Artikel aus Lanz & Precht
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Interview mit Ivan Krastev in der Süddeutschen Zeitung
Ivan Krastev
Der bulgarische Politologe Ivan Krastev analysiert im Interview, wie konservative Regierungen wie Giorgia Meloni Migration zwar nicht praktisch stoppen können, aber politisch davon profitieren, weil sie den Anschein erwecken, das Problem ernst zu nehmen. Seine zentrale These: Moderne Politiker werden zunehmend nach ihren Absichten statt nach tatsächlichen Ergebnissen beurteilt.
Interview mit Niall Ferguson
Niall Ferguson
Der Wirtschaftshistoriker Niall Ferguson verteidigt in diesem Interview Donald Trump als Präsident der USA und kontrastiert dies mit seiner Kritik an Europa. Ferguson argumentiert, dass Europa zu einer statischen Institution, einem Museum, geworden ist, während innovative Menschen nach Kalifornien abwandern. Das Interview behandelt Fergusons These zum wirtschaftlichen Niedergang Europas und der technologischen Dynamik der USA unter Trump.
Panama Papers
Süddeutsche Zeitung / ICIJ
Die Panama Papers sind ein massiver Leak von über 11,5 Millionen Finanz- und Rechtsdokumenten, der vom International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) enthüllt wurde. Der Leak deckt auf, wie ein globales System von geheimen Offshore-Firmen Kriminelle, Korruptionsakteure und andere illegal handelnde Personen ermöglicht. Die Dokumente stammen von Panamanian Quellen und offenbaren die Mechanismen zur Verschleierung von Vermögen und illegalen Aktivitäten weltweit. Die Veröffentlichung durch das ICIJ Netzwerk stellt einen bedeutenden Dokumentarjournalismus-Coup dar, der die Verflechtung zwischen Finanzindustrie, Rechtsanwälten und Politikern aufzeigt.
28-Punkte-Friedensplan für die Ukraine
Das US-Nachrichtenmedium Axios veröffentlichte überraschend einen 28-Punkte-Friedensplan für die Ukraine. Der Plan sorgte nicht nur bei europäischen Politikern und internationalen Diplomaten für Aufregung, sondern auch innerhalb der US-Regierung selbst. Die Überraschung selbst von US-Regierungsmitgliedern deutet auf innenpolitische Machtkämpfe in der Trump-Administration hin.
A Rose in the Desert
Das Vogue-Porträt von Asma al-Assad aus dem März 2011 beschreibt die syrische First Lady als glamourös, intellektuell und westlich geprägt, mit analytischem Verstand und dezenter Eleganz. Der Artikel stellt Syrien unter Bashar al-Assads Herrschaft als sicherstes und stabilstes Land des Nahen Ostens dar, betont die historischen und kulturellen Schätze des Landes und normalisiert damit das Regime. Das Profil wurde später zum Symbol für westliche journalistische Blindheit gegenüber Unterdrückung, nachdem der syrische Bürgerkrieg begann und die Brutalität des Assad-Regimes offenbar wurde. Das Beispiel verdeutlicht, wie Lifestyle-Journalismus politische Realitäten verschleiern und Diktatoren legitimieren kann.
Afrikas Elektromobilitätsrevolution
Während Europa über das Ende des Verbrennungsmotors diskutiert, schafft Afrika Fakten: Äthiopien verbietet Benziner, Kenia elektrifiziert Oldtimer – und eine „eigene“ E-Automarke startet.
