Jutta Allmendinger, gibt es Unterschiede zwischen Frauen und Männern
Christoph Amend, Jochen Wegner & Gäste
Nach zwei beidseitigen Absagen sitzt die Soziologin Jutta Allmendinger endlich im Studio und bringt gleich ihre ganze Wucht mit: nervöse Warnungen an die SPD, die Erinnerung daran, wie sie ihre damalige Ministerin Annette Schavan zum Amtsantritt um tausend Männer bat, und die lakonische Feststellung, dass sie ihre Wiedergeburt nach einer schweren Krankheit jetzt umso mehr auskostet. Dazwischen Szenen aus ihrem Leben als Wissenschaftlerin, die nach drei Wochen Mutterschaft zurück ins Hörsaal ging, weil die Studierenden nicht wegen ihres Kindes ein Semester verlieren sollten.
„Ich war ja schon mal tot und von daher genieße ich meine Wiedergeburt.“
Erwähnte Medien (41)
Vermächtnisstudie
Jutta Allmendinger
Großangelegte empirische Studie der Werte, Einstellungen und Überzeugungen der Deutschen, durchgeführt von Jutta Allmendinger zusammen mit der ZEIT. Untersucht zentrale gesellschaftliche Fragen wie Vertrauensprobleme und soziale Kohäsion in Deutschland.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 00:05:03 „Und sie führt die große Vermächtnisstudie durch, gemeinsam mit der Zeit. Das müssen wir hier zur vollen Transparenz auch wie immer sagen. Sie hat die Deutschen also damit untersucht und untersucht sie weiter, darüber werden wir auch noch reden.“
Christoph Amend stellt Jutta Allmendinger als Gast vor und erwähnt dabei die Vermächtnisstudie, eine groß angelegte Untersuchung über die Werte und Einstellungen der Deutschen, die Allmendinger gemeinsam mit der Zeit durchführt. Später im Gespräch verweist Allmendinger selbst auf Ergebnisse der Studie, etwa zum Thema Vertrauensproblem in der Gesellschaft.
Der Flug des Navigators
Randal Kleiser · 1986
David Freeman ist ein ganz normaler 12-jähriger Junge. Eines Tages erlebt er einen harmlosen Sturz und wird bewusstlos. Als er wieder erwacht, erwartet ihn Merkwürdiges: Fremde Leute wohnen in seinem Elternhaus, und die Polizei macht eine verblüffende Entdeckung: David ist seit acht Jahren als vermisst gemeldet... Plötzlich interessiert sich die NASA für ihn und findet heraus, dass es zwischen David und einem kürzlich gefundenen Raumschiff eine Verbindung geben muss.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:50:54 „Es hängt der Flug des Navigators, Poster, die ich am meisten liebe, an der Wand, Ferris macht blau. New Kids on the Block auch.“
Jochen Wegner beschreibt für die Hörer die Filmposter, die an den Wänden des Podcast-Studios hängen. Er nennt 'Der Flug des Navigators' als eines seiner Lieblingsposter. Die Aufzählung dient dazu, Jutta Allmendinger die Atmosphäre des Raums zu erklären.
New Kids on the Block
New Kids on the Block
New Kids on the Block – kurz NKOTB oder New Kids genannt – sind eine 1984 gegründete US-amerikanische Popgruppe aus Boston, Massachusetts, die Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre international als Pop-Phänomen gefeiert wurde und zu den höchstbezahlten Entertainern der Welt zählte. Zur damaligen Zeit als Teenieband bezeichnet, gelten sie heute als der Prototyp der erfolgreichen Boygroups und waren Vorbild für nachfolgende Formationen der 1990er Jahre wie Take That, Caught in the Act, Back...
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:50:54 „Es hängt der Flug des Navigators, Poster, die ich am meisten liebe, an der Wand, Ferris macht blau. New Kids on the Block auch. New Kids on the Block hat Christoph immer im Blick.“
Jochen Wegner beschreibt die Filmposter und Musikposter an den Wänden des Podcast-Studios. New Kids on the Block wird als eines der Poster neben Filmplakaten wie Der Flug des Navigators und Ferris macht blau erwähnt.
Star Wars
George Lucas · 1977
Seit der Vernichtung der Jedi-Ritter steht die Galaxie unter der grausamen Herrschaft des Imperiums. Nur eine kleine Gruppe von Rebellen, angeführt von der schönen Prinzessin Leia, widersetzt sich der dunklen Macht. Als es ihnen gelingt, die geheimen Baupläne für den gefährlichen Todesstern zu entwenden, gerät das Imperium in Aufruhr. Durch Zufall gelangen die Pläne ausgerechnet in die Hände des Farmerjungen Luke Skywalker, der spürt, dass er sein bisheriges Leben hinter sich lassen muss. Gemein
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:02 „Game of Thrones sehe ich auch. Star Wars. NWA. Ist das Neues eigentlich?“
Star Wars wird als eines der Poster an der Studiowand erwähnt, als Jochen Wegner die Raumdekoration für die Hörer beschreibt.
NWA
N.W.A
N.W.A (Abkürzung für Niggaz Wit Attitudes) war eine US-amerikanische Hip-Hop-Gruppe aus Compton, Kalifornien. Die Gründungsmitglieder waren Arabian Prince, Dr. Dre, Eazy-E und Ice Cube, später kamen DJ Yella sowie MC Ren dazu. N.W.A trug entscheidend zur Popularisierung des Gangsta-Raps bei und seine Musiker gelten als wichtige Vertreter des Westcoast-Hip-Hop.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:02 „Game of Thrones sehe ich auch. Star Wars. NWA. Ist das Neues eigentlich?“
Jochen Wegner zählt weitere Poster an den Wänden des Podcast-Studios auf und entdeckt dabei auch ein NWA-Poster, wobei er sich fragt, ob es neu aufgehängt wurde.
