edwards
Post-Punk-Track, der künstlerische Integrität unabhängig von kommerziellem Erfolg symbolisiert. Ein Werk von stilistischer Tiefe, dessen Wert nicht an Streaming-Zahlen gemessen werden kann.
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:16:41 „Ich habe ja bevor wir hier unseren Podcast gemacht haben, habe ich dir ja Mark Edwards und die Band My Dad Is Dead und ab heute Morgen den Song Quiet Man entdeckt. Und ich glaube, das ist wahrscheinlich der Post-Punk-Musiker, der auf Spotify die wenigsten Monthly-Streams hat.“
Ulf Poschardt nutzt den Song als Gleichnis für seine Haltung zu Applaus und Anerkennung. Er schwärmt von einem Konzert der Band und argumentiert, dass man Applaus nie mit Qualität verwechseln sollte – wenige Streams sagen nichts über die Großartigkeit eines Künstlers aus.
Une Saison en Enfer (Eine Zeit in der Hölle)
Arthur Rimbaud · 2024
Explorez les abysses de l'âme humaine avec "Une Saison en Enfer" d'Arthur Rimbaud, un recueil de poèmes d'une intensité saisissante où la souffrance, la révolte et la quête de sens se rencontrent dans un tourbillon de passion et de désespoir. Préparez-vous à plonger dans l'univers tourmenté et visionnaire d'un des poètes les plus emblématiques de la littérature française. Suivez le voyage tumultueux de l'auteur alors qu'il explore les profondeurs de son être et les tumultes de sa conscience.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:33:51 „Rambo, man muss absolut modern sein. Das ist für mich eigentlich das alles Entscheidende, also Aristoteles, Neugier, Hegel, Fortschritt im Geiste der Freiheit, so.“
Ulf Poschardt nennt Rimbauds berühmtes Diktum 'Il faut être absolument moderne' als eines seiner zentralen Lebensprinzipien, neben Aristoteles' Neugier und Hegels Fortschrittsdenken. Die Transkription gibt 'Rambo' wieder, gemeint ist eindeutig Rimbaud.
Wir müssen reden (Taz-Text)
Ulf Poschardt
Wenn Exlinke über existierende Linke den Kopf schütteln: Wer die Welt verändern will, muss sie in ihrer Bewegung verstehen und aufhören, sich dieser entgegenzustellen. Wer stehen bleibt, hat Unrecht. Das Projekt der Moderne ist noch nicht vollendet
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:39:45 „Und dann habe ich in der Taz nochmal gesagt, ey Kinder, ihr könnt jetzt weiterhin so mit mir umgehen. Oder aber, und dann habe ich einen Text geschrieben, den kann sich jeder reinziehen, wer mag. Wir müssen reden.“
Poschardt beschreibt einen Text, den er für die Taz geschrieben hat, als Teil seiner langjährigen Brückenbau-Versuche ins linke Milieu. Der Text 'Wir müssen reden' war ein Appell an sein Herkunftsmilieu, den Dialog nicht abzubrechen.
Porträt von Anna Meier über Ulf Poschardt
Anna Meier
Die Journalistin Anna Meier porträtiert im Zusammenhang mit dem Stadtpark-Prozess Poschardt und seine Perspektiven. Das Porträt zeichnet sich durch genaue Beobachtung und Fairness aus, obwohl die Autorin eine andere politische Haltung vertritt. Sie vermeidet dabei polemische Schärfe und würdigt stattdessen Poschardt's habituell eher linke Sozialisation.
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:42:34 „Allen voran das Porträt von Anna Meier in der Zeit. Hab ich gelesen, ja. Das fand ich extrem fair. Da war nichts von der Schärfe eingedämmt, aber gleichzeitig hat sie halt so genau hingeguckt.“
Poschardt hebt ein Porträt von Anna Meier in der Zeit als eine der besten Auseinandersetzungen mit seinem Buch hervor. Er lobt, dass die Journalistin trotz ihrer linken Perspektive fair und genau hingeschaut habe — sie habe erkannt, dass er habituell eher links sozialisiert sei als konservativ.
Rezension von Shitbürgertum in der Süddeutschen Zeitung
Jens Christian Rabe
Ulf Poschardt veröffentlicht sein Buch "Shitbürgertum" nach Rückzug durch seinen Verlag nun im Selbstverlag. Das Werk ist eine polemische Abrechnung mit dem linken Bürgertum und der grünen Bewegung, die Poschardt mit provokanten Thesen und brachialem Ton konfrontiert. Der Titel basiert auf einer Aussage des argentinischen Präsidenten Milei, wonach Linke „Scheiße" seien – eine Gleichung, die Poschardt nutzt, um sein politisches Narrativ zu etablieren. Der Rezensent Philipp Bovermann von der Süddeutschen Zeitung würdigt zwar die rhetorische Geschicklichkeit dieser Provokation, wertet das Buch aber als Kulturkampfbeitrag, der unfreiwillig mehr über die rechte Polemik selbst enthüllt als über sein eigentliches Objekt.
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 00:43:21 „Dann gab es einen unfassbar klugen Text von Jens Christian Rabe in der Süddeutschen. Und der hat auch ganz wichtig darauf hingewiesen, ja, Ulf Poschert macht eigentlich da weiter, wo Reinhard Götz und Dietrich Dietrichsen aufgehört haben mit Pop als Politikstrategie.“
Poschardt empfiehlt die Rezension von Jens Christian Rabe in der Süddeutschen Zeitung als einen der besten Texte zu seinem Buch. Rabe habe die intellektuelle Linie von Rainald Goetz und Diedrich Diederichsen zu Poschardts Pop-als-Politik-Ansatz präzise nachgezeichnet.