Agora 42
Frank Augustin
Über agora42 FrankAugustin Chefredakteur Hat Philosophie und Geschichte studiert und war Redakteur beim Journal für Philosophie der blaue reiter. Kapitalismus ist für ihn ein kulturelles, nicht in erster Linie ein wirtschaftliches Phänomen – und längst zur gesellschaftlichen Normalität geworden. Was aber normal war, steht in Frage: Ohne den festen Glauben an die segensreiche Wirkung von […]
Alle Gründe, die für Trump sprechen, aus der Feder von einem, der unbedingt will, dass er verliert
Bret Stephens
Bret Stephens, konservativer NYT-Kolumnist und ausgewiesener Trump-Kritiker, legt in dieser Kolumne die nachvollziehbarsten Argumente dar, die für Trump sprechen – obwohl er selbst dessen Niederlage anstrebt. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Migration, wirtschaftliche Unsicherheit und das Gefühl kultureller Verdrängung bei Teilen der Bevölkerung. Stephens zeigt, dass Trumps Popularität nicht nur auf Desinformation oder blindem Populismus beruht, sondern auf realen Misständen, die das politische Establishment ignoriert hat. Die Kolumne ist deshalb besonders bemerkenswert, weil sie aus der Feder eines entschiedenen Kritikers stammt und damit die Glaubwürdigkeit der Argumente unterstreicht.
Allein zu Haus – Die transatlantische Zeitenwende
Bernd Ulrich
Die Terroranschläge am 11. September 2001, kurz [der] 11. September (deutsches Wort des Jahres 2001) oder englisch 9/11, waren vier koordinierte Flugzeugentführungen mit nachfolgenden Selbstmordattentaten auf symbolträchtige zivile und militärische Gebäude in den USA. Sie wurden vom islamistischen Terrornetzwerk al-Qaida unter der Führung von Osama bin Laden geplant und von 19 seiner Mitglieder verübt, darunter 15 Staatsangehörige Saudi-Arabiens.
Allensbach-Analyse zur Parteienbewertung
Eine Allensbach-Umfrage zeigt den dramatischen Imageverfall der Grünen zwischen 2019 und 2023. Waren sie 2019 noch die mit Abstand am positivsten bewertete Partei in Deutschland, rutschten sie bis 2023 auf den zweitletzten Platz ab. Nur eine Partei wurde noch schlechter bewertet. Die Analyse belegt einen fundamentalen Stimmungswandel in der Bevölkerung gegenüber den Grünen innerhalb weniger Jahre.
Analyse des Wagenknecht-Programms
Peter Thiede
Peter Thiede analysiert in der BILD das politische Programm von Sarah Wagenknechts Partei BSW. Kernthese: Wagenknecht konstruiert die freie Marktwirtschaft als zentrales Feindbild, um sich selbst als politische Retterin zu inszenieren. Die Analyse arbeitet pointiert heraus, wie Wagenknecht mit antikapitalistischen Narrativen operiert, die an klassische linke Rhetorik anknüpfen. Markus Lanz zitierte die Analyse in seiner Sendung als prägnante Zusammenfassung des Wagenknecht-Weltbilds.
Analyse zur Rekrutierung von Spitzenpersonal
Robin Alexander
Robin Alexander analysiert in seinem Kommentar die Mechanismen der Personalrekrutierung für Spitzenämter in der SPD. Am Beispiel von Heiko Maas zeigt er auf, dass dieser Außenminister nicht wegen besonderer Eignung, sondern durch eine Verkettung von Zufällen und parteiinternen Abneigungen gegen Sigmar Gabriel wurde. Der Autor kontextualisiert dies in einer Serie von Krisenversagen — verpatzter Impfstart, unzureichender Katastrophenschutz bei der Flut, Desaster von Kabul — und fordert eine grundsätzliche Debatte darüber, wie Deutschland bei der Auswahl von Führungskräften für kritische Positionen verfahren sollte.
Analyse zur militärischen Lage in der Ukraine
Carlo Masala
Militärische Lageanalyse des Politikwissenschaftlers Carlo Masala zum Ukraine-Krieg. Masala argumentiert, dass der Ausgang des Krieges keineswegs entschieden ist und Russland mit erheblichen Munitionsnachschubproblemen kämpft – eine differenzierte Gegenposition zu pessimistischeren Einschätzungen über die Ukraine.