Game of Thrones
David Benioff, D. B. Weiss / HBO · 2011
Game of Thrones (engl. für „Spiel der Throne“, oft abgekürzt mit GoT) ist eine US-amerikanische Fantasy-Fernsehserie von David Benioff und D. B. Weiss für den US-Kabelsender HBO. Die von Kritikern gelobte und kommerziell erfolgreiche Serie basiert auf der Romanreihe A Song of Ice and Fire („Das Lied von Eis und Feuer“) des US-amerikanischen Schriftstellers George R. R. Martin, der anfangs ebenfalls an der Serie mitwirkte.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:51:06 „Game of Thrones sehe ich auch. Star Wars. NWA. Ist das Neues eigentlich? Haben wir irgendwas umgehängt hier?“
Bei der Beschreibung der Studio-Dekoration fällt Jochen Wegner ein Game-of-Thrones-Poster auf, das offenbar neu hinzugekommen ist. Christoph Amend bestätigt, dass es wohl neu aufgehängt wurde.
Ferris macht blau
John Hughes · 1986
An einem Frühlingstag kurz vor seiner Abschlussprüfung geht Ferris Bueller seinem riesigen Bedürfnis nach, die Schule zu schwänzen, um mit seiner Freundin und seinem besten Freund durch die Innenstadt von Chicago zu streifen, Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, einen Tag voller Freiheit zu genießen und zu zeigen, dass das Leben mit 17 ein wenig Einfallsreichtum, etwas Mut und mit einem roten Ferrari voller Spaß sein kann!
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 00:51:09 „Ferris macht blau“
Als Poster an der Wand des Studios erwähnt
Straight Outta Compton / NWA
NWA
Straight Outta Compton ist eine Filmbiografie der Hip-Hop-Crew N.W.A des Regisseurs F. Gary Gray. Der Film startete am 14. August 2015 in den US-amerikanischen Kinos und lief am 27. August desselben Jahres in den deutschsprachigen Kinos an. Eine rund 20 Minuten längere Director’s-Cut-Version wurde später auf Blu-ray veröffentlicht.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:09 „NWA.“
Als Poster an der Wand des Studios erwähnt
Miami Vice
Michael Mann · 1984
Auch in Miami, wo das Wetter niemals schlecht ist, gibt es Verbrechen. Sonny Crockett und Ricardo Tubbs, zwei Polizisten der “Miami Vice”, haben es auf die großen Fische im Drogengeschäft abgesehen. Das erklärt auch, warum sie es sich als einfache Cops leisten können, in schicken Sportwagen herumzufahren und Designeranzügen zu tragen: Sie arbeiten undercover, und das alles gehört zu ihrer Tarnung und wird vom Steuerzahler bezahlt.
🗣 Christoph Amend erwähnt beiläufig bei ⏱ 00:51:09 „Und Crockett und sehe ich gar nicht. Miami Vice hängt da hinten.“
Christoph Amend ergänzt die Aufzählung der Studio-Poster um ein Miami-Vice-Poster, nachdem Jochen Wegner nach 'Crockett' Ausschau hält – einer Hauptfigur der Serie.
Beitrag über das Thomas Mann Haus
Jutta Allmendinger
Die Soziologin Jutta Allmendinger lebt und forscht vier Monate im Thomas-Mann-Haus in Los Angeles. Für uns hat sie ihren Aufenthalt dokumentiert.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:01:54 „Insofern spannend, weil Training on the Job fand ich so ein interessantes Stichwort. Und ich habe es dann nochmal gelesen in einem Beitrag, den Sie für die Zeit geschrieben haben, als Sie im Thomas Mann Haus waren in Los Angeles und da auch wieder erlebt haben, glaube ich, dass die Handwerker vor Ort mit ihren Kindern auch Training on the Job gemacht haben.“
Christoph Amend bezieht sich auf einen Artikel, den Jutta Allmendinger während ihres Aufenthalts als Fellow im Thomas Mann Haus in Los Angeles für Die Zeit geschrieben hat. Darin beschrieb sie unter anderem, wie Handwerker vor Ort ihre Kinder zur Arbeit mitbrachten – eine Beobachtung, die zu ihrem Dissertationsthema der unterschiedlichen Bildungssysteme und Berufsausbildungsmodelle passt.
September Song
Kurt Weill
Ein zeitloses Jazz-Lied aus dem Musical 'Knickerbocker Holiday' (1938), bekannt für seine melancholische Stimmung und nachdenkliche Melodie. Der Song reflektiert über das Älterwerden und zählt zu den großen Klassikern der amerikanischen Musikkultur, oft interpretiert von berühmten Jazzsängern.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 01:09:38 „Die Einweihung war toll. Insbesondere mit Burkhard Klausner, der den November-September-Song, das werde ich nie vergessen, das war großartig.“
Jutta Allmendinger erinnert sich an die Einweihungsfeier des Thomas Mann Hauses in Los Angeles, bei der der Schauspieler Burkhard Klausner den 'September Song' vortrug. Sie bezeichnet den Moment als unvergesslich und großartig. Sie verspricht sich beim Titel und sagt 'November-September-Song', gemeint ist vermutlich der berühmte 'September Song' von Kurt Weill.
Tagebücher
Thomas Mann · 1977
Persönliche Aufzeichnungen des Nobelpreisträgers Thomas Mann aus seinem Schweizer Exil – ein literarisches Dokument, das Einblicke in sein Leben, seine Gedanken und Begegnungen mit Zeitgenossen bietet. Die Tagebücher verbinden intime Reflexionen mit historischem Zeugnis einer prägende Epoche der Literaturgeschichte.
