Kunst aus Fest & Flauschig
28 Kunst aus 169 Episoden
Horst Janssen (Original-Bild)
Horst Janssen
Horst Janssen (1929–1995) war ein virtuoser deutscher Grafiker, dessen autobiografisch geprägte Werke intensive Auseinandersetzungen mit Themen wie Tod, Vergänglichkeit und Selbstreflexion zeigen. Seine Meisterschaft lag insbesondere in Zeichnungen, Radierungen und Lithografien, wobei er sich von klassischen Künstlern wie Dürer, Goya und Rembrandt inspirieren ließ. Der Hamburger Künstler gilt als einer der bedeutendsten deutschen Grafiker der Nachkriegszeit und hinterließ ein umfangreiches Werk, das bis heute Kunstsammlungen prägt. Seine exzentrische Persönlichkeit war ebenso bekannt wie sein meisterhaftes handwerkliches Können, das sich in bekannten Werkeserien wie seinen Selbstbildnissen und Vanitas-Stillleben manifestiert.
Auge in Auge mit Vincent van Gogh
Van Gogh Museum Amsterdam
Das Van Gogh Museum in Amsterdam beherbergt eine der weltweit größten Sammlungen von Werken des niederländischen Künstlers und ist ein Muss für Kunstliebhaber. Die Ausstellung „Auge in Auge mit Vincent van Gogh" präsentiert seine Selbstporträts zusammen mit einem Zeitstrahl, der sein künstlerisches Leben dokumentiert. Besonders faszinierend ist die Erkenntnis, dass Van Gogh erst mit 27 Jahren zu malen begann und nur bis zu seinem 37. Lebensjahr schuf – eine kurze, aber unglaublich prägende künstlerische Karriere, die die westliche Kunstgeschichte fundamental veränderte.
Ausstellung in Paris (mit Hunde-Relikten und Gedicht)
Michel Houellebecq
Kunstausstellung von Michel Houellebecq in Paris mit einem Raum voller persönlicher Reliquien seines verstorbenen Hundes, kombiniert mit einem emotionalen Gedicht über bedingungslose Tierliebe. Die konzeptuelle Installation erforscht Trauer und die tiefe emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier.
Buddha-Statuen von Bamiyan
Die Buddha-Statuen von Bamiyan waren monumentale Steinstatuen aus dem 6. Jahrhundert in Afghanistan und gehörten zu den weltweit bedeutendsten Kunstdenkmälern des Buddhismus. Sie wurden 2001 von den Taliban vollständig zerstört und stehen seitdem als Symbol für kulturelle Zerstörung und den Verlust unersetzlichen Weltkulturerbes. Der Artikel behandelt ihre historische Bedeutung und die andauernde Diskussion über mögliche Wiederherstellungsprojekte als Zeichen kultureller Versöhnung und Aufarbeitung.
Das Abendmahl
Leonardo da Vinci
Leonardos berühmtes Gemälde des Abendmahls zeigt die letzte Mahlzeit Jesu mit seinen 12 Aposteln – eine Konstellation von 13 Personen, die zum hartnäckigen Aberglaube führte, dass 13 Menschen an einem Tisch Unglück bringt. Dieser Glaube an die Unglückszahl 13 reicht bis in die Gegenwart und inspirierte skurrile Lösungen wie die hölzerne Katze im Londoner Savoy Hotel, die als vierzehnter Gast platziert wurde, um die ungünstige Zahl zu vermeiden.
Der schiefe Turm
Kurt Bloch
Satirisches Gedicht von Kurt Bloch, in dem der Schiefe Turm von Pisa die Perspektive eines Zeitzeugen einnimmt und auf ein Foto von SS-Soldaten reagiert, die dort Wache halten. Bloch nutzt das historische Wahrzeichen als Metapher für die Vergänglichkeit des Nazi-Regimes und prophezeit dessen Untergang mit literarischer Eleganz. Das Werk dokumentiert eine subtile Form des künstlerischen Widerstands durch Satire während der NS-Zeit.
Doktrin
Heinrich Heine
Heines klassisches Gedicht „Doktrin" verbindet Mut mit künstlerischem Aktivismus. Das Werk nutzt das Bild des Trommlers, der die Masse aufwecken soll, um die transformative Kraft von Literatur und Kultur zu illustrieren. Trotz seines Alters spricht das Gedicht zeitlose Wahrheiten über die Notwendigkeit künstlerischen Widerstands gegen gesellschaftliche Lethargie an.
Eichenrelief (Nazi-Auftragsarbeit)
Ludwig Gies
Relief des Künstlers Ludwig Gies als Nazi-Auftragsarbeit, das im Foyer der Firmenzentrale von Ernsting's Family hing. Das Werk wurde zum Symbol eines Familienstreits über den Umgang mit NS-Kunstschätzen und reflektiert die problematische Kontinuität deutscher Kunstsammlungen nach 1945.