Analyse über die Macht der Märkte gegenüber Trump
Ann-Kathrin Netzig (Süddeutsche Zeitung)
Netzig analysiert, wie Finanzmärkte Trump zu politischen Zugeständnissen zwingen – nicht durch Diplomatie, sondern durch wirtschaftliche Zwänge wie steigende Ölpreise und Börsenturbulenzen. Sie belegt dies mit dem Iran-Konflikt sowie den gescheiterten Zoll- und Grönland-Plänen, bei denen Marktreaktionen Trumps Kurs immer wieder zum Scheitern brachten. Der Artikel zeigt, dass selbst Machtpolitiker letztlich an den Grenzen der Finanzmärkte scheitern müssen.
Andreas Rosenfelds Kommentar zum Bamberger Urteil
Andreas Rosenfeld
Das Amtsgericht Bamberg verurteilte David Bendels, Herausgeber des Deutschland-Kurier, zu sieben Monaten Haft auf Bewährung, weil er ein bearbeitetes Foto von Innenministerin Nancy Faeser verbreitet hatte, das diese als Feindin der Meinungsfreiheit darstellt. Der Welt-Chefkommentator Andreas Rosenfeld kritisierte das Urteil scharf als undemokratisch und verglich es mit Urteilen aus einer Diktatur. Das Verfahren wird von Verfassungsrechtlern als weiteres Beispiel einer systematischen Verengung der Meinungsfreiheit in Deutschland herangezogen.
Ankündigung im Buchreport
Nachruf auf das Branchenmagazin Buchreport, das nach Jahren als zentrales Informationsmedium der deutschsprachigen Verlagsbranche eingestellt wurde. Der Artikel würdigt seine Bedeutung für die Buchbranche und dokumentiert das Ende eines wichtigen Branchenorgans, das auch in Diskussionen wie der um Prechts Medien-Buch eine Rolle spielte.
Artikel bzw. Aussagen beim Weltwirtschaftsforum Davos
Niall Ferguson
Der Historiker Niall Ferguson kritisiert beim Weltwirtschaftsforum Davos die Weltuntergangsrhetorik der Klimabewegung und setzt sich mit vermeintlich falschen Antworten auf die Erderwärmung auseinander. Ferguson argumentiert, dass sich politische Eliten besonders bei zwei Themen maximal von der Bevölkerung entfernt haben: beim Klimaschutz und bei der humanitären Migrationspolitik. Der 58-jährige Autor ist bekannt dafür, etablierte Narrative infrage zu stellen und andere führende Köpfe intellektuell herauszufordern. Das Interview verdeutlicht die wachsende Kluft zwischen der Weltelite und den Bürgern bei strategischen Zukunftsfragen.
Artikel im Wall Street Journal über deutsche Arbeitskultur
Der WSJ-Artikel kritisiert Deutschlands sinkende Arbeitsbereitschaft und stellt die Deutschen im internationalen Vergleich als besonders arbeitsunwillig dar. Im Fokus stehen kurze Arbeitszeiten, hohe Krankenstände und eine verbreitete Einstellung, weniger arbeiten zu wollen. Der Artikel zieht Statistiken heran, um Deutschland als Wachstumsbremse innerhalb Europas darzustellen. Markus Lanz zitiert ihn als Beispiel für vereinfachende Auslandsberichterstattung über den deutschen Arbeitsmarkt und nutzt ihn, um differenziertere Daten entgegenzusetzen.
Artikel in der FAZ über die Vernunft der Boomer-Generation
FAZ-Artikel, in dem die Boomer-Generation für ihre rationalen Wahlentscheidungen bei der letzten Bundestagswahl gelobt wird. Der Text würdigt deren Wählerbeitrag und verbindet dies mit generationellen Prägungen durch das amerikanische Sicherheitsversprechen.
Artikel in der NZZ (Interview mit Eva Illouz)
Eva Illouz
Interview mit der Soziologin Eva Illouz in der NZZ über die Kontrolle von Angst als politisches Machtinstrument. Illouz untersucht, wie Angst strategisch zur Machtausübung und politischen Kontrolle eingesetzt wird.