🗣 Jutta Allmendinger erwähnt beiläufig bei ⏱ 01:11:47 „Ja, weil er die ganze Geschichte in sich trägt. Es ist ja was ganz anderes, ob man Bücher oder Tagebücher liest oder ob man den Lieblingsenkel hat und seine Frau auch.“
Jutta Allmendinger empfiehlt Fredo Mann als Podcast-Gast und begründet dies damit, dass er als Enkel Thomas Manns die Familiengeschichte persönlich verkörpert. Sie kontrastiert das Lesen von Thomas Manns Büchern und Tagebüchern mit der lebendigen Erzählung eines Zeitzeugen – wobei die Tagebücher Thomas Manns als bekanntes literarisches Werk implizit referenziert werden.
Huge in France
· 2019
Gad Elmaleh ist ein sehr berühmter Comedian … in Frankreich zumindest. Jetzt lässt er alles zurück und zieht nach Los Angeles, um seinem entfremdeten 16-jährigen Sohn wieder näherzukommen, der Model ist und Comedy hasst. Leider muss er das jetzt ganz ohne Celebrity-Bonus schaffen.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 01:18:36 „Ich habe das in einer Serie gerade gesehen, in einer neuen Netflix-Serie. Der zieht einen französischen Star, der heißt Big in France, Huge in France. Der geht nach L.A. und will also dort berühmt werden, auch so wie er in Frankreich berühmt ist. Und bekommt so einen Assistenten und findet dann in der ersten oder zweiten Folge raus, der Assistent verabschiedet sich immer abends und sagt, er fährt jetzt nach Hause. Und irgendwann bekommt er durch einen Zufall mit, nee, der fährt einfach zwei Blocks weiter und pennt da.“
Als Jutta Allmendinger von den Menschen erzählt, die in Los Angeles in ihren Autos übernachten, weil sie sich keine Wohnung leisten können, greift Christoph Amend die Beobachtung auf und verweist auf die Netflix-Serie 'Huge in France'. Darin erlebt ein französischer Star in LA, dass sein Assistent heimlich in seinem Auto schläft – eine fiktionale Spiegelung der realen Wohnungsarmut, die Allmendinger als Soziologin gerade beschrieben hat.
Wohnungsarmut (Arbeitstitel)
Jutta Allmendinger · 2010
Die Erwerbsquote von Frauen liegt in Deutschland weiterhin deutlich unter der von Männern. Jutta Allmendinger untersucht, welche Lebensumstände dazu führen, dass Frauen sich vom Arbeitsmarkt zurückziehen. Sie zeigt, dass neben Familienstand und Kindern der zuletzt ausgeübte Beruf wesentlich die Dauer der Nichterwerbstätigkeit beeinflusst.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 01:23:35 „Das ist etwas, was ich schreibe an diesem Buch, weil es wird ein Pendant sein zu der Bildungsarmut, weil ich die relativ spezifizieren kann, was braucht man zum Wohnen, als auch natürlich absolut und absolut.“
Allmendinger erzählt, dass sie an einem Buch über Wohnungsarmut arbeitet, das als Pendant zu ihrem früheren Konzept der Bildungsarmut gedacht ist. Das Buch vergleicht erwerbstätige Obdachlose in Los Angeles und Berlin – ein Thema, das sie durch eine Zufallsbegegnung mit einem obdachlosen Lehrer am Strand von Santa Monica entdeckte.
Brigitte-Frauenstudie
Jutta Allmendinger / Andreas Lebert
Jutta Allmendinger untersucht in dieser Studie, wie junge Frauen heute leben möchten und welche Chancen und Hürden sie erleben. Die Arbeit basiert auf qualitativen Interviews und bietet tiefe Einblicke in weibliche Lebenentwürfe jenseits von Klischees. Als eine der ersten großen empirischen Forschungen zu Frauenbiografien in Deutschland ist sie unverzichtbar für das Verständnis weiblicher Lebenswirklichkeit.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:35:51 „Andreas Lebert erzählt, es gab dann sozusagen, die Studie wurde besprochen, sie hatten den Anhang dabei mit den ganzen Interviews der Frauen.“
Die erste große Frauenstudie, die Allmendinger gemeinsam mit Andreas Lebert für die Brigitte durchführte, wird im Kontext ihrer Zusammenarbeit diskutiert
Bullshit Jobs
David Graeber
Ein Bullshit-Job ist eine Beschäftigungsform, die so völlig sinnlos, unnötig oder schädlich ist, dass selbst der Arbeitnehmer ihre Existenz nicht rechtfertigen kann. Es geht also gerade nicht um Jobs, die niemand machen will, sondern um solche, die eigentlich niemand braucht. Im Jahr 1930 prophezeite der britische Ökonom John Maynard Keynes, dass durch den technischen Fortschritt heute niemand mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten müsse.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 01:52:43 „Ich habe das auch gelesen, also mir ist das auch in Erinnerung geblieben, diese hohe Anzahl von Menschen, die sagen, die anderen haben, ich sage mal, einen Bullshit-Job. Meiner ist aber sehr sinnvoll. Es gibt nämlich ein Buch, das ich zufällig gerade angefangen hatte.“
Im Anschluss an die Diskussion über die Vermächtnisstudie – wonach Deutsche ihren eigenen Job als sinnvoll bewerten, den der anderen aber nicht – verweist Wegner auf ein Buch über Bullshit-Jobs, das er gerade zu lesen begonnen hat. Er nennt den Titel nicht explizit, bezieht sich aber klar auf David Graebers Konzept und stellt fest, dass die deutschen Befragten genau das Gegenteil empfinden: Der eigene Job sei sinnvoll, der der anderen nicht.