Ein Ziel
Kurt Bloch
Kurt Bloch reflektiert in diesem Gedicht mit dunklem Humor über die tödlichen Konsequenzen antifaschistischer Dichtung. Anlass war die Hinrichtung von vier Menschen, die wegen eines Schmähgedichts auf Hitler verurteilt wurden. Bloch stellt die provokante Frage, was mit ihm geschehen würde, da er selbst fast 400 solcher Gedichte verfasst hat – eine bedrückende Auseinandersetzung mit Zensur und politischer Verfolgung im Nationalsozialismus.
Einander ist alles, was wir haben
Jan Böhmermann
Jan Böhmermann zeigt im Haus der Kulturen der Welt eine Ausstellung mit dem Titel "Die Möglichkeit der Unvernunft", die vor allem eigene künstlerische Aktionen und Reaktionen auf seine Sendung "ZDF Magazin Royale" präsentiert. Zentral ist die handy-freie Zone – Besucher müssen Aufnahmegeräte abgeben, um den Fokus auf unmittelbare Gemeinschaftserfahrung statt individuellen Content zu legen. Die Installationen sind technisch hochwertig umgesetzt und behandeln vor allem bundesdeutsche Politik: Eine Butter-Büste Helmut Kohls, Spiegelarbeiten auf Friedrich Merz bezogen oder Grabsteine mit Namen der reichsten Deutschen. Dabei stellt sich die Frage, ob die Kunstwerke als eigenständiges Medium funktionieren oder vor allem als Vehikel für Böhmermanns persönliche politische Botschaften dienen.
Fette Henne (Bundesadler im Bundestag)
Ludwig Gies
Ikonische Bronzeskulptur des Bildhauers Ludwig Gies, die einen übergewichtigen Bundesadler darstellt. Seit 1953 im Deutschen Bundestag und später im Reichstag (Berlin) präsent, gilt das Werk als Symbol der Bundesrepublik Deutschland. Gies (1912-1968) schuf damit ein markantes Stück deutscher Kunstgeschichte, das sich trotz seiner anfänglich als 'entartet' geltenden Karriere dauerhaft etablierte.
Fungi of Maryland
Mary Elizabeth Banning
Ausstellung der wissenschaftlichen und künstlerischen Werke der Mykologin Mary Elizabeth Banning im New York State Museum. Banning klassifizierte und illustrierte über tausend Pilzarten, erhielt aber zu Lebzeiten keine Anerkennung für ihre Arbeit. Die Ausstellung würdigt ihr bahnbrechendes mykologisches Vermächtnis und macht das Werk dieser lange vergessenen Naturwissenschaftlerin einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
Gedichte von Kurt Bloch (492 Gedichte, 1943–1945)
Kurt Bloch
Kurt Bloch, ein jüdischer Jurist und Lyriker aus Dortmund, verfasste zwischen 1943 und 1945 auf einem Dachboden 492 satirische Gedichte als literarischer Widerstand gegen die Nazis. Nach 80 Jahren in seinem New Yorker Nachlass wurden diese eindrucksvollen Zeugnisse einer untergetauchten Existenz erstmals 2025 veröffentlicht. Seine Gedichte ermöglichen einen intimen Einblick in die Gedankenwelt eines vom Tode bedrohten Menschen, der trotz aller Widerstände publizistisch tätig blieb.
Global Fascisms
„Global Fascisms" ist eine Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt (HKW), die sich mit faschistischen Bewegungen und ihren globalen Erscheinungsformen auseinandersetzt. Sie fungiert als thematische Vertiefung zu Jan Böhmermanns Werkschau und kann mit derselben Eintrittskarte besucht werden. Die Ausstellung bietet damit eine erweiterte Perspektive auf gesellschaftskritische Themen, die Böhmermann in seiner eigenen Ausstellung aufwirft.
Ich lebe in meinem eigenen Haus (Vierzeiler aus Die fröhliche Wissenschaft)
Friedrich Nietzsche
Vierzeiler aus Friedrich Nietzsches "Die fröhliche Wissenschaft", in dem der Philosoph Unabhängigkeit und Authentizität zelebriert. Das Gedicht wird im Podcast spontan zitiert, um auf ein Heine-Gedicht zu antworten, und zeigt Nietzsches Forderung nach eigenständigem Denken und humorvoller Selbstironie gegenüber etablierten Autoritäten.
Kanzlerporträt Gerhard Schröder
Jörg Immendorff
Offizielles Kanzlerporträt von Gerhard Schröder, gemalt von Jörg Immendorff. Das Gemälde hängt bis heute im Bundeskanzleramt und dokumentiert eine Zeit, in der künstlerisches Genie in der deutschen Kulturelite höher bewertet wurde als persönliches Fehlverhalten.
Kunstwerk in der Bundeskunsthalle Bonn
Danae Emanuelidis
Die junge Künstlerin Danae Emanuelidis schleuste eines ihrer Kunstwerke versteckt in einem Hoodie und unter Leggings in die Bundeskunsthalle Bonn ein. Das Werk wurde Teil der Ausstellung, ohne die üblichen Zulassungsverfahren zu durchlaufen. Jan Böhmermann berichtete ursprünglich anonym von dieser unkonventionellen Aktion und konnte die dahintersteckende Künstlerin inzwischen identifizieren. Die Aktion wirft Fragen zur Kontrolle und Zugänglichkeit in Kunstinstitutionen auf.