Artikel in der NZZ zum Ukraine-Krieg
Der NZZ-Artikel beleuchtet die mangelnde Informiertheit innerhalb der russischen Armee zum Zeitpunkt des Einmarsches in die Ukraine. Nur ein enger Kreis um Kremlchef Putin — darunter Verteidigungsminister Shoigu und Generalstabschef Gerasimov — war vollständig in die Invasionspläne eingeweiht. Die breite Masse der russischen Soldaten hatte dagegen keine echte Vorstellung davon, worauf sie sich einließen und welche strategischen Ziele das Unternehmen verfolgte. Dies zeigt die strikte Informationskontrolle im Moskauer Machtzirkel und deutet auf erhebliche organisatorische Defizite bei der Kriegsvorbereitung hin.
Artikel oder Analyse von Joachim Käppner
Joachim Käppner
Die Novemberrevolution als BetrugsgeschichteJoachim Käppners Darstellung des „Aufstands für die Freiheit“ im Jahr 1918
Artikel von Alain Posner in der Zeit
Alain Posner
Alain Posner argumentiert in der ZEIT, dass Trumps Zollpolitik eine strukturelle Schwäche der deutschen Wirtschaft schonungslos offenlegt: sinkende Produktivität, zu hohe Abhängigkeit vom Export und mangelnde Wettbewerbsfähigkeit. Was jahrelang durch günstiges russisches Gas und offene Weltmärkte überdeckt werden konnte, wird durch den protektionistischen Druck aus Washington nun unausweichlich sichtbar. Der Artikel liefert damit eine kritische Innenansicht der deutschen Wirtschaftsmisere im Kontext der globalen Handelskonflikte 2025.
Artikel von Andreas Rosenfeld zum Bendels-Urteil
Andreas Rosenfeld
Der Welt-Kommentator Andreas Rosenfeld kritisiert ein Urteil gegen David Bendels, Herausgeber des Deutschland-Kurier, als undemokratisch. Bendels wurde zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil er ein bearbeitetes Foto der Innenministerin Nancy Faeser verbreitete, das eine vermeintliche Ablehnung der Meinungsfreiheit darstellt. Die Verurteilung erfolgte nach dem 2021 verschärften Majestätsbeleidigungsparagraphen 188 StGB. Rosenfeld vergleicht das Urteil mit Rechtssprüchen aus Diktaturen und warnt vor der systematischen Verengung der Meinungsfreiheit, die Verfassungsrechtler bereits seit längerer Zeit kritisieren.
Artikel von Bernd Ulrich
Bernd Ulrich
Wie kann es sein, dass wir alles über die Klimakrise wissen und trotzdem so wenig dagegen unternehmen? Es hat mit Stolz, Ehre und der Idylle der Normalität zu tun.
Artikel von Gustav Gressel in der Welt
Gustav Gressel
Der Militärexperte Gustav Gressel warnt in einem Interview mit dem STANDARD vor einer existenziellen Bedrohung für Europa durch den Rückzug der USA unter Präsident Trump. Gressel argumentiert, dass die Destabilisierung der Weltordnung durch Trump Russland ermöglicht, sich auf einen größeren bewaffneten Konflikt in Europa vorzubereiten. Die zentrale These ist, dass europäische Sicherheit fundamental von der US-amerikanischen Sicherheitsgarantie abhängt und deren Wegfall zu katastrophalen Folgen führen könnte.
Artikel von Ivan Krastev zur Ukraine-Krise
Ivan Krastev
Ivan Krastev untersucht in seinem Gastbeitrag Putins strategisches Ziel jenseits des militärischen Konflikts: die Zersetzung der westlichen Allianz und der NATO. Der Autor illustriert dies mit einer historischen Anekdote aus dem Ersten Weltkrieg, wonach ein deutscher General den Lagelagebericht an österreichische Verbündete mit „ernst, aber nicht katastrophal" zusammenfasste, während die Österreicher antworteten: „Hier ist die Lage katastrophal, aber nicht ernst." Diese Gegenüberstellung veranschaulicht die fragmentierte und widersprüchliche Reaktion Europas auf die Ukraine-Krise. Krastev argumentiert, dass Putins Strategie über direkte militärische Mittel hinausgeht und Desinformation, Cyberattacken sowie Energiepolitik als Werkzeuge zur Destabilisierung des Westens einsetzt. Der Artikel zeigt, wie die asymmetrische Kriegsführung auf europäische Widersprüche und innere Bruchlinien abzielt.