Allein unter anderem
Bettina Heintz · 2010
Die Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach ist ein Behandlungszentrum für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Neurologie in Andernach in Rheinland-Pfalz. Träger ist das Landeskrankenhaus, eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Die Klinik ist Zentrum eines gemeindepsychiatrischen Versorgungsverbundes mit Tagesklinik, Institutsambulanz und komplementären, außerklinischen Versorgungsaufgaben.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:00:59 „Es gibt ein wunderbares Buch von Bettina Heinz. Allein unter anderem, wo es eben nicht über eine Frau in Männerriegen geht, was eher mein Schicksal ist, sondern über Männer in Frauenjobs. Und dass da sofort die Distinguierung dadurch zustande kommt, dass der Mann dann aufsteigt und von daher eine Differenz gesetzt wird.“
Allmendinger erzählt von ihrem Bruder, der sich zum Altenpfleger und Kindererzieher umschulen ließ und als einziger Mann unter Frauen sofort Leitungspositionen angeboten bekam. Sie verweist auf das Buch von Bettina Heintz, das genau dieses Phänomen – Männer in frauendominierten Berufen, die automatisch aufsteigen – soziologisch beschreibt. Der Bruder sei das beste Beispiel dafür.
Die Zerstörung der CDU
Rezo
Der YouTuber Rezo kritisiert in seinem viral gegangenen Video die CDU-Politik zu zentralen Themen wie Klimawandel, soziale Ungleichheit und Bildung. Im Podcast wird erörtert, warum ein Social-Media-Creator eine gesellschaftspolitische Rolle übernimmt, die traditionell der Sozialdemokratie zufallen sollte. Rezos Themen stimmen dabei überraschend mit den Forschungsschwerpunkten des Gesprächsgastes überein.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:04:46 „Haben Sie dieses Rezo-Video ganz zu Ende geguckt? Ich muss sagen, ich durfte nicht. Sie durften es gar nicht tun? Nein, ich hatte ja dieses Problem mit meiner Netzhaut.“
Das Rezo-Video wird ausführlich diskutiert, Allmendinger hat es aufgrund ihrer Netzhaut-OP nur gehört, stimmt aber inhaltlich zu
Identität
Francis Fukuyama · 2018
Currently in Bill Gates's bookbag and FT Books of 2018 Increasingly, the demands of identity direct the world's politics. Nation, religion, sect, race, ethnicity, gender: these categories have overtaken broader, inclusive ideas of who we are. We have built walls rather than bridges. The result: increasing in anti-immigrant sentiment, rioting on college campuses, and the return of open white supremacy to our politics.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:08:58 „Fukuyama hat das ja auch gerade schön mit seiner Klientel. Das ist ja dieses Kleinteilige, wo man viele unterschiedliche Klientele sozusagen befriedigen möchte“
Allmendinger verweist auf Fukuyamas Analyse zur Klientelpolitik im Kontext der Diskussion über fehlende große Narrative in der Politik
Identity: The Demand for Dignity and the Politics of Resentment
Francis Fukuyama · 2018
The New York Times bestselling author of The Origins of Political Order offers a provocative examination of modern identity politics: its origins, its effects, and what it means for domestic and international affairs of state In 2014, Francis Fukuyama wrote that American institutions were in decay, as the state was progressively captured by powerful interest groups.
🗣 Jutta Allmendinger erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:09:03 „Fukuyama hat das ja auch gerade schön mit seiner Klientel. Das ist ja dieses Kleinteilige, wo man viele unterschiedliche Klientele sozusagen befriedigen möchte, ohne dass man dann überhaupt die noch zusammenfühlt.“
Im Gespräch über den Mangel an großen politischen Narrativen verweist Allmendinger beiläufig auf Fukuyamas These zur Identitätspolitik: Parteien fragmentieren sich in Klientelgruppen, statt eine verbindende Erzählung zu formulieren. Sie nennt kein konkretes Buch, aber der Verweis auf 'Klientel' und das Wort 'gerade' deuten auf Fukuyamas damals aktuelles Werk 'Identity' (2018) hin.
Artikel über Allmendinger als Bundespräsidentschaftskandidatin
Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung spekulierte 2016 über Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, als mögliche Kandidatin für das Bundespräsidentenamt. Laut dem Artikel hält sich Allmendinger mit öffentlichen Äußerungen zu dem Thema bewusst zurück, um sich keine Chancen zu verbauen. Der Artikel beschreibt dieses Schweigen als strategisches Kalkül, was Allmendinger selbst als falsche Darstellung empfindet. Die Bundespräsidentenwahl fand 2017 statt, als schließlich Frank-Walter Steinmeier gewählt wurde.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:16:39 „Zu Präsidentschaftsfragen will sich Almendinger für ihre Verhältnisse ungewohnt medienscheu derzeit gar nicht äußern. Sie will sich Chancen nicht verbauen und vor allem hinterher nicht als, Anführungszeichen, beschädigt, Schlusszeichen, dastehen, wie es so schön heißt. FAS 2016, Seite 65.“
Wegner liest wörtlich aus einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) von 2016 vor, in dem über Allmendinger als mögliche Bundespräsidentschaftskandidatin spekuliert wurde. Allmendinger reagiert empört auf die Darstellung, sie schweige aus strategischem Kalkül, und fragt rhetorisch: 'Glauben Sie, dass ich so blöd bin?' Der Artikel wurde offenbar an ihrem 60. Geburtstag veröffentlicht, was sie besonders ärgerte.