Körperwelten
Gunther von Hagens
Körperwelten ist eine Ausstellung, bei der menschliche Körper und Organe durch das Plastinations-Verfahren von Gunther von Hagens konserviert und in anatomischen Positionen präsentiert werden. Die Werke verbinden wissenschaftliche Anatomie-Vermittlung mit künstlerischer Darstellung und zeigen die innere Struktur des menschlichen Körpers. Die Ausstellung hat seit ihrer Gründung Millionen von Besuchern weltweit fasziniert und macht Fragen zu Ethik, Sterblichkeit und menschlichem Körper zugänglich.
Lee Miller in Hitlers Badewanne
Lee Miller
Fotografische Selbstporträt der amerikanischen Fotografin Lee Miller aus dem Jahr 1945. Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt Miller in Hitlers Badewanne aus seiner Münchner Privatwohnung und fungiert als symbolische Geste der Befreiung nach der Niederlage des Nationalsozialismus. Das Werk dokumentiert die Aneignung von Nazi-Kultobjekten und ist eines der ikonischsten Bilder der Nachkriegsfotografie.
Mona Lisa
Leonardo da Vinci
Ölmalerei von Leonardo da Vinci aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das berühmte Porträt zeigt eine Frau und folgt den stilisierten Schönheitsidealen der Renaissance mit charakteristischen Merkmalen wie dünnen Augenbrauen und feinen Gesichtszügen. Das Werk exemplifiziert die porträtistische Konvention seiner Epoche, in der viele Frauenporträts einem standardisierten Schönheitskanon folgten. Es zählt zu den weltweit bekanntesten Kunstwerken der Malerei.
Nighthawks
Edward Hopper · 1942
Edward Hoppers ikonisches Gemälde von 1942 zeigt nächtliche Einsamkeit in einem amerikanischen Diner unter Neon-Licht: Ein einsamer Mann sitzt am Tresen in stummer Isolation. Das Werk symbolisiert urbane Entfremdung und gilt als Meisterwerk des amerikanischen Realismus.
Retrospektive Jan Böhmermann (Ausstellung im Haus der Kulturen der Welt)
Jan Böhmermann
Retrospektive-Ausstellung von Jan Böhmermann im Berliner Haus der Kulturen der Welt. Weniger das ausgestellte Kunstwerk selbst als vielmehr die chaotische Entstehungsgeschichte und die bizarren Begegnungen während der Realisierung standen im Fokus des Künstlers.
Sagrada Familia
Antoni Gaudí
Die Sagrada Familia ist Antoni Gaudís unvollendetes architektonisches Meisterwerk in Barcelona – eine Kirche mit organischen Formen, seit 1895 im Bau. Nach Gaudís Tod 1926 schreitet die Konstruktion schleppend voran, geprägt von technischen Herausforderungen wie der Sandstein-Problematik. Das Werk symbolisiert kreative Ambition und die Frage nach künstlerischer Vollendung.
Selbstporträts von Vincent van Gogh
Vincent van Gogh
Sammlung von Selbstporträts Vincent van Goghs aus der berühmten Ausstellung „Auge in Auge mit Vincent van Gogh" im Van Gogh Museum Amsterdam. Die Werke zeigen die künstlerische Entwicklung des niederländischen Post-Impressionisten zwischen 1886 und 1889 durch intensive Farbgebung und expressionistische Formensprache, dokumentieren seine psychologische Selbstreflexion und illustrieren die produktivste Phase seiner letzten Jahre.
The Clock
Christian Marclay
Video-Installation von Christian Marclay: Ein 24-stündiges Kunstwerk aus zusammengeschnittenen Filmszenen mit Uhrzeiten, das in Echtzeit läuft. Das Werk schafft ein faszinierendes Paradoxon – der Zuschauer folgt scheinbar einer Geschichte, obwohl es keine gibt. Eine künstlerische Meditation über Zeitwahrnehmung und filmische Kontinuität.
Two Girls One Cup
Extremes Schock-Internetvideo aus den 2000ern, das als virales Kulturphänomen bekannt ist. Im Neo Magazin vor älterem Publikum gezeigt als Beispiel ehemaliger Fernsehfreiheit, die heute undenkbar wäre.
Wer wir sind – Fragen an ein Einwanderungsland
Gemälde aus der Sonderausstellung "Wer wir sind – Fragen an ein Einwanderungsland" in der Bundeskunsthalle Bonn. Das Werk wurde heimlich in der Ausstellung aufgehängt und fungiert als künstlerischer Kommentar auf undokumentierte Einwanderer – Menschen, die präsent sind und die Gesellschaft mitgestalten, ohne sichtbar zu sein.
Wiener Spaziergang
Günter Brus
Radikale Performance-Kunstaction von Günter Brus (1965) in Wien. Der Künstler nutzt seinen Körper als Medium für extremen Protest gegen österreichische Geschichtsvergänglichkeit. Die Aktion am historischen Ort von Hitlers Anschluss-Rede gilt als Meilenstein der Aktionskunst und politischen Body-Art.