Artikel von Joschka Fischer im Stern
Joschka Fischer
Ex-Außenminister Joschka Fischer unterstützt Cem Özdemir in Baden-Württemberg. Ausgerechnet den grünen Parteifreund, der ihm mal beinahe alles vermasselt hätte.
Artikel von Leon Panetta über Autokratie vs. Demokratie
Leon Panetta
Leon Panetta, früherer US-Verteidigungsminister und CIA-Chef unter Barack Obama, warnt in dem Interview vor dem Scheitern westlicher Demokratien angesichts globaler autoritärer Machenschaften. Der Ukraine-Krieg stellt für Panetta einen entscheidenden Wendepunkt dar, der über die geopolitische Ordnung des 21. Jahrhunderts entscheidet. Er fordert konkret eine stärkere militärische Unterstützung der Ukraine sowie einen Waffenstillstand im Nahen Osten als Lösungsansätze. Panetas zentrale These lautet, dass der Westen durch Stärkedemonstration Tyrannen abschrecken müsse, andernfalls würde er ihnen weitere Handlungsspielräume eröffnen. Der Artikel adressiert damit die geopolitischen Spannungen zwischen liberalen Demokratien und autoritären Systemen, die zunehmend an Schärfe zunehmen.
Artikel von Miriam Holstein über Precht und Welzer
Miriam Holstein
Miriam Holstein kritisiert in ihrem Artikel Richard David Precht und Harald Welzer, die mit ihrem Buch 'Die vierte Gewalt' (2022) die Medien und den Qualitätsjournalismus pauschal angreifen. Holstein ordnet die beiden Autoren dem Schwurbler- oder Querdenker-Milieu zu, da ihre Medienkritik strukturelle Ähnlichkeiten zu Verschwörungsnarrativen aufweise. Precht reagierte empört darauf, weil Holstein diese Einordnung vornahm, bevor das Buch überhaupt erschienen war. Der Artikel ist ein Beispiel für den Konflikt zwischen etablierten Medien und den von Precht/Welzer geübten Pressekritikern.
Artikel zum Ende des Westens
Stefan Kornelius
Deutsche Leser kritisieren in dieser SZ-Leserbriefe-Sammlung Trumps Politik als autoritär und zerstörerisch für die westliche Allianz. Andreas Niedermeier fordert Europa auf, sich unabhängig zu machen, da Trump 80 Jahre amerikanischer Außenpolitik leugnet und die Ukraine sowie Europa verrät. Weitere Leser ziehen Parallelen zu Hitlers Aufstieg in der Weimarer Zeit und werfen Trump vor, als autoritärer Faschist ohne Grenzen zu agieren, der Krieg statt Frieden schafft. Ein Leser kritisiert, dass Trump wie ein Elefant im Porzellanladen in das fein austarierte Netzwerk internationaler Beziehungen platzt und die strategischen Grundlagen der Nachkriegsordnung zerstört.
Artikel zur AfD und Meinungsfreiheit
Andreas Rosenfelder
Der WELT-Artikel von Andreas Rosenfelder kritisiert die parlamentarische Ausgrenzung der AfD, die trotz ihrer Stellung als zweitstärkste Fraktion mit 152 Abgeordneten von Ämtern und Würden ferngehalten wird. Rosenfelder argumentiert, dass diese Strategie der übrigen Parteien den demokratischen Spielregeln widerspricht. Im Fokus steht auch die Frage, inwieweit die Einstufung der AfD als rechtsextrem die Meinungsfreiheit berührt. Rosenfelders Methode zeigt auf, dass auch Positionen der AfD in seriöser Sprache und sachlicher Form formulierbar sind, ohne dass der inhaltliche Kern verloren geht.