Kolumne über Allmendinger in der FAS
Rainer Hank
Nicola Fuchs-Schündeln wird neue Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) und folgt Jutta Allmendinger nach. Der Artikel behandelt auch Allendingers Amtsantritt, den FAZ-Wirtschaftschef Rainer Hank damals in einer Kolumne kritisch kommentiert hatte. Trotz des öffentlichen Verrisses entwickelten Hank und Allmendinger später eine Freundschaft.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:18:33 „Alle Sonntagsleser in dem Schweizer Teil lesen natürlich, was liest man dann? Die FAS, da diese Kolumne über Almendinger mit einem dicken Bild trennen. Gänzlich ungeeignet für diesen Job, sie hat kein Thema, schreibt Herr Hank.“
Allmendinger erzählt, wie sie bei ihrem Amtsantritt am WZB von FAS-Wirtschaftschef Rainer Hank in einer Kolumne als ungeeignet für den Job beschrieben wurde. Sie las den Artikel während eines Urlaubs im Tessin und wurde von Badegästen angestarrt, die die Sonntagszeitung gelesen hatten. Trotz des Verrisses rief sie Hank an und die beiden sind mittlerweile befreundet.
FAS-Artikel über Allmendinger und das Angebot der Bildungssenatorin
Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, warnt in Bremen vor zu vielen unkoordinierten Reförmchen statt grundlegender Veränderungen wie in Schweden und Finnland. Für mehr Bildungsgerechtigkeit fordert die Bildungssoziologin frühe Förderung, Ganztagsschulen, bessere Lehrer- und Schulleiterausbildung sowie eine Verbreiterung der Inhalte. Zentral ist ihre Forderung nach deutlich mehr Mitteln für Bildung und der Anerkennung von Bildungspolitik als Arbeitsmarktpolitik. Bremens Bildungssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt bekräftigt den Willen zur Umsetzung eines gerechten Bildungssystems mit gleichen Chancen für alle Schüler, würdigt Bremens bisherige Fortschritte und kündigt weitere Maßnahmen wie verstärkte Elternbeteiligung an.
🗣 Jochen Wegner referenziert bei ⏱ 02:21:16 „Das Angebot des Berliner Bürgermeisters Klaus Wobereit in der Hauptstadt den Posten der Bildungssenatore zu übernehmen, lehnte Allmendinger 2011 dankend ab. FAS 6 2016, Seite 65.“
Wegner zitiert wörtlich aus einem FAS-Artikel von 2016, der beschreibt, dass Allmendinger 2011 das Angebot von Klaus Wowereit ablehnte, Berliner Bildungssenatorin zu werden. Allmendinger relativiert daraufhin, dass es kein formelles Angebot gewesen sei, sondern eher explorative Gespräche.
Dissertation über die Zertifikationsgläubigkeit der Deutschen
Jutta Allmendinger
Allmendinger untersucht in ihrer Dissertation die deutsche Zertifikationsgläubigkeit – die Überbetonung formaler Abschlüsse im deutschen Arbeitsmarkt. Besonders relevant ist der persönliche Bezug: Ironischerweise kehrt sie nach ihrer Harvard-Promotion genau deswegen nach Deutschland zurück, weil ihr die Habilitation fehlt – das sehr deutsche Zertifikat, das sie für eine akademische Karriere dort braucht. Sie demonstriert damit exemplarisch, wie abhängig beruflicher Aufstieg in Deutschland von spezifischen institutionellen Abschlüssen ist.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:28:54 „Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich meine Dissertation daran geschrieben habe, über die Zertifikationsgläubigkeit der Deutschen. Und ich habe dieses eine Zertifikat nicht, was ich brauche. Das war mein Grund, es war nicht der Mann.“
Allmendinger erklärt, warum sie nach ihrer Harvard-Promotion ein Angebot aus Princeton ablehnte und nach Deutschland zurückkehrte. Ironischerweise trieb sie ausgerechnet die in ihrer eigenen Dissertation beschriebene deutsche Fixierung auf formale Abschlüsse um — ihr fehlte die Habilitation, und sie fürchtete, ohne sie nie wieder in Deutschland Fuß fassen zu können.
Die Kunst des Überlebens oder das Überleben der Kunst
Jutta Allmendinger
Jutta Allmendingers Orchesterstudie untersucht vergleichend die Strukturen und Managementmethoden von Orchestern in den USA, Großbritannien und Deutschland. In Zusammenarbeit mit dem Harvard-Sozialpsychologen Richard Hackman analysiert sie, wie Orchester als Organisationen funktionieren und unter welchen Bedingungen künstlerische Exzellenz entsteht. Die Studie bietet wichtige Erkenntnisse für das Management von künstlerischen Institutionen.
🗣 Christoph Amend empfiehlt aktiv bei ⏱ 02:33:18 „Die habe ich gelesen, die ist super. Fantastisch. Dann habe ich die Kunst des Überlebens oder das Überleben der Kunst.“
Amend nennt den Titel von Allmendingers Orchesterstudie, die er gelesen hat und fantastisch findet. Die Studie untersuchte vergleichend Orchester in den USA, Großbritannien, West- und Ostdeutschland und wurde gemeinsam mit dem Harvard-Sozialpsychologen Richard Hackman durchgeführt.
Orchesterstudie (Führung und Self-Managing-Teams)
Jutta Allmendinger, Richard Hackman
Untersuchung von Jutta Allmendinger und Richard Hackman über Führungsstrukturen in Orchestern: Unter welchen Bedingungen braucht man Führung, wann funktionieren Self-Managing-Teams? Die empirische Studie über vier Länder enthüllte einen nichtlinearen Zusammenhang zwischen Frauenanteil und Arbeitszufriedenheit und wurde mehrfach in amerikanischen Peer-Review-Journals veröffentlicht.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:33:28 „Dann habe ich mit dem wunderbaren Richard Hackman, der fast besser ist als Andreas Lebert, ein weltberühmter Sozialpsychologe, auch in Harvard, der wollte wissen, unter welchen Rahmenbedingungen man Führung braucht und wann man diese Self-Managing-Teams gründen kann.“
Allmendinger beschreibt ihre Orchesterstudie als ihr Lieblingsprojekt am Max-Planck-Institut, das sie als Spielbein neben der Habilitationsarbeit betrieb. Gemeinsam mit Harvard-Sozialpsychologe Richard Hackman untersuchte sie Orchester in vier Ländern und entdeckte dabei den nichtlinearen Zusammenhang zwischen Frauenanteil und Arbeitszufriedenheit — ein Befund, der mehrfach in amerikanischen Peer-Review-Journals publiziert wurde.