Dennis Scheck Literatursendung (ARD)
Dennis Scheck · 2021
Dennis Scheck bespricht in dieser ARD-Literatursendung Wiglaf Poschardts Buch. Statt inhaltlich auf das Werk einzugehen, macht sich Scheck über Poschardts Zielgruppe lustig und lehnt das Buch pauschal als „rechtspopulistischen Unfug" ab. Die Sendung zeigt ein Beispiel für oberflächliche Literaturkritik ohne konstruktive Argumentation.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:44:10 „Am besten Dennis Scheck, der in dieser ARD-Literatur, was auch immer, Sendung, der dann halt so sich darüber lustig macht, dass ich sage, ich schreibe es eigentlich für die Leute im Tattoo-Studio, für die Leute in den Fußballstadien auf Tuning-Messen.“
Poschardt kritisiert Dennis Schecks Besprechung in einer ARD-Literatursendung als Beispiel für eine wenig hilfreiche Kritik. Scheck habe sich über Poschardts Zielgruppe lustig gemacht und das Buch als 'rechtspopulistischen Unfug' abgetan, statt sich inhaltlich auseinanderzusetzen.
Rezension von Shitbürgertum in der Frankfurter Rundschau
Jens Buchholz rezensiert Ulf Poscharidts Buch zur Kritik am linken Akademiker-Milieu. Die Rezension fällt vernichtend aus, gewinnt aber an intellektueller Substanz, weil der Rezensent Poscharidts akademischen Hintergrund und seinen Doktorvater Friedrich Kittler kennt und somit die theoretischen Bezüge einordnen kann.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:44:58 „Und es gab einen Totalverriss, aber auch auf einem super Niveau. In der Frankfurter Rundschau. Warum? Weil der Rezensenten meinen Doktorvater kannte, Friedrich Kittler. Und er sagt halt, ich bin natürlich verglichen mit meinem Doktorvater das hundertmal kleinere Licht.“
Poschardt ordnet die Frankfurter-Rundschau-Rezension als einen der wenigen qualitativ hochwertigen Verrisse ein, weil der Rezensent die intellektuelle Prägung durch Doktorvater Friedrich Kittler erkannte und einordnen konnte.
Mündig
Ulf Poschardt · 2020
Ohne Mündigkeit kann es keine Demokratie, keine offene Gesellschaft geben. Doch Autoritarismus, Moralismus und Technologisierung bedrohen das freie und selbstbestimmte Individuum. Neu ist, dass sich immer mehr Menschen auf diese Entmündigung freuen. Ulf Poschardt zeigt, wie wir uns die Mündigkeit als Abenteuer des Lebens bewahren können.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:46:42 „Mündig, by the way. Totaler Komplettausfall. Super besprochen worden, aber ich glaube, ich habe neun Bücher verkauft oder zwölf.“
Ulf beschreibt den kommerziellen Misserfolg dieses Buches, das aber gut rezensiert wurde
Dark Liberalism
Sven Gerst
Aufsatz von Sven Gerst im Magazin liberal der Naumann-Stiftung über vier neue Ansätze des modernen Liberalismus. Dark Liberalism beschreibt eine radikale, anti-elitäre Ausprägung des Liberalismus, die Politiker wie Javier Milei verkörpern.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:46:42 „Und da hat jetzt Sven Gerst so geguckt, FDP ist eigentlich erledigt, Liberalismus ist erledigt... Und dann gibt es als dritten Punkt Dark Liberalism.“
Ein Text im Magazin 'liberal' der Friedrich-Naumann-Stiftung, der Poschardts Position einordnet
Seite-3-Porträt über Ulf Poschardt
Anna (Die Zeit)
Porträt des Publizisten Ulf Poschardt, der die von ihm wahrgenommene linke Hegemonie in Staat und Kultur kritisch sieht und zu überwinden versucht. Der Artikel beleuchtet seine politischen Überzeugungen und seinen Antrieb, das Land durch eine andere Richtung verändern zu wollen.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:46:42 „der Text von Anna, In der Zeit, da auch auf der Seite 3, also für ein wirklich eher linksliberales Medium, finde ich A, mal beeindruckend, dass sie es gemacht haben“
Ein Porträt in der ZEIT über Ulf Poschardt, das er als bemerkenswert empfand
Cool
Ulf Poschardt · 2002
Even a global political watershed, such as the end of the Cold War, seems to have left a fundamental characteristic of cultural relations between the US and the rest of the world unchanged: American popular culture still stirs up emotion. American popular culture's products, artifacts, and practices entangle their consumers in affective encounters characterized by feelings of fascination, excitement, or even wholesale rejection.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:50:18 „Cool, auch grandios besprochen. Habe ich 24 Bücher verkauft und so.“
Poschardt erwähnt sein Buch 'Cool' als weiteres Beispiel für ein gut besprochenes, aber kommerziell gescheitertes Werk. Er nutzt es selbstironisch, um zu zeigen, dass er trotz ausbleibenden Erfolgs weitermacht.
Porsche-Buch
Ulf Poschardt · 2013
Ulf Posdhardts Porsche-Buch ist eines seiner kommerziell erfolgreichsten Werke neben DJ Culture. Das Buch behandelt die Geschichte und Kulturgeschichte der Automarke Porsche. Im Gegensatz zu vielen anderen seiner Publikationen erreichte es ein breites Publikum und erzielte deutlich bessere Verkaufserfolge.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 00:50:21 „Also DJ Culture verkauft und verkauft, es freut mich für eine Doktorarbeit, eher schön, das Porsche Buch verkauft und alles andere, wenn ich ehrlich bin, komplett. Also nix.“
Poschardt erwähnt sein Porsche-Buch als eines von nur zwei kommerziell erfolgreichen Büchern neben DJ Culture. Es dient als Kontrast zu seinen anderen Werken, die sich kaum verkauft haben.
Make Economy Great Again
Deutschland schmiert ab. Die deutsche Wirtschaft und Industrie stagniert, die Stimmung unter Unternehmern ist mies, Investoren machen einen weiten Bogen um den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die neue Regierung müsste die Wirtschaft ins Zentrum rücken, aber kaum jemand traut sich. Wie viel „Afuera“ braucht das Land und welche Art von Kulturkampf, damit Deutschland wieder boomt? Der Ökonom Daniel Stelter und WELT-Herausgeber Ulf Poschardt diskutieren über eine Volkswirtschaft im Niedergang – u...