Artikel zur Romantisierung von Krieg
Diana Kindert
Diana Kindert beschreibt in dem Beitrag eine kulturelle Ästhetisierung und Romantisierung von Krieg, Gefecht und Kampf in sozialen Medien. Sie beobachtet Influencer, die mit Sturmhauben und Karnevalswaffen posieren und Krieg als etwas Aufregendes oder Heroisches inszenieren. Kindert zieht daraus den Schluss, dass die Gesellschaft kulturell längst kriegsbeteiligt sei, noch bevor ein offizieller Kriegszustand eintritt. Der Artikel ist relevant als Zeitdiagnose zur medialen Kriegsnormalisierung im gegenwärtigen geopolitischen Kontext.
Artikel über 34.500 Studenten ohne Wohnheimplatz
Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Studierendenwerks, Matthias Anbuhl, prangert den Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Studierende in Hochschulstädten als dringende soziale Frage an. Zum September 2024 warteten rund 34.500 Studienanfänger auf einen Wohnheimplatz, deutlich mehr als im Vorjahr. Die steigenden Mieten führen nach Anbuhl zu einer neuen Form der sozialen Auslese und erschweren insbesondere Studierenden aus einkommensschwachen Familien den Zugang zur Hochschulbildung erheblich.
Artikel über Alfred Herrhausen
Carolin Emcke
Carolin Emcke, renommierte Journalistin, beschäftigt sich in einem neuen Buch mit der Ermordung ihres Patenonkels Alfred Herrhausen durch RAF-Terroristen während des Deutschen Herbsts. Sie war damals 22 Jahre alt. Der ZEIT-Artikel präsentiert ein Interview, in dem Emcke ihre Perspektive als Angehörige eines Opfers schildert und die Forderung erhebt, dass die Täter endlich sprechen und Aufklärung über die politisch motivierten Morde geben sollten. Das Thema berührt das bis heute ungeklärte Leid von Hinterbliebenen, die Jahrzehnte nach den Attentaten des Deutschen Herbsts keine abschließende Aufklärung und Gerechtigkeit erhalten haben.
Artikel über Annalena Baerbock und ihre Generation
Uli Schulte
Uli Schulte analysiert Annalena Baerbock als Repräsentantin einer Generation, deren Eltern schon die bloße Existenz ihrer Kinder als Sensation feierten. Diese übermäßige elterliche Bestätigung führt laut Schulte dazu, dass Betroffene ihre eigene Mittelmäßigkeit irgendwann für Genialität halten. Der Artikel entstand im Kontext des Plagiats- und Biografiestreits um Baerbock während des Bundestagswahlkampfs 2021. Schulte nutzt Baerbock als Fallbeispiel für eine gesellschaftliche Prägung durch übertriebenes Lob und fehlende kritische Rückmeldung.
Artikel über Ausladungen an Universitäten
Ronan Steinke
Der Artikel von Ronan Steinke untersucht anhand von drei konkreten Fällen, wie deutsche Universitäten zunehmend Gastredner ausladen, wenn Empörung oder Sicherheitsbedenken entstehen. Steinke argumentiert, dass diese Praxis der akademischen Freiheit schadet und die Universitäten ihrer eigentlichen Funktion beraubt: der produktiven Auseinandersetzung mit Kontroverse und gegensätzlichen Positionen. Statt Ruhe durch Ausladungen zu bewahren, gefährden Universitäten damit ihr Selbstverständnis als Orte des freien Gedankenaustauschs.
Artikel über Bezos' Hochzeit in Venedig
Amazon-Gründer Jeff Bezos feiert seine Hochzeit in Venedig mit drei Tagen Festivitäten, geschätzten Kosten von 10-30 Millionen Euro, 90 Privatjets und 9 Jachten. Aktivisten wie Marta Sottoriva kritisieren massiv die Kommerzialisierung der historischen Stadt und den ökologischen Fußabdruck, während Bürgermeister Luigi Brugnaro und Regionalpräsident Luca Zaia das Event als wirtschaftliche und kulturelle Ehre für Venedig bezeichnen. Die geplante Trauung findet auf der Klosterinsel San Giorgio Maggiore statt, Luxushotels und historische Stätten wurden vollständig gemietet. Aktivisten planen Sitzblockaden während der Hochzeit. Der Konflikt spiegelt den Gegensatz zwischen Wohlstandselite und lokaler Bevölkerung sowie Fragen zu Nachhaltigkeit und Zugang zu kulturellem Erbe wider.