Der Heiratsmarkt ist erfolgsträchtiger als der Arbeitsmarkt
Jutta Allmendinger
Jutta Allmendinger untersucht in diesem Film-Essay die Lebensverläufe von Frauen durch historische Filmfetzen, die mit Bertolt Brechts Anna-Zyklus montiert sind. Das zentrale Argument: Für viele Frauen ist der Heiratsmarkt erfolgreicher als der Arbeitsmarkt. Das Werk verbindet soziologische Analyse mit künstlerischen Mitteln und hinterfragt die biografischen Chancen von Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:33:51 „ich dachte, jetzt mache ich doch da mal so einen Film draus, wie sich diese Lebensverläufe, das ist ja, mittlerweile mein Lebensthema geworden. Ich glaube, bei Zeit Online so gefasst, der Heiratsmarkt ist erfolgsträchtiger als der Arbeitsmarkt. Das ist ein super Film mit so Brecht, mit diesem Anna-Zyklus hinterlegt.“
Allmendinger beschreibt einen von ihr produzierten Film über Lebensverläufe von Frauen, der historische Filmfetzen mit Brechts Anna-Zyklus kombiniert
Orchesterstudie
Jutta Allmendinger
Vergleichende Studie von Jutta Allmendinger über Orchesterstrukturen in den USA, Großbritannien, West- und Ostdeutschland. Sie untersuchte den Zusammenhang zwischen Frauenanteil in Orchestern und der Arbeitszufriedenheit der Musiker.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:33:51 „Aber ich habe dann ja was super ausgehandelt, einer meiner Traumstudien meines Lebens, dass ich nämlich zu Karl-Ulrich Meyer sagte, okay, ich werde das aus... aber ich brauche neben diesem Standbein ein Spielbein... Und dann durfte ich ja mal eine große Orchesterstudie machen. Die habe ich gelesen, die ist super.“
Allmendingers vergleichende Studie über Orchester in den USA, Großbritannien, West- und Ostdeutschland, die unter anderem den Zusammenhang zwischen Frauenanteil und Arbeitszufriedenheit untersuchte
Anna-Zyklus
Bertolt Brecht
Bertolt Brecht (gebürtig Eugen Berthold Friedrich Brecht; * 10. Februar 1898 in Augsburg; † 14. August 1956 in Berlin) wird als einflussreichster deutscher Dramatiker und Lyriker des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Er ist auch international für seine Werke angesehen und ausgezeichnet worden. Brecht gilt als Begründer des epischen Theaters bzw. „dialektischen Theaters“. Brecht bezeichnete sich selbst (gegenüber Walter Benjamin) als Kommunisten.
🗣 Jutta Allmendinger erwähnt beiläufig bei ⏱ 02:41:41 „Das ist ein super Film mit so Brecht, mit diesem Anna-Zyklus hinterlegt. Ganz, ganz toll.“
Allmendinger verwendete Brechts Anna-Zyklus als musikalisch-literarische Untermalung ihres Films über Lebensverläufe von Frauen der Geburtskohorte 1919. Der Zyklus diente als künstlerischer Kommentar zu den dokumentierten Frauenbiografien.
Harry Potter (Hermine Granger)
J. K. Rowling
In diesem Artikel werden wichtige Figuren aus den sieben Bänden der Harry-Potter-Romanreihe von Joanne K. Rowling beschrieben. Neben diesem Artikel gibt es vier weitere, die Teile der Harry-Potter-Welt beschreiben: Handlungsorte der Harry-Potter-Romane Begriffe der Harry-Potter-Romane Tiere der Harry-Potter-Romane Liste der Zaubersprüche und Flüche der Harry-Potter-Romane
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 02:57:58 „Hermine Granger. Moment, was? Was? Fette Katze und Hermine Granger standen da und Schuhe ausziehen.“
Allmendinger nutzte 'Hermine Granger' als Stichwort auf ihrem Redezettel für eine Laudatio auf Thomas Sattelberger, als Metapher für jemanden, der verschiedene Dinge gleichzeitig machen kann
Harry Potter
J. K. Rowling · 2024
Harry Potter is leaving Privet Drive for the last time. But as he climbs into the sidecar of Hagrid’s motorbike and they take to the skies, he knows Lord Voldemort and the Death Eaters will not be far behind. The protective charm that has kept him safe until now is broken. But the Dark Lord is breathing fear into everything he loves.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 03:00:53 „Die Hermine Granger jedenfalls, die hat auch ihre Leistungsfächer doppelt belegen können. Und dann wurde sie doch gefragt bei Harry Potter, wie sie das finden konnte, dass sie alle Leistungsfächer doppelt belegt. Und dann hat sie ja gesagt, weil sie die Zeit falten kann.“
Allmendinger nutzt die Figur Hermine Granger aus Harry Potter als Stichwort in einer Rede über Thomas Sattelberger. Sie vergleicht dessen Fähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, mit Hermines magischer Fähigkeit, die Zeit zu falten, um doppelt so viele Kurse zu belegen. Es ist eines von drei Stichworten auf ihrem Redezettel.
Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne
Ulrich Beck · 2016
»Arm an geschichtlichen Katastrophen war dieses Jahrhundert wahrlich nicht: zwei Weltkriege, Auschwitz, Nagasaki, dann Harrisburg und Bhopal, nun Tschernobyl. Das zwingt zur Behutsamkeit der Wortwahl und schärft den Blick für die historischen Besonderheiten. Alles Leid, alle Not, alle Gewalt, die Menschen Menschen zugefügt haben, kannt bisher nur die Kategorien der ›anderen‹ - Juden, Schwarze, Frauen, Asylanten, Dissidenten, Kommunisten usw.«
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:05:12 „Er hat sich ja sehr eingemischt in gesellschaftliche Debatten, hat Begriffe geprägt, er hat Bestseller geschrieben“
Ulrich Beck wird als große intellektuelle Figur beschrieben, die Bestseller schrieb und sich in gesellschaftliche Debatten einmischte. Seine Bücher werden mehrfach erwähnt, auch im Kontext seiner Arbeitsweise am Starnberger See
Interview mit Jutta Allmendinger über Heiratsmarkt und Arbeitsmarkt
Jutta Allmendinger, renommierte Soziologin, analysiert in diesem Interview die finanzielle Situation von Frauen. Sie erläutert ihre provokante These, dass Frauen auf dem Heiratsmarkt lange Zeit besser verdient haben als durch Erwerbstätigkeit. Erst seit kurzem sei der Arbeitsmarkt aufgrund von Rentenleistungen wirtschaftlich attraktiver geworden.
🗣 Christoph Amend referenziert bei ⏱ 03:18:21 „Wir haben schon dieses Interview zitiert, das bei Zeitmagazin Online mal erschienen ist und ich glaube, eines der meistgelesenen Stücke damals war auf Online, in dem sie den Satz gesagt haben, eine Frau, die auf den Heiratsmarkt setzt, ist immer noch häufig erfolgreicher als eine, die auf den Arbeitsmarkt setzt.“
Christoph Amend erinnert an ein vielgelesenes Interview mit Jutta Allmendinger auf Zeitmagazin Online, in dem sie die provokante These aufstellte, dass der Heiratsmarkt für Frauen finanziell lukrativer sei als der Arbeitsmarkt. Allmendinger aktualisiert daraufhin ihre eigene Aussage: Seit zwei Jahren sei es – um drei Euro – erstmals lohnender, auf den Arbeitsmarkt zu setzen, was sie anhand des gesetzlichen Rentensystems und der Witwenrenten erklärt.
EU-Vergleich zu Rentenunterschieden zwischen Männern und Frauen
Jutta Allmendinger
Die Studie vergleicht den Gender Pension Gap (Rentenlücke zwischen Männern und Frauen) in der EU und zeigt, dass Deutschland besonders hohe Unterschiede aufweist. Die Analyse beleuchtet strukturelle Ursachen wie die Gewichtung von Kindererziehungszeiten, unzureichende Anrechnung von Ausbildungszeiten und die Architektur des deutschen Rentensystems. Die Erkenntnisse verdeutlichen systemische Benachteiligungen von Frauen bei der Altersversorgung.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 03:22:10 „Die Rentenunterschiede, die sind in Deutschland so hoch wie in gar keinem anderen Land. Ich habe gerade einen EU-Vergleich vor zwei, drei Jahren geschrieben, wo ich mir genau das angeschaut habe.“
Im Gespräch über die Frage, welche Länder Geschlechtergleichstellung besser hinbekommen als Deutschland, verweist Allmendinger auf eine eigene Vergleichsstudie zu Rentenunterschieden in der EU. Sie erklärt, dass Deutschlands besonders hoher Gender Pension Gap mit der Gewichtung von Kindererziehungszeiten, fehlender Anrechnung von Ausbildung und der Architektur des Rentensystems zusammenhängt.
Familienbericht der Bundesregierung
Der aktuelle Familienbericht der Bundesregierung untersucht die sogenannte Care Gap – den Unterschied zwischen Männern und Frauen bei unbezahlter Sorgearbeit wie Kinderbetreuung und Haushalt. In Deutschland liegt dieser Unterschied bei über 50 Prozent, während skandinavische Länder eine deutlich ausgeglichenere Verteilung aufweisen. Der Bericht dokumentiert strukturelle Ungleichgewichte in der Geschlechtergerechtigkeit und dient als empirische Grundlage für den Vergleich sozialpolitischer Modelle.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 03:29:08 „Also wir haben ja hier diesen jetzt in dem letzten Familienbericht als Care Gap bezeichneten Unterschied, der immens ist, der bei über 50 Prozent liegt, in skandinavischen Ländern wesentlich geringer.“
Beim Vergleich der Geschlechterverhältnisse zwischen Deutschland und Skandinavien zitiert Allmendinger den aktuellen Familienbericht der Bundesregierung, der den Begriff 'Care Gap' eingeführt hat. Dieser beschreibt den über 50-prozentigen Unterschied zwischen Männern und Frauen bei unbezahlter Sorgearbeit in Deutschland – ein Wert, der in skandinavischen Ländern deutlich geringer ausfällt.
Die Glocke
Friedrich Schiller · 1900
Schillers Glocke ist eines der bedeutendsten Versepos der deutschen Literatur und behandelt die Symbolik der Glocke als Metapher für menschliche Entwicklung und gesellschaftliche Werte. Das Gedicht verbindet persönliche Erinnerungen mit kulturellem Erbe, wenn eine Person das von ihrem Großvater vorgetragene Werk Jahre später in akademischem Kontext wiedererkennt. Es zeigt, wie klassische Texte über Generationen hinweg Wissen und Wertschätzung weitergeben und gleichzeitig universelle Themen wie Handwerk, Familie und Verantwortung behandeln.