🗣 Ulf Poschardt erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:52:13 „Was können wir machen mit dem Podcast, den ich mit Daniel Stelter mache? Make economy great again kriegen wir auch.“
Poschardt erwähnt seinen Podcast mit dem Ökonomen Daniel Stelter im Kontext der positiven Reaktionen auf sein Buch. Leser fragten, wie sie sich weiter engagieren könnten, und verwiesen auf den Podcast als Plattform für wirtschaftspolitische Themen.
Rede auf dem Karlsruher Parteitag
Angela Merkel · 2018
Lange Zeit haben die Deutschen Angela Merkel tatsächlich für alternativlos gehalten. Doch trotz einer Phase scheinbarer Beständigkeit kann mittlerweile kaum jemand die Augen vor der Wirklichkeit verschließen: Die Kanzlerin hat auf die Herausforderungen der Gegenwart keine Antworten. Merkel steht für nichts. Sie weicht Konflikten aus, anstatt klar Position zu beziehen, und hat keine politische Überzeugung, die sie nicht bereit wäre, für den Machterhalt jederzeit wieder aufzugeben.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:02:44 „Ich habe mir Merkels Rede auf dem Karlsruher Parteitag angehört. Damals hat sie im Grunde genommen, jeder Kanzler hat seine großen Herausforderungen. Adenauer, Westbindung, Willy Brandt, Ostpolitik, Helmut Schmidt, NATO-Doppelbeschluss und RAF, Helmut Kohl, die Wiedervereinigung und für sie ist die Flüchtlingsbewegung, Flüchtlingskrise, das war ihre Herausforderung.“
Poschardt analysiert Angela Merkels Rede auf dem CDU-Parteitag in Karlsruhe, in der sie die Flüchtlingskrise als ihre historische Kanzler-Herausforderung definierte. Er würdigt, dass Merkel in der Rede klar benannte, was alles getan werden müsste – kritisiert aber, dass davon kaum etwas umgesetzt wurde. Die Rede dient ihm als Beleg für das Versagen der Flüchtlingspolitik.
Seite-3-Reportage über einen schwulen Lehrer in Wedding
Im Deutschen Kaiserreich galt ab 1880 für Lehrerinnen ein striktes Eheverbot, das sogenannte Lehrerinnenzölibat. Die Begründung lautete, dass Frauen nicht gleichzeitig Familie und Beruf bewältigen könnten – eine Belastung, der man Männern durchaus zutraute, da diese vom Haushalt ihrer Ehefrauen profitierten. Die Historikerin Sabine Liebig erforscht diese Diskriminierung und zeigt, dass die Abschaffung des Zölibats durch die Weimarer Verfassung 1919 nicht wirksam wurde: Behörden setzten die Gleichberechtigung nicht um, und 1923 führte der Staat das Verbot durch eine Sparverordnung faktisch wieder ein. Erst 1951 wurde das Zölibat endgültig abgeschafft, während einige Lehrerinnen selbst das Verbot befürwortet hatten, weil sie unverheiratete Kolleginnen durch Ausfälle verheirateter Kolleginnen belastet sehen wollten. Heute besteht der Lehrerberuf überwiegend aus Frauen – eine historische Ironie.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:05:34 „Ich zitiere jetzt nur mal linke Medien. Süddeutsche Zeitung, die Seite 3 über den Lehrer Wasmohabit oder Wedding, der schwul war, das gesagt hat. Und dann nicht so gut in einem muslimisch-migrantischen Milieu.“
Poschardt zitiert bewusst eine Reportage aus der Süddeutschen Zeitung – einem ihm ideologisch eher fernstehenden Medium –, um seine These zu untermauern, dass die Probleme durch unkontrollierte Migration auch von linken Medien dokumentiert werden. Die Seite-3-Reportage handelt von einem schwulen Lehrer in Berlin-Wedding, der in einem muslimisch geprägten Umfeld Anfeindungen erlebte.
PISA-Studien
OECD
Die PISA-Studien der OECD untersuchen seit über 15 Jahren vergleichend die Schülerleistungen in Mathematik, Leseverständnis und Naturwissenschaften. Sie gelten als Beleg für Deutschlands Bildungskrise und zeigen, wie strukturelles Schulversagen zu mangelndem Lernerfolg führt.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:11:02 „Auch das hat einfach eins zu eins PISA-Studien, Migrationshintergrund, Schulnoten. Da können wir sagen, ignorieren wir jetzt oder nehmen es ernst.“
Poschardt verweist auf die PISA-Studien als empirischen Beleg für den Zusammenhang zwischen Migrationshintergrund und Schulleistungen. Er nutzt die Studienergebnisse als Argument dafür, dass das deutsche Bildungssystem bei der Integration versagt und die Probleme nicht länger ignoriert werden dürfen.
Seite-3-Artikel über schwulen Lehrer
SZ-Artikel über einen schwulen Lehrer in Berlin (Moabit oder Wedding). Der Artikel beleuchtet die Herausforderungen für offen homosexuelle Pädagogen in Umgebungen mit muslimisch-migrantischem Hintergrund und die damit verbundenen sozialen Konflikte.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:11:30 „Süddeutsche Zeitung, die Seite 3 über den Lehrer, war es Moabit oder Wedding, der schwul war, das gesagt hat. Und dann nicht so gut in einem muslimisch-migrantischen Milieu.“
Ulf zitiert einen SZ-Artikel als Beleg für Probleme mit Migration und Homophobie
Zapp Medienmagazin
NDR-Medienmagazin, das Journalismus und Medienberichterstattung kritisch analysiert. Untersucht, wie etablierte Medien über gesellschaftlich relevante Themen berichten und bewertet deren journalistische Qualität und Differenziertheit.
🗣 Ulf Poschardt erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:26:37 „Dass selbst der eher Linke und Springer nun wirklich nicht mögende Zapp Medienmagazin damals so gesagt hat, da habe ich mal eine Ausgabe gemacht, ich glaube, es war über 50 Seiten Welt, nur mit dieser Dreiteilung.“
Poschardt erwähnt eine Berichterstattung des NDR-Medienmagazins Zapp als Beleg für die Qualität seiner journalistischen Herangehensweise. Selbst das Springer-kritische Zapp habe anerkannt, dass die Welt mit ihrer Dreiteilung in Best-Case, Worst-Case und Real-Case-Szenarien in der Migrationsdebatte einen differenzierten Ansatz verfolgt habe.
