Episoden von Lanz & Precht

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Lanz & Precht

Mediale Zielscheibe - Der Fall Brosius-Gersdorf

Markus Lanz & Richard David Precht

Im Mittelpunkt steht der Fall Frauke Brosius-Gersdorf, einer Verfassungsrechtlerin aus Potsdam, die als mögliche Bundesverfassungsrichterin zum Ziel einer beispiellosen medialen Kampagne wurde — inklusive Morddrohungen und dem Vorwurf, eine linksradikale Aktivistin zu sein. Lanz beschreibt, wie er im Interview eine sichtlich erschütterte Frau erlebte, die kein Medienprofi ist, sondern eine brillante Juristin, deren Positionen — etwa zur Abtreibung, Impfpflicht und zum Gendern — systematisch verzerrt und aus dem Kontext gerissen wurden. Besonders absurd: Sie war für den zweiten Senat vorgesehen, der mit Abtreibungsfragen gar nicht befasst ist, und Precht zerlegt die Etikettierung als "links" als historisch zufällige Zuordnung ohne inhaltliche Substanz.

Lanz & Precht

Ungeschwaerzt - muessen wir Jens Spahn so viel verzeihen

Markus Lanz & Richard David Precht

Karl Lauterbach sorgte kürzlich in der Sendung für einen denkwürdigen Moment: Konfrontiert mit dem völlig geschwärzten Suddorf-Bericht zur Maskenaffäre, kommentierte er die großflächigen Schwärzungen trocken mit einem entwaffnenden Einzeiler. Im Zentrum steht die Aufarbeitung von Jens Spahns Masken-Beschaffung in der Pandemie — er hatte das Thema damals zur persönlichen Chefsache erklärt, vergleichbar mit Helmut Schmidts Auftreten bei der Hamburger Sturmflut.

Lanz & Precht

Unter Geiern

Markus Lanz & Richard David Precht

Richard David Precht berichtet von seinem Ausflug zum Kairo-Felsen nahe dem Mont Ventoux, einem der wenigen Orte Europas, an dem alle vier europäischen Geierarten zu beobachten sind — darunter 300 Gänsegeierpaare, zwölf Mönchsgeierpaare, ein verirrter Schmutzgeier und ein einzelner Bartgeier. Bei 36 Grad klettert er auf den westernhaften Felsen, über dem Dutzende Geier kreisen, und trifft dabei auf nichts als ein dehydriertes holländisches Pärchen.

Lanz & Precht

US-Angriff und Nato-Gipfel - Wie umgehen mit Trump

Markus Lanz & Richard David Precht

Eine aufgewühlte Debatte über den US-Angriff auf den Iran und das Versagen der deutschen Regierung, diesen klar als Völkerrechtsbruch zu benennen. Precht kritisiert scharf, dass der Bundeskanzler den Angriff sogar gutgeheißen habe, während Außen- und Verteidigungsminister herumeierten — und fragt, wie Europa ein eigenständiger Pol in der multipolaren Weltordnung werden will, wenn es nicht einmal die eigenen Werte ernst nimmt.

Lanz & Precht

Israel und das Voelkerrecht - mit Kai Ambos

Markus Lanz & Richard David Precht

Auslöser der Folge ist Israels Angriff auf den Iran und Friedrich Merz' umstrittener Satz, Israel erledige damit die 'Drecksarbeit' für den Westen. Völkerrechtler Kai Ambos wird zugeschaltet, um die zentrale Frage zu beleuchten: Ist Israels Militärschlag ohne unmittelbaren iranischen Angriff völkerrechtlich zu rechtfertigen — oder markiert die Reaktion des Bundeskanzlers einen gefährlichen Dammbruch, bei dem das Recht des Stärkeren die Stärke des Rechts verdrängt?

Lanz & Precht

Trumps Strippenzieher - Tech-Oligarch Peter Thiel

Markus Lanz & Richard David Precht

Die Episode widmet sich dem Silicon-Valley-Investor und neurechten Vordenker Peter Thiel, der maßgeblich dazu beigetragen hat, Donald Trump ins Weiße Haus und J.D. Vance ins Amt des Vizepräsidenten zu bringen. Anlass ist ein sechsteiliger Deutschlandfunk-Podcast von Fritz Espenlaub über Thiel, dessen Biografie von der Uranmine im Apartheid-Südafrika über die PayPal-Gründung mit Elon Musk bis zu seinem Überwachungskonzern Palantir reicht — garniert mit einem libertären Inselstaat in Honduras und dem Wunsch, sich nach dem Tod einfrieren zu lassen.

Lanz & Precht

Verlustangst - Populisten sind gute Verlustunternehmer

Markus Lanz & Richard David Precht

Anlässlich des Treffens zwischen Friedrich Merz und Donald Trump diskutieren die beiden, welches Europa da eigentlich auf welches Amerika trifft. Precht analysiert, wie Merz als Vertreter des liberal-demokratischen Kerneuropas mit einer zunehmend brüchigen Allianz nach Washington reist — während Orbán, die Wahl in Rumänien und die gespaltene polnische Politik zeigen, dass dieses Kerneuropa bald ein Resteuropa sein könnte. Inspiriert von Ivan Krastev ziehen sie die Parallele zu 1989: So wie damals die Sowjetunion aufhörte, ein kommunistischer Staat zu sein, höre Amerika heute auf, eine liberale Supermacht zu sein.

Lanz & Precht

Afrika - Der vergessene Kontinent

Markus Lanz & Richard David Precht

Frisch zurück aus dem Senegal, wo sie für eine Migrations-Reportage recherchiert haben, widmen sich die beiden den Klischees und Zerrbildern, die Europa von Afrika hat. Lanz erzählt, wie ihn die Gesichter der Menschen in Dakar und zuvor in Syrien bis tief in die Nacht am Bildschirm nicht loslassen — und wie der Moloch Dakar mit seinen Millionen, von denen viele nirgendwo registriert sind, einen regelrecht umhaut. Dabei wird schnell klar: Afrika ist kein ferner Kontinent, sondern ein Ort, an dem sich gerade Europas eigene Zukunft entscheidet.

Lanz & Precht

Sagen was ist - Wie gefaehrdet ist unsere Meinungsfreiheit

Markus Lanz & Richard David Precht

Die Episode kreist um die Frage, wie weit Meinungsfreiheit reicht — und wo sie durch den Digital Service Act der EU unter Druck gerät. Ausgangspunkt ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, wonach Meinungen unabhängig von Wahrheitsgehalt oder Gefährlichkeit geschützt sind, was in Spannung zu den neuen EU-Begriffen 'Desinformation' und 'Hassrede' steht. Im Gedenken an Gerhard Baum wird an eine liberale Tradition erinnert, die Meinungsfreiheit auch für politische Gegner verteidigte.

Lanz & Precht

Momentum fuer die Ukraine

Markus Lanz & Richard David Precht

Nach dem Ultimatum von Merz, Macron und Starmer an Putin streiten die beiden darüber, ob Erpressung oder Einladung der bessere Weg zum Frieden ist — Precht hält das Ultimatum für diplomatisch verfehlt, Lanz verteidigt die neue europäische Entschlossenheit. Mit Blick auf den Westfälischen Frieden, den Vietnamkrieg und Jörn Leonhardts Buch über Kriegsenden wird klar: Schnelle Friedensverträge sind Illusion, gebraucht wird ein dauerhafter Waffenstillstand und eine Sicherheitsarchitektur, die beiden Seiten das Gesicht wahrt.