🗣 Jutta Allmendinger erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:51:22 „Ah, noch einmal, weil mein Opa mir immer die Glocke vorerzählt hat. Das konnte ich auch.“
Allmendinger erinnert sich, dass sie in Daniel Bells Seminar in Harvard auch Schillers Glocke erkennen konnte, weil ihr Großvater sie ihr vorgetragen hatte
Weltkunst
Weltkunst ist ein monatliches Kunstmagazin, das sich der zeitgenössischen und klassischen Kunst widmet. Die Publikation arbeitet mit international renommierten Kunstexperten wie Hans-Ulrich Obrist von der Serpentine Gallery zusammen und bietet fundierte Beiträge zur Kunstwelt.
🗣 Jutta Allmendinger erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:52:43 „Christopher Witt ist ja Herausgeber der Weltkunst.“
Im Zusammenhang mit Daniel Bells Seminar an der Harvard University erwähnt Allmendinger beiläufig, dass Christopher Witt Herausgeber der Weltkunst sei – ein deutsches Kunstmagazin. Die Erwähnung dient als Nebenbemerkung zur Illustration des akademischen Umfelds.
Das Lied von der Glocke
Friedrich Schiller · 1842
Das Lied von der Glocke ist ein im Jahr 1799 von Friedrich Schiller veröffentlichtes Gedicht. Es gehörte lange Zeit zum Kanon der deutschen Literatur und ist eines der bekanntesten, am meisten zitierten und parodierten deutschen Gedichte.
🗣 Jutta Allmendinger erwähnt beiläufig bei ⏱ 03:53:31 „Ah, noch einmal, weil mein Opa mir immer die Glocke vorerzählt hat. Das konnte ich auch. Dreimal waren sie wichtig.“
Jutta Allmendinger erzählt von ihrem Seminar bei Daniel Bell in Harvard, der Studierende testete, indem er Bücher aufschlug und sie Autoren erkennen ließ. Sie konnte Schillers 'Glocke' identifizieren, weil ihr Großvater ihr das Gedicht immer vorerzählt hatte – eine der wenigen Passagen, die sie in Bells Quizrunden richtig erkannte.
Thinking, Fast and Slow
Daniel Kahneman · 2011
One of the most influential books of the 21st century: the ground-breaking psychology classic - over 10 million copies sold - that changed the way we think about thinking 'There have been many good books on human rationality and irrationality, but only one masterpiece. That masterpiece is Thinking, Fast and Slow' Financial Times 'A lifetime's worth of wisdom' Steven D.
🗣 Jochen Wegner erwähnt beiläufig bei ⏱ 04:17:56 „Es ist sozusagen Thinking Fast. Nein, nein, nein, das ist nicht unser Problem.“
Jochen Wegner erklärt das schnelle A-oder-B-Spiel und vergleicht den Modus mit Daniel Kahnemans Konzept des schnellen Denkens. Die Referenz ist beiläufig – er nutzt den Buchtitel als Shorthand für intuitive, schnelle Entscheidungen ohne langes Nachdenken.
Brigitte-Studie (Frauenbilder und Männerbilder)
Jutta Allmendinger / Andreas Lebert
Die Brigitte-Studie von 2006 untersucht, wie Männer und Frauen das jeweils andere Geschlecht nach Attraktivität bewerten. Mit Hilfe eines Kartenspiels befragten Allmendinger und Lebert systematisch sowohl Frauen als auch Männer, um Unterschiede in der Wahrnehmung aufzuzeigen. Die Vergleichbarkeit der Geschlechtergruppen war dabei zentral, um valide Aussagen über geschlechtsspezifische Schönheitsideale treffen zu können.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 04:46:50 „Andreas und ich haben das in der ersten Brigitte-Studie auch gemacht, wo wir den Frauenbildern von Männern vorgelegt haben. Da sah man das auch. Und die sollten auswählen.“
Allmendinger beschreibt eine Studienreihe, die sie gemeinsam mit Andreas Lebert für die Zeitschrift Brigitte durchführte. Die erste Studie stammt von 2006 und untersuchte mittels eines Kartenspiels, wie Männer und Frauen das jeweils andere Geschlecht nach Attraktivität bewerten. Allmendinger erzählt, wie sie sich weigerte, eine reine Frauenstudie zu machen, und von Ministerin Schawan tausend männliche Befragte als Vergleichsgruppe finanziert bekam.
Brigitte-Studie (Replikation)
Jutta Allmendinger / Andreas Lebert
Jutta Allmendinger und Andreas Lebert replizieren die Brigitte-Studie von 2006 zur Partnerwahl. Die Wiederholung zeigt einen signifikanten Wandel: Etwa ein Drittel der Männer berücksichtigt inzwischen neben dem Aussehen auch die Erwerbstätigkeit einer Partnerin. Allmendinger führt diesen Verhaltensänderung teilweise auf Reformen im Unterhaltsrecht zurück und dokumentiert damit gesellschaftliche Wertverschiebungen bei der Partnerwahl.
🗣 Jutta Allmendinger referenziert bei ⏱ 04:49:45 „Und bei der zweiten, bei der Replikation dieser Brigitte-Studie haben dann schon, ich glaube es war immerhin ein Drittel, also von null auf ein Drittel, es war für die kurze Zeit, haben dann gesagt, naja, also dieses Aussehen alleine, das nutzt mir nichts. Ich muss schon wissen, ob die auch erwerbstätig ist und so weiter und so fort.“
Allmendinger vergleicht die Ergebnisse der ersten Brigitte-Studie von 2006 mit einer späteren Replikation. In der Wiederholung zeigte sich ein Wandel: Etwa ein Drittel der Männer legte nun neben dem Aussehen auch Wert auf Erwerbstätigkeit der Frau – ein Effekt, den Allmendinger teilweise auf Änderungen im Unterhaltsrecht zurückführt.