Pressekonferenz zur Jugendpsychiatrie während Corona
· 2021
Die Studie beschäftigt sich mit den psychosozialen Belastungen von Eltern, Kindern und Jugendlichen während der Lockdown-Phasen in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie. Der Fokus liegt hierbei auf den Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen und Schulschließungen auf den mentalen und psychischen Gesundheitszustand.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:29:36 „Es gab drei Monate nach dem ersten Lockdown eine Pressekonferenz eines Leipziger Chefarztes für Jugendpsychiatrie. Und der hat gesagt, ich habe sowas noch nie erlebt, meine Praxis ist voll von jungen, misshandelten, missbrauchten Kindern und dieser Lockdown, gerade in sozial schwachen Familien, wir richten da einen nicht wiedergutzumachenden Schaden einer Generation an.“
Poschardt beschreibt eine Pressekonferenz eines Leipziger Chefarztes für Jugendpsychiatrie als Wendepunkt in seinem Denken über die Corona-Maßnahmen. Der Arzt berichtete, dass seine Praxis voll sei von misshandelten und missbrauchten Kindern – eine direkte Folge der Lockdown-Politik. Dieses Erlebnis habe Poschardts zunehmend kritische Haltung gegenüber den Lockdowns ausgelöst.
An die Toten
Kurt Tucholsky · 2026
»Soldaten sind Mörder« - Kurt Tucholsky Kurt Tucholsky ist eine Stimme, die in die Gegenwart hineinreicht: scharfzüngig, melancholisch, wütend und zutiefst menschlich. Diese Ausgabe versammelt Romane, Reportagen, Glossen, Gedichte und Essays eines Autors, der niemals einfache Antworten gab, sondern lieber die Fragen stellte, die uns alle betreffen.
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:36:25 „Ich empfehle immer meinen linken Freunden, habt ihr mal Kurt Tucholsky gelesen? Habt ihr mal gelesen, wo in der Weimarer Republik linke Satiriker, wie die über Politiker geschrieben haben.“
Poschardt empfiehlt das Werk Tucholskys als historischen Beleg dafür, dass scharfe politische Polemik eine lange linke Tradition hat. Er rechtfertigt damit seinen eigenen rauen Ton gegenüber der Linkspartei – wenn Tucholsky so über Politiker schreiben durfte, dürfe er das auch.
Außen vor den Toren
Erich Mühsam · 2017
Die Bücherverbrennungen in Deutschland von März bis Oktober 1933 waren eine Reihe von der NSDAP und einigen ihrer Unterorganisationen, wie der Hitlerjugend, der SA oder der Deutschen Studentenschaft geplanter und inszenierter Aktionen, bei der Studenten, Professoren und Mitglieder nationalsozialistischer Parteiorgane die Werke von ihnen verfemter Autoren ins Feuer warfen. Ein Schlüsselereignis war die durch den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB) am 10.
🗣 Ulf Poschardt erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:36:25 „Ein Ernst Toller übrigens, einer auch USPD-Ultralinker, wie der über andere Sozialdemokraten geschrieben hat, Tucholsky, Erich Müsam, also da kann ich gar nicht, 1000 linke Beispielen sein.“
Erich Mühsam wird zusammen mit Tucholsky und Toller als weiterer linker Satiriker und Autor der Weimarer Republik genannt, der scharfe politische Polemik betrieb. Poschardt führt diese Tradition an, um seinen eigenen Ton zu legitimieren.
Rede in Davos
Javier Milei · 2024
Als eine seiner ersten Amtshandlungen verringerte der Kettensägenmann Javier Milei die Zahl der argentinischen Ministerien von 22 auf 9. ¡Afuera! Der exzentrischePolit-Quereinsteiger, der aus dem Nichts kam, ohne Partei, ohne Struktur und die Verhältnisse im peronistischen Argentinien auf den Kopf stellte, ist der erste libertäre und bekennend anarcho-kapitalistische Präsident der Welt. Dieses Werk beleuchtet die Gründe für den wohl unglaublichsten Politikerfolg der jüngsten Vergangenheit.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:41:01 „Und wer die Rede von Millai in Davos gehört hat, einfach so ein total kluger Ökonomie-Professor zu sein. Das heißt, und jetzt sind wir beim Dark Liberalism, geh aus deinem Sprachspiel raus.“
Poschardt verweist auf Mileis Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos als Beleg dafür, dass man populistisch im Ton und gleichzeitig intellektuell in der Sache sein kann. Er sieht darin ein Modell für seinen 'Dark Liberalism'.
Dark Liberalism
Ulf Poschardt · 2025
Das Land ist müde, und seine Mitte ist es auch: Die Institutionen des 20. Jahrhunderts sind mit den Herausforderungen des 21. überfordert. Sie sind ausgelegt für das Verhandeln von Verteilungsfragen und die Verlangsamung von Neuem. Heute aber durchläuft die Gesellschaft wieder eine Phase des radikalen Wandels. Von Infrastruktur über Geopolitik, demokratische Teilhabe oder die Umwälzungen durch technologischen Fortschritt - überall muss gebaut, verändert, neu gedacht werden.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:45:37 „Und meine These ist, und da stimmen mir selbst die Rezensenten zu, die nicht meiner Meinung sind, dass wir eine kulturelle Dominanz eines Milieus haben, die diesen Diskurs in den vergangenen 40 Jahren selbstbewusst geprägt haben.“
Poschardt referenziert durchgehend sein aktuelles Buch, in dem er die kulturelle Hegemonie des links-grünen Milieus analysiert. Er beschreibt den historischen Bogen von der Gruppe 47 über 1968 bis heute und seine These, dass Liberale den Kulturkampf nie geführt haben. Das Buch erschien zunächst im Eigenverlag, weil sein regulärer Verlag es als zu heikel einstufte.