Artikel über Bidens Führerschein-Abgabe
Ein Kommentar auf Spiegel Online zieht eine Parallele zwischen Joe Biden und einem geliebten Großvater, dem die Familie den Führerschein wegnehmen muss – weil er selbst nicht einsieht, dass es Zeit ist aufzuhören. Der Text bezieht sich auf die Debatte um Bidens geistige Fitness und Eignung für ein weiteres Präsidentschaftsmandat. Das Bild des 'Opas mit dem Führerschein' funktioniert als eingängige Metapher für politisches Loslassen-Können. Der Artikel wurde von Markus Lanz in seiner Sendung als prägnante Zusammenfassung der Biden-Nachfolgediskussion zitiert.
Artikel über Bidens Rücktritt
Die New York Times forderte in einem vielbeachteten Leitartikel Präsident Joe Biden auf, aus der Präsidentschaftswahl 2024 auszusteigen. Nach Bidens schwachem Auftritt beim ersten TV-Duell im Juni 2024 intensivierte die NYT ihre Berichterstattung massiv – Leitartikel, Meinungsbeiträge und Nachrichtenartikel drängten Biden zum Rückzug. Diese Kampagne gilt als Beispiel für den medialen Druck, der letztlich zum Rückzug Bidens im Juli 2024 führte. Die Berichterstattung wurde von Medienkritikern als ungewöhnlich einseitig und koordiniert wahrgenommen.
Artikel über Chatbots und Einsamkeit im New Yorker
Paul Bloom
Der Psychologie-Professor Paul Bloom untersucht in seinem New-Yorker-Artikel die Rolle von künstlicher Intelligenz bei der Bekämpfung von Einsamkeit. Er argumentiert, dass KI-Chatbots in bestimmten Fällen, insbesondere bei chronischer Einsamkeit, therapeutisch wirken können. Allerdings warnt Bloom davor, dass das Gefühl von Einsamkeit auch ein wichtiger natürlicher Antrieb ist, um aktiv soziale Kontakte zu pflegen.
Artikel über Corona in der Zeit
Alexander Kekulé
Alexander Kekulé, Virologe und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Uni Halle, analysiert die Corona-Pandemie und plädiert für eine konsequent vorsichtige Haltung gegenüber dem Virus. Kekulé war eine der meistzitierten wissenschaftlichen Stimmen der Pandemie in Deutschland und betonte stets die Notwendigkeit evidenzbasierter Maßnahmen. In der öffentlichen Debatte geriet er zeitweise in die Kritik, zu konservativ oder alarmistisch zu sein – was Markus Lanz in seinem Podcast als ungerecht zurückweist. Kekulés Veröffentlichungen in der Zeit belegen seine konsistente, wissenschaftlich fundierte Haltung.
Artikel über Elitenbeschimpfung
Jagoda Marinić
Jagoda Marinić plädiert dafür, Eliten konstruktiv und öffentlich zu kritisieren, anstatt dieses Feld den Rändern und Rechtspopulisten zu überlassen. Ihre zentrale These: Je deutlicher die gesellschaftlichen und politischen Führungsschichten legitim kritisiert werden, desto weniger Zulauf erhalten ultrapopulistische Bewegungen. Wer schweigt oder Kritik an der Elite meidet, überlässt das Narrativ den Extremen. Der Beitrag erschien im Stern und wurde in der Sendung Lanz & Precht als intellektuell stimulierender Impuls aufgegriffen.