Die Freiheit führt das Volk
Eugène Delacroix
Eugene Delacroix' Revolutionsgemälde „Die Freiheit führt das Volk" ist eine ikonische Darstellung von Freiheit, die das Volk an der Spitze einer weiblichen Allegorie zeigt. Der Artikel untersucht die Symbolik und Interpretation dieses Meisterwerks. Im Podcast wird das Gemälde als prägend für Pochhardts Freiheitsverständnis erwähnt – es hing in seinem Kinderzimmer und symbolisiert seinen Wertekanon, den er heute in politischen Debatten verteidigt.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:46:51 „Ich bin dankbar, aufgewachsen zu sein in einem sehr, sehr politisierten Alltag, in dem ich zwischen Stag-Plakaten und bei mir im Kinderzimmer hing, Delacroix, die Freiheit führt das Volk an. Das sind ja Sachen, die mir weiterhin wichtig sind.“
Poschardt erzählt von seiner Kindheit in einem linken Elternhaus und erwähnt Delacroix' berühmtes Revolutionsgemälde, das in seinem Kinderzimmer hing. Er nutzt es als Symbol für seinen eigenen Freiheitsbegriff, den er heute gegen die Linke wendet.
Gefängnishefte
Antonio Gramsci · 1992
Antonio Gramscis Gefängnishefte enthalten das berühmte Zitat über Umbruchzeiten: „Die alte Welt ist untergegangen, die neue ist noch nicht geboren. Es ist die Zeit der Monster." Der italienische Marxist schrieb diese Reflexionen während seiner Haft in den 1930ern auf und analysierte damit, wie gesellschaftliche Krisen die menschliche Natur verändern. Das Zitat bleibt relevant, weil es erklärt, warum Menschen in Zeiten großer Veränderung zu extremeren Verhaltensweisen neigen – ein zentrales Thema für das Verständnis von Kultur, Politik und Literatur.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:48:12 „Und dann gibt es ja so einen zweiten großen Denker, der glaube ich da wichtig ist, Antonio Gramsci, ein italienischer Kommunist auch, der hat gesagt, kulturelle Hegemonie.“
Poschardt verweist auf Gramscis Konzept der kulturellen Hegemonie als theoretischen Schlüssel seiner Analyse. Er argumentiert, dass rot-rot-grüne Milieus Gramscis Strategie – erst die Kultur dominieren, dann die Politik – in den letzten Jahrzehnten erfolgreich umgesetzt haben.
Dennis Scheck Besprechung Shitbürgertum
Dennis Scheck
Fernsehbesprechung des Literaturkritikers Denis Scheck aus der ARD-Sendung DAS!, in der er aktuelle Bücher und Publikationen vorstellt und analysiert. Die Episode wurde von Podcaster Ulf Poschardt auf Instagram geteilt und empfohlen. Schrecks scharfsinnige und unterhaltsame Kritiken bieten tiefe Einblicke in literarische Neuerscheinungen und kulturelle Debatten.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 01:53:59 „Wie Dennis Scheck, das ist ja die ARD, die es so richtig festgestellt hat... Und Dennis schickt die Besprechung. Wer sie sehen will, habe ich auf Instagram gepostet. Die ist so gut.“
Ulf verweist auf eine TV-Buchbesprechung von Dennis Scheck, die er auf Instagram geteilt hat
Dennis Schecks Besprechung von Dark Liberalism
Dennis Scheck
Dennis Scheck bespricht Ulf Poschildts Buch "Dark Liberalism" in einer rund 90 Sekunden langen Fernsehkritik, die auf Instagram viral ging. In der prägnanten Analyse arbeitet der bekannte Buchkritiker die Ressentiments gegen liberale Intellektuelle und ihre Positionen heraus. Poschardt würdigt Schecks Fähigkeit, komplexe Vorwürfe und gesellschaftliche Vorbehalte in kürzester Form pointiert zu erfassen.
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 01:58:14 „Und Dennis schickt die Besprechung. Wer sie sehen will, habe ich auf Instagram gepostet. Die ist so gut. Die sind in einer Minute 50 Sekunden all die Ressentiments, die es gegen Leute wie uns gibt, einfach so schön auf den Punkt gebracht.“
Poschardt empfiehlt Dennis Schecks TV-Besprechung seines Buches, die er auf Instagram geteilt hat. Er schätzt, dass Scheck in anderthalb Minuten die Ressentiments gegen liberale Positionen pointiert zusammenfasst – obwohl Scheck ihn als jemanden beschreibt, der 'für einen Pöbel schreibt'.
Bill Maher Show
Bill Maher
Bill Mahers offizielle Website zu seiner Comedy-Sendung präsentiert Inhalte zu aktuellen Themen mit kritischer, unabhängiger Perspektive. Der Moderator und Comedian behandelt politische und gesellschaftliche Fragen humorvoll und hinterfragend, ohne sich dabei an Parteilinien zu orientieren. Die Show richtet sich an Zuschauer, die eine Mischung aus satirischem Entertainment und eigenständigem Journalismus schätzen.
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:01:14 „Bill Maher, ein Demokrat, der diese super Comedy-Sendung macht, kann ich nur allem empfehlen.“
Ulf empfiehlt Bill Mahers Sendung als Beispiel für unparteiischen Journalismus in den USA
Kevin – Allein zu Haus
Chris Columbus · 1990
Schon lange hat die Familie McCallister den Urlaub in Europa geplant, und alle sind bereit, am nächsten Morgen endlich loszufliegen. Doch leider verschlafen alle, und alles wird sehr hektisch und unübersichtlich, weil sie das Flugzeug nicht verpassen wollen. Irgendwo über dem Atlantik stellen sie fest, dass sie Kevin, den jüngsten Sohn der Familie, zu Hause vergessen haben. Und der muss nun alleine klar kommen, und das Haus gegen Einbrecher und böse Nachbarn verteidigen.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 02:03:23 „Seine Auftritte in Kevin-Alain-Zuhause, in Sex in the City, das ist ja eine popkulturelle Ikone. Und nur deshalb konnte er so einen Wahlkampf führen.“
Poschardt führt Trumps Cameo-Auftritte in Filmen und Serien als Beleg dafür an, dass Trump eine popkulturelle Ikone ist. Diese kulturelle Verankerung habe seinen Wahlkampferfolg erst möglich gemacht.
Sex and the City
Darren Star · 1998
Die Protagonistinnen sind vier New Yorker Frauen, deren amouröse und sexuelle Erlebnisse und Freundschaft ebenso wie ihre Auseinandersetzungen, Diskussionen und Gedanken zu fast allen Fragen menschlicher Beziehungen dargestellt werden.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 02:03:23 „Seine Auftritte in Kevin-Alain-Zuhause, in Sex in the City, das ist ja eine popkulturelle Ikone. Und nur deshalb konnte er so einen Wahlkampf führen.“
Im selben Atemzug wie 'Kevin allein zu Haus' nennt Poschardt Trumps Auftritt in 'Sex and the City' als weiteres Beispiel für dessen popkulturelle Präsenz, die seinen politischen Erfolg fundiert habe.
Politically Incorrect
Bill Maher · 1993
Scharfsinnige Comedy-Talkshow mit kritischem Blick auf Politik und Gesellschaft. Die Sendung verbindet Humor mit journalistischen Debatten zu aktuellen Themen und präsentiert gezielt überparteiliche Perspektiven, die ideologische Grenzen sprengen.
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:04:50 „Bill Maher, ein Demokrat, der diese super Comedy-Sendung macht, kann ich nur allem empfehlen.“
Poschardt nennt Bill Mahers Comedy-Sendung als Vorbild für überparteilichen Journalismus. Er zählt Maher neben Bari Weiss zu den 'Nonpartisans', die er als mediale Vorbilder in den USA schätzt.
Real Time with Bill Maher
Bill Maher · 2003
Wöchentliche Comedy-Talkshow, in der aktuelle politische und gesellschaftliche Themen satirisch kommentiert werden. Mit renommierten Gästen diskutiert die Show progressives Amerika und innerdemokratische Debatten kritisch-witzig. Der Ton ist pointiert und kontrovers.
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:04:50 „Meine Vorbilder in den USA medial sind die Leute, die dazwischenstehen, Nonpartisans sind. Barry Weiss, eine geschätzte Kollegin. Bill Maher, ein Demokrat, der diese super Comedy-Sendung macht, kann ich nur allem empfehlen.“
Poschardt nennt Bill Mahers aktuelle TV-Sendung als explizite Empfehlung und Vorbild für überparteilichen Journalismus. Dies ist seine aktuelle HBO-Show, nicht die bereits gelistete frühere ABC-Sendung 'Politically Incorrect'.
Grammophon, Film, Typewriter
Friedrich Kittler · 1986
Friedrich Kittlers »Grammophon, Film, Typewriter« vertritt die These, dass nicht Künstler, sondern die Ingenieure, die Produktionsmittel revolutionieren, die eigentlichen Kulturschöpfer sind. Das Werk war die intellektuelle Grundlage für die Analyse von DJs als neue Autoren, die durch Remixing und Sampling die Produktionsmittel der Musik neu definieren und so Kultur aktiv gestalten, statt sie nur zu reproduzieren.
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:10:21 „Und dann gab es eigentlich nur einen, der das verstanden hat, weil Friedrich Kittler, ein Filmgrammophon, Typewriter, eine Kultur- und Mediengeschichte geschrieben hat, deren Grundthese ist, nicht die Poeten, Filmemacher und Musiker sind die Genies, sondern die Ingenieure, die die Produktionsmittel revolutionieren.“
Poschardt erklärt, warum Friedrich Kittler sein Doktorvater wurde. Kittlers Buch 'Grammophon, Film, Typewriter' mit seiner These, dass technische Ingenieure die eigentlichen kulturellen Revolutionäre sind, war der intellektuelle Rahmen für Poschardts Doktorarbeit über DJs als neue Autoren.
Bauhaus-Grafik (Grammophon)
László Moholy-Nagy
Das Bauhausbuch von László Moholy-Nagy dokumentiert sein innovatives Werk an der Schnittstelle von Malerei, Fotografie und Film. Eine Grafik des Künstlers, die ein Grammophon zeigt, war der Ausgangspunkt für Friedrich Kittlers einflussreiches Werk „Grammophon, Film, Typewriter" und symbolisiert Moholy-Nagys Fähigkeit, technische Medien künstlerisch zu erforschen. Das Buch illustriert damit einen Schlüsselmoment der Mediengeschichte, in dem Kunsthandwerk und Technologie verschmelzen.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 02:11:10 „Und dann gibt es auf Seite 123 in dem Buch, hat er so eine Bauhausgrafik von Moholy-Nagy gesehen, wo ein Grammophon als Grafik so gescratcht ist. Und er hat gesagt, das ist ja einfach eine Grafik wie die DJs sie gescratcht hätten.“
Poschardt beschreibt, wie Friedrich Kittler in 'Grammophon, Film, Typewriter' auf Seite 123 eine Bauhaus-Grafik von Moholy-Nagy entdeckte, die ein Grammophon zeigt. Diese Grafik war für Poschardt der Schlüssel, um Kittler als Doktorvater anzusprechen.
Alte Weiße Männer
Sophie Passmann · 2019
»Beweis erbracht: Unbestechlichen Feminismus gibt es auch in lustig. Sogar in sehr lustig! Großartig!« Anne Will. Sophie Passmann ist Feministin und so gar nicht einverstanden mit der Plattitüde, der alte weiße Mann sei an allem schuld. Sie will wissen, was hinter diesem Klischeebild steckt und fragt nach: Ab wann ist man ein alter weißer Mann? Und kann man vielleicht verhindern, einer zu werden? Sophie Passmann gehört zu einer neuen Generation junger Feministinnen; das sind Frauen, die stolz, l...
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:15:58 „Ich habe einen alten Beitrag über dich gelesen von Sophie Passmann in Alte Weiße Männer und da kommt von dir ein Satz drin vor, Feindbilder sind Dinge, mit denen man spielt.“
Matze zitiert aus Sophie Passmanns Buch 'Alte Weiße Männer', in dem ein Interview mit Poschardt enthalten ist. Das Buch wird mehrfach im Gespräch aufgegriffen – Poschardt lobt es als gelungenes Werk, das mit Facetten und Feindbildern spielt, und freut sich für Passmanns Erfolg.