Artikel über Empathie und Einsamkeit im New Yorker
Paul Bloom · 2025
Paul Bloom, Psychologieprofessor und Autor von 'Against Empathy', argumentiert in diesem New-Yorker-Artikel, dass Menschen systematisch unterschätzen, wie viel Empathie andere für sie empfinden. Diese kognitive Verzerrung führt dazu, dass wir uns sozial zurückziehen und weniger Verbindung suchen – was Einsamkeit verstärkt, obwohl die Bereitschaft zur Empathie bei anderen durchaus vorhanden wäre. Bloom verbindet aktuelle Forschungsbefunde aus der Sozialpsychologie mit der gesellschaftlichen Einsamkeitsepidemie und zeigt, dass das Problem weniger im Mangel an Empathie liegt als in unserer Unfähigkeit, sie bei anderen wahrzunehmen.
Artikel über Erbschaftssteuer und Omas Häuschen
Die verbreitete Erzählung, dass die Erbschaftssteuer vor allem Durchschnittsfamilien mit geerbten Eigenheimen trifft, stimmt laut diesem Spiegel-Stück nicht. Der Artikel dekonstruiert den politisch wirkmächtigen Mythos vom bedrohten 'Omas Häuschen' und zeigt, dass Eigenheime im deutschen Steuerrecht weitgehend geschützt sind. Kernthese: Die Empörung über die Erbschaftssteuer wird gezielt genutzt, um Steuervorteile für große Vermögen zu verteidigen, obwohl die tatsächliche Belastung kleiner Erbschaften minimal ist.
Artikel über FDP-Strategiepapier
Robert Pausch
Die FDP hatte den Bruch der Ampelkoalition offenbar strategisch vorgeplant. Ein internes Strategiepapier belegt, dass die Partei den Ausstieg aus der Regierung nicht spontan vollzog, sondern ihn systematisch vorbereitete. Robert Pausch rekonstruiert in der ZEIT, wie die FDP den Koalitionsbruch als kalkulierten Schritt inszenierte. Der Artikel enthüllt, dass der öffentlich dargestellte Konflikt um den Haushalt als Auslöser diente, der eigentliche Entschluss aber bereits früher gefallen war.
Artikel über Geld und Glück (DIW-Studie)
Marcel Fratscher
Marcel Fratscher, Ökonom und DIW-Präsident, bespricht eine neuere Studie, die die weit verbreitete These widerlegt, dass Geld ab etwa 60.000–75.000 Euro jährlich nicht mehr zum Glück beitrage. Die Studie zeigt, dass höheres Einkommen auch darüber hinaus mit steigendem Wohlbefinden korreliert. Fratscher ordnet die Ergebnisse volkswirtschaftlich ein und diskutiert, was das für Umverteilung und Sozialpolitik bedeutet. Der Artikel ist relevant, weil er eine populäre psychologische Faustregel – bekannt aus Kahneman/Deaton – mit aktuelleren Daten herausfordert.
Artikel über Gier
Richard David Precht
Richard David Precht schrieb einen philosophischen Essay über Gier für das ZEIT Magazin, möglicherweise im Kontext eines Kalender-Projekts des Magazins. Der Text behandelt die systemische Funktion von Gier – also warum Gier nicht nur ein individuelles Laster ist, sondern eine strukturelle Rolle im Wirtschaftssystem spielt. Precht konnte sich in einem Gespräch mit Markus Lanz nicht mehr erinnern, ob der Text ursprünglich als Magazin-Artikel oder als Beitrag für ein Kalender-Projekt entstand. Der Essay dürfte im Umfeld der Finanzkrise entstanden sein, als die gesellschaftliche Debatte über Gier als Systemtreiber besonders intensiv war.
Artikel über Grundschule Gräfenauschule in Ludwigshafen
Die Nachricht machte 2023 bundesweit Schlagzeilen: An der Gräfenauschule in Ludwigshafen mussten rund 35 Kinder die erste Klasse wiederholen. Was ist aus diesen Kindern geworden?
Artikel über Impfgegner bei Masern
Vor sieben Monaten geriet ein bayrischer Arzt in Verdacht, weil er in mehr als 1.200 Fällen Masern-Impfpässe ausgestellt haben soll, ohne die Kinder geimpft zu haben. Blutproben bestätigen nach Informationen von NDR, WDR und SZ nun, dass Kinder keinen Schutz hatten.