Porträt über Ulf Poschardt
Philipp Oehmke
Fast täglich haut er Kommentare raus, sein aktuelles Buch steht der Drastik von Trump und Musk in nichts nach. Ist »Welt«-Herausgeber Poschardt zu weit rechts abgebogen? Besuch bei einem Entfesselten.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:30:58 „es gibt ein Porträt, ich meine das war von Philipp Oehmke, im Spiegel, wo du sagst, dass dein Rauswurf bei der SZ deine Urszene für die aktuelle Entwicklung ist“
Matze bezieht sich auf ein Spiegel-Porträt über Poschardt
Anpassen
Ulf Poschardt · 2015
The logic of modernity is an ironical logic. Modern irony, a flash of genius produced by Romantic theorists, is first discussed, e.g. in Hegel and Kierkegaard, as an ethical problem personified in figures such as the aesthete, the seducer, the flaneur, or the dandy. It fully develops in the novel, the modern genre par excellence: in novels of the early 19th century no less than in those of postmodernity or in those of the masters of citation, parody, and pastiche of classical modernism (Musil, J...
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 02:32:32 „Nach die Check-Culture kam dann das Mode-Theorie-Anpassen. Es war schon viel, viel melancholischer. Und dann cool wurde richtig düster.“
Poschardt rekapituliert seine intellektuelle Entwicklung anhand seiner Bücher. Nach DJ Culture folgte das modetheoretische Buch 'Anpassen', das melancholischer war, gefolgt von 'Cool', das noch düsterer ausfiel.
Spiegel-Porträt über Ulf Poschardt
Philipp Oehmke
Fast täglich haut er Kommentare raus, sein aktuelles Buch steht der Drastik von Trump und Musk in nichts nach. Ist »Welt«-Herausgeber Poschardt zu weit rechts abgebogen? Besuch bei einem Entfesselten.
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 02:34:40 „Es gibt ein Porträt, ich meine das war von Philipp Oehmke, im Spiegel, wo du sagst, dass dein Rauswurf bei der SZ deine Urszene für die aktuelle Entwicklung ist.“
Matze Hielscher referenziert ein Spiegel-Porträt von Philipp Oehmke über Ulf Poschardt, in dem der Rauswurf beim SZ-Magazin als prägende Urszene für Poschardts weitere Entwicklung beschrieben wird. Poschardt widerspricht dieser Deutung.
Interstellar
Christopher Nolan · 2014
Was Wissenschaftler, Politiker und Aktivisten seit Jahrzehnten prophezeien, ist eingetreten: Die Menschheit steht kurz davor, an einer globalen Nahrungsknappheit zugrunde zu gehen. Die einzige Hoffnung der Weltbevölkerung besteht in einem geheimen Projekt der US-Regierung, das von dem findigen Wissenschaftler Professor Brand geleitet wird. Der Plan sieht vor, eine Expedition in ein anderes Sternensystem zu starten, wo bewohnbare Planeten, Rohstoffe und vor allem Leben vermutet werden.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 02:42:08 „Kennst du Interstellar, die Szene, wo der da so weinend drin sitzt und dann geht alles ganz schnell und er hat so einen Time Warp. Ich bin in zwei Wochen vom emotional 17-Jährigen emotional 33 geworden, der ich sein müsste.“
Poschardt nutzt die berühmte Zeitdilatations-Szene aus Interstellar als Metapher für seine eigene emotionale Reifung während des Tom-Kummer-Skandals. So wie Cooper im Film Jahrzehnte in Minuten durchlebt, sei er in nur zwei Wochen vom emotional Jugendlichen zum Erwachsenen gereift – eine schmerzhafte, aber prägende Erfahrung.
Deutschlandfunk-Interview mit Ulf Poschardt
Korbinian (Deutschlandfunk)
Verstehen, was Deutschland und die Welt bewegt – mit dem „Deutschlandfunk aktuell“-Podcast. Welche Themen bestimmen den Tag? Warum sind sie relevant und was bedeuten sie für mich? Hier finden Sie aktuelle Informationen, einordnende Berichte und hintergründige Gespräche mit Korrespondentinnen, Politikern und Expertinnen im In- und Ausland, ergänzt durch aktuelle Wirtschaftsberichte.
🗣 Matze Hielscher erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:55:25 „ich habe jetzt auch dein Interview gehört im Deutschlandfunk“
Matze bezieht sich auf ein aktuelles Interview im Deutschlandfunk, über dessen Moderator sie diskutieren
Wohlstand für Alle
Ludwig Erhard · 2020
Der Titel des Buches Wohlstand für Alle ist zu einem verbreiteten Slogan geworden. Von Sahra Wagenknecht bis Friedrich Merz berufen sich noch heute viele unterschiedliche Politiker auf Ludwig Erhards Konzept der Sozialen Marktwirtschaft. In der Tat sind seine beiden Kernideen bis heute aktuell und gültig: Die freie Wirtschaft muss vor staatlichen Eingriffen sowie vor Kartellen und Monopolen geschützt werden, und die überkommene Situation einer dünnen Oberschicht, die einer breiten Unterschicht g...
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:04:11 „Und das Ludwig-Ehrer-Zitat, der hat ja dieses wunderbare Buch geschrieben, wo ich dann für alle... Und das war eigentlich der Versuch, die Deutschen, die in Sachen Marktwirtschaft versöhnt, nämlich eine Form von sozialem Ausgleich und erfolgreicher Marktwirtschaft.“
Im Kontext einer Diskussion über funktionierende Marktwirtschaft verweist Poschardt auf Ludwig Erhards Klassiker als Grundlage der sozialen Marktwirtschaft. Er beschreibt das Buch als den Versuch, die Deutschen mit der Marktwirtschaft zu versöhnen, indem sozialer Ausgleich und wirtschaftlicher Erfolg verbunden werden – eine Balance, die Deutschland seiner Meinung nach inzwischen verloren hat.
Die Gesellschaft des Spektakels
Guy Debord · 1971
Guy Debords Klassiker „Die Gesellschaft des Spektakels" ist eine grundlegende Kritik der modernen Konsumgesellschaft und Massenmedienkultur. Das 1967 veröffentlichte Werk des französischen Situationist analysiert, wie mediale Repräsentationen und spektakuläre Inszenierungen die Wahrnehmung und Realität prägen. Die anarcho-theoretischen Konzepte Debords haben tiefgreifenden Einfluss auf Kulturkritik, Philosophie und künstlerische Praxis ausgeübt.
🗣 Ulf Poschardt empfiehlt aktiv bei ⏱ 03:15:29 „Die Texte von Guy Debord sind einfach absolut brillant. Und ja, wenn ich darüber wieder schreibe, wächst Deutschland mit 4,5 Prozent“
Ulf nennt Debord als den Autor, über den er am liebsten wieder schreiben würde, statt über Politik
Macht kaputt, was euch kaputt macht
Ton Steine Scherben
Macht kaputt, was euch kaputt macht ist ein 1969 von Rio Reiser (Musik) und Norbert Krause (Text) geschriebenes Lied, das 1970 von der deutschen Politrock-Band Ton Steine Scherben als Single und 1971 auf deren Debütalbum Warum geht es mir so dreckig veröffentlicht wurde. Der Slogan „Macht kaputt, was euch kaputt macht“ wurde im Umfeld der deutschsprachigen Autonomen, beispielsweise in der Hausbesetzerbewegung und in neoanarchistischen Kreisen, im Anschluss an die Studentenbewegung der 1960er Jah...
🗣 Matze Hielscher referenziert bei ⏱ 03:16:32 „Wir machen natürlich Tonsteine Scherben. Macht kaputt, was euch kaputt macht.“
Matze und Ulf wetten um eine Schallplatte in der Frage, ob der Gini-Koeffizient in Deutschland steigt oder sinkt. Matze schlägt als seinen Wetteinsatz das Album von Ton Steine Scherben vor – passend zum rebellischen Grundton des Gesprächs.
Alle gegen alle
Slime
Alle gegen Alle ist das dritte Musikalbum der deutschen Punkband Slime. Es erschien am 15. April 1983 über Aggressive Rockproduktionen.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 03:16:41 „Das wäre deine Platte, ich würde sagen. Meine Platte wäre jetzt natürlich Slime, alle gegen alle. Ja, okay, gut, dann machen wir das. Das ist super.“
Als Gegenstück zu Matzes Ton-Steine-Scherben-Platte setzt Ulf auf Slimes Punkrock-Klassiker als seinen Wetteinsatz. Beide Platten werden als 'großartig' gewürdigt – die Wahl spiegelt beider Affinität zur Punkkultur wider.
Die Revolution der Gesellschaft der Spektakel
Guy Debord · 1996
Guy Debord war ein französischer Philosoph und Gründer der Situationistischen Internationale, dessen theoretisches Werk sich kritisch mit Massenmedien, Konsumgesellschaft und dem Spektakel auseinandersetzt. Sein Buch „Die Gesellschaft des Spektakels" zählt zu den einflussreichsten kunsttheoretischen Werken des 20. Jahrhunderts und bietet eine fundierte Analyse darüber, wie Bilder und Inszenierungen das menschliche Leben durchdringen. Debords Ideen sind bis heute für Kunstkritik, Kulturtheorie und Medienanalyse relevant und bilden eine wichtige Brücke zwischen den künstlerischen Avantgarden des Surrealismus und Dadaismus zu modernen Debatten über digitale Medien und Infosphäre.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 03:19:05 „Alles ist gut in dem Land, wenn ich wieder über Guy Debord schreiben kann. Die Texte von Guy Debord sind einfach absolut brillant.“
Auf Matzes Wunsch, Ulf möge wieder mehr über Kunst schreiben, nennt Poschardt Guy Debord als den Autor, über den er am liebsten schreiben würde. Er bezeichnet Debords Texte als 'absolut brillant' und den Situationismus als die beste Fortführung von Surrealismus und Dadaismus.
Lipstick Traces
Greil Marcus · 1990
Greil Marcus, author of Mystery Train, widely acclaimed as the best book ever written about America as seen through its music, began work on this new book out of a fascination with the Sex Pistols: that scandalous antimusical group, invented in London in 1975 and dead within two years, which sparked the emergence of the culture called punk.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 03:19:14 „Das ist der Gründer des Situationismus. Der letzte große avantgardistische Kunstbewegung und die bis heute eigentlich, also bis auf das fantastische Buch von Grail Marcus, etwas unter dem Radar fliegt, wie man auch an deiner Nachfrage merkt.“
Ulf Poschardt erklärt seine Begeisterung für Guy Debord und den Situationismus. Er verweist auf Greil Marcus' Buch als die einzige bedeutende Aufarbeitung dieser Kunstbewegung, die ansonsten unter dem Radar fliege. Das Buch wird als 'fantastisch' gelobt.
Die gebende Hand
Peter Sloterdijk · 2012
»Ich möchte in diesem Band meine konfliktträchtige These noch einmal erläutern, wonach in einer demokratischen Gesellschaft Steuern aus Zwangserhebungen in freiwillig erbrachte Bürgerspenden für das Gemeinwesen umgewandelt werden müßten – für eine Anfangszeit zu einem bescheidenen Prozentsatz, später progressiv in höheren Proportionen.
🗣 Ulf Poschardt referenziert bei ⏱ 03:27:11 „Das hat Sloterdijk mal so schön geschrieben in dem Essay über die gebende Hand. In dem Moment, wo du den Staat so in seinen Mitteln so beschneidest, kann er sich nicht mehr viel erlauben.“
Im Kontext seines Gedankenexperiments einer 25-Prozent-Pauschalsteuer zitiert Poschardt Sloterdijks Essay zur Unterstützung seiner These: Ein finanziell beschnittener Staat könne keine überbordenden Subventionen mehr verteilen, was er als wünschenswert betrachtet.